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49. Zahrg

Samstag, 1. Juli 1922

Nr.14S /

Postscheck-Konto 4051 Frankfurt a. M.

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Deutscher Reichstag

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»Md zu sichern.

;rüber, von denen

'aerals Ludendorff gewesen sein. Wl er Mitarbeiter der „Deutschen Tages«

n werden, wenn angesichts eichstag aufgelöst wird

^jchon zu einer halben us den Ähwie« über den

will er auch sein, wie er ausdrücklich betonte, mutz bei einen Ausführungen wenig st ens der Form und )em Ton nach auf die Stimmung Rücksicht nehmen, besonders aber dann, wenn die Parteien. die Rücksicht ordern, der großen Arbeitsgemeinschaft anzehoren, mit )er auch der Minister zusammen arbeitet. D'.e Folge einer Rede war denn auch eine gewaltige Erregung der gesamten Linken, die in den nachfolgenden Reden stark zum Ausdruck kam.

Hoffentlich wird in der nacysten Woche, wo der Landtag noch einmal für einige Tage zusammemreten wird, die Stimmung ruhiger und abgeklärter geworden ein, damit die Arbeiten, die dann noch zu erledigen md, ruhig und leidenschaftslos cwgeschlosfen werde» können.

Wirtschaftliche AampsbewrzunZen.

— Vie Bankbeamten vor dem Streik. Die zwischen den Bankleitungen und Lankbeamtenorganisalionen ge> führten Verhandlungen sind als gescheitert zu be« trachten. In der kommenden Woche sollen in allen größer n Städten Deutschlands Urabjtim m u n ge n über einen eventuellen Stretk der Bankangestellten vor. * genommen werden.

• LisekbahnerstreiL in Amerika Der Eisenbahner- streik tn den Vereinigten Staaten soll am 1. Jul' beginnen, falls inzwischen nicht die Bestrebungen auf» gegeben werden, dre Löhne herabzusetzen. Es sind Be« strebungen im Gange, eine Verständigung zu erzielen,

-- .. jüngste ein löjähriger

\ ‘Haft ist. Es handelt sich um einen unreifen nn, der, bisher keinerlei ernsthaften Be« • • • ••'■?und sich in der „Politik" betätigte.

Dis zur Stunde liegen tn Berlin immer noch keine Nachrichten von den Beamten vor, die sich auf die Verfolgung der beiden entflohenen Mörder Vogel und Knauer befinden. Den Blättern zufolge sprechen aber alle Anzeichen dafür, daß die Fahn­dungsbeamten den Tätern dicht auf den Fersen

JE "wesen fein. Gunther steht ebenfalls im ' feine Hand bei der Ermordung > _ e r s im Spiel gehabt zu haben.

tter melden weiter, daß nach einer Mel- x xt Düsieldorfer Nachrichten" gestern der bei den Böhmischen Werken in Düsseldorf-Oberkassel angestellte Ingenieur K a m e r tz unter dem Ver­dacht der Mittäterschaft an der Ermordung Ra- thenaus verhaftet worden fein soll. Auch in Hirsch- berg ist ein Jngenieureleve unter dem dringen­den Verdacht der Mittäterschaft an der Ermordung Rathenaus verhaftet worden.

Nach allem, was bisher bekannt geworden ist, wtrö der Ärafttchter nicht bloß die schuldigen Personen vor« geführt bekommen, sondern auch das durchschagMüe Material zum Nachweise ihrer Schuld, so daß nicht wieder der Zweifel den AngellqAen das Durchs Mpfen ermöglichen wird. Zunächst gelang es der Berliner Polizei, das Automobil, aus dem der Mord an Rat Henau verübt worden ist, in Berlin« Grünewald in einer Garage ausfindig zu machen. Daran Missen sich dann Verhaftungen und Feststellungen, die fchireßlich die Namen der Rathenau-Mörder ans Licht förderten. Einer der Mortemten, der 24jährige Ernst Bernhard T e ch o w konnte dann am Feiertag auf dem Gute feines Onkels bei Frankfurt a. O verhafte: werden. Techow ist derjenige, der das Auto gesteuert hat. Die Meldung, daß auch die beiden anderen Mörder er­griffen worden seien, bestätigt sich nicht. -ohre Namen ober find bekannt. Sie heißen: BogelundKnauer.

Vemasoreis: MonatliÄ 18.03 Zllt zugellell, frei ins Haus- Z ' " Abaehoii in der Geschäftsstelle 17.50 Mk. s Anzeigen: Äleinzeile nochTownri 1.50Bit.; ausw.2,50 Bit Rektamezeile (Tenbreit»! nach Colone maß 8 W?.

13 Punkte auf der Tagesordnung.

Dem Reichstag lag. am Mittwoch ein ziemlich I umfangreiches Programm vor. Nicht weniger als .*1 13 Punkte standen auf der Tagesordnung. Darunter , I befand ich auch das Gesetz über die Getrerdeum- läge in zweiter Lesung. ES wurde zedoch von der ’ I Tagesordnung abgesetzt, weil zu befürchten sieht, daß , I sowchl die Rechte als auch die Linke sich gegen den I Entwurf wenden würden, Werl die Rechte dre abzn- I liefernde Getreidemenge und die Linke die Festsetzung deS Preise« bemängeln zu mästen glaubten. ES wird nunmehr noch einmal der Versuch gemacht werden, tn dieser schwierigen Materie zu einer Einigung gu ge­langen, die nickt zu erzielen ist, wenn nicht von beiden Selten nachgegeven werden sollte.

Die Sitzung selbst beginnt mit einer Trauer- kundgebung deS Präsidenten Lobe, die hervorgerufen wurde durch da» furchtbare Eisenbahnunglück in Seilin. Er spricht den Hinterbliebenen der Ge»

jchaffen werden.

icht

KUSMNö.

* Französische Lebensmittel für Rußland. Aus Dünkirchen wird ein vom französischen Roten Kreuz gechattetter Dampfer mit 9000 Dörmen Lebensmitteln nach Petersburg abgehen.

♦ Danberkieg in per Ren. Rebellen hoben

westlich von Bescht am Kaspischer» Meer die Regle- nmgstruppen angegriffen. Es gab auf beiden Seiten Töte und Derwundete. Die Aufständischen muhten sich in der Richtung auf Mossul zurückziehen.

preuhlscher Landtag.

DaS Zwangspenfionierungsgefetz bleibt. Auch eine Folge des Rathenau-Mordes.

Die Atmosphäre des Zornes und der Empörung, die durch den grauenvollen Mord vom letzten Samstag ge­schaffen worden ist, herrschte auch Mittwoch noch im preußischen Landtag vor. Zweimal machte sich der Geist der Empörung besonders geltend. Einmal bei der Be- Handlung des Entwurfes über die Aufhebung der Altersgrenze für Pensionierungen und dann zum zweiten Male bei der Rede des Finanzmini­sters von Richter.

Im ersten Falle stand die gesamte Linke und der größte Teil der Demokraten auf dem Standpunkte, daß die Vorlage sofort ohne Auschußberatung a b g e- lehnt werden müsse, da das Gesetz über die Zwang». Pensionierung mit dazu beitrage, allmählich die Reak­tion aus der Beamtenschaft zu entfernen. Das Zentrum suchte als Partei der BerMitllung einen Ausgleich dahin zu schaffen, daß es Ausschußberatung vorschlug. Unter dem Beifall der Linken wurde dann der vom Staatsrat eingebrachte Entwurf abgelehnr.

Gereizter wurde die Stimmung während und nach der Rede des Ftnanzministers von Richt er, dessen haushalt zur zweiten Beratung stand. Wir ton­nen uns nicht der vernichtenden Kritik und der Haltung der gesamten Linken gegenüber dieser Rede anschließen, aber das eine dürfen wir doch sagen, besonders klug war sie nicht und sie diente auch nicht besonders den Interessen der großen Koalition. Ein republikanischer Minister, und das b't doch Herr von Richter, und das

Deutsches Mich.

* Ein Gesetz fiter die erweiterte Prsvinzialauiono. mir für Lterschiejren. Die KoaUrirmsparteien des Land- tugrs haben in einer inkrjrtationeiten Besprechung, an der auch die Roichstagsabg. für Oterfchieslsn, die <jen trumsc.bg. Uiitzka und Erhard teiLnat>men, den Beschluß gefaßt, im preußischen Landtag ein Gesetz über die erweiterte Provinzalautonomie Oderschlejiens als önratocantrag ein-zubringen und die Bvriage noch vor den Fetten zu verabschieden.

* Den Metetgang der Sraaiseifeubshnen auf as Reich betrifft ein Gesetzentwurf, der dem Reichstag zu­gegangen ist. Nachdem zwischen den Ländern und dem Reiche aboefchlof jenen Bertrag Haden die Länder An­spruch darauf, daß entweder ihre fundienen .Schulten unter Anrechnung des Kaufpreises vom Reich übernom­men werten oder daß es dafür die selbstfchuldnerische Bürgschaft übernimmt. Durch den Entwurf werden hierfür die emjcheiterÄen Grundsätze und Nichtlinien festgelegt. Dagegen bleibt für die Regelung von Em- zecheiten der Weg auf gesetzlicher Ermächtigung te= richendm Rechtsverordnung offen. Bon dem Anspruch der Uebertrayung ter Schulden auf bas Reich hat die Mehrzahl ter Lander Gebrauch gemacht, nur Würt­temberg und Oidenbur g haben die Uebernahme ber selWchEnettschen Bürgschaft des Reiches bean­sprucht. _____________________

lieber die Mittäterschaft des verhafteten Leut­nants der Reserve und stud. jur. Günther erfahrt man, daß Güncher an den Borbereitungen zum Morde lebhaften Anteil nahm. Er hat die l u ch t- pläne bis in alle Einzelheiten ausgearbet- t e t. Er besorgte den Mördern nach der Tat Passe und Fahrkarten. Während des Kapp-Putsches war Leutnant Günther als Drbonnart3offt3ter für Oberst Bauer im Vorzimmer des Generals von Lüttwitz tätig. Als Mitglied des „Bundes der Aufrechten", des „Deutschen Buntes , des „Deut­schen Offiziersbundes" und des „Dsuffchnattonalen Jugendbundes" wurde er mehrfach zu Kurier­fahrten rechtsstehender Geheimorgamsationen nach M ü n ch e n benutzt. Er stand mit vielen an- gesehenen Persönlichkeiten rechtsgerichteter Kreise in enger Verbindung. Sein umfangreicher Brief­wechsel mit diesen Persönlichkeiten ist ter Bo 11301 in die Hände gefallen.

Wie der amtliche Preußische Pressedienst be­stätigt. ist Günther Mitglied verschiedener rechts­stehender Organisationen. In seinem Besitz ®ut' dm Briefe von Helfferich, Ludendorff, I a g 0 w und Westarp gefunden.

Die Vernehmung Techows.

®it die Blätter über die Vernehmung des Stu­denten Techow mitfeilen, leugnete der Verhaftete anfangs jede Beteiligung an der Fahrt. Erst als seine in Schutzhaft befindliche greife Mutter ihm gegenübergestellt wurde, gelang es ihren Ermah- nungen und Tränen, aus dem Sofjn ein Ge­ständnis herauszubttngen. Irgendwelche An­gaben über die beiden anderen Täter zu machen, weigerte sich Techow bisher hartnäckig.

Die anderen Mörder.

sind.

In den Nachmittagsstunden des Donnerstag «folg­ten wieder zahlreiche neue Verhaftungen von Leu- ten, die die Mordpläne mit ausgearbeitet haben ■ r* Tätern bei ihrer Flucht irgendwie behilf- •i sind. Die Pläne für das Attentat fol- 15 „B. T." mitteilt, schon zu einer Zeit beraten worden sein, als sich Dr. Ra-

chWM Genueser Konferenz begeben hatte.

Berlin verhaftete Student Willi Gün- ' an den Vorbereitungen zur Ermordung m. - beteiligt ist, soll Privatsekretär

(Ein Uriegsbefchul-lgteu-prozetz

fft, nach langer Pauf«, von demReichsgericht wieder verhandelt warten. Er richtete sich gegen ten 1878 geborenen Spezialarzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe. Dr. Oskar Michelsohn aus Ber- lin-Mlmersdorf, der von ter französischen Regierung befchMigt wird, haupffächlich in den Jahren 1917 und 1918 in den Lazaretten Effty und Trelon krank« Kriegsgefangene mißhandelt oder ihre Mißhrndlung geduldet zu haben. Weiter soll er durch fahrlässige Behandlung den Tod von Kriegsgefangenen verschüttet und auch Unterschlagungen zu Ungunften ter französischen Bevölkerung begangen haben. Cs mä­ren 34 teutsche und 14 französische Zeugen geladen. Die französischen Zeugen find nicht er- schienen. Auch eine französffche Kammffsion ist nicht anwesend, ebenso schien französische Presievertre- ler. Der Angeklagte wies darauf hin, daß ihm von angesehenen Mitgliedern der französischen Zioilbevöl- terung für die ausgezeichnete Behandlung ter Dank ausgesprochen worden sei. Di« sanitären Verhältnisse in ten nordfrcmzösichen Lazaretten seien wegen unzu- länMcher Räume utrerriVertber Einrichtungen sehr schwierig gewesen. Auch btt Zeugena-ussagen gestatteten sich für Dr. Michelsohn richt m^imstig.

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Kus -em besetzten Gebiet.

spd. SurSckziehung amerikanischer wache«. Die amettkanische Poiizeiwache, die feit 3V« Jahren an der Brückerzkopfgrenze bei Mündersbach die Kdinbahn SelterS-Hachenburg überwachte, ist autaelöst worden und nach Koblenz zurückgekehrt,.

Db Creignifie überstürzen sich. So vieles bringt als GerMheit ans Licht, was bisher nur Vermutung war, daß die Oeffentiichkett aus ten widerstreitenden Ge° sühtzn gar nicht herauskommt. Dem deutschen Bock roirk' gegenwärtig wieder eine schwere Nerven­probe zugemutet. Es Miß sie überstehen und es wird sie überstehen, wenn alle beionnenen Ele­mente ihre Pflicht tun, zur Beruhigung beitragen und es so den Führern ermöglichen, sicher u. ruhig ihre Maß­nahmen zu treffen. Die Pflicht, an der Beruhigung mit« zu arbeiten, trifft alle Volksgenossen, namentlich aber diejenigen, die an verantwortlicher Stelle stehen. Wenn sie diese Pslicht jetzt in den Stunden der Gefahr verletzen, bann sind sie unbrauchbar und «Ässen jo bald als möglich erjetzt werten.

*

Ferner sind der Teilnahme an der Ermordung Aathenaus überführt von der Abteilung la des Ber- üner Polizeipräsidiums ermittelt und festgenommen hotten: 1. Der Kaufmann Richard Schutt in Beolin, 2; ter Kaufmann Franz Dieftel in Berlin, 3. ter Gymnasmst @ett Techow in Berlin, 4. ter Stutent Willi Günther in Berlin, 5. ter Gymnasiast Heinz Llubenrcmch m Berlin. Der unter 3 Genannte ist der Prüder tes mMifchen ergriffenen Mittäters Ernst Wewer Techow, Gert Techow, Güncher und Stuben- '^uch waren Mitwisser bezw. Urheber des Mordplanes, ShuU und Diestei waren Mttwtjjer tezw. Begünstiger des Mortes. sind die Besitzer der Automobilgarage, h der das Mordautomobil untergebracht war. Auch ter ous dem Erzbergerprozeß bekannte Kapitänlsutnant o Kittinger ist in einem Ostjerbad mietet ver­haftet morden.

Urbet die Pettönlichkeit des verhafteten Techow erfährt dte Z- , daß er ter zweite Sohn des vorMbenen -berliner Magistratsrates U -■ 0 tu ist. Er hat noch zwei Sri fett Bankbeamter, ter für

töteten das Beileid des Reichstages aus.

Bei Beratung der Tagesordnung wird zunächst der Nachtragsetat für 1922 ohne Aussprache tn allen drei Lesungen angenommen. Dazu gehört eine Ent. schließung, tn der die Regierung ersucht wird, die sozialen Zulagen für die Beamten der Geldentwcr- tung anzupassen. Ohne Debatte wird das Gesetz über die Erhöhung der statistischen Gebühren für den Waren­verkehr mit dem Ausland genehmigt. An den VolkS- wrrtschaftsausschutz geht ein Entwurf über Abweichungen vom Biersteuergesetz. Ein Zusatzabkommen zu dem deutsch-polnischen Abkommen über Oberschlesien wird angenommen. . _

Zu einer Debatte kommt es erst bet der Beratung über den Gesetzentwurf, der die Arbeitszeit im Bergbau unter Tage behandelt. DiefeS Gesetz war ursprünglich nur für den Steinkohlenbergbau ge- dacht. Der Ausschuß hat es jedoch auf alle Gruben ausgedehnt Danach fall die allgemein durch Tarife festgefetzte Arbeitszeit gesetzlich bindend sein, lieber- stunden können jedoch durch allgemein verbindlichen Tarifvertrag vereinbart werden. Der Mehrheitssoziatist Zankcheckt und der Unabhängige Pieper stimmen den AuSschußbeschtüffen zu und lehnen kommunistische Ab» änderun S-Anträge ab. DaS Gesetz findet in allen d.ei Lesungen Annahme.

Dann w nbet man sich dem Arbeitsnachweis, gesetz zu. Dieser Entwurf hat im AuSfttutz einige Veränderungen erfahren. Gegenüber dem Regierunok- enttourf, der die gewerbsmäßige Wtkllenvermittluna vom 1. Januar 1931 ab verbieten wollte, wünscht der Ausschuß, datz keine gewerbsmäßigen Stellenvermittler neu konzeffioniert werden und daß man die vorhan­denen der Aufsicht der ArbertSnachweiSämter unterstellt. AIS ArbeitSnachweiSämter sollen die öffentlichen Arbeits­nachweise gelten, die Landesämter für ArbeitSvermitt- hing und al» Spitze da» RetchSamt für Arbeitsver­mittlung. Der Entwurf wird vom ReichSaibeitSminifter Dr. Brauns dringend der Annahme empfohlen. Die Beratung wird am Freitag fortgesetzt werden.

SktMMW unD AMMWÄSsilW.

Wie mehrere Blätter mitteilen, hat die Be­sprechung deS Reichskanzlers und des Reichs- ernährungSrninisters mit den Führern der Koalition über die Frage der Getreideumlage die Möglich, leit einet Verständigung gezeigt. Laut ,B. T.' sei man über.riegend der Ansicht, datz eine Reichs- tagsauflöjung in diesem Augenblick unter allen Umständen zu vermeiden sei. Auch die Spannung zwischen Zentrum und Sozialdemokraten in der Preisfrage sei nicht unerheblich verringert worden.

Ak KmsMiiz Bit MWVkMütk«.

Sn ter Konferenz ter Ministerpräsitentcn der Län­der mit der Rttchsregienmg, di« am Donnerstag tn Berlin staiffand, sprach sich die Mchryeit der er­schienenen ßänteroertrder für eine gesetzliche Fassung der zum Teil durch die Verordnung des Reichspräsitentcn geregelten Bestimmungen zum Schutze ter Republiteaus.

ferner erklärte sich di« Mchrheil bereit, im Reichs­rat auf die gSMstsordnmrgsmäßige Frist zu verzichten, die für die Bohcmdluug von Gefetzentmürien vorgesehen ist und sof ort in die Erörterung eines Gcsetzentrvuris zum Schutze ter Republik einzutreten. Es ist demgemäß zu erwarten, daß ber Gesetzentwurf schon Anfang näch­ster Woche dem Reichstag Msschen wird.

Die Beratungen ter Reichsressiertwg mit ten Mim- sterpräsidentcn ter Länder werten socigejetzt.

FuldaerZerlung

Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stabt Fulda._________________

M MhtM-Mitt fittd MM.

Zahlreiche Berhastungen. — Eine große Gehcinwerschwörung

Keine ReichStagsanflösnng.

Die Mörder Raihe ngus sind ausgejpürt rvor-' den. Einer derjenigen, die unmittelbar an dem Ver­brechen beteiligt waren, ist bereits in ten Häuten ter Polizei. Zahlreiche Helfershelfer der Mörder sind in sicherem Gewahrsam — alle stehen in Beziehung zu nationalistischen Geheimorganisa­tionen und auch zu Streifen, die als Wortführer ter rechtsradikalen Bewegung bekannt find. Darüber ist jetzt Klarheit geschafftn. Cs sind meist junge Leute, solche, die „noch nicht ganz trocken hinter den Ohren sind". WÄche Beranttror- tung legt sich damit auf die Schullern jener Mämier, die die Rechts-Opposition in Deutschland terrstellen! Aus ihrer Haltung haben diese Unreifen die Berechn- gung ber geleit et, eine der bedeutendsten deutschen Führer- perjönlichkeiten, Walter Rachenau, zu erschienen. Damit haben sie für unser Volk wieder neue Tage schwerster Sorge heraufgefützrt. Die Rechtsoppvsiiicm hat Deutsch, llmd dem Schicksal ausgdiefen, durch die Sueiche sttt- tich minterwertiger Knaben an -ten Rand des Abgrun­des gedrängt zu werten. Dagegen muß Abhilfe ge-

Nkll-MsÄMd'lwW 18l MUMM

Kurt Kiesinger-Rottweil berichtet über die Tagung folgendes: Zum eierten Male feit feinem Bestehen hielt Neudeutschland, Verband katholischer Schüler höherer Lehranstalten, eine allgemeine B e r b an d s tag u n g ab. Diesmal auf dem Schlosse Normannstein b e i T r e f- f u r t an der Werra. Am Pfingstsamstag, -Sonntag und -Montag schleppte das Dampfroß aus allen Gauen un­seres Vaterlandes Scharen froher Deudeutscher dem Wer­ratale zu. , . , .

Als unsere Schar am Pfingstmontag abend auf Dem Treffurter Bahnhof ausstieg, herrschte dort schon reges Leben. Der dichtbevölkerte Platz bot ein prächtiges Bild, lieber einer Schar von nahezu 800 Neudeutschen flatterten Dutzende farbenprächtiger Wimpel mit dem neudeutschen Abzeichen. Unter Leitung unseres lieben Paters Esch, der uns am Bahnhof erwartet hatte^ ord- neten wir uns und zogen durch das malerische totäbt» chen zum Gutshof der Familie Döring, der wir Neu- deutsche für ihre großzügige Gastfreundlichkeit me genug Dank wissen können, wären wir ja ohne sie überhaupt nie auf „unsere" Burg gekommen. 3m Dämmerscheirr versammelten wir uns auf der oberhalb der Burg bele- genen Festwiese. Pater Esch gedachte mit warmen Wor- ten unseres verstorbenen Vorstandes, Professors Schu­macher aus Köln. Brüder aus Oberschlesien und Ost- preußen, ja ein Vertreter aus Wien traten vor und ge­lobten uns trotz Not und Fahrnis allweg treu zu blei­ben. Ein Nachtgebet unten im Kirchlein beschloß den Tag.

Am Dienstag in der Frühe wohnten wir alle droben auf der Festwiese vor dem im Grünen prangenden Altar dem feierlichen Seelenamt für unseren verstorbenen Vor- stand bei und empfingen -für ihn die hl. Kommunion. Dann begann die Arbeit. Pater Esch gab uns Anregun- gen zu dem Thema: „Wahrhaftigkeit, Einfach, beit, Jungenhaftigkeit, die natürlichen Grund- lagen des neudeutschen Lebens", das von 14 Aussprache­kreisen, denen je ein Sauleiter vorstand, mit großem Eifer besprochen wurde. Abends versammelten wir uns wieder auf der Festwiese und faßten die Ergebnisse der Ausfpmchekreise zusammen. Als der Mond am Himmel stand, trafen wir uns wieder zur Feier eines wunder- schönen Marienabends. In Musik und Lieb und in Rhosvitas „Theophilus" wurde die Himmelskönigin per« herrlicht.

Der Mittwoch brachte uns ein feierliches Levitenamt, das wir wiederum durch Empfang der hl. Kommunion verschönten. Dann berieten wir uns in den Aussprache- treifen über das Thema: „Das neudeutschs Esmeinschasts» leben in der Familie, im Freundeskreis, in der Grupp«, im Gau, im Bund, im Vaterland und in der Menschheit". — Der Mittwoch-Abend fand uns auf der nahegelegenen Adalfsburg um das lodernde Feuer versammelt. Als dort aus Hunderten von Kehlen die lohende Weise de» „Flammen empor" in das mondbeschieneiu> Werratal

Die Verhaftungen.

Die Polizei hat sich ein außerordenÄichss Bett vienst erworben und das höchste Lob verdieM durch die schnelle Auffpünmg ter Mörder und ihrer ~ ’ Helfer. WW nach der Ermordung Erzbergers n>iiK gelingen wollte und auch durch ten Offenburger Proze ; sich nachträglich nicht erreichen ließ, ist jetzt gelungen Die Ermordung Rathenaus wird nicht ungejichm blei

' u|ung wcmlüag if ittff jetzt nichta md die Regierw, tun, was erfortei . . Mord in ten Staub gezogene deutsche Lniand und vor allem vor dem Ausümte

Xfitefte den redatttonellen Teil- Dr. I.Kramer - ■■ - ' n: I. Parzeller-Fulda. ber Fuldaer Actiendruckerei I

in Fulda

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