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49. Zahrg.^

Mittwoch, 14. 2um 1922

beziehen sich zunächst auf die )er Erzberger-Mörder und °hre

dm.

aus dem besetzten Gebiet

aller

Sasernenbcuten. In Bad E m s wird

W WM! unteres WtKMtsleta.

Ein volkswirtschaftlicher Mitarbeiter Met uns folgende Ausführungen: /

Das deutsche Wirtschaftsleben wird vom Fieber ge­schüttelt, Not und Armut wachsen. Die Mehrzahl der, Bevölkerung ist auf der Jagd nach den unentbehrlich, sten Lebens- und Bedarfsartikeln, und kann rmmer weniger die Preise für das was man noch kaufen kann, erschwingen. Die Kartoffel galt vor dem Kriegs als das ärmlichste Nahrungsmittel, heute haben Millionen Volksgenossen nicht gaaig Kartoffeln. Es geht mcht an fre Dinge weiter laufen. zu lassen und zu denken: ,£s hilft doch alles nichts!" Vom Gehenlassen wird es, wie wir täglich erfahren, nur immer schlimmer.

Gewiß, mehrere Heilmittel haben nicht geholfen, weil sie sittliche Gesinnungen und Willenskräfte roraus- fttzen, welche die Mehrzahl unseres Volkes leider Nicht

Geholfen hat nicht der sozialistische Dor. schlag der Sozialisierung. Er stellt zu hohe Anfordemngen an die Menschen, weil er von ihnen Len

M mistigen Beratungen in Berlin Die Dekadenzahlungen gesichert.

getreuesten, mit Gneisenau, der durchaus sich nicht mehr mit der schönen, aber immerhin bescheidenen Stellung als Generalstabsches begnügen, sondern gern ein selbstän­diges Truppenkommando haben wollte, während man ihn doch als rechte Hand Blüchers nicht entbehren konnte. Drittens hat er Sorgen gehabt wegen einer schweren | Erkrankung seines Sohnes Franz. Und viertens und endlich hatte der greife Krieger es muß gesagt sein! Angst. Wenn er an die Lore dachte, brummte er immer wieder vor ftch hin:Dreimal lieber in die Schlacht, als vor die Giesin!"

So hat ers besonders klug ansangen wollen und eine Avantgarde vorausgeschickt. Eines Morgens tat er zum zweiten Frühstück einen guten Trunk, ließ sich sei­nen Piepkanaster behaglich mit einem gut gewickelten Fidibus 'anzünden, dampfte ein paar mächtige Wolken und sagte zur Frau Fürstin:Et helft allens nichts. Dri mußt zur Giesin in die Drachenhöhle. Leicht wird's nicht fein, aber du hast fone Art, Molchen . . . wirst sie am End' doch perfaabteren."

Die gute Frau Amalie war immer zur Hilfe bereit, und sie hat es insoweit günstig angetroffen, als sie Mur- ter Giese in eigen sanfter Stimmung antras. Sie war am Tag vorher aus Wien heimgekehrt mit Luise und befand sich in einer Art Rausch. Es war ja eine schreck­liche Affäre, das mit der großen Brandwunde der Ael- teften und Luise mußte einem von Herzen leid tun. Da­für jedoch ist sie Braut, und der Graf ist ein so vortreff­licher Herr und die Frau Schwiegermama eine überaus gütige Dame, die Luise lieb hat wie ein eigenes Kind.

Hat die'gute Frau Amalie, die Fürstin, herzlichst gratuliert und alle Details über sich ergehen lassen, bis sie endlich mit der Affäre Lore herausgerückt ist.

Worauf Mama Giefe gelacht hat, bann aus dem Nährasten eine zerknitterte Nummer derKöniglichen Privilegierten Dofsifch-n Zeitung für Staats- und ge­lehrte Sachen" herausgekramt:Ein sauberes Pflänzchen, i meine Lore! Das hier hat mir der Schuster von neben- I an heraufgebracht, weil ihn der Zufall just auch ans Brandenburger Tor geführt, als die Lore ihre Komödie aufgeführt. Dacht', es wird mich interessieren. Ist ja haarklein drin geschildert, grab daß die Schreiber unfern ehrlichen Namen' sgrtaelasien. .Eme junge, uorn-hme

Der Erzberger-Mordprozch.

Am Montag wurde das Belastungsmaterial gegen den wegen Beihilfe zum Morde an Erzberger rmgettagteu ^QpitänC'Cutnnnt v. Sv i 11 i n 9 c r

Verzicht auf eignen Profit verlangt und dafür selbst- loses Arbeiten für die Gesamtheit, also einen starken Gcmemsinn fordert. Diesen bringen auch die sozialisti­schen Arbettcr nicht -ms. Sozialisierte Unterueymen haben hartnäckig Unterbilanz. Früher ging es mit den Versuchen der Arbeiter-Produktivgenosfenschaf- ten nicht besser. Die darin beschäftigten Arbeiter woll- teil, wie ein Geschichtsschreiber von frühem englischen Versuchen schreibt, - allesamt mehr verdienen, weniger arbeiten imb niemanden ds sich selbst gehorchen. Den notwendigen Anreiz zum ergiebigen Schaffen gibt den allermeisten Menschen eben nur die Aussicht, selbst entsprecherchen Prostt davon zu haben. Daher hat der Sozialismus alsbald nach der Revolution völlig

abenteuerlichen Personen einen Anschlag ans die Der- fantmg von Weimar. Mit einem Federstrich setzte rien Kapp in einer Kundgebung die ReichsrMEg ab und sich selbst zum Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten ein, um schon nach zwei Tagen seiner Regierungsherrlichkeit unter dem Druck des VoVswillens das Gewehr in den Graben zu werfen und das Heil in der Flucht zu suchen. .

Bis vor kurzem hiell sich Kapp im Auslände auf, bis er, schm den Todeskeim in sich tragend, nod) Deutschland zurückkehrte, um sich vor dem Reichsgericht wegen seines Hochverrats zu verantworten. Gleich nach feiner Ankunft auf deutschem Boden mußte er sich be­kanntlich einer schweren Augenoperation unterziehen, die auf lange Zeit hinaus eine Verhandlung des Pro- zesfes unmöglich mackste, der nunmehr durch den Tod Kapps überhaupt hinfällig geworden ist. Neber die ; Episode des Kapp-Putsches hat sich damit hoffentlich, l der Vorhang für immer gesenkt.

Am Montag nachmittag sind in Berlin mit einer Chefbesprechung die Beratungen der Reichs­regierung über die durch den Abbruch der Anleihe­verhandlungen geschaffene Lage emgeleite worden. Die Beratungen waren bwher nur informa­torischer Natur. Staatssekretär Bergmann wird Dienstag vormittag in einer Kabinettssitzung über den Verlauf der Pariser Anleiheverhandlun- gen Bericht erstatten. . ....

Wann der Reichskanzler die Regienmgserkla- rung über die Verhandlungen mit der Reparations- konmnsston abgeben wird, wird sich erst in der Dienstagsitzung des Aeltestenausfchusses des Reichs­tags entscheiden. *

Wie die Blätter hören, ist die am 15. dieses Monats fällige Dekadenzahlung von 50 Millionen Goldmark an die Reparattonskommission gesichert, sodaß die Zahlung termingemäß er­folgen kann. Wie dasB. T." meldet, soll die Zahlung sogar bereits erfolgt fein.

3 DieVoss. Ztg." meldet, daß auch die am 15. Juli fällige Zahlung gesichert fei.

DerTemps" meldet aus Paris, daß sich das Garanttekomitee Ende nächster Woche nach Berlin begibt und mindestens 14 Tage dort bleiben wird, um die finanziellen Ueberwachungsmaßnah- men in die Wege zu leiten.

bet «eichsprSfident fit programmgemäß in München eingetroffen und in würdiger Weise durch die Behörden empfangen Wor­ben. Störungsversuche radikaler Elemente SMsen deutlich Lausbubencharakter und fielen deshalb mcht sonderlich ins Gewicht. r

Der Besuch des Reichspräsidenten auf der Deut- scheu Gew er beschau bauerte mehrere Stunden. Der Reichspräsident sprach wiederholt seine Anerken­nung über die vorzügliche Organisation der Msstel- fang aus. Am Nachmittag unternahm der Reichsprä­sident eine Fahrt nach dem Schloß Nymphenburg, I Bezi nro er einige Stunden mit dem Ministerprasi^nten griff Lerchenseld sich inmitten des Publikums im Sckstoßpaik T>lle erging. Dabei wurden zwischen dem- Reichspräsidenten | iinb Lerchenfeld auch die polittschen Fragen, die im Vordergrund des Interesses.stehen, erörtert.

Nach einer Meldung aus München tarn« es vor dem

feien schneidige Leute, die sehr Falls sie dis Tat begangen Motiv die Befürchtung, Erz- zur Regierung kommen können. Canter, der mit Killinger zu-

15 000 deutsche Flüchtlinge dis Fluchttmgrstellen pas­siert. Ob sie wieder an chre alten Wohnsitze zurück- kchren werden, ist zweifelhaft, da die deutschen Arbei­ter sich wegen des polnischen Terrors weigern, in die Betriebe zurückzukehren.

Nunmehr kommt die Vernehmung der Zeugen, die zur Organisation C gehören. Sie wer- den alle zunächst uno er ei bi g t vernommen. Der erste dieser Zeugen ist der 23jahrige Leutnant Liebig, der bestätigt, daß viel über die Regierung und Erzber- aer geschimpft wurde, dem besonders sein Wirken für die Unterzeichnung des Friedensvertrages verübelt wor- den fei. Der Zeuge hat einen Beitrag zu dem bereits erwähnten Erinnerungsbuch der Sturmkompame 8CtI5 fert, in dem von einemMann, der dafür noch emmak werde büßen müffen", gesprochen w.rd. Er gibt zm daß damit Erzberger gemeint war, will den Ausdnick büßen" aber nur fo gedeutet wissen, daß Erzberger einmal vor einen Staatsgerichtshof gestellt werpm würde; er will aber nicht an einen Gewaltakt gedacht haben. Er bestreitet, vor der Ermordung Erzbergers etwas von dem Plan gewußt oder nachher Mitteilungen über die Täterschaft von Schulz und Tilleffen erhmten ,u f>aben. Kaufmann . Bruno Mahn bezeichnet Schulz und Tillesfen als tadellos zuverlässige Manner Tilleffen fei zuletzt fehr in sich gekehrt, vergrämt und verbittert gewesen. Beide feien fajneibtge ^eute, die sehr rasch gehandelt hatten, hätten, denkt er sich als

Gber Canter, der mit Rmmger zu- i fammenwohnte und mit ihm in Offenburg einige Zeit I I in Untersuchungshaft war, erklärte auf eme Frage des Vorsitzenden, vor dem Morde von dem Plane nichts I gewußt zu haben. Auch der ehemalige Kapitanleutnant I Hoffmann verneint die Frage des Vorsitzenden, ob I ihm etwas über den Plan bekannt'gewesen sei. 3rt der Organisation fei viel über Erzberger geschimpft worden? Schließlich wurde beschlossen, die heute als Zeu- I gen vernommenen Angehörigen der Organisation.7 mtt I einer Ausnahme nicht zu vereidigen, da sie m em Der- I fahren wegen Geheimbündelei verwickelt sind. I

I Zum Schluß werden noch einige Briefe verlesen, | I die bei Angehörigen von Schulz gesunden worden sind. I I In einem Brief vom 8. Oktober, den eine Tante des I Schulz an Frau Schulz, die Mutter, geschrieben Hatz heißt es:Ties beklagen wir es, daß Heinrich von seine'r Partei die Tat aussühren mußte. Nach der schrecklichen Nachricht hatten wir 'mmer nur den Wunsch, möchte er nur Mckttcy über die Grenze kommen. Ich hoffe, das ift geschehen und s-'ne Partei wird ihm wohl Mittel und Wege 3u seinem weiteren I I Fortkommen verschaffen und wir hoffen, daß er bei I einem Regierungswechsel bald begnadigt wird. Hatte °r sich geweigert, dir Tat auszufuhren, so wäre 'hm Feig- | beit vorgeworfen worden. Da muhte er die Tat aus 1 führen." Ein Bries von Frau Schulz anchre Lachter vcm 10. Oktober spricht von der Ueberwachung des Briesverkehrs und mahnt die Tochter, nichts Un- günfttges über Schulz zu schreiben, den Bries zu ver- Nichten ober zwischen der Wäsche zu verstecken, und fagt dann, sie fei durchaus nicht fo fest überzeugt, daß Schu-S die Tat begangen haben solle, daß er vielleicht barm verwickelt fei; aber zu glauben, daß er es selbst getan, daran habe sie starke Zweifel. Ein Bries von Frau Schukz vom 27. November erwähnt, daß em Mittel- mann einen Brief überbracht habe, der aber aus dessen Betreiben gleich verbrannt wurde und teilt daraus mit, Schulz habe geschrieben, es gehe ihm gut, er höbe ge­nügen!) Geld und eine gut bezahlte Stellung. Sie solle ihm verzeihen, daß er ihr fo aufregende Tage bereitet habe, sie feien in Sicherheit, es fei es nicht gewesen, habe aber dazu helfen müffen und muffe den Verdacht auf sich sitzen lassen. Zum Schluß schreibt er;Unsere Zeit wird bald kommen'. Ein weiterer Bries von Schulz an seine Schwester fordert diese auf, nicht mehr zu fchreiben, da er nicht mehr m feiner Münchener Wohnung und viel auf Reisen fei.

Auf die Vernehmung der FrauErzberger wird verzichtet. Am Dienstag sollen nach der Verneh­mung noch eines Zeiten die Plaidoyers gehalten wer-

Wahrscheinlichkeit nach im August mit dem Bau von Kasernen für die französische Garnison begonnen wer­den. Die Pläne sind bereits fertiggestellt, bedürfen aber noch der Genehmigung der französischen Behörden.

ausbrochten, und anderen, die die Hochrufe niederzu­pfeifen versuchten. Es wurden 12 Pers onenver- haftet. Am Sonntag früh, als die Rsichsflagge auf dem Münchener Bahnhof gehißt worden war, wurde die Fahne von einer Schar junger Leute herunter- ocholt und mit Benzin begossen. Das Inbrandstecken der Fahne wurde jedoch von der Polizei verhindert.

Die Mcher-Richten.

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Donnerwetter! Nun ist's aber genug l" ruft der Blücher endlich.Bist du toll geworden, Lore?!" ,

Da läßt sie ihren Mordskerl los, springt den Wen an, küßt ihn auch ab:Onkel Blücher, Onkel Blücher den will ich haben. Den will ich heiraten. Du mußt mir Helsen."

Na, na was sagt denn der Herr von Bause dazu?"

Es stimmt!" sagt der Herr von Bause.Durch­laucht zu Befehl!"

Also", meint der Feldmarschall, und es gibt eine «eine Pause. Denn ihm schießt die Erinnerung durch den Sinn an eine verlorene Schlacht, fo er einst, es ist noch gar nicht lange her, mit der Giesin ausgefochten hat. War zuletzt ein arger Rückzug. Wer mochte sich einem zweiten ausfetzen?

Aber das Mädel ist wie verrückt, hängt schon wieder an der Schulter des Husaren, und der hat wie schützend feinen Arm um sie gelegt. Und. dem Alten geht zum zweiten durch den Sinn:Das ist ja ein öffentlicher Skandal, und wer weiß, ob die Lore den nicht mit Ab- ächt herbeigeführt."

Du Kröt'", sagt er.

Wenn ich ihn doch fo lieb hab'!"

Wir haben uns doch fo lieb!" erklärt der Hufar und kacht und macht Trotzaugen.

Na, na mein Herr von Saufe! Haben zwar erst heut wieder Uniform angelegt, müffen aber doch Ordre parieren. Also lassen Sie bas Fräulein von Giese los meine Nichte, Herr Dann gehen Sie heut Nach- mittag zum Rhein ab. Und du, Kröt', trollst dich nach Hause . . . Das weitere wird sich falben!"

Spricht s und schreitet weiter. Aufrecht, wie der König Salomo, wenn er ein besonders weises Urteil gefällt. Ganz wohl ist ihm dabei aber doch nicht ums Herze gewesen. Denn der öffentliche Skandal auf der einen, und die Giesin auf der anderen Seite: das ließ sich nicht auf die leichte Achsel nehmen.

Die beiden freilich, die es zunächst anging, nahMen's auf die leichte Achsel. Bis zum Nachmittag war noch

das ist geschehen und seine Partei tcl und Wege zu seinem weiteren nr hoffen, daß er bei

FuldaerZettung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Skadl Fulda.

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Reki amez eii e (Text breite) nach Colone'rnaß S Mark.

15000 deutsche zlüchtlinge aus Gberschlefien.

Nach einer Meldung derVosi. Ztg." aus Katto- witz haben als Opfer der systematischen polnischen Verjagungsaktion der Deutschen aus dem

ausgebreitet. . , .. ,,L , .. I

Die Zeugenaussagen beziehen sich zunächst auf die I Münchener VerhälMisse der Erzberger-Morder und 'hre ' Beziehungen zu v. Killinger. Sie gaben auch einen Be- I

"J von der politischen Atmosphäre, in der Schulz und | Vliessen lebten. Kaufmann Hans Zimmer tn Re- l "-sburg hat mit Schulz zusammen in einer Berrech- nungsabteitung gearbeitet. Nach früheren BriuiÄun- I gen, die dem Zeugen vorgehalten werden, hat Schulz 1 Erzberger einmal den größten Verräter genannt, weil I ___ , , er die Motte ausgeliefert habe. Schulz fei em Fanatiker I

Continental Hotel, wo der Reichspräsident wohnt, zu I gewesen. Architekt Mesch war Vorsitzender des Schutz- I SS* I s AW

zu fördern und die zersetzenden Sinfluffe des Juden- I tums zu bekämpfen. Schulz und Tillesien hatten viel- I fach an ihren Versammlungen teilgenommen. Rach Der j Revolution hat der Zeuge denBund der schäftenden Stände" gegründet, der im Schutz- und Trichbund aus- I gegangen sei. Er selbst halte Erzberger für einen ge­meinen Vaterlandsverräter. Pottzeikommisfar Rückert I berichtet, daß in der Regensburger Wohnung des «chulz I AA«.AVkAtt I in dessen Feldbluse 12 oder 13 Patronen vom Kaliber I

ttüpp gCflOrüCn. I 9 Millimeter gefunden worden sind.

esn Leipzig, wo er bekanntlich kurz nach seiner I Sodann wird Karl Tilleffen, der Bruder von I

o. ®. K-PP, °m M°nl-g Steh*'««1»»

morgen gestorben. Verhältnis zwischen Killinger und Tillessen sagt er aus,

Kapp hat wahrend des Krieges als Wortführer | e5 uabe tcin besonders freundschaftliches, sondern fei- I der Vaterlandspartei eine Rolle gespielt und den I ne5 Wissens - nur ein rein dienstliches Verhältnis zu Verständigungsfriedm nach Kräften bekämpft. Im Killinger bestanden. Aus Briefen ergibt sich, daß die März 1920 unternahm er dann in unglaublicher I Brüder sich viel über Politik und religiöse Fragen un- politischer Kurzsichtigkeit mit einer Reihe von I terhalten haben.

Zeit genug, Felleisen und Mantelsack zu packen und zu rüsten für einen Feldsoldaten, der fo manche Campagne mitgemacht. Aber karg waren die Stunden für Herzen. Ordre hat er pariert: nicht einmal den Arm von Fräu- (ein Eleonore von Giese, des Feldmarschalls Wahlnichte, hat er durch den seinen gezogen. Ordre hat sie pariert: sie istnach Hause getrollt". Das aber hat der Onkel Blücher ja nicht verboten, daß sie ganz, ganz dicht neben­einander gingen, Schulter dicht an Schütter; auch nicht, daß der Weg Mach Hause heut gar viele Umwege er­heischte, vom Brandenburgertor über das Potsdamertor mad) dem Höllischen und die lange Friedrichstraße bis zur Reitenden Artilleriekaserne" am Oranienburgertor und darauf wieder zurück, bis sie endlich Matthei am letzten in der Breitenstraße ankamen. Da sind sie denn vor dem kleinen Ladenfenster des Monsieur Lacroix stehen ge­blieben, haben sich recht innig die schönen Lackschuhe in der Auslage beschaut, oder auch nicht; darauf hat sie sich auf die Zehenspitzen gehoben, das süße Mäulchen ge­spitzt:Da nimm, Lexi!"

Und er hat genommen. Auf offener Straße. Es ist der Lore heut auf einen öffentlichen Skandal mehr oder weniger nicht angekommen.

Dann sind sie zwei Häuser weitergegangen und in den ! dunkeln Hausflur getreten. Da hat er sie hochgehoben, sie dreimal in der Lust herumgeschwenkt.

Laß! Jetzt kommt die Dernunst!" sagt sie.

Vernunft? Ich war noch nie so vernünftig wie heut!"

I er-

Na, Lexi, da könnt' man schon verschiedener Mei­nung fein von wegen der Vernunft. Wer weih aber, wozu es gut ist. fo man einmal unvernünftig ist. So und nun: Adieu leb wohl fei brav behalt mich lieb! Kannst's noch einmal mit einem Kutz geloben!"

Den bekam sie. Und stürmte, stürzte die Stiege hin- auf zur Mansarde. Hatte leuchtende Augen, dachte in einem:daß er mir nur gesund heimkommt, der Lexi!" und gleich:Onkel Blücher wird schon helfen"

Mit der Hilfe des Herrn Generalfeldmarfchalls hatte es aber diesmal gute Weile.

Denn erstens hatte er wirklich sehr, sehr viel zu tun. Zweitens hatte er Verdruß, und zwar mit feinem Aller-.

Dr. 3. Ätametj vr I - für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. -

nr 135» I sRntrttinnsbrutf u. Verlaa der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda- I flernsprecker Nr. 8. Postscheck-Konto 4051 Franksurt^M^

versagt.

In den mchtsozialisttschen Kreisen der großen und kleinen Unternehmer wie der Händler hat aus gleichem Grunde die staatliche Zwangswirtschaft versagt. Sie bot nicht genügendAnreiz" zur Pro­duktion. Der Hinweis auf die Not weitester Volks- kreife, die nicht jeden Preis zahlen könnten, zog nicht. Die ProdMion sank, im Handel verschwanden die Waren immer mehr am offenen Markt und waiDerten in den Schleichhandel.

Man versuchte dann allgemein mit Preis- und Lohnerhöhungen dm wachsenden Druck der Teuerung auf die anderen abzuwÄzen. Aber weil das alle taten, nutzte es nichts. Alle, die mehr Geld ein­nahmen, mußten erfahren, daß die Kaufkraft des Gel­des noch mehr sank. Große und mittlere Unternehmer und Händler kommen dabei oft gut aus, aber die Ar­beiter und Artgestellten erfuhren, wenn man dis ledigen Arbriter ausnimmt, daß ihnen das Auskommen immer schwerer wurde. Noch mehr die Beamten.

Da bleibt beim Versaasn Idar sitÄichen Beweg­gründe nur ein rein wirtschaftliches Mittel übrig, das gegen die Teuerung helfen kaim, aber sonderbarerweise bisher beharrlich übersehen, vielfach abgelehnt wird. Dies Mttsl geht der letzten greifbaren Ursache der Teue­rung, dem Warenmangel und der Geldentwertung zu Leibe.

Unser Geld ist auf dem Weltmärkte so wenig wert, weil wir vom Auslauide Rohstoffe und Fertigwaren, Getreide, Fett, Kolo-malwaren ufw. hersinholen müffen, sie aber zum größten Teile, nicht wie ftüher mit Wa- 1 reu,' die wir erzeugten, oder mit Gold- und Silbergcld I bezahlen können, sondern dafür n u r S ch u l d s ch e i n t I ohne Smhwertdeckung, das heißt Papiergeld anbieten I können. Um fo mehr als die Reparationszahlungen av | das Ausland die verfügbaren Tauschwerte! gewaltig ver- I minderten. Eine Papiermark wird von Amerika zur­

zeit nur mit 1^ Pfg. der Goldmark angerrchnet.

I Zweitens verbrauchen wir im 2nlandsvcrkehr I mehr, als wir an Sachwerten Herstellen. Hinter un- I ferm Papiergeld stehen nicht Sachwerte, sondern ein

I Dame . . . Vornehm . . . da versteh' ich was andres I drunter."

|Aber, liebe Frau von Giese, wenn sie sich doch mm I so lieb haben . . ."

IHalten Durchlaucht zu Gnaden: was weiß solch ein I albernes Ding von liebhaben? Ist knapp achtzehn und | noch naß hinter den Ohren!"

Liebe Frau von Giese, ich muß Sie doch darauf hin- I weifen, halt'- für meine Pflicht, daß der Herr von Saufe ein zuverlässiger Ehrenmann ist und zudem eine gute

I Partie. Der Leberecht hält große Stücke auf ihn." I Hat Mama Giese das Zeitungsblatt wieder in den I Nähkasten gelegt und den mit einem Ruck zugeklappt: IDer Monsieur Bause sollt sich was schämen, solch un- mündigem dummem Mädel den Kopf zu verketten. Und, mit Permission zu sagen, Seme Durchlaucht hätten gleich

I feste einfdjreiten sollen. Mein' ich! Der von Bause In Arrest! Ich hab' der Lore auch Stubenarrest zudiktlert, mag ein paar Tage in ihrer Kammer sitzen, kriegt mor-

I gens, mittags und abends eine Roggenmehlsuppe und I muß ihre tüchtige Portion sticken. Ich krieg' sie schon I zur Räsion!" , ....

IAber den Skandal, der doch nun mal da ist, Den I bekommen Sie so nicht aus'der Wett. Der wird dem I armen Ding anhängen auf Jahre hinaus."

Sann ich nicht ändern. Will's auch gar nicht. Hat | sich das hübsche Süppchen eingebrockt, mag sie's nun I auslöffein"

|Auf offener Straße geküßt!"

Ach was! Oder schlimm genug! Und übrigens, in I ein paar Jährchen ist Gras darüber gewachsen."

Die gute Fürstin hat's noch nicht aufgegeben. Sie I hat die Hand der störrischen Frau genommen:Liebste Giese", hat sie gesagt.Mein Leberecht interessiert sich nun mal für Ihre Töchter. Töt gewiß noch ein übriges. Hat nun aber schon zweimal, einmal selbst wegen Fiekchen, nun heul' durch mich wegen der Lore, bei 1 Ihnen angeklopft"

i Ist die Giesin aufgestanden, hat einen Knicks gemacht. ! eigentlich recht spöttisch:Meinen Dank für Seine Durch- i | mucht und all seine Güte! Aber meine Töchter sind i meine Töchter. Da laß ich mir nichts reinreden. Auch ! gu Generalfeldmarfchall nichtl" (5. f.)