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Dienstag, lZ. Juni 1922* ®
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49. Zahrg.
standekommens einer größeren Anleihe e r n
spinnen.
Scheitern der
falls jung
Die französische Presse, soweit sie sich nicht in leeren rasen ergeht, ist über die schonungslose Kritik durch Bankiers ganz entsetzt. Das Journal meint u. a.,
Lerantwortlict! iür den ceüauionelleu Teil- Dr. I. Kramer- - für die Anzeigen: I. Par zell er-Fulda. ~ =: Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actlendruckerei in Fulda- Fernsprecher Nr. 9. Postscheck - Konto 4051 Frankfurt a. M-
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der Reichspräsident in München
Störungsversuche.
Mutiger Zwischenfall in Königsberg
Eine gcfförte hindenburgfeier.
eine niete und ein Treffer,
vorläufig keine Anleihe.
Die Weltbankiers üben scharfe Kritik an Zrankreich.
nehmen. ,
Der Bericht schließt mit der Erklärung, daß, st sich aus der Hinausschiebung der ^beabsichtigten Löst
andergegangen. Und zwar deshalb, weil Frankreich die Ermäßigung der Reparationsverpflichtung Deutschlands abgelehnt hat und damit die Unterbringung einer Anleihe den Finanzmännern unmöglich schien. Daß die Hoffnung auf eine Anleihe für Deutschland zerronnen ist, das ist die Niete für uns. Aber daß diese erlesene Gruppe von Finanzmännern, die in Paris zusammen war, Frankreichs Außenpolitik als das Hindernis für eine sinanzielle Sanierung Europas, nicht etwa nur Deutschlands, unumwunden bezeichnet haben, das ist für uns ein Treffer, ein Gewinn. Don dieser Tatsache dürfen wir in trüber Gegenwart doch wieder Hoffnungen für die Zukunft
Anleihe Frankreich aufMbürden versuche, und ftrchet es verwunderlich, daß das Komitee nicht den Mut besessen habe, sich ebenso unzweideutig gegen die Haltung Amerikas auszusprechen unö klipp und klar M er- klären, daß eine Ermäßigung der deutschen Schuld unweigerlich mit dem Erl^ der alliierten Schulden ge-
Besckluß das Mandat, das dem Komitee bisher nur durch Mehrheitsbeschluß übertragen worden ist, zu er- n e u e r n so wurden sich die Komiteemitglieder gluck- lick schößen, bei einem abermaligen Zusammentritt bte jetzt unterbrochenen Beratungen wieder aufzu-
^°KriminaUom'missar Rückert berichtet dann des näheren über die Suche nach den Zetteln, die zum Teil ' "l worden sind, z. B. Teilstuck' ____o__________ o_i einem kaufmännischen Verein in Hamburg, auf dem noch zu lesen ist: „für Herrn Heinri.....ulz". Dazu kommt vor allem
der von dem Sohn des Hirschenwirtes gefundene Beuron-Zettel, der lautet: „Zentrumspartel Grotz- Stuttgart, Bezirk Süd, Schloßnratze 27 3360 — Zentrumspartei Landessekretariat Seestraße 99,4183 Biberach 27 — Beuron 7 Waldeck 8 Erzabtei". Es handelt sich bei diesem Zettel, der als das wichtigste Beweisstück der Voruntersuchung betrachtet werden mutz, um Abschriften der Fernsvrechanschlüjse der Zentrumspartei in Stuttgart, des JordanbaveS bet Biberach, des Hotels Waldeck in Beuron und deS Klosters Beuron- selber, wo die Meuchelmörder Erkundigungen nach dem Aufenthalt ErzbergerS einziehen wollten, z. T. einge->
und aus der bamit verbundenen Verzögerung des Zu- standekommens einer größeren Anleihe ernste Komplikationen für Deutschland ergeben sollten, d,e Schwierigkeiten für die Unterbringung einer p r o v sarischen Anleihe nicht unüberwindlich feien. Bei Aussicht auf eine endgültige Regelung in nicht allzu ferner Zeit würde es jedenfalls nicht allzu schwierig ein, eine durch Sicherheiten garantierte kurzfristige An- Uihe mit dem Ziele, Deutschland wahrend der Periode der Verhandlungen vor dem Zufammenbrua) zu retten, unterzubringen. Gegebenenfalls wäre bas Komitee bereit, die Auflegung einer Anleihe dieser Art zu
Die Mcher-Richten.
Roman von Hanns v. Zabeltitz.
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Item: bie Lore ist gegangen und hat sich erst wieber sehen lassen, als bie Mutter abgereist war. Da ist v mit verheulten Augen aufgetaucht und hat zu allem noch bie Vorwürfe ber Schwestern hinnehmen müssen, daß sie bie liebe Mama so schwer gereizt hält', grabe jetzt, wo die den Kopf voll habe und in großen Sorgen um Luise war; ließe sie übrigens grüßen, und ein Gänslein wäre sie doch. Würde aber wohl zur Vernunft kommen. Mit der Zeit —
„Jawohl: mit der Zeit'. So in zehn oder zwanzig Jahren, wenn ich alt und grau und häßlich bin", hat die Lore gemeint „Dazu haben wir, ich und mein Herzensschatz, aber keine Zeit. Na, ihr werdet ja sehen."
©in paar Tage darauf ist's wie cm Sturmwind durch Berlin geraufdjt. Ein unbestimmtes Gerücht, eine wirkliche glaubwürdige Kunde bann: der Korse, ber Bonaparte, der Napoleon ist von Elba entflohen. An ber italienischen Küste, bei Genua, soll er gelanbct sein. Rein, wußten anbere es besser, in Sudfrankreich.
Der erste, ber bestimmte Nachricht bekam, war ber Fürst ber Feldmarschall.
Der erste, ber bestimmte Nachricht bekam, war der Fürst, der Feldmarschall.
Es ist mit ihm schlecht gegangen in den letzten Tagen. Die Lore, bie ihn ein paar Male aufsuchen wollte, ist immer wieber abgewiesen worden: Durchlaucht wären krank. Und der alte Diener, der das Mädel von Kin- desbeinen an kannte, hat betrübt hinzugefügt: -Kein Piep Kanaster haben Durchlaucht geraucht!"
Nun aber weiß er'5. Gneifenau, (ein Getreuster, ist früh am Morgen zum 9. März an fein Bett getreten, hat ihm mitgeteilt was ber Depeschenreiter aus Wien gebracht
Fährt ber Blücher aus den Kiffen, fährt in bie Klei- ber, geht schnurstracks zum englischen Oefanbten. Der muß erst geweckt werben. Zum Ankleiden läßt ihm ber Marschall keine Zeit, er bringt in das Schlafzimmer, schnaubt: -Hot England eine Flotte im Mittelmeer?" —
Der Bericht ist von sämtlichen Mitgliedern des Komitees mit Ausnahme des französischen Dele- Werten Sergent unterzeichnet. In einer Erklärung, in der dieser die Verweigerung seiner Unterschrift zu recht- fertigcn sucht, heißt es, daß er in Uebereinftimnmng mit dem Vertreter Frankreichs in der R e p a r a t i o ns- k o m m i f s i o n der Auffassung sei, daß das Artterhe- komitee seine Befugnisse überschritte, wenn es AbmÄe- rungen an den Verpflichtungen des Deutschen Reiches, wie sie in dem Vertrag von Versailles und dem Londoner Zahlungsplan feftgelegt feien, zum Gegenstand einer Prüfung machen würde.
zogen haben.
RegterungSrat Dr. Hagemann, stellvertretender Chef ber Berliner Kriminalpolizei, der am 28. August wieder ungestüm zärtlich. Hat nachts in ihre Kissen geheult, ist frühmorgens auf die Straße gelaufen und kaum zu den Mahlzeiten wiedergekommen. Einmal hat ihr die Julie als die Aelteste im Haufe einen ernsten Straffet, man halten wollen, ist aber damit an die Unrechte gekommen. Denn das Kind hat bas Stupshäschen hoch aufgeworfen, hat gelacht, gelacht, baß es dröhnte und gemeint: „Was verstehst du von meinen Seelen quälen?" „Seelenqualen" hat sie wahrhaftig gesagt, und bas hat eigentlich aus dem Puppenmündchen sehr komisch geklungen.
In Wirklichkeit hat die Lore dem Onkel Blücher auf« gelauert. An den ist freilich in diesen Tagen schwer heranzukommen gewesen, denn wenn er sich zeigte, war er immer in großem Gefolge und zudem von jubelndem, jauchzendem Volk umringt. Wie eine Mauer stand bas um ihn unb fchob sich mit ihm von Haus zu Haus und von Straße zu Straße.
Endlich einmal ist's ihr doch geglückt. Wie denn Beharrlichkeit immer zum Ziel führt.
Da hat sie den Feldmarschall aus feinem Palais kommen sehen, in den frühen Vormittagsstunden. Ein paar Adjutanten sind hinter ihm geschritten. Aber neben ihm, auf» ber linken Seite, ging ein Husarenoffizier, zu groß eigentlich für einen Husaren, mächtig unb breitschultrig. Man fah's ihm an: mußte ein Mordskerl fein.
Den Morbskerl kannte sie. An ihn hat sie gebucht bei Tag unb bei Nacht.
Einen Moment ist sie stille geftanben, ganz starr. Dann hat sie sich mit einer schnellen Bewegung die donden Haare aus der Stirn gestrichen, ftürmt vorwärts, fliegt dem Mordskerl um den Hals, küßt ihn rechts und links auf bie Wangen unb gleich auch auf den Mund oder, weil's vielleicht nicht ganz richtig traf, auf den Schnauzbart.
Es hat einen Hast gegeben. Die Adjutanten hinter dem Feldmarfchall lachen, bas Volk johlt, der Fürst von Wahlstatt schlägt sich auf den rechten Oberschenkel: „Saufe! Saufe!" Aber der Saufe küßte das Mädel zurück, scheint den Dberfttommanbierenben und fein Gefolge und das Sott nicht zu sehen unb zu hören.
(Fortsetzung folgt)
genüber den Vereinigten Staaten verknüpft sei.
Die Reparationskommkssion hat vorläufig mm dem Bericht des Astterheaus-schufses Kenntnis genommen. Sie wird von neuem zusammentreten, um den Wortlaut der an Deutschland zu sendenden Antwort festzulegen.
In Berlin ist man.nach dem letzten Meümngen durch die Tatsache der Vertagung der Anleihe nicht mchr überrascht worden. Die Regierung wird jetzt vor neue, wichtige Entschlüsse gestellt. Die Kabinettsmit- glieder werden am Montag wieder alle in der Reichs- Hauptstadt versammelt sein. Staatssekretär a. D. Bergmann wird gleichfalls aus Paris wieder in Berlin ern- treffen und über feine Eindrücke von der Anlechekonfe- „Eine Flotte? Jawohl, ich denke doch", meint die Exzellenz nb reibt sich den Schlafrest aus den Augen. „Ich will Ihnen sagen, was ich denk'! Nämlich wir müssen — Gott straf mir! — von vorne anfangen, unb daran seid ihr Engelländer schuld!"
i Sagt's, schreit's, brüllt'-? geht heim unb legt statt des blauen Bürgerrocks sofort die Feldmarschalluniform an. So zeigt er sich unter den Linden seinen Berlinern, die sich schon nach seinem Palais drängen. Kaum sehen sie den Alten, den greifen Kriegshelden, der so stramm baherschreitet, als hätte ihn nie eine Krankheit geschüttelt, so fängt die Menge auch an zu schreien und zu brüllen, zu jubeln dazu: »Hurra, Vater Blücher!" Jetzt geht's wieder vorwärts. Das fühlte, wußte das ganze Volk! Und dasselbe Volk, das so viel und so schweres durchgemacht in den langen Jahren von Anno 1806 bis 1814, vom Tage von Jena bis zu den letzten Siegestagen um Paris, das jetzt noch litt unter der nachwirkenden Not der Kriegszeiten, das Volk fühlte auch,
I was Vater Blücher meinte, wenn er austief: „Ist bas größte Glück, bas Preußen begegnen konnte! Nun fängt
I ber Krieg wieder an, und bie Armee wirb alle in Wien I verbrochenen Dummheiten wieder gutmachen!"
| War ein kerniges Volk geworden, das Preußen- I vvlk, gestählt im Leid! Hart und kernig wie Vater I Blücher selber . . .
I Also hat ber Feldmarfchall gedacht: „Natürlich über« I nehm' ich das Oberkommando wieder, gleich, geh' zur I Armee und schlag den Napoleon über den Schädel, baß es flutscht. Unb krieg' ich ihn in Persona, so lass' ich ihn füsilieren. Hat hundertfach den Tod um uns ver- | bient, und wär' nur gerecht und billig!"
Ist aber alles nicht so schnell gegangen, wie der schlichte Kriegsmann es sich gedacht. Es sind da Stirn- men gewesen, denen ist der Blücher zu alt gewesen; andere, die wußten, er war krank, manche meinten, daß er närrisch wär', unb wieder andere endlich hielten ihn überhaupt für feinen rechten Feldherrn mit feinem ewigen Vorwärts! So wurde hin» und herberaten, bis am Ende ber König Wilhelm III. boch bas rechte und selbstverständliche befahl: Blücher unb kein anberer soll bas Preußenheer führen, und jein Generalstabschef wirb • wiederum der ©neifenau fein. So daß Doktor unb
Am Samstag kam es nach einem Wolfbericht bei Gelegenheit einer linksradikalen Gegendemonstration gegen eine Kundgebung, welche dieKrie- aer- und Militäroereine aus den Bezirken Königs- berg und Gumbinnen, die Studentenschaft und zahlreiche andere Männer- und Frauenvereine auf dem Devauer Platz zu Ehren Hindenburgs veran- statteten, zu einem Zusammenstoß zwischen einer Abteilung Reichswehr unb Kommunist e^^ Eblinie°''am""Königstor ! diesen Zetteln nachgespürt und auch einige gefunden, die polizeiliche Absperrungsirnwam 8 u. fl. einen Zettel mit dem Namen Beuron. Dm durchbrochen und war m der , Polizeibeamten haben bann diese Nachforschungen mit
Devauer Platz gezogen. Bei den letzten Hausern | £rfo»n fortüriefet von Kalthof wurden die Kommunisten von -der Schutzpolizei am weiteren Vordringen am Devauer ----------------
Platz behindert. Auf Aufforderung des Führers I wieder zusammengesetzt traten sie den Rückweg nach der Stadt an. Hierbei einer Mitgliedskarte zu kam es zu dem erwähnten Zusammenstoß, bei dem r'nmh"rn n,,f ßi fünf Personen verletzt wurden, darunter einetödlich. . „
Das Wehrkreiskommando m König s-
Das Gutachten, das das Anleihekomitee dem Reparationsausschuß am Samstag übergeben hat, ist ein umfangreiches Schriftstück. Der französische Text des Dokuments umfaßt dreizehn Seiten in Schreibmafchincnschrift. Es gibt einleitend den mit der Reparationskommission wegen der Begrenzung des Komitee-Mandates geführten Notenwechsel wieder, um im Anschluß daran zu erklären, daß das Komitee nach Empfang der Antwort der Reparationskommission und nach Kenntnisnahme der Tatsache, daß der Hauptgläubiger Deutschlands (d. i. Frankreich) einen Vorschlag, der eine neue Begrenzung der deutschen Schuldverpflichtungen enthalte, nicht wünsche, sich dahin entschieden habe, daß es i m A u g e n b l t ck n i ch t in der Lage sei, seine Arbeiten nutzbringend fortzusetzen, und sich deshalb darauf beschranken müsse, lediglich eine Antwort auf die ihm ur-
* *
richt zu folgendem Schlußer geb nis:
berg teilt dazu noch mit:
Boi dem Anmarsch der Truppen des Standorts Königsberg zur militärischen Parade vor Hindenburg auf dem Kasernenhof der Pionierkaserne wurden auf den mit dem Polizei- Präsidenten vereinbarten beiden Anmarschstraßen I die Truppen und einzelne Offiziere und Mannschaften von linksra-dikalen Teilnehmern der gegen den Feldgottesdienst der Kriegervereine usw. auf den Devauer Platz einberufenen Gegendemonstration gröblichst beleidigt und tätlich angegriffen. Ein
Apotheker wiederum zum Besten raten unb taten sollten unb konnten.
Inzwischen hat ber Herr Feldmarfchall alle Hände voll zu tun gehabt; war aber darüber kerngesund geworden unb so puppenluftig, daß die Frau Fürstin und selbst Doktor Bieseke, ber Leibarzt, ber schon seinen Liebling, ben Doktor Hünswanger, bie junge Kapazität von ber Pepiniere zur Konsultation hat hinzuziehen' wollen, des Staunens unb ber Freude voll gewesen sind. Empfing tagein, tagaus Meldungen, Rapports, Besuche, musterte Truppen, konferierte mit Gneisenau unb anbern, zeigte sich dem jauchzenden Volke unb trank abends in mächtigen Zügen seinen Pontac und rauchte feinen Piepkanaster dazu.
An die Nichten zu denken, die Giefemädels, hat er keine Zeit gehabt. Nur ben Jungen, ben Kadetten, hat er sich einmal kommen lassen, hat ihn von oben bis unten scharf angesehen unb entschieden, daß ber Kurt mit ins Selb solle, übernahm auch feine Equipierung unb ließ ihn bei bem sechsten Ulanenregiment als Junker einstellen.
In ben Mansarden bei ben Gieses schlug herüber bie Begeisterung hoppelt hohe Flammen, bie nur ein wenig gebämpft würben durch bie seltsamen Nachrichten ber Frau Mutier aus Wien. Denn von ber kam ein Brief, aus bem sie alle nicht recht klug würben. Es ist barin bie Rebe gewesen von bem großen Unglück, von her Branbwunbe ber Luise, von einer lieben, sanften Frau Gräfin, unb wie Gott im Himmel alles doch so wundersam gefügt, baß aus bem Unglück ein Glück geworben unb noch ein größeres werben könnte. Eine große Briefschreiberin war Mama Giese nie gewesen; in dieser Epistel aber ging alles quer durcheinander, unb als bas Wunderlichste wollte es ben Töchtern bünten, baß ber Brief so weich gestimmt war. Am meisten aber zerbrachen sie sich bie Köpfe über einen kleinen Zettel von Luisens Handschrift. Da stand mit etwas zittrigen Buchstaben: „Nun braucht bie liebe Frau Mutter sich nicht mehr zu sorgen, daß m ihre Töchter hineingemanscht I wird." Weiter nichts. Unb konnte doch so viel bebeuten.
Am wenigsten Anteil hat an all bem bie Lore genommen. Sie ist wie verwandelt gewesen; trotzig unb grob wie ein Klotz; scharf wie ein neues Reibeisen, bann
Die Weltbankiers, die unter der Führung des amerikanischen Mnanzgewaltigen Morgan in Paris zusammensaßen, um auf Einladung der Reparationskommission finanzielle Hilfsmaßnahmen zu erwägen, sind auf unbestimmte Zeit a u s e i n - Und zwar deshalb, weil
Fulda er Zertung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Skadk Fulda.
das Gutachten mache jeden Kommentar überflüssig. Es fasse lediglich in kollektiver unb offizieller Form Meinungen zusammen, die einzeln schon feit geraumer Zeit laut geworden seien. Bedauerlich sei mir, daß es in Frankreich zustandeyekommen sei. Denn für die Geschichte Frankreichs bedeute es einen entscheidendeu «.tu/* □“ !*-*»------ - "... . ____I Wendepunkt. Andere Matter wie die Liberte"
wn« toton*«, sonje1WM tX» geben daß, wenn bte zur Wieherherstellung bes deutschen I habe. Der „Töw.ps protestiert dagegen, daß das Gut- Krebits notroenbigen Vorbedingungen erfüllt sind, es | achten die ganze bie Auflegung sehr beträchtlicher 21 nieihen auf allen Märkten ber Welt für möglich halt; bte rem finanztechnischen Voraussetzungen finb dafür gegenwärtig außerordentlich günstig, günstiger als zu irgend einem Zeitpunkt seit bem Kriege. Das Komitee fegt weiterhin Wert bar auf, zu versichern, baß es ben bringenben Wunsch hat, alles in feinen Kräften Stehende gu tun, um bas Zustandekommen solcher Anleihen zu unterstützen, sobald bie von ihm genannten Bor- bebingungen erfüllt finb. Es gibt sich Rechenschaft von der außerorbentlichen Bebeutung, bie für bie wirtschaftliche Wiebergesunbung ber ganzen Welt bie allmähliche Konvertierung ber deutschen Schuld gegenüber den verbündeten Regierungen in eine PrivatschuId Deutsch, lanbs hat; in eine Privatschuld, bie wie alle anberen öffentlichen Schulden nicht auf Sanktionen, sondern auf ben Krebit bes Schuldnerlandes gegründet wäre. Das Komitee ist fernerhip der Ansicht, baß bie Wiederaufnahme normaler Händelsbeziehun- gen zwischen den Ländern unb die Stabilisierung ber Wechsel kurs e unmöglich ist ohne eine vernünftige Regelung ber Reparationszahlungen. Wenn also zu irgenb einem Zeitpunkt bte Reparationskommission in ber Lage sein sollte, burch einen einmütigen
rinn sDprrfrf erstatten Sn erster Linie wird sich die i starker planmäßiger Angriff richtete sich gegen di« BtÄ Sprung tarauf be»id)en, in tUfjem zweite Abteilung des Artillerieregtments I m bei IManm* bie unter der Annahme einer Anlerhegewäh- Konigsallee, offenbar mit der Absicht, die gruppen nmg gemachten deutschen Zugeständnisse vom 28. Mai I zu entwaffnen. In dem Handgemenge wehrte ich 3 Ät erhdkn werden können. Es ist wohl ieder, wo er angegriffen wurde, teils mit dem Kol- nicht ui beuoeifdn, daß die Prüfung dieser Frage im 'ben, teils mit dem aufgepflanzten Seiten^weh GZte der bewährten Politik Dr. Wirths erfolgen wird. | d, u 6 aÄm
Erft nach Gebrauch der Schußwaffen stoben bte Demonstranten auseinander. Rach Mitteilung der Polizei wurden eine Zivilperson getötet und vier Demonstranten durch Oberschenkelschüsse verwun-
Wie di- montags,o|t 3u «em an«°tiin»I«I-n I M Ser Truppen non der V-r-d.
Besuch des Reichspräsidenten Ebert in München I vollzog sich reibungslos, meldet, sollte der Reichspräsident Montag früh um ----
8 Uhr 50 Min. in München eintreffen. Er wird am Bahnhof vom Ministerpräsidenten Lerchenfeld sowie dem Landtagspräsidenten Königsbauer offiziell empfangen. Alsbald nach seiner Ankunft wird der Reichspräsident dem gesamten Staatsmmtste- rium und darauf dem Landtag einen Besuch ab* statten. Am Abend findet ein Empfang unSaale des alten Rathauses statt, zu dem etwa 400 Personen geladen sind. ™.. .
In ben letzten Tagen haben außer ber Münchener national-sozialistischen Arbeiterpartei auch sogenannte „vaterländische Vereine geg en b en Besuch bes Reichspräsidenten in München m einem offenen Brief, den die Augsburger Abenb- zeitung veröffenllicht hat, pr otesti er t. Es find aber alle Maßnahmen getroffen, daß der Besuch Eberts in München ungestört verläuft.
Der Lrzberger-Mordprozch.
Die Offenburger Prozetzverhandlungen am Samstag, tn denen die Zeugenvernehmungen fort«, setzt wurden, brachten eine ganze Reihe wichtiger Ern- zelheiten. Danach kann etn Zweifel, baß Schulz und Dlissen die Mörder finb, nicht bestehen. Die Aussagen ber verschiedensten Zeugen ergaben, tote bte beiden Meuchelmörder threin Opfer nach Jordensbad, Beuron unb schließlich nach Griesbach gefolgt ftnb. % Durch telephonische Anfragen, die sie unter falschen Namen an Freunde Erzbergers richteten, suchten sie dessen Aufenthalt auszukundschaften, um sich dann dorthin zu begeben. Die Beweisführung für bie)e Tatsache erscheint lückenlos. _ _ ,,
Die Wirtin des „Hirschen" in Oppau, Frau Rothe, erzählte von der Ankunft der betden am 21. August abends 7 Uhr. Sie hä'ten sich als Franz Riese aus Düsseldorf unb Knut Bergen aus Jena eingetragen. Sie machten fast jeden Tag «uSflüge unb kamen erst abends zurück. Am Mordtag kehrten sie nachmittags 4 Uhr, nicht bewnderS erhitzt und aufgeregt zuruck, zogen sich um, packten unb gingen gegen 6 Uhr an bte I Bahn, um abzureisen. Auf die Frage der Wirtin, ob
-in Dftnreuften finden in den letzten Tagen I sie schon von dem Morde gehört hatten, sagte der oLch'L-ÄÄ W ÄSÄ-S Hindenburg Feiern unb Kun^ebungen statt, bt ®^ ibfieafm^n ur Nachfrage nach zwei Reisenden natürlich der Gefahr der Ausnutzung durch eineg ^pflasterten Ohres gekommen
rechts- und linksradlkale Elemente I habe sie verneinend geantwortet, da Schulz kern ausgesetzt sind. Jetzt hat sich ber von Anfang an Pfl^r getragen habe; von der Narbe auf der Na;e nicht unwahrscheinliche blutige Zwischenfall bereits fet zuerst überhaupt nicht gesprochen worden. Spater man ““"“‘Ml / | ' °e abet benn bedenklich geworden unb habe
einem Polizetbeamten Mitteilung über diese abaeretften Gäste gemacht. Darauf seien mehrere Pressevertreter gekommen, um Näheres zu erfahren unb sie habe ihnen die kurz zuvor dem Regierungsrat Dr. Hagemann gemachten Angaben wiederholt, da sie glaubte, dieser habe sie geschickt.
Der Wirt zum „Hirschen", Rothe, ber mit den beiden Gästen nur einmal gesprochen hat, kann nichts Positives aussagen. Dagegen hat der junge Rothe, ber beobachtet hatte, daß bie beiden Täter nach dem Rasteren Papierstücke au8 dem Fenster in den Bach warfen.