Schon nach aronesse. wc Plauschen»
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sfabf Fulda.
Danners tag, Juni 1922,
49. Zahrg.
verloren
Neue Forderungen der Sieger
Deutfchnattonales 11 ligtrouensootam.
ei« kleiner
ten-Händei
'»•v ouy»iuj ymy uwui.
I* “/
•üii uei»
In eine
Der afen
tau- fäUt uns und
wer- Un- An-
: Re- ver- aber
drängende, schiebende, schreiende Menschenwoge —
„Feuer — Feuer —."
Furchtbar! Schon züngelt es an den Wänden, in den rotgoldenen Sraperien. zwischen den damastenen Vor- , hängen an den yoyen Fenstern bis zur kasettiertrn Decke -
'as gequälte Deutschland.
Vie Slücher-Richten.
Roman von Hanns v. Zabeltitz.
Gardisten, gleich verschlingt ste die rasende Masse.
Von hoch oben her beginnt es zu tropfen. Die send Lichter in den Kronen schmelzen, glühend heiß das Wachs auf tief entblößte Nacken, auf Schultern
solche Anstrengungen nur durchgeführt wenn Deutschland,, eine ausreichende tzung im Wege einer äußeren e ermöglicht wird. Ferner erklärt sich die ng mit den von der Reparationskommission >n Nachprüfungen einverstanden. Sie geht
bildet.. Er spricht zu Luise, aber ste hört ihn kaum. Jetzt endlich, endlich ist er hart an einer der rrroßen Flügeltüren, sieht schon die marmorne Austria, sieht die breite Treppe. Der russische Aar scheint ihm zuzuwinken, ein kühler Lustzug weht von unten herauf ...
___Das ist die Rettung —___
(Fortsetzung folgt.)
Unglücklichen.
Luises Knie wanken, brechen. Martinez hält sie hoch, hält sie, willenlos liegt sie in seinen Armen. Ge- waltsam drängt und schiebt er vorwärts, dem Amsgang, der Rettung zu. Er bahnt sich mit aller Kraft den Weg. Es geht um das Leben — um das teure, geliebte Leben.
Immer wieder muß er hallen, atemlos, spähemd, wo
Einmal dachte sie: „Müßt' ich nicht glücklich lein und mich freuen? Tu' ich nicht unrecht, chöß ich mich sorge? Hab' ich ihn denn nicht lieb — lieb über alles aus der Welt? Warum diese verzehrende Angst vor etwas Kommendem?"
—.Baronesse. . begann er, „dorf-ichJhnen sagen, mie sehr Sie meiner Mama gefallen haben? , ,
Bezugspreis: Monatlich 18,00 Mk. zugestelli frei ins Haus- u Aögehoir in der Keschästssttlle ii',»0 Mk. s Anzeigen: Kleinzeile nach To'onel 1.50IRL; ausro. 2,50 2fif. Reklamezei'e (IertbreHe> nach Colone inaß S Mort
Arme. Es wimmert, es kreischt. Lohe von Rauch Qualm schlägt auf, wächst und wächst, jagt erfhd'enb über die Hunderte hin, über den dichten, dicken Knäuel der
hinaus. Die Flammen lecken an den Holztäfelungen, kleine Funken sprühen, spritzen auf die wogende Men- schenmasse, auf die lichten, leichten Gewänder der Frauen, auf die samtenen, seidenen gestickten Uniformen. Und die Menge staut sich, die weiten Flügeltüren reichen nicht aus zur schleunigen Flucht. Ein wildes, wüstes Durch, einander. Vorwärts drängen die einen, rückwärts andre, Ausgänge suchend die andern. Ratlose Männer, hilflose Frauen. Ein Flehen und Bitten und Betteln. „Rettet mich! Mettet mich!" Auf dem parket!/arten Fußboden krmrrpfem etn- paar Mädchengestalten, werden überrannt, mit Füßen getreten. Sn einem der Pfeiler lehnt eine Matrone nr kostbarem Gewand/ reitzt sich "die dreifache Perlenkette vom Hals: „Eine Million Gulden ist sie wert!" gellt sie. „Sie gehört dem, der mich hin. ausbringt." Drei Schloßgardisten schleppen einen alten Mann vorüber. Der Greis muß vom Sphetifch aufge- scheucht_s>orüen sem,.er hött.nach ein paar -Sterten-in ten zitternden Händen — wenige Schritte weit kommen die
reignisvolle Tage ziehen über uns dahin, n- und innenpolitische Fragen wichtigster Art Ingen in unheimlicher Fülle an und verlangen ch Entscheidung. Mutig und gefaßt muß das ätsche Volk durch diese Tage hindurchschreiten, chts törichteres kann es tun, als auch seinerseits unruhigem und unklarem Drängen das Chaos, das Europa gefallen ist, zu vergrößern. Jetzt t das deutsche Volk die Prüfung für die politische nfe zu bestehen. Nicht darum geht es, unsere ü n s ch e erfüllt zu sehen. Es heißt in harter rtsagung. und-mit-festem Willen - um s Keste n kämpfen, ums Dasein für uns und damit um : Möglichkeit neuen Glückes für kommende dsut-
Gefchlechter 7,7. jjL m ”
!k Mil Her SeilMn SWMMMle jetzt bekannt gegeben. Das ist das erste politische ück des heutigen Tages.
In der Note stellte die deutsche Regierung fest, daß einen Plan über die Einnahmen und Ausgaben des iches im Rechnungsjahr 1922 aufgestellt hat, in dem Zuschüsse für die Betriebsverwaltungen ste- itigt feien. Für die Lebensmittelve r- lligung seien nur noch 950 Millionen gegenüber 2 Milliarden- im Vorjahre vorgesehen. 5m übrigen m alle Subventionen und Subfibien weggefallen. Auf le Weise seien im Haushalt 1922 die Ausgaben um 5 Millionen herabgesetzt worden. Die deutsche Re- rurig sei entschlossen, jedes weitere Anwachsen der vebenden Schuld zu verhindern. Sie sei jedoch Über-
Majestäten gab es denn freilich im Palais des Cyrill Rosumowski die Menge und Masse, und ' sonstigen Fürstlichkeiten, Hoheiten, Durchlauchten, Er. chten so viel, daß von dem einzelnen kaum noch No- genommen wurde. Trumpf waren eigentlich nur die bnen Frauen und schönen Mädchen, die eleganteste ilette und die schwersten Edelsteine, die größten Ser
on aus, daß diese Nachprüfungen nicht die Duoeränität Deutschlands antasten, den geregelten :ng der VerwaltÄNg nicht stören und nicht - in die rch das Steuergeheimnis geschützten Bermögensver- Mifss. - der einzelnen - Steuerzahler . einbringen,,., Der üdfübrung der geflüchteten Kapitw- e n mißt die Regierung besondere Bedeutung bet wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um Rückführung im Wege einer äußeren ober inne» Anleihe zu erreichen. lieber die Einzelheiten zu» kämpfung der Kapitalflucht erklärt sich die Regierung it, mit dem Garantiekomitee ins Benehmen zu tre- unb Maßnahmen zu treffen, die geeignet sind, die talflucht zu hindern.
In den Anlagen zu der Note wird miige- t, daß die meichsregierung durch die Verabschiedung ■ Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung die Aus- den für die Erwerbslosenversicherung mäßigen werde.' Bei der Eisenbahnverwaltung rde durch Einschränkungen eine Sumrye von drei Milben erspart werben.
Nach einer Meldung aus Paris soll dort die ltsche Note befriedigt haben, soweit deren Nach- fung bislang erfolgt ist. Nun wird die Si- tion aber aufs neue erschwert durch einen
Kam ZT«a4a«a4a
WKWuiqustu; vki ItllUlllV«
Die Botschafterkonferenz hat nämlich dem deut- Botschafter in Paris am 30. Mai eine Note in der von der deutschen Reaie- wird, daß zum Zwecke der „E n t- a r i s i e r u n,g" des rheinischen hnnetzes zahlreiche im Bau begriffene oder stehende Bahnlinien einzustellen bezw. abzu- dern sind. Es wird verlangt, daß die A r b e i -
Das gewaltige Treppenhaus herauf, in dem ein ger erzener russischer Abler gleichsam Wacht hielt, ie und jaogte bie farbenprächtige Gesellschaft bis ersten etotf, wo bie Jdealgestalt der Austria, ein isterwerk Tomasims aus kurrarichem Marmor geißelt, den Abschluß bildete. Hier öffneten sich die nlgemacher. mit oriLntalischer Pracht ausgestacker, hier gelangte man in den fast übermächtigen Tanz- — hier wartete Graf Martinez, um sich von Frau Dvchroeden die erste Quadrille, von Luise die erste urta za erbitten. Er hatte auch weiter oorgesorgt; Herr Staatsminister mußte lächeln: denn um den isen scharten sich Bekannte und Freunde, junge Ka. iere, und bewarben sich um die übrigen Tänze. Schon igen vom Innenram bie süßschmeichslnben Klänge der eunerkapelle, bie sich der Schloßherr eigens für diesen md aus Petersburg verschrieben hatte.
Aber die Mazurka haben Luise und Graf Marttnez t miteinander bis zum Schluß getanzt.
nach der ersten Ronde hielt er inne und bat: wollen Sie mir nicht ein Biertelstündchen nickte stumm. Das Blut wollte ihr schon wieder ie Wangen steigen, und da- Herz pochte.
■r führte sie in den Wintergarten, der vi-lleicht das te Wunder in diesem Winterpalast war. Denn er wirklich ein Garten, ein glasüberdeckter, riefengro« W Karten mit Liesenpalmen, mit fttisch grünenden Rasenflächen, mit Bosketten und Laubengängen, mit
-- - -■ ■ --~ - -
eingelegt hat." Dieser Eid wird bleiben, er muß blei- den, weil Unrecht niemals in Recht gewandvft werden kann. Die Mitglieder des Hauses horten diese Bo- teurunZ stchsnst an.------------- - ------------------ -
ivutw in gurcirci unu Ul Ulvc Lesung angenommen imd zwar gegen die Stimmen der Rechten und der Kommuni st en. Auch die zu dem Vertrag gehörenden Londerabrommen wurden bewilligt. Damit schloß die Vormittagssitzung. Deutschenversolgungen durch die polen.
Wie die Blätter ans Oberschlesien melden, daueren die polnischen Unruhen in Oberschlesien an. Trupps von 20 bis 500 Menschen durchzogen, polnische Lieder singend, die Straßen vonKattowitz. Personen, die für Deutsche gehalten wurden, wurden auf das Grausamste mißhandelt. In der Mühlstraße wurden drei Leute vor dem Hause des deutschen QlrtlffiftlltthöS trtk AA* 4» Iaaaw flT < • «1a Ä.e C
ivi yi ujjuutn. au^. uni ucut tyutb-ctt niedrere Scuts «liß- handelt. Tie Besatzungstruppen und die Polizei sehen den Ausschreitungen chatenlos zu.
Auch in der Umgegend von Kattowitz herrschen ähnliche Zustände. So wurden auf der Baildonhüite und der Ferdinandgrube die deutschen Arbeiter s ch w e r m i ß h a n d e l t. Auch inLaurahükie ereigneten sich ähnliche Vorfälle. Ätach den bisherigen Feststellungen befinden sich unter den Mißhandelten zwei Lehrer, ein Arzt und ein Kaufmann. Die Ortschaften Ruba, Knnzenborf, Paulsdors, Makoschau und Bielschowitz usm. werden von Polnischerz Banden durchzogerr, dtemst Gewehren bewaffnet find. In eine 91 QIIltCT »»
5)roJ)btiefes bU f0joeitben Wortlaut Bnhen • ..91 in 1. Juni haben Sie Polnisch-Öberschlesien zu ver- lassen. Wenn nicht, dann Handgranaten. Die polnische Moldkommiision." Die neuen Grenzpfähle in Ruda, die Ne Aufschrift „Vorläufige de.tsch-polntsche Grenze" tragen, wurden yerausgerissen. Auch in Neuhof im Kreise Beuchen wurden die neuen Grenzpfähle zertrümmert. ------
„ Wie die Blätter hören, hat der deutsche Bevollmächtigte bei der interalliierten Kommission in Oppeln die Kommission auf die ernsten Zwischenfälle in Kattowitz hingewiesen und sie um den Schutz der Deutschen gegen die polnischen Aus- schrertungen ersucht.--------------—--—.
DU Aussprache int Reichstag über Genua und die anderen außenpolitischen Fragen wurde am Dienstag nachmittag fortgesetzt.
Dir Opp vf Hiß ns parieren hatten das Wort.- .UnQ- hatte dte MeDSWNgrErs- Mahl-Ems-rnsL Srünüku und verständlichen Rücksichien ihrerseits davon Abstand ce- mummen ,m bie Genueser Debatte die Pariser Fi- sbandlungen mit einzubegiehen. weil dies em Eingreifen in ein schwebendes diplonratisches Versa hren bedoutoic und hatten bie Regienmasparteien mit vollem , diese Stellungnahme der Regierung dadurch anerkannt, daß sie sich in ihren Ausführungen auf die Genueser Konferenz beschränkten, so bietet es bei ter Neigung der oppositionellen Parteien, immer das zu tun, was die Dinge stören kann, keine Ueberraschung, wenn sie in den Vorber- grunb ihrer Betrachtungen gerate die Pariser Fimrnzver- hand.ungen^stellten und die Genueser Konferenz sozusagen mir als lästiges Anhängsel nebensächlich streiften. Bei »ns ist es halt immer noch so!*
.....Zeigen begann der beutschnationVie Abg. Hötsch — Nicht Herr Heifferich, wie es anfangs hieß — wer aber geglaubt hätte, daß die Wahl dieses Redn,ers eine Konzession an die Regierung bedeuten könnte, der mußte sich enttäuscht sehen; denn Herr Hötfch zog in schärfster Fehde »St v Ob Hätsch ober Helfferich: Die aeistige Einstellung- der dsuifchnatwnalen Partei ist prinzipiell immer bie gleiche. Nur daß dieser Redner nxrticer herausfordert als der andere. Herr Hötsch kündigt einMißtrauens- Votum der beukschnativnalen Dolkspar- -e-*. E — wö in der Tat liegt ein solches einige Zeit spmer den MilHliLdern des Hauses zur Einsicht vor. Da- nach mißbilligt es der Reichstag, daß die Regierung bei
। Ernst der Stunde angemesten, die uns wiederum füh- l len läßt, roas' für ein Geschick der Besiegte zu tragen hat. Die Parteien gäben jede für sich kurze Erklävun- fliptr nh, hzz hxit, hn&
der Spruch des Obersten Rates Beugung des Rechts, MachtwillMr und Vergewaltigung bedeutet und doch — so ernst die Bedeutung dieses Ltugenblicks auch war, in hrtHo rnrrn os WF fytrt iwnmn miifflon monn
I» •••>»**» |U|» v»e» ^vwwiv»«»'
es nicht ohne Zwischensälts ebgegangen wäre. Es blieb den Unabhängigen und Kommunisten überlassen, in ihre sonst in scharfem Protest gegen den Rechtsbruch der Entente ausmündenden Erklärungen doch einen Mißklang parteipolstischer Agitation hineinzubringen. Wann wird sich das deutsche Volk auch in solchen Augenblicken in voLer Einigkeit zusammensinden?
Die Sprecher der Parteien formulierten ihre Proteste kurz und wirkungsvoll. Für das Zentrum der Abg. U l i tz k a. Seine nicht nur aus tiefer Kenntms du oberschlefi scheu Vechältnisse gesprochenen Worte, frtnXcrn tvrrvfv*» ma 4% (aima m-** w» a O !a(m „>>» aC«. »< -IV. «2 pwnH uiu/i tivuj ivun. uzaimic vvc iluuklis
-ufWJl T roß ort tihrt bttoiorrirhrt (X’Riwn’How^t#
die treffender nicht ausgedrückt worden kann, wenn man dis Eickscheidimg der Entente, über Oberschlefien, kenn- zeichnen will: Jurtstrsch ein Rechtsbruch, politisch eine T v r h e i t und wirtschaftlich ein Vor brech e n. Und seine Worte klingen aus in einem herzlichen Abschiedsgruß und in das heilige Versprechen, die von uns g-chenden Brüder nicht zu verlassen.
Es ist selibstverständlich, daß auch dir Regierung rni der Kundgebung aktiv beteiligt war. Sowohl der Führer der Genfer, Verhanülungskommission, der ehe- nmlitze Reichsminister Schisser und der R e i ch s- k a n z l er nahmen innerhalb der Verhandlungen das Wort; Schiffer, um die Kundgebung ttngiileiten. -@itr die deutsche Vergangenheit Oberschissiens" kann" aber dadurch weder ausgelöscht,, noch vergessen werden. Die Rechtsverwahrung besteht nach wie vor in vollem umfang. Nur zu berechtigt ist der Zweifel, ob es möglich sei, den brutalen Eingriff der Entente m den lebendigen Wirlschaftskörper Obsffchlesiens d-urch su- riftifche Medikamente zu heilen. Auch der Reichskanzler fand diejenigen Worte, die man von ihm als dem Oberhaupt der Reichsregierung erwarten -muß. Mit dem Dank an die Delegation für chre dornenvolle Arbeit verbindet er den Dank an die oberschlesische Bevölkerung für die große Geduld, die sie auf ihrem un- säglichen Seitens?mege an den Tag gelegt hat. Im deutschen Herzen wird Oberschlesien niemals zugrunde Seyen uitib niemals verlöschm. ÖggT =""~"""
rraer v-as Bild, düs wir in kurzen Strichen entworfen haben, würde nur unvollkommen fein, wenn wrr nicht derjenigen Abgeordneten gedächten, die mit dem Verlust des an Dolen a»ta[teru>n T-sils-- r>p--7. schienens aus Sem Nerternd» des deutschen- Reichs- ParlÄnenks auöscheiden: Es find dies die beiden Abgeordneten Sczoponik vom Zentrum und Hartmann von der doutschnotionalen Volkspartei. Für ste und die gesamte deuffchs Bevölkerung Oberschlefiens, die jetzt an, Polen fallt, sprach ergreifende und würdige Ab- sä-neSLworte an die deutsche Heimat der Zentrumsabg Sczoponik. Tief bewegt trat die Stimme des Sprechers as er das letzte Mal vor diesem Hause ters Gelöbnis fernes Deutschtums ablegte. Aufrechten Hauptes fügten sich die deutschen Oberschlesier dem Geschick, um dem neuen Staate gegenüber die staatsbürgerlichen Pflichten zu erfüllen. „Wir werden Bürger des polnifchen Staates; aber die Zugehörigkeit zum druffuMN Volkstum kann uns rein Machtjpruch aus dem Herzen reißen i"
Wir, die wir zurückblsiben in der geknechteten aber von uns geklebten Heimat, wir können unseren Volksgenossen nur die Worte entgegenrufen, mit denen der Retchötagspräsident Löbe diese denkwürdiae Kundgebung schloß, als er den staatlich verlorenen Oberschlesiern zurief: „Sn der Not getrennt, in Treue ver- eint. Unvergänglich möge diese Treue hüben und drü- ben sein, unvergänglich die Rcchtsverwahrung, die di« deutsch« Regierung gegen die Teilung Oberschkesiens
Sie fuhr auf. Sprach dann doch kurz, fest und ehr- sich: „Das macht mich glücklich —"
„Oh, wenn Sie wüßten, wie es mich beglückt hat! Meine gute Mutter, hat ein so scharfes Auge. Ich habe oft empfunden, als ob sie in Seelen und Herzen zu lesen verstünde."
SSisbsr fcnFtc fic bun Stopf.
„Fräulein Luise — liebe Luise — schauen Sie mich einmal an. Bitte, bitte! So — nun muß ich fragen, ob Sie Vertrauen zu mir haben? Volles, unbedingtes 9U>rfrmt<>n
Sie hot die schönen großen Augen voll aufgeschlagen. Feucht schimmern sie. Und . sie nickt- . .. .....
„Sprechen Sie es aus, Luise! Ich möchte es hören." „Ja! Ja!"
„Luise, Sie wissen es selbst, das ich Sie liebe! Wohl vom ersten Begegnen an. Luise, reichen Sie mir Ihre Hand — beide Hände — lassen Sie es für das ganze Leden sseuen?" - ---- ------ -----
Die Hände bebten. Aber sie hob sie leicht an. Er faßte und umspannte, fest, fester. Er beugte sich über sie —
Da, plötzlich, schraken sie beide zusammen. Ein geb lender Schrei schlägt zu ihnen, noch einer, ein dritter. Gleich darauf ein Gewirr verängstigter Stimmen, ein Durcheinander von hastenden Schritten, kurze scharfe Rufe. Jach bricht die Musik ab. Schon huscht, läuft es, eilen flüchtende Gestalten an ihnen vorüber, Tische und Stühle werden umgestürzt, es klappt und klirrt, es tobt und tost —
„Feuer! Feuer!"
„Um des Heilands willen! Kommen Sie, Luise! Kommen Sie!"
Er süßt sie, er zieht sie. Durch den Wintergarten, der schon fast leer ist, in dem nur noch einzelne Manner und Frauen stehen, fast wie vor Schrecken und Entsetzen
ten an den im Bau begriffenen Linien unverzüglich einzustellen sind. U. a. wird verlangt:
Der Bau der zweigleisigen Strecke Hamborn- Geldern ist einzustellen: die zweigleisige Bahn Osterath-Holzheim-Denrau darf nur ein Gleis haben: Die Strecke Aachen-Düren-Köln darf nur zwischen Aachen und Düren viergleisig fein; die Strecke Trier-Ehrang-Koblenz darf nur zwischen Trier und Ehrang viergleisig sein; die Bahnlinien
1t rt ff OY- Vitt rtl V\ 1TT/T lülh
Hillesheim-Lommersweiler ffmb eingleisig zu machen; die Bahnlinien Geldern-Wesel, Geldern- Eleve. Ervel-Remaaen, Hobenrl’sin-Oberlahnstein, Rüdesbeim-Gokenheim, Odernheim,Staudernheim sind z u z e r st ö r e n; Rheinbrücken können erhalten bleiben; sämtliche militärische Anlagen, Rampen, Verpflegungsstellen usw. sind zu zerstören.
Diese Note, von Poinare unterzeichnet, wird begründet mit der Notwendigkeit, die deutschen stra- 4,x;y IjU/Vll xj-ui/ilXll $1* VV|VUI}JVH> s wUy UtV truppen das Rheinland verließen. ----------
Unser Schicksal als Besiegte zeigt uns noch deute sicher als diese Note die förmliche Erledigung der oberschlesischen Frage.
Der Abschied von Oberschlefien.
Die Reichslagssihung am Dienstag vormillag.
Von unserem Parlamentär. Mitarbeiter.
So freundÄch blau,der wolkenlose Himmel sich über dem Königsplatze, wölbt, auf dessen Mord sich der vierkantige Wallotbau massig erhebt, so heiter der Helle Sormenschetn herniederstrahlt, in den Herzen der Menschen, die sich bewußt sind, was für ein Tag voll Trauer undSchmerz für das dsutschr Volk angebrochen ist, in den Herzen dieser Wissenden und Fühlenden findet ter Wetteralanz fei ran Widerhall..
Der Reichstag genehmigt am 30. Mai „wei- ch.end^-de.m Druck te r Verhüttnisswie Neichrtagspräsident Löb e m dem ernsten Schlußwort frsPT bimFmiir.bitrha« SR®irwc;Ginrrtirr hört
Gesetzentwurf über das deutsch - polnische Abkommen. Das ist die Sbunde, wo ter wider Recht und Gerechtigkeit gefällte = Genfer Spruch WirkliHke.it wird; - WtzMchkstt- eestaft Mußp- weit nuch -6eM6e^ Enffcheidung Macht vor Recht gegangen ist.
Draußen vor den vier Türmen des Reichstages wehen die Reichsfarben halbmast: Es ist das äußere Zeichen testen, was sich im Reichsparlament abfpielt. Drinnen im Sitzungssaal kündet ein großes Baimer in den schlesischen Farben weiß-gelb mit dem schlesischen Wlor in seiner Mitte, die Dor- günge an, denen hie Stunde geweiht ist. Don ter Zu- schateertribüne herab gegenüber dem PräsiteNtensitz fallen die weiß-gelben schlesischen Farben hinab in ten Saal. Der weist eine starke Besetzung auf, so stark, wie sie seilten in diesem Harrs zu finten ist, obwohl sonderlich in den Banken ter Rechtsparteien grojje Lücken klafften. Sollte dies Demonstration fern? Wenn es den schmerzlichen Abschied von einem Teile Ober-, schlesiens galt, dann könnte man dieser Demonstration weder Geschmack noch Verständnis cckgewinnen.
Das Kabinett mar fast vollzä^hlig - vertreten, an feiner Spitze ter Reich ska nzler mid der Ä u ß en- Minister. Auch die drei Hauptvertreter ter deutschen Delegation für die Genfer deutsch-polnischen Ver- handlrmgen waren zugegen: Schiffer, Simons und Le- wald. Der Verlaus der Sitzung war würdig — dem duftenden Blumenbeeten und mit Taxushecken, bie stille abgeschiedene Plätzchen umschlosien, recht zum Plaudern und zum Austausch kleiner oder großer Geheimnisse gesoffen — Geheimnisse der Politik, der Intrigen oder der Liebe.
t Es schien denn auch, als übe der Wintergarten die _ Sln^isf^ungstreift <xuf bis (Scfsllfc^cft cus^ mehr fast als der prunkende Tanzsaal. Ueberall hatten sich Gruppen gebildet: hier ehrfurchtsvoll um den Zaren, dort um den Kaiser von Oesterreich, um den Preußen- könig; dort um eine ber anerkannten Schönheiten des Kongresses. Ueppig gekleidete Diener in großer Gala, gut geschulte Kosaken in Uniform, kaukasische Lakaien schritten auf leisen Sohlen geräuschlos von Gruppe zu Gruppe, boten Erfrischungen an, Champagner, Sorbet, eisgekühlte Früchte, Konfitüren aller Art. Der Raum war aber von so ungeheuerlichen Abmessungen, daß auch die größte Gesellschaft ihn nicht füllte. Graf Martinez frtnh frftrtofl AtnA ffAtWA Qai tflö htAl HAH ft
„Hier, Baronesse! Nun ruhen Sie erst — es war so unheimlich heiß im Tanzsral, daß ich mich um Ste zu sorgen begann — dann gestatten Sie mir, zu sprechen — ach, ich hätte Ihnen ja so viel, so unendlich viel, nr -ffTrtftTT irf*. fifniihg rtis
U« |~O”' ”7 •••» vHtilu wn»
den —"
Wie das Herz klopfte und pochte . . .
Er winkte einen Kosaken heran, ließ ihr. eine Schale Sorbet reichen. Sie schlürfte die kalte Speise mit Begier; sie war am Berschmachten Es war wirklich sehr heiß, glühend heiß im Tanzsaal gewesen. Auch bis hier- her schlugen die Hitzewellen, ttotzdem einige mächtige Fontänen bis zur Decke sprühten.
Ganz ftilL saß sie, bas Gesicht gesenkt, mit verschränk-