Einzelbild herunterladen
 

M ,90.

Sonntag, 20. August 1922.

Fuldaer Zeitung

Druck de: ftnldaer Kctienbtucferei in ^-nü»

Vermögen bis lOOOOO 4t

weiteren Beträgen 10 vom Hundert.

den den den den den

nächsten nächsten nächsten nächsten

150 000

250 000

250 000

250 000

2 vom

4 vom

6 vom

8 vom

Hundert Hundert Hundert Hundert

von von von von von

4t 4t

4t 4t

scheu DivrdendeiErte in fremde Hände übergehen. Alle Kontroll- unb Vechinbe-mmtzsmaßnahmen werden aber in ihrer Wirksamkeit dadurch gestört, memt nicht gänz­lich illusorisch gemacht, daß wir den Auslände gegen- über nicht mit dem ft scheren Nachdruck für deutsche Wrrtschaftsnotwendigckeiten eintreten können.

Die unbedingt wirksam st e Gegenmaß­nahme gegen einen gefährlichen Sturm des ausländi­schen Kapitals auf unsere Wfttschastswerte ist die Stei­gerung des nationalen Einkommens durch erhöhte und besser ausbilanzierte Arbeitsleistung. Dann wird das Volksvermögen wieder zu wachsen besinnen und den deutschen Wirtschaftswerten einen aufnahmefähigen inneren Geldmarkt schaffen. Dr. Groll.

Der Zwangsanleihe unterliegt das Vermögen mit dem Wert am 31. Dezember 1922. Vermögen bis 100 000 4t sind frei, ebenso Vermögen bis zu 300 000 4t, wenn sie

hauptsächlich aus Kapitalvermögen bestehen und das für 1921 festgestellte Einkommen 400000 4t nicht übersteigt. Bei über 60 Jahre alten oder erwerbsunfähigen Rent­nern erhöht sich die Freigrenze bis auf 1000 000 4t wenn das Einkommen 60 000 4t nicht übersteigt.

An Zwangsanleihe ist zu zeichnen:

von den ersten Steuerpflichtigen 100 000 4t 1 v. Hund.

| In diesem Zusammenhänge wurde auf die N o t l a g e der kath. Studienassessoren hingewiesen und

I wirkliche Parität auch für sie verlangt. Besonders wurde I die Bedeutung konfessioneller höherer Lehranstalten be- I tont auch im Hinblick auf die Lehrerbildung, die uns I bekenntnistreue Lehrer sichern muß.

I 4. Schulorganisation und Elternvertre­tungen an mittleren höheren Schulen.

Während in manchen Städten die Schulorganisation I sowohl die Eltern der Bolksschulkinder als auch die Eltern der die mittleren und höheren Schulen besuchenden Kin- I der umfaßt, bestehen in anderen Städten hier Schwierig- I keilen. Man versucht für die letzteren Eltern eine be- I sondere Organisation zu schaffen. Nach eingehenden Er- I örterungen lehnte die Versammlung grundsätzlich die pa- I ritätische oder simultane Elternorganisation, den sog. I Reichselternbund für katholische Eltern ab und sprach I sich auch entschieden gegen eine besondere Organisation I der Eltern höherer Schulkinder aus, die etwa neben der I Schulorganisation bestehen soll. Auch die Organisierung I dieser Eltern muß im Rahmen der Schulorganisation sich I vollziehen.

Man einigte sich auf folgende Richtlinien: 1) An der I Zentralstelle wird ein besonderer Arbeitsausschuß für das I mittlere und höhere Schulwesen gebildet; ein Nachrichten- I blatt für die Ellernbeiräte dieser Schulen soll heraus- I gegeben werden, das vorläusig vierteljährlich erscheinen | wird. 2) An den einzelnen Anstalten werden katholische I Elternvereinigungen gebildet. 3) Der.Vorstand der ein- I deinen katholischen Elternvereinigungen ist der katholische I Schulausschuß. Zu ihm gehören Vertreter der Eltern I (vor allem die katholischen, auf dem Boden unseres Schul- I Programms stehenden und von der katholischen Eltern- I schäft gewählten Elternbeiratsmitglieder), die Religions- I lehrer, sowie andere kath. Vertreter des Lehrerkollegiums. I soweit sie auf unserem Standpunkt stehen. 4) Die Schul- I ausschüsse aller Schulen eines Ortes bilden den Zentral- I ausschuß und wählen den Vorstand. 5) Der Zentralaus- I schuß ist ein Glied des Ortsausschusses der kath. Schul- organisation und erhält in dessen Vorstand seine Vertre­tung. 6) Mitglied der Ellernvereinigung kann jeder Vater und jede Muller werden. (Auch Adoptiv-, Stief- unb Pflegeeltern.)) Sie müssen sich durch Unterschrift kn der Mitgliederliste einzeichnen. 7) Beiträge werden nach persönlichem Ermessen geleistet. 8) In jedem Schulaus­schuß wird das Nachrichtenblatt in mindestens drei Exem- j plaren geholten. Für die Zeitschrift: „Schule und Er­ziehung werden Abonnenten geworben. 9) Als Glied der kath. Schulorganisation hoben die Elternvereinigungen und Schulausschüsse diese in der Erfüllung ihrer Aufgabe zu unterstützen, namentlich soweit das höhere Schulwesen in Frage kommt. 10) Als besondere Aufgaben seien fol­gende genannt: a) Pflege des Verhältnisses zwischen Schule und Haus und Unterstützung der Schule, beson­ders in ihrer Erziehungsaufgabe, b) Förderung einer ge­sunden Schulreform, c) Schutz der bestehenden konfes­sionellen Schulen, besonders der Privat- und Ordens­schulen. d) Schutz des Religionsunterrichts, Schutz der katholischen Minderheiten, e) Bewahrung der katholi­schen Kinder vor religionslosen Einflüssen. Die Zentral- stelle in Düsseldorf, Bilkerstraße 36, ist zu jeder weiteren Auskunft gern bereit.

5. D i e schulpolitische Sage.

Senatspräsident Marx machte eingehende Millei- I langen über die augenblickliche Lage, über die Schwie­rigkeiten der Vergangenheit und die Aussichten für die I Zukunft.

Befonders wies ti auf die Gefahr der Gemeinschafts- I schule hin, für die unsere Gegner eine bevorzugte Siel- I lang in Anspruch nehmen. Eine roeitere Gefahr liege in I der Auffassung vom geordneten Schulbetrieb, I wodurch man die einklassige Bekenntnisschule vernichten I «olle. Eingehend verbreitete er sich über die Tätigkeit I der Zentrumsfraktion im Interesse der katholischen Schule und erörterte die Möglichkeiten weittter Gestaltungen, I wobei er auch auf den von manchen Seiten geforderten Volksentscheid und die Vorschläge für ein Notgesetz zu I sprechen kam. Unter allgemeiner Zustimmung betonte I der Referent, daß ein weiteres Zurückgehen der Zen- I trwnsfraktion in dieser Frage vollständig ausgeschlcsien sei. Man werde unter allen Umständen die gerechte Be­rücksichtigung der konfessionellen Schule verlangen und keine Zugeständniffe unseren Gegnern gegenüber machen. I

6. Die Diasporaschule.

Rektor Böhler hob die große Not unserer katholl- I scheu Privatschulen in der Diaspora hervor. Nur dem I größten Opfersinn der katholischen Gemeinden in der Diaspora, an der Spitze der Lehrer und Geistlichen sei es öu danken, daß die Schulen heute noch beständen. Die I Opferwilligkeit aller katholischen Ellern aber sei in An­spruch zu nehmen, um die so bitter notwendigen Schulen zu erhalten, bis sie durch ein Gesetz die nötige Sicherung erhallen hätten. Er schlug vor, unter den Elternver- I emigungen der katholischen Gemeinden Patenschaften für I diese Schulen zu erwerben. Mit dem Bonifatius- I verein werde man das Nötige vereinbaren muffen. I Folgende Entschließung fand Annahme: Der Landes- I ausfchuß begrüßt den Gedanken, unter den Elternver- etnigungen der katholischen Bezirke Patenschaften für die

Es hatte schon zu schneien begonnen und war fället I geworden, so daß die langsam niederschwebenden großen Flocken eine weiße Decke über die Straßen und Häuser legten und jedem Laternenpfahl, jedem Maste der eiet» irischen Bahn ein weißes Käppchen aufgesetzt hatten.

„Richtiges Weihnachtswetter!" meinte Martha Möl- ler, indem sie den ihr von Felix gebotenen Arm nahm und neben ihm tapfer darauf losschrllt. Dabei plauderte sie unaufhörlich und kam aus dem Hundertsten in das Tausendste — eine Art, wie sie Felix an dem früher so | stillen Mädchen gar nicht gewohnt war.

„Der Karoli ist ein seelenguter Mensch, der Herz für bie Armut hat!" erzählte sie. „Na — bei seiner Riesen- gage kann er es sich auch leisten! Und die kleine Harkort ist eine Meisterin int Fechten! Selbst unserem gries- grantigen Regisseur hat sie zehn Mark für unsere Be- scherung abgeknopft — wenn das dem seine Frau wüßte — o weh! Aber sage einmal Felix — warum läßt Du Dich denn gar nicht mehr bei mir sehen? Bist Du von Deiner Flugkunst so in > Anspruch genommen, daß Du nicht einmal Deinem alten Böschen hier und da guten Tag sagen kannst?"

„Ich wußte nicht, ob Dir mein Besuch angenehm ist, Martha!" stotterte Felix. „Und da Du mich nicht ein» geladen hast, wiederzukommen, so---"

„Na höre einmal", unterbrach ihn die junge Same, »sind wir uns denn so fremd geworden, daß es zu Deinem Besuche jedes Mal einer feierlichen Einladung bedarf? Komme doch ungeniert, so oft es Dir paßt — für Dich bin ich immer zu spachen!"

Wer war glücklicher wie Felix! So hatte Freund Platen doch recht — Martha liebte ihn noch! Er sah in ihr von der kalten Luft rosig angehauchtes Gesicht­chen, das sich entzückend von dem hellgrauen Pelzbarett abhob und meinte in dem warmen Blick der braunen Augen Gewährung zu lesen.

„Du machst mich glücklich, Martha!" flüsterte er, in- dem er ihre auf seinem Arm liegende Hand zärtlich drückte. „Morgen abend schon werde ich von Deiner freundlichen Einladung Gebrauch machen!"

Ueber das Gesicht Martha Mollers ging es wie eine leichte Verlegenheit u. etwas kühl klang ihre Erwiderung:

„Als Freund und Detter bist Du mir immer herzlich willkommen! Aber hier sind wir glücklich angefommer — die Kleinen werden uns mtt Sehnsucht erwartenl*

,Fortsetzung folgt)

I stand Martha vor einem mit Kinderspielwaren ausge- I statteten Verkaufstisch, in der Mitte einiger Herren und I Damen — augenscheinlich Kollegen und Kolleginnen — und wählte unter den Gegenständen aus. Und sich um» wendend, erblickte sie ihn und nickte ihm freundlich zu. Sofort war Felix an ihrer Seite und bot ihr die Hand.

„Das trifft sich ja herrlich, Martha!" sagte er dabei eifrig. „Ich bin nämlich in der größten Verlegenheit, was ich meiner Muller zu Weihnachten kaufen soll — Du mußt mir raten!"

Lachend erwiderte die junge Same:

»Da ist es allerdings ein Glück, daß Du mich getroffen hast, denn Du hättest wahrscheinlich wieder etwas nach Hause geschickt, worüber sich der guten Tante bie Haare auf dem Kopfe gesträubt hätten! Aber gestatte Felix, i daß ich Dir meine Kollegen vorstelle: Herr Karoli — Heldentenor, Herr Magnus — seriöser Baß, Fräulein Bernhardt — unsere Altistin und dieses reizende Ding ist unsere Koloratursängerin Fräulein Harkert!" Und auf Felix deutend, fuhr sie fort: „Mein Vetter Felix Tauber, den ihr ja alle vom Hörensagen kennt — bet» salbe, welcher ber Fremdenlegion in Algier per Flug­maschine echapiert ist!"

Alle umbrängten Felix und schüttelten ihm bie Hand. 3n wenigen Augenblicken war ber junge Mann unter dem gemütlichen Theatervölkchen heimisch unb ein leb­haftes Gespräch entwickelte sich, in welchem sich Felix in seiner, bmch Marthas Anwesenheit gehobenen Stim­mung als ebenso unterhaltender, wie launiger Gesell­schafter erwies.

Aber Martha ließ zu langem Schwatzen keine Zell und drängte, die Einkäufe zu beenden.

„Wir fünf von der großen Oper bescheren nämlich I alle Jahre einer Anzahl armer Kinder zu Weihnacht!" , erklärte sie Felix. „Fräulein Harkort unb ich haben den Brauch eingeführt unb die anderen freuen sich jedesmal darauf wie die Schneekönige! Unsere kleine $)arfort hat fdjon heute nachmittag den Christbaum geputzt — wun­derbar soll er sein — ein Traum, wie sie versichert! Wenn Du dabei sein willst, Felix, bann bist Du sreund- lichst eingeladen! Jetzt wollen mir aber das Geschenk für die Tante aussuchen!"

Bald hatten sie dasselbe in Gestaü eines Seidentuches erstanden unb verließen mit Paketen beloben bas Wa­renhaus, um sich zu Fuß nach der hauptächlich von Künsttern besuchten Weinstube zu begeben, wo die Be­scherung für die armen Kinder stattfinden sollte. 1

Das Gesetz über die Zwangsanleihe.

Es wird unfern Lesern nicht unerwünscht sein, nochmals die wichtigsten Bestimmungen über die Zwangsanleihe kennen zu lernen, über die uns bas Finanzamt folgendes mitteilt:

Nach dem nunmehr verabschiedeten Gesetz über die Zwangsanleihe kann Zwangsanleihe vom 15. Juli 1922 ab gezeichnet werden. Zeichnungspflichtig sind 1) alle Deutschen mit Ausnahme deren, bie feit dem 1. Januar 1921 sich dauernd im Ausland aufhalten und im Inland keinen Wohnsitz haben; 2) Nichtdeutsche, wenn sie im Deutschen Reich einen Wohnsitz oder des Erwerbes wegen oder länger als sechs Monate ihren gewöhnlichen Aufent- HE haben; 3) juristische Personen und nichtrechtsfähige Personen, deren Sitz oder Ort der Leitung im Inland liegt, insbesondere Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Berggewerkschaften, Genossen­schaften.

Grundsätzlich sind zu zahlen zwei Drittel der Zwangs- anleihe bei Abgabe der Vermögenssteuererklärung (Ja­nuar 1923) spätestens bis zum 28. Februar 1923, und den Rest 2 Monate nach Zustellung des Bescheids. M' kann aber schon im voraus zahlen. Diese Vorauszah' ist mit Vorzugskursen verbunden.

Der Zeichnungspreis beträgt

wenn man im August 1922 zahlt 96 Proz.,

wenn man im September 1922 zahlt 98 Proz.,

wenn man im Okt. oder Nov. 1922 zahlt 100 Proz., wenn man im Dezember 1922 zahlt 101 Proz , wenn man im Januar 1923 zahlt 102 Proz., wenn man im Februar 1923 zahlt 104 Proz., wenn man vom März 1923 ab zahlt 106 Proz.

Gezahlt wirb 1) bei der Reichsbank, sowie den Banken und Bankiers, bie dem Zentralverband für Bankgewerbe angeschlcssen sind. 2) Bei den im Deutschen Zentralgiro­verband und bei den im Deutschen Sparkassenoerband organisierten Girozentral- und Sparkassen. 3) Bei den den Revisionsverbänden des Deutschen Genossenschafts, verbandes angehörenben Kreditgenossenschaften, bei den Zentralkassen ber landwirtschaftlichen Genossenschaften unb bei der landwirtschaftlichen Zentraldarlehnskafle und deren Filialen.

Nicht gezeichnet werden kann bei den Finanz- und ©teuertaffen.

Die erforderlichen Zeichnungsscheine sind bei den An­nahmestellen erhältlich. Man füllt den Schein aus, zahlt den Betrag oder überweist ihn und erhält dafür eine Quittung. Zeichnungen ohne Zahlung werden nicht an­genommen. Es werden Stücke über 1000, 2000, 5000, 10 000 und 50 000 4t ausgegeben.

Für bie im Kalenderjahr 1922 erfolgenden Voraus­zahlungen ist es nicht erforderlich, daß jemand fein Ver­mögen genau errechnet. Dies wird vielfach auch nicht möglich fein, weil der Stand des Vermögens am 31. De­zember 1922 zur Zeit noch nicht veranschlagt werden kann und die Steuerkurse für die Wertpapiere und die Richtlinien für bie Bewertung des Grund- und Betriebs- vermögens erst in einiger Zeit herausgegeben werden. Niemand braucht bis zum Erlaß dieser Bestimmungen

Der Sturz von der höhe.

Roman von Fritz Ritzel.

38] *

dennoch gewogen sein, wie Platen es so bestimmt -oct- sichert hatte? Wenn er bedachte, baß Martha ehemals ihre Gefühle für ihn so streng beherrscht hatte, baß er über ein Jahr lang neben ihr hergegangen war, ohne etwas von ihrer Liebe zu ahnen, so schien es nicht uii-

I denkbar, daß ber Freund recht haben könnte.

Ein hoher Mut kam über ihn, währenb er langsam durch die auf den Trottoirs wimmelnde Menschenmenge schritt, die sich entweder an die glänzend erleuchteten und dekorierten Schausenster ber Warenmagazine drängte, ober mit Paketen beladen dem Heim zustrebte War doch übermorgen Weihnachtsabend, zu dem alle diese Menschen Vorbereitungen trafen und Einkaufe'besoraten, um ihre lieben Angehörigen zu erfreuen.

Felix blieb plötzlich stehen unb schlug sich mit der Hand vor den Kops. Herrgott — er hatte ja ganz ver­gessen, seiner Matter ein Geschenk für das Fest zu kaufen! Dazu war es aber jetzt bie höchste Zeit, wenn bas Pakei noch rechtzeitig in X. eintreffen sollte! Was aber sollte er wählen? Denn das war bei feiner outen Mutter eine heikle Sache. Noch jedesmal war er früher wenn er das Christgeschenk nach eigener Wahl besorgt hatte, gründlich damit hineingefallen. Die Mutter hatte sich zwar immer bei ber Ueberreichung der Gaben an­scheinend über alle Maßen gefreut, aber nach Frauenart begann sie schon am nächsten Tage zu kritisieren unb Felix würbe von ihr schließlich davon überzeugt, baß er etwas Unpassenderes, Albernes, wie das Gekaufte, gar- nichi hätte erstehen können. Ja, wenn er Martha zu Rate gezogen und ihr die Wahl übertragen hatte, dann stimmte alles bis auf das Tüpfelchen auf dem i! Wenn er das heute noch könnte! Aber Daran war ja nicht zu | denken — er mußte sehen, wie er allein mit ber Ge­schichte fertig würbe!

Einen ber großen Dasare betretenb, sah sich Felix nach einem passenben Gegenstände um. Einige Ver­käuferinnen, dis den jungen Mann wohlgefällig betrach­teten, näherten sich ihm sofort und bestrebten sich, ihm das Unmöglichste anzuhängen — einen Amor aus Mar-

Sie MM Des onilönhilihra Wate.

Es ist wahrscheinlich, daß die jüngste Aktien-Hausse zum erheblichen Teil auf Kaufe des Auslandes zurück- zuführen ist. In der Presse hat sich ein lebhafter Streit darüber entspannen, ob die Gefahr einer Eroberung der deutschen Wirtschaft durch ausländisch» Kapital bestehe, und wie dagegen vorgegangen werden könnte. An der Tatsache selbst, daß das Wertverhältnis zwischen dem deutschen Papiergeld und den Aktienkursen aus­ländische Kapitalisten aus Massenaufkäuse deutscher Mien geradezu hinstößt, kann kein Zweifel bestehen. Für die an der Berliner Börse notierten Aktien wird ein sog. „Wien-Index" berechnet, d. h. der j«o«!lige Kursstand im Vergleich zu dem Kursstand Anfang 1920, der mit Hundert angenommen wird. Am 6. Aprft betrug der Aktien-Index durchschnittlich 334,6; die De­vise Amsterdam notierte damals etwa 116 Mark. Am 27. Juli war der Aktien-Index auf 301,2 gesunken, die Devise Amsterdam dagegen auf etwa 232 Mark ge­stiegen. Innerhalb eines Zeitraumes von vier Mona­ten hat sich also das durchschmtLiche Kursniveau der an der Berliner Börse notierten Aktien um 10 Prozent gesenkt, die Devise Amsterdam dagegen genau verdop­pelt. Hieraus geht hervor, daß holländische Kapitali­sten — und in gleicher Weise natürlich Kapitalisten «rüderer valutastarker Länder — zum Erwerb da Aklien-Majorftät eines deutschen Industrie-Unterneh­mens heute nicht einmal die Hälfte der Summe gebrau­chen, die Anfang April erforderlich war. Daß über Maße Interessentenkäuse cm der Börse nicht so sehr viel an die OesfenLichkeii bringt, ist bekanntlich kein Bewois dafür, daß solche Auskäufe nicht stattfinden. Es muß immer wieder darauf hingswiesen werden, daß man solch« Aufkäufe erst merkt, wenn die Majorität Der Aktien eines Unternehmens in ausländische Hände übergegangen ist, oder wenn die ausländischen Aktien­besitzer den Zeitpunkt für gegeben erachten, eine all- mählich zusammengekaufte Majorftät praktisch auszu­nutzen.

Cs ist selbstverständlicher Grundsatz der Wirtschafts- politik, daß einbegriffen wird, wo erkennbare Gefahren bestehen. Die Frage ist nur die, was gegen die Offen­sive des ausländischen Kapitals mit Erfolg unternom­men werden kann, ohne daß dadurch die Rechte Frem­der beeinträchtigt und eine Gegenwirkung ausländische Regierungen heraufbeschworen wird. Es muß beachtet werden, daß den Arrkwrsen deutscher Aktien durch Aus­länder häufig gar nicht die Absicht der Kapitalanlage zu Grunde liegt, sondern daß KontroLbeftrgnisse über einen Wirtschaftszweig damtt erstrebt werden. Bekannt­lich ist die Verzinsung des in deutschen Aktien angelegten Kapitals mehr als bescheiden. Ausländischen Käufern deutscher Aktien ist es viel mehr meist um etwas an­deres zu tun. Bei unserer wirtschasts-poAischen Ohn­macht würden wir es nicht verhindern können, daß von Ausländern kontrollierte deutsche Produktionsunterneh. mungen nach Maßgabe fremder Interessen geführt, affo gegebensalls in ihrer Produktion stark gedrosselt oder gar ganz stillgelegt werden. Die Eroberungsabsichten ausländischer Kapitalisten sind durch einen Brauch er­leichtert worden, der sich in den letzten Jahren bei uns eingebürgert und recht wenig bewährt hat: Die Schaf« fung sog. „Verfügungs-Aktien". Bei Kapitalerhöhun­gen wurden vielfach den Aktionären nicht die gesamten jungen Aktien angeboten, sondern nur ein Teil; die übrigen wurden einem Bankenkonsortium zwecks spä­terer Veräußerung zum höchsten erzielbaren SEurfe zur Verfügung gestellt.

Da nun feit dem Spätherbst vorigen Jahres die I Konjunktur aus dem deutschen Effektenmarkt stark abge- silcmt und bis in die jüngste Zeit hinein ungünstig ge­blieben ist, waren solche Aktien häufig monatelang unverkäuflich und mußten sogar in manchen Fällen den Aktionären nachträglich zu Borzugskursen angeboten werden. Die Ausgabe von Vorzugsaktien hat gleichfalls zu Mißbrauch geführt. Bei einer Reihe voix Unternehmungen hat sich nämlich eine Clique ge­bildet, die — unter dem Vorgaben, die Verireinduna der betreffenden Gesellschaften verhüten zu wollen — mit nur geringem Kapital das Unternehmen kvntrvLliert und tyrannisiert.

Der Vorschlag, eine nationale Festlegung des D^ajoritätsbesitzes von AkfiengeMschaf- I ten vorzunehmen, schließt, — abgesehen von fast un­überwindlichen, Schwierigkesten, — die Gefahr in sich, daß fremde Länder chren Aktienmarkt vor dem deut- I schon Kapital verschließen. Vielleicht wäre im Zusam- I monhange mit der Verhinderung der Kapitalflucht eine I amtliche Kontrolle darüber einzuricht^ welche deut- I

katholischen Schulen der Diaspora zu werben, um bei Bonisatiusoerein die Erhaltung der katholischen Schule, zu ermöglichen. Er fordert zu tatkräftiger Mttarbeit auf Im gleichen Sinne empfiehtt er die Unterstützung des s. segensreich wirkenden Schutzengeloereins.

7. Verschiedenes.

Es kamen noch zur Sprache die finanziellen, organ» satanischen und praktischen Fragen. Der Ausbau be Zentralstelle, der innere Aufbau-der Organisation, dii systematische Behandlung der einzelnen Probleme, bii positive Arbeit schulpflegerischer Art wurden, soweit es dii Zeit gestattete, in den Kreis der Beratung hineinbezogen Verschiedene Bezirke wurden neugegründet.

Die Zentrale wurde beauftragt, weitere Anregung« zu verfolgen, so die „Junglehrernot" und die Frage bei weltlichen Schule.

Die Tagung zeigte nach außen das Bild der schlossenheit und des äußeren Wachstums, nach inner der Einmütigkeit unb tiefer Erfassung der Schulprobleme Die Schulorganisation ist gewachsen unb geht sicher ihrer Weg. Gebe Gott, zum Segen ber deMschen Jugenb unk bes deutschen Volkes — das waren unsere Gedanken beim Scheiden. _____

Landesausschuß Preußen der katholischen Zchulorganisation.

Zu einer arbeitsreichen Tagung am 22. und 23. Juli I hatte der preußische Landesausschuß der katholischen I Schulorganisation seine Mitglieder eingeladen. Zahlreich I waren sie aus fast allen Diözesen und Bezirken herbei- I geeilt. Aus den Beschlüssen und Verhandlungen sei fol- I gendes mitgeteilt.

| 1. Unterschriftensammlung zu Gunsten der "Bekenntnisschule.

Aehnlich wie in Preußen schon in vielen Diözesen I die Unterschriften der katholischen Eltern zu Gunsten der I Bekenntnisschule gesammelt sind, werden augenblicklich I in den süddeutschen Staaten die Unterschriften aller ka- I tholischen Wahlberechtigten gesammelt. Das Ergebnis I ist bisher ein glänzendes und wird für die kommenden I Verhandlungen von größter Bedeutung sein.

Folgende Entschließung, wurde hierzu angenommen: I Der Landesausschuß Preußen der katholischen Schulorga- I nifation nimmt mit Freuden Kenntnis von dem Ergeb- I nie der in Bayern und anderen süddeutschen Staaten ver- I anstalteten Abstimmung über die Gestaltung des Schul- I wesens in Deutschland, die ein glänzendes Bekenntnis für I die konfessionelle Schule darstellt. Der preußische San« I desausschuß stimmt dieser Willenskundgebung in vollster I Ueberzeugung zu. Er ist überzeugt, daß eine gleiche I Abstimmung, die im gegebenen Augenblick auch in Preu- I ßen stattfinden wird, das Bild des einmütigen Wollens I für ganz Deutschland vervollständigen wird. (Der Zeit- punkt hierfür wird von ber weiteren Entwicklung ber Frage abhängen.)

2. Zur Frage der Elternbeiräte.

Nach einem eingehenden Referat des Herrn Lehrers Runge aus dem preußischen Kultusministerium über die praktische Ausübung der Schulpflege besprach man die Frage der Elternbeiräte. Wenn auch in den ministeriellen Verfügungen über die Elternbeiräte die von der Schul- organifation vertretenen Forderungen durchaus noch nicht berücksichtigt sind, so begrüßt es die Versammlung I doch sehr, daß eine Vertretung der Elternschaft geschaffen ist. Es muß eine besondere Aufgabe aller Beteiligten fein, den Elternbeirat zu einem lebensstarken Glied im Organismus der Schule auszugestalten. Eine eigentliche Organisierung der Elternbeiräte muß abgelehnt werden, weil bie katholische Schulorganisation, bie ganz auf die Elternvereinigung aufgebaut ist, die anerkannte Vertre­tung der Elternschaft ist. Innerhalb größerer Gemein­den kann eine Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte im Rahmen der Schulorganisation von großem Nutzen sein. Die katholischen Ellernbeiräte sollen als Glieder der Or- ganifation von ihr genügend geachtet und gefördert wer. den und sollen bei der praktischen Arbeit im engsten Einvernehmen mit den katholischen Eltern ober Schulaus- fchüsfen sich befinden.

Allen Elternbeiratsmitgliedern wurde die Zeitschrift „Elternhaus und Schule" dringend empfohlen. Redak- tion und Verlag: Düsseldorf, Bilkerstraße 36.)

3. Weltanschauung und höhere Schule.

Studienrat Professor Kuckhoff-Köln wies auf die Bedeutung der Wellanschauung in der Erziehung an den mittleren und höheren Schulen sowie auf bie großen Ge­fahren hin, die heute auf diesem Gebiete drohen. Mehr als bisher muß der katholische Volksteil fein Augenmerk auf dieses Gebiet richten.

Folgende Leitsätze wurden angenommen: 1) Grund­sätzlich verlangen mir die konfessionelle Gestaltung auch für die mittleren und höheren Lehranstalten und für die Berufsschulen, sowie die tatsächliche Erhaltung und Neu­einrichtung solcher Schulen, fometi es möglich ist. 2) Be­sonders sind die stiftisch konfessionellen höheren Lehr­anstalten und auch die aus dem konfessionellen Lehrer- feminar hervorgeh-nden Aufbauschuleri als konfessionelle Anstalten zu erhalten. 3) Die privaten konfessionellen höheren Lehranstalten, bischöflichen Anstalten und Or­densschulen sind zu fördern. Es ist eine gesetzliche Re- 8.e™n9 der Unterstützung dieser Schulen zu verlangen. 4) Die Pflege der Weltanschauung unter den katholischen Schulern aller höheren Schulen ist zu fördern, wobei namentlich dem Religionsunterricht die ihm gebührende I besondere Beachtung und Bewertung zu schenken ist.

„Kalkuliere, Du bist auf dem Holzwege, Alterchen!" meinte Platen. „Wirst es falsch angepackt haben — hast wahrscheinlich zu viel den Empfindsamen, den Schmacht­lappen gespielt! Komm den Weibern zart entgegen und Du gewinnst sie, auf mein Wort; doch wer kühn ist unb verwegen, kommt dabei viel bester fort! Hättest ihr einfach um den Hals fallen und ihr einen gediegenen Sufi aufpappen sollen — ich wette unseren „Kondor"

Eine Mäusefalle, daß sie Dich nicht hinausge- lchmissen hätte, sondern daß ein auf die Minute richtig gehendes Brautpaar aus Euch geworden wäre!* für Scherz zu haben und schüttelte nur betrübt den Kopf.

. "r?6!, te.‘n Fschch und probiere es noch einmal!" fuhr T&in Xn,%f0rt "Zch habe es deutlich gesehen daß wenn Sir^Sdifi Ieud,tet obcr meinetwegen glüht, aemiffer das bester gefällt. Und schon ein

nh»r kin» °8t: $ie Sterne lügen nicht! Hast Du P««r Söfft swuÄM,’Ä*Ü S

P s ->->° */«

Ä ** «S $ :

2)u bte filmtenufjt_tns Jorn, sondern unternimmst noch ernmal frisch und fröhlich einen Sturm auf die Festung! Jetzt aber gute Nacht — das Thema wird nacho°rade langweilig! Gestern nacht war es eine lange SitzA ba gehe ich heute einmal mit den Hühnern in die Klappe Ich denke einen langen Schlaf zu tun, denn dieser Tage

1 msr, ein giftgrünes Kaffeeservice und mehrere Bilder im Gähnend erhob sich der riesige Mann, schüttelte dem I Sezessionsstile, bei deren Anblick den guten Felix ein tJreunbe derb die Hand und verabschiedete sich. Grausen überlief. Aber er hielt sich tapfer, murmelte

Es war noch früh am Abend. Felix blieb noch eine I etwas von Widerkommenwollen und enteilte seinen

Weue sitzen und begab sich dann ebenfalls auf den Heim- I niedlichen Bedrängerinnen. Hoffentlich ließ sich in der

meÄ". $le beS freundes haften seine nieder- I Abteilung für Seidenwaren etwas geeignetes finden! gef^Iagenen Hoffnungen wieder belebt. Sollte Martha | Da blieb er wie gebannt plötzlich stehen. Dieses

trotz ihres kühnen Verhaltens ihm im innersten Herzen 1 melodische Lachen sollte er doch kennen! Richtig — dort