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Auiklicher Anzeiger für den Kreis und die Stabt Auldä.

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(Fortsetzung folgt)

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Und nun saß Luise wieder wie eine Träumerin, hörte nicht auf die rcwsch->nden Fanfaren, sah nichts von dem , tu Spitzentanz der schönen Demoiselle RegottiNt. i

Eine Veröffentlichung unterbleibt vorläufig.

Der Kanzler spricht über Genua und schweigt über die Reparationsfrage.

ner bestimmt sind. Die Einquartierung wird nur als vorübergehend angesehen.

spd. verbot der Jagdverpachtung. In Hosheim i. T. sollte dieser Tage dir städtische Jagd verpachtet werden. Zu Beginn des Termins aber beschlagnahmte die französische Militärbehörde unter dem Hinweis auf die bekannten Bestimmungen der Nheinlandkommission die Jagd für die Angehörigen der Besatzungsarmee. Die öffentliche Ausbietung mußte infolgedessen unter» bleiben.

Bezugspreis: Monatlich 18.00 2Tit. zu |ra| |ma

2 Aba-Hott in der Gsschäsischlle 17.50 litt. s- Anzeigen: Kleinzeile nach £o'onei 1.50 Mk._ ausw. 2.50 Mk. Nekiamezeti» (lettbreitel nach Colons maß 8 Mark.

Neue Hetzereien.

Poincare.

Auf _ einem Len Bürgermeistern von Metz und Umgebung gegebenen Bankett hielt Mrmsterrpäsi- J dent Poincare eine Rede, daß er vor zwölf Jahren bei einer Feier an der damaligen Grenze, nahe bei Giaoelotte und St. Privat erklärt habe, Frankreich wolle aufrichtig den Frieden und werde nie etwas tun, ihn zu stören. Leider gebe es Leute im Ausilande | und auch in Frankreich, die zu behaupten und zu I glauben wagen, daß auch Frankreich ein geringfügiges Teil an der Verantwortung am Kriege habe. Diese Verleumder müsse er mit der Fußspitze von sich stoßen. I Man müsse sich bewußt lein, den Frieden über die I Gerechtigkeit gestellt zu haben.

Das Märchen vom deutsch-russischen Bündnis.

Kur -em besetzten Gebiet.

i Gegen die rheinischen Sonderbündler. Sämtliche I Parteien ver Provinz Hessen-Nassau, von den I Deutschnationalen bis hinüber zu den Unabhängigen, I haben angesichts der Propaganda im besetzten Nassau I an die Adresse der rheinischen Landesverräter Smeets, Dorten und Konsorten eine scharfe Absage ergehen lassen. Darin heißt es u. a.:Daß sie um keinen Preis, selbst nicht um den der Zurückziehung der Be­satzungstruppen oder der Verminderung der Kriegs­lasten, gesonnen sind, ihre Treue^ zum Deutschen Reich und zu Preußen zu verkaufen, sie sind fest entschlossen, jedem Versuch einer hochverräterischen Aenderung der staatsrechtlichen Verhältnisse mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln aufs entschiedenste entgegenzutreten und alle Zeit mit dem Deutschen Reiche verbunven zu bleiben.

Am nächsten Abend also gab der Moskowiter sein Zauberfest. Am Mittag aber wurden imGoldenen Lamm" zwei wunderschöne Bukette abgegeben für Frau von Dachroeden und Fräulein Luise von Giese, zierliche Frau bekam wohl die kostbareren Blumen. Strauß für das Fräulein war kleiner; er war aus dunkelroten Rosen zusammengestellt Rosen Winterszeit

Vie Zwangsanleihe.

I Der Finanzausschuß des Reichswirtschaftsrates beschäftigte sich mit dem Gesetzentwurf über die Zwangsanleihe. Es wurde beschlossen, den Zins­satz vom 1. November 1925 an auf 4 Prozent fest­zusetzen, ferner, den Tilgungssatz von % auf 1 Pro­zent zu erhöhen. Die Freigrenze soll von 100 000 <M auf 300000 Mark erhöht werden,

I tttontl flrinPnmmAMftAi-AHart S-ziz- Qn, /4a.

tigen nicht 30000 Mark übersteigt.

I Der Eindruck -er Nanzlerre-e.

I Tas Urteil der Presse über die Kanzlei rede kann | man wohl dahin zusammenfassen, daß das, was der I Kanzler gesagt hak, insbesondere das Kernstück seiner, I Rede, die Ausführungen über den Rapollo-Verirag, einstimmig Billigung findet. Dagegen wird sein Schweigen über die Parlier Verhandlungen, mit

I bet ^c^ortuion^foötnitffion, Dcrfd^icbcrt beurteilt.

Rechtspresse, so dieKreuzzeitung" und der Lokalanzeiger", sehen darin eineVerletzung des demokratischen Prinzips (hört, hört!) und | betonen, daß die Volksvertretung das Recht aus voll» i ständige Klarstellung habe.

Germania" undBerk.'Tageblatt" rechtfertigen, dagegen das Berhalien des Kanzlers. Die ,Mer»

I mania* schreibt, daß ein Nichteingehen auf eine noch nicht abgeschlossene diplomatische Aktion der» | ständlrch fei und dem allgemeinen diplomatischen Gebrauch entspreche. DasBert. Tageblatt" sagt: Ter Staatsmann muß schweigen können zur rechten Stunde, muß Vieles ungesagt sein lassen, da die Verantwortung für eine ganze Nation auf ihn drückt. Bon dieser Verantwortung hat sich gestern auch der Reichskanzler leiten lassen.

Die Zerstückelung Gderschlesienr I Nach einer Meldung desLokalanz." aus Bres­lau liegt nunmehr der Besetzungsplan der I* Polen für den an Polen abzutretenden Teil Ober­schlesiens vor. Die Uebernahme der Eisenbahnen soll am 5. und 6. Juni, der Postämter am 8. und | 9. Juni erfolgen. Die übrigen Berwaltungsbe- | Hörden sollen am 10., die Polizeireviere am 15.

Juni in die Hände der Polen übergehen.

Dem Vernehmen nach rücken als erste alliierte Truppen die Franzosen ab, denen die Jta- I wiener und zum Schlüsse die Engländer folgen wer­den. Die militärische Besetzung von Kat>towitz durch dir Polen ist für den 10. Juni vorgesehen.

Die Sitzung des Deutschen Reichs­tag e s am Dienstag vormittag soll den Charakter | einer Trauer k u n dgebun g für das verloren; Oberschlesien tragen.

aber die lebhaften Augen gehen immer wieder über 1 Luise hin. Und manchmal ist es, als ob das, worüber sie mit Frau von Dachroeden spricht, eigentlich für die Jüngere bestimmt sei. Bon Berlin spricht sie, von der vielgeliebten verewigten Königin Luise, von Exzellenz I von Humboldt, vom alten Blücher. Es scheint, sie kennt st alles, sie weiß alles. Dann und wann, acht sie leise, leise auf, und die großen Perlen ihres kostbaren Kol- liers scheinen heller auf der damaszierlen schwarzen

I Seide. Sie ist abweichend von der Mode gekleidet, fast I schlicht. Nur das Kollier und eine mächtige Brillant-, agraffe im weißen Haar verraten Reichtum.

2g- iffi yiuge vergeht tzer Zwischenäkti Das Or­chester intoniert bereits. Die Besucherinnen erheben sich. Roch einmal reicht die Greisin ihnen die Hand. Sagt:Machen Sie mir die Freude, mich zu besuchen, ! wenn es Ihre Zeit gestattet." Und wiederholt, zu Luise j gewendet:Richt wahr Sie kommen?"

Dann ging es zurück durch die endlosen Korridore, treppauf, durch das Foyer mit den großen Kronen, und wieder durch Korridore bis zur eigenen Loge. Der Graf neben der feinen, kleinen Frau. Die plauderte lebhaft: Wie schön muß die gnädigste Frau Mama gewesen fein? Nein wie schön ist sie heut' noch als Matrone. Ach solch liebes, gütiges Antlitz! Hören Sie, Graf, die Adresse des Ateliers der Schneiderin der Gnädigsten I muß ich haben! Muß! Muß! Mein Zöflein weiß so- I wieso nicht aus noch ein. Daß Sie mir das nicht ver­gessen, lieber Graf! Luise, wie schweigsam Du bist! Ja, Graf, manchmal ist der Luise das Mäulchen wie ver­mauert Immer, wenn sie unter neuen Eindrücken steht. Aber manchmal ist sie wieder eine liebe kleine Plauder- tasche."

Run standen sie an der Logentür. Der Graf hielt I auf einen Moment die Hand Luises.Ich danke Ihnen, ! Baronesse!" sprach er leise.Wir sehen uns ja morgen I abend hoffentlich auf dem Massenfest bei der rus­sischen Exzellenz . ,."

Amerikanische Bankiers bei Mllerand.

Präsident Millerand hat eine Abordnung amerika- i irischer Bankiers empfangen.

Die Aufnahme Deulschlands in den Völkerbund.

Der französische Vertreter imi Völkerbund, Abg. Nob- lemaire, hat in Lyon eine Rede gehalten, in der er erklärte, daß Deutschland baldmöglichst in den Völ­kerbund ausgenommen werden müsse, unter der Be­dingung, Saß es guten Willen und Loyalität beweise. Am 31. Mai werde es übrigens hierzu eine präch­tige Gelegenheit haben. »

Ms der Wagen schon vor der Tür' hielt und Herr Stckatsminister, Exzellenz, etwas ungeduldig auf und abfdjreitenb im Salon wartete, kam Frau von Dach, roeden zu Luise hinübergehuscht, begutachtete ihre Toi­lette, das rosaseidene Kleid und die Flechtenfrisur höchst ernsthaft, zog aus dem Rosenstrauß die fchönste Blüte heraus, holte eine Brillantagrasse herbei und wollte die Rose an Luisens Korsage befestigen. Die aber wehrte ab, immer heftiger, immer entschiedener. Bis Frau von Dachroede.i es schließlich aufgab, den Kops schüttelte und halb ägerlich, halb beluftigt ausrief:Mit Permission, Luise . . Du bist wahrhaftig ein Schaf!" Worauf sie beide lachen mußten. So daß der Herr von Humboldt kräftig an die Türe pochte.Run aber wird's wirklich Zeit. Bedenkt, daß mir doch nicht nach den Majestäten kommen dürfen."

i Wangen, erwähnte mit keinem Wort den Grafen ^^^^ortinez. ober lächelte so verführerisch lieb, daß Luise

.....gelangte, das.....sie sich noruc- nommen.

Es war wirklich ein ganz großer Abend. Alle Fürst­lichkeiten erschienen, Kaiser, Könige, Großherzöge, Her­zöge bis zu den von Napoleon depossedierten hinab, die auf dem Kongreß streblich-vergeblich sich mühten, Rang und Wurden aufs neue zu erlangen. Es strahlte von Orden auf bunten Uniformen, und es strahlten Diaman­ten, Saphire und Rubinen auf Schauspieler und Schauspielerinnen. Die kaiserliche Hofkapelle tat ihr Bestes, die Kleider der Frauen wetteiferten, trotzdem die erlauchte Gesellschaft ziemlich unaufmerksam war.

Die kleine Frau war Feuer und Flamme für das bunie Bild, für Orchester, Gesang und Tanz. Wobei sie freilich, dann und wann, flüsterte, daß die Aufführungen in Berlin doch gediegener wären und Publikums dorten sich besser benehme, mit mehr Verstandni« und Achtung für Kunst und Künstler Was sie dann wiederum nicht I hinderte, durch ihr Lorgnon in Logen und Parkett rege Umschau zu halteiz, Fast als suche sie jemand.

Luise war sehr still, ließ alles an sich oorüberrauschen gleich Traumbildern. Empfand nur dunkel, daß er fehlte. Empfand, daß das eigentlich sehr gut wäre, und fühlte gleichzeitig einen dumpfen Schmerz. Sehnte sie sich nach ihm, zürnte sie, daß er nicht hier mar, wo er He wissen wußte, fürchtete sie sein Kommen, seine Räbe' Sie wußte es selbst nicht.

Plötzlich, 'n dem zweiten Zwischenakt, war er da stand hinter dem Sessel von Frau von Dachroeden, neigte

sich vor dieser', grüßte zu Luise hinüber, leicht und ehr- erbietig zugleich. Tritt näher heran, spricht flüsternd, zu beiden:Drüben, unmittelbar neben der kaiserlichen Loge, hat meine liebe Mutter ihren Platz." Schöpft tief Atem, sieht Luise bittend an.Mama würde sich sehr freuen, die Damen kennen zu lernen. Mama ist alt und 'bas Gehen wird ihr schwer. Es wäre so gütig, wenn die Gnädigsten mir erlauben wollten. Sie zu meiner Mama hinüberzuführen." Sehr förmlich sagt er das, feierlich fast, mit besonderer Betonung.

Sofort steht Frau von Dachroeden auf, nickt Luise zu, lächelnd, aufmunternb. Es wird uns eine Ehre stm,.....Graf,"......spricht sie._________

Endlos will Luise der Weg erscheinen: durch die lan­gen Korridore, durch das goldstrotzende Barockfoyer, in dem sich die Gesellschaft unter den strahlenden Kron- leuchtern im Schein der Hunderte von Wachskerzen drängt, eine breite Treppe hinab, wieder durch Korridore. Das Haus ist so groß; man sah das im Jnnenraum gar nicht.

Endlich stößt der Graf, der schweigsam neben ihnen schreitet, eine Tür auf.

|| 2)ie deutsche Kriegslastenkommission in Paris hat der Reparationskommission am Montag die Note | überreicht, in der die deutsche Regierung zum | Reparcktionsproblem erneut Stellung, nimmt | Wie dieBossische Zeitung" aus Paris meldet,

.. |g.i|H»ö6rute:s3iamngna9me-oet Reparartonsrormniffion- zu der ihr überreichten Note der deutschen Regierung II rwch nichts bekannt. Es verlautet nur, daß die ^Veröffentlichung des Wortlautes der Note »auf Ersuchen des ReparsiionsausschusseS vorkausia unterbleibt.

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uir Inzwischen hat im deutschen Reichstag | ! «Ar Reichskanzler zu den Problemen der deutschen »Außenpolitik gesprochen. Aber er hat es, offenbar Mm Rücksicht auf die Verhandlungen mit Paris, per« I MMieden, das Reparationsproblem an.,Mähren und Mhot sich mit der Konferenz in Genua und dem Ver- Wlrag von Rapolla befaßt, die heute ein weniger

- Stzetkles Kapitel darstellen. Unser Berliner Mit- I Marbeiter berichtet uns folgendes über die I . Reichstagssitzung.

I Drinnen sitzt eine einzelne alte Dame, ganz allein.

Als die Tür geht, wendet sie sich um, will sich er­heben. Doch der Sohn eilt gleich auf sie zu, hindert sie sanft, nennt vorstellend die Namen seiner beiden Be­gleiterinnen.Erlauben Sie, gnädigste Mama . . ." | Die Greisin muß einst sehr schön gewesen sein. Die | Lahre haben ihr den Nacken gebeugt, haben hundert, nicht verborgene Fältchen in ihr Gesicht gezogen. Ader die Augen leuchten noch frisch und lebendig. Leuchten zumal zu Luise hinüber, mit einem gütigen Forschen und Fragen.

Dann spricht sie, leise, leise, ein wenig verhalten, und während sie spricht, veriüngt sich gleichsam das Grei- fe::gefid)t.Ich freue mich sehr, die Damen zu sehen. Mein Cohn hat mir viel erzählt. Fränzl, bitt' rück' ein paar Stühle heran," Sie reicht den beiden die Hand zum Kuß.per Zwischenakt ist lang. Sie müssen einer alten Frau schon ein Diertelstündchen schenken."

Sie fragt ohne Aufdringlichkeit viel und weiß gut zuzuhören. Sie wendet sich meist an die zierliche Frau,

Deutsche; Reich.

* Berlin, 30. Mai 1922. Der Reichsrat har den Gesetzentwurf über den deutsch-dänischen Vertrag bett, die Regelung der durch den liebet- Lang der Staatshoheit in Nordschleswig auf Däne­mark entstandenen Fragen angenommen.

| tteramwonlia- iür den reoauioneüen Teil', Dr 3 Kramer-

1= für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. s Rotationsdruck u. Derlaa der Fuldaer Ärtiendrückerei In Fulda ^ermwetbet Nr. U PMck-eck-KoMo 4051 Franklmt a M-

I Es ist selbstverständlich, daß in den Ausführungen I des Reichskanzlers einen weiteren Raum der R a p a l lo=

Vertrag einnahm, dessen Ratifizierung nach Pfing- I sten durch die Volksvertretung stattfinden soll. Der I Reichskanzler nennt diesen JBertrag ein ehrliches und I aufrichtiges Friedenswerk, das gegen keinen anderen , Staat seine Spitze sichtet, 3a, man. kann noch weiter. | gehen: man darf ruhig behaupten, daß das Abkommen von Rapallo das erste Musterbeispiel eines wirklichen | Vertrages ist, wo es weder Sieger noch Besiegte gibt I litiS 1 ijjf hör

| Verträge endlich einmal der Mut gefunden wird, eine Basis Dbr-GlelchösrechtrZung unb ber 93crgcffcn§eit gc« wesener Dinge aufzufinden. Und wenn sich in Deutsch­land gegen diesen Vertrag immerhin kritische Stimmen erhoben haben, vor allem in den Reihen der unab­hängigen Sozialdemokratie so richten sie sich nicht gegen den Sinn und Inhalt des Vertrages, sondern sie werfen nur die Frage auf, ob es ein diplomatisch gün­stiger Augenblick gewesen sei, diesen Vertrag im An­gesichte von Genua zu unterzeichnen. Auch hierauf gab der Kanzler in der Regierungserklärung seine Ant­wort. Es kommt immer darauf an, von welchem Standpunkt der Vertrag gesehen wird:,, er wurde deut­scherseits notwendig, als man Deutschland in der russi­schen Frage überhaupt auszuschalten suchte. Auch an die Adresse von Loyd George wandte sich Dr. Wirth. Der englische Premierminister sprach von einemJrttum, den Deutschland mit dem Vertrage von Rapallo began»

hübe- Dsr Reichskanzler Diese

fassung des Engländers, die von seinem Standpunkt aus gesehen worden ist, gut unb wirksam pariert, wenn er Herrn Lloyd George entgegenhält, daß der Irrtum bei denen liegt, die durch ihr Verhalten eine solche Stimmung bei uns erzeugt hätten, daß der Rapallo- Vertrag in diesem Augenblick Wirklichkeit werden mußte, werden mußte als pflichtgemäße Notwendigkeit für deutsche Interessen, die auf dem Spiele standen eine Auffassung, die der Zentrumsführer Marx nicht nur tei­len zu müssen glaubte, sondern die er als völlig be­rechtigt in besonderer Betonung hervorhob.

* Generalfeldmarschall von Hindenburg hat in O st- ! preußen die durch die Russenschlachten 1914 be- | rühmt gewordenen Städte und Dörfer besucht und ist überall von der Bevölkerung freundlich begrüßt wor­den. Der Besuch hat nun ein kleines Nachspiel getjabt, das geschäftige Leute gern zu einer preußischen Ministerkrisis vergrößern möchten. Durch eine Indis­kretion ist ein Erlaß des Landwirtschafisminifters Dr. immer an die alte vornehme Frau drüben, hinter deren Stuhl jetzt wieder, hochaufgerichtet, der Sohn stand. Dachte mit pochendem Herzen:Ob ich ihr wohl nicht mißfallen habe? Sie war so gütig . . Jach schoß ihr dabei die Erinnerung an die eigene Frau Mutter durch den Sinn. Gütig war die eigentlich nie gewesen. Aber mehr war sie immer: gut war sie. chatte sich durch­gerungen und durchgequät mit der Kinderschar, gesorgt für diese, tagaus, tagein, von früh bis spät. An harten Worten und einem gelegentlichen Jagdhieb hatte es habet nimmer gefehlt doch immer waren die zur rechten Stunde......gekommen...........Menschen hat.......sie........aus.....uns.......ge-.....

macht!" dachte Luise und schloß in Dankbarkeit die $pnbe ineinander.Und wenn ich der andern, seiner Mutter, beut vielleicht nicht ganz mißfallen hab', |» wird auch das wohl Dein Werk sein . .

I Die Blücher-Nichten.

W Roman von Hanns o. Zabeltitz.

UV Dienstag war große Oper, und der Herr Staats« Wmster hatte Bulette geschickt. Man gab die Semiramis Wb nachher sollte Demoiselle Rigottini tanzen. ' j l Luise hatte keine rechte Lust, von der Partie zu*sein.

8rau Don Dachroeden sprach davon, daß man den ! wager nicht verletzen dürfe. Sie tätfebehe inrtr;.4> n;., I

!!SL Das .Qe s ist auch auf den Tribünen stark besetzt, um. Wie E r(la ring der Regierung entgegenzunehmen. Der Kei' jrrnjler hat das erste Wort. Er hält feine Anede frei; de Gedankengänge, die er entwickelt, sind seine Mueberzeugung, sind feine politische Richtung. Sie bedürfen

her keiner papiemen Bindung, auf der das Auge hasten , sondem frei heraus mit offenem Visier und ehrlicher tirne entwickelt der Kanzler seine Gedankengänge, seine

"affimg, von dem, was Genua sein sollte und was es rden ist. Es handelt sich in Deutschland, wenn man ___________a beurteilen will, nicht uni die Frage, ob die Konle- Weitz in ihren einzelnen Teilen von großem Erfolg war Wder nicht Lloyd George, der Vater des Gedankens

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I Wtm Ziel zu fragen es handelt sich m Deutschland nur WM die Feststellung, ob es durch Genua in der Tat ge- Wrngen ist, in der Entwicklung der allgemein en Wolitik einen Fortschritt zu erzielen. Und daß ^|!aLm> Kam (Pa4jX - !FL X .

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erben selbst diejenigen nicht rütteln können, die soirst an WÜem etwas auszusetzen haben, was fett den November»

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e fragt Recht der deutsche ^ranzler. iL'ie erste Möeltwirtschaftskonferenz aller Völker. So der sprüngliche Plan! Aber schon dieser umfassende Plan E Wurde, zu einem "Torso", als Amerika seine Teilnahme Srrueiaerte und Frankreich Einspruch gegen die Behand- B Mng der europäischen Lebensfrage, der deutschen Repa- Mtionslast, in Boulogne und Cannes, erhob und englische

wm Wiii uiipturii^iiujen ksevuriwn in Mr Tat das Rückgrat gebrochen. Genua begann also be- its alsTorso", als in ihren GesichtspunLten und Zielen Mark reduzierte Konferenz. Das ist zu erwägen, wenn Menua richtig beurteilt werden soll.

S Was Haidle Konferenz gebracht? so die | W^eite Frage des Reichskanzlers. Sie hat zum ersten I afe alle Völker der Welt an einen Tisch persönlichem Gedanfenauslwusch beisammen gesehen; hat die Fühlunginahme der Staatsmänner der Welt rächt. Und gebracht npch einem fünfjährigen Zeitraum Haß und Feindseligkeit schon jetzt, nachdem erst Jahre ins Land gegangen sind und man wird dem I entrucksführer Marx, der für das Zentrum in der De- e das Wort ergriff, recht geben müssen, rotnn er bei g dieses Gesichtspunktes hervorhob, daß dieses dienst der gerablintigen PvRtik des Reichskanzlers unjd hmter ihm stehenden Koalitionsparteien zu verdaniken Der i^flrfifrhritt der _____ [

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s feindlichen Staatsmänner ist in Genua unver- geworden.

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1 AAntli»Xtnrh frnh/jt fia* Sa». (UaK^^V****

des Problems der Treuga bei. Sicherlich hat Genua die umfassende Treuga bei, die Lloyd George plante, nicht gebracht. Aber der erste Schritt ist auch mit dem Burgfriedenspakt für den Osten getan. Wenn man aber Deutschland weiter mit dem Druck der- j | Sanktionen bedrohen zu können glaubt, bann ist eine | Treuga bei mir eine Farce! Denn der ® e i ft b e r | | S a n k ti o n en ist nicht der Geist von Genua, es ist der I i-irifi firT1 i*nrVi timöH KärirnviiwA 22 '

| Die Rede des Kanzlers, der nicht vergaß, die Der- I bienfte ber italienischen Staatsmänner I für bas Gelingen der Konferenz hervorzuheben und dem I j "aliem,chen Lolk den Dank für seine Gastfreundschaft auszusprechen, machte auf die Mitglieder des Hauses, I I die den Kanzler wiederholt mit Bravo unterbrachen I 1 einen sichtlich starken Eindruck. Jeder mußte es fühlen, j Dr. Wirth schon so oft an dieser Stelle bes Neichsparlaments erhoben hat, ber Ruf nach der Befriedung Europas aus dem Munde desjenigen Man- I nes kommt, ber mit all feiner Krast und mit oif- I | Heck unb Ehrlichkeit bestrebt ist. bleiern »fnfStieleäü I bienen. . '' " u 0 I

. . nach dem Kanzler sprach'dann der Mehr-

heitSchzialist Miiller-Franken, ber sich gegen den Vertrag I von Versailles wandte. Er begrüßte de» Vertrag von Rapollo und erklärte, die Sozialdemokratie würde jede Reglerung stürzen, die es wagen wollte, militärische Gehe,mabkommen abzuschließen. Ausder schon erwähnten ! r bef J100- Marx (Ztr.), die sich anschlotz, ist noch hervorzuheben, baß er noch besonders des lebhaften I Interesses gedenkt, das ber Papst an einem frieden. I fordernden Erfolg bet Genua-Konferenz genommen hat

Die ÜBetterberatung erfolgt am Dienstag nacbmit- I tag. rtm DienStag vormittag wird in einer besonderen | Sitzung das deut sch.polnische Abkommen von I Genf beraten werden.

I Im englischen Unterhaus erklärte Lloyd George I au, eine Anfrage, ob man Grund habe, anzunehmen, I daß ein militärisches Abkommen zwischen Deutschland I und Rußland ^bestsbe, daß Nachforschungen Iangestellt seien, daß'man aber noch 'fei ne Infor-' matwnen erhalten habe. Auf eine weitere Anfrage, ob Lloyd George die Angelegenhett als eine Ente . , ,

bezeichnet habe, erklärte dieser, daß er sich nur auf » fPb- Franzosen an der Mo,eh In Traben-

die in 'tet Presse veröffentlichten Dokumente deroaen i -^rarbach ruckte e:ne Kompanie französischer Jnfan-

I habe. Auf eine Anfrage, dast das Abko-me^ch ftÄ"11. °"f »er .rechten Moselseile, im

I bsstobe nrrh PfnnS sntuZii buch t «icotteii Traroaa,, uuarner. Auch sur xraoen erroar.

I 2 - o^b George keine Antrrwrt.--------- I tot man in den nächsten Tagen französischs Soldaten,

-es KaMllovektrüges. Ib,e bem Ssrnc§me$l na4> tis Grfati für hie 2tmerite* «DerLokalanz." will aus zuverlässiger Quelle er- 1 I Wen haben, daß die Reichsregirmng mit den der | russ'Ich?» Sowjetrepublik angeschlossenen übrigen!

I Ietre p u bli ke n Verhandlunigcin über den! I Abschluß von Handelsverträgen mlfgensmmen habe für | bte der Vertrag von Rapallo als Grundlage dienen soll. I Vur Führung der Verhandlungen fei von den Repub- lrken Georgien, Aserbeidschan und des Femen Ostens

s (Tschrta) der zurzeit in Berlin weilende russische Ver-, I | tret er Litwinow bevollmächtigt worden. Die Verband- I für die Ukraine würden von Rakowsky"ge- I fuhrt werden. * a I

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