Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer Zeitung

der Welt!

DermWcs,

*

MU-

tz

5kecksnpser6-5elkS

1 die beste Lilienmilchseife V. Bergmann & Co.« Radebeul Öberall ro haben.

sailler Fr eden nieterzutveten.

Inzwischen kamen Deutschland und Rußland immer näher. März 1921 fand in Moskau die GrünLuugs- sitzuing derGesellschaft für deutsch-russische Einigung" statt, die die Vorarbeiten für ein wirtschaftliches Zu­sammengehen von Deutschland und Rußland leisten sollte. Es fehlte in Rußland auch nicht cm Bestrebun­gen, mit anderen Ländern, selbst mit Frankreich an- ^uknüpfen. Während schon in Berlin über einen wrt- schchitichen Vortrag mit Rußland beraten wurde, machte Poincare in der Kammer die Mitteilung von den russ. Anknüpfungsrersuchen durch eine mysteriöse, verschleierte Dame, de natürlich erfolglos blieben. So war der Boden für eine deutsch-russische Verständigung bereitet and der Vertrag war schon aue-^earbeitet, als Deutsch­land in Genua auftrat. Unter dem Druck der DechLt-

noch ein gutes Buch das billigste und sicherlich bauen» wertvolle Geschenk - wendens für wertvolle Men, fitzen'. _______________ __________________

prvoinz Porto Alegre z. D. besteht seit bald 10 Jahren das Seminar von Sao Leopoido mit augenblicklich 310 Zög­lingen, darunter 60 Philosophen und Theologen. Jähr­lich M das einstweilen nur 8 bis 10 Priester, im besten Falle, für fünf Diözesen mit einem Gebiete größer al, Preußen. Und das ist das größte Seminar von Süd- Erika! Daher ist die Hauptsorge der Bischöfe die Aus­lese nrib Heranbildung von Seminaristen. Aber nicht olle haben so günstige Bedingungen wie Porto Alegre mit sei­nen deutschen und italienischen Kolonien. Ohne die Her­anziehung vom ausländischen Klerus, vorzüglich der Oe» denslsute für Seelsorge und Unterricht käme die brasifia« nische Kirche deshalb nicht vorwärts. Es Ft aber eins erfreuliche Tatsache, daß m Stadt und 2am£> die Bereit. Willigkeit zur Aufnahme des christlichem Samens sehr groß ist. U überall erstehen neue Kapellen und Kirchen, in den Drschöfsstädten auch schöne, zum Dell herrück)e Kathebrälen, wie die großartige, gothische Kirche des Erzbischofs von S. Paulo, die ihrer Vollendung entgegengeht.

Es ist aber auch höchste Zeit,' sich der Ernte an3i> nehmen! Denn vom Norden kommt eine wahre Flut nordomerNanischer Se?tenpmebioer, die mit Geld und Bibel bewaffnet, dem unwissenden Volk, zu dem auch ein gro­ßer Teil der Gebildeten gehört, ein Evangelium predigen, das nur Scheinchristen erzielt. Ihre Tätigkeit für die Jugerjd schasst ihnen viele Freunde, und ihre Schulen, die Torhallen ihrer Tempel füllen sich. Vergebens erheben die Bischöfe ihre Stimme; sie setzten sich überall fest, ge­stützt auf den Einfluß d:s Dollars. In frecher Heraus­forderung des koihost schen Gesühis suchte sich em solcher Prediaer das bochilionische Kevelaer und Lourdes zur Wohnstätte aus, um da einBethcms" zu errichten. Im Staate Sao Paulo liegt der von jährlich 80000 Pilgern besuchte Marien-Wallsahrtsort Apparecida, ein kleines, aber ganz katholisches Landstädtchen. Eines Tages zeigte sich, gerade der großen Wallfahrtskirche gegenüber, das fremde Gesicht eines barilosen Amerikaners, und über der Türe des chöuschens, vor dem er stand, die Aufschrift: Bethaus!" Dergebens war der Einspruch, die Erbitte­rung der Boykott der Devöberung. Der Zorn der Pilger schritt zur Gewalt und vertrieb den Eindringling. Er kam aber wieder, unter dem Trutz von Säbel und Ge­wehren der Stoateregienmg von St. Paulo; und »cht lange wird, dauern feit jenem letzten Sanuartogc, so wie» er auch Schüler und Schöflem haben.

befreundet, hotte zwar berrchigende DersicherMgen über feine Stellungnahme zur Kirche gegeben, und es kam ihm zu statten, daß auch auf der. Gegenseite die Loge ver­treten war. Trotzdem fiel er glänzend durch. Da es aber nicht unwahrscheinlich ist, daß hinter ihm die ganze Macht der Maurerei steht, so muß man damit rechnen, daß der neue Präsident scharfe Opposition finden wird, dir selbst vor ®rroafttätigfeiten nicht zurückschreckt.

Das nächste Ziel der Loge scheint, wie überaß, die völlige Verdrängung der Kirche aus der Volksschule zu sein. Die Verhältnisse liegen ähnlich wie in Frankreich. Neben den Staatsschulen, wo religiöser Unterricht anrsge» schossen ist, bestehen verhältnismäßig viele Privotschulen, 3241 gegenüber 10 449 Staatsschulen und 2351 Munizi- palschulen. Namentlich die deutschen Kolonien im Süden haben viele Privatschulen, wo der Religionsunterricht selbst- rerstöndlich erstes Pflichtfach ist. Gegen diese Privatschulen richtet sich nun der verschleierte Angriff. Indem für Ge- sinnungsföcher verkangt wird, daß der Lehrer geborener Brasilianer fei, werden viele, ja die meisten Schulen hart betroffen^ wo ausländische Ordensleute oder elngenxmbeite Laien unterrichten. Doch das kümmert die Loge wenig. Wenn nur die Kirche geschädigt wird, mögen auch nach 2% Millionen Kinder des Landes ohne Unterricht auf­wachsen und der Zustand fortdauern, daß zwei Drittel der Brasilianer weder lesen noch schreiben können!

Düse unterirdischen Strömungen verderben bie besten Abrichten bei Stetsregierungem, die der Stimmung der Tolk-mrhrheit gemäß zur Freundschaft mit der Kirche ge- drängt werden. Bei CnrenmArert, Weihen. Reisen von Dischösen (ar.b deren haben wir über 60) nehmen die Renienmgen offen JrteiL Sei der Ernennung eines Lan- tesfintes^zmn Bischof von Pelotas, dem äußersten Süden des Landes, feierte der Staat Cerna im äußersten Norden herzliche Feste, und der PräsDent gab dem scheidenden Bischof auf Kosten des Staates einen Vertreter der Re- gienrng zum Begleiter für die Reise, die einen ganzen Monat in Anspruch nahm, die Rückfahrt nicht gerechnet. Die gleiche herzliche Freundschaft zeigte sich auch bei Ge- | legenhest der Traue.feierlichkeiien für Papst Benedikt XV.

Und doch dürfen diese äußeren Zeichen nicht falsch rebeutet werden. Nm der Anfang, die Spitz« der kirch- lichen Organisation ist geschaffen. Es fehlt den Bischöfen an Klerus, an Kochen, an Mitteln der Seelsorge. Die ! mengen Seminar en sind schwach besetzt, und auch da rote« * gen die Kolo-üstensöhne vor. Für die südlichste ÄuZ

Deutschland und Rutzland.

Bon Studienaflesior Weber-Fulda.

. Wenn die nachfolgenden Ausfüh­

rungen nach unserer Ansicht Die Be­deutung des Rapallo-Lertrages sur bte allgemeine Entwicklung der europäischen Politik wohl etwas zu hoch einschätzen, so ßeben sie über die tieferen Zusammenhänge wertvollen Ausschluß.

M 136.

Donnerstag, 15. Zunt 1922.

Glas, Porzellan, Haus- und Küchengeräte lmkÄ Wterd W$ Fulda Fernruf 773.

Seit einiger Zeit besucht ein Herr kurt Berte au nfulba die Besitzer von Wasserkrastanlagen und F.sckiere" elgeniümer unter der Angabe, daß er vom Befirksausschutt komme und die Anträge für (Eintragung von Fischerei- un» Wasierrechten annehme. , ,

Er gibt autzeidem an, Geometer zu fein. Die gemach e$ Angaben stimmen mit den Tatsachen nicht überein. Ver­schiedene Filchereiberechtigte und Triebwerksbesitzer haben| n Berke Aufträge erteilt, obwohl ihre Rechte gar nicht ein- tragungspflichiig sind und sie haben sich dadurch erheblich unnützigerweife in Unkosten gestürzt.

Ich warne vor Berke, der sehr unzuveriWg ist und weise bte Triebwerksbesitzer darauf hin, daß sie in Zweifels. ' sollen auf dem hiesigen Kutturbauam! Rat erhaüen können.

Fuid a, den 1 Juni 1922.

Der CanbraL 3. D.: Polster.

Unter den Schafherden der Gemeinde Gberu Hausen^ Kreis j)ünre b, ist die Räude anrgedroche«.

Fulda, den 7. Juni 1922.

Der Laubrat. 3. D.: Polster.

Der Hüttner und Gemeindererbner sfr an; Joseph Eolb», hach von wijfels ist als ®r sfd.äfoer für den Gemeinde- bezirk wisie'r auf Widerruf bestellt und vereidigt worden, Fulda, den 7. Juni 1922.

Der Laubrak. 3. D.: Polster._____________

Qtn/ meidet aus Wittenberge: Raqoem ern vor kurzem das Torf'ow einem Brande zum Opfer I gefallen ist, ereignete sich am Sonntag im Nachbar- dorfe Capern bei Schnakenburg an der Elbe eine zweite B randka tastrophe, die auch dieses Torf fast ganz in Asche legte. In den Rachmtt» I tagsstunsen, als die Dorfbewohner an der Beerdig- unac feier des bei dem Rösower Bicnde tödlich der- I unaluckten Gastwirts Rieck teilnahmen, ertönte Brandalarm. In kurzer Zeit stand ein großer Terl der Gehöfte des Dorfes unter Flammen. Fünf Anwesen mit großen Elntevorräten und L0 Gebäude I wurden eingeäschert. Man fuhrt das r^uer am I Brandstiftung zurück. Innerhalb einer SEmte wurden in der Altmark und auf hannoverfchem Ge­biet über 50 Gtbäude durch Feuer zerstört.

* vlumenerpork Im Flugzeug. Die Gärtner von Boskoop in Holland bringen ihre Kunstprodukte jetzt mit dem Flugzeug nach London. Die Diu- men werden abends geschnitten, morgens in aller Frühe verpackt, per Auto nach dem Flugplatz ge­bracht, mit dem Flugzeug nach London transpor­tiert, wo sie wiederum mittelst Auto vom Flugplatz in die einzelnen Geschäfte verteilt werden. Mit­tags um 12 Uhr kommen sie schon zum Verkauf, zu derselben Zeit, zu der auch in holländischen Städten frische Boskooper Blumen zu haben sind. Vorher hatte man festgestellt, daß die Blumen den Flugtransport ohne Schaden vertragen.

* Dsicher als Hochzciksgefcheoke. Unter den Hoch- zeitEfchenken der jüngst vermählten englischen Königstochter war der zehnte Teil Bucher. Die englische Derlegerzeitung zählt ungefähr 100 Buchtitel ter geschenkten Werke auf. In dieser Auswahl befin­den sich viele mehrbändige Werke, meist aus dem Ge­biete der Natur- und Kunstgefchichte. Und m Deutsch- land? Da schenkt man Bücher zur Hochzeit nur selten oder auf besonderen Wunsch. Man könnte ja sonst scheel angesehen werden. Auf den Gedanken, daß man neben das Luxusgeschenk auch noch ein gutes Buch auf den Gabentisch legen kann, sind bei uns bislang I erst wenige Laute gekommen. Und doch ist auch heute

Neue Bücher.

.ÄÄWÄÄä ÄÄSSÄt» SachreMer. Herausgaben von Dr. Ioach r m R em- me. Volksausgabe, Preis 7,50 Mark. Vertag tefl Mrherscken tzo'buchhandlung, Max Ltaercke. ^etiuoid. Mtt dieser leichtverständUch gehaltenen ^rbett hat dcr Verfaffer zweifellos der deu.schcn Mreterichaft Guter geboten. Das neue R er ch s mretengeseA bietet so viele Umgestaltungen in dem rechtlichen -^rhaltmS zwischen Mieter und Sermteter, daß sich nur der von Schaden bewahren kann, der sich eingehend mit Den Bestimmungen vertraut macht. Der Perfasfer iagt selbst in seinem Vorwort, daß die Folgen bes Ge,etzes in ihrer ganzen Tragweite noch nrcht zu übersehen find. Das aber sieht fest. Es greift tn das gettenbe SWteU und Wohnrecht aller ein. Es ist von größter Wichtig», leit für Mieter und Vermieter und wird aus Jahr« hinaus die einheitliche reichsgesetzlrche Grundlage für die Regelung der Rechtsbeziehungen zwtlchen rhnen bilden in bezug auf die künftig um ein Vielfacher höheren Mieten, also die Berechnung des MietzrnseS

Nisse, um nicht völlig «--geschaltet zu DeriMmch sich . die Frucht des Dertragse nicht aus der Hand gi t ten $u lassen, wurde der Vertrag dann> m ten Oster- tagen in Genua von Rathenau unterschrLteu und DetDSSd| besagt der Vertrag nicht viest | eigentlich nur, daß beide Feinde einen Strch terrch d« Dergangerchrtt ziehen wollen, daß ste auf Bezahlung vonD^kriegs- und Kriegsschulden berzichtenwollm. Diel wichtiger sind die Folgen, die tzaraus entst^>en können, wenn ter Vertrag mm werter --^sgebwÄ mrd.

Unsere Ostorientierung ist lcht mel lmchter mch^ein­facher als vor dem Kriege. BetLe Lunter Mitzlond und Deutschland, sind durch den Krieg zerschmettert worden, bette werten von ter ®dt hingestellt und beharrtest. Dtes fuhrt zunächst die Lan­der schon zusammen. Rußland hat mele R-chprodukta, Deutschland die Technik und dte Mltete Arbeitskraft, sie zu heben und zu verwerten. Der PcmslWNsmus, ter em Zusmnmcnmteiten.beiter Lauter so sehr ^ schwert, ist untergegangen m « und im Sumpf des Elends. Der °stmetchischrusslsche Gegensatz ist zusammen mit der Habsburgernmcht und den Bolkan-Äsprraüonen des zaristische Rußlands verschämten. Der ruff.-türk. Gegensatz in ten Dar- dcmcllenfraaen ist verschwunten. Der W^zum Mtt- telmeer gcht nun nicht mehr rter BsrLrn, sontern uter England. So sind die Aussichten, dte ter Rapallo- vertrag bietet, die günstigsten, tee man sich denken kann. So ist es auch nur zu erklären, daß tee teut che R-Fi->t"-.ig tn diesem Punkte zum ersten Male das ge­samte Doutlchland einheitlich hinter sich fand.

I Dn Vertrag ist unter ten günstigsten Voraus­setzungen geschlossen. Möge er die Drücke b..ten dte hinüber führt in rote neue Aera ter teutsMN ftlbst.n- dieen Vvlstik und dam'st des deutschen Ansehens m

naturnotwendigen Drang mußten ^"anerkennen, es war ter verhängnisvolle Fchler u^erD^wmau ,

daß wir das nicht berücksichtigten, der K^npunkt des Dismarckfchen Rückversich«rungs°ertra^ hmie m ter «Heimen Klausel bestanLenl Wahr«Ä> bwherimir Lnglänter und Ocsterrelcher sich teeftm Sweten nach dem Mittelmeer entgegen ^sctzt. teuen krt£te durch iehte Verbindung mit ter Burket ter deutsche Ka.ser E nteionS^b der Russen von England ab auf TWhWanb iodaß sich der Russe immer mehr sagte, m« übe. Saat chfiere Orrentpolitik war eure ter Haupt- &?mitÄem SiM-ch-ft W* i» bannsun^ffiä-i.^ UmwÄzlmgM hMar-

«rufro Rußland und Dsutschland liegen zerschmettert ^sjßeil Rußland und Deutschland gleich tr/rrpn fhront England in Konstantinopel und

toL Jetzt haben sich nun beite Volker wieder »»i» M«ch-».di»-«. tXr tem Einfluß des PanslWismus, was das krufer- liche Dcutlärland durch ferne Zerfahrene Aubropolitik vmchuldet haben, das hat ter Rapall^ertrag M Me­ter autaemacht. So ist es auch ratchi erLarlich, datz Srate SteÖ - Lloyd George ütei Men 83er- frag so sehr empört war.. Der FemÄmnü war um so mehr empört, als er bet femergrrozenlosenMtg- achtung Deutschlands diesem Laute, das er mtr m.t Fußtrstten Zu behandeln gewohnt war, eme solche akuve

I Poliük nicht im entfernten zugetraut hatte. Daher auch die Ueberraschung im andern Lager!

I Untere Mehr«ng an Rußland ist (etter reich ch d ^folqt Schon während des Krieges hätte eine Lrttfchauende Politik die wir allerdings nicht ge- ' habt baten ten Fehler ter Dorknegspalrtck Meter out machen u-rd selbst unter größten, Opfern em Em- schwenken Rußlands herbeiführen muffen. Unter wel-

I rf^n Bedingungen die möglich gewesen ist, laßt jlch teufe nicht übersehen, da alle Deröffentlchmtgro^ dar­über tendenziös sind. Wie tölpelhaft unfne auswärtige Pglitik corging, ?etgt der Friste von Brest-Lütowrk, der mit seiner RandstaatenpolitN ter Entente die glänzend­sten, kaum wieder gut zu machenden Dienste erwies.

Nach dem Kriege machten sich in Deutschland außen- polWch zwei Strömungen tetr erster. Die eine fortert tee sog. Kontimntallpolitir, die den europäischen Kon­tinent für den Wiederaufbau und die zukünftige Aus­gestaltung ter Außenpolitik z-chammenfassen will. Ihre Spitze richtet sich gegen England, das m feiner WÄtmachtftellMg keine europäische Macht mehr fe:n imö gecen Mßla-Nid, das nach Asien gewiesen tceruen sollte. Wenn dieser Kontinentalblock auch eine gut tvtrt- slbaftliche Basis zur Grundlage hat, ja durch sie ge» rateti gefordert wird ,so ist er doch vollkommen un­möglich infolge der psychischen Einstellung ter Völker | in Europa, vor allem von Dsutfchland und Frankreich. Dadurch' wird nebenbei bemerst wieterum klar die Verkehrtheit einer rein materiallstllchen Politik wie I Geschichteaussasiung bewiesen. Die andere Strömung fortert die Orientierung nach dem Osten und knüpft an an die geschichilche Tradition des deulsch-russischen Zusammenschlusies im 19. Jahrhundert, der Preußen-

1 Deutschland feinen Ausstieg verdankte. Am 27. 3uh , I werten es zwei Jahre, daß ter damalige Außenmini- i I fter Simons ferne Aufsehen erregende und vielfach stark : I artgefeirttete große Rete im Reichstag hielt, in ter er - I die Möglichkeit einer selbständigen deutschen Außen­politik konstruierte und aui Rußland hinwies, testen Sowjet-Regierung wir ja fiten durch die Tatsache des Friodensschlusfes von Brest-Litowsk anerkannt Höften. Damals schon konnte man in den französischen Zeitun­gen die Angst vor einem Abschluß eines wirtschaftlichen, politischen und militärischen teutsch-russischen Vertrags erkennen, ter nur ten Zweck haben könne, ten Ver-

vries aus Brasilien.

Die Icchrhullterkfeler bet Una&bängtgfdf. Milwlikung I bet Kirche. Umtriebe bet 5reimautet. Die Präsiden- I keawahl. Der Kampf um die Schule. Priester- I

mangel. Norbarnerikanstche Sektenprediger.

Aus Porto Alegre wird ter Katholischen Kone- I ^ontenz geschrieben:

Zroei Dinge stehen feit Anfang des Jchres tm Vorder- I «runde des öfserrtlichen Lebens: Die Jchchuvdettfeier ter I Unabhängigkeit Brasiliens durch de Losreißung von Por- I iugal und ter lieber gang der höchsten Gewalt in die Hönde I des Siegers bei der Präsidentenwahl vom 1. März. Beide I vollzichen sich unter Umständen, die auch für bas kirchliche I Leben des Landes bezeichnend und von großer Bedeutung I find.

5m September des Jahres 1822 hatte die Partei der brasttianischen Nationalisten, an ihrer Spitze mertmüräger- tceife Dom Pedro, Kronprinz von PovtUHÄ und Reichs- verroeser im Königreich Brcrsilien, die Unabftäng-'gteit des gartes ausgerufen. Um die Krone der rechen, großen Ko'onie seiner Familie zu retten, stellte sich der Sohn des j fiSnics von Portugal in kühner Ertschlofferh-it, aber auch : m Einverständnis mit ber Freimaurerei, selber an die

der Freiheitsbewegung. So tarn es, daß die Re- volM'on ein Kaserreich gebar, und erst 67 Jahre später, m,ter Dom Podro II. und Dana Isabella, führte die Soge fen letzten Schlag, ter im November 1889 das Kasterrsich In einen republikanischen Bundesstaat nach dem Muster von Nordamerika verwandelte.

Um nun jenen Tag der Unabhängigkeitserklärung durch den Prinzen Dom Pelno würdig ju feiern, sind umfassend« Vorbereitungen tm Gange, bei denen Staat und Krrch- zusammenwirken, als ob nicht durch die Berfasiung Kirche imd Staat getrennt wären! Schon am Feste der hl. drei gönige eröffnete Rio de 3<meiro den Reigen der kirch- sichen Deranstaltungen mit amtlicher Beteiligung der höch­sten staatlichen und mliiärischen Würdenträger. Den stöhepinikt ter Festlichkeiten sollen aber religiöse Kund­gebungen aller Diözesen am ®ebäif)tni5tage selber, am 7 September, bitten. Dieses Zr amn.enrofclen von Staat und Kirche ist wieder ein Deweis. wie der katholische Ge­danke in ronranisch.m Ländern immer mächtig reru'9 ist, um auch die feindselige Politik ge erenttich Ju entwaffnen. Freilich, diesnta! ha-t der Vorteil davon, und

* «wei Söhne ermorden ten Baler. In KnopperS- dorf bei Magdeburg ist der Bäckermeister Schaof tn der Sonntag Nacht von seinen beidm Söhnen tm Alter von 19 und £0 Jahren, dte von etnent Tanrveranüaen kamen, tm Bett erschossen worden. Die Mörder sollen von der eigenen Mutter infolge Familtenzerwürfnissen zur Tat angesttftet worden fein. ...

Heimsuchung durch Feuer. Dte ,Magdeburgtsche meldet aus Wittenberge: Nachdem erst vor

Das wichttsste Ereignis für DsutschLmä» ,

nach dem Kriege ist der Rapalto-Be>ctrag. , D^ch ihn ist Deutschland wieder in !ur Dahn Much- , 2n, die das gmize vorige Weiter WM Meußen-DmtschilmS verfolgt hatte urL erst Ut Ente , des Jahrhunterls zu seinem Unheil verlassen .

S-st den DesreLmgskriegen stauten Pr«tMn mch Rutzumd tm engsten Euwerstandms.

Ziehungen und gemeinsame staatliche

Hauptsaktor in diesem Verhältnis. DveNwse 1^6 und 1870-71 famten Rußland in u^wollALer Neu- tralität gegnÄlber Preußen, wodurch. Msmarck feine großen Erjolge gesichert wurden. Auch m den 7ter ücch- icn herrschte das engste Emverstanteris zwischen I Deut chland und Rußland. Aber cllmahLtch machten sich I in russischen Steifen Strömungen temertterr, die dieses I ZirsammenHchen gefährden sollten. ©re panflo» I vistischen Bewegungen, fcrete I

rar.scheu Charakter trugen und «st allmähuch ms po­litische Fahrwasser steuerten. Zunächst konme dtese I Strömung die guten Beziehungen teeintrachttgro, l aber durch ten Berliner Kongreß von 1878 «chtelten ste I Oberwasser und zerrissen das akfe fteunuschastl chr Band. I Rußland hatte m dem Kriege gegen die Türkei große Erfolge ernmgM und im Frieden zu St. Stefamo von I ter Türkei beträchtliche Gebietsftrecken am Balkan und Kleinas.en erhalten. Aber England und Oesterreich waren rocht gewitzt, Rußland diese großen Erfolge zu- zugestehM, und als sich die Sage zu einer europäischen Krisis ?uspitzte, fand sich Rußland bereit, die Abr-achun- ?:n ven St. Stefano dem Urteil Europas zu unterwer- n. In Berlin fand der Kongreß statt, auf dem ter

Friede revidiert wurde und Bismarck denehrlichen Lttakter" spielte. Die Verhandlungen endigten mtt einet unleugbaren Demütigung Rußlands und erweckten in Rußland große Erbitterung gegen Deutschland, da es fich so wenig von Deutschland trotz seiner wohlwollenden Haltung 1866 und 1870 unterstützt sand. Es hatte sich gezeigt, daß das neue Deutschland sich nicht als Schirm und Schild der russischen Machttestredungen im Orient gegen das übrige Europa gebrauchen lassen wollte. Die schroffe Haltung gegen Deutschland zeigte sich bald in ten Deutschenverfolgungen in den baltischen Provinzen.

Um sich gegen die russische Gchchr zu sichern, schloß | Bismarck 1879 das Schutz- und Trutzbüttdms mtt Oesterreich, dem sich später Italien cmschloß. Schließlich gelmg es seiner Politik auch wieder, eine Entfremdung -w schen Rußland und England zu benutzen, um 1887, vielleicht schon 1884 den vielbesprochenen Rückversiche- inmgsvertrag mtt Rußland zu schließen, in dem sich beide Reiche wohlwollende Neutralttät versprachen, wenn sie von einem Dritten angegriffen würden. Deut ich land war dadurch vor einem Angriffe Frank­reichs, Rußland vor England oder Oesterreich geschützt.

1890 unterließ es die deutsche Diplomatie, dte'en Rückversicherungsvertrag 3« erneuern, und das ist ihr vielfach zum großen Dorwurf gemacht worden. Jeden­falls trieb die Kündigung dieses Vertrags Rußland tn die Arme Frankreichs. Am 20. August 1891 wurde die französisch-russische Allianz geschlos­sen. Formell hatte dieser Vertrag zunächst wenig Wert, aber ter Dolksjubel, mit dem damals die russischen Ma­trosen und Zar Nikolaus in Paris empfangen wurden, und in dem Revanchetöne vernehmlich genug mitklan- oai, zeigt doch, wie die Franzosen darüber dachten.

Es hat später mcht an Versuchen gefchlt, ein gutes Dechättnis mit Rußland wiederherzuftellen, aber durch fein enges Bündnis mit Oesterreich sowie später mit ter Türkei waren diese Bemühungen, was ja eigentlich fellbstverständlich ist, erfolglos. Namentlich durch die Verbindung mit der Türkei war jede Verständigung mit Rußland ausgeschlossen. Die spät gebaute, dem Eis ausgeietzte Stadt Petersburg war für Rußland ein künstlich geschaffener, schlecht gelegener Mittelpunkt. Sein wirtschaftsicher Schwerpunkt liech im Süden. Dort versperrt ihm aber die Türkei ten Ausweg. Nachdem fein Drang nach dem Osten durch die Eroberung von Port Arthur durch die Japaner eine Grenze gesetzt Har­ten war, trat seit 1905 um so heftiger wiederum das Streben nach kern Süden auf. Diesen berechtigten und

Gollerdienftordnung.

D o n n e r s ta g, 15. Juni. (Froni eickmamSfest) ©om, Vä6, 6 u. * l/.7 91., um 7 Pfarramt m Segen 8 Euchost Hochamt, danachFronfeichiiamsprozeiston /«12Lt ohn« Br '/»3 A., 4 Bifchöfl. Ve.per. Stadtpfarrlirche. 5«// Som., 5»/« M., 6'/< M. u. Korn. d. Sakraments. Bruderschaft, 7 M. f. Schulkinder, 8 M., nachmttt. 2 fe Bruderschaft v. bochw. Gut. (An den übrigen Tagen der Oktav rst abends um 8 Fronte,chnamS-A.) Pfarr- kirche zum hl. Geist./,7 Fruhm. -/-8 ^genSamt m. Korn, 5 Andacht. - Severrktrche V,7 SR. Frauenberg. Wegen der Prozeftion tn der Stadt ftnö bte M. v. 5i, lM Levitenamt in. Auss.; ferner noch M. um 8, 9 u 10, nachm. 2 feiert. Besper u. fatram. Segen. AbendS V.S Pr. u Herz-Jesu-Andacht. (In der Fronieichnamso.'tav ist während der Konventsmefle gegen gi/t AuSs. deS Allerbetligsten, nachher sakram. Legen.)

! Markte.

RSttfecb. kSchweinemarkt.) Auftrieb: 250* «ertet. Preis: geringe Ferkel 10001400 Mk., 810 Wochen alte Ferkel 18002200 Mk.

H verleiht ein roelge«, JagendfHidu

KrjMn B ITOBni Antlitz u.ein zarter schöner Teint

R® f SB ö ® 0 Alles dies erzeugt die allein echt« iMM

wie in, anderen Länbem, so leben auch hier viele kirchliche Würdenträger der Meinung, durch die Einstellung ihrer Kirchenpoliirk auf den nationalistischen Standpunkt, die Sache Christi zu förtem. Für den Augenblick ist der Er­folg auch sicher.

(Das hindert aber nicht, daß unter ter Asche ter unver­söhnliche Haß der Loge weiterglimmt, und die Irrtümer falscher Dellanschauungsn, rote der Positivismus, hallen noch manche roohlgesinnte Politiker in ihrem verderblichen Banne. Es wollten weite Kreise des katholischen Doller zur Verewigung der Jahrhundertfeier eine Riesenstatue des göttlichen Herzens Jesu auf dem Berge Coreovado errichten, ter Stadt und Ducht von Rio te Janeiro be­herrscht und einen wunderbaren Rundblick über Land und Meer gewährt. Durch freimaurerische Umtriebe wurde aber die schon erteilte Crfcubms ter Behörden rückgängig nemacht; und dabei blieb cs, obschon eine feierliche Pro- trstschiist, unterzeichnet von 30 000 katholischen Frauen, bie Entscheidung des Bundespräsidenten anrief.

Doch ein offener Kampf reffen die Kirche würde heute fast das ranze Dolik in die Schranken rufen. Die Zoiten der Gleichrülttakett, wo d'e Kirche nn>d ihre Einck.chinngen roiterfprrchslos dem Gespötte freimaurerischer Auizüg« preisgegten waren, sind in Nord und Süd vorüber. Das konnte man recht deutlich auch dieses Jahr an den Fast- nachtsoerMsialtunaen sehen, die im Anfang der Republik selten ohne rohe Berhöhmmg des katholschen Glaubens verliefen. Heutzutage roärn hier vflent"ch? Darbietungen j wie drüben diePfarriMskomödie" undDas Gelübde" unmöglich.

Auch bei ter Präsidentenwahl haben religiöse Rücksichten eine große Rolle gespielt. Der amtlich von ten Parteien zuerst aufgesiellte Kandidat, Arthur Dernar- I dxz jst tzer Präsident von Minas Oeraes, er.nem ter

I größten und reichsten, aber auch religiösesten der 21 Staa­ten, die Brasilien aurmachm. Da trat ihm ein Gegen- ttmtebat in den Weg, Rllo Pec-ncha, ein tüchtiger, schlauer Politiker, der feit Jahren als Führer und Großmeister der | Lo^ beamtt ist. Er war cs, der als stellvertretender Arösidert im Jahre 1910 ten flücht-gro Jesuiten von Portugal, denen b'e Revoluttan nichts re'osim hatte «'s bie Rittber cm Leide, die Landung in Brasilien verbot, wohin die Heimatlosen <n:swantern wollten. Der Zwie­spalt fafjr-e tu 'rfiigen ParteikSmps-n. bei denen auch die religiösen Grünte^ sehr i" dfe ll-ogschz-x sielen. Mo j Peumhä, persönlich mit hchen kirchlichen Würdenträgern

Druck der Fuldaer üiertenbtntteeei in Sfnfta