M 226.
Sonntag, 1* Oktober 1922.
* Fuldaer Zeitung
Druck der Fuldaer Aetteuvruckerei iu Fulda
süddeutsche UnterschriftenaKtion zum Schutze -er Bekenntnisschule.
Am heiligen Osterfest 1922 unterzeichneten die bayerischen Bischöfe einen Aufruf an ihre Gläubigen, in dem sie auf den Ernst der fchulpolitischen Lage aufmerksam machten. „Wir wollen zunächst, so schrieben sie, gemeinsam durch Sammlung von Unterschriften verlangen, daß unsere katholische Schule erhalten bleibt, daß sie zum mindesten gleichberech- iigt ist mit der unchristlichen Schule und daß uns dies durch Gesetz garantiert wird. Wir wollen nicht länger in einer so ernsten und wichtigen Frage in Unsicherheit und Sorge hingehalten werden, wir wollen nicht, daß durch ein sog. Notgesetz die Entscheidung hinausgeschoben und unser Recht auch weiterhin in Frage gestellt und bedroht bleibt".
WMMesk — WnmimoMt.
Seit Ende des Mittelalters waren die Türken der große politische Störenfried für die christlichen Völker Europas, fast drei Jahrhunderte lang. Gut und Blut wurde vom christlichen Abendlande, besonders von seiner Vormacht Oesterreich-Ungarn geopfert, um den Feind nicht nur der politischen Selbständigkeit, sondern auch des christlichen Glaubens abzuwehren. Das Bewußtsein, daß es sich bei diesem Kampfe um die höchsten Güter handele, war es auch, was die Christen zur Waffe des Gebetes rief, was die Päpste bewog, zu dem neuen Kreuz- zug aufzurufen und sogar die Kostbarkeiten der Kirche für diesen Zweck zu verwenden. Besonders wurde das Rosenkranzgebet, das feit Bestehen des 1. ^ahrhEderts durch die Bemühungen der Dominikaner, Karthauser und Franziskaner zu einem allgemein beliebten Gebet geworden war, als geistige Waffe gegen die Türkengefahr empfohlen. Der Dominikaner Nißschervitz, Kaplan des Kaiser Friedrich m. und des Königs Maximilian I. empfahl wiederholt im Auftrag des Kaisers und Königs den Rosenkranz, um Hilfe gegen die Türken zu erflehen. Da entstanden die vielen Bilder von Maria mit dem Schutzmantel, unter welchem die ganze Christenheit, angeführt von Papst und Kaiser, Schutz suchten, „bis alle Feind vorübergehn". Als Don Juan von Oesterreich bei Lepanw am ,7. Oktober 1571 die entscheidende Schlacht gegen die Türken gewann, hielten zu Rom die Rosenkranz- bruderfchaften ihre Bittgänge ab um Erlangung des Sieges gegen die Ungläubigen. Es war der erste Sonntag im Okwber. Pius V. verordnete daraufhin, daß in die Lauretanische Litanei die Anrufung Auxilium christianorum — Hilfe der Christenheit — ausgenommen und ein Dankfest als „Gedächtnis U. L. Frau vom Siege" gefeiert werde. Sein Nachfolger, Gregor Xill., gestattete, daß das Fest künftig in allen Kirchen, in welchen eine Ka- oder ein Altar der allerseligsten Jungfrau vom enkranze geweiht sei, als „Rosenkranz- f e ft" am 1. Sonntag im Oktober gefeiert werde. Nachdem Klemens X. im 100. Gedächtnisjahre der Seeschlacht bei Lepanto das Fest für alle Kirchen Spaniens eingeführt hatte, schrieb es Klemens XI. für die ganze Ehristenheit vor, als am 5. August 1716 Prinz Eugen bei Peterwardein in Ungarn die Türken entscheidend geschlagen hatte. Des Papstes Absicht war, „damit die Herzen der Gläubigen zur Verehrung der hl. Jungfrau zu entflammen, damit das Andenken an die schuldige Dankbarkeit niemals erlösche".
Dem Rosenkranffest schloß Leo Xlil. ein Rosenkranzmonat an. Selbst ein eifriger Beter des Rosenkranzes erließ er am 1. September 1883 eine Enzyklika über das Rofenkranzgebet. Im Vertrauen auf den Schutz Marias bei den fortdauernden Bedrängnissen der Kirche — in Preußen hatte sich dem Papst erst nur ein „Zugang zum Frieden" geöffnet — verordnete er, daß den ganzen Oktober hindurch in allen Kathedral-, Pforr- und Klosterkirchen täglich das Rosenkranzgebet öffentlich verrichtet werde. Er öffnete dafür die Gnadenfchätze der Kirche, welche von den Gläubigen eifrig gebraucht wurden. Ueberall hab sich der Sakramen- tenempfang, der geistige Erfolg war nicht zu verkennen. Ueberall bewahrheitete sich der alte Spruch: Per Mariam ad Jesum, d. h. innige Andacht zu Maria führt nicht ab von Jesus, sondern zu ihm. Die Lauretanische Litanei echielt durch Leo XIII. am 24. Dezember 1883 die Anrufung „Königin des hl. Rosenkranzes".
Der Segelflieger aus der Waflertuppc
(Rhön).
Herrscher du im Aetherreich, Wind,
Deines Armes Stärke ich erflehe, Daß du mich führen mögest auf deine Höhen Aus der Erde niederen Gründen.
Schilt es nicht eitel Unterfangen, Wenn in leichtem Gefährt ich dir nahe. Verschmähend den trutzigen Eisenwagen. Weitz ich doch, datz der Menschen festeste Dinge Wie ein Glas zerspringen, wenn rauher Faust du Zur Erde die Armen verweist.
Mein Flügelwagen atmet guten Geist, Wohl hundert WiffenSstarke haben kühn “8 $itn und Herz ihr Bestes hergegeben, du ihn führen solltest, Wind.
deutsche Pulse heitz geschlagen, . . . Esahrt zum Ganzen sich gefügt. And deutsches Wollen gibt sich Leinen Händen.
Du stehst erhaben über allen Ländern, freundlich zugetan, der abgelauscht Ein Stück von deinem Wesen.
Heb' mich empor.
In Höhen und in's Weite, latz erkennen mich Ob nicht umsonst wir in dein Wesen drangen' Heb' mich empor, datz andre Erdenvölker Nicht fürder schmähen deinen Freund, Den du im deutschen Flügelwagen schirmst.
Schon trägt der Winde Gott den kühnen Wagen Ihn setzend auf des Aethers luftiger Straße. Und mit des Brausens Kräftestrom, Fährt er zur Sonne hin wie Jovis Vogel.
I
Georg Storch.
feinen Umständen dulden
Namensunterschrift die würdigsten Bischöfe zu feierlich erklärt haben, ihrer Elternrechte und
Süden allein als Verteidiger der christlichen Konfessionsschule!! Die Regierimgen und Parlamentsparteien werden wohl nicht umhin können, die Wucht dieser Zahl auf sich wirken zu kaffen, um dann dem christlich denkenden Teil unseres Volkes jene Schule zu geben, die er traft der Verfassung fordern kann, zumal im demokratischen Staat. Sie werden sich sagen, daß diese 3 300 000 süddeutschen Katholiken fast ein Zehntel aller deutscher Wähler darstellen, also ungefähr fo viel, als notwendig sind, um ein Volksbegehren einzuleiten.
Bekenntnisschule unter werden. 3 300 000 katholische Wähler aus dem
katholische Schulen!
Einer Verkürzung unserer Elternrechte werden wir unter keinen Umständen uns fügen."
Aehnlich wie die bayerischen, wandten stch auch gleichzeitig die HH. Bischöfe von Freiburg, Mainz und Rottenburg an ihre Gläubigen. Der Ruf des Episkopates fand ein freudiges, teilweise ein begeistertes Echo im katholischen Volke Süddeutschland. Die Zählung und Sichtung der Unterschriften ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber so viel ist heute schon sicher, daß wenigstens die Zahl 3 300 000 erreicht ist. Davon entfallen auf die hager. Diözesen: München-Freising 505 038, Augsburg 400 487, Regensburg 427 325, Passau 159 850, Bamberg 193 967, Eichstätt 91221, Speyer 144 289, Würzburg 271 880, insgesamt für Bayern 2194 057 Wahlberechtigte, die mit ihrer ...... Forderungen ihrer hoch- den ihrigen gemacht und daß sie eine Verkürzung eine Benachteiligung der
Ihre genauere Faffung erhielten diese bischöf- lichen Forderungen in den Erklärungen, die dem katholischen Volke Bayerns zur Unterschrift borgt- legt wurden:
„Wir erklären: Das Verlangen, daß in jeder Ge- meinde zunächst eine Gemeinschaftsschule eingenchtet werden muffe/ ehe zur Errichtung einer Bekennwis- schule geschritten werden könne, widerspricht ganz offen- sichtlich dem Wortlaut und Sinn des Artikels 146 Abf. 2 d" Dtt^ Bekmntnisfchule muß im Sinn Artikels 146 Abs. 2 der Reichsoerfassung überall da g-stchert bleiben oder neu eingeführt werden, wo der Wille der Er- ziehungsberechtigten es verlangt. Die einklassige, Schule muß als geordneter Schulbetrieb anerkannt werden. Die Bekennwisschule darf auch durch die Vorschriften über die Antragsstellung nicht beeinträchtigt werden, ihr Geist muß wirklich dem BekennMis entsprechen.
Eine Behinderung oder Beschränkung des Eltern- willens über die im Artikel 146 der Verfassung gezogenen Grenzen hinaus würden wir als Verfaffungs» bruch ansehen.
Wir fordern, daß das Reichsschulgesetz nicht weiter verschleppt wird. ,
Wir werden nicht dulden, daß die Bekenntnisschule irgendwie benachteiligt wird. Für katholische Kinder
ans dem Nachbargebiet.
--- Gersfeld. Mit dem Bau der Straße Warte- Häuschen-Wasserkuppe, die man bis zum nächstjährigen Sogelslugwvttbewerb zu vollenden hofft, soll demnächst begonnen werden. Man beabsichtigt nach Fertigst el- hmg der Straße ein großes massives Unt« rkunfts. Haus am Flugplatz zu bauen. Bei günstiger Witte- rung werden sich die Flugversuche noch west in den Oktober hinein erstrecken.
(fpd) Hanau. Aus dm Dereinigbein Silberfabviken wurden vor einigen Wochen 73 Kiko Silber im Werte von vier Millionen Mark gestohlen. Als Täter wurden von ber Polizei feftgesteKt der 22jährige Kaufmarm Karl Rohrweg und der 23jährige 3Ü« weiter Thomas Jüngling, beide aus Hamm. Die Täter sind flüchtig. Sn ihrer Begleitung befindet sich eine Frauensperson.
(fpd) Lohr a. M. Bei einem Zusammenstoß zweier Güterzüge auff dem hiesigem Bahnhofe entgleisten eine Maschine und 12 Wagen, die größten- teils zerstört wurden. Personen tarnen nicht zu Schaden. Der Zugverkehr mutzte umgeleitet werden. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Die Ursachen des Zusammenstoßes konnten rwch nicht festoestellt werden.
vermischter.
* Ein Prinz im Kamps mH Einbrechern. In das von dem Prinzen Joachim Albrecht von Preußen be- wohnte Schloß Reinhartshcmsen bei Erbach im Rheirr-
Voche für religiöse Völkerkunde.
Von Pater K. Prümm 8. J„ Valkenburg.
3n Tilburg, einer ungefähr 70 000 Einwohner zählenden Industriestadt der holländischen Provinz Nordbra- bant, fand vom 6.—16. September die 3. Tagung der „Semaine d'Ethnologie religieuse" statt. Das von dem verdienstvollen Ethnologen ?. W. Schmidt 8 V D Mödling b. Wien, vor dem Kriege ins Leben gerufene Unternehmen will die katholischen Foffcher aller Länder die auf dem Gebiet der Völkerkunde besonders nach der religionsgeschichtlichen und religionswiffenschaftlicken Seite arbeiten, in Abständen von 2—3 Jahren zu einer gemeinsamen Tagung sammeln. Auf dieser sollen For- schungsergebniffe mttgeteist und krittsch gesichtet, An- regungen gegeben und Wege gewiesen werden, um dem auf dem Gebiete der Religionsgeschichte noch immer übermächtigen, aprioristischen und willkürlich konstruierenden Evolitionismus gegenüber einer besonnenen Forschuna zum Durchbruch zu verhelfen. M 9
Das Wagnis, dieses internationale Unternehmen, das vor dem Kriege zwei Tagungen in Löwen erlebt hatte, wieder erstehen zu lassen, ist über Erwarten gut gelungen. Dank der ausgezeichneten Vorbereitung durch den Ausschuß, in dem an der Seite des Pater W. Schmidt als Nachfolger des im Krieg gefallenen Pater Bouvier 8. J. der gleichfalls einer französischen Iesuitenprovinz angehörende Pater Pinard de la Boullaoe fleißig und klug gearbeitet hatte, fand sich» den für eine Tagung von dieser Zielsetzung und Dauer erforderlichen Stab angesehener Referenten aus allen Ländern eingerechnet, eine gleichfalls national buntgemischte Teilnehmerschar von etwa 180 Köpfen ein.
Im einzelnen auf den Inhalt der Dorträge einzu- aehen, würde zu weit führen. Wir verweisen da auf den Bericht, dessen Erscheinen in baldige Aussicht gestellt ist und der die Vorträge dem Gedankeninhalt nach vollständig bieten wird. So viel sei nur gesagt, daß drei große Stoffe zur Behandlung kamen. Einmal die Methoden der religionsgeschichtlichen und religionswissenschaftlichen Forschung: Die kusturhistorische, philologische und psychologische Betrachtungsweise der religiösen Aeußerungen und Phänomene. Diese allgemein methodologischen Erwägungen nahmen einen relativ breiten Raum ein. Das war durch die leider immer noch nötige starke Deiensiv- fteUung der katholischen Forschung und durch den Teil- zweck der Tagung, jüngere Kräfte zu schulen zu solider
gau drangen nachts Einbrecher ein. Sie hatten schon mehrere Türen geöffnet, als sie durch den Prinzen überrascht wurden, der sie verfolgte, sie aber nicht mehr encholen konnte. Die Spuren der Einbrecher führten an den Rhein, wo sie sich verloren.
* Auf dem Hartmmmsweilerkopf. Am 1. Oktober, wird sich auf dem Hortmannswoilertopf, dem im Weltkriege melgemwmten elsässischen Berggipfel, eine feierliche Zeremonie abspielen. Der Straßburger Bischof Ruch wird den Bergfriedhof, der taufende Gräber deutscher und französischer Soldaten enthält, einwechen. Das Komitee für den Hartmannsweüerkopf wird in Bälde mst den Sauarbeiten an der Krypta beginnen, die sich auf dem Gipfel des Berges erheben soll und in der die Gebeine aller unbekannten toten Soldaten ruhen werden.___
Neue Bücher.
Leo TVeismcmlel, Gangolfsbrunnen, Legende. Frankfurt a. M. 1922. Patmos-Berlag (Verlag des Bühnen- volksbundes). Preis 80 Mk. Leo Weismantel, der starke, urwüchsige Dichter, der mit feinen wuchtigen dramatischen Werken trotz aller Hemmungen mehr und mehr die großen deuffchen Bühnen erobert, hat uns einige kleinere Legendendichtungen geschenkt, die die Eigenart des Dichters auf engstem Raume zur Wirkung bringen. Die Legende vom Gangolfsbrunnen ist wohl die stärkste unter ihnen. Sie erzählt die Sendung und das Schicksal eines begnadeten Einsiedlers, der nach den Verwüstungen des 30jährigen Krieges im Lande die Seelen zu reinigen und zu heilen suchte. Dennoch spielt die Geschichte in unseren Tagen, ihre Geschehnisse und Gestalten sind von sym- bolischer Tragweite. Alle Vorzüge der Kunst Leo Weismantels sind ihr eigen: fein heiliger Eifer, fein leidenschaftliches Pathos, die alttestamentarische Wucht, aber auch die zarte Innigkeit seiner Sprache. Die Wesensart der Dichtung bringt es schon mit sich, daß sie sich in ihrem Stil weit, weit von impressionistischer Naturnähe entfernen muß. Aber man kann auch nicht von expreffio- nistischer Manier reden: es spricht zu uns der lebendige und notwendige Ausdruck der Geistigkeit eines echten Dichters. Der Legende, die in großem Format auf gutes Papier sorgfältig gedruckt ist, sind zahlreiche Federzeichnungen von Peter Würth-Veitshöchheim beigegeben, die in ihren herben, spröden Formen wirkungsvoll Mit Weismantels Dichtung zufammenklingen.
Joseph A n tz - Andernach.
Wm W den Wlskern des Standes» Fulda.
Sterbefälle vom 22.-29. September 1922.
23. September. Rentner Konrad Gottfried Hermann Wegner, 62 I. 10 M. 5 T. 24. Ehefrau Maria Anna Schäfer, geb. Escher aus Eichenzell, 51 I. 11 M. 4 T. 24. Gasthofbesitzer Oskar Schneider aus Eckweisbach, 39 I. 1 M. 6 T. 25. Postverwalters-Witwe Katharina Auguste Hambach, geb. Schultheis, 79 I. 6 M. 27 T. 27. Witwer Revierförster a. D. Albert Ludwig Feblkamm, 83 I. 11 M. 12 T. 28. Kaufmann Karl Franz Paul, 62 I. 8 M. 6 T. 28. Rentenempfänger Jakob Hermann Andreas Stuckardt au3 Wehrda, 75 I. 2 M. 26 T.
Märkte.
— $ulba, 30. Sept. Der heutige Schweine markt war mit 154 Ferkeln beschickt, die mit 4000, 2900 und 1800 Mark das Stück bezahlt wurden. Der Handel war gut._________________ _
Gottesdienstordnung.
Sonntag, 1. Okt. (Rosenkranzfest.) Dom. (Kollekte für die Josephskirche — Vollk. Ablaß.) l/»6, 6, Vs7 u. 7 hl. M., um V«7 hl. M., Ansprache u. Generalkom. d. MännerapostolatS, 8 Pfarramt u. Pr., VilO Kathedral» amt u. Pr., ‘All Ehr., V«12 hl. M u. Pr., V«2 A., 2 Ehr., 4 Pr. u. A., 7 Rosenkranz mit Segen i. d. Marienkapelle. Montag 5 Rosenkranz mit Segen. — Stadtpfarrkirche. (Rosenkranzfest.) Toties-quoties-Ablatz (Kollekte für die St. Sturmiuskirche.) 6Vi Kam., 5’/« hl. M., 63/< hl. M. u. gemeinsame Kam. f. d. Männer- crpostolat, 8 erster Schulgd. m. Pr., LV» feierliches Hochamt m. Chorgesang u. Festpr., 11 zweiter Schulgd. m. Pr., SV« Chr. f. d. Jüngl. i. d. Severikirche, 2V» sakramentale And., 7V« Rosenkranzandacht. (Während des Monats Oktober ist jeden abend 7V« Rosenkranz- andacht.) — Pfarrkirche zum heiligen Geist. V«7 hl. Kom., 7 Frühm., 8 Pr., Amt m. Kom., V»5 Ehr., 6 A. — Severikirche. Sonntags V»7, werktags 605 hl. M. — Herz» Jesu-Heim. 8 Hochamt m. Pr., nachm. 2 A. (Mittwoch abends 8 And.) — Frauenberg. 5, 6, 6Vi u. 7 hl. M., 8 Rofenkranzm. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 Pr., And. u. Umg. f. d. Fünf-Wunden-Bruderschaft. (In diesem Monat wird jeden Tag eine öffentliche Rosenkranzandacht für die Anliegen der hl. Kirche abgehalten, und zwar an den Werktagen nachmittags V»5 vor ausgesetztem Allerheiligsten, an Sonn- und Feiertagen in der 8 Uhr-Messe.)
wissenschaftlicher Arbett, bedingt. Die zweite Themenreitze galt dem Opfer. Man verfolgte es in fachmännischen Referaten nach seinen Haupttypen in den nicht- christlichen Religionen. Diese Universalität strebte man an bei der Behandlung des so interessanten Fragenkomplexes der geheimen Stammesweihen. Be- kanittlich haben diese besonders bei den Naturvölkern eine große soziale Bedeutung. Meist sind sie es, die die Aufnahme in die Rechte eines Stammitgliedes gewähren, in denen aber auch religiöse Bräuche, die aus uralter Zeit stammen, alljährlich wieder aufleben und das sonst oft ängstlich behütete Gesamtgut des Volkes an religiösen und sittlichen Gedanken dem Einzuweihenden übermittelt wird. Aeußerst anziehend war da der Bericht des P. Köppers S. V. D. über die von ihm selbst mitgefeierte Stammesweihe bei einem dem Aussterben nahen Feuerlandstamm. In Verbindung mit diesem Initiationswesen wurden Grundtypen der Geheimbünde unter den Naturvölkern vorgeführt und auch das Myste- rienwesen der antiken Welt behandelt. Die Durchführung des Planes, den Opfer- und Mysteriengedanken einmal in feiner Ausprägung bei den hauptsächlicheren nichtchristlichen Religionen darzustellen, zwang, manches Referat als Zusammenfassung schon anderweitig wiffen- schastlich dargestellter Forschungen zu geben. Doch bot gerabe das fo erweiterte Blickfeld Anlaß zur Beobachtung mtereffanter Parallelen zwischen den oft so weit von einander abliegenden Forschungsgebieten. In jedem ~e'f!M)mer mußte die Uebergeugung lebendig werden, bafi die ethnologische Forschung, namenllich bei den Pri- mittoen, falls sie mit Besonnenheit und Vorsicht betrieben wird, wirklich imstande ist, Licht zu werfen auf oen religiösen und sozialen Werdegang der Menschheit, sie. religionspsychologische Anregungen in reichern „ a e». b^tet, daß eine möglichst universale Einstellung
°eZ*2 Forscher auf dem Gebiete der Religionen, die zur antiken Hochkultur gehören, Nutzen bringt.
,T ~.QS Lokalkomitee, vorab dessen Sekretär, P. Geerds ' ' aus Tilburg, hatte für alle Teilnehmer un«
e r. Aufnahme in Familien und Ordenshäuser ' 9anz katholischen Stadt erwirkt. Die Stadtver- bereitete am Sonntag, den 10., im Rathaus der e‘nen offiziellen Empfang. Auch noch andere Körperschaften erwiesen der „Woche" große Aufmerk- samkeiten Natürlich trug diese sonnige, herzliche Gast- ltch.en aller Kreise der Stadt nicht wenig dazu bei, daß unter allen Mitgliedern der „Woche", Referenten wie Zeitnehmern, das beste Einvernehmen herrschte. Große Hochachtung gegenüber den Arbeiten der verschiedenen Stationen und aufrichtiger Wille zu gemeinsamer Arbett am zmn Ausdruck m all den teils deutsch. teil» teaa*5-
Montag, 2. Okt. Stauenberg. Fest d. hl. Schutz» engel. Ablatztag für die Terziaren.
Maria Ehrenberg. Sonntag, den 1. Oktober wird um 10 Uhr das Fest des hl. Michael gefeiert, wozu freundlich eingeladen wird. Wie früher Jungfrauentag und Müttertag stattfand, so soll dieser Tag als Männer- tag gehalten werden. Abgang ber Männerprozessio» um 9 Uhr von der Kirche Motten.
Gottesdienst für Taubstumme.
Mda. 1. Oktober. 10 Uhr Severikirche.
tzanau, 22. Oktober. Eiisabeth-HauS (Dorstadt); 8 Uhr Gelegenheit zur Beicht, 10 Uhr hl. Messe mü Predigt.
Amtliche Anzeigen.
Verordnung
über Grundlöhne bei den Krankenkassen,
vom 12. September 1922.
Auf Grund des Gesetzes über Aendenmg von Geldbeträgen in der Sozialversicherung vom 9. Juni 1922 (Reichs- gesetzbl. I. S. 504) wird mit Zustimmung des Reichsrats und des Ausschusses des Reichstages für soziale Angelegen Helten folgendes verordnet:
§ 1. 3m § 180 Abs. 2 der Reich sversicherungsordnung in der Fassung des Gesetzes über Grundlöme und Dorstandswahl bei den Krankenkassen vom 9. Juni 1922 (Reichs- gesetzbl. I. 6. 498) werden das Wort „sechzig" durch das Wort „einhundertachtzig" und das Wort „einhundettzwanzig' durch das Wort „fünfhundert" ersetzt.
§ 2. Einer Satzungsänderung wegen der Erhöhung des Grundlohns nach § 1 bedarf es bis zu einer weiteren gesetzlichen Aenderung des § 180 der Reichsversicherungsordnung nur, wenn auch die bisher bei der Kaffe bestehenden Mtt- gliebertlaffen oder Lohnstufen geändert werden fallen. Di« nicht hierunter fallenden Aenderungen des Grundlohns hat inzwischen der Kaffenvorstand festzusetzen; eines Beschlusses des Kassenausschusses bedarf es nur, wenn die Höchstgrenze des Grundlohns über einhundertachtzig Mark, bet Kaffen aber, bei denen die Höchstgrenze bisher schon sechzig Mark überftieg, wenn die Höchstgrenze über zweihundertundvierzig Mark hinaufgesetzt werden soll.
Mitglieder, deren Grundlohn danach die bisher bei ber Kasse vorgeschriebene Höchstgrenze überfteigt,_ haben auf die ihrem neuen Grundlohn entsprechenden höheren Raffen» leiftungen von dem vierzehnten Tage nach Beginn bet Krankheit, frühestens jedoch vom Tage des Inkrafttretens der Satzungsänderung oder des Vorstandsbefchluffes (Abf. 1) ab auch in Versicherungssällen Anspruch, die beim Inkrafttreten der Satzungsänderung oder des Vorstandsbeschluffes bereits eingetreten sind.
§ 3. Für Beschäftigte, die zur Mttgliedschast bet einer Otts-, Land- oder Innungskrankenkaffe oder bet einer knapp- schaftlichen Krankenkasse verpflichtet sind und für die nach diesen Vorschriften ein höherer Grundlohn in Betracht kommt als der bisherige höchste Grundlohn ihrer Kaffe, haben die Arbeitgeber der Kaffe binnen 4 Wochen nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung die zur Berechnung der Beiträge erforderlichen Angaben zu machen.
Zuwiderhandlungen werden gleich Zuwiderhandlungen gegen § 318 der Reichsoersicherungsordnung bestraft.
§ 4. Diese Verordnung tritt mtt dem Tage der De» kündung in Kraft.
Berlin, den 12. September 1922.
Der Reichsarbeltsminister. gez. Dr. Brauns.
Wird veröffentlicht.
Die vofftehende Verordnung ist mtt dem 15. September ds. 3s. in Kraft getreten.
Fulda, den 21. September 1922.
Der Vorsitzende des verflcherungsamkes:
I. V. Schuster.
Für die amtliche Ausführung von Ankerfuchungen über die Ursachen von Ftschsterben in der Provinz Hessen - Nassau fft der kommissarische Oberfischmetster Dr. Lowartz in Kassel (Oberpräsidium) zuständig.
Fulda, den 25. September 1922.
Der £ anbrat 3. 53.: Schuster.
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sffch und englisch vorgetragenen Referaten — abends kamen auch noch holländische Vorträge für einen erweiterten Zuhörerkreis hinzu —. Auch in den Besprechungen über die zeitgemäßesten Forschungsaufgaben, die viele wertvolle Anregung boten, verstand man sich aus- gezeichnet. Ungezwungen verkehrten Belgier und Franzosen mit Oesterreichern und Reichsdeutschen. Berech- tigten schon die vorgelegten Arbeiten, vor allem auch die wissenschaftliche genaue Art, in ber die Missionare aus dem praktischen Leben ihre Ergebniffe barboten, zu ber Feststellung, baß bie katholische Gelehrten- arbeit auf bem ganzen Gebiet ber religiösen Völker- künde siegreich vordringt, fo sind durch den Kongreß bie Aussichten noch viel günstiger geworben. Diele Fäben sind angetnüpft, viel neuer Arbeitswut und starkes Der- trauen auf die einigende Kraft des katholischen Gedankens ist geweckt worden. Bezeichnend war der stür- mische Beifall, den die Worte des Pater Schmidt am Ende der Tagung fanden: „Wir haben gesehen, daß wir einander brauchen, daß wir einander nicht entbehren können."
Die Tagung hatte somit eine über ihren nächsten Zweck weit hinausgehenbe Bedeutung. Das war es auch, was die Bewohner der Stadt Tilburg begriffen hatten. Sie sprechen es aus und zeigten es durch bie Tat, daß sie sich glücksich schätzten, ein wahrhaft katholisches, übernationales Werk in ihrer Mitte vor sich gehen zu sehen. Daher ihr Entgegenkommen, ihr Opfersinn. Auf ein privatim und gelegentlich zu chm gesprochenes Dankwort sagte einer der Hauptmäzene! „Ach, wir sind ja doch alle unter einander Brüderff Solch katholisches Denken und Handeln ist einer Stadt würdig, die im verflossenen 3ahre sich feierlich und offiziell dem götllichen Herzen weihte und durch ein hoch- ragendes kunstvolles Herz-3efu-Denkmal auf öffentlichem Platze dem eintretenden Fremdling ihre Christustreue bekundet.
Das internationale Komitee erweiterte sich dmch Hinzuziehung der Herren Profefforen Dr. Wunderle- Würzburg, Dr. Junker-Wien und den Rector mag» nificus ber neuen katholischen Mailänder Universität, P. Genelli O. F. C. Mailand wurde auch von St. Magnifizenz als Sitz der nächsten Tagung vorgeschlagen, jedoch noch kein endgültiger Beschluß gefaßt. Für die Behandlung wurden zwei große Stoffe vorläufig in Aussicht genommen. Das Schuldbewußtem und nochmals der Mysteriumsgedanke in den Religionen der Menschheit. Man wird die Zahl der täglichen Vorträge verringern, dafür aber mehr Wert legen auf konkrete Vorführung ber Methoden der Zinzel-