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FuldaerZeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Lladk Aulda.

Nr. ns.

Venmtwortliw für den redatttonellen Teil' Dr I. Kram er - - für die Anzeigen: I. Parzeller-FiUda. s RotationsLmck u. Verlag der Fuldaer Stdten&rurfere« in Fulda, dftrnivreck^r Nr. 9. Postscheck»Konio 4051 Frankfurt a. M.

Dienstag, 23. Mai 1922.

Bezugspreis: Monatlich 18,00 2RL zugestellt frei ins Haus- s Abgeholt in der Geschäftsstelle 17.50 Btt. n Anzeigen: Kleinzeile nach Colonel 1.50 Btt.; ousm. 2,50Btt. Reklamezeile lTextbrette! nach Colone'maß 8 Black.

49. Zahrg.

des

Das Mädel! Möcht' nur misten, wo sie ihn kennen

Je nun, Muhme Giese.

Gchrrnen der fra Gerätschaften des

veutscher Reichstag.

Brot, Kartoffeln, Zucker.

:n Staatsmänner spielen die i die ausschlaggebende Mle.

preußischer Landtag.

Sind die Richter parteiisch?

Sie hatte. ein dunkelrotes Gesicht. Und anff ©tim des Alten schwollen die Falten.

Mit Permisflon, Krau von Giese . . . Sie ja ganz fuchtig ... um nichts und wieder nichts, doch ein ehrenvoller Antrag. Dafür bürg' ich!"

So saßen sie denn beide. Die Frau auf dem Kanapee, der Feldmarschall gegenüber auf dem einzigen Lehn­stuhl. Er hatte den Hut abgelegt, den Husarensäbel nJJU= zwischen die Kniee genommen: daraus lagen fest die ! gelernt? Hände, und er streifte langsam, sehr langsam die wasch, ledernen Handschuhs ab. Es sah fast aus, als suche er ein weniges nach den passenden Worten,

, Kriegsberichte an Land der anbaufäl Boden von 54 Millionen Hektar auf 47 Millionen Hei zusammengeschmolzen sei. Er wendet sich den 5

sin«

Indem ist die Mutter eingetreten. Hat erstaunte Augen graue Augen, in bccun immer etwas wie u^'?r imfr der Asche gewesen und »Hm! Hm!* ge.

Die Heimkehr der Staatsmänner

Dasdjo der Konferenz»

Frankreich willglühend und leidenschastNch den Frieden-.

j Die nervösen Zranzosen.

Die Aeußerung Barthous in Genua auf die Rede Rathenaus, über die wir hier schon berichteten, hat viel Beachtung gefunden. Herr Barthou ver­kündete dort im selbstgefälligen Brustton:

Der Außenminister der deutschen Republik mag sich beruhigen. Ich überbringe ihm noch einmal das Wort Frankreich- und erkläre hier vor den 33 hier vereinigten Staaten, daß Frankreich, das den Krieg nicht gewollt hat, glühend und leidenschaftlich den Frieden wünsche.

Jetzt muß im Zusammerchmrg mit dem 31. Mai diese Friedensliebe Frankreich in Taten äußern. Sülch noch m anderer Beziehung wird man Frankreich Gelegenheit geben, seine angebliche FrieLnÄchbe zu be­weisen: Ein Drahtbericht meidet uns nämlich:

Mtd pcris, 22. Mai. (Tok.) Im Laufe der bevor- stchendM Tagung der französischen Kammer wird dieser bekanntlich das in Washington getroffene Flottenab­kommen zur Ratifikation vorgelegt werden. DieChi- cago Tribunx" giaiubt, daß die fnmzösrschM Einwen- düngen gegen dir Fastung des Vertrages sich haupt­sächlich auf folgende zwei Punkte beziehen werden:

1. Die Welt sei heute nicht in derselben Lage wie zur Zeit, in der der Pakt abge schossen wurde. So weit Frankreich in Bttmcht komme, könne der deutsch- russische Vertrag von Rapallo im Kriegsfälle eint neue Gefahr darstellen. In frc-nzöstschen Marinekiesseiz weihe daraus hdrgewisfen, daß der Versailler Vertrag Deutschland verbiete, große Flotlerdemrichungen zu treffen. Wenn Deutschland gegen den Versailler Verklag in dieser Beziehung verstoße, setze es sich Repressalien aus, aber er werd durch nichs gehindert, in Rußland ernt starke ütm&npnaqjt Wffzuvauen.

2. Fvankreichs Politik werde die Gleichstellung mit Ita­lien in Kriegskaenpfschiffen erfordern; drnm Deutschlands Gleichstellung würde zurzeit nach Ansicht französischer Flol- techachvorstLndiger bedeuten, daß JtÄien überlegen sei. Denn während Italien nur eine einzige Seefront zu ver- teWgen Hecke, nämlich Ne im MAteSmeer, habe Frank- reich deren Mei zu verteidigen: im Atlantischen Ozean mch tat Midtelmoer, zu schweigen von bea Kolonien in Jlndochbm und Madagaskar.

Danach ist die Phantasie der Franzosen mit allem weniger erfüllt oLs mit Friedsnsträmnen und tn den

allerlei parliert haben. Da ist die Liebe gekommen. Witz das so geht, Muhme Giese."

-Ist das süchtige Techtelmechtel! Meine Tochter! Da soll doch gleich die Schockschwerenot dreinschlagen, Sott verzech' mir, wenn ich fluche/

Wer sich am Ende der Konferenz von Genua bemühen will, ein gerechtes Urteil über den Wert und die Ergebnisse dieser großen und einzigartigen erstmaligen Zusammenkunft der Staatsmänner der Welt zu fällen, der muß sich zunächst einmal be­wußt werden, zu welchem Zweck die Ober­häupter der Staaten zusammentraten. Denn nur,

Die Tagesordnung für die SamStagSsitzungA I verhieß wiederum einen lebhaften Tag. Als einziger | Punkt stand auf derselben die Beratung des LauS« I Halts der Justizverwaltung.

Der preußische Justizminifter am Sehnhoff sollte mit eurer Rede die Verhandlung einleiten. Er wurde von! den Kommuniftzn begrüßt mit dem Rufe: Wo bleibt dre Amnestie? Doch der Minister ließ sich nicht stören und begann in aller Ruhe feine Ausführungen. Der Gegensatz seiner Rede war die vielfache Unzufrie. denheit mit dem Richterstande, der im Volke tatsächlich viel an Vertrauen eingebüht hat. Was der Minister! I da auSfnhrte, war kein Versuch pro domo zu sprechen, sondern mutz als objektive Würdigung und Betrachtung der tatsächlichen Vorgänge angesehen werden. Er gab zu, daß öfters Mißgriffe vorgekommen seien, daß aber nach der Verfassung bei solchen Vorkommnissen lerne Auflösung der betreffenden Strafkammern vor-, geiwmmen werden könne. Die Zahl der angegriffenen Richter sei übrigens verschwindend gering und die Bor»;

In Wien ist Bundeskanzler Schober mit den Mitgliedern der österreichischen Delegation aus Genua eingetroffen.

In Paris ist Barthou eingetrofsen und von Millerand empfangen worden.

Schließlich wird aus London gemeldet, daß Auch Lloyd George wieder daheim ist. Er wurde von seinen Anhängern außerordentlich warm be­grüßt, und eine große Menge von Zuschauern, unter denen sich auch mehr als 200 Abgeordnete befanden, war am Bahnhofe anwesend. Weiter litten sich zu seinem Empfange eingefunden alle Mitglieder des Kabinetts, mit einziger Ausnahme von Lord Curzon, der augenblicklich erkrankt ist, und Lord Churchill. Ms der englische Premier in der Türe seines Salonwagens erschien, trat der Lordkammer Herr des Königs auf ihn zu und hielt ihm eine herzliche Ansprache.

hinter den Kulissen als durch vordringliche Auf- dringllchkeit französischer Manier in den Augen mancher bisher andersdenkender ehemals gegneri­scher Kreise gehoben hat, dann mögen wir alles tun, diese Stellung in Zukunst zu festigen und aus» zugestalten.

Aber ebenso wie es nicht richtig wäre, sich da in ungerechtfertigtem Tadel zu ergehen, wo Ta­delnswertes nicht zu finden ist, ebenso irrig und töricht müßte es sein, wollte man dort in Lob­hudelei hineinfallen, wo sie nicht angebracht ist. Wollte man allerdings den materiellen Gehalt der Konferenz von Genua, der nicht in letzter Linie Hoffnung der Bölter war, nach den prunlhasten Anfangs- und Schlußreden der Staatsmänner be­urteilen, dann hätte über dem Himmel Genuas eitel Sonnenschein geleuchtet. Dem ist nicht so. Dunkle und schwarze Wolken haben das klare Licht der Sonne oft genug verhüllt und Gewitterschwaden mit heraufgeführt. Die Konferenz ist tot es lebe die Konferenz! Nach Genua der Haag! Das ist, wenn man von den in Genua abgeschlossenen Son- deroerträgen absieht, das einzige materiell greifbare Ergebnis der gemeinsamen Beratungen, und noch dazu ein Ergebnis, an dessen Zustandekommen Deutschland durch seine Dermittiertätigkert, soweit man bisher urteilen kann, stark beteiligt zu sein scheint, von dem Deutschland selbst aber nicht be­troffen wird, weil man es unterlassen hat, uns ein» zuladen. Die russische Frage ist also offen geblie­ben und harrt nunmehr ihrer Lösung durch eine andere Konferenz.

Und nun die Kommissionen. ES ist in

Gewiß: ein bescheidener Anfang aber doch stand. Der 'wahre Friedensstörer hat sich sMsst ent- I Empfindung haben mochte, daß er in manchen immerhin ein Anfang! Die Jukunftsausgabe wird tarnt. Ob bereits Genua der Geburtsort dies-» Er- 3Ure!u?Jttari$ "orging, während doch

lauten, diesen Anfang auszubauen und nicht etwa kennlnis fein wird? Oder wird es noch anderer fkar- I <t^flR»UrÄr£r6Ch bTC ^"selhetten

deshalb, weil er uns nicht groß genug zu fern schein!, kerer Bswche bedürfen! Der smzi^tzrche §Mm, uNeträchtlich^REespwle^De^MtMfte^kenn^ichnlt

vEeicht^manche Kreise der die Welt zerstört und Siege und Besiegte in gleicher I zunächst unsere allgemein wirtschaftliche Lage, hierein

wünschten, die Erfolge gern mit Scheffeln messen Werse rumort, das ist und bleibt das Dokument I äußerlich schon daourch charakterisiert werse, daß uns

mochten. Auch dre chweren Krankheiten der Welt von Berfailles das EnÄand xu fernem eigenen durch die Krie * " " -

uns d-r ÄmfMrfl komm nur Im* Wn. Ä ü äärÄSÄ. taZfÄ L Und wenn Deutschlands moralrsche Stellung sich m zuqeschobenen KriscrchckuÄ bat verankern fwffen Hb I d-n Genueser Tagen mehr dnrch seine stille Arbeit £?

Die deutscheDelegationistam Sonntag Vachmittag 2 Uhr im Sonderzuge von Genua nach Berlin zurückgekehrt.

Der Reichspräsident empfing im Laufe des Nachmittags den Reichskanzler Dr. Wirch, und den Reichsminister des Aeußern Dr. Rathenau, die ihm über die Konferenz von Genua Bericht erstatteten. Bei dem Empfang war auch der Reichswirtschafts- Dtinifter Schmidt anwesend.

Nehmen Sie 's mir nicht übel, Durchlaucht, beleibt., eu _ gen lass' ich mich von niemand. Auch nicht von solch

kennen !n9e Seutd)en i großem Mann, wie der Herr Feldmarschall sind. Wenn

ler"e ®el Marwltzen s, denk ich. Und wer. ich mich nur eine arme Witfrau bin »->->» (Ehre hab1

Vn sich ach der Promenade gesehen und getroffen und t ich jm ßeitet* - ** **

jetzt schon getroffen werden, um die Belieferung der Hauptverbrauchsgebiete auf dem Wege von LieferungS. vertrügen zwischen Verbrauchsorganisationen einerseits uns kartoffelbauenden Landwirten und Genossenschaften andererseits zu sichern; in gleicher Weise die genügende Gestellung der Transportmittel für die Versorgung der großen Bedarfsgebiete.

Die Getreidewirtschaft.

Nach den Angaben des Ministers ist die Getreide- Umlage bis auf geringe Rückstände erfüllt. Die Reichs, getreidestelle sei daran, die Sicherung bis zum 31. Okt. durchzuführen. Die Hauptschuld an der Hohe des Brot­preises liege daran, daß der nötige Zukauf von aus­ländischem Getreide uns vom Stande des Dollars ini der Preisbildung abhängig mache.

Die Zucker wirtschaft.

In diesem Punkt hätte man vom Herrn Minister gern etwas mehr gehört. Seine Ausführungen be« schränkten sich allein auf die Zurückweisung des Vor. Wurfs, als ob Zucker ausgeführt worden sei und sei» Versprechen, den derzeitigen Zuständen der Zuckerver­sorgung die größte Aufmerksamkeit zuwenden, ist leider etwas allgemein. Der Abbau der Kriegsorganisationen soll weiter fortgesetzt werden. Zusammenfassend bezeich­net der Minister als die Aufgabe des Ernährung»- Ministeriums in der Gegenwart die Förderung der Erzeugung und nicht mehr, wie daS früher der Fall gewesen sei, die Bewirtschaftung der Ernährung.

Die Parteiredner nahmen zu den Ausführungen des MlnisterS ziemlich ausführlich Stellung, für da» Zentrum der Abg. Blum, der begreiflicherweise in den Mittelpunkt die Frage der Getreideumlage stellte. Und wenn er bei diesem Punkte davon spricht, daß dii Stellung de» Zentrums als einer Partei, die alle Stände umfaßt, gerade in dieser Frage schwierig sei, dann Hal er zweifellos Recht, umsomehr aber wird das Zentrum bemüht sein, auch in dieser schwierigen Angetegenheil auf einen notwendigen und für alle erträgliche» Aus­gleich hinzuwirken. Auch im Zentrum wird ohne weitere- anerkannt, datz für eine ausreichende Brost reserve vorgesorgt werden mutz, datz also in irgend einet Form die Umlage wiedertehren wird. Aber auch so viel ist gewiß, datz sie die Mängel des vergangenen Jahres nicht an sich tragen darf. So wird es vor allem nötig sein, einen angemessenen Preis für das Getreide zu garantieren.

Abends 8 Uhr wird die Weiterberatung auf Mon­tag vertagt.

Ich dank gehorfamsU Da könnt' ja jeder, kom- men* ,

Der von Nettitz ist nicht 'n jeder, trägt des König* ! Rock* *

Sie hatten beide sich in Zorn geredet. Der Fürst stand auf, begann im Gemach auf und ab zu schreiten. Auch sie erhob sich, tat bas gleiche. Ein paar Minuten lang liefen sie im engen Raum immer aneinander vor­über. Dis er endlich wieder stehen blieb.Also, Muhme, scheint mir, Äie wollen nicht. Haben Sie denn einen vernüftigen Grund?" ,

Einen ein Dutzend, Durchlaucht auch mit Per­mission gesagt. Erstens paßt mir die Heimlichtuerei, die oerfcammte, nicht. Zweitens ist die Göhre zu jung zum Heiraten. Knapp neunzehn. Drittens: ich laß mir nicht in meine Töchter hineinmanschen . .."

Was? Hineinmanschen? Das versteh' ein anderer."?

Ist doch ganz klar. Ich geb' sie nur . der Reih nach fort. Dem Alter nach. Hat mein Herr Vater selig auch so gehalten, und wir waren auch vier Mädels und sind alle noch rechtzeittg unter die Haube gekommen. Ord­nung muß fein. Das könnten der Herr Feldmarschall' besser wissen als ich!"

Es ging dem Greise doch über die Hutschnur. Er stieß mit dem Säbe auf den Fußb-den, daß es dröhnte.. Rehmen Sie 's mich nicht übel, das ist ja der reine- Unsinn."

Srnikhrungsfragen im Reichstag! Denn auf der Tagesordnung des SamStagS steht das Reichs- Ministerium für Ernährung und Land wirt­schaft, nachdem es noch am Freitag in später Abend- stunde gelungen war, den Etat deS NeichSarbeitS- ministeriumS zu verabschieden. Die Ernährungsfragen sind gewiß ein Gebiet, daS alle interessiert und umso­mehr al» wir trotz mancher Besserung in dieser oder jener Hinsicht doch im allgemeinen an» der ErnährungS- krise noch immer nicht herauSgekomrnen sind.

Die Teuerung hält stetig an und hat selbst bte« enigen landwirtschaftlichen Produkte ergriffen, die man al» die Hauptnahrungsmittel der breiten Masse de» Volke» bezeichnen mutz: das Brot, die Kartoffel

«M I allerdings auch bei manbluna*'btrf«*»r/n/ I "llLvtct.el auugens vericywmoeno gering unv die Vor-; I k1 ffi^anölung cheser Frage nicht be- I kommmffe feien durch die Oeffentlichkeit vielfach übet»

I to® 8Itlb h?rU,»a I trieben worden. Zu harte oder zu Milde Urteile wären"

1 toutie' toar fuM bIa*'heri ""h h'rTrfvn,a 1 öfter nicht Schuld der Richter, sondern der Gesetze.

Wenn trotzdem manche Urteile zu beanstanden feien,1 fo liege das daran, datz die psychologische Ein­stellung vieler Richter sich noch nicht genügend umgestellt habe. Das wäre auch nicht von heut« auf morgen möglich. Aber der Richter dürfe trotz de« freien Meinungsäußerung, die ihm zustehe, nichts tun, braß die Staatsautorität beeinträchtigen könnte. Um oem Mangel an sozialen Verständnis bet manchen Rich» ~ , rrm abzuhelfen, sollen vor allem mehr Laienrichter

I Sur Verwendung kommen und eine gründliche Umge» OrtTinffp'ttnirirArtH' I 6,er Richterausbildung vorgenommen werden.

M I ®cr Minister machte besonders auf die Üblen Folgen

frei sei». Vorsorge wird allerdings I aufmerksam, die durch die Verallgemeinerung von ein»

Zuerst sah Mutter Giese wie ein Bild von Stein. Dann zupfte sie an den Haubenbändern rechts und links und stieß heraus:Die nichtsnutzige Göhre!"

Ja, aber wieso denn, Frau Muhme?" fragte ver- wundert der Feldmarschall.

ff

»ääar-

hob 804611 r^tC 6 Un& nCd) ,mmer bittend die Hände I Die liebe Jugend'

'm, « . ... I »Ach was! Jugend hat keine Tugend! Ich wird's

°Na°ck^d^^ra?Muhm^" ? "^men." | ihr aber anstreichen, dem Fiekchen. Kenn' ja den Herrn

"ch 2hn°n, Fran Muhme. | Hauptmann von Nedlitz gar nicht."

Aber ich kenne ihn. Ist ein honetter Herr, hat auch etwas Fortune. Wär' ich sonsten hergekcmmen?"

Die VlÜKer-KickteN ^^u eine trefe Verbeugung: ^err Feldmar- ^Sa also," begann er endlich,die Frau Mrchme wif.

| schall - Eure Durchlaucht sen's: von den Diplomattkern und solchem Gelichter

Roman von Hanns o. Zobeltitz. I Durchlaucht waren noch gar zu beschäftigt. Wa° I half ich wenig. Sind Schwindler und Betrüger, wie sie 3] --------- I 5 ^äml'ch mit Sporengeklirr die Reihe wieder herun- I anjetzo wieder in Wien zur Genüge beweisen tun. Komm'

Lore, der Rokokobacksssch, hatte geöffnet und hatte I rergeschritten, hatten fest ran rechten Flügel die asch- aber doch heut' in so was wie 'ner diplomatischen Mis- einen tiefen Knicks gemacht, fast einen richtigen Hof- V* «4 die Backe geklopft, gemeint:Gib mal sion." Run ist er schon am Ende, streicht sich über den knicks. Man hätt's ihr anfehen können, datz ihr Herz- I 9er« Gohre. Ich hab' was Heimliches I Schädel, zwirbelt am weißen Schnauzbart. Fängt nach

«Heu Sturmmarsch schlug, wenn es nicht nn Korridor fo I 1,. ,,nb *>Qtte wirklich ein paar Worte in die I einer Weile wieder an.Sann und will nicht viel Worte

mordsdunkel gewesen wäre. I roP9e geflüstert, also daß die Stirn und gleich I machen, Frau Muhme!" Steht auf, stellt sich in Posi.

D« Alte hat übrigens nicht große Umstände gemacht. S ;L8.^3C C1bi3 uncr die Stirnhoare sich in tar:Also . .. ja . .. ich bitt' als Fürsprecher für den vn die schmalen Schullern hat er dar Lärchen gefaxt erst wandte er sich und sagte:Ah Hauptmann von Neblltz um die Hand von Fräulein

und sie vor sich hergeschoben- Mill die gnädige Frcw Z Frau Mama." Küßte ihr ritterlich Sophie von Giese."

Mutter sprechen, KindN Bis £ur Stubentür schob er nj? £} Tj t.®ieu f^en' ^rau .Sprach'-, stöhnte ein weniges, der Marschall Dor-

un ^at 8°n3 derb zugepackt, so daß sie einmal ttotz I nidit erroehren =?er ®nn"eT?n3 I "atts, und lletz sich schon wieder in den tiefen Ohren-

En Respekt- .Aul" sagte ke Ä! 69 ° wangenstuhl zurückfallen. Ihm war'- wohl, als hätte

Also da ist ia b03 Gemüse!" hat er dann Kel Sd "och:Ist eine er eine Schlacht geschlagen und fei nun des Sieges ge-

drinnen gesagt, reinen großen blanken Augen I aeftblaäens no<f> Rnibern burc^* I w'ß. Ja, er schmunzelte trotz des Stöhnens sogar und

auf die fünfe geschaut unt) gdao£ Saut und so L ° ^?au von Gieft bZ> L lächelte: wie mußte die gute Giesen sich freuen!

sich, wie er nur konnte. ®ie ©raut und Rüben fteht I J . n tiefen Knicks, I Das war nun freilich ein Trugschluß, dem aber viel»

das herum. Also nu mal fix antreten!' Und er schiebt I lre Augen über^bieI f°9ar bcr maJcre Gneisenau verfallen wäre, wenn un, ba4: w** » «- sm»««« ä S?" * * ®"era*to'* »" «**

7 Anr nw,-^n-^rc^n! 3ft s f0 ri^Daß mich Gott bewahr. Hab' mein Sebtaa solch 1

*s rgi-V: " l WÄJSfiFfi? herunter. uyd jebe kriegte einen tüchtigen Schmatz. Nicht i Feldmarschall. Fürst und Durchlaucht fagt- -twa solchen kühlen Onkelkuß <wf die Stirn, sondern 1 - - ------- -- - 1

einen ordentlichen Kuß auf die Lippen. Nach jedem Kuß schnalzte er mit der Zunge, wischte sich über den Schnauzbart und ging weiter. Bis er jur Lore kam.

Die bekam nur einen kleinen SLups auf die Stupsnase und war unzufrieden: ^Herr Oheim, ich aug Q1J($ einen Kuß!" schmollte sie und zog das» Mäulchen. Worauf er wieder auflachte.Seht mal das Kiekindiewelt. Na also . . . da hast Du ihn!" Und er rieb ihr feinen lang herabhängenden Bart auf den roten Kindermund dak sie laut aufkreischte.

ihnen zweifellos fruchtbare Arbeit geleistet worden; aber diese wird so lange nur theoretischen Werl haben und diplomatische Formel mit der Feststellung selbstverständlicher Tatsachen oder guten Ratschlägen wenn man zurückgeht auf die Fundamente für Ge- I fein, wenn nicht der Wille zu ihrer praktischen Ver- nua, wird man imstande sein, abzuwägen, was I wirklichung überall die Oberhand gewinnt «nd diesem erreicht worden ist und was hätte erreicht werden I Willen dadurch die Tat folgt, daß die in den Kom» htüffen; erst dann wird man die Welttonferenz in I Missionen aufgestellten Grundsätze und gefaßten Be» das Weltgeschehen fo einzuordnen und einzuschalten I schlüsse zu Aktionsplanen verdichtet werden, an vermögen, daß Rückschritt oder Fortschritt abgemes- I deren Ausführung man ohne Voreingenommenheit sen werden kann. I herangeht. Was Walter Rathenau, der

Allgemeinhin sollte Genua nichts anderes sein I deutsche Außenminister, in seiner Schlußrede And werden als eine (Etappe auf bem Wege I auf der Konferenz von Genua bezüglich ihrer zum Frieden und zur gegenseitigen Derständi- I wirtschaftlichen Fruchtbarkeit gesagt hat, stimmt r gung. Daß dieser Weg nach jahrelangen Orgien I daß die meisten Staaten überschuldet seien, daß von Feindseligkeit und Erbitterung weit und be- I der Gläubiger seinen Schuldner nicht wirtschaftlich schwerlich sein würde, daß er über natürliche Ab- I stärke, daß er durch Verhinderung seiner Warenein­gründe führen muß und daß tückische Anschläge ihn I fuhr ihn an der Abzahlung seiner Schulden hindere hier und da in unwegsames Geröll verwandeln I und daß die Welt noch nicht einsehe, daß nicht bloß würden, zu deren Ueberwindung es erst mühsam- I durch ein oder zwei Käufer, sondern nur durch da» ster Pionierarbeit bedarf, dies mußte allen denen I gemeinsame Zusammenarbeiten der ganzen Welt der von vornherein klar sein, die den Blick für die Wirk- I weltwirtschaftliche Apparat wieder m Ordnung ge- lichkeit nicht verloren haben. Und wenn man wußte, I bracht werden könne. Richtig ist cs testier, daß tuMfe daß ein Vorwärtsdringen auf den steinigen Pfaden Thesen auf dem Kongreß sonst unausssisprochen der Wiederherstellung der Welt nur von Etappe zu I geblieben find. Und warum? JnfoHge bet Ärgherzig- Etappe langsam und allmäWg möglich sei, dann | feit, mit der sich Frankreich an di« bedeutete es sowohl Mut als Fortschritt, den ersten I Cannes anklLmmerbe. Der Egoismus des Schritt auf diesem langen Wege und zu der ersten I Hahnes hat es verhttÄmch daß (Europa als Etappe getan zu haben. , liche Gemeinschaft vor dem Forum Wei