Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer Heilung

^* *-0 Druck der Fuldaer Actiendruckerei in Juldo

ä)t. 14 T.

7

und vor allem bie Geduld bewahren.Dein Wille geschehe". Das steht mitten im Vaterunser; das muh für unser ganzes Sinnen und Trachten gellen; auch für die Erwartung unseres eigenen beglückenden Ofter- tages.

M SS.

Sonntag, 16. April 1922.

vermischtes.

* Originelles Jtofgelb. Oster leid i. W.. die jüngste Stellst Deutschlands, Hot eine Serie Notgeld von 6 Scheinen aus gegeben. Diese Notgeldscheine erzählen in vornehmer witziger Weise in Wort und Bild wie Oiterfeld Stadt wurde und wie die Gin« gemeindungspliine der Rachborftädte Oberhcw« sen, Bottrop urob Sterkrade durchkreuzt wurden. Die Scheine tragen einen ausgesprochenen Wertpapier, charakter. Kunstkenner erklären diese Scheine als wirkliche Prachtstücke und herrlichen Schmuck jeder NotgeLsammlungl Die Ausgabe erfolgt beim städti-

Ietzt entbrennt der Kampf um die christliche Schule. Christliche Mütter, heraus! Hosstntüch wird die weibliche Garde auch im Ringen um die Be­kenntnisschule ihren Eifer, ihren 2)tut, ihr Geschick mit Erfolg bewähren.

Paulus sagt, die Frau soll schweigen in der Kirche, oder in der Schule, oder in den sonstigen Versamm­lungen. Und im Osterevangelium werden sogar di« treuen Frauen vom Engel ausdrücklich beauftragt, dis Botschaft der Auferstehung den Düngern zu überbringen, zumal dem Petrus. Die Frauen sollten die ersten Zeugen und Herolde des großen Ereignisses sein, und sie hatten es auch verdient.

Wetteifert im Guten beide Geschlechter!

*

Die zwei höchsten Feste des Kirchenjahres kann man K i n d e r f e st e nennen. Zu Weihnachten, an der Krippe des Chriftkindleins, erbauen sich die Großen und erfreuen sich die Kleinen, «Auf Ostern folgt der Weiße Sonntag, der die neuen Kommunionkiuder zum Tische des Herrn bringt. O, gedenket der Kinder, be- hütet die Kinder, versorgt die Kinder, es ist der größt« Schatz, der aus der modernen Sintflut sich retten ließ.

Wehe dem, der den Kleinen Arrgernis gibt. WoU denen, die dazu mithelfen, daß der erste schöne Ehren­tag unseres Nachwuchses zu einem wirklichen Heilstag wird! Sie brauchen Ostereier für die Seole und für den Leib. Für die Seele wirken die Fürbitte und die freundliche Zusprache; noch bester das gute Beispiel. Für die leibliche Seite der Kinderfeier sollten alle te- mitteüen Christen ein übriges tun, indem sie den dürf- tigm Eltern bei dem Bezug von Kleidern, Gebetbüchern usw unter die Arme greifen. Der Kreis der bedürfti­gen Eltern ist bekanntlich jetzt viel weiter nach oben ge- fpmmt, wie früher, da bei dieser Teuerung die ver­schämt« Armut auch dort zu finden ist, wo man früher den Gegenstand des Neides bildete. Noch rft es Zeit, den Kindern eine Osterfreude zu bereiten und damit auch dem auferstandenen Kinterfreunite einen Dienst zu tun. Die Liebe bildet das beste Osterfeuer.

Gewähr für unseren Triumph über Tod und Verderben. Es tommt nur darauf an, daß wir durch halten, bis auch unsere Ostersonne aufgcht.

Das endgültige und allgemeine Osterfest der Mensch« heit ist erst am jüngsten Tage, wenn die Posaunen der EngÄ alle, die entschlafen sind, zur Auferstehung aus den Gräb-.rn rufen. T>ann sammeln sich die Milliarden von Begnadigten um den Auferstandenen vom ersten Ostertag; dann ist der Tod völlig ausgeschald.t und im himmlischen Paradiese gibt es kein Leid mehr. Wer dieses Ziel der Gmäseligke t im Auge behält, kann zu­frieden sein, auch wenn seine irdische Geduldsprobe bis zur Todesstunte und fein: Grabruhe bis zum jüngsten Tage dauert; denn diese Wartezeit ist gering im Ver­gleich zu der frohen Ewigkeit.

Inzwischen aber ist uns das jährlich,; Ostt rfest eine Quelle des Trostes und der Stärkung. Es wird nicht allein die Hoffnung aufcefr icht, sondern auch die Wi­derstandskraft an Geist und Körper gehoben. Wenn die Drangsale der Zeit auch noch so arg sind, sie bltib-n doch weit zurück hinter den Aengsten und PeinM, die Chr.stus oom Blrllfchweiß zu Gethsemane bis zum To« desseuszi auf Gc(gatha zu erduld:» hatte. Die mensch­liche Natur des Heilandes hat es ausgehalten. Warum sollten wir nicht mH Gottes Gnade die gelindere Probe burchhalten können?

Als wackere Christen müsien wir das betreiben, was man auf weltlichem Gebiete jetzt als Politik der Erfüllung bezeichnet. De eifriger wir unsere ganze Kraft einsetzcn, um das Bestmögliche m Pflicht-rfiil- tnng zu lersten, d:sto lichter wird die Bürde. Denn mir" gewinnen auf jeden Fall den grohan Vorteil der Gewissensruhe.Dch habe das meinige getan, jo gut ch es vermochte; das weitere wird der liebe Gott besorgen * Ski so danken darf, hat gleichsam ernt stählerne Rüstung angelegt um Seine Seele, an der die Mißt.eiligkeiten des irdischen Daseins abprallen.

So kann d e Ostcrfeier ein Balsam der Heilung wer­den und ein Jungbrunn» n sür die ringende Seele. Nur dürfen wir die Ansprüche nickst überspannen, müsien nitintAhr üb SRefc-NW hw*M'ttLidMM Wchltnions bleiben

Bsiog ans den Registern öes SlWttSMlö Ms.

Sterbefälle vom 7.14. April 1922.

9. April. Domlüster Wilhelm Heinrich Hülsmann» 49 I. 8 M. 13 T. 12. Lehrer a. D. Karl Sinter, 69 I.

MAMaiMM in n«MMW

Von Reichstagöabg. KorthauS.

bekanntlich waren die Haus- und Grunldbesitzer- »rtine zurzeit der Beratung des Reichsmietengesetzes . lauteiten Rufer im Streit. Die Ansichten der Ber- [Cter dieser Verbände gingen im einzelnen allerdings schmal weit auseinander. Einig war man nur in «m Ruf, daß alle Mitglioder der gesetzgebenden Kör- ^rschasten, die nicht bedingungslos nach dem Kom- l6nto der Haus- und Grundbesitzerorganisationen ein- «toenften, Verräter an der Sache der Hausbesitzer

Unpolitische Zeitläufe.

Von Fritz Nienkemper.

Berlin, 12. April 1922.

Nur ein Tag liegt zwischen Karfreitag und Ostern. Lmrzig Stunden nach seinem qualvollen Tod kvar der Erlöser bereits glorreich auferstanden.

_ Einen so schnellen Uebergang vom Leid zur Freude wünscht sich auch mancher geplagte Mensch. Aber mit den Maßen, die das Heilswerk des Herrn bestimmten, dürfen wir nicht unter eigenes Erbmwalien oder gar Weltgeschichte abmejsen wollen. Wir alle erleben Mssen bitteren Karfreitag: wir alle hoffen auf ein -ßiüäentKs Ostern. Es wird auch kommen, wenn wir e? verdienen; aber es pflegt sich nicht sogleich morgen ubenrorgen einzustellen. Anstalt der Wartezeit m'r»ne»nem ^llge kann eine Geduldsprobe von Wochen, ten »ter Jahren verhängt werden. Die Vor- Ll ZäuV01 a*1 ihre Verheißungm; den Zeitpunkt da- toreiüg?n s^. t un^ Erläßt ihn nicht unserem m se roei6 bester als wir, was für uns gut £.... imh warten läßt, so habm wir uns in PdS 3U lügen. Denn zu den chr-st-

imh iQM Qn hervorragender Stelle die S l den jetzigen Zestverhäktnisten

$*£ / n unentb hcliches Hilfsmittel

S5kr ungeduldig wird, *2^ sich 'ein ^uksat noch schwerer. Er gleicht dem Mann, d-r -n fieberhafter Eite den Gipfel efnes stellen e<r der Ui herhastung m^chl er

leicht einen Ta* Er,ff oder Tritt u^dstünt abBei der Uekramtrenchmg kann er auf halbem W ge zu- samnendrech-m. Wer in ruhigem Schrch ausdauernd weitet g hl, kommt am sichersten zum Ziel.

Wir feiein zu Ostern die Auferstehung Christi aber Noch mcht die e gewe Auferstehung, noch rucht die eigene Erlösung von Leid und Not. Da- F^st ae= ^ichi uns zum Trost und zur Freud:; denn es ift ein Lvrze-lchen dessen, was uns beichteten werten ioü su»

Gottesdienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, 16. April. (Hochhl. Osterfest.! Dom Kollekte für die Iosephskirche. */i6, 6, 1h7 u- 7 M., 8 Pfarramt m. Pr. u. Segen, */s10 Bischöfl. Hochamt m. päpstl. Segen u. voll!. Ablatz, '/«12 M u. Pr , Vi2 Oster- ?!., 4 Bischöfl. Vesper. danach Beichtgelegenheit. Stadt- Pfarrkirche. Kollekte für dre Sturmiuskirche. 5 V« Kom.,5V«M.,6'/« M.u.Kom. f. Jüngl., 8 erster Schulgd. m. Pr., 9Vi Festpredigt, Hochamt mit Diatonium und Chorgesang, 11 zweiter Schulgd. m. Pr., 2 V, sakrament. Oster-A., 4 Gelegenheit zum Beichten. Pfarrkirche zum heiligen Geist.A7 Kom., 7 Frühm., 8 Pr. u. Amt m. Kom., nachm. 4 Beichte, 5 Andacht. Severikirche. Sonntags und werktags V-7 M. Nonnenkirche. Morgens/s9 Uhr Amt. Herz-Jesu-Heim. 8 Hoch­amt m. Pr, nachmittags 2 Ä. (Mittwoch abends 8 A.) Frauenberg. 5, 6, 6*/, u. 7 M., 8 M. m. Pr., 9 Pr. u. Leditenamt m. sakram. Segen, nachm. 2 Festpr. u. Andacht f. d. Terziaren m. Generalabsolution. Gedächtnisfeier d. hl. Vaters Franziskus. Vollk. Ablatz für alle Mitglieder der drei Orden des hl. Franziskus, die an diesem Tage ihre Profetz erneuern. In der 5 Uhr- M. Generalkom. d. Terziaren m. Profetzerncuerung.

M o n t a g, 17. April. (Ostermontag.: Dom. K o l l e k t e für die Josephs kirche. */i6, 6, V-7 u. 7 M., 8 Pfarramt m. Pr. u. Segen, */»10 Kathedralamt u. Pr., >/.12 M. u. Pr., '/-2 A., 4 Abendandacht. Stadtpfarrkirche. Kollekte für die Sturmius. kirche. 5*/i Kom., 5/< u. ß3/« M., 8 erster Schulgd. m. Pr., 9Vi Pfarramt m. Pr., 11 zweiter Schulgd., nachm. 2H', sakrament. Oster-A. Pfarrkirche zum hl. Grift. 8/t7 Kom., 7 Frühm., 8 Pr. u. Amt m. Kom., 5 3. -T- Sodalität. l/slO. Severikirche. Vs7 M. Nonnenksrche. Morgens V-9 Uhr Amt. Frauenberg. 5, 6, 67« u. 7 M., 8 Rosenkronzmeste, 9 Levitenamt, nachm. 2 Pr., A. u. Umg. f. d. Antonius-Bruderschaft.

OsterdienSt a p, IS. April. Srauenberg. Achter DienS. tag d. Novene z. Ehren d. hl. Antonius. Aussetzung d. Allerhl. v. morgens SV, bis z. Schluffe d. Hochamtes, V,8 M. m. Antonius-A., 7,9 Levitenamt m. sakrament. Segen, darauf Kreuzweg-Andacht, nachm. */,5 Antonius- Andacht.

Evangelischer Gottesdienst.

Ostersonntag, 16. April. Fulda. Vormitt. 8 Kand. Maldfeld, 97, Sup. Ruhl thl. Abendmahl). Grotzenlüder. Vorm. 9'/, Pfarrer Weber (bl. Abendmahl). Bieberstein. Vormittags 9 Pfarrer Reich.

Ostermontag, 17. April. Fulda. Vormitt. 8 Pfarrer Reich, 9Vz Pfarrer-Weber.Vad Salzschlirf. Vormitt, 9*/, Sup. Ruhl (Konfirmation, hl. Abendmahl), foenetl. landevkirchl Semeinschast $ulöa, vnttlarftr. 17. Ostersonntag,16.April. Abends8Evangelisation Dienstag abends 8 kerne Bibelstunde. Donnerstag abends 8 Lugendbundstunde. Freitag abends 8 Bibel- und Gebetstunde.

von Sonderbestimmungen der Landesbehörde die so- gtnar.nte Deweilsklausel, um deren Anerken­nung die 5)ausbesitzer sell Bestehn der Höchskmieten- ordnuna gekämpft haben, mmmehr vom Reichsw'ieten- tzesetz grundsätzlich anerkannt worden. Der Redner hält auch den § 13 für einen Fortschritt, da bei der fortschreitenden Steigerung der Kokspreise zweifellos die Gefahr immer großer wird, daß die Mieter die Kohtenrechnunyen nicht mehr werden bezahUen können.

Jedenfalls ist Herr Rechtsanwalt Dr. Munck der Meinung, daß trotz aller Bedenken, die gegen das Reichsmietengesetz bestehen mögen, die Leitung des Bundes doch in der Lage sein würde, diesem Instrument auch mehr oder weniger angenehme Töne zu entlocken. Der Redner erklärte, die Spitzen­organisation des Hausbesitzes habe hier eine gewal­tige Aufgabe vor sich und erläuterte noch im ein­zelnen, in welcher Weife bei umsichtigen Vorar­beiten wesentliche Vorteile für den Hausbesitz er­reicht werden könnten. Redner kritisierte in schar­fer Form das Recht der Mieterausschüsse, über die, Reparaturarbeiten eine Kontrolle auszuüben. Er ist jedoch der Meinung, daß bei den großen Opfern, die durch das Gesetz der Mieterschaft auferlegt wer­den, ein gewisses Kontrollrecht der Meisterschaft nicht zu umgehen fei.

Größeren Widerspruch haben diese Darlegungen in der Versammlung der Hausbesitzer nicht gefun­den. Das Referat wurde mit großem Beifall aus­genommen und der Vorsitzende sprach dem Re­ferenten seinen besonderen Dank für die vorzüg­lichen Ausführungen aus. Bei der Beurteilung dieses Vorganges ist zu berücksichtigen, daß in dem Bunde der Berliner Haus- und Grundbesitzeroer- eine ein besonders scharfer Wind weht. Wem, die Teilnehmer der Versammlung nicht grundsätzlich mit den Ausführungen einverstanden gewesen wä­ren, hätten sie zweifellos dem Referenten keinen großen Beifall gespendet.

Auf eine Einlenkung der Bundesleitung laßt auch folgender Vorgang schließen: Im Wohlfahrts- ministerium fanden Vorbesprechungen für die Aus­führungsbestimmungen des Reichsmietengefetzes unter Vorsitz des Ministers statt. Geladen waren u. a. die Zentralorganisationen der Mieter und Vermieter. Die Verhandlungen sollen nach Ostern ihre Fortsetzung finden. Die Vermieterorgani- sationen waren vertreten durch Iustizrat Dr. Sau» nert, Abg. Ladendorff, Dr. Iörssen-Köln und Götte- Essen. Diese Herren wollen über ihre Tätigkeit erst nach Abschluß der Verhandlungen berichten und begnügen sich zunächst mit folgender allgemeiner Erklärung:

Wenn auch die Gegensätze unter den Parteien in manchen Punkten ziemlich scharf zum Ausdruck kämen, so würden die Verhandlungen doch durch­weg fachlich geführt. Jedenfalls hat sich bereits in der Vorbesprechung gezeigt, daß die praktische Durchführung des Reichsmietengefetzes lediglich auf eine Verständigung zwischen Mieter und Vermieter, bezw. deren Organisationen, frei von jeder poli­tischen Einstellung, beruht."

Dor Tische las man's anders." Bis jetzt wurde stets behauptet, das Gesetz sei überhaupt undurch­führbar. An eine Verständigung der Mieter und Vermieter fei garnicht zu denken. Diese fei unmöglich. Es wurde sogar gesagt, daß schon die Annahme, eine solche Verständigung fei zu er- reiche», einen bedauerlichen Mangel an Verständnis verrate.

Man darf die genannten vier Herren, ohne ihmn zu nahe zu treten, wohl als Anhänger der schärfsten Tonart in der Vertretung des Hausbe- sitzes bezeichnen. Nach der von ihnen an die Haus­besitzerpresse gegebenen vorläufigen Erklärung scheint auch hier eine gewisse Entspannung einge« treten zu sein. Jedenfalls ist schon in der Mitwir­kung dieser Herren bei den Vorbesprechungen für die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz ein Er­folg zu erblicken. ___________

rtatholiiche KW.

Ab? Strunk f. In Msrmwald starb der ehemalige Mt des Klosters Delenberg i. E., P. Franziskus Strunk, aus dem Orden der Reformierten Zisterzienser (Trap- pisten). Er war 1844 in' Gelsenkirchen geboren und fett 1882 Trappist Don Delenberg aus gründete er die «r- beiterkolonie Maria Deen int Münsterlande. Sein größtes Werk war die Restaurierung von Delenberg, wo er 1902 die prächtige Kirche weihte. Einen großen Schmerz bereitete ihm die Zerstörung d o n Deien» berg während des Krieges. Die dortigen Mönche fan­den erst Unterkunft in Mariawald, dann in Kloster Danz in Bayern, bis mit dem Wiederaufbau von Delenberg begonnen wurde. Mit Abt Strunk ist einer der ver­dientesten deutschen Drdensmänner dahingegangen.

An dte tim n und tapferen Frauen trotten wir denken, von denen das Evemgelmm meldet. Sie roaren mutig dem Erlöser auf dem Kreuzweg und bis unter das Martscholz gefolgt. Sie hatten bei der vorläufigen Grablegung geholfen und mußten dann, gemäß ter strengen Sabbatorlmung, am Karsamstag sich der Tä­tigkeit enchallen. Aber in oller Frühe de- folgenden Ta­ges waren sie schon mit ihren Spezereien auf dem Wege um den Leichnam des Hingerichteten zu falben und zu ehwn. Sie scheuten nicht die Wächter und machten sich nur Sorge wegen des großen Steines, der zmn Ab­schluß des Grabes vorgewälzt war. Und was fifen wir weiterhin von den Süngern des Herrn? Sie faßen zu- fammm bei geschlossenen Türen aus Furcht vor den Juden. Der Herr nahm ihnen die Vorsicht nicht übel, sondern erschien ihnrn wiederholt durch die geschlosiene Tür. Um so mehr ist die Tapferkeit der treuen Frauen zu bewundern.

Da, wir haben auch heute noch treue und tapfere Frauen. G rade in Deutschland ist eine beweiskräftige Probe darauf gemacht worden. Infolge der Revolu­tion wurde mit einem Schlage dem w iteichen Geschtecht vom 20. Lebensjahre ad das volle Wahlrecht bewMgt. Die Frcigeist'rr hatten erwartet, daß die chriftÄchn Frauen nicht genug Schulung und Tatkraft hatten, um ihre Wiklensmemung zur Geltung zu bringen. Es kam ganz anbers. Die christlichen Frauen gaben m rtnan bewunderungswürdigen Anlauf den Ausschlag; sie verhinderten das Zustandekommen einer gefährkichen Linksmehrhert; sie retteten in der Tat das Saterland. Das soll chnm unvergessen fein, um) unser fogenanntes starkes Geschlecht hat alten Anlaß, sich erstens ein wenig -u schämen und zweitens um io eifriger dem weichlichen t DsrüiL MMfHueüfax.

Aus dem Nachbargediet.

---- vom Londe. Man schreibt uns: Aus Nr. 86 der Fu.E Zeitung ist zu ersehen, imß d°s preußische Staatsministerium sich für die Wiedereinführung <-r Sommerzeit ausgesprochen hat. Von unseren Landsleuten würde diese Wiedereinführung mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen werden. Der Larw- mann richtet sich weniger nach der Uhr, sondern arbeitet solange der Tag da ist. Er wird also abetws bis 11 Uhr schassen müssen und das zweif-Lhaste Vergilben haben, morgens 1 Stunde früher anfangen zu müssen. Es ist deshalb nicht zu verwundern, daß in einem Dorfe Nlederheffens die Beroohner sich feiner Zeit um die neue Zeit gar nicht kümmerten, sondern die Uhr ruhig weiter gchen ließen. Auch für die Kinder auf dem Lande ist die Einführung der Sommerzeit lehr anstrengend. Sie müssen bei den Arbeiten schon tüchtig mithelsen und kommen morgens verschlafen zur ^Schule, die doch dann um 6 Uhr beginnt. Mittags müssen sie bei der größten Hitze um 12 Uhr wieder zum Unterricht erscheinen. Wie mühiam bann der Unterricht ist, wird wohl die Lchverfchaft allgemein bestätigen. Hossent- lich nehmen sich unsere Abgeordneten der Sache kräftig an und bewahren uns vor diesem liebel.

= Kerzell. Die Nr .86 der FuLdaer Zeitung mel­det die WiÄwreinführung der Schnellzüge D 45 und D 46, wodurch für Fulda wieder günstigere Berbindung mit Frankfurt geschaffen wird. Allgemein würde es wohl auf der Strecke DebraFrankfurt mit Freuden begrüßt werden, wenn der P e r s o n e n z u g, der vor bein Kriege m i t t a g s um 1 2 U h r v o n F u lda na ch Frankfurt ging, wieder eingelegt würde. Don morgens 9 Uhr bis mittags %3 Uhr geht kein Pcrionenzug nach Franskurt. Der erste fährt dann drcioiertel 3 Uhr und gleich daraus dreiviertel 4 Uhr folgt roteter ein solcher. Wer letzteren schon beobachtet hat, wird über die Leere desselben staunen kömien. Dieser Zug könnte wegsallen und dafür wieder der 12 Uhr Zug eingelegt werden. Rentieren wird sich dieser Zug freilich nur dann, wenn er von Bebra bis Frankfurt burchgeführt wird.

fpd. Kassel. In einem Raum der städtischen Lagerhäuser brach ein Brand aus, der dadurch ge­fährlichen Umfang anzunehmen drohte, als sich un­ter der Brandstelle ein Oellager befand. Nur dem Umstände, daß die in dem brennenden Raum la­gernden Mineralwasserflaschen platz­ten und ihren Inhalt über das Feuer ergossen, war es zu verdanken, daß nicht das ganze mit gro­ßen Getreidevorräten angefüllte Lager ein Raub der Flammen wurde. Trotzdem ist der Sachschaden ziemlich beträchtlich.

Ku§ Gberhefien und den hesiischenNemkern.

A Marburg. Als Ergebnis einer Sammlung der Deutschen in Argentinien wurden dem Unterstützungsfonds der hiesigen Universität 200 000 Mark überwiesen.

Neues aus ZranKfurl a. M.

mc. <kln neuer Altstadtbund. Unter der Führung des Kunfthlstorikers Dr. Lübbecke bom städtischen Kunst, institut hat sich vier ein Altstadtbund gegründet, der außer der Neuherrichtung alter Häuser Frankfurts, bei Neubauten mit künstlerischen Ratschlägen an die Hand geben und für zinslose Häuser Patenschaft übernehmen will. Als besondere Aufgabe stellt er sich die Wieder­herstellung der berwahrlosten alten Kirchen und Klosterbauten der Stadt. Das Einstandsgeld für Mitglieder beträgt 300 Mark.

mc Neueiuteilung der katholischen Pfarreien in Frankfurt. Durch Verfügung der bischöflichen Behörde tn Limburg sind die seitherigen Pfarrkuratien Aller- heiligen, Antonius, Bernardus, Gallus, Bonifatius fSachsenhausen) neben der Dompfarrei zu kirchlrchen staatlich änerkannten Pfarrgemeinden erhoben worden, die einen Gesamtverband bilden, welcher die Vermögens- Verwaltung übernimmt.

fpd. Auto gegen Radfahrer. Bei der Ausfahrt aus der Großen Eschenheimer-Gaffe auf die Zeil überfuhr ein Kraftwagen einen 20 jährig. Radfahrer und bedeute ihn in lebensgefährlicher Weise.

Die Fraktion der Zen trumspartei wurde am heftigsten bestürmt. Eine recht wenig erfreuliche Rolle fpicuen hierbei jene Elemente, die mit starker Beto- tmng auf ihre Zugehörigkeit zur Zentrumspartei hin- teieien, um dann um so einseitiger und schärfer ihre Abneigung gegen die parlamentarische Tätigkeit der Fraktion zu betonen. Diese eigenartigenParteigenos­sen" fühlten jich besonders wohl, wenn sie unter ter Zustimmung und dem Hohngeiachter rechtsgerichteter Politiker ihre Absage anihre" Partei wiederholt zum Vortrag bringen tonnten. Worte der Mäßigung uni) der Vermittlung waren umfonst. Das Reichsmieien- gejetz bedeutete nun einmal die Vernichtung der Hausbesitzer und damit war das Urteil gesprochen. Innerlich waren diese, in ihrer Wirtschaftspolitik ganz einseitig eingestellten Kreise, längst mit der Partei zer­fallen, der sie vielleicht früher angehött haben mögen. Es war deshalb die etwas geräuschcolle Trennung kein besonderer Verlust. Wir wollen aber nicht ver­kennen, daß dmch die geradezu ungeheuerliche Agi­tation, die bei der Beratung des Reichsmietengefetzes einfetzte, im Hausbcsitz viel Verwirrung und Unruhe hervorgerufen worden ist. Schon damals wurde von maßvoll urteilender Seite erklärt, man möge mit der Kritik des Gesetzes, dis feine Wirkung erprobt, etwas zurückhalten. Das Gesetz bietet gegenüber den jetzigen gänzlich verfahrenen Verhältnissen für Öen Haus- und Grundbesitz eine erhebliche Verbesserung. Es wurde auch geltend gemacht, daß in den Kreisen der Hausbesitzer die jetzige gänzlich ablehnende Haltung bald einer anderen Auffassung weichen könne und daß nach­her vielleicht die Mieter die Rolle einnchmen wür­den, in Der sich bei der Beratung des Gesetzes der organisierte Hausbesitz scheinbar außerordentlich wohl befände.

Diese Wendung in der Auffassung von der Erträg­lichkeit und den Vorteilen des Gesetzes für den Vermie­ter hat sich recht bald ergeben. Von bemerkenswerter Seite erfährt jetzt das Gesetz eine Beurteilung, die vom Standpunkt des Vermieters aus betrachtet beinahe als freundlich betrachtet werden kann. Es kann kern Zweifel darüber herrschen, daß im Verlauf der nächsten Zeit diefe freundlichere oder doch mildere Auf­fassung sich noch weiter Bahn brechen wird.

2m Lunde der Berliner Haus- und Grundbesitzer- vcreme besteht eine besondere Gruppe der Bundesmfl- glieöer mitt SammslheizunTshä usern. Diese tagte am 5. April im Bürgers aal des Berliner Rathauses. In der sehr stark besuchten Versammlung sprach der Syn­dikus des Bundes, Rechtsanwalt Dr. Munck, über das Reichsmietengesetz und machte u. a. folgende Ausfüh­rungen:Wenn man das neue Reichsmietengefetz mit ter bisherigen preußischen Höchstmtetenverordnung ver­gleicht, so müsse man gerechter weife zugeben, daß gegen­über dieser Dränung ganz wesentliche Vorteile er­reicht worden jeien. Das neue Gesetz biete die Hand­haben, bei einigem guten Willen alle Fehler und Miß­griffe zu vermeiden, welche eine unausbleibliche Folge der unzureichenden Höchsindietenordnung gewesen seien."

Im weiteren Verlauf der Ausführungen erklärte der Referent, daß er in ter Beurteilung des Reichsmieten. gesetzes keineswegs fo schwarz sehe, wie die meisten Hausbesitzerorganisationen. Es, käme eben alles darauf an, aus den dem Hausbcsitz zugeworfenen Steinen Ga'ch m münzen. Als Optimist wolle er zunächst auf folgende Vorteile Hinweisen, welche das Reichsmietengesetz zweifellos biete. Diese seien: 1. Die Möglichkeit des Eingriffs in laufende Verträge auf Grund des 8 1. 2. Die Möglichkeit der Erhöhung der Friedensmieten auf Grund des Abf. 4 des 8 2. 3. Nach 8 3 des Neichs- mietengesetzes müssen die Zuschläge der jeweiligen Höhe der Betriebskosten und der Kosten für laufende Jn- standsetzungsarbeiten Rechnung tragen. Dadurch fei den Behörden die volle Umlage der Kosten auf die Mieter zur Pflicht gemacht worden. 4. Nach § i des ReichsMietengefetzes kann, sobald die Festsetzung ter neuen Hundertsatze durch die Landesbehörde erfolgt ist, zwar die oberste Lantesbchörde diese Festsetzung andern, die Aenderung w rke jedoch von dem von dem Zeitpunkt der Bekanntmachung folgenden nächsten Mv- nalsersten oder von dem bei ter Bekanntgabe bestimm­ten spateren Zeitpunkt. Es ist hier also abgesehen

schen Rechnrangsamt in Osterfeld i. W. gegen Ein­zahlung des Nennwertes von 5,75 je Serie zuzüglich Porto.

* Gefaßte Sirchendiebe Die Diebe, welche kürzlich die Sakristei der Haupttirche zu St. Montz in Co­burg plünderten und ämtliche Meßgeräte von hohem . Werte stahlen, wurden in Nürnberg sestgenommen, nachdem sie versucht hatten, das zerschlagene Diebesgut zu verkaufen. Es handelt sich um fünf Nürnberger Burschen, von denen man an nehmen kann, daß sie noch weitere Kirchendiebstähle ausgejührt haben. Ein Zahntechitiker, ter auch als verdächtig verhaftet wor­den war, spielte den Vermittler. Er hatte sich mit ter Familie des Kirchendieners angefreundet und verschaffte feinen Komplizen die Kirchenschlüssel.

* Ein brennendes Poftflugzeug 3n ter Nähe von Lanz bei Wittenberge geriet das Postflugzeug D 25, das den Luftverkehr zwischen Berlin und Hamburg ver- mittett, in 300 Meter Höhe in Brand. D:m Füh­rer gelang es, das Flugzeug zur Landung zu bringen, der Apparat überschlug sich und ging in Flammen auf. Während sich ter Führer durch Abspringen retten konnte, geriet ein unterer Insasse des Flugzeuges unter die Trümmer des Apparates und wurde 3teir.il schwer verletzt hervoraezogen.

Technik und Verkehr.

* Todessiur; eines erfolgreichen Fliegers. Wie Reu­ter meldet, verunglückten Sir Rose Smith und sein Pilot Sergeant Bennet, der mit dem Bruder des er­steren im Jahre 1919 den ersten Flug von England nach Australien machte, bei Brooklands bei einem Probeflug mit einem Flugzeug, mit dem sie am 23. April einen Flug um die Welt beginnen wollten. Beide Flieger wurden getötet.