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M 158.

S»»ntag, 18. Sunl 1982.

Der katholische Lehrerverband -es Deutschen Reiches

hat, wie uns jetzt noch geschrieben wird, auf seiner Fuldaer Tagung auher den hier bereits kurz er­wähnten Verhandlungsgegenständen noch eine Reihe von Themen behandelt, die für die Oeffentlichkeit von Inte­resse sind.

Die ausführlichste Behandlung erfuhr dl« Frage der

»Lehrerbildung".

Dr. Ebert auS Dortmund und Dr. Rolle aus Bautzen- führten in eingehenden Vorträgen in die Sache ein, worauf man sich nach stundenlanger Aussprache auf folgende Sätze einigte:

1. Der Statt;. Lebrerverband des Deutschen Reiches erhebt an Reich und Länder von neuem die Forderung, die Neuordnung der Lehrerbildung mit Nachdruck zu fördern. Ziel der Allgemeinbildung der Lehrer, die auf einer der höheren Lehranstalten erfolgt, ist nach wie vor die Erwerbung der vollen Universitätsreife.

2. Ziel der Ausbildung des künftigen Lehrer? zur Erzieherpersönlichkeit ist bte Einführung in die philo­sophisch begründete Pädagogik und tn die Praxis der Schul- und Volksbildung-arbeit, sowie das Stuvium der wissenschaftlichen oder der künstlerischen Wahlfächer.

3. Stätten der beruflichen Ausbildung des Lehrers sind die bestehenden Hochschulen — (Universitäten, Hochschulen für Kunst, Technik, Landwirtschaft, theo- logisch.philosophische Anstalten). Sie sind mit Lehr- stühlen für Pädagogik, denen besondere pädagogische Institute angegliedert werden, auszustatten.

4. Der Kath. Lehrerverband fordert, dass für bte besonderen Bedürfnisse der Bekenntnisschulen die Berufsbildung auf den besonderen WeltanschauungS- stanvpunkt eingestellt und durch ein Reichsgesetz zu Artikel 143' der Verfassung für alle Länder verpflich­tend gemacht wird.

Ueber die Stellung zum Deutschen Be- .mtenbund sprach Lehrer Lennig aus Bochum. Es wurde beschlossen beim B. B. zu verbleiben und zur Klärung der Verhältnisse beizutragen. Bei der Be» sprechung der Zugehörigkeit der Mitglieder deS K. L. B. zu anderen Lehrerorganisationen kam es zu diesem Beschluß: Alle Mitglieder, bte anderen Berufsorgani­sationen angehören und grundsätzliche Forderungen deS Verbandes in der Oeffentlichkeit bekämpfen, sind auS- zuschlietzen. Die Entscheidung hierüber fällt der Pro- «uziai-Vertreterversammlung zu.

Auch die letdigeBesoldungsfrage mußte wie­der in den Krei» der Besprechungen gezogen werden.

ES kam nach eingehender Verhandlung zu den nachfolgenden Entschließungen:

L Der K. L. V. erhebt erneut die Forderung: Ein- stufung der Lehrer in bte Besoldungsgruppe, bte ben akademischen Lehrern unmittelbar vorangeht. Er fordert mit allem Nachdruck eine möglichst baldige grundlegende Leuderung des gesamten Besoldungsgesetzes. Um der jetzigen Teuerungswelle zu begegnen, fordert der Ver­band eine sofortige Teuerungsaktion, die eine zeitge­mäße Erhöhung deS TeuerungS- und Kopfzuschlages, sowie der Kinder- und Frauenzulage vorsieht. Für die Kinder» und Frauenzulage fordert der Verband, daß diese mit dem jeweiligen Teuerungszuschlage belegt werden, der für die ersten 10000 Mark gilt.

2. Um eine schnelle Festsetzung deS jeweiligen Teuerungszuschlages zu ermöglichen, fordert die Per- treterversammlung, daß Die Besoldungsaktion gegebenen» falls durch einen kleinen Ausschuß, dem Vertreter der Regierung, des Parlaments und des ReichSrateS ange- döten, erfolgt.

3. Angesichts der sprunghaft wachsenden Teuerung aus allen Gebieten hält der Verband eine schnelle An­passung der Einkommen für unbedingt nötig und fordert Maßnahmen, Die es ermöglichen, daß die fortdauernden Besoldungsakttonen wesentlich beschränkt werden. Für die Einführung der gleitenden Skala ist eine grundlegende Aenderung der Besoldungsgesetze unter gerechter Würdigung der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse Voraussetzung.

4. Der K. L. V. tritt für die Beseitigung des bisherigen Ortsklassensystems ein und fordert die Einführung eines den wirklichen Verhältnissen ent­sprechenden Wohnungsgeldes.

5. Damit die Landlehrer in Bezug auf Naturalliefer­ung gehaltlich nicht benachteiligt werden, tritt die Ler- treteroersammlung dafür ein, daß die Anrechnung dieser Bezüge höchstens mit dem Werte erfolgt, den das Gehalt im Verhältnis zum Friedensstande erreicht hat. •

6. Der K. L. V. fordert für die Ruhestandbeamten and Hinterbliebenen dieselben Zuschläge, wie für die im Dienst befindlichen Beamten. Er erwartet insbesondere durchgreifende Maßnahmen für eine schnellere Auszah­lung der Bezüge. Eine prozentuale Verschlechterung der Ruhegehälter gegen früher darf unter keinen Umständen eintreten.

7. Die Vertreleroersammlung fordert mit allem Nach­druck baldige Maßnahmen, um die jungen Lehrer in eine Verbindung mit der Schule zu bringen, chnen die unverschuldete Wartezeit anzurechnen und verlangt, daß die Staatsregierung Unterhaltungszuschüsse für die War- tezeik in den Etat einsetzt.

Die ganze Tagung erbrachte den Beweis, daß der K. L. V. unentwegt an seinen alten Grundsätzen festhält

Unpolitische Zettlanse.

Von Fritz Nienkemper.

Berlin, 14. Juni,1922.

Habt ihr noch Humor?

Nein, höchstens noch etwas Galgenhumor.

Nun, das ist doch noch mehr als gar nichts. So- ^mye man noch unter dem Galgen steht, kann man Tod) mm dem Gehängten sich beneidm lassen.

Atempause nennt man das. Schöpfen wir noch so viel frische Lust, wie zu haben ist. 3m schlimmsten Faste schadet es nicht. Es ist aber auch möglich, daß wir im letzten Augenblick noch gerettet werden und Lust zum Hurrarufen brauchen.

Das ist komisch eingerichtet in der WÄt, daß Me einen zu viel Geld haben und die andern zu wenig. Das gilt sur die einzelnen Spießbürger und für die ganzen Locker. Der einfachste Ausgleich wäre, wenn der Krösus mit dem armen Nachbar brüderlich teilte. Wer Schenken ist nicht modern. Wer GM übrig hat, versteht sich höchstens zum Ausleihen. Er will sein Kapital wieder haben und noch jährlich Zinsen dazu. Für Rückzahlung und Verzinsung soll der Bedürftige Sicherhett bieten. Die Anleihe ist ein umständliches Geschäft, ein Strauch, an dem viel mehr Domen als Rosen sprießen.

Ach ja, Pumpen ist eine saure Arbeit. Unser ver­armtes Vaterland hat wegen eines Weltkred-iis ange- klopst und nach langem Warten die Antwort erhalten: Augenblicklich nichts zu machen; fragen Sie nächstens mal wieder cm.

Das erinnert an den Spruch, den ich schon in man­cher Wirtschaft gelesen habe: Willst du borgen, so komme morgen. (Mein alter Nachbar, der gern Ka­lauer macht, konnte sich natürlich nicht die Bemerkung verkneifen, der Hauptmann des Anleiheausschusses hieße ja Morgan mft einem a.) _ Werden wir morgen viel­leicht auf übermorgen vertröstet werden und so weiter? Wer Geld sucht, barf nicht so vorwitzig fragen. Er muß hübsch geduldig sein und abwarten, bis der Schal­ter sich wieder auftut. .

Warum hat fnan denn die Klappe vorläufig zuge- macht? Das steht in einer langen Denkschrift, und der

Fulvaer Zeitung Druck der Fuldaer Aetiendrurierei i« Fuldch

und nicht gewillt ist, sich von seinem Programm abbringen zu lassen, das in seinem Leitsatz enthalten ist: s

Treu dem Glauben,

Treu dem Vaterlande. Sch. u. W.

katholische wett.

= Aus der kath. Studenkenbewegung. Vom 6. bis 11. Juni tagte in Würzburg die 6 0. General­versammlung der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine Unitas (U.-V.), um Stellung zu nehmen zu wichtigen kath. und akademischen Kulturfragen und seine einzelnen Vereine aus allen Teilen des deutschen Sprachgebietes zu lebendiger Gemeinfchastsarbeik zusam­menzuführen. Zahlreiche Altherren, darunter bekannte Namen im öffentlichen Leben, förderten durch ihre aktive Teilnahme die Beratungen, die zum Teil über den Kreis des U. V. hinaus ihre Bedeutung auch für die Oeffent­lichkeit haben. Der Vorortspräsident Dr. Max Schin­de r a (Sigfridia-Unitas Breslau) gab in seinem Berich: ein Bild des inneren Lebens und der äußeren Entwick­lung des U. V., der gegenwärtig außer einigen Zirkeln 48 Vereine umfaßt. Neuaufnahmen erfolgten in Aachen, Düsseldorf, Freiburg, Karlsruhe und Prag. Die 1885 ge­gründete Tübinger Unitas, die feit einer Reihe von Jahren ihr Dereinsleben einstellte, konnte mit staatlicher Aktivitas ihre Arbeit neu eröffnen. Die izerfchiedenen Strömungen, die im Alt- und Neustudententum wurzeln, fanden sich in lebhafter Aussprache erneut zum gegen­seitigen Füreinander- und Miteinanderarbeiten, nicht zum wenigsten dadurch, daß der U. V. sich auf einer stark ausgeprägten weltanschaulichen Grundlage aufbaut. Als eine wesentliche Aufgabe des Studenten wurde die hoch­schulpolitische Betätigung erkannt. Die G. V. faßte das Ergebnis ihrer hochschulpolitischen Erörterungen zusam­men in der Entschließung: „Die jüngste Entwicklung de- Deutschen Hochschulrings hat unsere schon auf der letzten G. V. in Heidelberg geäußerten Bedenken va­terländischer wie weltanschaulicher Art gegen ihn vollauf bestätigt. Wir sehen uns. daher veranlaßt, ihm unsere positive Mitarbeit prinzipiell zu versagen, zumal da auf auf seinem Boden eine Einigkeit in der Deutschen Stu­dentenschaft nie möglich fein wird. Die beste Lösung der heutigen hochschulpolitischen Frage sehen mir darin, daß wir in allgemeinstudentischen Angelegenheiten — soweit sie von der gesamten Studentenschaft bejaht und als Auf­gabengebiet der Deutschen Studentenschaft in der Göt­tinger Notoerfassung vom Januar 1922 bezeichnet wer­den — die Bestrebungen der Deutschen Studentenschaft tatkräftig unterstützen, zur Erreichung unserer Ziele vaterländischer, kultureller und weltanschaulicher Art als katholische Studenten jedoch die Gründung von k a - tholischen deutschen H o ch sch u lv e r b än ö en anstreben. Wir wollen und werden dadurch nicht etwa die Einigkeit in der Deutschen Studentenschaft sprengen, sondern im Gegenteil allen Konfliktstoff von ihr fernhal- ten, der nach den Erfahrungen der letzten Studententage immer roie'ber von neuem zu Parteikämpfen Anlaß gibt und so jede fruchtbare Zusammenarbeit innerhalb bet Deutschen Studentenschaft verhindern muß." Zur För­derung der Akademischen Gedächtniskirche in Göttingen unternimmt der U. V. Schritte bei den in Frage kommen- den Behörden. Anläßlich der 60. G. V. war in der Unioersitätskirche ein Festgottesdienst, bei dem der Würz­burger Stadtpfarrer Bauer den Zufammenklang der uni­tarischen Prinzipien mit der katholischen Weltauffassung barlegte. Der anschließende Festzug durch die Straßen der Stadt brachte die blauweißgoldenen unitarischen Far­ben zu voller Geltung und erregte die freudige Teilnakme der Würzburger Bevölkerung. In einer feierlichen See­lenmesse am Freitag gedachten die Unitarier ihrer ge­storbenen und im Felde gefallenen Bundesbrüder. Am Festkommers im großen Saale des Huttenschen Gartens beteiligten sich auch die übrigen katholischen Studenten­korporationen und viele hochgestellte Persönlichkeiten. Der Vorort des U. V. liegt auch im kommenden Jahre in den Händen der Sigfridia-Unitas-Breslau^

Kus Oberhessen und dm hessischen Aemtern.

ftreislagssihung.

— Kirchhain. An der Kreistagssitzung am 14. Juni, an der 14 Mitglieder unter dem Vorsitz des Landrats v. Gilsa teilnahmen, wurde zunächst eine abgeänberte Jagdsteuerverordnung beschlossen, nach der jeder Jagd­pächter oder Inhaber einer eigenen Jagd 15 Proz. zu zahlen hat. Der Kreistag genehmigte die Verwendung von 24 600 • Mk. Darlehen, die früher zu Wegebau- zwecken bewilligt, aber nicht verwendet worden waren, zu Zwecken des elektrischen Ueberlandwerkes sowie die Aufnahme von 400 000 Mk. Darlehen zur Deckung der Restbaukosten des Ueberiandwerkes, die Gesamtkosten belaufen sich nach der vorgelegten Baukostenrechnung auf 9 740 025,42 Mk. Desgleichen wurde dem Kreis- elektrizitätswerk ein laufender Kredit bis. zur Höhe von 400 000 Mk. bei einer Sparkasse des Kreises -zwecks Schaffung der notwendigen Betriebsmittel emgeräumt. Der Vorlage des kommunalen Elektroverbands Mittel­deutschlands, für das Kraftwerk Borken eine Haftung von 3 500 000 Mk. zu entnehmen, wurde zugestimmt. Es steht mit dem Ausbau des Kraftwerkes Bor- k e n zu hoffen, daß der steigende Verbrauch an elektri­scher Energie gedeckt werden kann, und die unliebsamen

kurze Sinn ist der: Mr haben Geld und würden es cm Deutschland gern ausleihen; aber Deutschland ist in der Gewalt seines grimmigen Nachbarn Frankreich, »der jeden Augenblick die Krawatte zuziehen kamt. Erst muß Frankreich seine Genehmigung geben, ehe wir unsere Dollars in Deutschland anfegen können!

Das klingt für uns ziemlich ehrenvoll. Doch von der Ehre wird weder der Beutel noch der Magen voll. So fitzen wir im öden Wartefaal und lauem darauf, ob der Nachbar nicht endlich ein menschliches Rühren spürt oder wenigstens vernünftig wird.

Inzwischen steigt der Dollar wieder über 300 hin­aus, und dis. Preise für alle Lebensmittel und Hand­reichungen steigen ebenso. Statt der Kredithilfe be­kamen wir vorläufig eine verschärfte Teuerung. Keine neue Einnahme, aber erhöhte Ausgaben.

Wie lange halten wir das aus? Eine sehr begreif­liche, aber doch unnötige Frage. Wir müssen einfach aushalten, so lange wir noch können. Sollte uns der Atem vorzeitig an-gehen, so bricht Deutschland zusam­men mit dem Seufzer: Ich starb aus Mangel an Kredit, den Frankreich grausam mir entzieht!

Gibt es einen Staat, dem es noch sch.echter geht, als uns? Allerdings, nämlich Deutsch-Oesterreich, wo bfe Krone noch hundertmal weniger ist, als unsere Mark, und die Kredit Hilfe in noch weiterer Entfernung steht.' Es geht da ähnlich rote beim Kampf im Wasser nach einem Schiffbruch. Wer noch mühsam schwimmen kann, wird angepackt von einem, der gänzlich hilflos ist. Dik Deutsch-Oesterreicher rufen verzweifelt nach dem Anschluß an Deutschland, und Deutschland weiß selbst nicht, wie es aus dem eigenen Elend heraus­kommen soll. Und fragt chr, wer den Zusammenschluß der Deutschen hindert, so ist es wieder Frankreich, der Vater aller Hindernisse.

So sitzen die Amerikaner auf ihren strotzenden Dol­larsäcken und können chr überflüssiges Geld nicht so anlegen, wie sie selber gern möchten und wie Europa es brauchen könnte. Es geht verrückt zu in der Welt, roetl ein hartnäckiger Störenfried die Anläufe zur Ver­nunft vereitelt.

Im alten polnischen Rechstag galt bekanntlich das liberum veto, d. h. die Beschlüsse sollten einstimmig gefaßt werden, und deshalb war jeder Querkopf in der

Gesund. 5parsam.E>ekämrrincn?^

Putzt eure öfen nur

Mit dem echten

Erscheinungen des letzten Herbstes, wo wochenlang die Stromversorgung höchst mangelhaft war, vermieden werden können. Zum Bau der im Januar 1920 durch Wasserflut zerstörten Brücke auf dem Landweg Kirchhai n-N i e d e r k l e in wurden 180 000 Mk. be­willigt. Der Bezirksverband soll um eine erhöhte $eü Hilfe ersucht werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 300 000 Mk. Zum Schiedsmann bezw. Stellvertre- twer wurden wieder gewählt: Landwirt Johannes Deuber für Holzhaufen: bezw. Landwirt Konrad Deute in Holzhaufen' Die Kosten für die Ergänz» n g s- leifchbefchau durch den Tierarzt fallen wie folgt aufgebracht werden: die Tagegelder von der Gemeinde, die Reisekosten von 3000 Mk. übernimmt der Kreis. Der Kreistag gibt dazu seine Zustimmung. In ber Aussprache über die Wohnungsabgabe, die sich für 1922 auf 264142 Mk. an den Staat und an den Kreis belauft, ür den Kreis einen Zuschlag zu erheben, um den Woh­nungsbau zu fördern, ergab sich keine Stimmung da­für. Die Siedlungsgefellfchaft hessische Heimat und hessische Heimstätte ersuchten um eine geM«f)e Unter- tützung und zwar für Hess. Heimat 10 000 Mk., für Hess. Heimstätte von 51 000 Mk. bei 5 Proz. Verzinsung. Der Kreistag sprach seine Geneigtheit dafür aus. Die Ein­richtung von örtlichen V o r e i n f ch a tz u n g s k o m- Missionen, die vom Kreistag gewünscht war, ist sei­tens des Landesfinanzamtes abgelehnt worden. Einer drohenden Arbeitslosigkeit, die eine Rückwande­rung von Arbeitern aus dem Industriegebiet erwarten läßt, soll begegnet werden durch Ausbeutung der Boden- chätze des Kreises, namentlich der Quarzsteme ,sowie durch Pflege des Wegebaues.

vermischtes.

* Der Säureballon auf der Slratze. In einer be­lebten Berliner Straße fiel an einem Vormittag von einem Wagen ein Gefäß mit einer ätzenden Flüsfigkeit. Der Kutscher kümmerte sich mcht um feinen Verlust, sondern suchte erügst das Weite. Durch die Berührung mit der ausgelaufenen Säure sollen nun mehrere Personen und Pferde beschädigt worden ein. Einige Pferde sollen sogar eingegangen sein. Auch Radfahrer, die ausrutschten und hinfielen, erlit­ten Brandverletzungen. Jnfotzodessen liegen zahlreiche Schadenersatzansprüche vor und man hat auf Ermittelung des fahrlässigen Kutschers 5000 Mark Be­lohnung ausgesetzt.

Reise und Wanderung.

— Der ausgebtiebene Fremdenverkehr in Bayern. Wegen des geringen Fremdenverkehrs, besonders aus den Dalutaftarten Ländern, aber auch aus den übrigen Ländern, hat die demokratische Landtagsfraktion eine Interpellation im bayerischen Landtag eingebracht, die auf die schwere Schädigung der bayerischen Fremden­industrie und des Hotel- und Gastwirtegewerbes hin- roeift und die Regierung fragt, ob sie bereit sei, erleich­ternde Maßnahmen zu treffen, um die schweren Schaden abzuwenden und Auswüchsen in der Preisgestal­tung als auch übertreibenden Darstellungen und fal- fchenNachrichtenmit geeigneten Mitteln entgegen­zutreten. ___

Gotterdienftordnung.

Katholischer Gottesdienst.

S onntag, 18. Juni. Dom. >/,6, 6,'/,7 und 7 M., 8 Pfarramt m. 11mg., Pr. u. Segen, V-10 Kätheüralamt it. Pr., 3/«ll Chr. f. d. Jüngl., '/.12 M u. Pr., '/.2 A., 2 Chr. f. d. Jung fr., 4 Sakraments-Bruder, chaft m. Pr u. Segen, 7 A. i. d. Marienkapelle. — Stadtpfarr. kirche. 5'/, Kom., 5'/« M., 6«/< M. u. Korn. d. Jüngl., 8 erster Schulgd. m. Pr., 9V, Pfarramt m. Pr., U zweiter Schulgd. m. Pr.. 9*4 A. f. d. Jüngl.-Sod. d. Severikirche, l‘/i Chr. f. Jungfr., 2'/, A, 8 Fronleich. nams-A. Jeden Abend 8 bis zum Herz-Jesu-Fest em» schließlich Andacht. — Pfarrkirche zum heiligen Geist. 7 Fruhm., 8 Pr. u. Amt m. Kom., l/s5 Chr., 5 8L — Severikirche. Sonntags ’/»7, werktags 605 M. — Herz-Jesn-Heim. (Tag des Ewigen Gebetes): 6 AuSs. des Allerhl. u. M., 8 Pr. u. Amt, danach Betstunden, 6 Schlutz-And. m. Te Deum u. Segen. — Frauenberg. 5 6 6*It u. 7 M., 8 M. m. Pr., 9 Levitenamt m. Pr. u.. Aus's., nachm. 2 Pr. u. A. f. ö. Terziaren, abends V*8 Pr/ und Herz-Jesu-Andacht.

Evangelischer Gottesdienst.

Son ntag, 18. Juni. Fulda. Vormitt. 8 u. 9»/> Pfarrer Weber, 11 KindergotteSdienst. — Bad Salz, schlief. Vormittags 9'/, Sup. Ruhl. — Bieberstein, Vormittags 9 Pfarrer Reich.

Eoangel. landerbirchl. Gemeinschaft, $ulbn, stuttlarstr. 17.

Sonntag, 18. Juni. Abends 81/, Uhr Evangeli- fation. — Dienstag abends 8 Bibelstunde. — Donner,, tag abends 8*/« Jugendbundstunde. — Frertag abend» 8V« Bibel- und Gebetstunde. ___________

Markte.

= Schweinemarkt in $ulöa. Zu dem Schweinemarkt am Samstag waren 206 Ferkel aufgetrieben (Preise 700, 1000, 1300) und ein Läufer, der für 2000 Mark abgesetzt wurde. Der Handel war gut; es verblieb geringer Ueberftanb.

Amtliche Anzeigen.

Die Polizeiverordnung vom 23. Oktober 1916 siber Ab» änberung und Ergänzung der §§ 4l und 131, Absatz 2, ber Polizeiverordnung vom 18. Juni 1903 tn der Fassung ber Polizeiverordmma vom 7. Mai 1906, betreffend ben Verkehr mit Mineralölen, wird mit Wirkung vom 1. In» 1922 ab aufgehoben. Mik dem 1. Juli 1922 tritt die Polizeiverordnung, betreffend den Verkehr mit Mineraloien, in ber Fassung vom 7. Mai 1906 unter Erhöhung ber ira § 18 (siehe Fassung von 1903) festgesetzten Höchstgeldstraf, von 60 Mk. auf 600 Mk. wieder in Kraft.

Kassel, den 5. Mai 1922.

Der Obetpräfibenf: gez. Dr. Schwänder.

Wird verösfenllicht.

Fulda, den 10. Juni 1922.

Der Loudrak. 3. 23.: Polster.

die Jugend stehen, alle machen nach dem Dome zu Kehrt und ziehen in drei Säulen dem Hcmptporiale zu, wo die beiden äußeren Säulen halten und sich zum Spalier umwenden, während die mittlere Säule, die gebildet ist von den Gruppen 14—23, mit dem Aller- heiligsten am Schluß einzieht. Dann folgen ihr die spalierbildenden Gruppen und zuletzt tritt bte Jugend ab. Muß nur noch der Altar ein Meter höher stehen, bann wäre die Kundgebung imposanter als der frühere Einmarsch, der der Jugend und — den Frauen nichts brachte. — Diele wünschen den Altar vom StadtMotz weg. Mag er dritter Altar am Luckenberg werden!

Solle,

Rektor ber stadtpfarrlichen Schule.

Eingesandt.

Der vierte Fronleichnamsallar auf dem Domplatze — bas war ein Gedanke, der nur zu begrüßen war, be­sonders gewiß von allen Freunden der Jugend. Be­teiligt sich doch dieselbe, namentlich die Volksschuliugend, an den vielen Prozessionen in Fulda immer recht zahl- | reich und in musterhafter Ordnung. Sie hält auch bet der Fronleichnamsprozession über zwei Stunden aus — ] und nun sollte sie dieses Jahr das erste Mal bet einem feierlichen Segen unmittelbar zugegen sein und dem Kindersreund huldigen. Er wird es ihr wohl verziehen haben, als sie sich entfernte und am oberen Rande der Domplatzböschung bessere Plätze suchte, als es ihr lang­weilig wurde und sie allerhand Kurzweil trieb, da ihr Er- wachfene die Aussicht versperrten. Jugend muß etwas sehen, dann ist sie leicht zu leiten. Mit der Jugend muß das Neue geübt werden. Darum muh dasselbe rechtzeitig bekannt gegeben und in feinen Einzelheiten nötigenfalls mit den Lehrpersonen besprochen werden. Dann klappt es immer. So wurde in die Schulklassen „bmeinge- manscht", wie Zobeltitz in seinem Roman -Die Blu- chernichten" auf der ersten Seite dieser Zeitung Jo häufig sagt, und da mußte Unordnung entstehen. Die Gruppen, welche sonst beim Einzuge in den Dom Spalter büde- ten, müssen zum offenen Viereck, das Eingangstor dem Altar gegenüber, aufgestellt werden. Dann soll man nicht die MaUen vor die Knaben und nicht mehr als vier Reihen Kinder hintereinander aufftellen. Der Platz vor dem Altar nuch mit Stäben und Seil abgesperrt sem. Schilder zeigen an, wo die einzelnen Gruppen hmge- hören und verschwinden, wenn alles steht. Dann wird jede verantwortliche Person mit Freuden helfen und ihr Möglichstes zur Verherrlichung tun. Die Erwachsenen umrahmen den Kreis der Lugend und geben bem Bilde ben rechten Abschluß. Beim Einzug in den Dorn bleibt Lage, durch seinen Widerspruch die heilsamsten Dinge M verhindern. Wer so die Obstruktion betrieb, hielt sich vorsichtshalber meist in der Mähe mm Tur oder Fenster auf, damit er sich rechtzeitig den „schlagenden Eo:enbeweffen entziehen konnte. Frankreich aber ist bisher bei seinem Veto gegen die FriedenspoliÄ n-cht ernst, ich bedroht worden. Die Pariser Machthaber ge­fallen sich vorläufig »roch in ihrer Isolierung. Wir wollen ihnen auch gar nicht römischen, daß ihre Ge- wÄtpolrtrk durch Gewalt gebrochen wende, fordern war­ten vielmehr mit den heimkehrenden Bankiers auf d'N Durchbruch der Vernunft von innen heraus.

Warum nmh die Sache in gerne inoerständlicher Weise besprochen werden? Vor allem deshcLb, um zu verhüten, daß snh die alte Verleumdung sestsetzt, die Regierung oder die Reichstags Mehrheit sei schuld an der neuen Hcimsuchimg. Umgekehrt wird ein Schuh doraus. Die Minister und der Reichstag haben das Bestmögliche getan, um Deutschland kreditfähig zu machen.' Sie haben auch erreicht, daß die versammel­ten Weltbankiers uns alle gegen die eine Stimme förm­lich und feierlich erklärt haben, die finanziellen Bedin­gungen für eine deutsche Anleihe seien jetzt so günstig, wie niemals vorher seit Beerdigung des Krieges. Hört, hört! Das mögen alle Deutschen beachten, wenn die radi­kalen Hetzer ihnen einroden wollen, die Ersüllungspolifik habe bankerott gemacht- Nein, die kluge Politik von Dr. Wirth hat den Zusammenbruch Deutschlands ver­kostet und hat uns trotz Frankreich noch die Mögllch- keit der Erlösung gerettet. Wir wären ja von allen guten Geistern verlassen, wenn roir uns jetzt hinreißen lassen wollen zu Ungeduld und Unruhen. Das würde eine sog. Katastrophe herbeiführen, aber zu unserem eigenen Verderben und zur Freude der Pariser Kampf­hähne. ~

Darum sage ich: Schickt euch in die Teuerung, die uns vorläufig mit neuer Scharfe Herrn sucht! Schickt euch darm, ihr erwerbenden Männer und chr rvict- schchtenden Frauen! Man kann sich noch manchen Luxus entsagen, um das Notwendige für den Lobens­bedarf zu retten. Je besser wir uns auf die Kunst des sparsamen Wirtschaftens verstehen, desto schneller wird diese Prüfung vorübergehen. Die Geldverleiher sagen ausdrücklich,'daß sie rovederkommen wollen, so-

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halb Frankreich mit sich reden lassen nftll. Di^ei Augenblick wird schon kommen, denn di« Frongosw brauchen auch dringend Geld, und das können sie mchk aus einem brankerotten Deutschland herausholen, woy aber aus einer deutschen Wellanleihe.

Noch eine Erroägmig für den Prioatgebvauch. Das Deutsche Reich muß pumpen, um aus der MgsnWarü. gen Bedrängnis herauszukommen. Jede Anterye ch ein Hebet; doch ist sie notwendig, wenn ein noch M» ßeres Hebet oder gar der Zusammenbruch nur d-ad-urck vermieden werden kann. Daraus folgt jedoch keines­wegs, daß auch der deuÄche Bürger sich auf das Schick demimchen verlegen darf. Nein, die Pumpe darf tutt dos letzte Msmittet im äußersten Notfall fern. sich leichtfertig in Schulden stürzt, macht sich des Durch halten noch schwerer, wie es so schon ist. Denn o< Schulden drücken nicht bloß auf das Gemüt und d» Arbeitskraft, sondern verursachen auch neue Koster und Lasten, die bald über die Leistungsfähigkeit hin ausgehen. Also überlasse dem Batevlande die Kredit. Hilfe und hilf dir selber durch Sparsamkeit und Fleiß So kommen wir durch bis das deutsche Gell) wiede mehr Wert hat.

— Merlei Weisheit. Früher gehörte der Trom peter auf den englischen Kriegsschiffen ynn Offizier korps. — Der erste preußische Admiral, Prmz Adas bert, führte nicht den Titel „Admiral der preußische, Flotte", sondern „Admiral der preußischen Küste". - Es gibt in der ganzen Welt 31 Orte, die den Name» Berlin sichren, 22, die Hamburg heißen, 14 mit Na­men London. Auch Belgrad, Odessa und andere Groß- städte kommen mehrfach auf der Erde vor. — In kei­nem Lande der Welt vermag man derartig wirkungs­voll« Scheinwerfer herzustellen wie in Deutschland. — Das ehemalige russische Reich umfaßte ein Sechstel der gesamten Landfläche der Erde. — In England bezogen schon im Jahre 1907 über 1 700 000 Personen Armen- unterstitzung, d. i. fast 5 Prozent der ganzen Bevöl- kenrng. — Die Russen und Türken haben schon sieben große Kriege msteinander geführt. — Die größte Mühfe der Welt gibt es in Cabrail in Frankreich Sie kann täglich bis zu 7000 Zentner Mehl Herstellen mos