Fuldaer Zeitung
Dr«ck bet Fuldaer Retienbruckerei ht Fulda
«smrtag, LS. Mai 1022.
von Haß und
Nur nicht zusammenkloppen m der letzten Stunde, Em die Erleichterung schon an der Türe stcht!
n^ÄÄ£rJ“
cu» den natirrlichen
sche Tragfähigkeit prüfen. Es ist hohe Zeit, daß wir auch schulpotirisch von bitteren Erfahrungen der Vcr- SMgenheit lernen und nicht in alte Fehler zurückfallen.
* Die Folgen einer Ohrfeige. In Hillershausen erhielt in der Schule die achtjährige Schülerin Hellwig eine Ohrfeige, die eine Gchirnerschütterung her- beiführte. Das Kind ist jetzt ckach qualvollen Leiden gestorben.
* Aus Mutwillen erstochen. In Holzappel kam es während der Frühstückspause zwischen zwei jugendlichen Arbeitern zu einer Reiberei, in deren Verlauf der 15jährige Schmidt den 19jährigen Heinrich Müller aus Birlenbach durch einen Messerstich in die Halsschlagader tötete.
* Ein entmenschter Vater. Vor dem Schwurgericht in Ried (Bayern) wurde ien lediger Bergmann zu 20 wahren schweren Kerkers verurteilt. Er hatte seinen 10jährigen Sohn und seine achtjährige Tochter, die von der Mutter erzogen und unterhalten wurden, in den Wald geholt und auf bestialische Weise abgeschlachtet;
Neuer aus Zrantzsurt a. M.
fpd. Die ktufkrSuferin der französischen Kommission. I Hier und in Offenbach hat sich in den letzten Tagen I eine Schwindlerin bemerkbar gemacht, die sich der je- I welligen Gelegenheit anpasiend verschiedener Namen I bedient. In den meisten Fällen gab sie sich als Fran» I zöstn aus und bezeichnete sich als Aufkäuferin de« I französischen Kommission in Frankfurt a. M. Di« I Schwindlerin, die etwa 26 Jahre alt ist und stark g e» I schminkt einhergeht, wohnt in Gasthäusern und bet- I übt hier Betrügereien und kleine Diebstähle. Bis jetzt I konnte sie noch nicht ergriffen werden.
fpd. Gpfer des Mains Beim Baden im Main er* I trank der verheiratete Arbeiter Karl Sollmann au# dem Stadtteil Niederrad. — Der 20jährige Fuhrman« Willi Schäfer geriet beim Baden seiner Pferde im Ost« Hafengebiet an eine tiefe Stelle, ging unter und ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. DaK Pferd wurde gerettet.
fpd. Zünderexplofion. Beim Sortieren von Alt» ! eisen im Hauptmteibahnhof explodierte ein Zünder Durch die umherfliegenden Sprengstücke wurden bi« Arbeiter Gottlieb Horn und Friedrich Schmelz so ge« fähriich veHetzt, daß sie sofort dem städtischen Kranken» Hause zugeführt werden muhten.
fpd. kjollSndischer Bestick in zrenbfurt. Etwa 28 Direktoren niederländisch öffentlicher Arbeitsnachweis« besuchten am Himmelfahrtstage Frankfurt, um Organi- sation und Umfang des Frankfurter Arbeitsamtes kennen zu lernen. Den Herren hatten sich Vertreter? des holländischen Arbeitsministeriums angeschlossen. Die Holländer stellten den Bund tätiger Altstadtfreunde den Betrag von 6000 Mark zur Verfügung. Abends vereinigte man sich im Rathaus zu einer offiziellen Begrüßung durch den Magistrat.
mc ftbermab ein Schulstreik in Ried Nachdem kürz, lich seitens der Sozialdemokraten em Schulstreik stattgefunden hatte, weil ein linksstehender Lehrer eine Schulstelle nicht erharien sollte, die dann mit der betreffenden Persönlichkeit besetzt wurde, stellen jetzt die katholischen Eltern die nach ihrer Ansicht berechtigten Ansprüche, daß ihre Kinder von den Unterrichtsmethoden dieses atheistischen Lehrers verschont bleiben. Falls bis zum 1. Juni die betreffenden Forderungen nicht erfüllt sind, sollen die Kinder dem Unterricht dieses Lehrers fern gehalten werden, evtl, soll am Montag, den 12. Juni, ein Generalstreik aller katholischerSchulkinder emsetzen. Schul». strafen sollen nicht beachtet werden. Das Kartell der katholischen Vereine hat öffentlich die Gewähr übernommen, daß es alle aus diesem Streikfall entstehen»' den Klagen kostenlos' zum Austrag bringen wirb.
I. "Folge mir nach." Die EinlaLung zur Nachfolge I 3s" Eh für die Himmelfahrt, doch nur unter der Voraussetzung, daß auch auf dem Kreuzwege die wiüiM Nachfolge geleistet worden ist.
Ztas ist freilich schwer,, aber es fft mit Gottes Hilfe möglich. Lassen wir uns nicht matt und verzagt machen durch das viele Klagen über die schlechten Zeiten, so adern sagen wir uns lieber: Wenn ich bis hierher I durchhalten, konnte, dann wird es für den Rest meiner irdichen Dienstzeit auch noch gelingen!
In Genua, sagen die Schwarzmacher, seien viele Hoffnungen gescheitert. Mag schon sein, weil manche jlch eingebildet hatten, der dicke Baum des WellteLentes werde Mf den ersten Axthieb fallen. Der verständige Berichter weiß, daß die Heilung Zeit erfordert, und CT scho», wenn überhaupt eine WerÄunq 5“® /Beeren ungebahnt wird. Diese Einleitung ist m>er tatsächlich erfolgt, und wenn nicht alle menschLiche Berechnung tauscht, so dürfen wir sagen: Der Höhepunkt des WEelends scheint jetzt erreicht worden zu ■ »L53 voraussichtlich nicht schlimmer werden, sondern allmählich sich besiern. Wenn wir nun bis letzt in den schlimmsten Jahren ausgeharrt, so wollen weiterhin den Nacken steif und die Arme stramm halten, bis wir für uns und unsere Nachkom- men wieder erträgliche Lebensbedingungen gefunden yUXrCH.
Steigerung der Kohlenförderung.
Die deutsche Arbeitsleistung ist wieder im Anstieg. Diese erfreuliche Tatsache erkennt man am besten, wenn man die Ziffern über die deutsche Kohlenförderung betrachtet.
In der ganzen Welt fand im Jahre 1921 eine Kohlenförderung von etwa 1 Milliarde Tonnen statt. Das war ein Rückgang gegenüber 1920 um etwa 150 Millionen Tonnen. Deutschland aber hat trotz dieses Gesamtrückganges eine Mehrförderung. An Steinkohlen wurden in Dculschmnü mehr gefördert 4,9 Millionen Tonnen (insgesamt 136,2 Millionen), an Braunkohlen 11,1 Millionen Tonnen mehr (insgesamt 123 Millionen). Die Produktion an Koks ist um 2,7 Millionen Tonnen gestiegen (Gesamtleistung 27,9 Millionen). Auch die Produktion von Braunkohlenbriketts hat zu- genommen und sogar schon den F r i e d e n s st a u d überschritten. Die Mehrfärderurrg betrug 4,9 Millionen Tonnen, die GLsamtförderung 28,2 Mill. Tonnen.
Auch im Lahre 1922 sieht die Kohlenförderung bisher sehr befriedigend aus. Im ersten Vierteljahr sind 1,6 Millionen Tonnen Steinkohlen und 3,3 Mill. Tonnen Braunkohlen mehr gefördert worden als in demfelbsn Zeitraum des Vorjahres. Die Koksproduktion war annähernd dieselbe, an Braunkohlenbriketts wurden 7 Millionen Tonnen gegen 6,5 im Vorjahre hergestellt. Der März 1922 war der günstigste Monat seit langer Zeit; er hat eine Rekordziffer erzielt. Diese guten Ergebnisse sind eine Folge der Be- legschastsvermehrung, aber auch der Verbesserung der Leistungen der Bergleute.
Trotzdem hat in Deutschland Mangel an Kohle geherrscht; der Hausbrand wurde bekanntlich sehr schlecht beliefert. Und es hat sich sogar die Einfuhr ausländischer Kohle, besonders englischer, trotz des wesentlich höheren Preises erheblich gesteigert. Im März 1922 werden 300 000 Tonnen englischer Kohle eingeführt.
Diese interessanten Angaben hat dieser Tage der I preußische Handslsminister Siering bei ter Beratung I fces Haushalts der Berg- und Salinenverwaüung im Preußischen Landtage gemacht. Wir sehen daraus, wie erfolgreich der deutsche Bergmann bemüht ist, das Ur- prodnkt zum Wiederaufbau, die Kohle, zum Verbrauch für Industrie und Wirtschaft zu vermehren, wie wir I aber andererseits infolge der ungeheuren Abgabe an I Kohlen an die ehemaligen Feinde selbst an Kohle I Mangel leiden. Der Minister Siering sagte mit ool- I lern Recht: „Eine Besserung dieser nicht sehr ange- I nehmen Lage ist vornehmlich nur durch eine Aende- rungunserer Reparationslieferungen I und Verpflichtungen an die Entente möglich." I
AeMmlliisWIeMUM.
Som ReichStagSabg. Hofmann-Ludwigshafen.
Der Reichsschulgesetzentwurf hck bie Bekenntnisschule wieder in den Vordergrund des öffentlichen Interesses gerückt. Aber auch nach Bewältigung dieses Entwurfes, dessen Verabschiedung sich im Augenblick noch nicht bestimmen Atzt, wird auf die Jahre hinaus in den Einzellandtagen und in der Komnumalpolitik ine Erörterung über die Bekenntnisschule nicht ver- stummeri.
Es ist darum notwendig, daß gerade unsere Kreise stets die Gründe in Rede und Antwort zur Verfügung halten, die immer afeter und durchschlagend die Berechtigung der Bekenntnisschule dartun. Da fft in der großen Fülle der Gefühlspunkte stets wieder und zunächst zu sagen, die Bekenntnisschule wurzelt im Elternrecht, über die Erziehung und Ausbildung der Kinder zu wachen. Dieses Elternrecht ist gleichzeitig heilige Clternpflicht und das sowohl nach naturrechtlicher wie nach religiöser Auffassung. Dieses El- temrecht hat dmch die soziale Bevorzugung der Gegenwart eine nachhaltige Stütze empfangen in dem Reich, Länder und Gemeinden und ebenso die öffentliche Meinung eine kraftvolle Bejahung des Familiengedankens vorgenommen haben. Beamtenbesoldung und zahlreiche andere Fragen des öffentlichen Lebens (Gedanke des Soziallohns) haben immer wieder anerkannt, daß die Familie gesund und leistungsfähig erhalten bleiben muß, da sie als Urzelle staatlichen Seins sich niemals so bedeutsam anließ, wie gerade in der schwergeprüften deutschen Gegenwart. Auch die Verfassung ist dem Elternrecht gerecht geworden, wenn sie den Elternwillen als schulorganisatorffches Pvinsiv anerkannte.
Die Bekenntnisschule gründet sich weiter auf den Gedanken der Gewissensfreiheit. Es darf niemand wegen feiner religiösen und sittlichen Ueber- .zeugung vergewaltigt werden. Diesen zugleich echt humanen Gedanken hat soeben auch der gegenwärtige Papst Raum gegeben, wenn er in der sich anbahnenden Verhandlung mit Rußland dm Gedanken der Gewff- fensfrsiheü von der Sowjet-Regierung angewandt wissen wollte, damit es sich überhaupt der Mühe verlohnt, m kirchenpülitische Abkommen mit Rußland einzutreten. Gerade der Gedanke der Gewissensfreiheit ist das Kennzeichen der europäischen Derfassungs- und Kulturstaa- ten der Neuzeit. Treffend hat soeben der Reichstags- Abg. Prof. Dr. Sch reiber in feinem schulpolitisch «... cuffamen Buche .Deutsche Kulturpolitik und der Katholizismus" (Freiburg, 1922 Herdersche Verlagsbuchhandlung), bemerkt: „Deutsche Geschichte macht man nicht mit VergewaltiMngsn. Solche Vergewalti- MMgen waren der Kulturkampf und das Sozialistengesetz. Solch eine Vergewaltigung fft aber auch die Simultanschule bezw. die Gemeinschaftsschule, wenn sie entgegen dem ElternwiNen dem katholischen Volke aus- gegwungen werden."
3it MMMM in Messern.
Von Dr. Ernst Buhla, Berlin.
In der Woche nach Pfingsten werden die Windt- horftbunke zu ihrer zweiten großen und gemeinsamen ReichstagMg zusammentreren und zwar in Godesberg, nachdem die Tagung im Vorjahre in Fulda fblltsefunden hatte. Ein reichhaltiges Programm ist für die Tagung vorgesehen. In erster Linie ernsthaften Charakters — aber auch, und das verdanken die Windt- horstbmrde der unermüdlichen Regsamkeit der Godes- berger Freunde, froher Fröhlichkeit. Denn wo die Jugend zusammeneill, mag beides m gesunder Ber- einigung zu ihrem Rechte kommen.
Dre Bekenntnisschule wurzelt weiterhin in einer neuen beteutfaCTten völkerrechtlichen Bewe- Sung. Mehr und mchr geht durch das Völkerrecht und durch die internationale Politik der Wille, die Minderheiten zu schützen und ein humanes Mi'nter- heitenrecht zu schaffen. Auf diese natürliche Entwicklung hat neuerdings ebenfalls Prof. Dr. Schreiber hin- «ewiesen und er sagt durchaus zutreffend in seinem eben ermahnten Buche: „Ehedem war es üblich, Mehr- abzugrenzen und der Mehrheit einen übertriebenen Kult zu widmen. Sicher- lich »icht zum Unsegen der deutschen Kultur hat sich der Gedanke des Mi nder heitsschutzes in te? alleriungsten Zeit vertieft. Die außenpolitische No' zr^ng uns zu dieser Erkenntnis. Heute reden wir also außenpolitisch dem Minderheitsschutz das Wort dann vo^swmse wenn es sich um unsere abgetretenen deutschen Bruder handelt, die tn Frankreich, Dänemark und in Italien einer ausgeliefert sind. Im Pmckte der Minderheiten werden sogar die Mmderheits- schutzbestmllmmgM des Völkerbundes ernsthaft erörtert obwohl diese Organisation in anderen Fragen — man kann dW feAenkundlich begreifen — in Deutschland Ä ®r Deutsche dürfen nun aber dm Mmderhettsschutz außenpolitisch nicht fordern, wenn wrr ihn nicht gleichzeitig innenpolitisch üben ^^^Ldungspolitffchem Gebiet verlangt das Min- derheitsschutzrecht seine Berücksichtigung."
Auch die grenzgeographische Lage verlangt eine besondere Berücksichtigung. Mehr dmn ie muffen wrr innenpolitische Gesetze auf chre grenzpolit -
Drei große Referate bilden den ernsten Teil: am eistm Tage (16. Juni) ein Vortrag — Dr. Buhla, Berlin, über das politische Wollen der deuff-chen Jugend, am zweiten Tage (17. Juni) ein Vortrag Georg Wagner, Düsseldorf über die deutsche Jugendbewegung und die Parteien und als Korreferent über dasselbe Thema der Reichstagsabg. Loos, M.-Gla-bach am brüten Tage (18. Juni) ein Vortrag Beyerle, Stuttgart über das. Wesen des Nationalm und des Völkischen, Um den geistigen Aufbau der Windthorstbunde geht cs diesmal um die Fragen, mit denen sich eine Jugend aus sich selbst heraus beschäftigt, die im cufmerffamen Anblick unserer Zeiten und Begebenheiten und in der Erkenntnis der Notwendigkeit vom polittschen Wissen, lwm pr-lltst'chen Wollen und politischer Betätigung auch em politisches Ideal und politisches Ziel im Auge hat.
Ist vor einem Jahre Fulda die GeburtsstM der äußeren Form der Windthorstbunde der Naülriraszeit geworden, weil ohne feste Organisation ein planmäßi- ges Arbettcn mcht möglich ist, so sicht zu hoffen, daß dre Jesberger Tagung nicht nur das äußere Band der Windthorstbunde enger schlinge, sondern, daß von dort aus ein Strom von Gedanken und Zielsy ausgehe geistigen Fundamente der Winüt- yorftbunLe vertiefen, festigen und erweitern. Und wenn dies ^gelingt und noch dazu manche Frage der äuße- ren Form und des geistigen Gebäudes Klarheit erhält, und da strittig ist, dann werden die Windthorstbunde durch die Jugend, die in ihnen vertreten ist, immer festere Säulen des christliichen Denkens und des christlichen Handelns werden und E^ .uuch derjenigen polttifchen Richtung, die die christuche Weltanschauung im Leben des Staates am reinsten zu verkörpern sucht, der Zentrumspartei.
Usni) SBoöen lind gerade in dm besten Kräften der zu uns gehörenden Jugend fest vorhanden. Und damit diese Kräfte noch tiefer gehen können m unsere politische GedankenwÄt hinein, tiefer
ÄS,9T°6en öffentlichen Sitzungen möglich ist, wird vor den Tagen von Godesberg in Honnef em Kursus stattfinden, der einen kleinen Kreis von lugendlichen. Wmdthorftbündlern vereinigt sehen wird zu gegenfeitigem Gedanke naustrusch. I
Mtt dem Idealismus, der die gesunde, noch nicht «S2 selbstischen Materialismus wngekrän- I
k^te Jugend auszeichnet, und mit einem trotz aller h?!T^ro^ye/te^ unerschütterlichen Glauben an ein inhÄtJ^Ä mit Hoffnung und dem heißen, inbrünstigen Sehnen nach dieser Wiederauferstehuna I b'c uns seit den Tagen von Der- I fm.fes geschmiedet werden, und auch nicht wenigen fCl”' toir m5 dmerlich entzweit aae Tage fefoft nm anlegen, mit diesem christlichen i? s^ck^i^^merVchörigkeit der Notgemeinschaft m sch-cks-nsschmerer Zeit, der Selbstprüftma. der fkurcki- I des Opfernmtes mögen die jungen Windt- horstbund.er aus allen Gauen und aus allen ßan&rn I L °£nCtS Heimat h!rL^
ben Rhein. An den Rhein! Den deutMn Strom, sagenumwoben und liedergefeiert, dm fdton I "^^n und gallische lleberheblichkeit £= MN mochte. An den Rhein, an dessen Ufern die I un^nh'eUt'^er zum Himmel ragen und I
lckmft^ Sin" j.D0” Z°Sen kühner deutscher Ritter- |
Sfechastigm Menschen als Wahrzeichen der I chr-Mch-n Kultur und des christlichen
i Grausamkeit, das Anwachsen der Brüderlichkeit er» fennen lassen.
Die Staatsmänner von heutzutage wollen größtenteils wegen ihres religiösm Bekenntnisses nicht ange«. sprachen werden und bekennen sich also nicht gern zu, einer christlichen Gesinnung. Doch tätlich ist es- der christliche Gosst der Dersöhmmg und der Räche stenliebe, der allmählich zmn Durchbruch tomnrt Daheii konnte auch Lloyd George, der engl. Kalvinist, seine Zu« stiinnmng ausdrücken zu bat Mohnworten, die das Oberhaupt der katholischen Weltkirche an die Weltkonfe renz von Gmna richtete. •
Am Himmelfahrtsfeste wird uns die Botschaft oer, ttiitdet, daß der heimfahrende Erlöser den Heftigen Geist senden werde. Wir spüren es, daß dieser Lehrer mch Tröster auch heute noch in der Welt wirkt, auch heut« noch durch alle Hemmungen und Leidenschaften sich allmählich durchsetzt. Wir fehm, daß in der wo« tonen Sintflut die Arche der Kirche sich herrlich bewahrt hat, und daß die ausgesandte Taube endlich em hoffnungsgrünes Blatt einbringen konnte.
2hi[gegangen ist die Sonne des Friedens noch nicht; aber im Osten zeigt sich Morgenrot. Wir wollen neuen. E fallen und tapfer durchihaltsn, bis die Höllensahtt sich tn Hmnmlsfahrt gewandelt hat.
Lalder»»: der ftan-haste Prinz.
„ Jlntet den großen Dramen Calderons nimmt Der tandhalte Prrnz- einen hervorragenden Platz ein Da dieses stuck am nächsten Mittwoch hier zur Aufführuna gelangen soll, möge eine Würdigung tn sein Verstand. m8 emfuhren. Bernhard Michel Steinmetz hat ini fe-nem Calderonbüchlein (Verlag JunfermarMsche Buch, handll, Paderborn) diese Dichtung treffend gezeichnet, Er schrelbt:
Schopenhauer sah in dem Drama die treffendste Verkörperung des tragischen Ideals. Richard Wagner lor fick gern gerade am «Standhaften Prinz- für sein mufikalisches Schaffen in Stimmung und Chamberlain nennt das Werk »Kunst des Genies im superlativen sinne des Wortes-. Einen wahren Hymnus auf unser Drama stimmt v. Schack an; er meint, daß „bie toun. berbare Tragödie ... für alle Zeiten als dös Höchste dastehe, was die christliche Poesie erreicht hat- und den- selben hohen Ton des Lobes hält Jmmermann fest, Prite'tant, wie alle hier angefühlten Zeugen. „Welck eine Dichtung!- ruft er aus. «Man wird nickt mü&e«
i n e n gangbaren Weg vor sich: er mutz in den Fußtapfen des Heilandes bleiben, um auch den Berg der Himmelfahrt zu erreichen.
Wir sprechen immer vom „besseren Jenseits", s- einen unbedingten Rechtsanspruch auf öie Glückseligkeit in der anderen Welt hätten. Ach nein, wir haben nichts zu fordern, sondern müssen ims die Anwartschaft erst verdienen. In ähnlicher Weise, aber in viel bescheidenerem Maße, wie Chri- ftus sich die glorreiche Himmelfahrt verdient hat: durch treue Pflichterfüllung, durch Leduldiges Ausharren bis zum Tode.
Unpolitische Zeitlaufe.
Von Fritz Nienkemper.
Berlin, 24. Mai 1922.
»Vetlunkergang durch Volksentscheid!"
Was ist denn das für Unsinn, sagst du Vitts sehr, gelehrte Leute nennen das Philosophie. . Por einem halben Jahrhundert hat nämlich ein ^rühmter Philosoph, Eduard v. Sarhnjtin, dieses "usgebrutet. Damals herrschten noch Zustande, die uns heute rosig vorkamen; aber die Ph'-losophen behaupteten längst vor dem Weltkrieg, die Welt sei ein unverbesserliches mrfTVku ^anze Schöpfung fePoon Grund ?nf verfehlt und verdorben. Also muß das unbeil- bare Weltall vernichtet werden! Wie macht man fnh' ^err ”• Hartmann glaubt das richtige Ver- ♦ 7n 3um aHumfaffenben Selbstmord entdeckt L?»b«n, D- t»5 Sructpapi« noch fejr lMg lanaJ^'t6 er mehrere Bände darüber. Der Das^i^^. fur3er Sinn (oder Unsinn) ist der: mad)l°n,enhb ’<■ Schöpfung wird solange an- teSle s'r d-e Mehrheit der Geschöpfe das mar- nidituna Iatt f>at und den Willen zur Ver- ?nHd'Iuffes rk r?n bem Augenblick dieses Willens- £2 das Weltall in nichts auf. ferenbum hT/^en erinnert offenbar an das Re- rni» fie^euerLUrobfhntmun9' den Volksentscheid, row sie neuerdings in der Politik üblich geworden
werden. Den einmütigen und tatkräftigen Bemühungen aller Dorfbewohner ist es zu verdanken, daß das vom Feuer bereits ergriffene Wohnhaus erhalten werden konnte. Sie schwergeprüfte Witwe, diezweiSöhne imKriegeverlorenh<tt,fft durch Versicherungen mir gering gedeckt.
(fpd) Gießen. Der Polizeiwachtmeister Reinhardt, der erst in der vorigen Woche fein 25jähriges Dienst- jubiläum feierte, ertrank durch einen unglücklichen Zufall in der Lahn
— Hanau. Beim Baden im offenen Main ertrank der 12jährige Schüler Fritz Philipp aus Klein-Steiicheim. Der 14jährige LehrÜng Phil. Knidel von Steinheim, der dem Ertrinkenden zu Hilfe kommen wollle, wurde mit in die Tiefe gezogen und ertrank gleichfalls.
(fpd) Kassel. Dor einigen Tagen wurde, wie ge» meldet, m einer Mühle bei Körle das Dienstmädchen ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen in der Mordsache haben jetzt ergeben, daß das Verbrechen abends nach 10 Uhr in unmittelbarer Nähe der Körle- lchen Mühle von mehreren Männern verübt worden ist,
Kus dem Nachbargebiei.
I ... VT Nom Lande. Man schreibt uns: Es ist doch I r t empörend und beschämend zugleich, wen»! man I stA, wie am Lande, besonders des Sonntags» iunae „Llebespärchen" aus der Stadt sich nicht scheuen auf ihren Spaziergängen durch die Dörfer der Umgegend I NM berart fd»mlo5 zu benehmen, daß einem Erwachse. I to„Elut in die Stirne getrieben wird. Diese I „Pärchen glauben anscheinend sich unerkannt frei benehmen zu können, weil sie--auf dem Lande feien.
Gegen derartiges, sich wiederholendes Benehmen will "°Hstens, wie ich gehört zu haben glaube, zur Selbsthilfe schreiten und diesen „Städtern" zeigen, wie man sich auf dem Lande benimmt. Dies ist auch m. E das -mz-g Richtige, denn es ist unverantwortlich, die
I ohnehin schon durch den Krieg gelockerten guten Sitten noch mehr durch schlechtes Beispiel zu untergraben.
, Großenlüder. Am Christi Himmelfahrtstage hatten sich d-e christlichen Arbetter und Arbeiterinnen von Großenlüder zu einer Versammlung im „Kaifer- h°l eingeftmden. Die Kollegen Stahl, Ubben- y_° r ® cht t von Fulda sprachen über die Grundätze und Ausgaben der christlichen Gswerkschai- to- L<mfe des Abends wurde dann beschlossen, d-e Gründung eines Ortskartells in Großenlüder vorzunehmen. Das neugegründete Kartell wird noch Zujammcnfassen aller chrsstlichen Gewerkschaftsaruvven ungefähr 350 Mitglieder umfassen. Somft ist Gro- ßeiMDer emer der Hauptftützpmikte der christlichen Gewerkschaftsbewegung im Fuldaer Lande gehörten.
9. T“ 8ntba). Am Mittwoch den
24. d. M. entlud sich über unserem Dorfe ein Ge-
Jahrzehnten niemand erlebt hat. Der Blitz schlug m Stall und Scheune ter W'ttve sophle «chafer und äscherte die beiden (&bäute ooll- i^nmg^ew^SaB Vieh konnte nur teilweise gerettet
M e'nfi Eer Ph-losoph der haarscharf nach- wÄr? M! 2 Sorganger sich geirrt hätte und die Nne Crfs DDn ihm bezogen werden
Der eine wird vom andern abgetan und b;e Hopfung lä-sst weiter in der alten Bahn
M"^ach aus unserem gewöhnlichen MenfchenoeiTstand heraus: Vernichten kam die Schöpfung nur derjenige, der sie hervorgebrachi Smd wir Geschöpfe um unsere Willensmei- nung gefragt worden, als die Welt geschaffen wurde. Nein. Deshalb werden wir auch'nicht zur Abstimmung berufen werden über den Well unter- r*10' «chöpfer da droben läßt seinen mensch- ^reaturm viel Bewegungsfreiheit, aber im ffietiaa wird doch keine demokratische Verfassung eingefuhrt. Da ist und bleibt die Monarchie des Allmächtigen und Allgütigen. Er weiß tXu er b e Welt erschaffen half er weiß, wa?um e? äe 2Mt erlöst hat, er weiß, wie die Schöpfung weiterlaufen soll bis zum jüngften Tage.
Der Philosoph phantasiert von Dernichtuna Der gewissenhafte Naturforscher wird ihm aber sagen
.d-r Mensch uberhaup^ur,fähig ist, etwas zu könnpn ^mir » mNmal ein Wassertröpfchen. Das können wir zum Verdampfen bringen, aber der aufsteigende Dampf ist und bleibt Wasser; er wird beim nächsten Regen herunterfallen. Wir können SMte umroanMn,_QbeT nicht aus der Welt sKaffen. Es herrscht ein steter Kreislauf in der Schöpfung, ein fortwährender Wechsel der Stoffe und Kräfte, der erft bann feinen Abschluß finden wirb, wenn der Schöpfer am jüngsten Tage das sf°nze Halt" blasen läßt. Der Mensch kann 'auch sich selbst nicht vernichten. Der Selbstmörder erreicht weiter nichts, als daß sein Körper eine Weile eher zur Auflösung kommt, wie bei gehöriger Lebensführung. An die unsterbliche Seele kann kein Mordmiitel heran. Sie muß den Weg in das Jen- •
demokratische Weltvernich- ^ßchts des Himmelfahrts-
der Philosoph in Aussich/'stellt^ 005 1015 i >n oas yen« i
rite te* ro61 - * ■m m d°-
kiffen 'sich In Ihrem «Si- -I->-^»?-n?nm/'W?» wi“'■fObm■°°n bem ®'«äel- »nschauung zu und bilden sich ein ba6 bie X ”leI ro\nir^r °?n dem Mas-
ßch ihren Ideen anpassen würde. Das tut sie ^stmorb, den der philosophische Märchen- wnr fchnnt, daß wir zu diefei
«cht, und infolgedessen kommt hinter jedem Phflo- I sich nach EALsiru^sebn^a^s d-r 7?-'.^er ! ?tut köpfen dürfen. Auch aus t 450110 1 ,IC° nac° Erlösung sehn, aus der Not der Zett, der 1 Erscheinungen heraus, die den Rückgmis