Fuldaer Zeitung
Druck der Fuldaer Acttendruckerei in Fulda
hielt der
Laritas-Verband
lßerhalb der katholischen Kreise Pfarrer auf die Rednerbühne.
des ins
und
christ- r Re-
Vom Besten das Beste
FABRIK KESSLER & CO. GELNHAUSEN
Zum Auftakt am Mittwoch, dem letzten Tage der 82. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands,
am Mittwoch nachmittag war nochmals eine gewaltige religiöse Kundgebung mit unvergleichlichem Höhepunkt. Zunächst trat ein auch aus ' ® f*
anerkannter Dichter und !. ,
gangenheit aus, kann nichts anderes sein cus Bildung zum Volk und Bildung als Volk, Bildung des Volkes in seiner Ganzheit. Ein bemerkenswerter Versuch liegt in den Arbeitsgemeinschaften der Volkshochf chu l e n vor, an der wir Katholiken nicht vorbeigehen dunen. Ladet nicht das Gesellenhaus, das Jugendheim, das Mad- chenheim zu solcher Volksbildungsarbeit crtf dem unerschöpflichen Boden unserer-.Weltanschauung ein? Der Geistliche, als der geborene Volkserzieher, durfte am wenigsten auf das wichtigste aller Aemter, das der Vereinsleitung verzichten. Das gilt heute wie zur Zeit Kol- pings, ja heute noch mehr als früher, nachdem diö-Trennung von Staat und Kirche den geistlichen Einfluß auf das öffentliche Leben ohnehin mächtig zurückgedrangt.
In der Diskussion verlangte einer der Redner gesetzliche Maßnahmen gegen die Alkoholgefahr. Zum Schluß wurden die Wahlen in das Zentralkomitee vorgenommen. Neu hinzugewählt ^wurden Dr. Adenauer- Köln und Stadtrat Rau ch-München.
Die §chiuhversamm-t. g
bezw. WürgMÄvrf, Haüestellen erhalten, lieber die Baukosten wird nichts gesagt.
(fpb) D«d Muheim. Nachdem erst vor wenigen Tagen ein Spanier der Stadt für ein Mersheim 100 000 Mark zugeeignet hatte, stiftete jetzt der Kauf- mann Willy Risentahl aus Newyork, ein geborener Nauheimer, für den gleichen Zweck eine Million Mark.
(fpb) Astmannshausen. Auf dem Wege vom Niederwalddenkmal nach Aßmormshausen wurde ein Ehepaar aus Essen von zwei Kerlen überfallen und feiner gesamten Barschaft und der vorhandenen Wertgegenstände berauibt. Die Leute kamen völlig ausgeplündert hier an.
(fpb) Aschaffenburg. Die Mörder des Bauernsohnes Herrmann aus Groß-Rinderfeld wurden bei Rothenburg a. T. verhaftet. Es handelt sich um die (Sehr. Friedrich und Anton Geiger aus Grvh-Rinderfeld.
jn 200.
Freitag, L September 1922.
Kunst und als Künstler durch und durch kennen. Tüchtig als Lehrer und groß in seiner Kunst, hat er ihn ebenso schätzen gelernt, wie alle, die sich mit dem Künstler vorurteilslos befaßten. Zahlreich find feine Schüler und Schülerinnen, die aus seiner Kunstschule, fei es als Zeichenlehrer, fei es als Künstler, hervorgegangen sind. In allen deutschen Provinzen sind sie zerstreut. Sie be- finden sich zum Teil in angesehenen Stellungen. Einer von ihnen erlangte noch vor dem Kriege in Anbetracht seiner Kunst den Charakter als Professor.
Zwar hinderte ihn seine Tätigkeit als Lehrer in der Kunst gar viel, selbst schöpferisch tätig zu sein. Aber seine künstlerische Veranlagung und die große Arbeits- freudigkeit und seine Gewissenhaftigkeit konnten ihn nichi zurückhalten, seine verhaltene innere Künstlerkrast in seinen Leistungen, sei es durch Zeichnung, sei es durch die Farbe, zu offenbaren.
Die unbedingte Wahrheit der Auffassung ist das Anziehende in all seinen Kunstwerken. Seine Handhabung der Lust- und Farbenperspektive ist erfreulich. Seine Fähigkeit und Anwendung in der Linienperspektioe ist meisterhaft; sie wird in vielen Kunstberichten als „besondere Stärke des Künstlers" bezeichnet. In feinen Werken gibt es nichts derb Untergeordnetes und Geringfügiges. Alles findet in der einen oder andern Weife Berücksichtigung, ohne jedoch die Gefamtwirkung des Bildes zu zerstören. Stimmung ist ihm Erstes. Hierin zeigt er sich als geistvollen Beobachter seiner Umwelt.
Daß so alle welllichen und geistlichen Gesellschaftskreise in feinem Atelier ein- und ausgehen und auch seine Gesellschaft gerne suchen, ist begreiflich. Daher sind feine Werke in den verschiedensten Provinzen in allen Kreisen in Besitz zu finden.
Selbst künstlerische Kirchenfahnen verdanken ihre Existenz seinen hervorragenden Entwürfen.
Wenn der Künstler dem Expressionismus — dem Spiegelbild unserer Zeit — fernsteht, so ist er in seiner Eigenart eine individuelle Erscheinung, die für alle, die auf dem Boden der Naturwahrheit, der Objektivität und der Lebensbejahung stehen, eine aufrichtige Freude und große Herzerfrischung.
Wir freuen uns daher, daß Herr Cimermacher uns vorübergehend Gelegenheit gibt, wenigstens einige kleine Oelstudien zu schauen, die beiläufig entstanden sind, wenn auch einstweilen naturgemäß die für ein Bild so vorteil- haste passende Rahmeneinfaflung fast überall fehlt und die Arbesten ihren abschließenden Firnisüberzeug noch nicht erhalten haben. Sp., Pfarrer (Keppeln).
wenn wir einig sind ...
lieber (christliche Staatsordnung Staatsregierung sprach
Prälat Dr. Mausbach-Münster.
Als wichtige Folgerung ergibt sich aus der lichen Staatsordnung die Ünerlaubtheit de
Gottesdienstordnung.
Freitag, 1. Sept. (Herz-Jefu-Freitag.) Frauen, berg. Von 5 morgens bis 5 abends Auss. d. Allerhl, zur Anbetung des göttl. Herzens Jesu. Um 9 Levitenamt, nachm. 4 Schlußandacht mit Umgang.
vermischter.
* Ein Spezialist für Schwindelanfälle. Ein freundlicher Herr, nach Angabe feiner Visitenkarte Dr. med. und Assistenzarzt an einem Sanatorium, stellte seinen ärztlichen Rat Bekannten, die er in besseren Lokalen des Berliner Westens traf, gern zur Verfügung. Für Nervenleidende und Schwindelanfälle war er geradezu Spezialist, gab unentgeltlich Rezepte und versprach in manchen Fällen sogar geldliche Unterstützung. Auch für das sonstige finanzielle Wohlergehen seiner Mitmenschen kümmerte sich der Menschenfreund, verschaffte seinen Freunden Aktien des Sanatoriums und schrieb Empfangsbestätigungen über die eingezahlten Beträge. Soweit ging alles gut, nur die verheißenen Riesengewinne der Aktien blieben aus, sodaß die Besitzer doch stutzig wurden und schließlich feststellen mußten, daß das genannte Sanatorium überhaupt nicht existierte. Die Berliner Kriminalpolizei entlarvte dann den „Schwindelspezialisten" als Buchhalter einer Spritfabrik.
* Der Onkel aus Amerika. In tiie kleine Stadt Marktsch-Friedland im Kreise Lübben kam ein Amerikaner, der auch von den Honoratioren gebührend- geehrt wurde, wie es sich gegenüber einem mit Dollars reich bespickten Gast der Stadt geziemte. Aus Entzücken über den freundlichen Empfang stiftete der gute Dollarvnkel für jeden Verein eine beträchtliche Geldsumme und versprach sogar, der Stadt billigen Zucker und Kaffee zu besorgen, sodaß die Zucker- und was noch schwerer fit, kaffeearmen Hausfrauen von Märkisch-Friä>land schon unffangreichr Kaffeevisften an. geordnet hatten. Leider blieben die schönen Versprechungen, trotzdem sie offiziell der ganzen Stadt zu wissen urÄ kund getan worden waren, nur ein schöner Traum, denn der Amerikaner verschwand plötzlich und die ehrsamen StadwAer können sich nun den Kops zer- brechen, ob sie einem Hochstapler oder einem Geistes- krankm zum Opfer gefallen sind.
* Eine internationale Polizeikonferenz. Der Polizeidtrektor von New-Dork hat mit Erfolg eine große Werbereise durch die europäischen Großstädte beendet, um Teilnehmer für eine internationale Polizeikonferenz zu gewinnen. Neben anderen deutschen Polizeipräsidenten wird auch der von Berlin die Konferenz in New-Jork besuchen. Die Veranstaltung hat den Zweck, eine internationale Verständigung der Polizei auf allen, Arbeitsgebieten zu erzielen.
Aus dem Nachbargebiet.
----- Poppenhausen (Rhön). Pater Richard Weh- ner, Sohn des Kaufmanns Joseph Wehner, wurde am vergangenen Sonntag in Dalkenburg zum Priester geweiht. Im Jahre 1910 machte er sein Abschlußexamen am Gymnasium in Fulda, studierte dann in Valkenburg (Holland) und an der großen Studtenanstalt „Stella matutma" in Feldkirch (Tirol) Philosophie und Theologie. Vier Jcchre stand er im militärischen Dienst für das Vaterland. Am Souütag den 3. Septbr. wird er in hiesiger Pfarrkirche sein erstes feierliches Meßopfer in der Heimat darbringen. Ein jüngerer Brüder von ihm ist ebenfalls in den Iefuitetnorden eingetreten und eine Schwester ist im Kloster der Urfultnen am Rhein.
(fpb) Aus dem Westerwald. Das Koblenzer Verkehrsamt hat den Plan einer Wefterwald-2u«r- bahn von Koblenz durch das Sayntal nach Siegs» fachmännisch ausgearbeitet und unterbreitet ihn jetzt der Oeffentlichkeit. Die Begründung zum Bau einer Dollbahn über den Westerwald geht von dem Gedanken aus, daß der Etat der deutschm Reichsverwaltung durch eine Fülle von unrentablen Gebirgsbahnen gewaltig belastet ist. Die neue Bahnlinie soll bei Urmitz den Rhein überschreiten und dann sich dem Sayntal zuiwendm, dann an den Ort Wölserlingen, Langenhahn, Höhn, Dach, Marienberg-Ost, Langenbach, Derschen, Bürbach
Str SW des MW« KathMestW
Eine Rede des Kardinal Faulhaber. — Der Höhepunkt der Tagung.
feine Versammlung ab, die der Vizepräsident des Katholikentages, Reichstagsabg. I o o s mit einer Ansprache eröffnete, in der et erklärte, die Zeit sei vorbei, wo sich die breiten Volksmassen die Liebestätigkeit gefallen ließen, ohne selbst etwas zu tun. Die christl. Gewerk- schäften hätten auch ihre Caritaspflicht anerkannt und ihre Organisationsarbeit in die Caritas einmünden lasten.
lieber die Caritaspflicht des deutschen Volkes sprach
Präsident Dr. Kreutz-Freiburg i. Br.
llnfere Zeit, so führt er aus, trägt in unverkennbarer Weise das Kainszeichen des NeiüeS an der Stirne und aus vielen Volkskreisen tönt der widerliche Ruf: „Bin ich denn der Hüter meines Bruders?- Solche Gesinnung führt direkt zu einem Verhängnis und zu einem Frevel, heute, wo die Stunde der Not nicht bloß für einzelne Zeitgenosten, sondern für ganze Schichten unseres armen Volkes geschlagen hat. Ich erinnere an baS namenlose Leid, baS im sogenannten Mittelstände und bei den kleinen Rentnern herrschL Die Caritas hat an den Quellen des Lebensstromes große Aufgaben. Eine schwere Geißel droht unser Familien, und unser Volksleben Heimsuchen zu wollen, weil so viele Kinder der Nachkriegszeit mit Krankheiten erblrch belastet sind, die sie später fürs Leben unbrauchbar machen. Nicht minder groß find die Sorgen um jene Stätten der Menschenliebe, welche das katholische Deutschland gerade für die physisch und psychisch halben Kräfte geschaffen hat. ^Redner gedenkt des blühenden Kranzes von Wohl» fahrtsstätten, von Anstalten und Krankenhäusern, von Krippen und Spielschulen, von ErholungShäusern und Altersheimen, von Heimstätten für Mutter und Kind, von Fürsorgeanstalten für gefährdete Jugendliche, Six Wanderarme und Trinker, für Obdachlose und uSwanderer, In allen diesen caritativen Anstalten waren 50000 Ordensleute hauptberuflich tätig. Diese Anstalten haben schon lange ihre Reserven aufgezehrt. Eie leben von der Hand in den Mund und geraten immer tiefer in Schulden. Hier gilt es in heiligem Metteifer jeden Heller zu sammeln, um wenigstens die lebenswichtigsten Anstalten unbedingt zu erhalten ,unb in den Dtenst unserer schwerleidenden Volks- igenofien zu stellen.
Frau Hanna Schaumberg—Berlin behandelte das Thema: „Die Frau in der Caritas". Besonders unsere Zeit und ihre Not bedarf, so führte Rednerin aus, der weichen, segensoollen Hand der grau: Die vielen allen, gebrechlichen Invaliden, oftmals noch mit den Ehrenzeichen aus dem 70er Kriege geschmückt, die greisen, vom Mer gebeugten Mütterlein mit ihren bescheidenen, armseligen Sparpfennigen, die in unsere Zeit nicht mehr passen, die Vielen, bei denen die jahrelange Unterernährung Krankheit und Siechtum zur Folge haben, unsere sogen. „Verschämte Armen", deren Zahl durch die Zugrunderichtung des Mittelstandes ins Unheimliche wächst, die unabsehbaren Massen
gefaßt. Wieder sind es die Strahlen der Sonne, die das sonst so unscheinbare Motiv zum Gegenstand heller Freude machen. Selbst den Blick zum Gasthof „Eisernes Kreuz", eine sonst wenig malerische Ansicht, weiß der Künstler in Schönheit umzugestalten. Der noch sonnige Abendhimmel läßt das Gebäude in wuchtiger Silhouette erscheinen, die durch das zurückstrahlende Licht nicht ganz ohne farbige Modellierung verbleibt, ebenso die Straße und Umgebung.
Wir folgen dem Maler nun zu einem köstllchen Fleckchen Erde, dem „Petersberg". Wer immer einen Freund oder Bekannten, der sich einmal in Fulda umsehen will, in die Umgegend führt, lenkt ihn auch nach Petersberg, einem ehrwürdigen, historischen Boden, der besonders durch die hl. Lioba geweiht ist. Der Künstler verdient Anerkennung, daß er die „Lioba- gruft" ebenfalls auf die Fläche gebannt hat. Herr Eimermacher wollte offenbar nicht den einen oder andern Allar der Gruft festhalten, sondern vielmehr ein mög. lichst übersichtliches Gesamtbild der Gruftgewölbe, mit dem durch die eine Türe einfallenden Tageslicht, nebst sämtlichen farbigen Reflexen auf Gewölbe und Wände, dem Beschauer vor Augen führen. Die Altarnische der hl. Lioba und eine Ecke des Altares ist noch zu erkennen. Von dieser Seite sah ich's nie, wird mancher denken. Ja, warum gehen wir auch so achtlos durch die Welt. Wie lauschig ist doch der „Durchblick durch ein Fenster" auf die hoch auf dem Berge thronende althistorische Kirche. Welch schöner Gegensatz zwischen den kräftigen Tönen des Fensterrahmens und dem zarten, duftigen Lufchauch, der über dem sonnigen Ausblick weht. Fast atmen wir den würzigen Hauch. Ein flott gemaltes „Röschen" — liegend — wird ohne Zweifel das Entzücken der Damenwelt bilden.
Wenn man den Künstler arbeiten sieht, so möchte man dem Urteile eines römischen Kunsthistorikers in der Presse beipflichten, man staune über die außerordentliche Sicherheit und Gewandtheit des Künstlers. Nur die vollkommene Beherrschung der Technik mache es ihm mög- lich, in verhältnismäßig kurzer Zeit eine Reihe von Bildern zu schaffen. Sie befähige ihn auch, die rasch wechselnden Lichtstimmungen mit dem Pinsel festzuhalten. Dazu sicherer Geschmack in der Auswahl und Faffung der Bildausschnitte, eine leichte impressionistische Malweise, Meisterung der Perspektive; für jeden Maler überaus kostbare Eigenschaften.
Schreiber dieses hatte Gelegenheit, den Künstler lange Jahre in seiner späteren Entwicklung zu beobachten, auch seine Werke zu studieren und sich in die Absichten des Künstlers zu vertiefen, (Er lernte ihn als Lehrer der
fetzen und verantworüich fühlen. Für uns Deutsche ergibt sich die Notwendigkeit, die rauhe Wirklichkeit zu nehmen wie sie ift Wir können sie nicht meistern mit Gewalttaten, Kraftworten und Hurra- rufen, sondern nur durch eiserne Pflichterfüllung nach den Grundsätzen christlicher Staatstreue. Dtes gilt vor allem der Jugend von heute, der es besonders nahe liegt, das Politische vom Standpunkt romantffcher Schwärmerei zu beurteilen. Möge sie nicht an der Gegenwart verzweifeln, möge sie nicht nach vorschneller Empfindung urteilen und sich nicht in den Schmollwinkel drängen lassen. Angesichts der durch Krieg und Umsturz rerroitberten Sitten wird auch die Liebe zum Volke heute oft auf eine harte Probe gestellt. Trotzdem muß echte Vaterlandsliebe sagen: In dieser schlimmsten Not und Gefahr darf ich mich meinem Volke erst recht nicht entziehen. Was der heutigen Staatsform an positiv christlicher Prägung abgeht, kann und soll bei einer demokratischen Verfassung vom Volkswillen möglichst ersetzt werden. Scheuen wir uns nicht, an solche Aufgaben heranzutreten, christlich-katholische Gedanken, edelstes Erbgut unserer allen Kultur ins Sebert des neuen Volksstaates hineinzutragen. Das alles wird schließlich nur gelingen, wenn wir einig find, einig mit allen Glaubensgenossen, einig aber auch mit an- beglaubigen Volksgenossen, im aufrichtigen Streben nach Deutschlands Größe. Möge uns bet allem der eine Gedanke vor Augen schweben: die nationale Einheit ist die einzige große Errungen- schaft und Erbschaft, die wir gerettet haben aus dem politischen Zusammenbruch. Die heutige Heerschau der deutschen Katholiken erscheint uns als ein leuchtendes Zeichen deutscher Einheit. Möge die heutige einmütige Offenbarung katholischer Kultur und Drüberlichkeit aber auch den Volksgenossen, die draußen stehen, die infolge moderner Glaubens- und Kulturoerworrenheit der christlichen Gesellschaftsordnung Feind sind, als ein Friedensgruß erscheinen, bet sie einladet, aus dem Leid und Streit der Zeit ihren Blick emporzurichten zu den ewigen ßeitfternen und Verheißungen, die uns Katholiken in aller Diesseitsarbeit trösten und aufrecht erhallen. (Stürmischer Beifall.)
Zum Schluffe hielt Erzbischof Kardinal F a u l h a b er eine Rede, die, von gewaltiger Wirkung, eine große Frie- denskundgebung darstellte. Wir geben sie ihrer hohen Bedeutung willen an bevorzugter Stelle wieder.
Der heil. Vater dankt.
Anschließend wurde ein D a n k e s t e l e g r a m m des P a p st e s bekannt gegeben, worin er für die freundliche Huldigung und liebevolle Verehrung dankt. Der Vorsitzende stellte fest, daß zum ersten Mal ein Papst per- sönlich auf ein Huldigungstelegramm einer deutsche^ Katholikentagung geantwortet habe.
Nachdem der tosende Beifall nach der Rede Faulhabers verrauscht war, gab der erste Präsident des Katholikentages, Oberbürgermeister Adenauer-Köln in einem Schlußwort einen Rückblick auf ben Verlauf unb die Ergebnisse der Tagung. Die Verschiedenheit der Beurteilung der heutigen staatlichen Verhältnisse sei leider noch ein trennendes Moment der Katholiken Deutschlands, und er hoffe, daß der Vortrag des Prälaten Mausbach aufklärend in diesem Sinne gewirkt habe. Es verrate Mangel an historischem Blick, die heutige Verfassung für die gegenwärtigen Zustände verantwortlich zu machen oder sie gar verantwortlich zu machen für die Kämpfe, die den Katholiken noch bevorstünden. Heute gebe es nur eine Parole: Einigkeit und Geschlossenheit und das Zurückstellen von allem, was das Einigende trenne. Alle Erörterungen, die jede Einigkeit störten, seien ein Frevel am katholischen, am deutschen Volke.
v o l u t i o n, d. h. der gewaltsamen „Störung und Umwälzung der verfassungsmäßigen Ordnung. Hierhin gehört neben der Auflehnung des Volkes gegen die Staatsgewalt auch die Unterdrückung der Volksrechte durch die Obrigkeit. In beiden Fällen kann ein solcher Gewaltakt, auch wenn er siegreich ist, nicht Unrecht in Recht verwandeln. Wir Deutschen sind von Natur unpolitischer angelegt als andere Nationen, und die furchtbaren Enttäuschungen, die wir durchgemacht, haben in vielen das letzte FünAein der Teilnahme im öffenllichen Leben erstickt. Das ist sündhaft und verhängnisvoll bei der heutigen demokratischen Staatsform. Wir kön- nen aus dem enffetzlichen Zusammenbruch nicht wieder emporkommen, wenn nicht alle einzelnen als lebendige, gesunde Zellen im Organismus sich für das ganze ein« demie, Prof. Louis Politz. Er widmete sich viel auch dem Lehrfach auf künstlerischem Gebiet. Er war 9 Jahre Lehrer an der staatlichen Kunstgewerbe- und gewerblichen Zeichenschule zu Kassel und einige Jahre als Assistent des Herrn Prof. Schneider an der staatlichen Kunstakademie KasseL Einige Semester dienten dem Studium der Anatomie an der Universität Göttingen. Zu seinen Priocttschülern gehörten einige Jahre auch die Prinzessin Viktoria Margareche von Preußen und eine Reihe anderer Fürstlichkeiten. Zahlreiche Kunststudien im In- und Ausland waren ihm förderlich und machten ihn überall bekannt. In Münster i. W. war er lange Jahre erfolgreicher Leiter einer von ihm gegründeten Akademie für Zeichnen und Malen. Nunmehr wirkt der fruchtbare Künstler mit großem Erfolge in Oberhäuten Rhld
Die Alltagsmenschen schauen eigentlich alles grau in grau. Sie erkennen nicht die feinen Farbstufen, die unter dem Einfluß des Sonnenlichts an den gegenständlichen Farben zustandekommen. Die Wahrnehmung wird nur zu oft durch das Wissen von der „Lokalfarbe" beeinflußt und bringt dann reichlich verdunkelt zum Bewußtsein. Der Künstler aber nimmt unmittelbar wahr wie sich die Farben in der Natur beim Gange der Sonne von Morgens bis Abends durch Wolkenzüge oder auf- steigende Dünste ständig ändern und, wenn er erst Im- pressionist ist, wird er uns mit Freude seine Wahrnehmung überzeugend darzustellen wiflen.
Das vermag Caesar Eimermacher. „Der Blick durch die Bahnüberführung auf fiatas“ zeigt uns die fast nicht beachtete Schönheit der kleinen Häuser von Horos. Durch die dunkle Umrahmung des Tonnengewölbes hindurch sieht man die farbige Silhouette der Häuser sich vom hellen Nachmittagshimmel wirkungsvoll abheben. Die Sonne ist's, die den Reiz verleiht; man sieht die Wirkung ihrer Strahlen in schmalen, leuchtenden Streifen, die quer über die graubeschattete Straße hinweghuschen. Der Zauber des Sonnenlichtes zeigt sich auch im Vordergrund auf Wiese und Weg. „Ein Blick auf den Kalvarienberg und Frauenberg", vom Sportplatz Horas aus gesehen, ist geeignet, in Sln- dachtsstimmung zu versetzen. Nur zur sonnigen Morgenstunde erkennt man diese Erhöhungen nist der Klosterkirche Frauenberg und davor den Kirchturm von Horas in grauer, reizvoller, schwach modellierter Silhouette. Im Vordergründe sieht man die quer das Bild perspektivisch durchziehende Brücke mit ihren Bogen, deren dem Beschauer zugewandte kräftige Schattenseite im scharfen Gegensatz steht zum hellen, luftigen Grund der Ferne „Der Kirchturm von Horas" ist nochmals in besonderem Bilde vertreten zur selben Taaeszest auf«
Dr. Peter Dörfler—München
sprach über die „die religiösen Quellen des Volkstum s". Ausgehend von dem allen Volks- kölender, den schon Großvater oder Urgroßvater als Heiligtum behandelt, kam Redner auf die religiösen Kräfte des Volkes zu fprecheu. Dieses Kalendarium ist im Laufe der Zeit immer mehr grau geworden. Fest um Fest, Zeichen um Zeichen wurden zur unbeachtlichen Sache und fielen weg. So ist jener farblose Kalender hercmsgekommen, der nur noch Datum und Wochentag enthalt. Wie eine lange Dürre hat die Zeit der Aufklärung und die folgende des bloßen Geldmachens gewirkt. Im Namen der Vernunft wurde damals alle die geformte Frömmigkeit verspottet und alles heilige Tun mit einem wahren Grimm verfolgt. Wahr ist, diese geschichtsfremden Nützlichkeitsapostel haben viele Mißbräuche abgeschafft, aber wie viele Bräuche haben sie dabei getötet, wie kahl haben sie das Leben gemacht. Diese Säkularisierung begnügt sich nicht, Ueberwuche- rungen, die gegen den Zeitgeist gehen, zu beseitigen. Kühn und frech bringt sie immer weiter gegen bas Aller- heiligste vor. Es wäre aber eine tödliche Verödung des Volkstums, wenn sich das Kirchenjahr allmählich auf Sakristei und Altäre zurückziehen würde. Freunde des Volkstums haben sich zufammengetan zur Volkspflege. Sie umfassen alles, was sie an überlieferten Schätzen auffinden, mit begeisterter Liebe und suchen die bretteren Kreffe mit bewußter Liebe für Sitten, Trachten und Bräuche zu erfüllen. Eine wirkliche Besserung ist aber nur zu hoffen, wenn die unselige Kluft zwischen Gebildeten und Volk überbrückt wird. Solange man für bas Volk nur arbeitet, wie für den Expott in ein überseeisches Land, wird man in der Volkspflege bestenfalls s stümpern. Schon machen sich überall Anzeichen bemerkbar, daß felffame Wandlungen vorgehen, und daß der Wunsch nach dem S-uhwiederfinden solange Getrennter heute kein leeres Wünschen und Trämnen mehr ift Aber nur bann wirb das Religiöse in Sieb, Bild unb Brauch in das öffentllche Leben zurückwach- sen, wenn es eine Atmosphäre der Liebe findet Wo wieder freudige Liebe zur Religion, da auch ein Frühling des religiösen Volkstums! Volkstum ist uns das Bekenntnis der Gemeinschaft des Blutes, der Sprache unb des Schicksals. Wir brauchen Religion! Wir haben in ber Gemeinschaft ihre Süßigkeit und Kraft erfahren und lieben sie als ein Stück der Heimat.
der Kriegsopfer. Sind es doch nicht weniger als rund 1% Millionen Kriegsbeschädigte, 525 000 Kriegerwit- wen, 1130 000 Kriegerwaisen und 168 000 Rentenberech- tigte unb damit bedürftige Krieger eitern; sie alle bedürfen der Hilfe der Caritas. Hinzutritt die Fürsorge für unsere Jugend, besonders wichtig angesichts der zu- nehmenden Zerrüttung des Familiensinnes. Rednerin empfahl besonders die Arbeit an )ben Krieger- waifen der mütteriichen Liebe und Fürsorge Aller, den Kriegerwitwen müsse beigestanden werden, damit es ihnen gelinge, in dem schweren Existenzkämpfe sich und ihre Kinder ehrlich durchzubringen, damit es ihnen gelinge, brave, tüchtige Menschen aus den Kindern unserer gefallenen Helden zu machen. Dann aber auch fei der Kriegereltern nicht zu vergesfen und unserer heimgekehr« ten braven Soldaten, die siech unb pflegebedürftig ihr Leben dahinfristeten. Die Aufaben unserer Zeit feien geradezu als eine Kraftprobe für die Caritas zu bezeichnen, die Mitarbeit eines Jeden fei nötig, um den Anforderungen gerecht zu werden. Gott, der der Frauen- jeele solch herrliche Schönheiten verliehen, so schloß Rednerin ihre Ausführungen, er hat ein Anrecht auf diese, er wartet darauf, daß wir Frauen sie auswirken zu seiner Ehre im Dienste des Nächsten!
Die Volksbildungssrage.
Im weiteren Verlause des Mittwoch vormittag fand M vierte und letzte gefchloffene Versammlung statt. .
Dr. Brauer—Köln
sprach über: „Dolksbildungsausgaben im katholischen Deutschland. Volksbildung, so führte Redner nach einem kurzen Rückblick auf die Ver-
SintWtoMer: MrAmniM.
In der Buchhandlung von Lohmüller u. Sommer in ter Borgiasstraße hat der Maler Caesar Eimer- rnacher (Oberhausen, Rhld.) einige seiner künstlerischen Leistungen ausgestellt, die wahrend seiner kurzen Er- bolungszett hier bei Fulda entstanden sind. Bezüglich der Wttterung war ihm Fortuna nicht hold, sonst wären wett mehr Oelbilder entftanben. Immerhin bilden die wenigen Arbeiten etwas Anregung.
Es ist derselbe Künstler, der gelegentlich seiner rote« derholten Studienzeit in Rom so große Erfolge erzielt ®*n großer Teil der deutschen und ausländischen *rn^eai -Sen ^et &en sympathischen Künstler ehren- eIre-8te die Aufmerksamkeit höchster NE Noch längst (April d. I.) erhielt den Hl-Vater Papst Pius X I. zu Vater gerne Gelegenheit gab.
Kunsthistorikers Dr. Stand
s (Nom) in einer Reihe Zeitungen
Sfitfnnh» nrrtnipnh® Jr rf Elmermacher diese schwierige Ä/Ä Äfte^bÄf Lichts L Vom^ova'!^"- XaIar 'st der rote Mantel
der Gelehrtenkopf Pins xf.^Uergnmd hebt sich zielbewußte des Ausdrucks ist ausgeglichen durch den ßuq väterlicher Gute, der alle so wohltuend berühr? die dem neuen Papst nahe gekommen sind. „Und darin"- s? heißt es weiter — „stimmen auch alle überein hie hn« BL, gesehen: Es ist rottklich Pius Xi., s° wie wir ihn kennen.
S. Eminenz Kardinal Fruhwirth suchte ben Künstler in seinem römischen Henn auf, um bie volle Anerkennung unb die Glückwünsche zum Wohlgelingen des Werkes zum Ausdruck zu bringen. Der Künstler hatte wie« derhott Audienz beim Hl- Vater, der sich in deutscher Sprache mit ihm unterhielt und auch ein Geschenk des Künstlers — ein Gemälde „Weg zur vatikani« scheu Bibliothek" — mit herzlichen Dankesworten und Glückwünschen zu dem herrlichen Gelingen des Gemäldes, .huldvollst entgegennahm.
Herr Eimermacher ist 1875 in Wien geboren. Nach feinen Gymnasialstudien in Straßburg und Karlsruhe ging er 1892 zum Kunststudium an der staatlichen Kunstakademie zu Kaflel über, das sich auf 8 Jahre erstreckte • Jahre war er Atelierschüler hes Direktors der Aka«