JK 102.
Donnerslttg» 4* Mar 1922«
Wuldaer EZettunq
Druck der Fuldaer Actieudruckerei in Fulde
pre ssteigerung und ^utzenpoUtik.
äbenn man heule von der Perjpekttoe des Bogels, 1,ichl von der des Frosches, das wictschaslliche >mo so- ziws Leden betrachte:, fo schaut irxui ein recht betrübendes Btto. D.e wahnsinnigen Preissteigerungen jur alle tzsdar,sarmel beyerrfchen mit den bangen «sorgen und Hdweijrmajznahmen, die sie bei den euyelncn Verwite- rung-ichichten lulstdjen, die ganze Lage. Man reißt uno zerrt an der Warenöeae, die infolge der über »ierjugrigen Guter, und Kapltaloermchtung des K r ie- ges und £ejjen Berichtes bedeutend Leiner geworden ist, u m den gleichen Anteil von Lear en zu betommeu Ivie ehedem.
Man will nicht die eiserne Folge unserer Lage begreifen, die da iautei: Entweder Steigerung der Pro- durtions-menge und damu Berbreiierung der Waren- betre durch uuenfice Arbett oder Sichstrecken nach der sa-mcher gewordenen Warenbecke, also Sparen, Herad- ,fetzung des Konsums, wenigstens dann, wenn es sich 'mich um Befriedigung der zum Leben notwendigen Beourimsse handelt. Statt dessen wird der Streit um Veibehaimng der gleichen Lebenshaltung ohne Mehr, arbeit rücksichtslos ausgesochren. Aus diesem gehen als „Sieger" cue diejenigen hervor, welche in der heutigen Lronopolwirtichast bei überwiegender Nachfrage durch ihre Vorzugsstellung als Produzenten und HaMer die rvirtjchastliche Macht besitzen. Ferner die bei jenen Produzenten beschäftigten Arbeitnehmer, welche kraft ihrer beruflichen Organisationen für sich die „Waren- schiücht" schiogen können. Gekmgt es nun so dem einen Teil des deutschen Bockes, denselben Anteil an Waren wie früher durch entsprechende Erhöhung des Nomi- nale.ickommens sich zu ergattern, so bekommt ein anderer Teck w e n i g e r zur Bedarfsdeckung wie ehedem. Dazu gehören, wie sattsam bekannt, die bloß als Kunden dem Wirtschaftsleben gegenüberstchen, z. B. die Sozial» und Kleinrentner, Festbesoldeten, Pensionisten u. j. w., und viele Geistesarbeiter. Mit einem gewissen Fatalismus gehen diese einer wachsenden Verelendung entgegen. Das innenstaatliche Gesamtergebnis der nach aufwärts gerichteten Preisbewegung ist aber eine fiebernde Hast im Wirtschaftsleben, Unzufriedenheit, Klage, Reibungen ohne Unterlaß.
Muß man aber da nicht mit Fug und Recht den streckenden Volksgenossen zurusen: „Arbeitet, jchafst mehr Waren herbei!"? Gewiß, aber rm gleichen Atemzuge müssen wir schreien, damit es in ihre tauben Ohren etnbringt: EinigkeiiI Einigkeit, wenn es gilt, den Lebenswillen der Ration in der Weltpolttik zu bekunden.
Warum das denn noch? Weil die Preissteigerungen und der Valutasturz mitoerursacht werden von außenpolitischen Geschehnissen. Zu diesen gehören alle, die Bezug nehmen auf die Kriegsentschädigungen, die völlige Wie^erankmipfung der weltwirtschaftlichen Bo- ziehungen, die Frage der Gewährung einer internationalen Anleihe an Deutschland, der Beteiligung Ameri» kas an der Hebung Europas, das noch aus taufend Wanden blutet. Alle diese furchtbaren Probleme hängen so mmg zu «an men mit Festigung, Steigen oder Fallen^ der Valuta, also mit Stetigkeit, Emporschnet'en oder Sinken der Inlandspreise, daß der auch nur Halbwegs Eingeweihte keine Worte darüber verliert.
Haben die in Genua versammelten Weltwirckchasts- Lrzt« nicht den Mut, der icrbenben Menschheit die wahre D.agnose über die Wirtschaftskrankheit bä: alten Weck, über die Zerrüttung des Welthandels zu geben unid dementsprechend Heilungsmittel zu benutzen, so wirkt die große Krisis, die Währungszerrückung, damit die Preisunsicherheit weiter.
Entwickel! sich die Reparationsftage für uns un- günftig, d. h. müssen wir mehr Leistungen an den Bund der Empfangsberechtigten für Kriegsentsschadi- gungen ohne Gegenleistungen machen, als wir bä unserer verarmten Volkswirtschaft vermögen, so wird die Wiedergutmachungssaugpumpe uns im Uebermaß von Werten entblößen, wird die für unfern Verbrauch verfügbare Menge versiegen, damit die Preise steigen.
Noch mehr! Gewährung eines Kredits, Bewertung unserer Markvaluta seitens des Weltkapitals ist in hohem Maße eine Vertrauensfrage. Wird man aber Vertrauen schenken einem in sich zerrissenen Bocke, das in seiner Not nicht anderes zu tun weiß, als in einseiti- ger Weise nur zu zerren an der Warendecke? Oder sich nur zu befassen um die innere Politik und hier die Gegensätze rücksichtslos ausfechtet? Die Frage beantwortet sich selbst.
Also mehr Verständnis für die Fragen 1er Außenpolitik, mehr Instinkt für die Ge-
yeil Tuickborn!
Don Joseph Herrgottsfinke.
Daß roft allem Neuen eine ataarfenbe Haltung ent- gsgenbringen, entspricht ganz unserer von Gottes Weisheit geschaffenen Natur. Daß mir ober so oft dem Neuen, nur weil es eben „Neues" ist, ablehnend gegenüberstehen, daß wir für neue Jeiterscheiimngen, die gutbewährtes Altes in neuen Formen auftreten lassen, nur eine vernichtende Kritik haben, ohne uns je die Zeit genommen zu haben, die Sache bei Licht zu betrachten, mag denn, doch dos Geiech- tigkecksempflniden der dadurch Betroffenen gewaltig empören.
Ks ist ganz am Platze, der modernen katho- tischen Jugendbewegung gegenüber zu sagen: »Abwarten! Die Sache muß sich zeigen und bewähren." Aber es ist ein Unrecht, dos wir der modernen katholischen Jugendbewegung antun, wenn wir einfach von ihr be« wrpien: „Sie tut nicht gut". Wir begehen ein Umecht, menn wir diele Behauptung aufstell en nur aus dem Grunde, wet wir groß, weil wir vielleicht tüchtige DRänner gerner.
sind, ohne baß wir in unserer Jugendzeit etwas wuß- ten con Neudcutschland und von jener großen Familie, bie da trägt das goldene Kreuz auf blauem Grunde, von Duidbom.
_ .^robeju empören mußte es einem, wenn man gewisse Srt-Mjas von gegnerischer Seite über die moderne Jugendbewegung urJö wenn man bestimmte Urteile und Aufsätze tos von solchen, die sich mtt N e u d e u i s ch l a n d ^ll n Cr St^TOt^ct Quickborn einfach nicht befreunden
Um so freudiger berührt es einen, daß jetzt in einem Buche, das nach allgemeiner Ansicht ohne irgendwelche DoreinMnommenheit nur der Wahrheit dient rmd dienen muß, ein so herrliches Lob über Neudeutschland und über den so viel verkannten und geschmähten Quickborn sich findet.
Im Kirchlichen Handbuchs für bas katholische Deutsch- land, zehnter Band 1921—1922, ist Seite 140 so Erfreuliches zu lesen über Neudeutschland und klingt uns Seite 151 f. ein so edles Wort entgegen über Quickborn. — Da Neudeutschland den Bewohnern des Full»- e^möcs feit ; der herrlichen Fuldaer Tagung im August 1920 ziemlich s bekannt ist, möchte ich hier c*m frs.mdlichen Leser verführen, was in gekanntem Buche über Entsagung, Zweck, Wachsen. Art und Erfolg des Quickborn sich findet, jumai die Jugendbewegung dieses Namens zwar auch in ßutoas Gauen besteht, aber noch schr wenig bekannt ist.
fahren, welch« von außenher drohen. Mehr Verständnis für das Wirken der Männer, öw die Außenpolitik lenken, «in offenes Volksbewußtsein für die Folgen- schwere ihrer Handlungen.
Gttviß sind wir im Zellalter der Noten und Ultt- mattlms Immer noch lediglich Objekt der Außenpolitik. Aber ein Volk, das trotz aller innerpolickfchen Son- derinterefsen sich der tresern politischen Verknüpfung be- wußt ist und durch einheitliches Wittern der Gefahren, die von außen her unser Schicksal bedrohen, in Einigkeit seinen Lebenswillen bekundet, wird in der Weck rm stillen geachtet; fein moralischer Einfluß wächst. Seine Not Hal ihr Pathos.
Also rufen wir den um die Kaufkraft ter Mark sich zankenden Volksgenossen zu: Als Zweites ist notwendig: Einigkett, wenigstens nach außen 1
was muß im Jahre 1922 an Einkommensteuer bezahlt werden.
Im Publikum herrscht vielfach noch Unklarheit über die Verpflichtung zur Leistung von Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer für das Kalenderjahr 1922. Die Steuerpflichtigen sind nach dem Einkommensteuergesetz verpflichtet, bis zum Empfang des Steuerbescheides für das Kalenderjahr 1922, der im Frühjahr 1923 zugestellt werden wird, auf die Steuerschuld dieses Kalenderjahres am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. Novern- ber 1922 Vorauszahlungen in Höhe von je ein Viertel der zuletzt fest gestellt en Steuerschuld zu entrichten. Diese Vorauszahlungen richten sich bis zur Zustel- lung des Steuerbescheides für 1921 — der im Laufe o-s Sommers zu erwarten ist — nach dem Steuerbetrug», der sich aus dem jetzt zugegangenen Steuerbescheid für das Rechnungsjahr 1920 ergibt.
Die vielfach geäußerte Ansicht, daß die am 15. gebt. 1922 fällige Rate die letzte Rate der vorläufigen Einkommensteuer für 1921 bildet, ist unrichtig: die Einkom- mensteuer 1921 wird nur bis zum 31. Dezember 1921 erhoben. Die Rate vom 15. Februar 1922 ijt daher bereits eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer für 1922. Die Vorauszahlungen sind in bar zu entrichten.
Im Hinblick auf die neben der Verpflichtung zur Leistung von Vorauszahlungen für das Kalenderjahr 1922 bestehende Verpflichtung zur Entrichtung der Einkommensteuer für das Rechnungsjahr 1920 und die Verpflichtung zur Entrichtung der vorläufigen Einkommensteuer für das Rechnungsjahr 1921 besteht folgender Rechtszustand:
I. Für das Rechnungsjahr 1920 (3eit vom 1. April 1920 bis 31. März 1921).
Für diese Zeit ist zu zahlen der in dem jetzt für das Rechnungsjahr 1920 zugegangenen Steuerbescheide festgesetzte Steuerbetrag. Auf diesen Betrag werden jedoch angerechnet:
1) die für das Rechnungsjahr 1920 vorläufig entrichtete Einkommensteuer;
2) bei Lohn- und Gehaltsempfängern die im Wege des Steuerabzuges bis 31. März 1921 einbehaltenen Beträge.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem im Steuerbescheide festgesetzten Steuerbetrages und der für das Rechnungsjahr 1920 vorläufig entrichteten Einkommensteuer oder den im Wege des Steuerabzuges bis zum 31. März 1921 einbehaltenen Beträgen ist innerhalb vier Wochen nach Zustellung des Steuerbescheides zu entrichten.
H. Für die Zeit vom 1. April 1921 bis zum 31. Dezember 1921 (Rumpfrech, nungsjahr 1921).
Für diese Zeit ist vorläufig zu zahlen drei Viertel des in dem jetzt zugegangenen Steuerbescheide für das Rechnungsjahr 1920 angeforderten Steuerbetruges. Auf die hiernach für die angegebene Zeit vorläufig zu entrichtende Einkommensteuer wird der etwa bisher bereits für diese Zeit vorläufig entrichtete Betrag angerechnet. — Lohn- und Gehaltsempfänger, die im Kalenderjahr 1921 lediglich Arbeitslohn in Höhe von nicht mehr als 24 000 Mark bezogen haben oder bei denen int Steuerbescheid für das Rechnungsjahr 1920 der auf die Zah- lung der vorläufigen Einkommensteuer für das Rech- nungsjahr ,921 bezügliche Satz gestrichen ist, ist die vor- läufige Einkommensteuer für das Rechnungsjahr 1921 gestundet. Soweit sie Arbeitslohn von mehr als 24 000 Mark im Kalenderjahre 1921 bezogen haben oder neben dem Arbeitslohn noch sonstiges Einkommen bezogen ha- den, ist die vorläufige Einkommensteuer in Höhe von 10 v. H. des Arbeitslohns gestundet. In diesem Falle ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem vorläufig zu entrichtenden Betrag und dem Betrag von 10 v. H. in bar zu entrichten. Im Wege des' Steuerabzugs bis zum 31. Dezember einbehaltene Beträge werden auf diesen Unterschiedsbetrag nicht in Zahlung genommen.
III. Für die Zeit nach den 31. Dezember 19 2 1.
Für diese Zeit sind am 15. Februar 1922, 15. Mai, 15. August, 15. August 1922 usw. bis zum Empfang
_ 2m Kirchlichen Handbuch lesen wir auf bezeichneter Seite: In der Enihaltsamikellsbewegung fei in erster Linie genannt der Jugendbund Quickborn. Er ist aus zuerst 1909 gegründeten abstinenten Schüler zirkeln gleichen Namens hervorgegangen. Der Gedanke der Enthaltsamkeit entwickelte sich zu dem der Lebenserneuerung überhaupt; das Wandern wurde aufgenommen. Die Zirkel wuchsen in die Jugendbewegung hinein. Es begann ine große Arbeit, das Gut« des neuen Jugendgeistes mit kernhafter katholischer Ueberzeugung und Lebensführung zu verbinden, 1919 erhielt Quickborn durch den Ankauf von Ro» thenfels a. M. (Unlerfranken) einen Mittelpunkt. Die Burg rft wohl die größte Jugendherberge Deutschlands und zählte 1920 an 18 000 Uebernachtungen unb über 15 000 Mittogspersunaen; im „Amtshaus" sind Gastzrrn- mer mit 20 Betten. Quickborn will das Leben aus seinem Grundlagen erneuern: Wahrhaftigkeit, Einfachheit, Rein- hell, in lebendiger Verbindung mit Natur, Heimat und Dock, aus der Kraft und Wahrheit des katholischen Glaubens, Gehorsam gegen die Autorität verbunden mit eigenem Schossen, Die Enthaltsam kett ist Mittel der Auslese und Ausdruck des Willens zur Gesundheit an Leib und Seele, ober auch Tatbeweis der Diebe zum Docke. An den Orten, für Jungen und Mädchen getrennt, arbeiten bie Gruppen mit selbftgewöhltem Setter und geistlichem Freunde. Die Gruppen bilden noch Landschaften die (Baue (z. B. Hesiengou, Schwabengau ufro.), diese wieder den Gesamtbund. An besten Spitze steht ein selbstgewählter Führer, zurzell Dr. Bernhard Strehler, ehemaliger Präfekt des Knabenkonvikts in Neiße. Er wohnt auf der Burg. Dort befinden sich auch Kanzlei, SSerlag und Verwaltung. Mitte 1921 um faßte ber Bund in 527 Gruppen je 10 Jungen, und Mädchrnaaue mit 6500 Zugehörigen. Die Gruppen zählen m ber Regel nicht über 12—15 Mitglieder. Auf regelmäßigen Heimabenden wird gesungen, werden Fragen geistiger, religiöser und sozialer ^Art be« sprocken. Dazu kommen Elternabende wb sonstige Der- anstaliungen. Die Wanderungen, stets so emgerichtet, daß ber Gottesdienst nicht leidet, bringen Fühlung mtt Dock und Heimat und tosten Leib und Seele erstarken. Der Gan kommt auf Gau tagen zusammen. Tagungen bes Ge- samtbundes finden jährlich in Rochersels statt. Quickborn besteht im wesentlichen aus Schülern der höheren Schulen. Sttdierende und 'Berufstätige bilden den Ael'ern-Dund br Bewegung (Groß-Quickbonz). Er umschließt vcrsche- bene Berufsreremigungen (Gilden) und den Ring ber Groß-Quickborn-Studenten. Dieser umfaßt rein studentische Verbindungen rote Hochland unb SiubentengrSxn,
des int Sommer zu erwartenden Steuerbescheides für das Rechnungsjahr 1921 je ein Viertel des m dem Steuerbescheid für da- Rechnungsjahr 1920 feftgefegtei Steuerbetruges als Barauszahlung auf die Steuerschuld des Kalenderjahres 1922 zu leisten. Lohn- und Gehalts- empfängem, die im Kalenderjahr 1921 nur Arbeitslohn in Höhe von nicht mehr als 24 000 Mark bezogen haben und die im Kalenderjahr 1922 voraussichtlich nur Ar- beitslohn in Höhe von nicht mehr als 50 000 Mark beziehen werden, werden die Vorauszahlungen auf Antrag vom Finanzamt oder der Steuerstelle gestundet. Für die Begründung des Antrages genügt, soweit nicht schon die bloße Angabe des Lohn- ober GehaltsempM- gers, daß er Beamter, Angestellter ufro. sei, der stunden- den Behörde glaubhaft erscheint, die Vorlage ober Vor- zeigung des Steuerbuches ober eine Bescheinigung de» Arbeitgebers darüber, daß der Lchn- ober Gehalts- Empfänger im Kalenderjahr 1922 voraussichtlich keinen höheren Arbeitslohn als 50 000 Mark beziehen wird.
Lohn- und Gehaltsempfänger, die höheren Arbeitslohn ober neben Arbeitslohn noch sonstiges Einkommen beziehen, werden die Vorauszahlungen in Höhe von 10 v. H. des Arbeitsloh res auf Antrag von dem Fi- nanzamt oder von der Steuerstelle gestundet.
„katholische Jugend Deutschlands".
Auf der Jubiläumsdagnng des Dotfkxrndes der kath. 2u- gerjb- und JungnÄmrorvereine Deutschlands zu Düsseldorf rm vergangenen Jahre waren zum ersten Mal Dertteter der katholischen Jugendoerbände aller Gruppen zu gemein, famor Feier und gemeinsamer Aussprache zusammengekommen. Es war damals nnter Teilnahme von acht Jugend» verbünden der Studierenden und Werktätigen der erste Grundstein zu einer dauernden Gemeinschaft, ber „Katholischen JugendDeuischlands" gelegt worden.
Ostermittwoch den 17. April wurde nun auf Einladung bes Verbandes ber ka-th. Jugend- und Iungmännervereine hn Jugendhaufe zu Düsseldorf in restloser Em- milligkeit und warmer Begeisterung für den katholischen und jugendlichen- Eememschaftsxedankon bie endgültige Begründung der „Katholischen Juxend Deutschlands" vorxe» nommen. Annähernd 40 Vertreter der verschiedenen katholischen Jugend, und Jungmännerverbände Deutschlands waren erschienen: Neudeuischland, Verband koch. Schüler höh. Lehranstalten: Quickborn und Hochland (bisher Groß, guickbom); Großdeutsche Jugend; Kartellrerhand der kath. deutschm Stt.beittenvetfbiwburc.cn (CD), Kartellverband der kath; StNbentenoerein« DellschlaiÄs (KD)„ Verband der kalh. roissenjschafkllchen SSfuherrfenreretne llnitas (11$); Verband ber kath. Juxend- und Jungmännerverein« Deutsch- tonds (DüsteLorf); Verband der kath. Gesellenvereins (Köln), JurendbuNd im kath. kaufm. Verband (Esten), Jungborn (Jirgendgruppen des Kreuzbündnistes abstinenter Kalhoiikech; Deutsche Jugendkrast, Verband für Leibesübungen in kath. Vereinen (Düsseldorf), Kath. JunBehrsr- kmnb Deutschlands; Wolsram-bunb zur Verbreitung guter Ltteratur-Derbänb« nett weit voneinander liegender Entwicklung, Eigenart und Arbeitsweise, studierende und werktätige Jugend, aber eins hn Ziel und Wollen. Alle hatten sich eins erkannt in den Grundzielen ihrer Verbände, die darum auch an die Sp'tze der Gemeinschaft gestellt wurden: die GestolÄrng bes eigenen Lebens nach katholischen Gnrnd- sätzen. Bekenntnis zum katholischen Gemeinschoftsrrdanken, Auswirkung der katholischen Grundsätze in Familie, Beruf und öffentlichem Leben,
Die „Katholische Jugend Deutschlands" greift nicht in bie Selbständigkeit und Eigenart der einzel- nen Verbände ein; Entschließungen kommen nur zustande, wenn alle Verbände ihre Zustimmung geben; Belastungen werden dem einzelnen ©fiebern nicht auferlegt. Als bau« ernbe Mittel der Gemeinschaft und des gegenseitigen Verstehens wurden ober die bereits auf ber vorigjährigen Aussprache erarbeiteten Vorschläge erneut festgelegt: 1) persönlicher Verkehr der Derbandslellungen, zum wenigsten, zwei- mal jährlich abzuhaltende Tagungen und Aussprache ber „Kath. Juxend Deutschlands"; 2) gegenseitige Einladungen zu den größeren (nidjt geschlossenen) Jahrestagungen usw.; 3) Austaiisch der Verbandszeitschristen, Jahresberichte, grundsätzlichen Kurzdgebungen u. a.; 4) gegenseitige Bericht- erftatoimg über di« Gemeinschaft wie über die olnzelnen Verbände in den einzelnen Derbandszeitschriften; 5) Bildung von örtlichen katholstchen Jugendgemeinschasten.
Als gemeinsame Zeitschrift für die Führer und zur Der- öffechlichmix der Mitteilungen und Berichte ber „KID" wurde tfe vom Düsseldorfer Jugendführungsverlag« her- ausgegebene Zeitschrift „Iugendfuhr -ung" bestimmt. Der Will« zur totsächiichen Gcmeinfchafisarbell mürbe sogleich bei Besprechung ber gegenseitigen lieber» tofiung der Wan-decherbergen erprobt. Alle Verbünd« er» klärten sich mit Selbstverständlichkeit bereit, ihre Juxend» Herbergen, soweft sie ihnen selbst gchören und von den Mll» gliedern gerade ifcht benötigt sind, auch den Wanderern ter andewn Jugendverbände zu überlasten. Die Dertre» ter ber Studentenverbände erklärten, gerne dahin wirken zu wollen, daß auch ihre Derbinbungshäufer. Booishäriser und Berghütten während ber Ferien nach Möglichkeit der manderrden Jugend zur Dersüxung gestellt werden. Die (Beschöltsführunx ber „Katholischen Juxend Deutschlands", die auch Berufstätige auftzehmen. Der Aeltem-Dund, ebenfalls m Ortsgruppen und (Baue gegliedert, wird von einer aus Vertretern der (Baue und Gilden gebildeten Dmidesführung geleitet. Neben dem Ouickbornbunde steht die Vereinigung ber Quickborn freunde (abstinent) und «Gönner e. D., die rechtlich« Eigentümerin der Burg ist.
Soweft di« Aurführunyen in besagtem Werke. Nun folgen einige Sätzchen, die der Schreiber dieses jeden wuchtig in die Seele rufen möchte, weil in ihnen jener Punkt berührt wird, der schon Anlaß zu den nerschiedensten Arten von Mätzchen und Angriffen über und gegen Quickborn geworden ist.
Es heißt Sette 152: Quickborn umfaßt Jungen und Mädchen. Sie sind aber in getrennten Gruppen und (Bauen organffiert und arbeiten unb wandern völlig getrennt. (Noch einmal: mch arbeiten und wandern völlig getrennt.) Gemeinsam sind nur die Jahresta« gungen in Rothenfels. So trägt der Bund Familiencharakter ohne irgendwie bedenkliches Zusammengehen der Geschlechter. Für den eimvanbsreien Charakter ber Tagungen zeugt, daß 1921 bie in großer Zahl anwesenden Geistlichen, Lehrer und (Stern sich ht einer Eingabe an bas bischöfliche Ordinariat in Würzburg für die Beibehaltung dieser Einrichtung ausgesprochen haben. Quickborn bejaht rückhalttos die Autorität von Kirche, Ellem und Schule, will aber zugle'ch Eigentäftgkett ber Jugend. Besondere Bedeutung Hot Ouickbam dadurch, daß er die besten" Kräfte der deutschen Jugendbewegung vorn anhaf- trübem Falschen löst unb aus katholischem Geiste umformt Er ist schon für Diele ein Wegweiser zur Kirche geworden.
So stcht Wort für Wort zu lesen im zitterten Buche Seite 151 f.
Größeres Lob konnte man wahrhirstig Quickbom nicht spenden, als wie es hier von unparteiischer unb berufener Seite geschehen ist. Alldem fügt ber Schreiber dieses nun noch bei bas Wort des Kardinals Hartmann an die hessischen Quickborner auf ihrer Fahrt ins hl. Köln: „Heil, 2 u i ck b o r n!"
— Im Krater des Vesuvs. Nach neueren De. richten ist sowohl ber Vesuv als auch der Aetna wieder in be onberer Tätigkeit. Die sieht es eigentlich im Kiater des Vesuvs au?, au? dem jetzt ununteib>och.en schwere Rauch- und Dampfwocken bervorfchnellen? Tat über berichtete seinerzeit Professor $(ieffansro Malladrc, der vor einigen fahren mit dem Ob e'vawiiumsdiener Darvazzo in die Tiefe der unheimlichen Schlundes gestiegen ist.
die Dorbereitung der Tagungen wmde der Derlxmdszen träte der JuMid- und Sungmänrer Düsteldors übertrage^ die sich arch entsprechend entern Vorschlag« der Großdeut» schon Juxend bereit erklärt«, ihre ausgedehnten Emrichtun- gen den JugendverbLndrn zur Verfügung zu stellen.
Für di« nächste Tagung, die auf der Quickbomburg R o t h e n s e l s statlfrndan wird, sollen auch ber Verband katholischer Studierender an Techniken und Baugewerkschulen, der Derdlmd bet bayerischen Burschenv«reine, der Verband der boyerischon Mittelschülerkongregationen, sowie die weiblichen katholischen JugendvorbäiÄe zum Beitritt eingeladen werden.
Zum Abschluß der Tagung brachten bie TeLtrehmer in einem Schreiben im Namen ber „Katholischen Jugend Deutschlands" dem Heiligen Vater Pius XL, zugleich rm Andenken an Benedikt XV. das erste Treu, gelölmis von Deutschlands kacholischrr Jugend zur gcmeft» samen Kirche Christi dar. i
Schule und Volksbildung.
* Der Relchsschulavsschuh hat sich am b r i 11 e i Tage feiner Beratungen in Sachen der mittleren Reife auf eine vorläufig« Aussprache beschränkt. Das Reichsministerium des Innern wird nunmehr die w«i- tere Erörterung dieser für bie Schulreform besonders wichtigen und dringlichen Frage zwischen den Landes- regierungen und den übrigen beteiligten Behörden, Dr» ganisattonen und Berufsoerbänden veranlassen. Zum Grundfchulgesetz wurde eine Entschließung an. genommen, nach welcher die Richtlinien über die Ziel, bestimmung und innere Gestaltung der Grundschule, sowie einige Uebergangsvorschristen in Straft treten sollen und gegen eine Umgehung der Grundschulpflicht energisch Stellung genommen wird. Da diese meistens auf einen Mißbrauch ärztlicher Gutachten zurückznfüh» ren ist, sollen nach der Entschließung künftig bie Be» freiungsgesuche besonders genau geprüft und gegebenen» falls durch Gutachten beamteter Aerzte nachge» prüft werden. Schließlich sprach der Reichsschulaus» schuß den Wunsch aus, daß alle Länder das Werkseminar in Leipzig, das für die Verwirklichung des Arbeitsschutz gedankens wertvolle Arbeit leistet, finanziell unte» stützen. _
Aus dem Nachbargebiet.
)( Gersfeld. Die Stadtverordneten stttnm- ten der Erhebung von 1000 Prozent Grund st euer und je 600 Prozent Gebäude- und Gewerbe» steuer zu. Ebenso wurde die Erhebrmg einer F r e m d e n st e u e r, auf die Person 1 Mark, genehmigt; der Ertrag wird zur Förderung des Fremdenverkehrs, Verbesserung von Wegen usw. verwendet. Die Jugendherberge hat sich als zu Lein erwie- sen und soll in der daneben stehenden Hakle erweitert werden. Für den R h ö n s e g e l f l u g w e t t b e. werb wurde ein Preis von 1000 Mark bewilligt.
hersftld. Die Ausgrabungen in der Stiftskirche, die von Herm Professor Vonderau- FMa geleitet werden, sind nunmehr wieder aufgenom- men worden. Sir werden augenblicklich vor dem Haupt- portal fortgesetzt. Die Ausgrabungen werden weiterhin unterstützt vom Staat, der Stadt, dem Begirfts- mtd dem Kreisausschuh und besonders von der Hersfelder. Industrie. ____________________
vermischtes.
* Warnung vor den Sekten. Eine ernste Warnung vor den Senblingen der fremdländischen Sekten der Adventisten und der sogen. „Ernsten Bibel« forscher" enthält das Amlsblalt für die Erzdiözese München und Freising in Nr. 8. Noch den ein« laufenden Berichten und eigenen Beobachtungen entfalten diese Sendlinge zurzeit wieder eine aufdringliche, ja häufig geradezu gewalttätige Propaganda bis in dir entlegensten Dörfer. Si« bringen ungebeten und unerwünscht in die Häuser ein, behelligen aber auch die Leute in Eisenbahnzügen, passen einzelnen geradezu ab und drängen ihnen die Lehre und ihre Bücher auf. Mit großer Schlauheit wissen diese Sekten in die Pfarreien einzufallen und die Opfer ihrer aufdringlichen Propa- ganda scheuen sich oft, dem Priester Mitteilung zn machen. Es werben deshalb dem Klerus zur Bekämpfung dieser Propaganda bie entjprechrnden An» roetiunpen gegeben.
* Zu Fuß unter dem Rhein hindurch. Wenn man fragte: Wie kann man zu Fuß unterm Rhein hindmchgehen? so würde wohl kaum jemand eine Antwort darauf geben können oder vielmehr die meisten Wit ben erklären, das fei ganz ausgeschlossen.
Der Vesuv hat eine fast kreisrunse Basis von 16 km im Durchmesser; auf diesem Gelände wohnen, nebenbei ge agt, rund 80000 Menschen. Bis 1906 betrug die Höhe des Berges 1300 Meter, durch Einstürze der inneren Wände des Kraterkegels verringerte sich damals die Höhe um 100 Meter. Nur die obere Hälfte des Berges ist kahl; die Spitze des EruptionS- kraters, bet zirka 2400 Meter Durchmesser hat, verändert ihre Form fortwährend. Mallabra stieg mit seinem Begleiter etwa 260 Meter tief. Die Hitze ist je tiefer, desto unerträglicher, fortwährend werben Gesteinsmassen hochgeschleubert, bie mit Getöse wieder niederfallen, die Gaswoiken erschweren bas Atmen unb selbstverständlich ist auch schon das Klettern an sich geradezu eine Akrobatenarbeit. Zunächst waren drei, schräg bis auf zirka 150 Me:er Tiefe herabgehende Stufen zu überwinden, aus Schlacke mit einer Aschenschicht von verschiedener Ticke bedeckt. Dann wurde der Kessel immer enger, bi8 zuletzt nur noch einzelne kaminartige Schlünde übrig blieben, bie ein weiteres Vordringen unmöglich machten. Ein herabgelassenes Maximalthermometer zeigte 290 Grad Hitze an. Tas Gestern wat so heiß, daß man kaum die Hand auflegen konnte unb aus jeder Ritze strömte blauweißer Dampf hervor. Fortwährend rutschten ringsherum Sand und Steine herab, unheimlich war das dumpfe Gurgeln aus bet Tiefe und deutlich hörte man die Explosionen, die int Innern der Erde vor sich gingen. Nachdem Malladra da unten eine Fahne aufgepflanzt, stieg er auf demselben gefahrvollen Wege mit seinem tapferen Begleiter wieder zum Tageslicht empor.
— Allerlei Weisheit. In Kanada befindet sich der ausgebehnteste Walb ber Welt. Er ist rund 1000 Klm. lang, 110 Klm. breit unb bebeckt einen Teil bes Gebietes von Labrabor unb bes Hrrbson- bailanbes. — In keiner Stabt Australiens barf Sonntags eine Zeitung erscheinen, auch müssen alle Erfrischungsstätten, selbst bie Gasthäuser, geschlossen sein. — In Italien gibt es einen Orben für Arbeiter: „Al merito bei larwre, b. h. Für bas Verdienst um die Arbeit." Der Orden ist ein goldenes, grünemailliertes Kreuz unb wirb an einem grün« rotgrünen Banbe getragen. — Ein Gramm Stra» ßenschmutz enthält burchschnittlich 18 Millionen Bakterien. — Jeder Grad Temperatur-Zunahme bedeutet für einen Luftschiffer resp. sein Flugzeug eine Avftrtebsperminderurm. «w ’a mm*