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mahrne der

Heimak.

ÄUS Welt und wissen.

irgend etwas gefesselt wird, oder sie an ihre Fehler nicht denken, vor dem Erröten gesichert sind, lieber

die Antwort auf die letzte Note Poincares über die interalliierten Schulden zu beraten. Auch über die Konferenz von Venedig und die Lage in Kleinasien soll hierbei beraten werden.

wenn er allein ist, errötet er nie; auch das absicht­liche Anspannen der Aufmerksamkeit auf das Er­röten ruft es nicht hervor. Gewöhnlich wird der Kranke zuerst von der Furcht befallen, daß er so­gleich errötet. Das hält so lange an, bis er wirklich rot geworden ist. Ist das -dffchehen, so beruhigt er sich wohl etwas, aber das Seroußtfein, daß er rot geworden, und daß alle es bemerkt haben, ruft aufs neue die Furcht wach, daß er wieder erröte, was ein neues Rotwerden des Gesichts zur Folge hat. Die Röre wiederholl sich auf diese Weise in kurzen Zwischenräumen, wodurch den Betreffen­den der Aufenthalt in der Gesellschaft verleidet wird. Besonders unangenehm ist es ihnen, in großer Gesellschaft am Tische zu sitM, wo kein Ver- bergen möglich ist. Das Erröten hält gewöhnlich eine halbe Minute an und verschwindet darauf bis zum nächsten Anfall; nur die Ohren bleiben ge­wöhnlich und sogar in den Pausen rot. Bei wirk­licher Beschämung errötet der Kranke, ohne vorher Angst davor gehabt zu haben, fast plötzlich. Dieses normale Erröten gibt aber nicht selten ebenfalls Anlaß zum Auftreten der Furcht, daß er wieder erröten könnte, und alsbald wird er nochmal rot, diesmal ober unter dem alleinigen Einfluß der Furcht. Daß das psychische Moment bei diesem Er­röten eine Rolle spielt, geht daraus klar hervor, daß die Kranken, falls ihre Aufmerksamkeit durch

Der Apollosaller wird leider immer seltener. Nur wenige Schmetterlinge der gemäßigten Zone können, was Pracht der Flügelfärbung anbetrifft, mit ihm wett-

fung, ov durch eine allgemeine Herabsetzung des Aus- arahlsatzes für freies Getreide Ersparnisse gemacht wer. den können. Die Ausgestaltung der Kinder- fpeisungen, der öffentlichen Speisungen und Ab­gabe von Lebensmitteln an besonders Bedürftige zu er­mäßigten Preisen wird geprüft werden müssen.

Kus -em besetzten Gebiet.

fpd. Alzey. Die Besatzungsbehörde lehnte die Ver. mehrung der hiesigen Polizei um zwei Schutzmanns, stellen ab, obwohl sich Stadt und Regierung dringend dafür eingesetzt haben.

Deutsches Reich.

** Berlin, 4. Sept. Reichskanzler Dr. Wirth hat gestern Frietjof Nansen, den um die Be­kämpfung der russischen Hungersnot bekannten norwe- gischen Forscher, empfangen. Nach schwerer Krank- Helt ist der Oberhofprediger Dr. Ernst o. Dryander, einer der hervorragendsten evangelischen Kanzelredner Berlins, dm Aller von 79 Jahren gestorben.

Vie Lebensmittelverforgllng.

Von der Zentralstelle für Hennatbienst wird uns I geschrieben:

I .Wir erleben dieser Tage, daß für die Preisbildung | auf dem Lebensmittelmarkt infolge unserer Abhängig- 1 keil von der Auslandszufuhr die einheimischen Ernte- I aussichten längst nicht die Rolle spielen, wie der Stand I des Dollars und die Bewertung der Mark. Wir sind I heute so wett, daß wir uns einen Lebensmittelimport I größeren Umfanges im Augenblick nicht mehr leisten I können. Von einer Ernährungskrisis kmm | aber darum doch nicht die Rede sein. Die Reichsge- I treidestelle ist nach eigenen Angaben bis zum 31. Oktbr. I mit den für die Belieferung der Brotkarten nötigen I Vorräten eingedeckt und tätigt bereite wieder neue Bor- rntskäufe. Es zeigt sich auch, daß von der ungewöhn-

I llch guten Roggenernte des Vorjahres noch Vorräte I vorhanden finb, sodaß der späte Beginn der neuen Roggenrrnte ertragen werden kann. Es wird sich

I aber nicht umgehen lasten, unsere Brotversorgung wie- I ber mehr auf den Roggen eingustellen, um dadurch I einen Teil der teuren Weizeneinfuhr zu ersparen. Das I wäre eine Notmaßnahme, aber eine Notmaßnahme, zu I der sich sogar das reiche Dänemark im Kriege ent- I schließen mußte. In Wwisser Beziehung wird auch I die Kartoffelernte Ersatz schaffen rmissen. Ganz ohne I ausländische Zufuhr wird es natürlich nicht gehen. Ein I Teil der notwendigsten Einkäufe an Brotgetreide und

Fleisch ist aber schon mit Hilfe eines holländisch-argm- I tmischen Koirsortmms gesichert, zum Teil sind sie be- I reite getätigt. Um Getreidezustchren aus Polen zu er- I möglichen, sind eben Wirtschaftsverhandlungen in Warschau im Gange. Bedenklich bleibt jedoch der

I Ausfall anFleisch und tierischen Produkten, vor allem der Rückgang der Milcherzeugung.

Voraussagen über die künftige P re i s g e st a l t u n q öem Lebensmittelmartt sind bei der gegenwärtigen

Va«Utakatastrophe müßig. Allerdings darf man nicht vergessen, daß bei einigermaßen befriedigender Gesamt- ernte das jetzt einsetzende erhöhte Angebot auf dem in- landttchen Markte, das durch die GeldöÄürstigkeit der Landwirrichaft für die nächsten Monate wohl noch gesteigert werben dürste, einen gewissen Druck ausüben wirb; wenn mir nicht wieder eine Hamster- I p s ych o f e sich des großen Publikums bemächtigt, für bte leider schon Anzeichen vorliegen, und die dann der I Spekulation Tor und Tür öffnet. Der Landwirtschaft I selbst würden solcherart künstlich überhöhte Preise letzten Endes nicht einmal zugute kommen.

Darum ist es zu begrüßen, daß die maßdebenden Stellen ernst machen wollen mit der Einschränkung des frelllch höchst vorsichtig zu beurteilenden Luxuskon- I sums. Das ist eine Forderung, die das ganze Volk I m dieser Notzeit einheitlich stellt, ter jeder veranttvor- I tunpsbewußte Volkswirt zustimmen muß. Hoffentlich I bleibt dieses Vorgehen gegen den Luxus nicht nur be- I schränkt auf Stillegung einiger Likörfabriken und Ein- I schränkung der Zuckerzmveisungen an diese. Es muß I grundsätzlich und endgültig jede überflüssige Luxus- 1 und Schundeinfuhr unterbunden werden.

Cs bleibt dann noch die gerade jetzt zum Herbst I brennendste Aufgabe der Verkehrsregelung, der I Zufuhr der Lebensmittel zu den Ver- I brauchsgebieten zu lösen. Wir wissen, daß daran bte Lebensmittelversorgung im letzten Herbst und Winter krankte und darunter auch die diesiähriae I ®rnte gelitten hat. Es ist zu hoffen, daß nach den im I ReichsverkehrsmmisteriMn und Reichsernährung°mini- stermm geführten Verhandlungen mit allen beteiligten Krei.en die Verkehrsnot diesmal die Nahrungsmittel- I znfuhr nicht zu sehr erschweren wirb. " I

Alles in allem, eine Ernährungskrisis oder gar I Hungersnot, Me viele Schwarzscher prophezeien, sind allem menschuchen Ermesten nach nicht zu besorgen. I

§ Die 73. Hanpkversammlung des hessen- I kassel'schen Hauptvereins der Gusiav-Adolsstistung I wurde gestern nachmittag durch eine Versammlung I der Abgeordneten der Zweigvereine und der Geist-s I lichen im Evangelischen Gemeindehaufe hier er» I öffnet. Herr Generalsuperintendent D. Fuchs I Kastel wies in seiner Begrüßungsansprache darauf I hin, daß es das erstemal sei, daß der Hauptverein I der Gustao-Adolfftiftung in Fulda Einkehr gehal- I ten, begrüßte alle Teilnehmer aus Nord und Süd, I insbesondere den Herrn Oberbürgermeister Dr. A n-' I tont und Herrn Landrat Frhr. von Gagern. I Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni wies in seinen I Begrüßungsworten darauf hin, daß die christlichen I Konfessionen zusammen gehören, um der überhand nehmenden Genußsucht und dem Mammonismus energisch zu steuern. Herr Landrat Frhr. v. ©ti­gern betonte, daß von dieser Stätte aus vor mehr als 1200 Jahren der hl. Bonifatius das Christen­tum ausgepflanzt habe. Herr Superintendent Ruhl gab einen Rückblick auf die Entwicklung des evangelischen Glaubens in hiesiger Stadt feit 1803. Sodann sprachen noch der Vertreter des ^Lstami- fchen Haupwereins und des Hessen-Darmstädtischen Hauptvereins. Der Kasseler Hauptverein ist dieses Jahr in der glücklichen Lage, bedürftigen Gemein» den weit größere Zuschüsse zu gewähren als feit» her. Dielen Gemeinden unserer engeren Heimat, wie z. B. Wieden, Dalherda, Naumburg, Salmün­ster,^ Fulda u. a. m., als auch Gemeinden in andern Bezirken und nn Ausland wurden mit Zuwendun- gen bedacht Eine außerordentliche Liebesgabe aus dem Schuchardt'schen Legat in Höhe von 5000 Mark mürbe der Gemeinde Großenmoor (Kr. Hün- selb) zugesprochen, als Zuschuß zu einem bereits vorhandenen Kapellenbaufonds. Als Abgeord- nete für die nn Oktober in Erlangen stattfindende Hauptversammlung wurden gewählt die Herren und Wohlfahrt-Hanau. Die nachstiahnge Hauptversammlung findet in F r a n- tenberg statt, wo sie vor 25 Jahren schon ein­mal tagte. Abends um 8 Uhr fand in der Kirche etn sehr gut besuchtes Konzert statt. Vom Kirchen­chor ward die Reformationskantate zur Auffüh- rung gebracht.

Schöffengericht. Der Einspruch des Kauf­manns,C. ©. hier gegen einen Strafbefehl wurde verworfen, da G. im gestrigen Termin nicht er­schienen war. Wegen Vergehens aus § 361, 6 wurde die Anna Leberenz von Frankfurt a. M. zu 3 Tagen Haft verurteilt. Der unentschuldigt ferngebliebene Zeuge O. Kr. hier wurde in eine Geldstrafe von 300 Jl und die Kosten des Termins verurteilt.

Umfangreiche Melalldiebstöhle sind in letzter Zett bei der Maschinenfabrik von Hartmann vorgckommen.

eifern. Die großen, breiten (bis 84 Millimeter klaftern­den) Schwingen sind von weißer Grundfarbe. Die Vor­derflügel zeigen mehrere tieffchwarze Flecken und eine mehr oder weniger deutliche Bmde in der Nähe des glasartigen, unbeschuppten Außenrandes. Die Hinter, flügel schmücken zwei prächtig rote, meist weiß gekernte Außeltspiegel. Das Weibchen ist stete etwas größer als das Männchen, gewöhnlich auch kräftiger gezeichnet un­dunkler bestäubt. Aus den kalkweiß glänzenden Eiern schlüpfen im Frühjahr die Ränpchen aus. Man findet sie meistens an der Fetthenne. Erwachsen sind sie 45 Zentimeter lang, samtschwarz mtt seitlichen, rotgelben Flecken unb stahlblauen, feinbehaarten Warzen auf dem Rücken. Die Verwandlung in die stumpfe, bläulich be­reifte Puppe erfolgt in einem leichten Gespinst an der Erde aber unter Steinen. Nach zehntägiger Ruhe schlüpft der Falter aus. Die Flugzeit ist je mich der Höhenlage Les Ortes verschieden; gewöhnlich fällt sie in die Zeit von Mitte Ium bis Ende Juli, doch findet man zuweilen schon Falter im Mai unb noch im September. Die Entwicklung ist überhaupt sehr un­regelmäßig, io daß man zu gewissen Zetten an ein unb demselben Orte alle Stadien der Verwandlung beob­achten kann. Der Flug des Apollofalters ist, wie der aller feiner Gattungsgenoffen, der sogen. Parn-assier, bedächtig flatternd, etwa dem des bekannten Baum-

Etwas vom Erröten. In die bunte Reihe ^ie Ursache der Storung ließ sich nichts ermitteln;

der krankhaften Angstzustände fügt Prof W v Eder Eltern noch Verwandte der Leidenden hatten

Bechterew die Angst vor dem Erröten ein Dieser jemals an Geistes- oder Nervenstörungen gelitten.

Zustand, der einem jugendlichen Gesichte zur Zierde Das Leiden scheint sich aber allmählich zu ent-

gereicht, kann ein lästiges liebel werden, wenn er wickeln, da die Kranken angeben, daß anfangs das

bei einem Erwachsenen ohne jede Veranlassung Erröten seltener, dann aber immer häufiger auf-

eintritt. Das krankhafte Erröten beschränkt sich trat. Nach v. Bechterews Ansicht kann es nicht

auch nur auf das Gesicht und die Ohren, erreicht zweifelhaft sein, daß dieser krankhafte Zustand zu

aber einen äußerst hohen Grad und ist von dem einer der Formen der pachologlschen Angst gehört

Gefühl eines Blutandranges zum Gesicht und einer und sich hier ganz besonders und eigenartig äußert,

besonderen Empfindung von Hitze und Spannung Innere Heilmittel sind bei solchem Leiden natürlich

daselbst begleitet. Die Röte stellt sich ein, sobald nutzlos. Prof. v. Bechterew hat es mit der Hypnose

der dazu Veranlagte in die Gesellschaft tritt, und I versucht, aber damit keinen dauernden Erfolg er- er ist sogar beim Verkehr mit Verwandten vor dem I ^elt. tos

Erröten nicht geschützt. Abends im Dunkeln ober

vergessen zu machen. Doch diesen wurmt achtung und Verspottung, die ihn allerwärts" umgibt, er hat die Lust an der Arbeit verloren und bringt dis Tage schlafend und träumend, die Nächte in Kneipen JU- Der Vater stellt ihn endlich zur Rede und fordert nur Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit, doch als Arnold ihn wieder belügt, verstößt er ihn. Der Krüppel nimmt "55? feine Zuflucht zur Kneipe und als er dort mit I verschiedenenfeinen Herren", die ihn über sein Liebes» I schmachten nach der Tochter des Wirtes verhöhnen, im I «treit gerät und dabei mit einem Revolver droht, I bringen die Stammgaste auf ihn ein und er ergreift vor der Uebermacht die Flucht. Der ohnehin schon aufs: horste gespannte Geist des Krüppels bricht nunmehr

I unter der seelischen Uebermacht, vielleicht auch aus feiger I Furcht zusammen Arnold ertränkt sich..

| Eine solche Handlung durch drei Akte auszuspinnen I der vierte bringt nur noch allerlei Reden zur Recht- I fertigung des Toten und den Monolog Kramers, aus I dem des Dichters Zweifel am Jenseits wiederklin'gt __

I erfordert eine dramatische Krtrst, wie sie nur einem Ger- I hart Hauptmann innewohnt. Einen häßlichen ver- I wachsrnen Krüppel nur von der schlechtesten Seite dar-! I zustellen, nie eine Regung feines Genies, nie ein Auf- | wallen seines innersten Gefühls aufkommen zu lassen.; I ist für einen Dramatiker eine große Aufgabe, der sich I der Dichter, wenn auch nicht zur innern Befriedigung I der Zuschauer, vollkommen entledigt hat. Aber über I dem Arnold sind die andern Charaktere vergessen und I unvollständig geblieben. Wie fein ist z. B. der Cha- I ratter des Vaters geschildert, des Mannes, der sein I arbeitsreiches Leben so ganz im Bewußtsein ernstett I Strebens und eines ehrlichen Vertrauens auf Gotte»! I Hilfe verbringt, gezeichnet. Am Schluffe jedoch wirst I der Dichter alles über den Haufen und läßt den Vater I mit einmal zweifeln an der höhern Fügung, an dem I tiefen Ernste, der fein ganzes Leben durchsetzt. Durch I diese abrupte Schlußwendung wird der ganze' Charakter I verschoben und in andere Geschichtskreise gerückt.

I WennMichael Kramer" trotzdem mit ehrlichem Bei- I fall und tiefer Ergriffenheit aufgenommen wurde, so ist I das der meisterhaften Technik Hauptmanns zuzuschreiben.

Hauptmann ist ein trefflicher Milieuschilderer, der jeden, I auch den kleinsten Faden aufhebt, um ihn in die Hand- lung mit einzuspinnen und so den Zuschauer zu bannen.! Die charakteristische Darstellung der einzelnen Gestatten, die scharfe Auffassung der vielen kleinen Nuancierungen, wie Hauptmann sie liebt, erfordern tüchtige Kräfte und daß alle Mitwirkenden vollauf befriedigten, war der beste Beweis für die Güte des teilweise neuen Personals. Franz Klebusch spielte den Michael Kramer, den fein­sten Einzelheiten der Rolle gewissenhaft nachgehend, wahr und echt; er bot eine tiefdurchdachte Leistung von scharfer künstlerischer Prägung. Vortrefflich traf Paul Schmitz den dämonischen Charakter des Arnold. Herzhaft hatte Robert George den Maler Lachmann angefaßt, der mtt seinem kargen Talente ringen und würgen muß, fschdurchzukämpfen, der so gern arbeiten will, aber tetn Glück hat. Hansi Meißner zeichnete die Tochter. Kramers mit festen Strichen. Ausgezeichnet war Ger­trud Bergmann als Frau Kramer, erwähnenswert Elisabeth Rose als spießbürgerliche Frau Lachmann und Aenne Delsan-Tfcherning als Wirtstochter. Das Bühnenbild war gut. Einige Zuschauer mögen sich gesagt sein laffen, daß ein gebildeter Mensch im Theater nicht raucht. 3

O Notstandsmaßnahmen für Rentenempfänger. Der Ueberwachungsausschuß des Reichstags stimmte ben von der Reichsregierung bekannt gegebenen außerordentlichen Notstandsmaßnahmen für die Rentenempfänger dex Invaliden- unb Angestelltenversicherung zu, nach roet- chen das Reich eine Milliarde Mark zur Verfügung stellt. Die Länder bestimmen Art unb Umfang der außerordentlichen Notstandsmaßnahmen. Bei Ausführung der Notstandsmaßnahmen sollen die. Gemeinden tunlichst Personen aus dem Kreise der Versicherungen oder Rentenempfänger hinzuziehen. Angenommen wurde ferner eine von den Unab­hängigen eingebrachte Entschließung, nach der die Reichsregierung sofort veranlassen soll, daß den Empfängern von Notstandsunterstützungen eine einmalige, den Teuerungsverhältnissen angemessen« Unterstützung zu gewähren sei._____

]:[ Ter Winterfahrplan, der am 8. Oktober'in Kraft tritt, wird für unsere Bahnstrecken wesent­liche Aenderungen gegen den Sommerfahrplatt nicht bringen. Wie bereits vorgesehen, fallen die Züge D 89 und 90 MünchenHamburg und zurück aus, ebenso die Eilzüge 63 und 64, Richtung Bebra, seither 12<7 und Richtung Frankfurt, seither 9 abends. Auf der Strecke Gießen kommen die be­schleunigten Personenzüge 227 und 228, seither Fulda ab 7 Uhr vorm. und Fulda an 605 Uhr nachmittags in Fortfall. Im Uebrigen handelt eS sich nur unti Minutenverschiebungen.

Fulda, 6. September 1922.

Uimstlertheater: Michael Kramer.

I <rs $ur Eröffnung der neuen Spielzeit ging gestern das Drama »Michael Kramer" in Szene. In diesem Werk sucht Gerhart Hauptmann eine ganz einheitliche, charakteristische Handlung zu gestalten, die fest und I fertig sich aufbaut, ohne durch irgendwelche Nebenhand- I lungen und Umstände abgelenkt zu werden, die aber in I tfolge dieser angestrebten Einheitlichkeit leider einseitig I wurde. Das Motiv des Dramas ist die Stormsche No- I oelleEine Malerarbeit" in etwas abgeänderter Form.

Jedoch fühlt man deutlich, daß das Drama ein der I bildenden Kunst nicht ganz Fernstehender geschrieben hat, und wirklich fallen die Anfänge in die Jahre, wo Hauptmann die Kunstgewerbeschule zu Breslau besuchte.

Der Maler Michael Kramer sieht in feinem ver­wachsenen Sohne Arnold ein Künstlergenie, das er meden unb aufrichten will, um denMenschen" Arnold leinen häßlichen Körper, aber auch seinen häßlichen Geist weißlmgs ähnlich, in den heißen Tagesstunden ober unstet und heftig, wenn auch niemals so elegant wie beriemge ber echten Schwalbenschwänze. Der Schmet- tvrllng ist ein eifriger Blumen besuchet; besonders gern saugt er an den. Blüten von Disteln unb Wiesensalbei; I noch bis in die späten NachmittagsstirMsn ist er auf blumigen Matten unb Haiden anzutreffen. Mit aus- gebreiteten Flügeln sitzt er auf der Blüte und ist so sehr m den Genuß des Honigs vertieft, daß er leicht gefangen werden kann. kos.

wo die Atmosphäre cm kättesten ist. Die Be­nutzung von bemannten und unbemannten Ballons zur wissenschaftlichen Erforschung des Leiftmeeres hat die früheren Anschauungen über dessen Eigenschaften in den höheren Schichten seiner Ausdehnung om: Grund aus verändert. Früher glaubte man, daß im allgemeinen die Warme immer weiter abnimmt, je höher man steigt. Das ließ sich zunächst im Hochgebirge feststellen. Später als man auch in Luftschiffen einfache meteorologische Beobachtungen zu machen begann, *and sich diese Regel bestätigt. Schon damals aber wurde eine Ausnahme sestgestellt, nämlich die der sogenannten Temperatm­umkehr im Winter. 3n der kalten Jahreszeit ist näm­lich die Lust in der Nähe des Erdbodens kälter als in den höheren Schichten, so daß man beim Ausstieg mit einem Ballon in wärmere Luftgebiete kommt. Diese Umkehr ber Regel hält aber nicht lange an, und in größeren Höhen macht sich wieder das Grundgesetz der Temperamrabnahme gcltenb. Es erregte daher großes Aussehen, als der französssche Metorologe Teiflevenc de ! Bort durch Pilotballons den Nachweis führte, daß in I sehr großen Höhen (etwa 11 000 Metern) die Tempe­raturabnahme fast plötzlich durch eine verhältnismäßig warme Schicht unterbrochen wird. Die Frage, wo die Atmosphäre am kältesten ist, läßt sich daher nicht dahin beantworten, daß die niedrigsten Temperaturen in den größten bisher erreichten Höhen vorhanden sind. Da­gegen weiß man durch die Forschungen, die Professor Berson in Deussch-Ostaftika vorgenommen hat, daß die niedrigste Temperatur, die in der Atmosphäre über« Haupt gemessen worden ist, nicht in höheren Bretten, sondern gerade über dem Aequtor zu finden war. Diese betrug 84,3 Grad unb wurde in einer Höhe von 19 300 Metern gemessen. tos.

Höhung der Gesamtbezüge gegenüber den I ~

Augustbezügen um rund 30 vom Hundert 1 5ozmle§.

emtrtti. Zur Festsetzung der Lohnsätze für die Ar- !

beiter in den Reichsbetrieben und der Reichsver- I <nArbel^smarkte roaltung werden heute die Verhandlungen im I

Reichsfinanzministerium fortgesetzt. Das Reichs- I V Benchtemonattm wesentlichen

ka binett hat der Erhöhung der Gehälter bereits ^^^.ur den DornwnÄen. Wie

zugestimmt. Die Angelegenheit wird alsbald auch I Zahl der Beschäftigten,

den Reichsrat beschäftigen unb es ist zu erwarten, I öer ^'tistoen. Es ist aber kemizeich-

daß die Auszahlungen schon in ben nächsten Tagen ^end ftir die gegenwärtige $er»lte, daß die seit der Er- erfolgen können. I wröung des Reichsaußenmimsters einsetzende be-

u ----------I Wvumgte Markentwertung tidjt mehr in gleichem

Bor Krtrtinf AMMt M» ffoiiorimA I F£&c.?en Beschäftigungsgrad hoch wie das bisher zu

Vkt «Unipi gcgvn Ulv UrUClUllg. I beobachten war. Die ungeheuerliche Preissteigerung

Wichtige Beschlüsse der Ernährungsministerkonferenz. I auslänbischen Rohstoffe zwingt viele Betriebe zu

<?, .. I Einschränkungen, sowest ste nicht, wie z. B. die

, Konfereitz d^r Ern^rungs- ^chüuvlrtzchaft-- I Textilindustrie, Lohnoeredlungsaufträge des Auslan- MMffter, die in Hochburg Ptentag und Ihmrt<£untet übernehmen köstnen. W^m diese Entwick^ sich ^n Vorsttze des Reuhsmimsters Fehr tagte, hat eine nMf, nicht stärker durchgesetzt hat, so deshalb, weil bte Entschließung gefaßt, m ber b.eJDhmft«Meren3 ihrer Besorgnis vor weiterem In-die-Höhefchmlleft der Preise Ueberzeugung Ausdruck M, daß alle Maßnahmen ge- tne Verbraucher zu Deckungskäufen, die HerftellW .zur troffen werden muffen, die auf eine sparsame und Anspannung der Produktion bis zum äußersten Maß zweckmäßige Verwendung der Vorhände- antreibt. Die Krmikenkaffenstatiftik zeigte im Juli eine ne n Nah r u n gsm r t te 1 rm Jniande Emftatz ha- gegenüber dem Vormonat etwas stärkM Zunahme der den können und daß auch auf eine erträgliche I Berficherungspflichtigen, d. h. also der Beschäftigten. Preisgestaltung hingowirkt werden nmß. üiC I ser girbeüstoenftatiftif der ArbeÄnebMeroraam-

. . ____ . _ . . . schäftigten.

m . , . , Mn 1 Nach ber Arbettslotsenstatsstiik der ArbeÄn-chmerorgani-

sprlcht sich daher für ein Verbot ber H^stelttmg von I sMgEi hat die Arbeitelosigkett im Berichtamonat eine

i.. t.Xt*w...in. Clew ..Ä,«.___\>.. 1 . ah e nicht erfahren. Dio Statistik der aus Mit-

E- Sie Halles weiter für jwtroenbig, ErwerbslafenfÜrsorW Unterstützten Mßt in

^ die Verweisung wn In landszucker für I abgeschmächtem Maße sich fortsetzendes Abnchmen der ö'E°re und bei der Herstellung von Branntwein, I ga^[cn erfennen. Insgesamt wurden am 1. August DchoAabe unb' Süßigkeiten ÄÄald verboten wird f5|25 Bollerwerbslost unterstützt. Hiervon waren Sie halt cs weiter sirr «f, ?n dem demMchst 10 847 Männer und 4578 Framm Die Zahl ber mit- Mmnenben neuen JutferaMdjaftejabre Maßnahmen unterstütztm FamilienanMhörigen belief sich auf 19079. * 5U treffen daß der ntlandischte Zuck« m erster f ^^Beschaffung der Mikkel für den Seinwohnnngs- Ll.me der Bevolkenmg zum Mundgebrauch zugefuytt baa ift Gegenstand von Beratungen, die der Unteraus- wird. Auf dem Gebiete der Srotoerforgung schuß des Wohnungsausschuffes des Reichstags am Diens. nniß die Umlage in ihrer gesetzlich festgelegten Höhe I tag begonnen hat. Die Verhandlungen werden einig, burchgeführt werden. Die Konferenz verschließt sich I Zeit in Anspruch nehmen und vertraulicher Art sein, dabei nicht der Tatsache, daß bei der Festsetzimg ber I ----------..... » ---------

Preise für das Umlagegetreide ber Geldentwertung und I katholische Welt.

den nniß. Von den Straf^b ti® ' K«6ina! 8a«lh°ber ist nach Freising zur alljähr-

"usfordern. sich der Ablieferung der Umlage zu I der Erzbischof von Köln, Kardinal Schulte an den widersetzen. Die Konftrenz empfichlt weiter eine Prii- I Beratungen teil.

Sür Mn öts SetloiHer Sertrnoes.

Smillie erklärte in einer Rede in Southport (Lancashire) bei einer Demonsttation im Zusammen­hänge mtt dem Gewerkschaftskongreß, der soeben eröffnet worden ist, in England stünden Millio­nen Menschen am Rande des Verhungern, und zwar nicht wegen der Hungersnot, sondern sie hungerten und litten Entbehrungen, weil die Staatsmänner Europas die euroMschen Probleme nicht im Interesse der Völler regelten. Am Kongreß selbst nehmen 800 Dele­gierte teil, die fünf bis sechs Millionen Arbeiter ver­treten. Bei der Eröffnung erklärte der Vorsitzende Walker, er sehe keinerlei Anzeichen eines Wiederauf­lebens des Handels. Heber allen Arbeitern himge wir ein Schwert an einem Faden die ewig drohende Ar- beitsloisigkeit. Dies gereiche dm Radikalisten zmn Dor- s L-B-K I *

erschreckendem Maße zunehmen. Ann Schdrsse trat I sausschuß badischen deutschnationalrn

Walker für ine SReDifion bes Versailler Vertrages Dolkspartel beschloß ernst,mmia, den Aba. Düringer ein, sowie für die Zurückziehung ber Be. I oufzufordern, sein Amt als Landesvorphender der satzungstruppen aus Deutschland unb für die I ^ai,mnUnA- "lederzulegen.

Wiederherstellung des guten Einvernehmens auf dem I Düringer bekanntlich seinerzeit ans

Kontinent. P | der Deutschnationalen Volkspartei auSgeschreden, weil

H I er nicht länger gewillt war, die Verantwortung für

Xav t>AW«kU6 I bie maßlose Hetze deutschnationaler Kreise weiter VÜS jum vCt}Uy OCt HCpUvltB I Mitzutragen. Es ist bedauerlich, daß die besonnene -wird nun auch in Bayern zur Durchführung ge- «,n? Äge Hutung eines Mannes wie der bracht. Es ist seitens ber bayerischen Regierung eine 1 onKifelloä um bte Deutsch-

Dervrdmmg erlassen worden, danach wird bas Verbot I Volkspartei große Verdienste erworben

iS«ffgäs. ssu?3&c SSÄSSi®*'une

I weil es als nachgennesen anzusshsn sei, daß der Orden | Bestrebi'Men verfolge, die verfass ungsmäßig festgeftellle

Erböbuna der Beamten-ll.KNaeftellteN- ^pEMsche Staatsform des Reiches oder eines Landes zu untergraben, und daß diese auch von den geyauer. I Mitgliedern bekämpft und beschinttfft wird.

Die mit den Spitzeno rganifationen der Be- I ' ®as kanMährige Mitglied des weimarischen Land­amten, Angestellten unb Arbeiter im Reichsfinanz- I 5>ec,3,v .5 sichere nationale Reichstagsabgeordnet« bes Ministerium geführten Verhandlungen über die Er- I Wahlkreises Lena-Neustadt, Gutsbesitzer Paul L e h- höhung der Bezüge führten gestern in später Nacht- I m a aU5 Cronschwitz, hat sich in einem Zustande stunde zu einem Einvernehmen vorbehaltlich der I non. Neimeitzerruttung erschossen. Abg. Lehmann, der Zustimmung von Reichsrctt und Reichstag da- I °en Führern des Bauernbundes in Thürmgen ge- hin, daß vom 1. September ab eine Er- I 9°rt' W ein Aller von 57 Jchren erreicht.