Nr. 128
Sonntag, 4. 3uni 1922.
49. Zahrg
M-
mcrcht werden dürfe.
sugekchrt ist; die andächtige Menge reichte bis zum - lD02Jrrinita be’9Konto- ungezählt, eine dunkle Masse, auf den Knien und jubelnd!
Weiter zog die Prozession, bei der d-s Allerheiligste vom Erzpriestcr von St. Peter, dem Kardinal Merrv del Bal, getrogen wurde, durch die Via Cavour und diejenige degti llmribildi 3um Kolosseum, wo unter dem Kon- stantmbogen von neuem der Segen gespendet wurde. Schon vor Santa Maria Maggiore hatten fünf kleine Mädchen, üre fünf Weltteile vorstellend, dem Herrn durch Blumen- spendeif gchuldigt, ebenso 25 Kinder, die die 25 Städte ^stellen sollten, in denen bisher eucharistische Kongress« stattgeiunden hatten. Hier beim Triumphbogen des erst«» christlichen Kaisers staken 20 junge römische Aristokraten mit Blumen, eine unabsehbare Menge hielt o»n nahen Palatin und das Kolosseum besetzt. Nunmehr überaab Kardinal Merry del Val das Allerheiligste denr ältesten, der fremden, nach Rom gekommenen Kardinale, dem Erz. bischos Bournc von Westminster; «n^tkommen im Jurisdiktionsbereich der Laterans, ging es auf den dar-- tigen Eczpriestrr, K a rd i nalo i ka r Pompilj über, der sodann von der großen Loggia der Basilika, "die, da es inzwischen Rächt geworden, von Reflektom beleuchtet war, den Segen mit dem Allerheiligstcn, spendete. Da auch die allgemeine Illumination bereits begonnen hatte, bot die Basilika einen unvergleichlichen Anblick dar.
Nach den Worten des Heil. Vaters, dw er am Mittwoch an die Konogressisten gerichtet, sollte „der unsterbliche König der Jahrhunderte die historischen Straßen der ewigen Stadt, jene Gegenden, durchschreiten, die vom Vlute der Märtyrer getränkt, voll sind von geheiligten Erinnerungen, und mit seinen eucharistischen Augen sollte Er diese wieder- scheu, und in der gestrigen Verherrlichung Wiedersehen die Heiligung Seiner Stadt". Diese Worte des Heil Vaters stnd voll und ganz in; herrrlichste Erfüllung ge- gangen. Richt der geringste Mißton störte den göttlichen Tnumphzug, dessen Zeuge Rom war, ganz Rom, der Staat Italien nicht ausgenommen.
Em Weltwirtschaftskongreh.
In der Erkenntnis, daß der einzige Weg zur Besserung der Weltwirtschaftslage in häufigeren Zusammenkünften der Weltwirtschaftsführer besteht, die unbeeinflußt von jeder politischen Einstellung lediglich das Wohl ihrer Völker im Auge haben, beabsichtigen die Führer des Hamburger Wirtschaftslebens den seil zwei Jahren erwogenen Gedanken eines Weltwirtschaftskongreffes setzt im Rahmen der Uebersee-Woche im August dieses Jahres zu verwirklichen.
Das Thema dieses Kongreffes wird die Wieder- aufcichlung Europas sein. Es schließt alle gegenwärtig wichtigen Fragen zur Anbahnung eines wirklichen Friedens sowohl der europäischen Völker untereinander wie auch mit den Nationen jen.eits des Meeres in sich. Daneben sollen sich organisch dem Konferenzgedanken einordnend verschiedene Ausstellungen und Tagungen stattfinden.
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LerantwortliL für den reüattionellen Teil- Dr. I. Kramer- = , [ür die Anzeigen: 3- Parzeller-Fuwa. -
Rotatlonsdrucku.Verlag der Sulboer Actiendruckerei in Fulda- Fernsprecher Nr. 8. Postscheck-Konto 4051 Frankfurt a. M-
Der offene Weg für die Anleihe
Line sichere psrlamentrmehrheit poincares.
Vorarbeit für die Haager Konferenz-
eucharistische Prozesiion in Rom, «^vch ins Eucharistischen Kongreffes hat am letzten 'SvmNoq m Rom, wie wir «hon kurz berichteten, eine stnttgofunden, über die UNS rin s^er*^t vorlregt, dem wir folgendes entnehmen:
insyerigen DerMstÄtiMgeit traten zurück, insofern chr offentluher Charakter emd ihre BoSstümlichken in
Mgen die großartige eucharistische ^a^e Ot,0n DOm NachmÄtage des Sonntags Lesen die immense Pwzession mit dem Me^ um 3 Uhr nachmittags von der Haupt- Arche der Wett, von Scm Giovanni m Laterano aus in Bewegung setzte. Das Thermometer zeigte 30 Grad' im Er Mn Glück wehte eine ftifche Drffe vom s^Erre ber. «chon von den ersten Morgenstunden an waren die Stadtteile, frie den Weg emschließen, den die Prozession nehnnen sollte, ron einer dichten Menschen- mwtse besetzt Dw Stodtverwastlmg hatte den gesamten Weg mit gelbem Sand bestreuen lassen. Kein Haus war 0 h n e Sch muck geblieben, auch in den abgelegenen Smrßen. Mühfam nur konnten die Wogen der Kirchen- xv^vtLlv1 &Ur<^ Menge 3um Lateran hiMrrchdmngen. DieRegierung und vlc Polizeibehörde hotten diesmal den VrÄmmgsd-enst bester geregelt, als bei anderen Anlässen. Der Platz vor dem Ärterem und derjenige vor Santa Maria * M^gwre wat fre.getossen Hier ften!)cn m
Stahlhelmen, KEMn«Meckmgen patrouillieren auf und ich. Nachdem die Krrchenfursten im nahen Römischen Kol- I legium die rituellen Gewänder mit der weißen Leinen- ' M-tra angelegt und die Airigen Prälaten und Geistlichen sich mit der weißen Dalmotica bekleidet, formte sich in der Basilika die Prozesswn, die wir nunmehr an uns vorüber ziehen losten wollen. Dabei wollen mir uns nicht «eiter bei den Flugzeugen und den BriestaWen aufhalten. Den Zug eröffneten starke Abteilungen ber katholischen LuMndwehven. In diesem Augenblick pflanzten die 'fps- fier6itoenben Truppen ihr Seitengewehr ach ma. „rs Ehrenbezeugung gilt. Eine KWollerieabtellmzg unter dem Kommando eines Dffüicrs {orale für die Freihaltung der
KnZIanö.
* Di- ^»anzlage Oesterreichs. In brr Sitzung Na-ronalrates m Wien brachte der neue Finanz. Minister Segur eine Kreditermächtigungsvorlaoe ®'n.'n.ttl. bctr die Regierung den Betrag von 78,7 Jtiutatben forbert. Der Minister erklärte, mit der Kreditermachtigung werde man wegen der (Eiutoertuna' öer Krone und der dadurch bedingten Steigerung des Personal, und. Sachaufwandes wohl kaum aus- tClLuCUe
* Die alliierten Kriegsschulden. Die britische Regierung hat bisher über die Entsendung einer Oondermlsswn nach Washington zu den Verhandlungen über die britische Schuld an Amerika noch keinen Beschluß gefaßt. Es ist indessen endgültig oeschiosfen worden, die Schuldzinsen, die sich auf 25
gleiche Ansicht teilten. ~
Die Uebergabe Gberschlesiens.
Maßnahmen gegen die Anruhrn.
Meldung der .Voss. Ztg." -ms Oppeln m r ^^chemlich die Uebergabe der beiden obsr- sch!est,lyen ~eitc ati Deutschland und Polen oerzö- 9et.n- Die Botschafterkonftrenz hat nämlich nach der Ratifikation des Genfer Abkommens den Wunsch ge- autzert, daß diesen Abkommen noch einige Zusatchestnn- I EriMn hmKugefügt werden über die Ungültigkeit der i AEerten Kommission nicht anerkannten sin polnischen Gebiet nach der Ueber- AL^Es hat M nunmehr die Schwierigkeit ergeben, Zusatzabrommen ebenfaLs ratifiziert werden ^aM Mterliegt zur Zeit der Prüfung durch De^llmachtigten. Ist eine Ratifizierung nmwMd,^ so verzögert sich entsprechend die Uclwraabe brs nach der Beschlußfassung des deu t- ichen und polnischen Parlaments alkü^rt-" ÄS” bautet, daß die Änier- ollilerte Kommission der Vertretung der beut Men Re- w’nM8*^!^tEklt habe, sie werde je e in cngiisches u n d italienisches Bataillon in die bedrohten Seiten Oberschlesiens schicken. §
Die Vertreter der deutschen und polnischen 5 M Gewerkschaften Oberschsesims nahmen ^eigniffen rm Industriegebiet Stelllmg unbte« SIttsT*• t“*- die Bekämpfung und Utt0 le6es nationalen, politischen und religiösen Terrors sowie für die ftrenafte Urrfrr- ^ruckimg des Bandenwesens zu wirken.
deutsche; Reich.
k. Die Vorlage betreffend die Zwangsanleihe wird, wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, den Reichstag gleich in den ersten Tagen nach seinem Wieoerzufammentritt im Juni be>chäftigen. Auch die Vorlage betreffend die Sicherstellung einer Brotgetr eidereserve wird den Reichstag noch vor dem Beginn der großen Sommerpause beschäftigen.
* Gemeinden und Wohnungsluxussieuer. Der preußische Minister des Innern und der Finanzmimster weisen in einer gemeinsamen Verfügung' daraus hin, daß die von der Reichsregierung' über dir Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wvhrmngs- baues erlassen Grundsätze für Wohnungsluxussteuern der Gemeinden zwingende VorschrlftM sind, von beneit Abweichungen nicht zulässig sind. In der genannten Vcrsüznng werben eine Reihe von Richtlinien ausge- sührt, aus denen NachstehsMes das allgemeine Smc' reife beanspruchen dürfte: Der Ertrag der Wohn".mgs ^xussteuer darf lediglich zur Förderung de» W 0 h n u n g s b f ch a f f u n g. und der Stellung Ber- Wendung finden, und mit Hilfe des Steuerertrags dürfen Wchnungsbauten nur unter bestimmten Voraus« setzungen unterstützt werden. Ferner fft in den Orb- nungen zu bestimuM, daß die Wohnränme für Haus- angestelüe d:men des HaushalrunWvorstandes hinzu- gerechnet werden, daß dagegen Untermieter, die dis häusliche Gemeinschaft des Wohrmngsinhabsrs nicht teilen, für den an sie untervermieteten TeÄ der Wo!)- mrng als eigene Wohnungsinhaber gelten und sslbstäm d-g zu veranlagen sind. Hierbei ist StErbsfrerunq vorzusehen, für Rcurme, die gewerblich zur bauernden UntervernMtung bestimmt sind. Die Zustimmung WolMMMluxusstEordnunMN erfeltzt bei Glabtot- Erj^en durch den Oberpräsidenr-M, bei LandgemÄndeir «krch den Regierungspräsidenten. Die Zustimmung ist 1^1 ftli ß’tt 1 ..... ” .f. Tl .r c • a '
Sportverein«, Radfahrer, ihre Rä- I r* ^Esem Augenblick begann der Chor samt-
I, ■®f0ctcrt 681 Stoixf' das erste Mnftkkorps leitete das I lrrf^men einer riesigen Iaht arm MLmeweremen ein oon denen viele eigene Kostüme trugen. Wieder ein Mu- ^agendvereine, Studenten, Pfavroereine, Arbeitervereine mit ihren zahl.
I losen Fahnen, auf denen man außer der oüechl. Jun-nrau 3°-W' * Luigi Gonzaga Eckte.
K tmM neuen Abteilung sah man den '<K>^®eJenenoere,n Rom", unsere deutschen I «alidsleuie, deren besondere, abweichend vom iinlienitoen ron Menge applaudiert wurde. Cs folgten: Stichenten tit ihren bunten Mützen, und ro^teren ^i Musikkorps Vereine, Unionen die christlichen Familienväter, endlich die Müglleder des Kongresses, nach Nationen geordnet: Italiener (ohne Fahnen, weck diese bereits anderweitig im Zuge standen), Spanier r-Ttf1 015 80 mei6®n Nchnen, Franzosen, Belgier. Gwßbnkmmer Nordafrikaner mti) Nordamerikaner. Jetzt >°^e E»e bunte Pracht der zahlreichen römischen Vruder- ! ;<??‘en ,n 'hren Kostümen, mit ihren Kruzifixen und Mistigen, nntimter uralten Abzeichen, die Angchöriaen aller Mönchsorden, Tertiären hn Kostüm, der Ktevus 'im Chorhemd, . die Kollegien und Seminare, darunter das I Germanrkum, die Pfarrer Roms; endlich erschienen jene riesigen Gebilde die d-s Wahrzeichen der Basiliken ."PW'-lkms, mehrere Meter hohe schinnartige GesteLe, m den alten päpstlichen Farben Rot-G-lb begleitet von den Mazzieri und den charaktenstischen Elöcken- gestellen, die alle halbe Minute einen Ton ansihlaeen. Da I X,/* 1870 das erste Mal war, daß diese sich' dem Volke zeigten, so wurden sie außerordentlich angeftcimt, denn bie Meisten kannten sie gar nicht. I
Es folgte nunmehr das siebente Musittorps: Spanier m den bekannten roten bvskstchen Mützen, die eigens zum Kongreß nach Rom gekommen waren. Hinier ihnen fchrtt- an,en Zusammengesetzten Sänger, unter der Begleitung der Spanier greoormmsche Gcsana- srngllw. Es kam die Reche an bie Orientalen, mit all ’
5"utsche Reglerimg ^scheinend" ZuMständmfse gemocht habe, die mit der fmanziellon Souveränität des Nerch« mroeremixir seien. Die positiven Parteien des Reichstages betrachten bie fraglichen Zugeständnisse auch E mT™ Eueren ApÄ, aber sie erkannten auch E Notwendigkeit, m der vom Versailler Set» RM vorgesehenen Finanzkontrolle gewisse ZuMständ- mffe zu machen, und berücksichtigen die grvßsriV 0 r - BL L *,.i-i)‘e E den weiteren Verhandlungen mit dem Rcparationsausschuß und dem Aiüeihekomrtee in Paris M erhoffen waren. Die starke Mehrheit des Reichs- mges lehnte das Mißtrauensvotum ab und bevollmäch- % Fortsetzung ihrer Politik.
Dre erste Frucht fft ine „enfcgutttgc“ BewilligMig des Moratarrums für 1922.
Obfchau der Reparatiorrsausschuß selbst das Wort ^^Mltrg ^braucht, ist doch ein Abschluß der nod) keineswegs erreicht. Die Erlösung steht noch aus, nur die Entspannung fft erreicht. Es bkeibt Zeit zu weiteten B^^)wugen wegen des Ausgleichs und wegen der KredÄhilse
hat sich trotz der Ent- gultqMt dm Widerrus m verschiedene!- Klauseln vor- f°^r R«hte, die man aus Sn2^H4Akann, ist gewiß ein französisches Anhängsel. Aber ber ptfifoe 2eu der Note des Ausschiffses ist m einem Etile gchal- te”' obsticht von dem Tone des Dikta-
bs, den bisher der Vorsitzende des Ausschusses trrr.ti« SXiSZ; S‘C ^art ist viel friedlicher mchso- 1 sewarden. Entweder fft der fia-nzösi- j Erdeten Mitglieder/bes I ^erfhmmt worden, oder er hat selber er- ! kämet, daß die Gewaltpolitik sich niM mein- m h»r I a«en Schärfe durchführen läßt. mehr m der
Darauf dürfen wir nicht leichtfertig elotk- Ml,"ÄS
1Dir «uwn Abbru/der £ handlunMi her^efrchrteii, so wäre das für Deutschsimd I und für die ftindlichEÄ waltpolitiker em großer Triwnph. I
._^Ron diesem Geficht^mnkte aus muß auch die an- I i»-'betrachtet werden. Un- I ben Garantiekom- nnffionen der Siegermochte die unuermeiblüfe „Nach- 1 ^ Ä^^^anden, aber müdem BochehÄt, ba 3^04^1 die Souveränität Deuffchlands nickst mitasten, den geregellen Gang 6er Verwaltung nicht stören und das Stsuergsheimnis der emetnen $f!id)ti- g-n nicht durchbrechen. Die Praxi -MkLL'
Entspannung! Mrt diesem Wort kennzeichnete Aoyd George die gegenwärtige Lage, und es ist noch vor Pfingsten eine erhebt. Milderung der Gegensätze u. Beruhigung der Gemüter getreten. Das ist hluwffächlich dem Shrfftwechsel zwischen unserer Regierung und dem Wtebergutmachungswusschuß zu aeebenien, weil lsterdmch der kritffchs Termin des 31. Mai überwun- ben wurde.
Statt der drohenden Sanktionen er- tzelten wir die Bestätigungdes vorläufioen Zahlungsaufschubes für 1922, und das em- fmch man nicht allein in Deutschland als Erleichtevun« sondern auch in der ganzen übrigen Wett, soweit fe Sinn für Frieden imd Ruhe hat.
Die deutsche Note, welche diese Wendung vorbe- reitete, erregte bekmmtlich in der Fraktion der Deutiuvn Dolks^rrtei lebhafte Bedenken r-L eine!, W^uch'
1 Line französische Denkschrift zur Uonferenz im tzaag.
1 . Poincare ließ an alle zu der Sachverständigenkon- ferenz im Haag eingeladenen Regierungen eine Denk- | schrift senden, in der er die Dedingungen erläutert, die Frankreich für unerläßlich HLt, um den Erfolg ! dieser neuen Konferenz für die russische Frage ! sicherzustellen. Wie erinnerlich, hatte ber ftangösische ! Ministerpräsident vor der Konferenz von Genua am 31. Januar eine ähnliche Denkschrift an die Alliierten, beim Obersten Rat in Cannes vertretenen Mächte und an bie Aasten der kleinen Entente versenden laffen.
Das neue Schriffftück knüpft an bie allgemeinen anerkannten rechtlichen Grundsätze, an, die damals als unumgän-gliche Grundlinien für jede Derhandümg mit der der Sowjetregierung aufoesteelt wurden und weist aüf die Lehren hin, dis man aus den langen Debaitei, m Genua mit den russischen Delegierten ziehen müsse. ZlMn Schluffe Zeigt Poincare, daß die neue internatio- nale Beratung außerhalb des Rahmms einer technischen Verhandlung Mischen Sachvechändigen zu einem Mißerfolge ceru-rteti sei, in Anbetracht der Erfahrungen, kürzlich in Genua mit den diplomatischen Methoden der Sowjets habe machen körmen.
Diese Denkschrift wird, wie Havas weiter meldet, verchfentl-cht, sobald alle Regierungen, an die sie ge- fandt wurde, sw erhalten haben würden. Erst nachher werde bie französische Regierung vollkommen unab- MNgig wiflen, ob sie cs für angebracht hält, sich im Haag vertreten zu lassen oder nicht. Es sei von Interesse festzustellen, daß die offiziellen amerikanischen Kreise über die Zusammenkunft im Haag mit den fiamösischen offeieten Kreisen'
2>:e Kammer sprach dann mit 484 gegen 100 Summen oec Regierung das Verträum'aus.
Die Anleihe-Vrthandlungcn
9blI%ä Pariser Meldungen hat die internationale ^"^^^ornmission beschlossen, ihre Beratungen bis n a ch dem P f rügst fest aufzuschieben unb aufs KmenTuS 1U S»•
FuldaerZeilung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Skadk Fulda.
tlsr »em besetzten Gebiet.
I eIb’2SwS&aöen, der in einer 8lnfanr>
m9mir.in Ortsgruppe des beutschvülklschen Bundes I m Mainz veranstaiteteu Versammtuna referierte I dom französischen Militärpolizeigericht wesen föbrK3hfcrCt^Ur;ue?esr BesatzungSmächt^und Gc.
I !S?röun5, ?.?r Sicherheit der Besatzungstruppon »u 15 l000 Geldstrafe verurteilt
I a■ r T^en?’e ^er Versammlung, Haus Frank-Main-- I wegen Nichtanmeidung einer politischen
Mbi 15 und Duldung des Vortrages Dr. Meer- I rcios io wage Gefängnis.
I iSRäm öcm Harqrt, von denen sich dic- I do^wchen besonders
I hX ?rratotl,r “n Chvrgewande folgtei,' die
St ^^chöfe in weißer Da!-
matica, die Mitra m der Hans. Nunmehr präsentierten nnlt^nttPhCn:2roC1 ^E-rä!- in roter Tracht, eine Wolke
I ° lt. -^eihmuch, em gelb-goldiger Baldachin, umgeben von I ^'glichen Cavainmer- in höchster Gala. Alles kniete nie 5„e‘n Blum en regen fiel aus allen Fenstern, von
I E" Saggien, von ollen Aüanen: das Allerheiliosi« »°XD0,r^tr'Jehxl6en Dom Bischof von Albano, dem ®elmonte’ * f£iVr Eigen- W als Protektor der Kirche des hl. Alfons de'Liauvri de- erste Gegen mit dem Allerheiligsten gegeben
I ®s folgten sieben Kardinale, ganz in Purpur, darunter nsbeneManderschreitend der Erzbischof von Mün.
I <9en, Dr. von Farckhaber uti> der Kardinal Billot S. J 2,16 Herren des Hofftaates Pius XI. mit dem Majordomus 'Glossen den Zug, d-ffen Spitz- erst um
4 U»r 50 M-mrten vor Santa Moria Maggiore anlangte.
Jetzt trug der greife, nunmehr fech-undachtzigjährige ! CDB Dltro, Kardinal Vonuielli, in seiner Eigeiffchaft als Erzpriester der liberianischen Erzbasilika tas Allerheiligste. Der Kirchenfürst, der auch s. Z. dem Kongreß von Köln als päpstlicher Legat beigewohnt hotte chrckt, bis außerordentlich schwere und große Monstranz tragend, lebhaft dachet, wie überhaupt bie ganze Prozes- Mn du ch bie Fürsorge des Oberzeremonienmeisters Respighi ein fast fioll zu nennendes Tempo aufwies, notwendig angesichts des weiten Weges und der festgesetzten Zeit für die Rückkehr noch dem Lateran.
Die Prozession machte bei Santa Maggiore Holt: nur die Bischöfe begleiteten dos Allerheiilgste in die Kirche, von desien roibehairgensr Loggia das der Kardinal den fokra- men,talen Segen spendete. Wiederum präsentierten die Truppen, wiederum brach die unabsehbare Menge in Evviva-Rufe aus. Derselbe Segen wurde alsdann von der rudtoäriigen monumentalen Treppe gegeben, ber der
| auf bie cs schließlich ankommt, soll durch weiters Ber- I Handlungen geregelt werden.
Auf weitere Verhandlungen wird auch die hoch- I wichtige Frage der Weltanleihe gestellt. Im GrunLe ist das der enischsidendr Punkt. Einige machen I unserer Regierung zmn Vorumrs, Laß fie die Anleihe I nicht förmlich zur „Bedingung" gemacht Hal«. Dieses I Wort mußte aus diplomatischer Taktik vermieden wer- I den, aber die Regierung hat doutllch genug gesagt, daß die rechtzeitige und ergiebige Anleihe die un,entbehrliche i Voraussetzung ist für den ganzen Finanzplan, I und der Reparationsausschutz hat in seiner Entscheidung i ausdrücklich vermerkt, daß die Vorschläge hinsichtlich der I schwebenden Schuld von der deuffchen Regierung nur I für den Fall afs geeignet betrachtet werden, m die Praxis umgesetzt zu werden, daß Deutschlanb eine aus- I reichende Unterstützung durch eine auswärtige Anleihe I erhalten kann.
Demgegenüber kann doch wirklich naht bchmqfiet I werden, daß, die Regierung etwas preisgegeten hat, I was man hätte erhalten können und sollen. Gerade I das Entgogenkommen in Sachen der Nachprüfung war notwendig, um über den kritischen Tag glatt himvsyzu- I kommen, und der ooriiegende Entscheid des Ausschusses war notwendig, um den Weg zur erlösenden Anlethe offen zu halten.
I _ Der Reichstag hat richtig gehmÄell, als er der Regierung nicht in den Arm fiel, und wenn auch der greifbare Erfolg noch ausstcht, so stehen doch die jetzt schwebenden VerhanülrmMn unter einer besseren Stimmung und unter günftigertS Aussichten, als alle oor- hergegangenen VerhandlungM.
I Das Vertrauensvotum für poincare.
% französische Kammer setzte am Freitag die große I Jnterpellationsdebatte über die artswärtige Politik der I ReMM^ fort. Abg. Connot verbreitete sich übet die I Zwischenfalle m Oberschlesien rmd verlangt strenge I Magallot sagte, der wahre G-iftz
DeutschlMd herrsche, sei der Ge fft der Re - und des JEnalisrm«!. FrcmSreich müsse ' K &wSm,6er *” W* E-«« mfeS.
dem demokrattfihen Abgeordneten Herriot u^> Pommre enlspmnt sich eine lebhafte Auseinmder- oS Ä Strt- Politik ßcinca^Tbe. forabeis hmsichUlch der Konferenz von Genua. Er sagte
^chfferen; von Genua habe SchWruch aeirtt-'n' ! Mll jn: mcht den sür den Wiederaufbau Europas nöl- !
M JE?“* habe. Frankreich ^"ä*ä arsrÄ s muffe, dann werde auch Frankreich leben rönnen Im weüereu Belauf der Kontroverse erklärte Poincare er äs SrütLSÄt?** ---.RÄ-,