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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

49. Zahrg.'

Freitag, j. September 1922

Nr. 200

Art Götzendienst, eine Selbst- eines Volkes, und dagegen trete

die Greuel des Krieges

in

Heiden und Mohammedaner

Gebet für den Weltfrieden

Deutsches Reich

'N

eibereien

Es Wird erwogen werden können, ob diese Maß-

Ackerflächen stehenden Obstbäume in weißer und rosen-

. roter Blütenpracht, und aus dem dichten Laubwerk der

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rocWx gewöhnlich am Parterre-Eckfenster der Villa faß, j so unbefangen und heiter, als hätte sich alles ihren in-

In Paris wird vor dem Forum der Reparations- Kommission gehandest und gefeilscht wie in einer Schacherbude. Natürlich such die Aussichten auf eine günstige Entscheidung für Deutschland ungünstig. Deshalb ist auch wieder der Dollar gestiegen. Die Einzelheiten der Verhandlungen zeigen das alte Süd. Kompromißvorschläge, mit denen einer den an. der«! zu überlisten sucht, dann wieder neue radikale

Frau Helene Welty hatte den Sturz von der Höhe wie sie es sich vorgenommen hatte, mit Würde ertragew So sehr sich auch ihre stüheren Freundinnen bemühten, an ihr etwas wie Trostlosigkeit und Verzweiflung über die plötzliche Veränderung ihrer Lebenslage zu entdecken — sie vermochten es nicht. Die junge Witwe gab sich

vergötterungeines ---

die Kirche auf wie gegen alle fremden Götter. Man müsse auch ein offenes Auge haben für die Lichtseiten und für das Gute in anderen Völkern, auch für die Leiden

3n der, der Landstraße zunächst gelegenen, in edlem aügriechischem Stile erbauten „Villa Martha" schien aber dauernd eitel Glück und Freude zu herrschen. Denn mochte man an derselben vorübergehen wann man wollte, so hörte man aus den geöffneten Fenstern fröh­liches Gelächter, zuweilen auch den herrlichen Gesang emer Frauenstimme, oder man sah in den verschlunge­nen Promenadewegen des um das Haus ziehenden an­mutigen Parks ein junges Paar Arm in Arm unter Lachen und Scherzen sich ergehen. Die Heiterkeit der beiden schien ansteckend zu wirken, denn die alte Dame,

anderer Völker. Man müffe verstehen, was die Arme­nier durch blutige Verfolgungen durch die Türkei litten, was die KathoNken in Irland für ein Martyrium durch­machten. Die 300 Millionen Katholiken auf der Welt sollten sich zu einem Weltentscheid zusammenschließen, daß der H l. Vater, diese sittliche, religiöse und neutrale Großmacht der Welt, auch auf den Friedenskonferenzen der Völker dabei sei. Nicht von Moskau, nicht von Ver­sailles, nicht von Genua komnie der Weltfrieden, sondern von Rom. Es müsse jenes Wort aus dem Evangelium, daß alle eins sind, mit lauter Stimme ver­kündet werden. Nicht als Besiegte, die schweigen müß­ten, sondern als Katholiken riefen die deutschen Katho­liken den

Glaubensgen osseninFrankreich

das zu. Wenn die Kirche eine Weltmifsion des Friedens habe, dann müßten an der Verwirklichung dieses Frie­dens in erster Linie diejenigen arbeiten, die innerhalb der Kirche eine besonders ragende Stelle einnehmen. Die

nis zu seinem Volke abgelegt, daß er sagen dürfe, es könne auch einen überspannten Rationalis­mus geben, eine ®*1 ft-

Wt 6er Erledigung anhängiger Fälle. — Der Vertreter des Reiches in München, Graf Zech, der gegenwärtig m Urlaub weilt, wird nach der „Frkf. Ztg." auf seinen Münchener Posten n i ch t m e h r zurückkehven.

Verantwortlich für den redauionellen Teil: Dr. I. Kramer, z für die Anzeigen: I- Parzeller-Fulda. u Rotationsdruck n. Verlag der Fuldaer Actiendrnckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Postscheck-Konto 4051 Frankfurt a. M.

Programm emsgearbeitot werden, welches am 4. September von der Zentralleitung der beiten Parteien beraten werten soll.

Der Zusammenschluß der beiden soziMstischsn Par­teien isr zweifelos parlamentarisch und innerpolitisch von nicht zuunter schätzender Bedeutung. Das letzte Wort haben die befiKtfertigen Parteitage zu sprechen, auf deren Verlauf man gespannt fein darf.

Bezugspreis: Monatlich 50.00 Mk. zugestellt frei ins Haus, r Abgeholt in der Geschäftsstelle 48.00 Mk. n Anzeigen: Kleinzeile noch do Ionel 4.00 2Hf.; ausro. 5,00 M. Reklamezeile (Tertbreite) nach Colonelmaß 15 Mark.

Kardinal Faulhabers Friedensrat

€in flammender Appell an das weltgeWissen.

3n Erwartung der Entscheidung der Neparationskommifflon.

. Umtriebe. 3n ten letzten Tagen wurde

nn Grenzgebiet von Makofchau eine ver- dächtige Tätigkeit chsmali ger polnischer Insurgenten beobachtet. Zwei Kraftwagen «mit polnischen Jmürgen- ten sichren nach Kungendorf. Sie wurden von deut­schen Zollbeamten ergebnislos beschossen. Für M-itt- woch-Nacht war eine Kundgebung von polnischer Seite bei den Delbrückschächten geplant.

* Bayern und das Reich. Der Iustizmini ster ist zu einer Besprechung mit dem bayerischen Justiz- Minister nach München gekommen. Es handelt sich nur um die Erledigung von Schr bet der Erledigung anfjängiger Fälle. — l

deutschen Katholiken fragten ihre Elaubensbrüder in Frankreich: Könnt ihr es uns nicht nachfühlen, wie sich unser katholischer Herz umdreht, wenn man gerade ' die katholische Rheinprooinz

geschickt hat? Gleichviel ob man die erstgeborene Tochter der Kirche oder eine spätgeborene sei: Man könne nicht dulden, daß Heiden und Mohammedaner bei Katholiken die Zivilisation hüten sollen. Der Münchener Katholiken­tag trage einen strahlenden nationalen Charakter, er sei ober auch einen Schritt gegangen auf der in­ternationalen Linie. Mehr als sonst hätten Ausländer an dem Katholikentage tellgenommen. Diese sollten in ihre Heimat einen Gruß des Friedens und ko- tholischen Friedenswillens mit Heimbringen. Mil einem

schon, daß dieser Antrag in der bisher auf weiteres vertagten dritten Lesung des Gesetzes vom Reichstage angenommen werden möge.

Der Reichsoerband für Handel und Gewerbe e. V., wünscht außerdem noch einen Zu­satz, der dem Gewerbetreibenden bei AumckMe des An­trags gestatten möge, in den Räumen des Gewerbe­betriebes einen Hinweis für ferne Kunden anzubringen. Er soll besagen, daß der Gewerbetreibende für die Ware den Wieüerbes(fxtffungspre« nebst ten nach»

durch Gedichte und militärische Feiern übertüncht wurden, erinnerte an die mannigfachen Friedens­bemühungen des Papstes Benedikt XV., die Europa, nicht bloß Mitteleuropa, gerettet hätten, und be­merkte, Deutschland habe 1917 nicht nach Canossa gehen chsiaeu, dafür sei es später nach Genua gegangen. Der päpstliche Friede wäre ein Sieg Europas geworden, so w,e heute der pap st lose Friede ein Fluch ge­worden sei. Wenn der Friede mit der Gewalt des Schwer­es aufgenötigt werde ohne Gerechtigkeit, werde er ewigen Krieg und ewige Erbitterung schaffen. Aber ein Völker­friede sei nicht möglich, wenn im eigenen Volke selbst der Bruderkrieg an allen Ecken und Enden auflodere. Der Herr habe gesagt: Gottes Recht bricht Menschenrecht. Aber selbstverständlich sei, daß jede Aenderung nur auf friedlichem Wege geschehen dürfe.

Vie Teuerungs-Aktion.

Am Dienstag Verhandlungen im Reichssinanz- mhtifferium.

Einer Abordnung von Beamten and Staaisarbei- tem, die im ReichsfinanMmisterium ihre Wünsche um Erhöhung der Teuerungszulage vortrug, wurde von Regierungs-seite erklärt, daß die Regierung von s i ch a u s bereits den Entschluß gefaßt habe, Erhöhun­gen der Bezüge vvtzuuchmen. Am nächsten Dienstag sollen die BerhaMunWn im Reichssimmzministeriimt beginnen, in denen auch über die Erhöhung der Neben- bezüge, wie der Aufwandsentschädiguin-g, Bcsatzungs- zulage, Nachtdienstgebühren usw. gesprochen werden soll.

vor dem Zusammenschluß

-er sozialistischen Parteien.

Die Eimgungsbestrehimgen der sozialistischen Par­teien hatten bekanntlich durch dm Mord am Außm- nrmister Rathenau und die daran anschließenden Er­eignisse einen starken Ansporn erhalten. Es entstand damals die Arbeitsgemeinschaft der beiden sozialistische!: Reichstagsfraktionen, während die Wie- deroereinigrmg der beiden Parteien der BcfchluMsfung der Parteitage vorbehaltm bsieb. Die Parteitage der beidm sozialistffchen Parteien finden im kommen­den Monat stat t.

Gewissermaßen als Vorbereitung für die Be- schlußfassrmg auf den Parteitagen sind nun in diesen Tagen in Berlin die offiziellen Eini gungs- verhandlungen ausgenommen worden. Nach einen Bericht Les „Vorwärts" haben diese Verhand­lungen einen „erfolgversprechenden Verlauf" genom­men. Allerdings scheint die Einigung Loch noch nicht

schloß der Erzbischof.

Die pariser Verhandlungen

Dollar wieder 1800.

Kurland.

* Die türkische Offensive. Der Vormarsch der Türken tn Ungarn dauert an. Die Rückwärtsbe­wegung der griechischen Armee infolge der Einnahme von Afiun Karahissar hat eine Tiefe von annähernd 60 km erreicht. Wie aus Athen gemeldet wird, ist der Äüntg in Athen eingetroffen und hat mit Guna- 1,8 und dem Kriegsminister über die Lage beraten, »e Stadt umziehenden Anlagen tönt der schmetternde Jubel der Finken, der schmelzende Schlag der Amsel und die süß flötende Weise der Nachtigall. König Mai ist mit feinem in allen Farben prangenden Gefolge nach bis in den April dauernden strengen Winter siegreich in die Lande gezogen und hält im Glanze der von kristall- klarem Himmelszelt mild herablächelnden Sonne, Hof­staat. Und die Menschen drängen in zahllosen Scharen aus der Enge der Stadt, um dem glänzenden Schau- spiele beizuwohnen. Zu Fuß und zu Wagen, in rat- ternben Autos und endlosen Eisenbahnzügen eilen sie hinaus, denn es ist Sonntag, um an dem Gesundbrunnen ber wiebererwachten, alles verjüngenden Natur Labung zu suchen und für einige Stunden den aufreibenden Kampf um das tägliche Dasein zu vergessen.

Naturgemäß strebt der größte Teil der Ausflügler dem Gebirge zu, besten buchenbewaldete Kuppen mit dem Sorten, in der Sonne_ leuchtenden Grün eine magnetische Anziehungskraft ausüben. Und glücklich werden von allen den Daherwandelnden die Besitzer der reizenden Villen gepriesen, die an dem Hang der ersten Bergkette sich hell von dem Grün abheben. Die Leute, die hier wohnen und täglich die Frühlingspracht vom Morgen bis zmn Abend genießen können, haben bas Paradies auf Erden, sagen sich viele der Dorüberziehenden, ohne zu bedenken, daß auch der mit allen irdischen Gütern Gesegnete dem Schicksock und dem von diesem verhängten Leid unterworfen ist, daß auch hinter schimmernden Mauern und glänzenden Spiegelscheiben Sorge und Trübsal wohnen können, die auch dem gleißenden Gvlde nicht weichen.

3um Schutze de; Kleingewerbes.

Bon Dr. Herschel, M. d. R. (

Handel und Vorkehr, am meisten aber wohl die kleinen und mittleren Gewerbetreibenden, leiden unter der Unsicherheit der heutigen Marktlage, wie sie sich insbesondere m der Unstetigkeit der Mark ausdrückt. Es ist richtig, daß die Festlegung eines bestimm»! ten Marktwertes fast noch wichtiger ist, als ein- guter Stand der Mark, womit natürlich keineswegs gesagt werden soll, daß wir letzteren nicht mit aller Kraft anstreben tollten. Wir müssen dies schon des­halb tun, um nötigenfalls sidchrungsmittel, Rohstoffe und ausländische Zahlungsmittel kamen zu können, was beim Dollarstand über 1000 unmöglich wird.

Die Not von Kleinhandel und Gewerbe besteht mm unter anderem darin, daß beide zwischen der Wucher- gesetzgeburig auf der einen Seite, und dem Mangel einer gesunden Kaikulatronsbasis auf der anderen Seite seit langem hin und her schwanken. Wir müssen dem Wucher, der erbarmungslos und vernichtend am Marke unseres Volkes zehrt, mit aller Kraft in Gesetz­gebung und Verwaltung sowie durch Selbsthilfe ent­gegen wirken. Wir dürfen aber auch den soliden Ge­schäftsmann nicht dort treffen und verletzen, wo wir unlautere Elemente meinen und verfolgen. Die weni­gen AnLeirtungen und der tatsächliche Mißerfolg un­serer Wuchergesetzgebung und Rechtssprechung dewei- sen die Schwierigkeit des hier aufgeworfenen Problems.

Nun bietet sich ein Weg zu einer gesunden Regelung der Frage, den wir mit Freden begrüßen können, zu­mal er auf eine Anregung von Zentrumsseite zurückzu- führen ist. Zu dem in zweiter Lesung inzwischen an­genommenen Entwurf eines Gesetzes betreffend bi» öffentliche Bekanntmachung von Preis­treibereien, Schleichhandel, sowie verbotener Ausfuhr und unzulässigen Handels, ist von den Abge­ordneten Lunge-Heg ermann (Ztr.) und Genossen, ein Kompromitzuntraig emgebrächt worden. Danach soll der Preis keinen übermäßigen Gewinn und keine unzu­lässige Preissteigerung darstellen, wenn er der Markttage entspricht und wenn amtlich festgesetzte Marktpreise oder Höchstpreise innegchatten werden. Ferner soll in Fällen, wo die Bildung eines solchen Marktpreises aus» geschlossen ist, der WiÄrerbefchaffungspreis nebst den nachweisbaren Geschäftsunkosten als Grundlage für eine zulässige Preisbildung dienen.

Man wird diesen Mttelweg begrüßen dürfen, vom Standpunkte der kleinen Gewerbetreibenden aus sowohl als auch von dem der BolksgefUmtheit. Er sucht näm­lich zu verhindern, daß erstere eines Tages vor der Tat- fache stehen, daß die Lagerbestände dahin sind urö nicht mehr ergänzt werden können, weil sie entweder zu teuer sein würden, oder weil der wahnsinnige Aus­verkauf deutscher Waren an valutastarke Ausländer sie hat völlig verschwinden lassen. Die ganze deutsche Volkswmrichaft hat andererseits ein Interesse daran, nicht weiter durch den Ausfall zahlloser mitteiständi- scher Handels- und Gewerbebetriebe zu sinken. Politisch

Der politische Mord

sei em abscheuliches Verbrechen, aber nicht bloß der poli­tische Mord als Tat, sondern auch jener polttische Mord, der gegen einzelne Persönlichkeiten statt einer fachlichen »"hetzende Sprache führe. Wenn die Lei.

benfmaften eines Volkes erregt mürben unb bann einer »en Revolver ziehe, bann brauche man keinen Staats» Serlchtshos, um den Mörder zu suchen, bann sitze der Mörder in der Schreibstube jeder Zeitung, die die Leiben- fchasten durch persönliche Hetze aufgepeitscht habe. Friebe auch den einzelnen Religionsbekenntnissen eines Landes! D,e Segensquellen des katholischen Glaubens müßten m bas öffentliche Leben geleitet werben. Papst Benedikt habe einen Völkerbund gewollt: aber so wie l.e.& der V °lkerb u n b bestehe, sei er ein Strick', um P*e “‘“waft eines Volkes zu erwürgen, um bie wirt- Schwachen noch mehr zu schwächen unb bie wirt­schaftlich Starken noch mehr zu mästen. Der Völkerbunb fei keine Stütze des Weltfriedens, sondern Zündstoff für neue Weltkriege. Wenn wie in Genua jeder den Solch ober ben Revolver in bet Tasche trage, könne kein Völkerbund zum Gedeihen des Friedens zustanbekommen. Das Unselige, was bem Völkerbund anhaste, fei, baß er nicht dem Weltfrieden, sondern der Weltbörse biene, daß er etne Spielhölle bes Großkapitalismus {et. Es fei doch himmelschreiend, baß im (Befolge aller Friedenskongresse bes Völkerbundes immer diese Bör­senmanöver, bie wachsenbe Teuerung unb ber wach­sende Hunger für einzelne Völker kämen. Ein Völker­bund dieser Art säe Sturm unb er werbe Sturm ernten- er werbe keinen Weltfrieden schaffen, weil er ben Herrn ber Völker als Schiedsrichter nicht anerkannt habe. Der Münchener Katholikentag habe ein so deutliches Bekennt-

Der Star} von -er höhe.

*81 (Schluß.)

-Sprich nicht von ihr, Martha! Erinnere Mich nicht en bie bitterste Enttäuschung, bie ich je im Leben machte! Eon Dir nur, Martha, will ich hören! Gesegnet sei ber eturj aus ber Höhe, ber Dich zu mir führte!"

..Konnte ich benn zögern, als mir Dein Freund er= jälflte, daß Du auf Deinem Schmerzenslager nur den rinzigen Wunsch hättest, mich noch ein einziges Mal im Leben zu sehen?"

Trotz der Weihe ber Stunde konnte sich Felix kaum enthalten, laut aufzulachen. Ein Erzschwindler war doch dieser Waten! Was er da wieder alles zusammengereimt hatte!

..Immer nur hättest Du in Deinen Fieberträumen geschrieen!" fuhr die junge Dame nut bewegter Stimme fort. „Felix — daß ich Dtr fo viel gelte, bas hätte ich nicht geahnt!"

Alles giltft Su mir, Martha - alles!" rief Felix «**■ Waten hat ja ein wenig auf eigene

ffauft gejluntert, aber was er sagte, ist wahr — so “a^Wma?re%'£h$Imv^ ’ft $ir- Martha, hat immer ober «4 habe bie Sprache meines Herzens nicht verstanden"

?!?„ Tl l6inem Lag-r emporrichtenb, zog W9~ 6i*dn f-1”

. mid) was übrig?" tönte

da bl- Stimme Otto Watens, ber leise bie Tu- aeöffnet «n» W. °°° Sr«. r-.b-r. k L §»»

"3la ‘u °"genehmer Unter»

b ^r »r nrt ff Frau Tauber

wendend, fuhr er fort: „Erkennt Ihr f;a hi» meiner Taten? Vollendet ist mein Werk — j* tin zufrieden!"

Erschreckt war bas liebende Paar auseinanberaefab- ren unb in Verlegenheit nestelte Martha an ihren in Unordnung geratenen Locken. Erst als Frau Tauber sie in sprachlosem Entzücken umarmte, fanb sie Worte und logte gegen Otto Waten gewendet:

feiten zu beseitigen, die sich ohne fte ergäben haben.

wie auch das ab- und zugehende Gesinde zeigten fröh^ liche, zufriedene Gesichter. Arn lebhaftesten aber ging es auf ber „Villa Martha" zu, wenn ein hühnenhaft ge­wachsener Mann mit Monbem Vollbart zu Besuch ge­kommen war. Sann hörte man bis spät in bie Nacht hinein Gesang, Gläserklirren und fröhliches Gelächter, Äs ob nochmals Hochzeit gefeiert würbe, bie doch schon vor einem halben Jahre ftatigefunben hatte.

Seit vorigem Herbst waren Felix unb Martha ein glückliches Paar tmb hatten hier auf diesem reizenden Fleckchen Erde, fern vom Gewühl ber Stabt, ihr Heim aufgeschlagen. Ihre Mittel ertaubten ihnen dies, benn nicht nur hatte bie junge Frau ein ansehnliches Ver­mögen mit in die Ehe gebracht, das sie in ben glänzen- ben Jahren ihrer Bühnerllaufbahn erworben, sondern auch ein wahrer Geldstrom ergoß sich in das Haus, seit- dem bie von Felix Tauber unb Otto Platen gegrünbete Flugzeugfabrik in Betrieb gesetzt worben war. Sas Unternehmen florierte in einer Weise, welche bie kühn­sten Voraussetzungen übertraf und Otto Platen, der, wie er sich ausbrüctte, „als Sirettor von bet Ianze fungierte", war ein geriebener Geschäftsmann, ber das Grfinbungs- falent feines Freundes unb Teilhabers Felix Tauber zum beiberseitigen Vorteil bis auf bas äußerste aus- zunutzen verstand. Sowohl von dem Kriegsministerium wie von privaten Seiten würbe bie Fabrik mit Auf­trägen überhäuft, sodaß für den kommenden Sommer eine wesentliche Vergrößerung der Bettiebsanlagen ins Auge gefaßt werden mußte.

Martha hatte ber Bühne entsagt, trotzdem men sie mit ben gllinzenbsten Angeboten zu fesseln gesucht hatte. Freiwillig war sie von ihrer Höhe herabgestiegen, hatte auf alle fünftigen Triumphe verzichtet, um an ber Seit« bes geliebten Mannes bas Lebenscflück zu finben.

geäußerten Ansichten etwas optnnistffch gesinnt Wer wer etwas genauer Muh, für den stand es fest, daß die französische Regierung unter keinen Umständen für ein Kompromiß zu haben fei und nach wie vor auf Men Fordsruinjgen van produktiven Pfändern bestehe. Die Richtigkeit dieser Annahme zeigte sich bei der Rückkehr Poincares nach Paris am Dienstag abend. Sofort schlug di« Stimmung der Parrser Pressi um rmd ihre Ausführrmgen ließen er- rennen, daß Frankreich nach wie vor an seiner Forde­rung festhalte.

Aber die deutsche Regierung hat am Mittwoch Morgen erneut erklärt, daß das letzte An- gebot die Grenze des MöMchen fiir sie fej uNd daß an weiteres Nachgeben d:r Rokchsrvgienmg Mdacht ^°nne. DieLage ist dadurch .ziemlich zweifri- W »ZEles wird davon abhangen, wie der belgi-

Delegierte stimmen wird. Stimmt er gegen em Moratorium, dann muß man dasselbe als Z. ich.agen betuchten. Stimmt er dafür, muß es sich Men ob Frankreich ein ffoliertes Vorgekmi roaÄ Wir stehen also vor folgenschweren Ereignissen

- ’a.abscheulich^n^h^da^M^tt

eine solche Ang,t emgejagt haben, Herr Platen! Ser »Hix ist la wieder ganz wohlauf unb Sie haben ben reinsten Todeskandidaten aus ihm gemacht!"

Der Ingenieur, ber an bas Bett bes Freundes ae= treten war, unb diesem herzlich die Hand geschüttelt hatte, erwiderte lachend: 1

„Ich habe getan was ich nicht lasten konnte, Fräu- lem Martha! Werdmgs mußte ich bei Schildemna der Tatsachen einige poetische Wendungen einfließen lasten."

„Poettsche Wendungen nennen Sie bas?" lachte bie junge Dame auf. „Sas wäre mir ja nie im Traume eingefallen, daß ein so abgefeimter Intrigant hinter Ihnen steckt!"

„Ein Schwindelathlet ist ber Waten, ber feines Glei­chen sucht!" rief Felix von feinem Bette herüber.

-Es liebt die Welt das Sttahlende zu schwärzen"! entgegnete ber Ingenieur mit einer großartigen Ge­bärde.

Frau Tauber machte dem lustigen Sttekt ein Ende, indem sie balb ben Sohn, halb Martha umarmte unb immer wieder ausrief:

„Ist es benn möglich, Kinder? Felix — Su unb Martha, Ihr habt Euch lieb? Läßt mich benn unser Herrgott noch bie Freude erleben? Und Herr Platen hat es fertig gebracht, daß Ihr Euch gesunden habt?"

„Zu dienen, verehrte Frau!" sagte bet Genannte, sich komisch verbeugend. „Daß solche Gaben in mir schlum- mem, bas hätten Sie wohl nie geahnt! Aber jetzt, Sin« ber, habe ich Euch noch zwei gewichtige Neuigkeiten mit­zuteilen. Erstens hat mir ber Herr Obermebizinalrat anvertraut, daß ber Felix in längstens vierzehn Tagen als vollstänbig repariert ben Laufpaß erhält unb zwei, fellos hat bas Kriegsministerium ben beiben Tausend­sassas Felix Tauber unb Otto Platen zwei Dutzenb Flug, zeuge bes Systems Kondor in Auftrag gegeben. Ser Anfang zum Milliardär ist alfo gemacht."

18. Villa Martha.

Ein Jahr ist vergangen. Wieder schimmern die nach dem Gebirge zu auf smaragdgrünen Wiesen unb braunen

‘Goffes um das Schicksal Deutschlands. Der KardrnÄ-Erzbffchof von MünchM darf der Zustim- "mung aller nlstempfindenden deutschen Herzen gewiß sem, daß er die Schlußversammlung des Katholikentages Mr Eignet gehalten hat, um im Namen ide-r beleidig- vm Menschenwürde dagsgen zu protestieren, daß Völker- schrckM, einer Spielhölle des Großkapi- taiismus überliefert wird. Auch an sonstige Fragen des öffentlichen Lebens hat der Kirchenfürst mit dieser Rede in hochbedeutsamer Weise die Sonde angelegt.

Die Kirche als Friedensmacht.

_ Umbrauft von - gewaltigen Beifallsstürmen wandte sich Kardinal Faulhaber zunächst dagegen, daß