uldaerZeitung
Amkllcher Anzeiger für den kreis und die Stobt Fulda.
Mittwoch, 12. April 1922
nr. 85
ÖerewtBortildi >Sr len rrbaitioneilen Teil * Dr. F. Kromer' 2 für dd Anzeigen: X BarzeNer- Fulda. :t Tlotattonsbnid «. verlas der nulDner Wd'enhrurferel Im Fnlda ^enti-re*er ’Äx. 0 tPofttoed ■ Rcn'e 4061 Arantzurt «. JR-
Bejtigspeeii: Monatlich 10.PJ 2UL juqti 'n tret ms Haus- - Adqedoli in der «ejchilftest.lle 0.50 Alk. <
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49. Zahrg.
B3
Um da§ Schicksal Europas
Die erste Vollsitzung in Senua.
De $acfa, Darthou, Wirth und Ltayd Srsrge als ilefrner.
®agen Schluß ter Sitzung kam « bam, «fik «nr ein Drchtbericht de» Wolfffchsn Büros rrüldch zu ckmr
KSHaflss Debatte.
Varktzs« erttSrie, Laß Frankreich nicht genital Werde, daß die Frage der Entwaffnung auf die logreorbnung der Koisfemnz e^ejx werde. E» enlstand eine lebhafte !tu$#inti!sbet{eteKng, in die Lloyd George eingriff. Er erkannte bei Standpunkt Frank, reich» Mar an, feine Uebr^-ugung fei aber, daß Genua einen Mißerfolg bedeut», tö mt nicht eine Ent» rvaffmuH erreicht roürd«. Schließlich erklärte de Facta, daß er vor Beginn der Sitzunsen das <k i rr» verftändni» aller Nationen mit d«m Programm von Tannes festg«ftr«t hab«; e» fei also gegcnstarÄscos darüber zu »echantetn. Damit Marion die Der Handlungen der ersten Vollsitzung been» bei. Am Dienstag tritt um HU Uhr die erst» Kam Mission zusammen.
löentt dir Äsnstr«q fHestsrk .. .
8n Stet erwähnt« Debattered« fote Lisch «wey unter anderem:
Die Ergobniftr der wird« «m
Heu« Wirkung nicht nur m Drrspa, sondern in der ganzen Weit habon. Zum GMZgm bet BerhantLmsen müßten aber dir 5-auptpunkte d« vebingungen anerkannt nxrben, die bisher von allen zivilisierten Nationen angenommen mär«». Diese Ledir^msm sind solse-nde:
1. Keine Nation dürfe Sie Verpflichtungen, die sie gogen ein andere» ßanö übernommen hab«, nicht verbmgnsn wegeu «vier U«nder«ng dos Regime«.
2. Kein Land dürst sich in bis inner«, Stnrfichkm- Dsn ein» anderen eimnifchm.
S. Kein« Nation büijit «<nea 8eg t i ff • t$i»g g». gsn f.lno cnberc beginnen.
4. Alle Si«it-<mgohövigen miHi«, in ftsmden LSn. dern da» Riecht haben, ein unparteiisch», Urteil vor fremden Gerichten zu finbett.'
• Aoyd George «rSlärte weiter: Wenn wir scheitern, wird ein Gefühl grenzenloser Der- zweiflung bk Folge sein, wenn wir Erfolg haben, wird ein S tr ah l tz»r H »ff nung urib be» BertKmens aufisuchten.
ErnKusrxsder englischen Hsnöelrwelt.
Der Genueser Konferenz ist ein von 800 Füh. rern der englischen Banke», »ex Handel mch Induftrie unterzeichneter Aufruf zugegangen, w»- rrn die Konferenz aufgefordert wird, nicht nur auf ^eietügung der Nachrichtenbefchi änkung hinzuwiren, sonder» auch weitgehende Maßnahmen zur Abj». dernng del Weltmarkt»» zu treffe».
Sin Tel^rawm Poincsr« cm 5$da.
Ministerpräsident Pvincare hat an den ilaNers- lchen MinisterpräDrnten Facta ein Telegramm gerichtet, in dem er sein Bedauern ausdrückt, daß er der Einladung der italienischen Regierung zur Konferenz von Genua nicht persänlich habe nach- kommen können und beteuert, daß die Prüfung, die Frankreich erlitten habe, ihm niemals den Blick auf die ständigen Gesetz, der europäischen Soli- darität genommen habe.
Die feierliche Eröffnungssitzung der Genueser Konferenz hat Montag nachnv"aa statt- gefunden und nahm einen eindrucksvollen Verlauf. T Nach der formellen Begrüßungsrede stellte Lloyd George den Antrag, den Ministerpräsidenten de «acta zum Präsidenten der Konferenz zu wählen. $er von Barthcm unterstützte Antrag wurde unter lebhaftem Beifall angenommen. Hierauf hielt der italienische Ministerpräsident d e F a c t a eine Rede, i» der er auf die schwere wirtschaftliche Krise, in her sich Europa befinde, hinwies. Kein Volk könne sich der Pflicht entziehen, die Schäden, die der Krieg verursacht habe, auszubesfern. Es gibt gegenwärtig in der Welt, fuhr Facta fort, 300 Milli o n e n Menschen, die nicht produsteren oder »ur wenig produzieren, weil es an Transportmitteln fehlt. Dir grundlegende Ursache dieser Lage ist der Mangel an Vertrauen. Ohne vertrauen kann eine Kapitalzufuhr und ein vernünftiger wirtschaftlicher verkehr zwischen den Finanzzentren und den verschiedenen Ländern nicht stattfinden. Dar Vertrauen muß wieder hergestellt werden. Aus dieser Konferenz gibt es weder Freunde noch Feinde, weder Sieger noch Besiegte, sondern nur Menschen und Völker, die sich vereinigen wollen, um alle» aufzubieten, um ein so hohes Ziel zu erreichen. Die Neuordnung der Dinge soll nicht durch Gewalt, sondern durch eine Methode der freien Erörterung und Zusammmenarbeit geschaffen werden. Ich hoffe, daß die Konferenz zu jenem glücklichen Erfolge führen wird, von dem zum großen Teil der Friede Europas abhängt.
Als zweiter Redner ergriff dar Wort der französische Minister Barthou und erklärte, Frank- reich sei von keinem nationalen Egoismus beseelt und wünsche keine Hegemonie auszuüben. Frankreich, Rechte, für di« es einen so furchtbaren Preis bezahlt habe, feien kein Hindernis für dar Unter- nehmen des Wiederaufbaus Europas. Di« Konferenz von Genua könne jedoch nicht eine Sera« fimgrinstanz sein, bei der die bestehenden Verträge zur bvrache gebracht und revidiert werden könnten. Aber jede wirtschaftliche Frage, deren Lösung von Bedeutung fei für di« Wiederherstellung Europas, könne frei erörtert werden. Friede und Arbeit seien dar Programm und die Losung Frankreichs.
Nach weiteren Reden des Javaners Ich« und de» Belgiers Theuni» nahm Reichskanzler Dr. Wirth dar Wort und führte u. a. folgendes aus: Alle Völker der Grde bilden, wirtschaftlich gesehen, eine unlösbar verbundene Einheit.' Darum mutz der Grundsatz der Gleichberechtigung aller Völker bei unserer gemeinsamen Arbeit herrschen. Das Mißtrauen, das seit vielen Jahren die Deltatmosphäre trübt, muß beseitigt werden. Ueberall wartet man darauf, ob von Genua e-ne Heilsbotschaft in die Welt gehen wird. Ein Mißlingen der Konferenz würde die bestehende Wirt- schafrskrise in. Unerträgliche steigern. Di« Hilf», die den einzelnen Wirtfchasten gewährt werden soll und nach, kann jedoch nur so gewährt werden. Ml sie allen Völkern den Weg zu einer glück- stäM Zukunft ebnet und ihrer politischen und wirt- schafibchen Selbstbestimmung keinen Abbruch tut. Die Rede de; Reichskanzlers, der sich der deutschen Sprache bediente, und seine Worte dann auf fron- ööstsch und engstsch verdolmetschen ließ, sand, wie alle übrigen Reden, lebhaften Beifall.
Aanbrrich droht.
vrtzerrrlchurrg im* Aufnahme der taulsche, 1t* zur RepacÄisnsstasr.
Dte Kri«s»jüfter.kommi ssion in Pari» hak an M»n- tag ter Reparoüonrkommtfsion mit einem tzchchMchvi Begleitschreiben die Antwort der demjchen Regie» mng auf b« Note »am 25. März üb«rr«icht. Ha- va» Ulfoig, wird die Riparatwn»kommifsi»n sofort « eine PrüstM der Not« eintreten.
Di« deutsche Antwort, deren Wortiaut tn Deutsch- kmd bereit, »^öffMÄicht wvrd«i ist, deckt sich ihrem Inhalte nach im wrsentlichm mit dem com Karyter vor bem Parlament rutwickckim Etandpcmkt der Regteru'.ig uni» btette deshalb keinerlei Ueberrafchung mehr. Sie kchnt die von der (Snfrnte vertanote neue steuerliche Milliardeniast und die beabsichtigte Finanzkontrolle un- zweideutig ab, läßt «der andererseits die Tür zu w»i- ieren DechMdiungen offen.
Daß öte deutsch« Antwort der Entente een Tage bte KonfeMnzboginne» tn Genua überreicht wurde, ist »ietleicht etoa» wehr al» eine bloße Zufälligkeit.
UdKt die Stimmung, auf die uns«e ablehnend« Rote in d«> französischen Kreisen stößt, unterrichtet ein Telegramm «u» London. Danach soll angesicht» der deutsch«, Note en die Reparationskommifsion eine sehr ernste Lag« bcsteche«. Wenn bk Kommis» fiao erb. nm, daß Deutschland frttsc Drrpstichckmv«, an Frankreich nicht erfüOen woiie, sa sei Frankreich nach bem Derfailler Vertrag ermächtigt, «m separate Aktion m-ch Frankfurter Muster zu unternch- wn «Mteicht ttxrbe bi, Reparatux:skorvrnifiicm bie Aufhebung de, Moratoriums erklären und an DMtschland dte Auffsrtteeung richte«, dte voll«, Raten zu zahlen.
hr-Her Vsöen m Vberschleße«.
Dir nroee Znsisch»nfskk«.
Reuerm Meldungen Zufolge erfolgte di« Ex- plofion auf dem H ütten f ried hof in Gleiwitz nicht, wie urfprünglich gemeldet worden war, in der Friedhofskapellr, sondern in drr Familiengruft der Grafen Einsiedel. Dir französischen Sesatzungrtruppen erschienen plötzlich auf dem Friedhof und begaben sich sofort nach drr tzräflichen Gruft, um dort nach Waffen zu suchen. E» ist anzunehmen, daß sie durch Denunziation auf ein dort befindliche» Waffen- iager aufmerksam gemacht wurden waren. Di« Franzosen stiegen, nachdem die Gmfttür geöffnet worden war, unter Führung des Bohrmeister» Häusler in die Gruft. Was sich dort weiter ereignete, läßt sich bisher nur vermuten, da die an der Waffenfuche beteiligten Ueberlebenden — auch der Pförtner der Hütte — von den Franzofen mitgenommen wurden und eine Darstellung der Vorgänge bisher nicht gegeben morden ist. Angeblich soll sich auch der Stellvertreter des Kveiskontrol» leurr unter den Toten befinden.
Die Friedhofskapelle ist vollkommen dem Erdboden gleich. Eine Leiche ohne Bein wurde in dem Wasser des Kanal» vorgefunden. Bisher wurden auf dem Friedhof gegen 40 Stiel- und Eierhandgranaten gefunden. Da» Betreten drr Unglücksstätte ist jedem verboten.
Der Oberbürgermeister und tter Bürgermeister von Glsiwitz haben dem Kreiskontrolleur da» Beileid der Stadt Zu der Erplosionskatastroph« ausgesprochen. Der Kreiskontrolleur sagte, daß der Belagerungszustand nicht verkündet werden solle. Di« Zeitungen erscheinen jetzt wieder regelmäßig. Die Franzosrn Haven 15 Gräber bestellt. Da man sich franzosischerseitr vollkommen in Stillschweigen hüllt,
m»iTiin htmi— iiinutwin—
ist bie genaue Zahl der verwundeten nech unbe» kannt. Man vermutet, daß 15—20 Personen v-re letzt wurden.
Natürlich sieht man in Pari, den Borgantz wieder al, eine tückische Unternehmung der Beute jchen an und schlachtet ihn gegen Deutschland au». . Auch sonst sind nm* Zwischenfälle eingetreien: In B« u t h e n wurden zwei Personen an der Ecke der Langen- und Fleischerstraße von zwei noch nicht ermittelten Männern erschossen. In Laban (Oberfchlesien) sind «tn Sonntag nachmittag verschiedentlich Schießereien entstanden, deren Ursache noch nid^t festgestellt »erbet, konnte. _ Ei« Mann von der Apo wurde mit einem Schuß «< B»!n aufgrfunben.
Kur deR defrtztex Gebiet.
fpd. KronzSsUcher Sprahnnterrlchl für Bergleute Dar saarwnSl^ch» S.scnwert Fraulautern bet e«är< brücke« macht durch Favrtkanschlag bekannt, baß au( Nnarvnunß bet Pariser Ganeraldirektion 6*6 Werk einen etgenenfranzöstschenLehrerfürGprach- unterricht füt bie BrlezlHaft unb die Beamten ««- stellen wirb, sofern sich genm.enb Teilnehmer für de» unentgeltlichen Unterricht melden.
• Di« z,.n:kruhrs»lhiir!g i« Sasretliet. Ober- v«rwaltung»i»erlcht ta Sc. Soul» Kat da» Urteil auf di, Leschw-cd, der Städte Laarbrücke» und Merzt- ««gen die Entscheidung de« Verwaltung»a,rtcht« dezü^» lich der Frankcnbesotdun^ 6er Beamten dertündet. Di« Beschwerde wurde »ertverfen. Dir B,sch:»rrüe der Ltädte Et. ^«üdert «ab Hamdurz e».<e* 6ie Kra»ke»« berersnung der X»gi,r»sg>Sl»«m,;st»» wurde tbenfaH# verworfen.
1 Hiess« öerSet« d« »fei,lK8d!»»«iiß«t. Di, iw tcralhitri« jicheintanstommtpion hat dem Netch»k»m- mifsar für dir besetzten «-diele ntitjcieiit, daß sie d«- schiofsen hat, für da» gesamte besetzte Gebiet all^Vsr» iräge |u tittbitlcn, ite sich mit der Arage der Schultz am Krieg, befasse«.
Denkschrift Zdrr öie NeichLd-chneA,
Dse Reichsvertzand der Deutsche« 51* b«Ürie HÄ vo« einer Kvmmiision harvorfassnder ^'«cktuhn^üchiiiÄui« mD Wtetschafl»sachv«staiLig«r ein Eutacyten üixx die Sage tx< Re><h»bahue« und di, Dlöglichktei ihrer Ssn-«zma ««arbeiten Uffe« W in diese« Tcgm b« bauisch«! Brasse uni-ztirt'iM.
Da» Gutachte« gibt w «i»<®a mit reichhaitisM! statistische Material v-rsehE», TeA zwitächst eb»« UrbrrbiiS über di« jetzig« ilög# tzor R«ch?4>ah:r«u IKe Ursachm für di« heutige Vevd»stu»tetfä)aft bet douische» -teichebahEi bezeichiten bi« SachversiLMg«« tzte ma& gtehafte Auemrtzuistr bes mecha-tei<h»n und pixfontiten Apparates, di« bexta» vesuirierend, BehtlldEinG Ke» Verkehr«, di« m b<« DÄgsniiesteiim^szi ffe«, »hnM überjeugKiwn SUtsbruS jntibte. ar* Itee f«lfche Finanzpolitik dte bie Atr»sabe»fkter »h« D«^- kung vielfach mit rückwlrkeiDer Kraft bteetftete, V«hks«b
bie Einntchm« erst durch zu zögernde u»« bars durch zu sprunghafte Tawserhöhung«' ungünftie
wuttten. Dte LachuetskändiM, fitzen ste» bww b« etx* «hender Weise tr.it bm eanitrangspLäne* »er Reich,regierung auoei«**:«. 6ie tat*» man ju d«n Urteii, daß rvatenr tee *o« bar Neichnv«- kehr»v«Walk»ng al, H«qittz:UEtet «^«rvmÄt« nwäge» «tesche Anposch!^ ber Tarife wt bie
noch tzar von ihr g«pk$«te XrNüeee^tefl und Eistn- dahnfimmzgssch fimig eim ttestechich, Schun-
burag der dsutschsn Eipichcchnx« herbeizuf-.>tzr«i.
Den con ihnen al, «nzwrckmäßig und unzureichend odgelehÄen Reformoersuch«, der Rrichiverk:hr»vcr- roateung stellen bi« SachverstärLiH«! etgww po-fitis» Vorschlä§? geganiieer, b*wn bet Gedanke liegt,
batz tzi« Träger der B s l k, w i r t f ch » ft, b*-«* Wvhl w» Wehr von dem Sed»ch«n be* verkfhrvn« «»» sbhärkgr, in etfter Linie breiten sind, d», mahr-ederch« Lichiuh auf da, 6ifenba6nuxf«, au--uüb»m. Dte Vach-
Auf Mtcnhammer.
Xoman einer Ehr von D. Ernstbergor.
14! --
»Seit möcht ich a wifsin, antwortete Kachl.
Schnell band sie ihre schmutzige Schürze ab und roorf sie der Kathrin über den Arm. »Halt', und such' wein Hopf'n z'samm; de, werd ich schnell wissn!" sagte *•* hastig und ging im Schnellschritt dem Peter nach.
SSor hem Ort zweigt der Weg nach zwei Seiten ab. führt die Straße weiter in ein Nachbardsrf; . * 9c*)t ein schmaler, au »gefahrener Fuhrweg mitten eur.7<ble Felder. Diesen Weg schlug Peter ein und die Sing ihm nach.
ie.b,ieb stehen, aber Ihre Augrn folgten ihm im- *fle|r,t. Dann lachte sie auf einmal hämisch. Peter sr ln e"^n kleinen Wies-nweg eingebogen. Dort stand ,ln “t<r ™ !n,baum, und daran hing eine weiße Tafel »ut der Aorist. Nach Mt-nharnmerl
Litt großen Schritten kehrte Kathl wieder heim.
®f,ne 6uf der Jteranba ihre« chmise, tmb schälte t>|t z:vn Mntnachen, Dienstboten waren alle aus «n TJeLe; nur Die jj3|e u|^ $9n3 B6rCTl daheim ge» »Oebtii Die Safe schätzte im tau» und Lenz arbeitet, * den Ställen.
Dl« Ruh« «at ihr wohl. Ost ruhten ihr« Hände, im 2ö)c6 «püksommerfllden 80ßen durch die Luft. Ein Ptr 1,8,1 SchMalb,n kreiste über ihr; sie sammelten sich '•rttts zur Steife nach Dem Süden.
t.,,6’* dachte an da, Schwalbenn-stcken im Bater- ^aU5> da» über dem Fenster ihre, Stübchen- hing, und ?ae si« sterr wir ein Heiligtum gehütet hatte 5tn Fcüh- r ^ortete sie immer auf da, erste Zwitschern "über '?m Fenster, und wann sie ,e vernahm, war', ihr, al, te da» Glück im Haus« eingekehrt. Schwalben brin-
1-n 1* «lück!
^!,r waren keine Schwalten. Al» sie im Frühling » Erste Zwitschern hörte, hatte sie fperrange'roeit bte ® "er emfgrrifien uni) gehofft und gewartet. Aber e»
war umsonst gewesen. Die Tierchen flogen scheu an den geöffneten Fenstern vorbei.
Es wurde ihr ganz weich ums Herz. Da streifte ihr Blick die Eartentüre, die vom Hof in, Freie führte. Sie zuckte zusammen. Starr blickte ihr Auge auf die Umzäunung. War', möglich? Sie sprang auft
.Peter!" rief sie und eilte dem Jugendfreund entgegen.
Die Br.fe hatte in der Küche den Ruf gehört. Nru- gtertg »rückte sie ihren Kopf an da, Fenster. Da sah sie, »ie Stirie ihm beide Hände entgegneftredte und nun saßen sie nebeneinander auf der Bank.
Und bann kam die Etlne mit ihrem Gast ins Hau», und die Vase mußte Kaffee machen; rem besten, wie er nur für die feinsten Gäste auf Altenhammer gebraut wurde.
Lenz kam in die Küche. „Ser i» denn der?" frug er neugierig die Lase. Al, ihm die Lase erzählte, daß die beiden Nuchvarskindv gewesen waren,, schüttelte er den Kopf.
„Muß eßt der Teufel den gor g'rab herführenl" brummte er. Dann sah er auf die Uhr, bi» mann woh fein Herr heimkommen könnte.
tll» er wieder Im Stall arbeitete, fern die 6tine mit ihrem (Saft, um ihm da» Lieh zu zeigen. „Du Hnxtef auf» Feld gehen, Lenz, und den Herrn holen", sagte sie zu ihm. „Und sag', lieber Besuch wär, da; er «nicht, hrtmkommen." So war'» am Vesten. Der könnt, gegen eine alte Freundschaft etwa» haben, die sich offen Den Menschen zeigte? Leder konnte bawn sehen, datz *, sie ohne Hinterhalt war.
Lenz nickte und schleuderte bi, schweren Holzpantoffel von den Füßen in eine Ecke, um leichtere Schuhe anzu- ziehen. Forschend streifte fein Blick die beiden. Sonst war die Frau immer so bleich und still und heute glänzten ihre Augen. Zum ersteafMale wünschte Seng, daß sein Herr statt auf dem Felde tn Steidjmannebcrf wär,; \ von dort hätte er ihn nicht heimzuholen brauchen.
Sein Wunsch ging in Erfüllung. Er traf seinen Herrn nicht auf dem Felde. Ein Fuhrtnecht ergShl.te ihm, er hätte ihn km Rosenwirtehou, in Reichmanns- , darf sitzen sehen, al» er bert »»rdeifuhr I
Lenz ging zufrieden wieder heim und meldete, sein Herr sei auf dem Felde nicht zu finden.
Ein Schatten zog über Stin»s Sügt. war er wieder, der stechende Schmerz in der Brust, den sie in drr Aufregung der Wiebersehenifreude nicht mehr gespürt hatte. Groll, Bitterkeit, Reue, Heimweh, Sehnsucht — all' bc» flutete wieder zurück in ihre Seele.
Peter merkte die Veränderung. Forschend ruhte sein Blick auf ihr. Da zwang sie ihre Züge zu einem Lächeln. Sie überstürzte sich plötzlich mit Fragen nach dem Heimatdorf. Aber er klang alle» gezwungen. Da» machte auch ihn ernst und stiller. <r ah auf die Uhr und sprach vom Heimgehen. Sie suchte ihn noch zu halten, und al» ihr bie» nicht gelang, warf sie ein Tuch um dir Schultern und begleitete ihn bi» an bie Grenz wo die Felder von Altenhammer mit betten von Reich, mennsborf zusammenstießen. Hier »erabschtedete« sie sich ...
Bald nachdem Etine zurückgekehrt war, kam auch ihr Gatte heim. Sie saß in der Wohnstube und blickte in die verlöschend« Glut de» Sonnenuntergänge».. Kl» f seinen Tritt im f)ausgang härte, horchte sie auf. Eie hörte, wie er den Hut an den Nagel hing und die Base i» der Küche etwa» fragte. Gleich darauf lochte er.
Heftig wurde die Türe aufzerisie, und er trat ein. Sein Gesicht »ar getötet und feine tzlugen flackerten unruhig.
Er blickte in der Stutz« umher, al» suche er etrfat.
Sie trat zu ihm hin. „Suchst wa», Ehristian?"
Ohne ihr ein, Antwort zu geben, trat er an den Tisch und hob das zinnerne Kasfeegefchirr, da» sei?* hell geputzt auf dem Tisch stand, in bte Höhe, ein boshafter Zug lag auf seinem Gesicht.
„Er war Besuch da," sagte Etine verwirrt. „Der Lenz sollte Dich holen; er sand Dich icer -acht auf dem Felde/'
Sr lachte wieder, hämisch und 68«.
„Hast Dich schön heraurgeputzt für Deine« t&euMii! Da» »ar schon bet Mühe teert, daß Du da» Stscklschc Famuienerbstuck hervorholst, um einem solchen Gast den Kaffee zu serviere«."
Etine sah ihn scheu von der Seite an. War «f betrunken? „Lch wutzte nicht, baß es Dir nicht rechts ist, wem, ich da» Kaffergeschirr benütze."
„Für jeden, wie'» paßt! Für so «inen Sauernftcf« fei tut’« ein Kafseehafen auch."
Da bäumte sich in ihr etwas auf. Er wollte sie beleidigen. E» war ihr, al» hörte ste bte Das, sagen.; Wenn'» im ®ut’n net geht, bann heißt'? reb’n.
Lhr Körper streckte sich; sie hob stolz den Stopf uni» sah ihm ruhig in» Gesicht.
„Du scheinst wenig Achtung vor dem Stand zu hoben, au» dem Du hervorgegongen bist", sagte sie scharf und schritt auf bie Türe zu.
Lhr Mann stellte sich mit dem Rücken dagegen. ,Dw geblieben!" schrie er sie an. „Wir zwei haben heute noch mehr zu reb’n. Besuche, die mir nicht paffen, dulde tch nicht in meinem Hause, do» merke Dir! E» kann mir nicht gleichgültig sein, wenn meine Frau meine Lbwe» senheit dazu benutzt, um ihre Freunde zu empfangen. Sticht daß ich neidisch wäre, bewahre! 2ch will euer meinen Namen nicht beschmutzt sehen!"
Erst schaute ihn Etine an, al» verstände sie niche recht, wo» er meinte. Dann verstand sie. Ali« dies« Scann, der die Ehre feine» Hauses cor aller Seit in den Kot trat, fühlte sich berufen, Sen guten Renten feer Stock» een Lltenhomm« zu schützen!
„6» freut mich, »en* Du d'ron denkst, d«tz les" Rame und die Ehre eine» Hause» Pflichte» «ufertegMU <äj bin und war mir dessen stet» bervutzt und deniititzs keinen Schutz. Mich schützt mein Frauenstolz und meta« Frauev.ehre. Und wo» ich getan hade, brauch ich nicht zu verheimlichen. Alle» geschah »ffen und ehrlich."
Er pfiff durch die Zähne. „Schone Worte kannst machen; mich aber sangst nicht Damit. Ich geb’ auf solch Faseleien keinen Pfifferling. Den Heiligenschein wollt’ ich Dir gern runter reißen. Du — Du ..." Er stocktet „Du Psbchtoergess'nel" stieß er bann heiser heraus.
Mit zwei kchrttten stavd sie neben ihm. 8c sah, wie da» Blut in ihren Kopf stieg und wieder schitell zurück tn» Herz schätz 8n ihren Augen loderte be* Zern. (Fortsetzung felgt.)