Heimat.
Deutsches Reich
10.
I. 2 M. 12 T.
wird
Am iigtnten für Die MM ätitono
4mat 100-Meter-Staffel eine deutsche Mannschaft, die | sich aus Houben-Kreseld. Troßbach-Fravksurt, Holz- * S
9, September. Kassenvorsteher
— Der Dollar wurde Samstag vormittag vor« börslich im freien Verkehr mit 1450 gehandelt.
f. Die Finanzlage des Reiches, liebet die Einnahmen und Ausgaben des Reiches erfahren wir aus dem Reichsfinanzministerium, daß die Gesamteinnahmen in der Zeit vom 1. bis zum 10. Sev.
stücke zur Verpachtung. Die Gebote sind dabei nicht in Geldsummen, sondern in Kilo Roggen abz:geben, dessen Wert zu Martini jeden Jahres dann für den zu entrichtenden Pachtpreis maßgebend ist. — Die Verpächter Nassaus einigten sich in einer Konferenz dahin, daß die Pachtpreise künftig überhaupt nur noch in Naturalleistungen bezahlt werden sollen. Ms Richtpreise sollen die jeweiligen Marktpreise gelten. Die Verpächter schließen sich dieser Tage zu einer Vereini. gi ng zusammen, um ihre Interessen gemeinsam zu wah» ren und gemeinsam durchzusetzen.
Martha Amalie Schwarz, 2 M' an der Bahn a. D. Peter Rüfer- 10. Kaufmann Hermann Spiro,
Charlottenburg und Peltzer-Stettin zusammensetzte, ongezi Konkurrenz und siegte in 43,8 Sek.
haben wir in
Büchenberg, Dipperz und Pilgerzell eingerichtet, wodurch die Zustellung der Fuldaer ZeittE am Erscheinungstage sichergestellt ist.
Wir bitten unsere verehrlichen Vezieher, die Fuldae» Zeitung ab 1. Oktober
in Büchenberg bei Herrn Landwirt Emtt Kretz,
in Dipperz bei Herrn Joseph Herrlich,
in Pilgerzell bei Herrn August Herber bestellen zu wollen.
Der vezugrprelr beträgt für d. Monat ©Höbet Mk 140.—
* Selbst Millionen machen nicht glücklich? In Newyork hat sich die Gattin des Tabakkimigs Pierre Lomllard, eines Multimillionärs, durch Gasvergiftung im Badezimmer dos Leben genommen. Die Dame spielte tm gesellschaftsichen Leden eine hervorragende Rolle. Der Beweggrund zu ihrem Aufsehen erregen- bn Selbstmord soll darin zu suchen sein, daß ihr das Leben „zu öde" vorkwm, wie sie oft zu Freundinnen äußerte.
große Mengen gerettet werden, besonders Öpium- und Kokablätter. Der Betrieb erleidet naturgemäß erhebliche Unterbrechungen. Der Sachschaden auf viele Millionen Mark geschätzt.
Wetterbericht.
Wettervoraussage füt ben 17. September:
Keine wesentliche Aenderung, kühl, in der Hauptsache trocken.
Märkte.
— Huldä, 16. Sept. Der heutige Schweinemart war beschickt mit 292 Ferkeln und 8 Läufern. ES wurden gezahlt für Ferkel 1600, 2400, 3200 Mark, Durchschnittspreis 2400 Mark, für Läufer 7000 Marsh, Der Handel war schwach.
I — fin der Berliner Börse hat das Geschäft infolge der bestehenden unklaren politischen Verhältnisse und der andauernden Geldschwierigkelten eine weitere Einengung erfahren. Die Kursentwicklung war nicht ganz einheitlich. Die Grundstimmung des Devisenmarktes war schwach, doch schwankten auch hier die Kurse beträchtlich. Dollarnoten etwa 1440 bis 1480 bis 1440, Auszahlung London 6360 bis 6400 bis 6375 Prag 4800 bis 4700 bis 4710, London gegen Prag 135 blS 133Vi, Bukarest 925, Agram 2050; mehrfach wurde .Agram gegen Zürich" mit 195 gehandelt.
---- Berliner protzuktendörse vom 15. September. Die amtlich notierten Preise waren an der Berliner Börse pro 50 Kilo ab Station: Weizen, märkischer 2900—2950. Matter. Roggen, märkischer 2375—2450. Matter. Sommergerste 2800—2900, Wintergerste 2500. Unverändert. Hafer, märk. 2700—2800, pomm. 2650— 2750. Behauptet. MaiS ohne Provenienzangabe loko Berlin 270(1—2750, Waggon frei Hamburg 2600—2700. Behauptet. Weizenmehl pro 100 Kilo 8100—8700, feinste Marken über Notiz bezahlt. Unverändert. Roggen- mehl pro 100 Kilo 6100—6700. Unverändert. Weizen» kleie 1700. Matt. Roggenkleie 1700. Matter. Raps 3500—3700. Stetig. Erbsen, Viktoria 4800-5000, kl. Speiseerbsen 3800—4000, Futtererbsen, Peluschken, Ackerbohnen 2600—2800. Wicken 3000—3500. Lupinen, blaue 1600—1800, gelbe 1800—2000. Rapskuchen 1700— 1850, Trockenschnitzel 1700—1750, Torfmelasse 30/70 1150—1200.
— Preisbericht der Deutschen Leinenbörse E. D„ (Berlin, 9. September 1922.) Preise für geringe Qualitäten unverändert, für mittlere und gute Qualitäten stei-
74 I. 2 M. 12 T. 10. Kaufmann Hermann Spiro, 66 I. 1 M. 19 T. 11. Schneider Karl Peter Paul Röder, 23 I. 16 T. 11. Witwe Maria Anna Kre^ geb. Schad, 70 I. 5 M. 26 T.
* Das Liebeswerben der Deulfchnationalen um die Katholiken weist immer pikantere Züge auf. In einer deutschnationalen Versammlung in Worms hat ein katholischer Priester, Prof. Fürst aus Ravensburg, der als Landtagsabgeordneter sich der württembergifchen deutfchnaüonalen Fraktion angeschlossen hat, über das Thema gesprochen: „Wir Katholiken und die Kulturaufgaben der Deutschnationalen Dolkspartei." Don unterrichteter Seite wird dazu mitgeteilt: Der deutschnationale „Geistliche Rat" Prof. Dr. Fürst-Ravensburg, das neueste Zugstück der antisemitisch-dsutschvölkifchen Deutschnationalen in Hessen, fftgarkeinkatho- lischer Geistlicher Rat! Er ist ein vom Bischof gemaßregelter katholischer Priester, dem die Seelsorgstätigkeit entzogen wurde, weil er den Anti-Modernisteneid verweigert hat. — In München ist es im Anschluß an eine dsutschnationale Kritik der Rede des Kardinals Faulhaber auf dem Katholikentag zu einer besonders heftigen Ausein- anderfetzung mit den Organen der Bayerischen Volkspartei gekommen. Das führende Blatt der Bayerischen Volkspartei, der „Bayerische Kurier", faßt seine Polemik gegen die Deutschnationalen in folgenden Sätzen zusammen: „In Bayern ist man für Ordnungspolitik, aber mit dieser Abart von Deutschnationalismus, der nichts anderes ist, als das alte verbissene K u l t u r k ä m p f e r - fum, gibt es keine Gemeinschaft, und die Herren täuschen sich schwer, wenn sie glauben, daß die bayerischen Katholiken so gutmütig oder dumm wären, ihnen den Steigbügel zu halten, um als Dank dann die Reitpeitsche übers Gesicht gezogen yr bekommen." Sehr richtig!
Bedrückung der Katholiken in gewissen rückständigen Einzelstaaten (wobei auch damals schon Sachsen, trotz feiner katholischen Dynastie in der ersten Reihe der Intoleranz stand).
Das Reich hatte in jener Zeit keine Kompetenz lauf dem kirchenpolitischen Gebiet oder im Schulwesen. Der Reichskanzler mußte sich damals auf gutes Zureden beschränken, und das fruchtete nicht gegenüber diesen eingefleischten Feinden des Katholizismus. Jetzt liegen die Rechtsverhältnisse anders. Das Renh hat durch die neue Verfassung seine Zuständigkeit erweüert. Lm Schulwesen hat es sich die Leitung gewahrt durch das grundlegende Reichsschulgesetz. Der Reichstag und die Reichsregierung können einschreiten, wenn die Einzelstaaten in ihrer Intoleranz oder Rsligionsfeind- schast über die Schnur schlagen, und das Reich muß Einschreiten, wenn die Gefahr für den inneren Frieden (o schlimm wird, wie jetzt in Sachsen.
Bielleicht geht «us der Neuwahl in Sachsen ein vernünftiges Ministerium hervor, das aus eigenem Entschluß dem Storgernis em Ende macht. Wenn nicht, so muß das Zentrum im Verein mit den christ- lich und ftiedlich gesinnten Abgeordneten der anderen Parteien seinen Einfluß im Reichstage geltend machen, um -em kulturkämpferischen Sport der Landesregierungen Halt zu gebieten.
Wer den inneren Frieden gefährd^, ist kn der jetzigen Lage des Vaterlandes ein wirklicher Reichs- femö und muß als solcher unschädlich gemacht werden.
Der Tag der Neuwahl.
Das sächsische Gesamtministerium bestimmte den 5. November als Tag für die Neuwahlen zum sächsischen Landtag.
Auflösung des thüringischen Landtags?
Wie aus Gera gemeldet wird, bestätigen sich die Gerüchte, daß von bürgerlichen Kreisen auch in Thüringen Schritte in die Wege geleitet worden sind, um einen Volksentscheid zur Auflösung des Landtages zu veranlassen. Bekanntlich haben die Kreis- und Gemeindewahlen in Thüringen starken Rückgang der sozialistischen Regierungsparteien ge- zeigt.
Sozialer.
----- Zum Gedächtnis Prof. Dr. Ernst Aranckes ruft eine stattliche Reihe namhafter Persönlichkeiten des beut- schen und ausländischen öffentlichen Lebens zu einer Spende auf, die den Fortbestand der von Ernst Francke geschaffenen sozialreformerischen Jnstitu. Honen und ihren Ausbau sicherstellen soll. Freunde und Verehrer des Weihnachten vorigen Jahres verstorbenen hervorragenden Sozialpolitlkers werden gebeten, Beiträge mit dem Zusatze „zur Ernst-Francke-Gedächtnis- fpende" auf das Postscheckkonto des Büros für Sozialpolitik E. D. (Berlin, W. 30, Rollendorferstr. 29-30) beim Postscheckamt Berlin, Onntnnummer 38 679, einzuzahlen.
handel und wirtschaft.
(fpd) Frankfurter Börse vom 15. September. Das Börsengeschäft verlief ruhig, war in seiner Tendenz jedoch nW einheitlich. Auf dem Montanmarkt sind rheinisch-westfälische Werte weiterhin lebhaft gesucht und' | stst. Harpener 5150 (+ 200), Gelsenkirchen 2350 (4- 50), Phomx unverändert 3200, Luxemburger 2250. Die übrigen Montanpapiere etwas schwächer. Oberschlesien uneinheitlich. Der Kalirnarkt war wenig verändert. Auf dem CH ernte markt setzte ein starker Rückschlag- bet der Amlingruppe ein. Anilin 1530 (— 75) Höchster 1100 (— 85), Griesheim 1080 (— 90), Elberfelder 1180 (— 80), Brockhaus 600, hingegen war Scheideanstalt etwas fester 1500. Maschinenwerte waren bis auf Neckar Sulm 700 (— 70), leicht erholt. Kleyer 500 (+ 8), Daimler 456 (4-5). Elektrowerte verkehrten uneinheitlich. AEG. 750 (— 25), Lahmeyer 420 (+ 5), Schlickert 980 (— 40), Siemens u. Halske 1750 (+ 50). Der Zuckermarkt büßte von feiner sonst ge- wohnten Festigkeit merklich ein. Frankenthal 801 (—34)J Waghäusel 820 (— 30), Offstein 800 (— 85), Heilbronn 780 (—45). Don S ch iss ahr 1 s akti en Lloyd 430 (— 20). Auf dem Einheitsmarkt war die Um- satztätigkeit gering. Auch der Freioerkehr war interesselos. Man hörte Mansfelder Aktien 600 (— 25 3 Proz. Reichsanleihe 500, 3)4 Proz., Reichsanleihe 144.. Schwächer lag mich der Ostrentenrnarkt. Mt Lombarden- 1630 (—30). Zolltürken 1070 (85), Bagdad II 1190* (— 135), Maeedonier 750. — Devisen: Brüssel 10 400, Holland 35 000, London 6375, Paris 11050, Schweiz - 27 150, Spanien 22120, Italien 6100, Dänemark 30 600, Norwegen 24175, Schweden 38 350, Newyork 1459.
Eingesandt.
Die preise der Schneider. Die gestrige Nummer der Fuldaer Zeitung' überraschte die Bürgerschaft mit einer Kundgebung der Schneider-ZwangS-Jnnung Fulda,! welche einige Beachtung verdient und zu der! Frage berechtigt, ob bet den einzelnen diktierten Preisen nicht, etwa Fehler in der Kalkulation vorgekommen sind/ welche eine Aufklärung erfordern. Gewöhnliche Sterbliche können sehr schwer begreifen, wie man «IS blanken Arbeitslohn, ober wie es in der Kundgebung heißt, Mindest-Preife für Anfertigung ohne Zutaten- für einen Saeeo-Anzug 6300 Mark u. f. w. fordern kann. Gewiß haben auch die Schneider höhere Löhne entsprechend der heutigen Geldentwertung zu beanspruchen, doch erscheinen die bekannt gegebenen Zahlen weit über da? hinaus zu gehen, was billiger Weise zugestanden werden kann. Eine entsprechende Aufklärung feiten» der Schneider-Jnnung wäre daher sicher am Platze. z.
, . - Zeit vom 1. bis zum 10. Sep.
tember sich auf 16 388 264 000 Mark belaufen. Diesen Einnahmen steht für die angegebene Zeit eine Ausgabe von insgesamt 16368565000 Mark gegenüber, sodaß die Ausgaben die Einnahmen um mehrere 100000 Mark übersteigen. Die schwebende Schuld betrug am 31. August d. I. 341676 205 000 Mark. Zur Beschaffung von ausländischen Zahlungs- Mitteln für die Erfüllung des Friedensvertrages sind in dem genannten Zeitraum ausgewendet worden rund 2,1 Milliarden Papiermark.
* Eine deutsche Note an Polen. Der deutsche Ge. sandte in Warschau, Rauscher, hat dem polnischen Außenminister eine Rote überreicht, in der die von der polnischen Regierung an den Völkerbund gerichtete scharfe Note über die Lage der polmschen Minderheiten m Deutschland als eine Unfreundlichkeit gegenüber Deutschland b^eichnet wird.
* Äunbgebungen gegen die Teuerung. Die beiden sozialistischen Parteien und die Berliner Gewerkschaften hatten 20 Volksversammlungen einberufen, um gegen die Teuerung und den Wucher zu protestieren. Die Versammlungen verliefen, abgesehen von einigen kommunistischen Störungsversuchen, ruhig. Nur in Moabit wurde die Versammlung von Kommunisten gesprengt. Mehrere VersammlunHsteilnehmer wurden schwer mißhandelt, sodaß die Schutzpolizei eingreifen mußte.
Sportnachrichten.
— Glanzleistung eines Reiters. Der vor dem Kriege erfolgreichste Herrenreiter, Major von Egan-Krieger von den Leibhusaren, der im Kriegs ein Dein verlor, wagte sich trotzdem bet den Rennen in Zoppot zum ersten Male wieder aufs Pferd und steuerte es gegen fünf Jockeys zum Siege!
---- Deutsche Leichtalheltikerfolge in Schweden. Bei den internationalen Leichtaihletikkämpfen in Schweden konnten die deutschen Vertreter mehrere erste Plätze belegen. Im 110 Meter-Hürdenlauf siegte Troßbach von Eintracht-Franksütt a. M. in der deutschen Rekordzeit von 15,3 Sek. Dreisprung: Holz-Charlottenburg 14,24 Meter, 200-Meterlauf: Houben-Krefeld 22,2 Sek. Hochsprung und Weitsvrung: Holz-Charlottenburg mit 1,80 Meter bezw. 7,08 Meter. Außerdem startete in der
. vermischter.
I * Sie man beschwindelt wird. In Krefeld I wurde der oberste Packer einer Samlfabrik zur Bank | geschickt, um dort 600000 Mark abzuholen. Als er I mit dem Betrag das Bankgebäude verlaffen wollte, I kam der zweite Packer und meldete ihm, er möge I sofort ins Landkrankenhaus zu seiner verunglückten I Mutter kommen und ihm das Geld inzwischen auS- I händigen. Der erste Packer glaubte auch den Angaben I deS zweiten und händigte ihm das Geld aus. AIS I sich dann die Unwahrheit der Angaben herausstellte, war der Schwindler mit den 600000 Mark verschwunden.
* Geschäfte von heute. Nach einer MeKnmg des „Berl. Lokatanz." aus Hamburg ist ein fei bet Nähe Hamburgs ansässiger Gutsbesitzer einem Rio senschwindel zum Opfer gefallen. Ein Geschästs- oer mittler tot ihm eine Beteiligung an dem Berkaus ■ von 100 Kisten mit Aerztebestecken an, die im Hamburger Hasen lagern sollten. Eine Besichtigung im Hasen ergab, daß auch tatsächlich 100 Kisten mit I Bestecken vorhanden waren und nur die Ausfuhrge- nehmigung fehlte. Um diese zu erhalten, fuhren beide nach Berlin, wo sie das Ge chäft mit einem angeblichen Reichstagsabgeordneten abschlossen, itot sich zunächst ein Zehntel der Kaufsumme mit 140 000 Mark anzah- (en ließ. Als der Gutsbesitzer dann mit ter Ausfuhrbewilligung das Ausfuhrgeschäft machen wollte, stieß er ober auf den Widerstand der Zollbehörde, da sich die Ausfuhrbewilligung als falsch erwies und außerdem die Bestecke gar nicht ausfuhrfähig wa- I ren. Der angebliche Reichstagsabgeordnete soll ein I Barbier sein. Er ist mit dem Geschäftsvermittler I verschwunden.
* Judenverfolgung in München. Etwa 30 bis 40 I Nationalsozialisten, die sich in dem Kaffeelokal Deut- I sches Theater in München eingefunden hatten, bsgcm- | neu mit Bierflaschen, Wassergläsern usw. auf die an- I wesenden Gäste zu werfen und gingen bann gegen a>n° I wesende Juden mit Peitschen und Knüppeln los. I Schließlich gelang es den Gästen die Ruhestörer I hinauszuwerfen, die tm Abziehen noch die Fenster I des Lokals einschlugen. Schon vor etwa 3 | Wochen hatten in dem gleichen Lokal Auseinander- I fetzungen zwischen Nationalsozialisten und Mischen I Gästen stattgefunden.
Der Aufruf str u. a. unterzeichnet vom Reichspräsidenten (Ebert, den Reichsministern Bauer, Dr. Brauns, Gies- berts und Schmidt, dem Frhr. von Berlepsch, dem Gene- raldirektor der Hamburg-Amerika-Linie Cuno, dem Di- rektor der Nationalbank H. Schacht, mehreren Arbetter- und Angestelltenführern und einigen bekannten Gelehrten, darunter Brentano, Herkner und Sombert. Neben dem Vizepräsidenten des Reichstages und Reichswirt, fchaftsrats finden sich die Namen von Polttikern oller Parteien, von den Unabhängigen bis zu den Deutschnationalen, unter dem Aufruf. Don Zen- trumspolitikern finden wir neben den oben genannten Ministern und dem Vizepräsidenten Dr. Bell den Abg. Stegerwald und Prälat Pieper unter dem Aufruf. Aus christlichen Gewerkschaften hat auch noch der Adg. Beb- rens den Aufruf unterzeichnet.
Kus dem besetzten Gebiet.
= Der Kamps der Amerikaner gegen den Alkohol. In Koblenz verurteilte das amerikanische Militär- Polizeigericht einen dortigen Wirt zu 20 000 M, den Direktor des Unternehmens zu 10 000 M. und den Kell- ner zu 5000 M, weil in dem Betriebe noch nach der erlaubten Zeit geistige Getränke an Soldaten verabreicht worden sind.
Auslaitö.
* Ungarns Aufnahme kn den Völkerbund. Der sechste Ausschuß der Dölkerbundsversammlung beschloß nach Entgegennahme eines Antrages des Unterausschusses, der Vollversammlung die Aufnahme Ungarns in den Völkerbund zu empfehlen. Der Beschluß ies Ausschusses wurde ebenso wie der des Unterausschusses einstimmig gefaßt.
AssBs M5 den Registern des Slgndesms Ms.
Sterbefälle vom 8.-15. September 1922.
Aus Geisa und Umgebung.
Eine überraschende Wendung.
— Bremen (Rhön). Wegen des Mordes an der Ehefrau Leister von hier war der Verdacht zunächst auf Handwerksburschen gelenkt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Raubmord vermutet. Jetzt hat aber die Sache em anderes Gesicht bekommen. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft ist nunmehr der Ehemann der ermorbeten Frau Leister und dessen Bruder in Hast genommen worden.
Neuer aus Zrankkurt a. M.
fpd. Der versteuerte „Säfte". Das Hauptzollamt hat nunmehr ferne starke Eteuerhand auf den süßen Apfelwein gelegt und gibt bekannt, daß daS Getränk entgegen der bisherigen Uebung jetzt auch steuerpflichtig ist.
fpd. irefter »iebstahl. Die Kriminalpolizei nahm den Arbeiter Leo Holten fest, der aus einer Fabrik tm Westend Werkzeuge und Metalle im Werte von 200000 Mark gestohlen hatte. Das gestohlene Gut konnte größtenteils wieder herbeigeschafft werden.
fpd. Der fünszigfache Zriedenrprei«. Nach einer Polizciverordnung dürfen bis auf weitere» die Dienst, männer die fünfziafachen Gebühren fordern.
fpd. hechwafsergefahr Der Main führt aus dem Bahernland Hochwasser heran. Seit dem 10. Septem, ber sind über den nordbayerischen und fränkischen Höhen sehr bedeutende Regenfälle in fast ununterbrochener Folge nieder gegangen. Der Main steigt infolgedessen rasch.
fpd Landverpachkunaen gegen Naturalien. In diesen Tagen tönernen in der Umgebung verschiedene Domänen-
Cechnik und Verkehr.
= <Etnen_ neuen Zerndrucker hat der ungarische Ingenieur Szabo erfunden. Der Apparat ist so konstruiert, daß seine Drucksätze sowohl auf drahtlichem al» auch auf drahtlosem Wege, und zwar auf unbegrenzte Entfernungen übertragen werden können. Der Erfinder will das gleichzeitige Erscheinen großer Zeitungen in allen Weltteilen durch seine Erfindung ermöglichen, ohne Inanspruchnahme von Post und Telegraph. Bei der Vorführung vor Fachleuten hat der Apparat seine Prüfung glänzend bestanden.
$nlOa. 16. September 1922.
— Personennachrlchte». Dem Lehrer an der staatl. Zeichenakademie in Hanau, Kunstmaler Paul Koch- Honnef wurde vom Minister die Amtsbezeichnung Professor verliehen.
= Höflichkeit auf der Eisenbahn. Das ReichS- verkehrSministerium macht folgende Mitteilung. Ebenso wie im Verkehr der Reisenden untereinander gegenseitige Höflichkeit zur Erleichterung der Reise, bequemlichkeiten führt, muß ganz besonders vom Reichsbahnpersonal trotz seine- oft nicht leid)» ten Dienstes Höflichkeit und Entgegenkommen den Reisenden gegenüber verlangt werden. Der Reichs- verkehrSmmister hat erst kürzlich wieder die Dienst- stellen darauf hingewiesen, daß Barschheit und Gereiztheit deS Personals durchaus zu vermeiden sind und daß nicht zum wenigsten auch im Verkehr mit Ausländern eine höfliche und entgegenkommende Haltung zu bewahren ist.
— Ellernbelral des prio. evang. Lyceums. Wir werden gebeten, die Mitglieder der evangelischen und ber israelitischen Gemeinde auf die am Mittwoch, den 20. b. Mts., im evang. Gemeindehaus ftattfinbenbe Der- fammlung aufmerksam zu machen. Da es sich um die Besprechung wichtiger Fragen handell, ist zahlreicher Besuch dringend erforderlich.
— 13. Stiftungen Germania. Im Rahmen seines 13. Stiftungsfestes veranstaltet der Spielverein Germania auf dem Sportplatz Waldheim am Sonntag von morgens 9 Uhr ab mehrere Fußballspiele, unter denen besonders da? Treffen zwischen Turn- und Rasensport Kassel I und Germania I interessant werden dürfte, da der Kasseler Gegner durch seine mehrfachen Erfolge bereits bestens bekannt ist. '
0 Hamm. Vor der Strafkammer Hanau hatten sich am Freitag 15 Eisenbahnbeamte und Arbeiter wegen der Vorgänge bei dem letzten Eisenbahnerstreik zu verantworten. Am 4. Febr. d. I». wurde von den streikenden Eisenbahnbeamten und Arbeitern in Hanau ein Demon- strationSzug unternommen, der sich in der Richtung auf den Hanauer Ostbahnhof zu bewegte. Anfangs vollzog sich alles in Ruhe und Ordnung. Als jedoch der Ostbahnhof erreicht war, geriet die Menge durch daS Vorbeifahren einer bayerischen Maschine in große Erregung und drang in den Bahnhof ein. Hierbei kam eS zu Ausschreitungen. DaS Gericht erkannte gegen den früheren Eisenbahnaibeiter Trageser, der Vorsitzender deS Betriebsrats war, auf 3 Monaie Gefängnis und 4000 Mark Geldstrafe, gegen den Dreher Slogner auf 2 Monate Gefängnis, gegen den AuShilfSschaffner Maye auf 5000 Mark, gegen den Schaffner HcruS- mann auf 2000 Mark Geldstrafe. 11 Angeklagte wurden freigesprochen. Bei Trageser und Glogner oll die Frage der bedingten Begnadigung geprüft werden.
fpd. Offenbach. Der in Offenbach geborene Friedrich Bertuch, wohnhaft in Rew-Iork, hat feiner Vaterstadt letztwillig 10000 Dollar zugeeignet. Die Spende soll zu wohltätigen Zwecken verwendet werden. .
fpd. Höchst 6. M. In den Farbwerken geriet ein Arbeiter aus Somborn unter die Rollbahn und wurde dabei getötet.
— Limburg. Hochbetagt starb hier Amtsgsrichisrat a. D., Geheimer Iustizvat M a l m r o s. Er hat gegen vierzig Jahre in unserer Stadt als Richter gewirkt.
)( Arns hei» (Hessen). Während fast alle Einwohner an ber Eimveihmrgsseier des Denkmals für die gefallenen Krieger teilnahmen, stiegen Diebe in tos etwas abseits gelegene Haus eines Landwirtes und erbrachen mit einem Stemmeisen sämtliche Schränke. Nachdem sie alles durchgemühtt und in Unordnung gebracht hatten, entkamen sie ungesehen. Eine sofortige Verfolgung durch Radfahrer hatte keinen Erfolg.
fpd. Darmstadt. NuS bisher noch nicht ermittelten Ursachen brach in dem sogenannten Drogenbau der chemischen Fabrik von Merck ein Brand \ au?, der sich, durch die reichen Vorräte gespeist, mit überraschender Schnelligkeit über das Gebäude aukbreitete. Da die hiesigen Wehre das riesige Flammenmeer nicht allein bekämpfen konnten,wurden die Feuerwehren von Offenbach, Mainz und Frankfurt alarmiert. Mit etwa 60 Schlauchlinien gelang eS dann, nach etwa 4 Stunden, das Feuer einzudämmen. Von den kostbaren Vorräten konnten
die Seit im Witz.
“ Der gefährliche Offiziershelm. Eine Anzeige tm "Hofer Anz." „Offiziershelm zu kaufen gesucht!" per« onlaßte das Hofer sozialistische Blatt, zu' fragen: „Zu was braucht man einen Offiziershelm?" Prompt antworte darauf der „Anzeiger": „Zum Auffetzen", verriet aber dann zur Beruhigung, daß ein Gendarmeriewacht- metster sich einen getragenen Offiziershelm anschaffen wollte.
I * Unter der Drehbühne begraben. Als im Agramer Schauspielhause kurz vor der Vorstellung die neue Ein-
I richtung der Drehbühne auf die erforderliche Höhe gehoben wurde, stürzte das Vühnenfeld, vermutlich infolge ungenügender Stärke des Motors, plötzlich hinab und begrub unter sich die in der Versenkung arbeitenden Maschinisten. Der Wiener Thsateringenieur Weiner war auf der Stelle tot. Zwei Theaterarbeiter wurden lebensgefährlich verletzt, ein dritter kam mtt leichteren eraunöungen tonon. I oenb. Es wurden gezahlt für Mittelsorten 450—850
«ner. Breslauer Meldung I Mark, für gute und beste Stengel 650—1100 Mk. je
B eu t heN, einen I Zentner. Faserslachs: Schwingflachs mittlerer Schleichhandel in russischen Silbermunzen Qualitäten bis 250 Mk. je Kgr., einige gute und beste ! Mttelsperfonen eines Bankgeschäfts in I Sorten wurden zu 300 Mk. und höher je Kgr. verkauft/
! totten für dieses Bestände an russischem Silber- I Wergpreise unverändert 60—90 Mk. je Kgr. je nach!
gelb aufgekauft. Das Bankhaus lieferte zwar einen Teil I Qualität
die Reichsbank abdajedach derVerdacht I — Die Geldknappheit. In Barmen bittet infolge bestand, daß der größte Teil des Silbers nach dem Aus- I ber allgemeinen Geldknappheit der Oberbürger, lande verschoben werden sollte, fand eine polizeiliche I meister die Bürgerschaft, der Stadt verfügbare Gelder .Durchsuchung der Raume des Bankhauses statt, wobei I oder börsenfähige Wert? apiere im Betrage von f >L, ntnerlO Pfund russisches silbergeld I 100 000 M an aufwärts als Darlehen auf kürzere beschlagnahmt wurde. I ober längere Zeit gegen einen Zins von 1 Proz. über
Zurück zur Menschlichkeit! Der Krieg hatte I den Lombardzinssatz zu überlassen oder 5 Proz. die Gebote der Menschlichkeit vielfach außer Kraft I Barmer Stadtanleihe gegen einen zu vereinbarenden gesetzt. ES ist erfreulich, daß mit ihrer Wiederkehr I Kurs zu übernehmen. Der Barmer Bankverein ist dazu der Anfang gemacht wird. Die Rettung der Passa- übergegangen, Schecks auf die Reichsbank in Abschnitten giere und der Mannschaft deS untergegangenen I Don_,1000' 2000 und 3000 M den Arbeitgebern zu Lohn, deutschen Dampfers „H a m m o n i a" rst ein NuhmeS- » Zecken zur Verfügung zu stellen, blatt für die englische Handelsmarine. Daß fast alle Schiffbrüchigen gerettet wurden, ist nur dem raschen und tatkräftigen Eingreifen der englischen Schiffe zu danken, vor allem der „KinsaunS Castle", deren Kommandant, Kapitän Day, daS RettungS- werk leitete. Die Hilfsbereitschaft und kameradschaftliche Gesinnung der Engländer, die den durch Teilnahme der Umwelt in den letzten Jahren nicht gerade verwöhnten Deutschen ganz besonders wohltuend berührt, verdient den Dank und die Anerkennung deS ganzen deutschen Volkes.