FuldaerZeitung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Lkadk Fulda.
Nr. 121.
Lerantworllich kür den reöattionellen Teil- Dr. I. Kramer- s für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. s Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Postscheck»Konto 4051 Frankfurt a. M-
Somstag, 27. Mai 1922.
Bezugspreis: Monatlich 18.00 2HL zugestellt frei ins Haus- - Abgeholt In der Geschäftsstelle 17:50 2Itt Anzeigen: Kleinzeile nach Colonel 1.50 Mk., ausw. 2,50 Mk. Wef I amezeile (Tertbrette) nach Colone^maß 8 Mark.
49. Zahrg.
Am 2 8. Juni sollen di« Sommer
ferien beginnen.
und Pläne der
kurze Zeit unterbrochen, um alsbald wieder ausgenommen zu werden. In der anschließenden Besprechung, die bis in die späten Nachtstunden dauern sollte, war vorgesehen, daß zunächst Reichssmanzminister Hermes Bericht über die Pariser Verhandlungen erstatten sollte.______________ _ _____________________
Die Bundesverfassung legt unter dem Vorbehalt der vollen Selbständigkeit der verbündeten Kirchen in Bekenntnis, Verfassung und Verwaltung den Zweck des Burzdes noch drei Seiten hin fest. Er soll dler»n 1. dem
Vorlagen. Außerdem liegt eine Interpellation der Deutsch- nationale^ vor, die sich gegen die Erfüllung der von der interalliierten Militärkontrolltommission aufgestellten Forderung einer Umgestaltung der Schutzpolizei richtet.
Da die Beratungen über den ReichshaushcE beschleunigt vorwärts fchresten, dürste es gelingen, den Reichs- haushalt am 31. Mai in dritter Lesung zu erledigen. Wenn Zwischenfälle nicht eintreten, wird der Reichstag am Mittwoch in die Pfingstferien gehen könne.
Um die Zchuldfrage.
Die deutsche Politik von 1871 bis 1914.
Unter dom Titel „Die große Politik der europäischen Kabinette von 1871 bis 1914" wirb demnächst eine Sammlung der diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes erscheinen. Die Drucklegung dieses großen sechsbändigen Aktenwerkes der deutschen Regierung ist jetzt beendet. Das Werk ist das Ergebnis der Oeffmmg der deutschen Archive. Das diplomatische Atkemnaterial des Auswärtigen Amtes zur Geschichte der europäischen Politik in der Zeit vom Frankfurter Frieden im Jahre 1871 bis zum Beginn des Weltkrieges soll hier der OesfenÄichkeit übergeben werden. Das gesamte Aktenwerk wird einen Umfang von 20 bis 22 Bänden haben.
engen und dauernden Zusammenschluß zu gemeinsamer Interessenvertretung, 2. der Pflege des Gesamtbewußtsems des deutschen Protestantismus, und 3. der Geltendmachung der religiös-sittlichen Weltanschauung der deutschen Re- formdtion im öffentlichen Leben. Mitglieder des Bundes sind zunächst die vertragschließenden Kirchen des Reiches. Im A-nfchinß an das geschichtlich Gewordene setzt sich die Organisation des Bundes aus einer Vertretung der Kir- chenregierungen, dem Kirchenbundesrat, einer 23er* tung. In der Hauptsache der synodalen Kräfte/ dem K i r- chrntag und einem Vollzugsorgan, dem Kirchenausschuß, zusammen. Der Kirchentag ist für die Besckstuß- fassung über Bundesgesetze und Mn Erlaß öffentlicher Kundgebungen in Angelegenheiten, die das Gesamtmteresie des deutschen Protestantismus berühren, zuständig. Bon feinen 210 Mitgliedern wählen 1ZÜ die obersten Synoden
Die „Uneinigkeits"-8ron1.
Die proletarische Einheitsfront ist erledigt. Der Sowjet-Häuptling Sinowjew hatte dieser Tage noch unter Anwendung von Drohungen und Lockrufen in letzter Stunde die probetarische Einheitsfront zu schaffen zu können geglaubt. Herr Sinowjew gebärdete sich recht zuversichtlich. Er hat es sich wohl nicht träumen lassen, daß bereits 24 Stunden darauf der Traum von der proletarischen Einheitsfront restlos gescheitert sein würde.
Die N e u n e r k o m m i i s f io n, die zur Vorbereitung eines allgemeinen internationalen Weltarbeiter- kongresscs von den drei sozialistischen Parteien eingesetzt war, hat sich nach zum Test sehr erregten Auseinandersetzungen a u f g e l ö st.
Dr Vertreter der 2. Internationale (Mchrheitssozial- demokraten), der Engländer M a c d on a l d, stellte fest, daß die von den Kommunisten ausgegebene Parote eine-- Eiicheitsfront nur ein „Betrug des Proletariats" fei, denn die kommunistische Zersplitterungsarbeit sei in Elen Ländern fortgegangen. Durch den Austritt der Kommunisten aus der Neun-erkommission war die Einheitsfront gescheitert. Es ist interessant anzusehen, wie die drei sozialistifchen Parteien sich jetzt versuch?ig ail diesem Ausgang zuzuschieben j
, .Die „Fr e i h e i t", das Organ der Unabhängigen, ! teilt ihre Hiebe nach beiden Seiten aus. Se macht sowohl der MchrheitssoziaWemokratie Äs auch den Kom- mumsten den Borwurf, das Scheitern der Einheitsfront herbeigeführt zu haben. Der. „Vorwärts" mißt < übrigens E. mit Recht, ausschließlich
den Bolschewisten bei. Er sieht voraus, -daß die Bolschewisten nach der Anweisung Sinowjews letzt einen Kampf gegen die SPD- und USPD-Führer mit verzehnter Kraft aufnehmen werden und erklärt daß Die Sozialdemokratie Vas Ergebnis Liefer Kraftan- ftrengung mit un-erschütterter Gemütsmbe erwart-n wird.
Die vorausgefcheue Hetze der Kommunisten Hai be- reits prangst eingefcht. Dir kommimistWe „Rote Fahne ladt die ganze Schuld der Mchrheitsfozial- demokratie und den Gewerkschaften auf und verkündet daß nunmehr die Masse aufgeputscht und mit verdreifachter Energie an die Arbeit gegangen werden soll.
preußischer Landtag.
Nach dem Justizckak dec Dohlkahckseltt.
In der Mittwochsitzung wurden drei kleinere Puvjkte der Tagesordnung ohne Debatte erledigt und an- genommen. Bei der Beratung des Haushalts der Justizverwaltung ging mau zur Einzelbemiung über. Dabei trat wieder die Tendenz der ganzen Sozialdemokratie an den Tag, die Religion aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Ein Kommunist verlangte Streichung der Ausgaben für Strafanstaltspfarrer und ein Sozialist stimmte ihm bei. Dann kam cs wieder, wie fo ost, zu einer „Katzbalgerei" zwischen dem Abg. Katz und dem Präsidenten ßeinert. Bei der Anschuldigung eines Kommunisten, daß die Gefangenen nicht gut verpflegt würden, kam es bei der Erwiderung vom Regie- rungstische her auf Seiten der Kommunisten wieder "zu tumultartigen Szenen. Der ruhigen .Haltung der übrigen Parteien ist es zu danken, daß die Kommunisten bald ihre Wut verschnauften.
Auch bei den folgenden Punkten sprechen saft nur Kommunisten, die, wie es scheint, durch ihre lauten Forderungen das Gewicht ihrer Minderheit etwas verstärken möchten. Dann wird der Etat nach dem Beschluß des Ausschußes bewilligt.
Bemerkenswert war wiederum, wie bei einem Antrag der Sozialdemokraten, die Todesstrafe aibzuschaffen, nur mit knapper Mehrheit dieser Antrag ab- g e k e h n t wurde.
Dann ging man zur Beratung des Haushalts dös Wohlfahrtsmimksteriums über, zu dem als erster der Zentrumsabg. Stemmtet das Wort ergriff. Seine Forderungen decken sich mH dem, was Wohlfahrts- minjffter Hivtsiefer, sein Fmktionsgenosie, für seinen Haus- halt gefordert hat.
Am 13. Juni sollen die Sitzungen wieder ausgenommen werden.
Hochflut politischer Reiten
Was geht vor?
Soziales. ■
f. Dar preußischewohlfahrt«ri!nisterinm hat eine Reihe sozialpolitischer Vorlagen fertiggestellt. Der Ent- tourt eines Tuberkulosengesetzes ist bereits dem Staatsministerium zugegangen und sieht unter anderem ben Anmeldezwang Lun gen schwind süchtiger vor. Ferner ist eine neue Gebührenordnung füx Aerzte und Zahnärzte ausgearbeitet worden. In hervorragendem Maße ist das preußische Wohlsahrtsministe- rium an der Ausarbeitung eines Irren-und eines Apothekengesetzes im Reiche beteiligt. In dem Jrrengesetz sind Maßnahmen vorgesehen, um der Einschließung fälschlich als Irrer bezeichneter Personen vorzubeugen. Das Hauptgewicht legt die Vorlage auf eine sachgemäße Ausbildung des Pflegepersonals, die heute vielfach sehr zu wünschen üvrig läßt. Endlich beabsichtigt man im Wohlfahrtsministerium auch die Hygiene der Luft gesetzgeberisch zu regeln. Es handelt sich dabei in erster Linie um zwangsmäßige Schutzvorrichtungen gegen die Verunreinigung der Luft durch die Rauchentwicklung der Fabrikschlote und an# deres mehr.
Hus der Zentrumspartei.
— Der vntegrdire'tor »er ,@etmania', des Berliner Zentrumsorgans, Karl Müllet, ist m diesen Tagen' aus seinem Amt als Vorstand der Germania Aktien- Gesellschaft für Verlag und Druckerei a us ge sch i e- den. Seit dem 1. Oktober 1892, also seit einem ganzen Menschenalter, hat er an der Spitze des Unternehmens gestanden. Herr Müller wurde nunmehr einstimmig in den Äufsichtsrat gewählt.
deutschen Elnzelregiciungen überreicht werden, nach denen die Schutzpolizei in den deutschen Ländern künftighin gestaltet werden soll.
(f.) Gegen die Leuchenoefahr, die vom Osten her in immer stärkerem Maße Deutschland bedroht, haben die zuständigen Behörden des Reichs und Preußen eine Konferenz in Berlin abgchalten, um Maßnahmen für den Fall einer Einschleppung von Cholera und Fleckfieber aus Osteuropa zu treffen. In Frage kommt dabei die Ueberwochung von Eisenbahnen, der Schisse, eine Kontrolle ter Wasserversorgung und gegebenenfalls die Einrichtung von, Quarantänestationen.
* Der Prozeß von fiiilitiger. Wie der „Bayer. Kurier erfährt, sind $u dem am 7. Juni beim SckWur- Aricht Offenburg .beginnenden Prozeß gegen den Kapitänleutnant con Killmger wegen Begünsti» 8u8 Der Mörder Erzbergers nicht weniger ms 89 Zeugen und 3 Sachverständige geladen worden.
Dann mertitet man sich der Cinzelberatuna des Etats ZU. Die Debatte darüber ist nur kurz. Damit ist der Wo’hcn bCS ^°^'^^smmisteriums abge-
3n schneller Aufeinanderfolge fast ohne Ausnahme de- batteBs werden dann eine Reihe kleinerer Etats erlebtet- °°riSufige-i ReichsmmschastsrMs, §t ^Ehatt des ReichsfmanzmmKeriums, des Rechnunos- hofes, der Reichsschuld und der allgemeinen Fimmzmr- wastmng. dazu noch die Etats für die Ausführung des Fnedensvertrages und des auswärtigen Amts
Am Freitag steht auf der Tagesordnung der Haushalt des Reichstages und eine Anzahl fyjpfrer
Die mehrfachen und langdauernden Sitzungen des deutschen Kabinetts in den letzten Tagen haben gezeigt, daß nicht alles in Ordnung zu fein scheint. Und man weiß, daß in den Verhandlungen des Kabinetts nicht so sehr die Ergebnisse der Genuakonferenz im Mittelpunkte standen, sondern in erster Linie die Finanz- beratungen in Paris besprochen wurden. Im
Trotz der Hitzwelle, die zurzeit über Westeuropa hingeht, sind die Staatsmänner mit bewundernswerter Ausdauer am Reden. Es liegen heute lange, lange Berichte vor über die Reden, die in der französischen Kammer über die Außenpolitik gehalten worden sind. Irgend ein Gedanke, der einem nicht schon häufig begegnet wäre, ist aber dabei nicht aufzuspüren. Die Franzosen sind weiterhin der Meinung, daß Deutschland zu Boden gedrückt werden muß, daß es nicht wieder stark werden darf, , weil sonst Gefahr für Frankreich besteht.
Auch Lloyd George hat hn englischen Unterhaus gesprochen. Er hat sich fort hauptsächlich zur russischen Frage geäußert. Bezüglich des deutschrussischen Abkommens sagte Lloyd George, er wolle seinen Inhalt nicht erörtern, betrachte aber das Abkommen als einen großen Irrtum im Urteil und als einen Fehler auf selten Deutschlands. Das Haus möge erwägen, was das Ab- kommen bedeute. Die Reparationsfrage erwähnte Lloyd George nicht.
Außer mit Reden beschäftigen sich die Diplomaten tzurzvit aber auch sehr eingehend mit Verhandlungen hinter den Kulissen. Es ist dabei ziemlich unmöglich zu prophezeien, was bei diesen Verhandlungen heraus- kommen wird. Fest steht nur, daß von dem Ausgang dieser Besprechungen gerade für uns Deutsche unendlich viel alchängt. Namentlich von der in Paris tagenden Anleihe-Konferenz, von der jetzt in Pariser Blättern berichtet wirb, die von der Reparationsrömmission für die deutsche Anleihe geforderten Sicherheiten würden wahrscheinlich den Bankiers nicht genügen. Man müsse Zutrauen zu Deutschland bekommen; vor allem müsse Deutschland oordemZl. Mai eine von dem Wredergutmachungsausschuß als zufrie- dendstellend beurteilte Antwort übersenden und außerdem müsse die allgemeine Lage in Deutschland genug Vertrauen einflößen, damit die Leute ihr 'Geld verliehen.
Nach allem was gemeldet wird, scheint gegenwärtig die Sache so zu stehen, daß Reichsminister Dr. Herme s, der von Paris nach Berlin gefahren ist, in Verhandlungen mit der deutschen Reichsregierung Grund- lagen gewinnen muß, auf die man Entscheidungen in den Pariser ReparationsverhaMungen aufbauen kann So liegt augenblicklich wieder einmal für die Berliner Regierung die Notwendigkeit zu wichtigen EntWüssen DOr' versteht es sich von selbst, daß bei unseren UEdsich schwierigen außen- und innenpolitischen Ver- HÄtmssen
Ärifengerüchle nicht ausbleiben.
Don gut unterrichteter Berliner Stelle wird uns geschrieben:
Ausland.
* Ein päpstlicher Vertreter in Japan. Reuter meldet aus Tokio, daß Kardinal Giardint, der sich augenblichlich in Japan befindet, znm ersten Vertreter des Vatikans in Japan ernannt werden wird.
j. Verständigung zwischen Italien und Serbien. Bisher war das Verhältnis zwischen den beiden ge- nanntm Staaten ein sehr gespanntes. Die dalmatische Frage, die Vorgänge in Fiume und manches andere hatte die Atmosphäre zwischen den beiden Landern vergiftet. Während der Konferenz von Genua haben dann durch die Vermittlung Lloyd George Verhandlungen zwischen den beiden Staaten stattgefunden, die nach einer röniischeli Meldung zu einer Verständigung geführt haben, deren Einzel- Hellen aber noch geheim gehalten werden. Die drille Zone Dalmatiens foll evakuiert werden, die Regelung des Freistaates Fiume einer besonderen Soin» Mission anvertraut werden und der Eisenbahnver- kehr zwischen den beiden Staaten neu geregelt werden. Auch die Abschließung eines Handelsvertrages ist vorgesehen. Bei den scharfen Gegensätzen der beiden Staaten muß man diese Verständigung als einen diplomatischen Erfolg der Konferenz von Genua bezeichnen; denn es ist sicher, daß dort die mündliche Aussprache zwischen den führenden Staatsmännern der beiden Staaten wesentlich zur Verständigung beigetragen bat.
* Rumänisch-französische Abmachungen. Der Pariser Berichterstatter des ,Daily Mail' meldet, daß einer Unterredung des rumänischen Minister- Präsidenten Bratianu mit Poi ncaro große Be- »deutung beigelegt wird. Bratianu habe formell die Zusage echalten, daß im Falle eines nicht heraus- geforderten Angriffes Rußlands auf Rumänien, Frankreich Rumänien ebenso beistehrn würde, wie cs Polen_ beizustehen versprochen habe. Außerdem soll Rumänien mit technischen Hilfsmitteln unterstützt werden.
I der Landeskirchen, 35 ernennt der Kirch er,aus schuß, davon 8 auf Vorfchlag der theologischen Fakultäten, 12 auf Vorschlag der Religionslehrer, 15 auf Vorschlag der für die Gesamtheit der Landeskirchen sich erstreckenden Vereins- orgcmisationen. Der Kirchenbundesrat, der sich während des Kirchentages am gleichen Ort versammelt, ist als zeitgemäßer Ausbau der in der Milte des 19. Jahrhunderts entstandenen Eisenacher Konferenz gedacht, dient den Lau- deskirchen als beratendes Organ für die Br Handlung wichtiger kirchlicher Fragen und läßt sich die Ausführung der vom Kirchentag gegebenen Anregungen angelegen sein.
Das Präsidium steht aus Gründen zweckmäßiger Geschäftsführung der größten evangelischen Kirche Deutschlands, der altpreußischen Landeskirche zu. An der Feier in Wittenberg nahm auch der preußische Kultusmini st re Dr« Boelitz teil._______________
Deutscher Reich.
* Verlin, 26. Mai. Ter Reichsrat erteilte dem. Genfer deutsch-polnischen Abkommen seine Zustimmung, indem er der von dem deutschen Bevollmächtigten, Reichsminister a. D. Schiffer, vor der Unterzeichnung des Vertrages in Bezug auf die deutsche Rechts Verwahrung gegen die Entscheidung der Boischafterkonferenz vom 20. November 1921 abgegebenen Erklärung ausdrücklich beitrat. — Das Reichskabinett beschäftigte sich auch mit der Frage der Schutzpolizei/ Dem Vorsitzenden der Interalliierten Militärkonlrollkommission, General Rollet, werde in der Frage eine Note deutschen Einzelregierungen überreicht
in Paris besprochen wurden. Im Zusammenhang mit diesen Vorgängen gingen in den Wandelgängen des Reichstags Gerüchte von einer Spannung der innerpolitischen Situation. Diese Gerüchte haben auch bereits in der Presse Ausdruck gesunden. So hat beispielsweise die Rheinische Zeitung, das Kölner sozialdemokratische Organ, in einer kurzen N°tiz darauf hingewiesen, daß seit der Rückkehr des Reichskanzlers am Sonntag sich erkennen laffe, daß in öer Reichsregierung über die politische Lage eine volle Uebereinftimmung nicht bestehe. Auch der Grund für biefe Meinungsverschiedenheiten wird skizziert und angedeutet. Zwischen einem Teil des Reichskabinetts und dem in Paris verhandelnden Reichsfinanzminister Dr. Hennes beständen ernste Meinungsverschiedenheiten. Ein Teil des Reichskabinetts habe schwere Bedenken, ob die von Hermes in Paris vertretene Auffassung sich innerpolttisch rechtfertigen laffe. Es kommt weiter die Auffassung zum Ausdruck, als ob Dr. Hermes voreilig gehandelt habe und damit andere in Genua angebahnte Operationen geschädigt würden. Es kommt nicht darauf an, wie weit diese Auslassungen des rheinischen fozial- demokrattschen Organs zutreffend sind; es genügt zunächst die Feststellung der Tatsache, daß sich in der Tat M e inuntzsverschiedenheiten und Unstim. ^igkeiten im Kabinett ergeben haben. Man hat eshalb den Reichsfinanzminister Dr. Hermes zur Be- ^'Verstattung nach Berlin gebeten, wo er am Donnerstag aoenb erwartet wurde. Erst nach der Aussprache mit dem eichssinonzminister wird sich Herausstellen, wie weit E e nfiimmigteiten geeignet sind, die innerpolitische age risinhaft zu beeinflussen und ob die Unstimmigkeiten eine foI^e Bedeutung haben, daß sie in eine unerwünschte und unwillkommene Verschärfung der mnerpo >n»<en Berhältnisse einmünden müssen. Es ist felbftverstandhch, bafc jn erster Linie zu prüfen sein wird, wie unsere Politik erfolgreich und gradlinig fortzufuhren sei.
am Feiertag stattfand, geb, nach einem wetteren Bericht der M i n i st e r ± JWÄfaJE ?nL R a^e'7a u ein^ Rückblick gfe RaMv^^^^^^KÄmMnmÄ Echte unter Würdigung der^Belowüng^sein? Vor- SfÄ
Der Eucharistische Kongreß in Rom. I Eine Ansprache des hl. Dakers.
Nach einem Bericht der Stefani-Agentur wurde | am Mittwoch in Rom durch Papst Pius XI. im Hofe des Belvedere im Vatikan der 2 6. internationale eucharistische Kongreß in Anwesenheit von 30 000 Personen feierlich eröffnet. I Mehrere Kardinale, das beim Heil. Stuhl beglau- I bigte diplomatische Korps und etwa 20 0 Erzbischöfe, Bischöfe und andere geistliche Würdenträger wohnten der Feier bei. Bei seinem Ein- I Zuge wurde der Papst mit einer begeisterten Kund- I gebung begrüßt. Er erteilte den Anwesenden seinen Segen, worauf ein Chor von 800 Personen die eucharistische Hymne fang.
Kardinal V a n u t e l l i verlas als Aeltefter des Heiligen Kollegiums eine Ansprache des Inhalts, daß er von dem Kongreß eine Verstärkung der Einmütigkeit der Völker im Streben nachdem Weltfrieden erhoffte. Nach Anrufung Christi hielt der P a p st eine Ansprache, in der er betonte, daß der Kongreß der Beginn der Befriedigung der Welt fei. Die wichtigste und unerläßliche Bedingung jeder sozialen Erneuerung sei die Rückkehr der GesNschaft zu G o t t. Dies sei auch die wahrste und sicherste Grundlage der Wiederaufrichtung des von allen ersehnten Friedens, der der Welt noch immer nicht gegeben sei; Christus allein könne ihn I bringen. Der Papst hieß die Gläubigen in Rom willkommen, das für alle die zweite und wahre Heimat sei. Er drückte zum Schluß den Wunsch aus, das dargebotene Bild von Treue und Barm- , Herzigkeit möge allen nahebringen, daß der eucha- I ristische Kongreß zu Rom der Heiligkeit und Größe
■ClvlUpllUj. | dieser heiligen und Gott so teuren Stadt nicht un-
Jtoff: Arbeit. I würdig sei und ein Beispiel biete, daß die Gemüter
_ Am Mittwoch hielt der Reichsteg nur eine kurze I uni) Herzen der andern in einer Weise erhebe,
Sitzung ab. Schon am frühen Nachmittag wurden die I daß auch sie vom Glaubensstrom mitgerissen wür-
■serotungen abgebrochen und ihre Fortsetzung füg Freitag I den.
nechmmag um 4 Uljr festgesetzt. I Nach Erteilung des apostolischen Segens begab
SorfafiTftL. dü Mitteilung, daß die j sich der Papst, von lebhaften Kundgebungen be-
J-Ä "\®€nT «bg-Mosiene deutsch-pol- gleitet, in seine Gemächer zurück. .,
Abkommen nurzmehr emgegange» sei, dessen I _____________1 / ________
ZN^ung, wie wir bereits mitgeteilt haben, sofort im I , T~ "
und die Pariser Finan,zvech<mdlmrgen stattfinden^ soll^'6in Monis im DeuMen totetoti» m+imT befaßt sich bas Haus mit der Etatsbe- | Während in ganz Deutschland von den Türmen
Mit A°.Ll°"^ich«fts Mi Niste, der protestantischen Kirchen Glockengeläute ertönte, verbunden, die sich Interpellation I wurde am Himmelfahrtstage, mittags 12 Uhr, am
b e m"S e Me?i n^aS, n®e7e MV® eVi e t“ W Grabe Luthers von dreißig Bevollmächtigten der
saßt Sie ist von Seiten der Demokraten enigebracht und z?°ngelischen Landeskirchen Deutschlands ein wird vom demokratischen Abg. Hortet begründe' Seine I Deutscher Kirchenbund gegründet, nach- Ausfuhrung-n gipfeln in einer Beschwerde über die Er- I °em fe‘ne Verfassung und ein Kirchenbundsvertrag schrvevung, JBerteuerung und Zerstörung des Verkehrs I bereits am 15. September 1921 auf dem zweiten S u n i Betrieb der örtlichen Stellen des I Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart bte Ueberwachung der Ein- und I fertiggestellt worden ist. Auf evangelischer Seite emaemenbe'6werten ^ll nichts I sieht man diese Gründung als ein bedeutendes
STXÄto'Ärtß SÄ s «Wwnw« E--I-,ni- an.
fcin. wem nun u» tem £ 1 $,e I.»«- M u»l<r »cm IBorteMi t»r
schaftsausfchuß -in Mirwirkungsrecht einräumte.
Vorn Ro'chsw-rtich^tsmirnster Schmidt wird diese In- terpelfotion beantwortet. Mißgriffe ffeuh Sei Mirteilung der Emzelsälle ist die Zeittralstelle bereit' einzugreifen. '