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M 93.

Sonntag- 23. April 1922.

Weitzer Sonntag

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rttnihencr Sonntag im kindlichen Leben! Untrer«

~7 m ipätoren Lagen, wenn nut guter Dorbersi» JX an Hana eifriger Secharger uni) Erzieher te- ZrrXen! WÄche Schatze jur die Sedenbilbimg bietet

Tag bereits dem jugendlichen Mer! Wochen ß_!. Monate vorher Haden sich die Kleinen aus diesen nicht bitiB gefreut, sondern auch oorbereitet durch ^siterzlehung, Wachsümteit über sich selbst, Eijer im Y"t2, und Gattesdienst. kleine Opser waren es, fletne ~~\n, de fie vollbrachten, El ein in den Augen der mtenichen, groß vor Eon, bei dem nicht die Große les ^jrU’S, sondern die Gesinnung gilt. Heme befreist nSlatW mancher das izx-on des Hettandes: „Leim ihr werdet tote de Kinder, könnt chr in das Him- ^neich nicht eingehen." Haben wir Erwachsene die ffiefiiTnung gegen Gott wie Kinder? Wenn nicht, so yer^ai wrr auch nie gluck! ch sein wie die Kinder yn heutigen Tage.

Und wie schon in der kacholischen Kirche! Dieses Glüu wird auch dem ärmsten Kinde zu teil. Das Höchst» and Heu.gste was ute Kirche geben kann, ist DemernM a-er Stände. Muß das nicht sozial per« söhnen? Und wenn erst die teueren Stände ihrerseits fce Folgerung ziehen und zu diesem Tage ein armes Kind Ite.ben, es zu Tisch laden, so versöhnt das mehr di« sozialen Eeget.sätze, die ja doch nun einmal nicht mw oer Wti zu schaden sind, als alle SoziMsierMigs- plane Besser Äs das Ginlaben zu Tisch dürfte es viel« isiäst sen, der armen Familie die Mittel zu einem bescheidenen frohen Mahie zu geben. Denn die erste hl. Kommunion eines Kindes ist auch ein Fami» lienfeft Die ärmste Famil.e mochte dem Liebling des Hanfes heute bet Lisch nicht vermissen. Solche Fa« miüenfreiiben, hineinleuchtenb in b:e Tiefen der Seele, sind wie kaum andere geeignet, den Fainiliengeist zu schrien. Wie freuen sich doch kathÄ.fche (Eltern, ihren Erstling zu>m Tisch des Herrn zu begleiten! Wie füh­len sie sich belohnt für alle Mühe und Entbehrwig, die sie für die Kinder getragen, wenn etwas von sich geben können!

In vielen Gemeinden werden die Kinder vom

S ch u! h a u s e aus in Prozession zur Kirche geleitet. Em schöner Gebrauch! Die katholische SchuLe Hai mit« gcho.sen, das Kind auf diesen Freudentag vorzubereiten, der Klassenlehrer bsgieitet vielleicht auch seine Klasse zur Kirche und betet ble Kvmmuniongebete vor; er wurde nie gezwungen, er tat es freiwillig, weil er sich eins fühlte mit seinen Zöglingen; und diese liebten ihn um io mehr, weil er ihnen Erzieher zum Heilig« sten unb Teuersten geworben war. Begreift man heute vielleicht auch bei den Gegnern der konfessionellen Schule, warum diese dem katholischen Eltern und Lehr­personen unentbehrlich gilt?

Viole Pfarrer haben es schon ausgesprochen, alle führen es: der weiße Sonntag ist auch ihr schönster Tag rm Jahre. So maiLhe Liebesmühe um die Seelen der Erwach erten bleibt umerwisdert; in manchen Ge­meinden lagert eine eisige Kälte über dem Seelenleben der Gläubigen, sie tun das Notwendigste, um nicht ge­rade aus der Kirche ausgeschlossen zu galten; kein Schwung, ferne Vege fterung für Christus imb ewiges Sieben. Doch da kommt der weiße Sonntag! In den unschuldigen Kinderscelen fanden feine Worte Wie- derhall, sie öffneten' sich wie frische BLttenkelche dem Taue der göttlichen Gnade; er sah in ihre Seelen, feruit ihr Streben, sich ganz rein zu machen, um auf bk würdigste Weise ihren Herrn zu empfangen. Alle, reich wie arm, sind sie seine Kinder, die er heule gebenr.mscoHer Welse mit ihrem Gotte vermählen darf. Ldöchten sie, das ist sein Wunsch, doch niemals treulos werden!

Der weihe Sonntag rft ein Freubeittag für die gante Gemeinde. Der FrrutenftMke fprinct m der katholischen Kirche über auf alle, die da an einem Tische essen, die eine göttliche Speise geniehem Die Freude des Nachbarn ist seine Freude. Wer möchte die Kirchengemems'chaft vevmissen? Dazu kommt die Ermnsrung an den eigenen weißen Sonntag! O gol­dene Tage der Kindheit, des reinen, mtcoreingenomme. nen Glaubens, seid ihr entschwunden? Kann ich euch wieder erhaschen? Beneidenswerte Kinder, die ite noch nicht geblendet seid von dem trügerischen ®iai-je der Welt, noch nicht betäubt von dem giftigen Becher der Lust! Co mag wohl mancher denken, der in frommet Andacht die Kleinen zum Tische des Herrn schreiten steht, während ihm Tränen der Rührung über die Wan- gen rollen. Isis möglich, noch einmal diese Fronden

Unpolitische Zeitlause.

Von Fritz Nienkemper.

V erl;n, 19. April 1922

®o gehts im April: an dem einen Tage hockt jnan hinter dem wärmenden Ofen; am nächsten Tage läßt man sich in der Sonne braten; am fol- Lenden Tage geht man im leichten Frühlingskleide los, um vorn Wind zerzaust, vom Regen überschüt­tet ober sogar von einem Donnerwetter überrascht zu werden. Das Ende vom Liede ist Schnupfen und Schimpfen. Der April ist besonders berechtigt tvegen seiner wetterwendischen Launen.

„ Unb was macht der Mensch? Ist diese angeb» «oje Krone der Schöpfung auch dem Spiel der Lau- «en unterworfen? Das sollte von Rechts wegen ^geschlossen sein, denn wir wollen doch als ver- . n'ttge Menschen gelten, und wer launenhaft wird, wenn ^'e'chgewicht der Vernunft verloren. Aber die in i? ^IG1 ''mscbaut, so findet man immer Leute, ’?ten Stimmungen so veränderlich und un- JY?’11 sind, wie Aprilwetter. Bei der Suche ’0;rv!n launenhaften Adamskindern braucht ss.gewöhnlich nicht zu weit zu gehen. Schlag nur to’®ene Brust; bas ist auch ein sehr oeränber«

„nfl f.ogt den Verliebten nach, daß sie freud-

,,nh lei^Don und gedankenvoll seien, hangen

,, .... ‘k't ’,n schwebender Pein, bald himmelhoch » Tode betrübt. Nun ja. bei den es lehr stürmisch zu; sie sollen in pL^n^riht Aber bei den gewöhnlichen

n - ß ’ Sffiwankungen in etwas

fflfln h sind wir freudno'l. bald

tt.droll ge/nnint, bald zum Jauchen, bald zum Seu' en angelegt, bald kommt uns die Welt rosig vor, bc;b grau rnb bu ter. Die jeweilige Stimmung sich aus m?lenmr eren und inneren Erlebnissen Wammen. Wir werden uns meistens selbst nicht k ar barüter. roob.’r es k"mmt; ater di- oute La"ne oä?r b:e schlechte Laune ist da und macht sich träftia Keilend.

Das Gemüt gleicht dem Meeresspi-nei. Das vat immer einen gewissen Wellengang. In stürmi- Zetten gibt es einen Wogenprall, der mit den ^idenschaflen der Seele zu vergleichen ist: unter

zu gemeßen wie einst am ersten Kornmuniontag trotz der Rolfe des männlichen Atters? 3a, ganz gewiß ja! Wenn ihr werdet, wie die Kinder. Aber wie anfangen? Höre, wie zarte Kinberstimmen nach der heiligen Kom- rminion geloben: „Fest soll mein Saujbunb immer stehen; ich will die Kirche Hörem"

Ente Behandlung der Kriegsopfer ist Wjcder ufdan am Vaterland.

Don Kvisstersekreiär Th. Mihm« Hmff ti.

Denn ich von dieser Stelle aus ein Wo« über die Dedamvlunq de- Kriegsopfer rede, so beschicht es de-halb, weil von hier aus Won so o't zu DeusichLm rvü Demrn« schaftssmn ouforfordvrt worden ist. SBürte der Senwin« schastssmn m weitere Sch'chen des de-Äschcn Volkes ein« btirren und damit dos Gefühl der Zusammeupehöricffeit ceftärft, so wäre es um unsere Kriegsopfer besser bestellt. Nicht allein, daß durch die Pflege des Geistes der Dc- merrfcMt, burd) Gttifattung oller Kräfte, die Werte des denllchen Bockes cehoben und somit die Kw-osopfer an sich vom Staat aus besser gestellt wenden könnten; es würde auch anderseits jede vn'ero--ordnete Stelle und '.eie einzelne Pe.-son den Krieasopfern sowohl in wirtschaft ich« ÄS Old) in sozialer Einsicht unter die Arme greifen — Wie sicht es denn Hütte aus? <eter, der ht der Kriers- opferdeweoung drin steht, kann über die Dehond!img der Krirnsov'er wer leer angenehme DNdrr entrollen. Ich wll, soweit die Verpflschdungen des Sackes in Frage kommen, von einer Kritik obeh-n. Unsere Doklsrertreter möoen sich ab« bewußt fein, daß es eine ihrer rwrirehmsten Pflichten mit ist, für die Kriegsopfer in geeignet« Weife zu fordert. —

Wie sieht es beim sonst im täastchrn Lebe« mit bet DehanAuny im'ercr Kniegsopsrr aus?. Och denke frnrpt« säch'ich an mtsere Schwerbeschädigten und ch t n - ter bliebenen. Um dich Frage zu beontwo^en, mch man eigentlich bei den To'en oe^rmpen. Sa. unsere Mtt- lioren Toten, die in Masten- umd Einzeliwätern in Ost, West Süd und Nmd vuchrn, sie mabnsn uns immerfort, untere Pflichten nicht zu vergasten, sie mchnen uns «o Mch'ockreu zu fein, wie sie es lmzweffechast gewesen sind. Und wir? On unser« schnellebigen Seit erinnern wir uns zu wenig dies« chttdvn; wir heb-rn sie allzusehr rer- gesien. Und well wir sie re-gesten baten, deshalb tun wir s'-ch so wenig -für 'hro chinierbliebenen, so wenig für ihre Geraden, die mit !h-<en reb’utet haben. Wie oft wäre ?s möglich bei einigermaßen gutem Willen wenigstens den Dediirftigsten unter ihn«! zu helfen. Manchmal würbe' eine chandhabe. ein git‘es Dort, eine D-erchung usw. ge­nügen. Bei unseren' Rrteierwltwer- mäch'e ich besonders an' oute Dehcmdsung seitens dn Fürsoroestellen «imrern. Bei ihrer G-mrm'srerfastung bringt ein schrrstfes Wart sie oft schon zu Tränen.. Sie denken dann sofort an Unter­drückung und dergleichen.

Leidet kommen imm« und immer wieder Klaren Über eine schroffe Dehandttmg von dies« ober jener Stelle, und diese Klagen sind ruanchmal allvchhr berechtigt., Schlimm für unsere Kriegsopfer ist ratürlich auch d« Neid und die Msipimst xewistenloser Menschen, die ihnen ihre geringe Dersoanung nicht gönnen und bei jeder Gelegenheit öffent­lich enMnen. duff durch die Renten für die Kriegsopfer her ©‘art zu Dnunde gehe. Eirafe für derartige Menschen wäre unbedingt am Vlotze. Durch solche Vorkommnille — und die sind nicht leiten — weiten de Wundrn nicht geh"M, foriucm aufoerisien. — Don den Gemeinden könnte auch ost mehr für die Kriegsopfer getan wertem. Neckich erzWte mir ein Kriegsbeschädigter, daß ihm ter Dors« bürgermeifti«. als er ihn um stolz ans dem Eememdewakd für ganz tetorftige Knieeerwitwen archiest, in Hellem Zorn erf art Hobe: Das willst Du nur immer mit dm Krieger« witaen. die bekommem jetzt mehr Gekd als früher ihre Männer verdient haben. Daraff antwode‘e ihm der Kriegsbeschädigte: Freilich, die Männer haben monatlich 100 Mark verdient, die Frmren bekommen sitzt moncklich mehrere strmdort. Daran, daß die Zeiten veränteffich sind, hoste anscheinend der storr Bürgermeister nicht oetecht.

Es ist nicht orsordettich, mit weiteren Beispielen die P-cre der Kkegsoosir zu schildern. Jedem denkenten Men« schm ist verständlich, wie weh den Kriegsopfern eine lösche Aussaffamg ihrer Mitmenschen ihnen gegerüter tun mutz Und wie mLeren Ihre Kinder bei solcher Behandlung cet« HU ort roerfem! stier hoffend e'mzuyre'seu, ist Pflicht jetes ehrlich ben'ecten Deutschen. Dm Kriegsopfern ist durch Hiffeleisturwen, selbst .der kleinsten Art, zu beweisen, daß ihnen die oebnachten Opfer gedankt werden. Mr so wer« den die Wunden geheilt, mir so werten die Kinder dieser Armen zu-würdigen (Slietern der menschlichen Gesellschaft . herangezogen.

Jeder, der hier HW, HW mit an dem Wiederaufbau unseres Dotmlondes.

Aum Schluß noch ejn Wort an Kriegsbeschädigte und stinterbffeba'e: Der JrffammenMuß in einer Organisation ist erforderlich. Er mutz ab?r auf der Grundlage der por- teipolilischen und religiösen Neutrafftät und rr.if dem Boden des Deutschtums geschehen, wie es beispielsweise im JentrOl-Derband deutscher Krisgsbeschädigter und stinter-

rufjigeren Verhältnissen gibt es ein Geplätscher von Launen.

Der Mensch soff sich von den sewnligen Launen nicht hinreißen saften. Das ist leicht gesagt, aber die Ausführung der weisen Lehre ist mühsam. Dazu gehört nämlich Selbstbeherrschung.

Ich möchte zwei praktische Ratschläge aufftellen:

1. Wenn du schlechter Laune bist, so halte den Mund zu.

2. Wenn du guter Laune bist, so halte den Geld­beutel zu.

Der letzte Ratschlag ist leicht zu versteben. Bei guter Laune sieht man rosig, hat viel Selbstbewußt- ssin und große Hoffnungen, läßt also gern etwas draufgehen und stürzt sich leicht in eine Belastung, die morgen als drückend empfunden wird. Wer z. B. einkaufen gehen w'ff, der warte Neber ab, bis feine gute Laune verdampft ist; dann wirb er billiger davonkommen. liebermut tut finanzpoli­tisch nicht gut.

Mel wichtiger für den Frieden ist der erst­erwähnte Lehrsatz. Je schlechter die Laune ist, desto gefährlicher wirb die Beredsamkeit.

Der Mann hat im geschäftlichen Verkehr Der- lüfte oder im geselligen Verkehr Aerger gehabt. Er kommt mißmutig nach Hause und sieht alles durch eine schwarte Drill» an. Kleinigkeiten, über die er sonst hinwegsah, regen ihn jetzt auf. D'e Kinder werden barsch zur Ruhe verwiesen, obschon sie eigentlich nichts llebles tun: die Frau wartet ver­gebens auf ein freundliches Wort und bekommt schließlich sogar einen Tadel zu hören, den sie gar nicht verdient hat. Es rast im Gemüts der See und will sein Opfer haben. Das kränkende Wort fährt heraus, und keine vier Pferde können es wie­der einholen. Die Kinder haben ein sehr feines Gefühl dafür, ob sie einen Verweis ober eine Züch­tigung wirklich verdient haben oder nicht; im letz­teren Falle zweifeln sie bald an der Gerechtigkeit des Vaters und werden in ihrem Respekt vor dem vierten Gebot erschüttert. Eine traurige Dauer­wirkung des unglückseligen Umstand-es, daß der Vater mal in schlechter Laune nach Hause gekom­men ist. Und die empfindsame Mutter quält sich in der Befürchtung, daß die Liebe ihres Mannes im Schwinden begriffen fei. All' dieser Aerger und

bffebener der Fall ist. Die Kameratermen und Kamsraten fremdsprachiger Länder strd zu achten aber em Zuchm« merrschluß mi ihnen ist zwecklos. D- können ten demschm Kriegsopfern ebensowenig heften, wie dresi ihnen hei,en können. Trotz aller Opfer und Leiten den Mut nicht verlieren und salbst Mitarbeiten an dem Wiedevautoau

ist die etmtre Rsttrmg.

Freilich ist es gut, sich hinter

dsi ohte päl tliche DoremgenammenheU versuchen, ten Eemeinschastsgeist in bas teuftche Dolk hmeirzrrtrapen. ?st di.'ser Geist erst m alle Beoölkcrungsschchten emaedrungc», so nmt) es auch für die Stlegeopfei besser werden.

dem Nachharoedier.

(fpb) Eiltet Das Arbeiten mit der Wünsch e I • rute scheint ein neuer Erwerbszweig sür Damen werben zu wollen. Nachdem Fräulein Drob von hier auf diesem Gebiete bereits gute Erfolge zu ver- zeichuen halte, geht jetzt auch, wie man hört, eine junge Homburgerin mit der Wünschelrute in der Hanü durch Stadt unb Land. Die Homburgerin soll sogar fest­stellen können, ob sich in den Tiefen der Erde MneraL- waffor und Süßwaffer befinden

ans Gderhkffen und den hessischen Aemtern.

ch $-an!enberg. Ln ter Gegend von Frankenau ist man auf der Suche nach Silber-undKupfer- erzen. Einer Siegener Sergbmrfirma ist bas Derg- tcerEsdgenium in neun Orten verliehen worden.

vermischtes.

• Der Vogel war bereits ausgeflogen. Degen Steuerhintersiehungen in großem Umfange ist ein Privatier inDarmstadt mit Familie oerjchwun- den. Es soll sich um besonders hohe Beträge von Umsatzsteuer usw. handeln, die an die Millionen grengen. Eine stattgehabte Haussuchung konnte feststellen, daß der Bogel ausgewogen war, doch fand man verschiedenes wertvolles Belastungsmaterial Es sind alsbald die nötigen Vorkehrungen getrof­fen, um das Verschwinden des Steuerschiebers über die Grenze zu verhindern.

* Todessiur; vom Straßburger 7Uüöfter. Eine lebensüberdrüssige Belgierin, die 27jährige Luzie Dexauw, stürzte sich von der Plattform des Mun­sters herab und war auf der Stelle t o t Inner­halb der letzten 40 Jahre ist dies der vierte Selbst- mc d, der von der Höhe des Münsters begangen wurde. Der letzte Absprung geschah im Jahre 1909.

Neue Bucher.

Religiöse Werke.

Warieublumen. Liebfrauenerzählungen neuerer ka­tholischer Schriftsteller. Gesammelt von Georg har« rasser S. J. (Marianische Kongregations-Bücherei jjerausgegeben von Georg Harrasser S. J. Erster Band.) Mit Titelbild und Buchschmuck von Andreas Unter-ber- ger. 12’ (VIII u. 190 S.) Freiburg t. Br. 1921, Her­der. 21 Mt.; geb. 28 Mk. Eine Reihe unserer besten Schrifftteller und Schriftstellerinnen hat sich vereint, um uns einen blühenden Kranz marianischer Erzäh- lungen zu schenken. Es sind meist wohlbekannte Na­men: Krane, Buol Oreiffenftein, Reg. Most, S). Theüy, El. Preysing, 6. Rieger, S). Opitz, Fabri de Fabris, M. Müller, Künsberg, M. Köck. Noch wertvoller als die köstliche Form ist uns der Geholt, die aus tiefster Seele quellende Liebe zur himmlischen Mutter, die au: jeder Zeile zittert.

$ T Adventisten. Den Kathoftken zur Lehr und Wehr! Von Dr. I. B. R oetzer, München. (11 Mk t Liner der besten Kenner der adventtstts^en Bcwegun ,bt tn dieser höchst zeitgemäßen Schrift ein getreue, 'pievielbilb der re enmärtig in Deutschland uni Oesterreich mit größtem a itatorlschen Ä ui wände be­triebenen ,M jssionSpropaganda" der L. T. Ädver.- listen. Entilehung, Geschichte, Entwicklung, Ziele und ..rbeitSmethode bc8 BdventiSmuS werden ebenso klar und scharf heraus whoben wie die derzeit führenden llersönlichleiten der Sekte. Die ebenso sachlich wie Artistisch gewandt geschriebene Bros.hüre bedeutet dir Erledigung des AdventiSmnS |ür jeden denkenden Menschen. ________________________

Markte.

fpb. Frankfurt a. Ak., 21. April. Kufgetrieben waren zum Biehmarbl 535 Kälber, 141 Schafe, 135 Schweine, außertem 47 Rvnder ohne Preisnotiemng. Es warten bezahlt für einen Zentner Lebendgowrcht: Kälber beste Ditaliiät 2600—2900 <M., mtitlcre Qualität 2300—2600 M,

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E ngesandt.

Ein Dörklein an alle! Es berührt einen F-lb soldaten, der mit so vielen gefallenen deuftchen Helden Mühe und Not schwerer Taae geteilt hat, immer an­genehm, wenn er in ein Gotteshaus kommt und dort auf einem einfachen, glasbedeckten, religiösen Bilde du Namen jener Wackeren lesen kann, die im Kampfe für ihre Heimat und ihre Dorfgenosjen ihr Leben geopfert haben. Aber leider ist dieses Zeichen ed'er Dankbarkett nicht oft zu finden. Sn vielen Kirchen finden sich noch immer jene alten, im Laufe bet Zeit vergilbten und beschmutzten Pappendeckel, auf denen mit unleserlicher, meist recht unschöner Schrift die Namen der aus ter Gemeinde Gefallenen sich finden. Haben wir denn nicht mehr übrig für unsere Helden, für jene Manner und Sünglinae, deren Namen für einen jeden unvergeßlich fein müßten, da sie doch aus Liebe zu uns und für uns bas Leben gelassen haben? — Geben wir Antwort auf biele Fraae, indem mir enblich einmal aus jeder Kirche jene schön dem Schönheitsenmfinben hohnfprechenden Pappendeckel entfernen und dafür ein, wenn auch em- faches mit Glas bedecktes religiöses Bild aukhangen. bas dein Besucher der K-rche die Namen der unvergeglichen Helden in schöner Schrift vor Augen suert. - Es mutz das für jede Gemeinde eine Se'bstverstand ichkert fern! So ein Bild mit Glas und Rahmen ist für cm paar Papierfcheine in jedem Papier- ober Jilder-GftÄa't zu haben. Sn jeder Gemeinde ist sicher einer zu finden, der schön schreiben kann und der den gefallenen Krie- gern gerne diese Dankes- und Liebespflrchten erweist.

Ein Feldsoldat.

MW WS Heßlern m SiMesMZ Ms-

Sterbefälle rem 14.—21. April 1922.

13 April Piittndner Valentin Auth, 75 I. 6 M. 14 T. 18. Wilhelm Karl Sinnier, 17 T. 14 ’.'lu. uite srjscher miS @ro en 1 über, 17 11. 20 T. 14 Maurer Fridolin Merz au8 Bad Snl-schlirf, 37 ?. ff M 19 T. 14. Vrivatmann Witwer Pesach David Berkrwi:S, 63 >1. 18 Margareta R'tzel, Stunde. 20 Rentenempfänger Witwer Bernhard Bonda, 6g I. 4 M 8T 20 Ingenieur Witwer Benedikt Joseph Wilhelm Trabert, 72 I. 4 M. 26 T 20. ffhejrau Gertrude Reichert, geb. Timmer- 61 I. 8 M 5 T

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Sottesdienstordnuns.

Katholischer Gotteedieust.

Sonntaa, 23. April. (Weißer Conntaa.) Dvm. '->6, 6, */,7 und 7 M , 8 Pr., Hoc! amt u. E. stkommunion. feier, 10 M , V412 T? u Pr, 3 Erneuerung d. Tauigeludde, Pr, Prozession u. A. Montag 5 Rosenkranz m. Se< en.- Zladtpfar.lir-che. 5 Kom., S'/« u. 6'/» M , 8 feierliche Erstkommunion d. Kinder, Pr., Hochamt tr. Cbor esang, 10 M., 11 M. u. Pr., 2* i Weide an die Gott.Smutter, 'Intedrt, Te Denm und Se en. — Pfarrtirche zum luftigen Geist. */«7 Kom, 7 Arähm., 8 Pr. u. Amt m. Erstkom., 5 Ä. - Seveeikircke. Sonntags ',-7 werktags 8-M — MickaelSlirche 2 Bruderschaft ver 7 Schmerzen Mariä, Pr. u. A. — Her^-Jesu-Heim 8 Hoebamt m. Pr , nachmittags 2 « lMittivoM abends 8 21.) — Frauenberg 5, 6. 6>-, u. 7 M., 8 Bruders.baftSm m Pr , f> Levitenamt m. Pr., nachm. 2 feiert Vesper m. fairem Segen.

Gvangelischer iKotie^dlenst.

Sonntag, 23. April. Fulda Vormitt. 8 u. Oft» Pfarrer Weber, 11 Äindergoltesdienst.

Tvangel. landesstirchl. Semeinlchalt $ul6a. Sutllarstr 17.

Sonntag, 23. April. AbensS 8 (Jonnpelifötion.— DienStaa abends 8 Bidelstunde iPfarrer Weber) — Donnerktag abends 8 ^uaendbundstunde. — ßreitag benb8 8 Bibel- und Mebetstunde.

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Familleneelr&nk I

Gram wäre vermieden worden, wenn ter Mann seine schlechte Laune etwas besser beherrschte oder wenigstens den Mund zugekniffen hätte.

Das weibliche Geschlecht kann seine schlechten Launen noch eher entschuldigen, wie wir Männer. Es ist nervöser veranlagt, und mancherlei körper­liche Einflüsse verderben zeitweilig die Stimmung. Aber wenn man auch die launenhafte Mutter nicht scharf verurteilen will, so ist und bleibt sie doch eine schwere Gefahr für die Familie. Als Erzieherin kann sie in einem verdroftenen Augenblick alles wieder verderben, was sie durch liebevolle Sorgfatt in der Kinderstube erreicht hat. Und wenn sie in ihrem Mißmut dem Manne mit übertriebenen Klagen und unbegründeten Dorwürfen auf die Nerven fällt, so denkt er schließlich: „Ist das der Engel, den ich heiraten wollte? Wer hat mir denn diesen Drachen untergeschoben?"

Zur Entschuldigung für das weibliche Geschlecht wollen wir auch noch gelten lasten, daß mancher Bräutigam während der schönen Zeit ter ersten Liebe sein Schätzchen verwöhnt hat. Wenn sie da- mals sich launenhaft zeigte, so wurde das bemäntelt mit dem zarten Ausdruck, sie zeige sich launig, und das stehe ihr reizend. Aus dem verhätschelten Dräutchsn mit der interessanten Laune kann sich leicht eine anspruchsvolle, rechthaberische, launen­hafte Ehefrau entwickeln, die sich ftbrner an die not­wendige Rücksichtnahme auf die Angehörigen ge­wöhnt, da sie die Selbstbeherrschung nicht gelernt hat.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet/ Etwas prosaischer könnte man sagen: ob sich die Laune zur Laune findet. Nach den Flitterwochen kommt das mühselige Zu­sammenleben, wo auch die schlechteste Laune aus Gegenseitigkeit ertragen werden muß. Es gibt Väter und Mütter, dis in erregten Krankheitsfällen zu den größten Opfern bereit sind, dis aber doch versagen, wenn bei einer Zeitweiligen Mißstimmung etwas Geduld und Nachsicht von ihnen verlangt wird. Nachher tut es ihnen leid, daß sie in ihrem Unmut sich hinreifen ließen; aber bann ist es zu spät. Das Porzellan ter Liebe läßt sich sehr schnell -erschlagen, ater nur schwer wieder kitten, und auch dann wird es nicht wieder so, wie es gewesen war.

Demgemäß lohnt es sich wahrlich, daß jeder mal seinen Kopf in die Hand nimmt und ernstlich dar­über nachdenkt, welch' einen Schaden er anrichten kann in einer schlechten Laune, wenn er dabei die Selbstbeherrschung verliert. Wer sich nicht auf« schwingen kann zur positiven Freundlichkeit, der sollte wenigstens sich hüten vor kränkenden Worten ober Manieren. Schweigen ist in solchen Fällen nicht gerade Gold, aber es ist doch besser, als wenn noch Del ins Feuer gegossen wird.

Ist die Verstimmung sehr stark, so empfiehlt sich sogar der Ratschlag, sich wirklich krank zu melden und in die Bettruhe zu flüchten. Ich habe immer gefunden, baß es kein befteres Mittel gibt, um ten sogenannten Bock der eigenwilligen Kinder zu bre» chen, als sie ins Bett -zu stecken, bis sie den Trotz, anfall ausgeschlafen haben. Auch für Erwachsene ist diese Kur gut, wenn die schlechte Laune sie zu übermannen droht. Im Bette richten sie wenigstens keinen Schaden an und haben die oerhä'tnismäßig beste Aussicht, das Gleichgewicht des Gemütes mie­tet zu gewinnen.

Neben der Selbstbeherrschung steht die Aufgabe: Wie behandle ich meine Angehörigen, wenn sie in schlechter Laune sind? Das Verfehlteste in einem solchen Falle ist der Versuch, durch eine feinsinnige Beweisführung ten Betreffenden von ter Grund­losigkeit seines Aergers überzeugen zu wollen, das hieße nur Del ins Feuer gießen; denn a'.sbald würde sich der hitzige Widerspruch geltend machen und dabei würden die alten Wunden wieder bis zum Grunde aufgeriffen. Lindernd wirkt nur ein herrliches Wort des Derftändniftes unb der Teil­nahme. Im übrigen muß man den Sturm sich austoben lasten. Geduld, Geduld — bis das Wet­ter sich wieder bessert!

Der Menscb ist ja ein schwaches Wesen; ater er braucht s.'-re Schwachheit nicht so weit zu treiben, daß er in dem Gestrüpp von Launen stecken bleibt und fi..; nnrerständigerwüse durch »eitroeiliie Miß­stimmung in dauerndes Unglück ziehen läßt.

Es genügt nicht, die großen Lasten zu über« wilden; nun muß auch der kleinen Launen 5)err bleiben.