Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Skadk Aulda.
Nr. 103
Sreitag, 5. Mai 1922
49. Zahrg
tite als undiskutabel er
klärte Frage der Abrüstung.
Auch bii
und durc
Gedanke stößt gerade bei den
der
„Wie ner a
o lüg'n ko''.
Oetzuna fßtatl
us erwägenswerte
-eunden des Herrn
ja gar fan krank' Fuß, der Herr, g'habt, sunst nex."
sie sich ganz nahe an Heiner, weil
untereinander nicht anzi für die von Frankreichs
Es ist nichts anderes, als der Wunsch, irgend ein positives greifbares Ziel zu erreichen, wenn nunmehr der englische Premierminister einen Gedanken in den Vordergrund zu schieben beginnt: Den Gedanken des „Europäischen Bura-
froren wäre, wenn der Hofhund nicht durch sein Win» seln den Lenz aufgeweckt hätte. Der sei dann aufgestanden und hätte den Herrn in die Stube getragen. Da sei er wohl aufgewacht, aber er hätte seitdem so fürchterliche Schmerzen im Bein, daß Lenz den Doktor
- , . . -------Zu retten vermag.
Er weiß, daß er für sich selbst und seine Stellung em positives Ergebnis nach Haufe bringen muß — und er will es auch; daran zu zweifeln'hat bislang niemand einen Grund.
Das war winzig klein, und Bogen hatte es ringsum, ne hatte solche Schnupftücher schon einmal von der Stme gesehen, in einer Ecke mußte ja der Name ein- gestickt sein. Da war auch etwas, aber Stine hieß es nicht, sondern zwei ineinander verschlungene Buchstaben. Der eine Buchstabe ein K., der andere ein C.
Auf einmal begann die Hand, die das Tuch hielt, zu zittern Die Base fetzte sich und starrte eine Weile vor sich hin. Dann steckte sie das Tuch zu unterft in ihre Rocktasche und ging hinunter.
Die Kleinmagd war ganz erstaunt, als sich die Base beim Frühstück mit ihr über alles mögliche unterhielt und sogar nach dem Familiennamen der schwarzen Kathrin fragte, „Die is doch dem Schuster Eismann sei Tochter," sagte sie. „Wiflen's denn des net?*
Die Base gab ihr keine Antwort daraus und ging hinaus.
Die Kleinmagd war beleidigt. „Sie is halt a verbissene alte Jungfer. Erst stellt sie sich her und fragt mich aus nach jeb'n Dreck, und dann läßt's ein aus amol sitz'n und gibt gar fei Antwort her."
Als Lenz mit seinen Rappen wieder vor dem Guts- haus vorfuhr, sah Stine nur allein im Schlitten. Sie hielt ihr Taschentuch vor den Mund und hustete heftig.
Die Vase schlang, als sie das Schlittengeläute hörte, ein warmes Tuch um den Kleinen und ging mit ihm unter die Haustüre.
„Wo ist der Herr?" frug sie Stine.
„Wir können mit dem Essen nicht auf ihn warten; er ist zum Frühschoppen gegangen und kommt erst spä- | ter heim."
Ihr Atem Ong kurz und keuchend. Sie nahm Hut und Pelz ab und ließ sich müde neben dem Ofen nieder. Ihre Hände legte sie auf die Brust.
„Die Luft war so kalt," sagte sie zur Base, die mit I besorgter Miene vor ihr stehen blieb. „Ich bin's nicht mehr gewöhnt."
Ein erneuter Hustenanfall nötigte sie, stille zu fein. I „Und er geht ins Wirtshaus und läßt's allei ham," I knurrte die Alte.
Sie legte den, Buben ins Bettchen und gab ihm ! einen Wurstel 'in die Hand. „Scho brav sei, Josephle. 's Muiterle is krank. Dann zog sie Stine die Stiefel ! aus und steckte ihr warme Schuhe an die Füße. ‘
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tenb am Brunnen, sagte sie. „E hot An Rausch hot er
Dann schmiegte das, was sie ihm
der Petwstumquellen in Rußland LarstM, sondern auch wegen des moralischen Einflusses, den der Abschluß eines solchen Vertrages mit den beiden Weltfir-. men haben wird. Allerdings geraten dabci die ruffi«' scheu Petroleumfelder aus ven oben erwähnten Grün« den m englische Abhängigkeit, was politisch den Russen' nicht angenehm sein wird, Und deshalb ist cs auch gut möglich, daß die Russen schon bald von diesem Vertrage zmücktreten werden, wenn er schon geschlossen ist.
Varthou in Paris.
Nach der Ankunft Barlhou» in Paris hat dort eine lange S i h n n g desKabinetts stattgefHuden. Amtlich wird über das Ergebnis gemeldet:
In der Sitzung des Ministerrats dank e Poincarö Barthou für das Talent, das er in Genua entfaltet habe, um die Arbeiten der Konferenz zu er« leichtern und gleichzeitig die französischen Interessen zu verteidigen. Nach Prüfung der Lage beschloß die Regierung einstimmig, "daß sich Frankreich nicht von Belgien trennen werde. Bart hott- wird am Freitag nach Genua zurückkehren.
Ein belgisches Dementi.
,Sie belgische Gesandtschaft in Berlin teilt mit, daß sie in der Lage sei, die tendenziösen Nachrichten verschiedener Zeitungen, wonach ein geheimes Abkommen zwischen Belgien und Franko reich bestände, um eventuell bei Nichterfüllung des Versailler Vertrages gemeinsam in Deutschland ein zu marschieren, kategorisch zu dementieren.
Heimkehrende Reichsmimfter
Line zweite Vollsitzung in Genua.
Verständigung rwifchen poincurL und Darthorr.
vertraute, kein anderer Mensch zu wissen brau e. Haarklein erfuhr er, daß der Stock im Rausch vor der Haustüre liegen geblieben war und er-
Staat verhängnisvolle Konkurrenz nurchen und bleibe der Einfuhr von Fertigfabrikaten beinahe vsäständig iffen. Diese Tatsache sei eine der Hcruptursachen
Verantwortlich für den ceöauioneüen Teil- Dr. I. Kramer- - für die Anzeigen: 3. Parzeller-Fulda. U Rotationsdruck u. Bering der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda, ^emfpretber Rr. 9. Postscheck-Konto 4051 Frankluit a. M.
friedens", einer „treuga bei" unter den Völkern des europäischen Festlandes. Dem Leiter der englischen Staatsgeschicke schwebt dabei ein Plan vor, der bereits für die friedliche Schlichtung der strittigen Ostfragen der Welt im Washingtoner Vier- mächte-Äbkommen zur Wirklichkeit geworden ist. Aehnlich dieser Bindung zu friedlicher Absprache in strittigen Fragen mag sich in Lloyd Georges Kopfe das Bild eines Burgfriedenspaktes für Europa malen. Für zehn Jahre sollen sich die Rationen unter Einschluß Deutschland und Rußlands verpflichten, "fen — ein Ersatz-Plan
Llody George auf Widerspruch. Im Lager der Entente ist auch ob dieses Planes bereits Streit ausgebrochen. Frankreich wünscht, wie es hartnäckig daran festhält, daß nach wie vor die unter Zwang geschlossenen Verträge die Grundlage des europäischen Staatenzustandes und Verhältnisses der Staaten untereinander bilden sollen, in diesen Pertrag die Aufnahme einer erneuten Anerkennung des Versailler Dokumentes, es will, daß ausdrücklich in jenem Abkommen sein von ihm gefordertes Recht auf Sanktionen verbürgt und festgelegt wird. Auch hier stehen sich also englische und französische Anschauungen kraß gegenüber.
Vermittlungsversuche haben eingesetzt. Bis sie zu einem Ergebnis führen, wird sich die Welt mit Geduld wappnen müssen. Jedenfalls ist es nicht möglich, daß alle Spitzen der deutschen Regierung den Ausgang dieser Verhandlungen in Genua abwarten. Laut „Deutscher Allgem. -Ztg." hat deshalb ein Teil der deutschen Sachverständigen Genua verlassen. Ein Teil der deutschen Delegation, wahrscheinsich auch Reichs wir tschaftsrnini- ster S ch m i d t und die Mehrzahl der Sachverstän-
Die Konferenz von Genua ist am D e r s a n d e n. Don der planmäßigen Sabotage Frankreichs gegen jedes positive Ergebnis bis zum fruchtlosen Ausgang der Weltversammlung ist nur noch ein Schritt. So viel ist zweifellos auch dem englischen Premienninister Lloyd George bewußt geworden. Die Fin a n zk o m mi ssi o n ist nach längeren theoretischen Erörterungen ohne praktische E r g e b ni s s e auseinandergegangen, die russische Frage ist aus dem Stadium der gegenteiligen abweichenden Auseinandersetzungen noch nicht heraus, noch hat sich der Himmel für die Wiederherstellung eines gegenseitigen Vertrauenszu- standes nicht aufgehellt.
Auf Menhammer.
i Roman einer Ehe von D. Ernstberger.
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Hm nächsten Morgen, als die Herrschaft in die Kirche »vllte, holte Lenz den Schlitten aus der Kammer neben »em Pferdestall. Er tat es gern, seiner neuen Pelzmütze und dem schönen Schlittenkleid zulieb. Die Reichmannsdorfer sollten beides sehen und bewundern.
Stine war schon in den Schlitten gestiegen, wäh- rmd im Hause alles nach dem Pelzrock des Herrn suchte, der nirgends zu finden war, bis es der Base einfiel, daß sie ihn am Abend vorher in die gute Stube getragen hatte. Sie lief die Treppe hinauf und warf den Pelzrock über den Arm. Da fiel etwas Weißes aus «r Tasche auf den Boden. In der Eile ließ sie es ‘«flen und stieg die Treppe hinunter..
Der Schlitten fauste über die weiße Fläche hin; fern und ferner klang das Geläute.
Alte kehrte den Schnee von der Treppe und w?o6 hinter sich die Haustüre. „Ehre fei Gott in der r)ot)e und Friede den Menschen auf Erden," murmelten betend ihre Lippen.
- , Wenn auch auf Altenhammer Friede
™°re _~7e lange chon war das her, feit Lenz zum lebten UJctüe bie Pferde anfchirrte für den Kirchenbefuch »er S)errfdjaft. etine war immer krank und konnte nicht, und Cbnfttan lag, wenn die andern zur Kirche gingen, noch irn Bett, um den Schlaf nachzuholen, den »r RoMwirtshaus versäumte. Wenn das jetzt so bliebe! Wenn die Stine und der Christian wieder an Sonntagen miteinander zur Kirche fuhren, wie in ben ersten Wochen ihrer Che!
Sie setzte sich neben bds Bettchen des Kleinen und betrachtete wohlgefällig das schlummernde Kind Es kostete sie Ueberwindung, daß sie nicht die Fäustchen küßte, die auf dem weißen Deckbettchen lagen. Da siel ihr ein, daß etwas Weißes aus Christians Pelzrock ta Boden gefallen war, droben in der guten Stube
.Sein Schnupftuch" sagte sie, als sie in die Stube *®t und das Tuch auf dem Boden liegen sah. S e Ul,te sich und hob es auf.
. -Seit wann hat denn der Christian a weiß Schnupf. “ Das wgr ja aber gar kein Mannsjchnupftuch.
ruffrfche Delegierte Tschitscherin fagte, die russische Delegation habe alle Slnftrcngurrgen gemacht, um mit bestem Willen an den Kommissionsarbeiten mitzuwir- ken. Sie bestehe jedoch eindringlich auf der Notwendigkeit, daß es Rußland ermöglicht werden müsse, aus der jetzigen Wirtschafts- umd Mnanzkrise herauszukommen. L^rr Heilung der Krise ist die Wiederherstellung der Wechselkurse die erste Bedingung. Die WiederherstÄ- *™9 der Freiheit der Handelsmärkte muß gleichzeitig erfolgen. Von dieser Konferenz erwartet die Welt nicht nur THesen und Theorien . Wir geben die Hoffnung !?5* daß die Vertreter der großen Rationen yogen- uber fom unerbittlichen Tatsachen wirtschaftlichen und lozralen Lebens den Willen zu einer energischen und schleunigen Zusammenarbeit finden werden.
Allein die Frage ist noch offen: Wird die Konferenz auseinandergehen mit einem Siege framö- sischer Diplomatie und französisch-machtpolitischer Weltauffassung, oder wird Lloyd George noch retten, was er für seine Konferenz "l, daß er für sich selbst 1
Die Ausführungen des deutschen Delegierten wurden mH lebhafter Aufmerksamkeit verfolgt. 9lad) Verlesung Ler Beschlüsse der F i n a n z k o m m i s s i o n erklärte Präsident de Facia sie als angenomme n. Die Sitzung wurde darauf geschloffen.
Tschitscherin über dar Memorandum der Alliierten.
Die „Voss. Ztg." berichtet über eine Unterredung ihres Genueser Korrespondenten mit Tschitscherin, in deren Verlauf der russische AußenkommSsfar eine Reihe von Einwendungen gegen das Memoranda m d e r A l l r i e r t e n machte. Hinsichllich der Be- stirmmmgen über das PrrvateiMrttum erklärte Tschitscherin, daß diese für die Zukunft keine Schwierigkeiten bereiten, für die Vergangenheit aber nicht annehmbar sind. Eine Ausnahmeverpflichtung zur Wiedecherst-el- tung der Konzessionen könne dir Sorvjctvegierrmg nicht eingchen. Heber die Anleihe sagte Tschitscherin: Wir müssen uns dagegen wenden, daß diese Frage von den Alliierten nicht ernst genug behaiLelt wird. Wir hatten uns bereit erklärt, hie Zahlung der Vorkriegeschul- l-en — allerdings nach 'einem längeren Moratorium — zuzusichern, wenn uns dafür sofort eine ausreichende Anleihe bewilligt wird. Das geschieht aber in dem Memorandum nicht. Die Fonds für den Wiederaufbau würden sich nach der (tinfeitimg des Memorandums auf etwa 50 Millionen Pfund belaufen. Wir brauchen aber einen Kredit in Höhe von 2 Milliarden Dollar.
Der Berichterstatter des Blattes kommt nach der Unterredung zu dem Schluß, Laß die Sowjetdelegaüon ihre Antwort so einrichten werde, daß die Türzum Beraturigsz immer nicht zugeilhlagen wird
Ely russischer Protest.
Tschitscherin hat an den Präsidenten der Konferenz, einen Bericht gerichtet, in dem er dagegen protestiert, daß die W i r t s ch a s t s k o m m i s s i on ein besonderes Komitee für Arbeiterfragen gebildet hat, ohne daß Rußland dabei berücksichtigt worden sei.
Vie Petroleumfrage in Genua.
Es ist bekamst, daß in Genua neben den hochpollti- schen BerhanLLungen auch solche handelspoliti- scher Rat« stattfinden. Die weiten Petroleumfelder im Kaukasus sind ein stillschweigendLS Kampsobjekt zwitchsn dem amerikanischen und dem englischen Petrobeumtmst. Aber wem die Amerikaner nsch die Engländer sanden bei der russischen Delegation mit ihren Plänen Gehör.
Nun hat der englische Trust auf einem Umwege versucht, sich einen wesentlichen Anteil an der Ausnutzung der Pstroloumfelder von Baku zu sichern. Eine große holländische PLtroleumgesellschaft, die in In- .L^dm^mschch mit bet englischen steht, HÄ mit der rWlschsn Delegation ein Abkommen getroffen dahingehend, daß ihr das Monopol für die Ausbeutung und Len Vertrieb eer Petroleumschätze Rnßlantzs übertragen Kap.tal soll je zur Hälfte von der runiischsn Regierung, die sich die notwendigen Miitel dazu verfchczffen wich, und Len genannten Firmen über- non-imen werden. 75 Prozent der gewonnenen Mengen werden von den beiden Firmen, denn es handelt sich um S.mei holländische Firmen, zum Vertrieb ins Ausland übernommen werden. 25 Prozent bleiben in Rußland werfen van der russischen Regierung nach deren -ireftimmung in Rußland verteilt. Der Reingewinn wrrd ebenfalls verteilt. Und die benannten Firmen unterwerfen sich der russischen Gesetzgebuna.
Wenn die Nachrichten von diesem Abkommen sich als wahr bestätigen, so bedeutet Las wirtschaftlich für ore Sowiet-Regienmg einen enormen Fortschritt, mrr der materiellen Vorteile wegen, die ein Zu- "uß von finanziellen Hilssmsttel für die Ausdehnung
digen, wirb noch im Laufe dieser Woche nach Deutschland zurückkehren. Voraussichtlich werden bann nur ber Reichskanzler und ber Reichsminister bes Aeußeren Dr. Rathenau mit einer kleinen Zahl von Referenten in Genua Zurückbleiben. Reichsfinanzminister Hermes weist ja bereits wieber in Berlin und gebenkt nicht, nochmals nach Genua zurückzu- kehren.
Die Meile Vollsitzung der Konferenz.
Am Mittwoch fanb, nachbem feit ber Eröffnungssitzung in Genua nur im Konferenzzimmer rerhcm- belt worben war, wieder einmal eine Vollsitzung statt, bi« vorn italienischen Ministerpräsidenten be Fakta geleitet wurde. Es handelte sich um Finanz- und Transportfragen.
Der Vorsitzende der Finanzrommission, Evans, begründete Beschlüsse der Kommission, die er als Grundrechte zur Wiederherstellung des europäischen Krebits und bes freien Weltverkehrs bezeichnete. Das Heilmittel gegen die Valuta-Not bestehe barin, bis Staatsausgaben so weit herabzubrücken, baß sie aus der Einkommensteuer bezahlt werben könnten.
Sm weiteren Verlauf der Vollsitzung der internationalen Wirtschaftskouferenz ergriff Picard, Mitglied ber französischen Delegation bas Wort, indem er betonte, daß Frankreich dem Plan eines internationalen! Konsortiums zugestimmt habe. Sie Grundlage jeder Währung oder jedes sinrmMlen Aufbaus kömre aber nur die moralische Ordnung ftin. Wenn man ein Hans befestigen ober roieberauf bauen wolle, müsse man sich zuerst, überzeugen, daß die Fundamente Les Hauses
Hierauf ergriff bet italienische Minister des Aeußern, S ch a n z e r, bas Wort und führte ans, daß es Aufgabe ber Staatsmänner fei, die notwendigen Anstrem gangen zu machen, um Europa zu retten. Man Habs in dieser Hinsicht schon erhebliche Schwierigkeiten überwinden. Der holländische Delegierte von K a r n e b e l sagte, als wesentliche Bedingung für den Wiederaufbau Euwpas sei vomiizustellen, daß jeder Staat-fesür sor- gen müsse, seinen Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Der schweizerische Delegierte, Bundesrat Schultheiß, führte aus, die Wirtschafts- und Finanzfragen seien eng mit einander verbunden. Besonders die Valutafragen hätten starke Rückwttdmgen auf das Wirtschaftsleben. Lin Land mit fortwährend sinkender Valuta beispielsweise könne einem anderen
Die französische Propaganda im Rheinland.
Heber die Skrupellosigkeit, mit der unter Leitung des berüchtigten Smeets im Rheinland zurzeit für den Separatismus gearbeitet wird, schreibt die Frankfurter Zeitung u. a.:
Wo immer an irgend einer Stelle des Rheinlandes bei irgend einem Teil der Bevölkerung aus irgend ! einem Grunde eine Mißstimmung zu Tage tritt, dis sich gegen „Berlin" kehren läßt, bemächtigen sich Smeets und ferne Leute der Sache und nehmen Hich der Unterdrückten an. Es ist ihm völlig gleichgültig, ob er heute als Sozialist und morgen als Bourgeois, bald als Anwalt der Selbständigen und bald der Angestellten^ als Katholik oder als Freigeist auftritt' "Wer krakeelt, hot recht! Mag hier ein Landwirt über die Steuern oder das Umiageverfahren schimpfen, dort ein Beamte^ über schlechte Bezahlung, ein Hausbesitzer sich über das Reichsmietengesetz entrüsten oder ein Aachener Wirt über die Unterdrückung des Karnevals: Smeets umfängt fie alle mit gleicher Liebe und verspricht ihnen herrliche Zeiten im rheinisch.französrsch?u ZukunftS. staat. Seine französischen Hintermänner v« rjeigen ibn mit Material (oie Uebersetzung aus dem F-ran» zösischen ist in dem Smeetsschen Statt manchmal mit Händen zu greisen); aber Herr Smeets liebt es nicht oöer ist nicht imstande, sich über irgend ein S terna sachlich zu unterrichten. Ihm liegt die pha litauische Groteske; hat er doch kürzlich den gut-katholische» Eifeler Bauern erzählt: Wilhelm 1L, der neuerwachte Rero, habe den Weltkrieg angezettelt, um auf unauffällige Weise die deutschen Katholiken ermorden zu lassen; er habe deshalb an die gefährlichsten Stellen immer katholische Regimenter geschickt: das sei der tiefere Sinn des Weltkrieges. Was aber hat Smeets mit all diesen auf die religiösen Gefühle oder die wirtschaftliche Notlage großer VolkSteile berechneten demagogischen Künsten zu Wege gebracht? .Dafür, daß die katholische Volksseele des Nheinlandes besonders auf ihn reagiert hätte, liegen bisher keine Anzeichen vor; wenn die Bauern in Dreiborn sich seine plumpen Geschmacklosigkeiten über die Pläne Wilhelms II. nach Bauernart angehört Haven, ohne ihn auszulachen, so fvlgt daraus nicht im mindesten, daß sie darauf herein« gefallen waren. Mit dem Aufrühren der verbortcsten materiellen Instinkte aber h?t Smeets allerdings
I I S'°>iß die Frau StoHr"kranks^f^r
perei muh er herhalten, begann sl- wieder. Sie sagte I die Base in der Küche.
5 fUr. r,t 5raiL Die Base schenkte ihm ein Glas Schwarzbeerschnaps
I men" dem Chrffttan so arg nicht übel neh- ein, und weil Weihnachten war, legte fie noch einige
I men, versetzte Stme. „Die Manner sind so. Andere Zuckerplätzchen dazu.
I ,Q sv '^dhschoppcn. * j „Net viel g'rab," sagte sie habet. „Der Herr Hot stch
Die Base war eben im Begriff, in die Küche zu I sein Fuß a btgle vertret’n."
I n« ‘ s»‘C ^on die Hand auf der Türklinke I Die Küchenmagd räusperte sich, als wollte sie den
I gen. Bei Stines Worten kam fie noch mal heran. I Postboten auf etwas aufmerksam machen. Hinter dem „Ja, aber alles zu seiner Zett, Fran. Und alle, Rucken der Alten gab sie ihm einen Wink, daß dies miitz an Anfang hab'n und a End'. Wenn a Früh- | uicht wahr sei.
schopp'n a Art hab'n soll, dann derf ma net des Mu- I -Dann kann er wohl heut noch gar net in die Ros'n tagessn drüber versäume. Wenn er aber gar dauert I komme?" frug ber Postbote lauernd.
6,5 ?um andern Tag in der Früh, dann is des a Lum- I Die Base schüttelte den Kopf. „Heut net, und länger peret, a versoffne Mett'n! Solang Altenhammer steht, I net! Des tut a nix. Ma' muß a baham bleib’n könne!" mar des net Modi da, sonst wär' schon lang fei Stock I Da legte er zwei Briefe, die in seiner Tasche ganz mehr auf n Gut. Sann wär' der Christian vielleicht tn I eben drauf lagen und die Ueberschrift: „Eigenhändig zu -^etchmannsdorf der Flurer öder der Nachtwächter. Do I übergeben" trugen, ganz zu unterft hin.
! n^7?°""ük'r die Frühschoppen von die alt'n Stock Die Küchenmagd nahm den Wassereimer und ging Z frf,aIt n/. . damit in den Hof htnous. Auf den Postboten-Heiner
Q , t-'to-2 mit ihrer Schurze aufgeregt am Ofen- I hatte sie es schon lange abgesehen, denn er war ein An-
bi JVnrt r um' Z9 r-aJ9er C- • ? bie bunne Staubschicht I gestellter und noch unverheiratet, die Nanu aber hatte
cus i„ h09'®-^5 S inesniÜ)4 ^"'derte, ging sie hin- I keinen Schatz und wollte gern einen. So einer mir
, ,S1ucf)e' nm den oestoraten zu tranchieren. I einer blauen Kappe und einem silbernen Schild auf ber
toimn-t ',,~r e' J'e draußen mit den Mägden Stirn, wie der Bezirksarntmann einen hatte, war den barfuf ßt ^'e l f d°ch recht granbig, b!e alte Bas', anderen vorzuziehen. Wenn sie den Postboten sah,
ist £V/8, «T ’Vs m,t sT .(Ef,nftian pacht' klopfte ihr da- Herz, weil sie bann immer an die Kar.
Wiu b,abei' wenn er das tenschlägerin denken mußte, und an den Angestellten,
-»ütageffen versäumt? Er ist ia boa; auch in die Kirche der ihr vom Schicksal noch beschert werden sollte, gegangen. t I Als er zum Haus heraus tarn; stand sie schon war-
Aiv aber das Gansv>ertel, das für den Christian 1 ~ J
marm gestellt war, beim Abendessen noch unberührt in der Röhre. stand, wurde Stine nachdenklich und still. Und als nun gar die große Kastenuhr in der Stube die Mitternachtsstunde kündigte und sie noch immer lauschend und wartend im Bett saß, drückte sie den blonden Kopf tief in die Kissen und weinte sich in Schlaf...
Arn nächsten Tag mußte Lenz wieder zu Fuß in die Kirch« nach Reichmannsdorf gehen. Ein anderer Schlitten mch em fremder Brauner stand vor ber Tür bes Gntshauses. Der Postbote aus Reichmannsdorf, der dis Briefe und Zeitungen nach Altsnhammer brachte, , (Uruji«uuje > riß die Augen auf, als er den Doktort'chlitien da stehen , holen mußte jah- - - ■ • 1 - -