FuldaerZeiturrg
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Fulda.
Serontroortlict; für den ceOauionellen Teil1 Dr. I. Krimer- L für d» Anzeigen: I. Parze Iler-Fulda, yotafioxibrarf n. verlas her ieuldoer Bdietthrurferel tn Fulda- ^emliirefher Tfr. 9 Posftckeck-Kortto 4051 Frankfurt a M-
Dienstag, II. Kyril 1922*
Bemgsptei*: Monatlich 19.03 M. >uaefre8t fee! hu Haas- - Kbgeboli tn der <8«fchäft»st'lle 8,50 St :
Anzeigen: Stltiiieile aa* Seiend (,J0 31t; tuemärt« 1 JWf. Ittfinmtifiif (TtrrkreOel »ach Ctilene'mat t ST er*
49. Zahrg,
Die Welthonfmnz.
Eine bedeutsame Kundgebung des Heiligen Vaters.
Der oberste Friedensfürst der Welt ist leider zu der Zusammenkunft in Genua, auf die sich heute die Augen der ganzen Welt richten, nicht einge- laden worden, obschon sie doch eine Friedenskonferenz darstellen soll. Papst Pius XI. hat es sich aber nicht nehmen lassen, ein väterliches Mahnwort an die versammelten Mächte zu richten. Um allen formellen Schwierigkeiten auszuweichen und die Empfindlichkeiten möglichst zu schonen, hat er sich nicht unmittelbar an die Konferenz selbst oder an eine der beteiligten Mächte gewandt, sondern seine Mahnungen niedergelegt in einem Schreiben a n den Erzbischof von Genua, den geistlichen Hirten vom Konferenzort.
Das Handschreiben des Papstes wird in seinem Hauptinhalt veröffentlicht durch die i t a l i e n i s che Telegraphen-Agentur Stefani. Auch dieser Umstand ist schon bemerkenswert. Wenn der Empfänger des päpstlichen Briefes auf französischem Boden lebte, würde die Pariser Agence Haoas sich gewiß nicht mit der Veröffentlichung bemüht haben; denn der Inhalt des päpstlichen Schreibens kann Lei den französischen Nationalisten kein Wohlgefallen erwecken.
Es ist das erste Mal, daß der neugewählte Papst Pius XI. in einer hochpolitischen Frage amtlich und öffentlich Stellung nimmt. Mit umso größerer Freuds begrüßen wir es, daß er hierbei in so durchschlagender Weise seine Klugheit, seine Unparteilichkeit und feinen Wahrheitsmut bewährt.
Gewisis Heißsporne in Frankreich und Belgien hatten bekanntlich, als die Erwählung des Kardinals Ratti zum Papst gemeldet wurde, den Versuch gemacht, auf Grund von falschen Berichten über dessen Tätigkeit in Polen das neue Oberhaupt der Kirche für ihre Sonderintereffen in Beschlag zu nehmen. Diese Verwegenheit wurde fcfyon bald zurückgewiesen. Ihr wird jetzt vollends der letzte Boden entzogen durch die gegenwärtige Kundgebung des Papstes; denn die bedeutet eine klare und scharfe Abweisung der Gewaltpolitik. Wir wollen mm keineswegs den Spieß umkehren und unsererseits behaupten, der Papst habe in seinen Mahnungen zur Schonung her Besiegten und zum wahren Frieden für Deutschland Partei ergriffen. Nein, der oberste Hirt der Weltkirche soll erhaben bletben über allem weltlichen Parteistreit. Wir beschränken uns deshalb darauf, mit Dank und Hoffnung festzustellen, daß wir Deutsche mit vollem Herzen und ohne allen Vorbehalt jedes Wort des hl. Vaters unterschreiben können.
Als Vertreter des Gottes des Friedens und der Siebe erhofft der Papst von den Abgesandten der Mächte nicht nur Unbefangenheit, sondern auch eine gewiss« Opferwilligkeit im Interesse des Gemeinwohls, was die erste Bedingung für die ersehnte allgemeine Beruhigung sei. Angesichts der allgemein anerkannten deutschen Politik der bestmöglichen Erfüllung dürfen wir wohl sagen, daß Deutschland es nicht fehlen läßt an Opferwilligkeit. Wir wünschen ja nur, daß man von uns nicht mehr verlangt, als in unseren Kräften steht. Auf unsere Leistungsfähigkeit vernünftige Rücksicht zu nehmen, ist das „Opfer", das von den Siegermächten ge- Lracht werden muß und auch ohne eigene Schädi- gung gebracht werden kann.
Der Papst spricht ferner die erste Wahrheit aus, daß angesichts der andauernden Verwirrung nunmehr der Völkerhaß, diese traurige Erbschaft des Krieges, sich auch gegen bie Sieger
Auf Menhammer.
Roman einer Ehe von D. Grn ft berget.
181, --
Die einzige Veränderung mar, daß die Base die Älemmagd wegen eines geringen Streite» boconjogte. Weh ihr der volle Lohn ausbezahlt wurde, war di: Kleinmagd mit der schnellen Kündigung ganz zustieden. Sie konnte es nun wie die reichen Leute machen unh zur Erholung gehen, bevor sie wieder in Dienst trat. Sie verbrachte ihre Ferienzeit bei ihren Verwandten in Sboch.
^chon am zweiten Lag mußte ihr die Lumpen- den alten Schatz der Stockin zeigen.
?? is mei Herr o anderer Kunv wie der," sagte sie Ihn ner^" durst' voll Gold hängen, macht ich
erk^^htou^t‘ e* bc» ganze Dorf, wie e» bei der vcymzenoaa,r».Stinx auf a!tfnl)ammer aussah Beim SÄ”S*"' °w Wir.st.sch, beim Kirchgang - m-mr» nnnh-^r m°n firt)'e zu, daß Oie stolze Stine ein OrP1*‘. glücklich,, geworden war. Ader merk, wur -g. m, einem Schlag halte sich die Stimmung !“r &’* Jeänbert Man sah in ihr nichi mehr J6 ,ln?r 'm Dorf gut genug war sondern
Man sah in ihr nur bQt Kind Oe» Dorfes, 0a» von emem Fremden gekrünki und oernachiafsigt wurde. Hatte r-an un Dorf eine Ahnung gehabt, was die Kathl den Leuten de» R° enwirt, DOn b<t 6ttne and Ihrem nargeiogen hotte. fa to6r, 6te iaml Der dlim, enkundl zum Dorf hinan» gesteinigt worden. Aber >« dumm die Kathl aussah. ba» hatte sie doch bald her- », daß sie hier was andere, reden muhte, wie bei , n Leuten vom «ofenmirt. ftein Sterbenswörtchen ‘«n vom Peter über Ihre Lippen. Nicht einmal an, °'«ten wagte sie t«, wa» sie den Reichmannsdorfer r offen und ausführlich erzählt Hane.
Nur beim Kleinbauern durfte sie «tn Wort mehr lQ0en. Lisbeth hörte das zu gern. So saß fl, denn ®,n ganzen Tag beim Kleinbauern zum ßopfenpflu- £e,i. und wenn die CumpentunOI und die lotenlle *tüj»l». und Hexengsschichten erzählten ernt Me aüc
Eie war schon lang fort und Dtrgeffm, aber ihre Erzählungen lebten unter den Dörflern fort. Auch zum Peter waren sie gedrungen. Seine Mutter hatte ihm davon erzählt. Mit finsterer Miene hatte er ihr zu. gehört. Don dieser Stunde an sand er keine Ruhe mehr. Da» fraß an feinem Herzen.
Seiner Mutter siel es oft aus, wie zerstreut er war. Seit die Stine g'heirat hat, ist er der Peter nimmer, dachte sie. Und sie dachte daran, wie schön es gewesen wäre, wenn die Stine den Peter genommen Hütte. Nur der Schulzenbauer hatte e» verschuldet, daß es anders tarn, und — warum sollte er e» nicht missen, wa» er L
Zeit wieder zu Ehren brachten, wo der Teufel leibhaftig umherging und diesem oder jenem einen Korb voll Dukaten zukommen ließ; roo man noch in mon' Hellen Nächten die Hexen auf dem Besenstiel reifer durch den Schornstein ausfahren sah — dann rückt- Kathl ihren Schemel ganz nahe neben Lisbeth hin und raunte ihr in» Ohr, was sie bei den Ebachern nie sagen durfte. Stur tropfenweise fielen ba die Dold- in Lisbeth» Korb, und die Hopfenrebe, die Kathl in der Hand hielt, machte alle Herzensregungen mit, ohne r gepflückt zu werden.
Kundl und Zotenlies verdroß es, daß Kathl immer mit Lisbeth wisperte, während sie ihre schönsten Hexen- geschichten zum besten gaben. Cie konnten e» nicht verstehen, wie man da nicht tagelang sitzen und zuhören konnte. Eher hätten sie den Kaffee entbehren können, als solche Geschichten Beim Hopfenpflücken. Ms nun gar einmal Kathl die Geschichte von einer Teufelsbeschwörung anzuzweifeln wagte, war es mit der Freundschaft zu Ende. Die Kleinbäuerin sagte der Rutl ganz offen, daß sie solche Leute in ihrem Hause nicht brauchen könne, die nichts glauben, nur immer in gefegter Stube sitzen wollen, wie die großen Herren, und am helllchten Werktag Haare kämmten und da» Gesicht mit Seife wuschen. Das müßte eben ein schlechte, Ende nehmen — denn Hochmut kommt vor dem Fall.
Kathl aber lachte sie nur aus und packte ihre sieben Sachen, um beim Rosenwirt al» Willkomm,« Hopsen- pslückerin einzutreten.
wendet und der ganzen Welt eine schreckliche Zukunft vorbereitet. Dar sollte« die Heißsporne in Frankreich atrt) Belgien m die ernsteste Erwägung jttbett
Ebenso den hochwichtigen Lehrsatz des Papstes: „Der beste Schutz des Friedens ist nicht ein Wall von Bajonetten, sondern gegenseitiges vertrauen und gegenseitige Freundschaft." Lies« Mahnung ist wahrhaft zeitgemäß gegenüber der gegenwärtigen Rüstungsvebatte in Frankreich, wo man dem ohnmächtigen Deutschland die tollsten Kriegs- ßäne andichtet, um die eigene» militärischen Geste zu befriedigen.
Und wie atf-T. rft die weitere Ausführung des Papstes: Wenn man auch von der gegenwärtigen Konferenz die Erörterung der abgeschlossenen Verträge und der Reparationen ausschließen wolle, so scheine dies nicht jeden späteren Meinungsau^ tausch zu hindern, der den Besiegten die schnelle Erfüllung ihrer Verpflichtungen erleichtern könnte, was schließlich auch zum Vorteil der Sieger dienen würde. Damit spricht der Papst in kurzen und kernigen Worten gerade das aus, was wir erstreben und hoffen.
Die verblendeten Cewaltpolltiker werden versuchen, die väterlichen Mohnworte zu übertönen. Aber was der Papft fagf, ist so klar und wahr, so weise und zeitgemäß, daß man wohl erwarten darf, sein« Stimme werd« doch viele zum Nachdenken bringen und somit die weiterr Entwicklung jum Besseren fördern.
Als Ziel seiner Gebete bezeichnet der Papst, daß nach acht Jahren der Schmerzen und Verwüstungen di« arme Menschheit wieder auf den erleuchteten Weg der Arbeit, des Fortschritts und der Zivilisation geführt werde. Di« deutschen Katholiken schließen sich rückhaltlos den Gebeten und Hoffnungen des Stellvertreter, Christi an.
W Milte SKttelittft Md fiitSt
Line Entschließung der christlichen Gerverkschasieu.
Der „Deutsche" bringt den Wortlaut einer Entschließung, die von dem am 8. April in Frankfurt a. M. zusammengetretenen Vorstand des internationalen Bundes der christlichen Gewerkschaften gefaßt worden ist. Sie lautet:
„Der am 6. Kprti 1922 m FrrmKurt a. M. ixr?«#- meite VorftcmL des internationalen Bunde» b:r christlichen Gewerkschaften stellt fest, daß bie Wohftohrt der Gesellschaft, insbesondere die der A r d ei t ers ch af', heute durch bi- aw« dem Gleichgewicht gebrachte Wirtschaft gestört ist — insbesondere durch die UirftaMität der Valuta und Preisbildung, die Unsicherheit des Markte» mrd die Schwierigkeit bes ürternationcken Austausches — war auf der Grundlage eines normalen wirtschaftlichen Zustandes gesichert werben kann. D-eser Zustand tarnt nur verwirklicht werden durch die KitarOeit aller für den Wieden- cuifaru Europas. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es -notwendig, daß die dafür jetzt verantwortlichen und y* ftimitigen Negierungen iti ter n alt i o na(e wirtschaftlich« Verträge abschließen. Unter Wüedi- gtrng bet. Tatsache, daß diese Verträge eine weitgehende Mckwschmg auf die soziale Lage der Arbefterschaft haben, ist sich der Dorstand der iniernotionalen Bundes der christlichen Gewerkschaften gleichzellig "bewußt, daß die wirtschaftliche Wiedergestindüng Europas nur durch die Sicherung des sozialen Friedens, durch die Herstelkunug des Gleichgewicht» zwischen allen wirtschaftlichm Kräften, durch die Achtung der Rechte und die Etftlllrmg der Pflichten atter in btt Produktion Beschäftigten herbeigeführt werden kamt. Gestützt hierauf erhebt der Vorstand bee Internatic-nolwt Bund«» der christlichen (3«verk-
verschuldet hatte? Warum wollte e» ihm niemand sogen, wie es mit der Stine war? Nicht einmal die Christin getraute sich da». Sie aber wird sich das getrauen; sie wird vor ihn Eintreten und ihm ins Gesicht sagen. Du hast Dein und mein Kind unglücklich gemacht!
Einmal tarn der Peter zu Mittag vom Felde heim, und als er mit der Mutter bei Tisch saß, sagte er ihr, daß er am nächsten Tag in die Stabt wolle. Der Mutter siel das nicht weiter auf. Das war schon öfter vor- gekommen, daß er in der Stabt zu tun hatte.
Am nächsten Tag beim Tagesgrauen verlieh Peter bas Dorf. Seine Mutter stand unter der Türe und sah ihm nach. Weich' hübscher Bursch chr Peter war, wenn er seine Sonntagskleider an hatte! Niemand sah ihm da den Dauer an. Und wie sorgfältig er sich ge. waschen und gekämmt hatte — just als ging er zum Freien! Aber das hätte ihr Peter gar nicht nötig, fortzugehen, wenn er freien wollte! Die Mädchen vom Dorf freiten ja selbst um ihn Nur tat er, al» merk» er es gar nicht.
Ueber dem Dorf draußen stand ein kleine», einsame» Häuschen. Das war das Armenhaus. Ein alter Schäfer und die Lumpenkundt wohnten darin. Jede» hatte ein Stübchen für sich. Dem alten Schäfer sagte man allerhand Künste nach. Zu dem wollte bie Schmledbäuerin gehen. Wenn ber für den Peter kein Mittel wußie, daß er die Stine vergaß, bann mußte sie jede Hoffnung auf eine Schwiegertochter und Enkelkinder begraben.
Al» sie zu Vern Alten tn» Zimmer kam, saß er mit der talten Pfeife Im Munde tn einem alten, schmutzigen Lehnstuhl. Draußen schien die Herbstsonne warm, aber er hatte die Fenster fest geschlossen. Und weil er fror und fein Holz für den Winter sparen wollte, hatte er feinen alten Schasermantel angezogen und die Fähe in plumpe Winterschuhe gesteckt.
Die Schmledbäuerin setzte sich zu dem Alten unb vertraute ihm alles, was sie drückte. Der Schäfer lachte überlegen und klopfte ihr vertraulich auf die Schulter:
.Schmiedbäuerin, feil i» mei wenigste Sorg, daß ich Such do net heif'n könnt. Aber Vollmond muß sei!"
Da ging bie SchmieObäuerin befriedigt wieder Helm unb tat ihr« Arbeit. Sie freute sich auf den Vollmond.
schäften fotaenta Forderungen: 1 daß btt Regierungen sich in Genua beim Stadium unb beim Abschluß bet Verträge leiten lassen von den Gvmtblötzen der ch r i st- lichen Gerechtigkeit unü> Siebe; 2. daß sie be- falbe:» Bedacht basouf nehmen, eine Siatzilisie - run , der Valuten zu erreichen tnrb die $owfuerr« traft der Bevölkerung in den verschiedenen Säubern ,u heben und e u » , u g l e I ch e n,: daß die ÄMi<Uießen. de« Verträge weder mittelbar noch unmittelbar die wohl- erworbenen Rechte Net Arbeiterschaft fthädlgen bürten, insbesondere nicht die Rechte, die bei der Gründung der mtrrnsiionalen Drgomfatioit ber Arbeit m Titel IS be» Versailler Vertrages sestgetegt worden find: 8 daß bie Regierungen sich bei den vorzmwhmendm wirtschaftlichen Maßnahmen van den berufenen SSerlrtfem bet oerschie. beiten «I r b e i io r o r fleutfc i i s n«* '»11 es» u faße».“
Genus, öle UonserenZftM. SpozialLericht des Vertreters bet »tb. in Genua.
Sei herrschen, Somrenfchem und fommsrlicher Wärme «npfängt die «ichgeschmücktr Stadt dft zahl- loser, Gäste, »it bie europäische Wirtschastskonferenz bilden und mit mehr oder minder guten Reden bereiten sollen. Für chr« Aufnahme und ihre verufrarbeu ist da» möglichste geschehen, aber noch cst »lies im rotrrts D^rcheünxcher und die BsrlM-mjje begtnnew sich erst langsam zu klären.
Die amtliche italftnische Welt trat Samstag mittag beftn Empfange Lloyd Georges feierlich in Äe Er- schemung. Der Andring der Bevülkercmg mar nicht übermäßig und die Begrüßung zeigte nicht allzuvist von südlicher Lebhaftigkeit. Ader die ganze Stadt scheint in freudiger Erregung der Dinge zu harren, die da kommen und ein neues Blatt in den geschichtlichen Ehren- kromz ®enita6 tinfügen sollen. Die 700 Journal ist«, au» aller Herren Länder sind schon ziemlich vollzählig «„getroffen und in der Casa bi Stampg, dem Presse- hmrfe, zeigt sich das Leben und Treiben ein«, Bienenkorbes. Di« deutsche Delegation wird Sonntag erwartet. Der Pressechef der Reichsregierrmg mit seinem Stade ist oder schon seit einigen Togen hier. Di« Deie. Lation selbst wird im Ebenhotel und im Bavariahotel «bsteigen, während bie vertoeter der deutschen Press« in der Hauptsache in zwei Journal^tanhüu-ern am Strand« unterg-dracht worden sind.
Die politische Stimmung ist etwas skeptisch, oder man ist sich auch llar darüber, daß die Arbeit von Genua nicht verloren zu sein braucht, wenn sie auch nicht unmift^bar gwifba« Ergebnisse zeigt- Die Sütfgabe e n« Bchremng der Welt von den zerstörende« Rach- wirktmgrn des Krieg« und der Fr-edensbiktotr ist ja so uibgeheuer groß, daß die an und für sich nicht mit einem Schlage gelöst werd« kann und daß « schm, »ich!» Geringer ist, auch nur einen ersten Schritt yj ihrer LHiMg zu machen.
Gberschlesien.
C1*e Ariuenexplosio«« in Gieiwitz.
BÄ einer durch französische Trupp« vvrge- rwmmezre Sache nach Töaften auf dem Hütbenftredhof in Gfawitz ereignet« sich eine gewaltige Explosion. Dir Leichenhalle und eine Gruft würben m die Lust geschleudert. Apo-Beamte übernah rr«n die AuftällimmKS- arbeiten. Auf Anordnung des Kreiskontrolkcurs wurden alle Kinos unb Thcat« geschlossen. Mit der Ler- hätrArng bet Belagerungszustand« wirb bestimmt ge- rechnet.
Bon authentischer Seite wird fotgorsbe SchÄdentag ixe Exptostanstmgtück, m lstleiwitz gegeben: Al, aus dem Hüttenfriedhof französische Besatzungstruppen «, einer alten Gruft nach Waffen suchten, stießen sie «st Minen, die in die Lust flogen. Dabei sind 15 Franzosen getötet und 10 schwer verl« tzt Ein« Abordnung der alliierten Besatzungstruppm begab sich an dir Unsallftefa zur Untersuchung des Lutdrstcmde«.
Ksr dem besetzt-n Gebirt.
fpd. Verschärfte paßkonlreüs. Satt umgen Tagen wird an Neu U-bergang»stellen tn **s trl^ie Gebiet bie PaßkontrsSe in schctrser Weite «ueaeübt. Nicht mir daß Offiziere Stichproben SN >en Sahnsiften oerwehwieN, sondern auch Gendarmen fiSew liefe Tätigkeit «u». Nuch ouf den Landstraßen werden »letfach bie Bmbatrfe unk Fuhrwerke unoermutet Ungefalben Metz »ech ihren tfus» weifen gefragt.
fpb. vnflSfach, le» »»«ckkwchO« SchÄc-s-stes. 9« Wfaärgefängris 'm Ä • 11e 8T auf taten NesM bw omeritandsthk« Dbertomemtafas «taslöst eeifax Dis Zwllgetang-nen wetten fas beutfaew D-tzsrtxu St«»- »eben. Die Strofanffat fettet int* alle» fattschr S^en- tam wirb fa beuischen Behbrv- zmttck^^ben. Sfa, Monrog ab wert«» alte nein* AistßrtsefaNte« fa» deutschen V»hört>«n susgrtüfart.
Die CagURg -er BeamteirhML-s.
tz« tzer 8‘am<tsg#ft§urg der tefitn«, über ite hier schsn mehrfach berichtet wurde, gab der Versitzende btt Reichr-Eewerkschafl btt 8itenb»hn«r, Menne, im Rsmen dieser Gewerkschaft, der Reichs« postgewerkschafr, be» Tentschen 35ea*,ie«ifa«>r* itwb «och em'.ger ouverer O'ganisationeA felgentr Cr- kiärung ab: „Wir stnv tzereit, an der Klarrnlz bei tage im beuifdjen B au.tenbund weiter mtchnarbei- ten und unk such an ben AuSschntztzerarmtA-m »m« läufig toeiter$ubeteilißen."
Dann stellt Schneider von bet ffleichrp«»sttz»Ert« schüft den Antrag, dnj sich du Bermmmlung mft den Entschliehungen deschäftige, iu ben«x »ert«K«t wird, bag die deutsche Beamtenschaft ihre Leiidacirrt mit den gemaßregelten EiienbahnerM zum An-errwk tringt. Darauf werden die verschchfanen Entschließungen verlesen. Die Seltdaritittzerklt» rung für die Gemaßregelten wurde ein st im miß. der Beschluß', eine Psicchkumlsqe im Interesse tzer Gemaßregelten im Deutschen Beamte«tznntz xu «rheßne. mit großer Mehrheit angenommen.
Tie vom Satznngraurschuß vorgslegte» «euex Satzungen fanven Annahme. Fn K 1 teiri» erneut betont, daß bex Deutsche veamkenbllnd fae Aufgabe habe, unter Wahrung parteipolitischtt nxb konfessioneller Neutralität bie rechtlichen, wirtschaftlichen und berufliche« Intereflen seiner Mit- pltebet zu schützen und zu fSidern. Ans Axtrag detz ReiÄSverbandet der Pslizeibsamten lst tx den Satzungen autdrüSlich festgelegt worden, daß für die Beamten der Holitz« der Tlretk ix keiner: Form möglich sein könne.
Einstimmig wurde zum Schluß eine «tHiiruxM angenommen, in der gegen wucherische Preiserhöhungen proiestieri wird. V4 werd weiter eix» gerechte Verteilung der Gtenerlastex »erlangt, b»x Regierung und Parlament sowie allen Berwallunz« und Volltugtzorgünex ein entschirüene» Borgetzex gegen Wucher und Schiebertum, Kapital- uxtz Sieuerflucht gefordert. Schließlich ferfart der vundr-tag Beitzehaltunz und Ä ulbeu de» Umlageverfahren» für Getreide uxb Six - sührung de» Umiageverfahrrn» für Katz- ivssein.__
Deutscher Reich.
* NrichStaardiszjpim. Der SeichSstksrb-iuuus- au»schuß de» Reichstags Hst btt zweite Seiung »ec Revision der Geschärtssrdnung beendet; die neue Geschäftrorbnmtg soll sofort nach dem Wreberpr- sammentritt de» Reich»iag« nach Ostern im Vlenu« beraren werden. Urner den neuen Bestimnnrniew find die folgenden al» wesentltch hervorzuhetzox. Die Redezeit wird auf V» Stunden tzemessex. Die Ltiziplmarmittel werden dadurch verstärki, daß fat Zuwiderhandlungen c^egeu die Geschäftsordnung im ersten Falle ein Diäienabzug von fünf Tagen,
An demselben Nochmittc/g wurde im Hacispiatz tzeim Rvsenwirt Hopfen gepflückt. Wer auf ber Scraß« vet- überging, Odeb stehen und sah dem Treiben zu, unb die Gäste, die zum Bier tarnen, wären »st lieber Im Hausplatz neben den luftigen Hopfenpflückerinnen ge» festen, wie tn der Dirtsstube weben ber dicken Rosew« rvirtin mit dem Kropf.
Was beim Kleinbauern in Ebach die Teufels- und Hexengefchichten waren, das waren beim Rosenwirt die Lieder, wenn die schwarze Kathrin und Kathl und Anne, meig mit ihren hellen Stimmen den „alten Peter" oder „Wir sitzen so ftöhllch beisammen" oder „Süll ruht dir See" fangen uno Hanne» wie eine Baßgeige die Begleitung mitbrummte. Das hielt die Leute bei der Arbeit beisammen. Zuhörend oder mitsingend pflückten fis alle eifrig weiter.
Plötzlich sprang Kathl aus und lief vor die Haustür«. Sie warf in der Eil, ihren ganzen Korb Hopsen um, daß bie Dolden mitt* unter ete abgepflückten Rede» fielen.
Der „alte Peter" kam darüber rn» Wanken, weil «Sc neugierig die Hälfe nach der Kattzt fit »dien. Selbst Hanne» unterbrach («Ine Begleitung, ebmotzl bet „tito Peter" fein tii«bling»lieb »or.
„Kaiht, Suber, *eu«iert|'»l Gleich gehst fae uw» suchst Dein Hopf'» z'fainm! schrie er, um bann schnell wieder eüizufallen: „®e lang bie grüne Sfar durchs Münchener Stabt noch
Da kam die falhl eon der Strafte fareingefbürgt: „Der Slockin do* Hlt'nfammet ihr alter Schatz i» oers übergegangen, wenn ihr ihn seh n wollt!" rief fte
3e(jt war e» um den „ölten Peter" geschehen. Nie bie wilde Sagt) stürmte alles ver die Haustüre; «See voran bie (chwarze Kathrin. Die Strafte hinauf ging ein frember Kann; es »ar ber Peter vom Schnei»tz» dauernhof in Ebach.
Di« Kathrm ärgerte sich, faß si« ihn mir iem MM« sehen tonnte; sie hätte zu gern gewußt, wie er «nefeft. .Dumm'» Liibe», etzt roe «r eerbfi i», sag»'»! Htzst» eher g'sagi daß wir ihn osn »ern e g feftn’x tzübt'x"» sagte sie Lr-vrüch. „Wo er nrr tzingetzi?"
Gsclfttzung jchglli