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Amklicher Anzeiger für den kreis und die Stabf Fulda.

Nr. 82.

öerantoortli® iür btn ceOaatonetten Tri!» Dr. I. Kramer« " für bit Sinken: I. *arxeH«r-gt!iba. 5 Rotationsdruck n. Verlas der milbaer Actlendruckeret in Fukdo ^erninreider Nr. 9. Pvfttckeck-Kon'v 4051 Frankfurt « M-

49. Zahrg

Samstag, 8. April 1922

Betuascreis: Monom» 10.00 M. zuaesielli frei ins Haus-

- 1 * * * 5 * * 8 Abqedol' in der GeschSstsstclle 9.50 Bit.

ämriaen: Kiernzei', nachTotevtt 1.20 BW.; ausmärfs 2 Btt.

e f i « m e s e f' » fiitrVneW na» Colone maß S Btet?.

Um die Gleichberechtigung der Bekenntnisschule.

Uultnrpottschez wetterleuchten.

UnserSchalsonntag" war wirklich zeitgemäß. 8m Ausschuß des Reichstages jür Bildungswe^n ist. w« wir g.stern schon kurz mitteiiten, der 8 1 des Reichs- schulgesetzes zur Beratung und Abstimmung gekommen, roobri sich criies auf die grundlegende Frag« zuspitzte, ob die Bekenntnisschule gleichberechtigt sein soll ne­ben der Gemeinschastsschute und der bokenmnisfreien Schule.

Dir ElerchbrrechtiMMg der drei anerkannten Schw­arten hatten wir bisher als selbstverständlich betrachtet, da nur auf dw str Grundlage ein friedliches Verhältnis zwischen Len Vertretern der verschiedenen Wsitonschau- ungen möZlich sei. Nun behaupten aber d i e Links­parteien, durch dasKompromiß" von Weimar fei die Gemein.!chastsschirlr (Simultanschule) alsRe. fiel" anerkannt und durch die Verfassung als solche be» {tätigt war dm. Das ist offenbar eine irrtümliche Aus- legurrg der ersten unklaren Verfassungsparagraphen. Das Zentrum Hal dem damaligen Kompromiß mir zu- Mstimmt in der Voraussetzung, daß die Vekenntms- ichule nicht zurückgefetzt oder verdräng werden sollte durch die beiden anderen Schularten.

Es waren drei Parteien an dem AusScich von da­mals be:<riliyt: die Sozialdemokraten, denen die be- kenntnissreie (weltliche oder religionsiose) Schule beson­ders am Herzen lag, die Demokraten, die für die Simul- kanschuLr sch wärmen, und das Zentrum, das die Bekennt- msfchrcke nach Möglichkeit zu erhalten und zu pflegen suchte. Bei dieser Dreifpalligkeil der Ansichten und In­teressen war die gebotene Lösung, daß man den El­tern die freie Wahl unter dm drei Schularten offen hialt. Das Elternrecht wurde zur Grundlage der neuen Schulordnung gemacht. Dieses natürliche und ausdrücklich verankerte Elternrecht würde aber wieder im Keime erstickt werden, wenn «ine von dm Schul­arten alsRegel" hingeftöllt und den anderen beiden Schulen nur ausnahmsweise Raum gelassen werden

Immer deutlicher trat zutage, daß gewisse Landes­regierungen und manche Stadträte die Gelegenheit aus- nutzen wollten, um die Simultan schule an Stelle der konfessionellen Schule einzuschieben. In der Klausel vomgeordneten Schulbetrieb" glaubte man eine Hand­habe zu finden, um verhindern zu können, daß in einer konfessionell gemischten Gmeinde sich mehrere Schulen verschiedenen Bekenntnisses bildeten. Gegenüber diesen Mißdeutungen u. geführt. Bestrebungen mußte durch ein Reich sschulgesetz Klarheit und Rechtssicherheit ge- schafft w.rden. Das Hal neun der vorbereitende Ausschuß des Reichstages in dankenswerter Weife angebahnt durch seinen Beschluß zu dem grundlegenden § 1. Dort Ml klipp tmb Kar bestimmt werden:

Die Volksschulen sind entweder Gemrtnschafts- Uulen oder Bekenntnisschulen oder bekenntmsfreie Schub:n. Den dwi Schularten dieses Gesches ist geben $ m ä & 9 frei« Entwickkungsmöglichkeit zu

Das Zerckrum hat diesem Paragraphen der Äeich- berechtigmig zugestimmit, obschon es aus guten gründ- »ätzlrchen und historischen Gründen ein Vorrecht für die B kenntnisschulen hätte fordem können. Dieses Opfer im Interesse des Friedens wird ober schlecht ge« <lohnl, wenn die Linksparteien fottfahren, untere Be­kenntnisschule zu bekämpfen und Gewalt oder List die Simultanschu!« oder gor die weltliche Schule den katholischen Kindern aufzudrängen. Dann kann es keinen awfbaucnben Frieden geben, sondern nur einen bitteren und gemcinichädlichen Kampf um die Scrt- dss Nachwuchses. '

Nun sagt man, das Zentrum habe di« K o a l i t i o n gebrochen und habe den Beschluß des Ausschusses durch-

Huf ätterrhammer.

Draußen ging eine Tür, und gleich darauf hörte «an schwere Tritte. Stine hörte, wie das Wohnzim­mer geöffnet wurde. Da eilte sie in die Küche, um das frühstück für ihn zu richten ...

Die Base Halle recht,- so durfte es nicht weiter gehen. Alles, was die Alte gesagt, das hatte schon lange irgend­wo In ihr geschlummert, und als es die Base beim Romen nannte, war es erwacht.

Stine öffnete die Türe, die von der Küche in das Wohnzimmer führte. Als' sie eintrat, stand Christian Bor der Uhr und zog sie auf. Er drehte sich nicht um, als sie grüßte. Brummend erwiderte er ihren Gruß.

Sie trat an den Tisch und stellte das Frühstück »recht.

Komm', Christian, laß' den Kaffee nicht kalt wer- "Etz." Sie hatte auch für sich eine Tasse ausgestellt. f . Er drehte sich um. Ein mißtrauischer Blick streifte I 'Ne Frau und den gedeckten Tisch. Das war schon *n8e nicht mehr vorgekommen, daß sie auf ihn ge-

°rtet hatte, nach einer durchschwärmten Nacht.

r fetzte sich und sah zu, wie sie den Kaffee eingoß. er ihr verändertes Wesen nicht zu deuten.

.. e öwang ein Lächeln auf ihre Züge. Sie setzte xt)m gegenüber, frug nach diesem und jenem und

Tie 0ar nichts gewesen.

, ®C U«,e Antworten, trank hastig und erhob sich von seinem Platz. ' 1

Stine sah ihn fragend an.Hast Du's so notwen- big?"

Er nickte.Sch muß »ach den Leuten sehen, es ist schon spat.

Dann ging er hinaus und rief der Kleinmagd, daß sie ihm die Stiefel fürs Feld anziehe.

Stine hörte dann ein lautes, kreischendes Lachen. Da zog ein Schatten über ihre Züge hin. Die straffe Haltung ihres Körpers schwand mit dem lächelnden Zug in ihrem Gesichtchen. Heiß flieg es ihr ins »lie­ber mühsam zurückgedämmte Groll flutete in ihr Herz \ zurück und erstickte die guten Vorsätze. Sie sah wieder all die dunklen Schallen, die verdüsternd über ihren i

gesetzt mit Hilfe der abseits stehenden Deutschen Volks» partei und der oppositionellen Dmtfchnationalen. Dem­gegenüber ist festzuhaücn, daß cs sich hier nicht um eine Machtfrage, sondern um dne Eewissenssrage handelt. Die Eltern, die den genannten beiden Rechts» Parteien angeboren, werden durch ihre politische Ge­sinnung nicht in thron Elternrecht geschmälert. Wenn die Mehrheit der deutschen Väter und Mütter auf dem Standpunkt steht, daß ihre Kinder in der Schule ihres Bekenntmsses am beften erzogen werden, so dürfen dir Demokraten und Sozialdemokraten ihre MachistÄlung in der Koalition nicht mißbrauchen zum G wissens- zwcmg. Und sie können ja auch leicht die gebotene Rück­sicht nehmen, da niemand ihrem Schulidec^die Glsich- bnochtigung versagen will.

Wir aber müssen alle Kraft zufammenn-hmen, m die religiös-sitLiche Erziehung dar kalhollschm Kinder in der BeSnmtnisschule sicher zu stellen. Also gilt es, die Anregungen vom Schulsonntaq in Taten umzufetzen durch Anschluß an die katholische Schulorgamsatian und durch energische E-ottendmachung des Eiternwlllens in allen Gomeindm und in cKen Schulverbänden.

Es gilt, die Seelen unserer Kinder zu retten. Da darf man Muhen und Opfer nicht schauen.

-- - EW-...

Deutscher Reichrtag.

Frauenfragen.

Am Donnerstag wend« zmächst ein Gesetz A»i tte Regelung der Einfuhr in allen drei Lesungen an­genommen» wonach anstelle des bisherigen Reichsbevvll- machtigten die Zollverwaltung mit den Befugnis­sen bar Ueberwachimg der Ein- irr» Ausfuhr gesetzt wer- den soll. Desgleichen wmÄe in ollen drei Lesungen an­genommen ein Gesttzentwuns, wonach die S o 3 i a I g c « fetzgebung im 6 cargebiet auf dem Verord- mmyswege durchgesührt werden soll. Der Gesetzentwurf zur Aendemng der Verordnung betreffend Sicherung der Fleifchverforgung, wonach die Beseitigung der Schlußscheine im Diehhandel vorgesehen wird, wird in zweiter und dritter Lesung angenommen, ebenso ein Gesetz, noch dem die Verhältniswahl für die Krankenversicherung-Vertretungen vorge­sehen wirb.

E- folgt b6e zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Heranziehung der Frauen zum Schöffen, und Geschworenenamt. Eo wird boivu ein Antrag an­genommen, baß wenigstens ein Schöffe ein Mann fern muß. Das Gesetz wird hierauf m Pveiter und dritter Losung mit großer Mehrheit angenommen.

Dos Gesetz über AuHelmng des Schaumwein- neuergesetzes und Unterstellung des Schaumweines unter die Weinsteuer, aber mit 30 Prozent des Steuerwertes wird m erster iuti> zweiter Lesung, ein An- trag, wonach die Krankenkassen statt ärztlicher Be- haMung evtl. bar« Leistungen zu gewähren haben, in allen drei Lesungen ancewnrmen, ebenso der »orfäufine Handttlsrerttog mit Iuyvslcwten in dritter Lesung.

Die weitere Beratung des inneren Etats brachte eine Aussprache über die Frage, ob di« mtcheftche Mutterschaft der Beamtinnen als CiMrsiung-gründ zu betrachten ist oder nicht. Die f o z i a li st i s ch e »'Parteien, 8«ig« verneinen, sahen sich einer richtsozialistischen Adwehrsront gegenüber. Namentlich die Frauen «ms der 3!"/ '"ms Patt ei verteidigten die Würde und Hei- !igk<nt der E h«. Cs kam zu lebhaftem Meimmasau«- teuich mft dem Creekmis, daß bte eingebrachte Enttchlie- mmg ber Sozialisten, di- in der unehelichen Mutterschaft der Beamtin feinen Enttassirngsgrund scheu will, mit ge- rnaer Mchcheit abqelehnt wuide. Ein bemofrtt- tischet Antrag, bis weitere Verwendung der Beamtin von tM zu Fall zu prüfen, würbe bem Rechtscuislchnß über- wtes-n.

ioeim Haushalt für die besetzten Gebiet« schildert der Abg. Korell (Dem.) die Leiden der Becotte- rttng dieser Landesteile. Der Etat wird bewilligt.

Lebensweg fielen, den sie gehen mußte, ob auch spitze Dornen und Steine ihr die Füße blutig rissen. Was hatte sie in diesen letzten wenigen Monaten doch alles lernen muffen, sie, die stolze Tochter des Schulzen- bauern, der ein ganzes Dorf zu Füßen lag. Eine w-lde Sehnsucht packte sie. Wenn sie doch cinmc zurück konnte. Wenn er es wüßte, der Vater, wa-> aus feinen Berechnungen mit dem vornehmen Schwie- gerfohn geworden wart

Sie legte den Kopf in die H->nd und starrte auf das bunte Gewebe bet Kaffeedecke, als müßte sie all' die kleinen Blättchen und Blüten an dem roten Blumen- gewinde zählen, die ihr Auge auf die Decke bannten. Dann riß sie sich auf einmal los. Sie warf den Kopf zurück, als wollte sie etwas von sich werfen. Mit festgeschlossenen Lippen ging sie in die Küche an ihr« Arbeit.

Währenddem faß di« Safe in ihrem Stübchen und überlegte, was sie nun tun wollte. Ein Menschenalter lang war sie nun auf Altenhammer. Sie hatte schöne Zeiten da verlebt, und nun wollte sie fort von dem Ort, für dessen Wohl sie die Kraft ihrer Lebenssahre verschwendete und an dessen Gedeihen sie noch heute mit allen Fasern ihres Herzens Hinz. Sie dachte an das Versprechen, das sie Christians sterbender Mutter gegeben hatte:

Solang a Stock auf Altenhammer is und ich noch fchnaufn kann, geh' ich net fort." ' So hatte sie ge­lobt, und die Frau war ruhig hinübergeschlummert.

Warum denn wollte sie fort?

Wenn sie zwanzig Lahre zurückdachte, was war da j der Christian für ein netter Knabe gewesen! Wie lieb hatte sie den Buben gehabt! Einmal, als er krank am | Scharlach war, hat sie Nächte lang mit seiner Mutter : gewacht und geweint und gebetet. Mit heißen Ver- ! sprechungen hat sie damals Gott bestürmt, daß der i Bube am Sieben blieb.

s Sterb'n und 's Armsein is das Schlimmst net," ' hatte Christian- Großvater immer gesagt.Wenn der ! Mensch »er fein Ehr' und fein gut'n Nae erhält, des is die Hauptfach!" Was würde der jetzt zu dem Tun \ i«uw Enkelsohnes sagen?

Bei Fragen der allgemeinen Kulturpolitik beantragt Abg. Frau Maß lD. Dp.) eine besondere Berücksichtigung des Grenz» und Auslandsdeutschtums im Schulunterricht sowie eine Denkschrift über den Stand der hauswirt­schaftlichen und hausmütterlichen Ausbildung des Mäd­chens, ferner die baldige Vorlegung eines Neichsspielplatzgesetzes und Forderung von Jugendwandern und Jugendherbergen. Die Einführung der" Schüler in den Versailler Friedensvertag sei not- wendig.

Die Anträge des Aussch 'ffes und die Anträge der Frau Matz werden angenommen Gleichalls angenom­men wird der Antrag Löwenstein (U. Soz.), die ehe­malige VI l d u n g s an st a l t 2 i ch r e r f e l d e um­gehend wieder unter Reichsleitt-ng zu stellen und sie zu einer Aufbauschule nach zeitgemäßen pädagogischen Grundsätzen auszubauen. Weiter wird der ^'»schuß- antrag, nach dem in den Abschlußklaffen aller deutschen Schulen eine Einführung in den Versailler Vertrag erfolgen soll, angenommen; gleichfalls an­genommen wird ein Antrag, bei den Ländern auf eine Einführung der Pflichtfortbildungsschule für Mädchen einzutreten und auf sie hinzuwirken. Annahme findet auch ein Antrag auf Nachprüfung des Licht- fpielgefetzes.

Beim Medtzinalwefen wird eine Entschließung bean­tragt, die Auskunft über die Wirkung des amerikanischen Alkoholverbotes verlangt.

Abg. Lelchk (Bayer. Dp.) warnt dringend davor, den Antialkohol-Anirag anzunehmen. Er würde di« baye- räche Volksseele zum Kochen bringen. (Heiterkeit). Abg. Mumm (Dnat. Dp.) und Abg. Dr. Fick (Dem.) treten für den Antrag ein.

Der Präsident des Relchsgefundheitsamtes, Bumm, berichtet dann über die Tätigkeit feines Amtes.

Nächste Sitzung: Freitag. (Weiterberatung)

prsutzischer LandLag.

Dr. Skemmler-Ems über die Domänenwirlfchafk.

Ehe man in der Sitzung am Donnerstag mit der Wei- terberctemg des Haushalts der Domänenvenvaitung wei­terging, wurde in zweit« mrd dritter Lesung der Gcfetz- eniaxMf betreffend die Abänderung des § 101, 2 des all­gemeinen Berggesetzes für die preußischen Staaten ange­nommen. Bei der Beratung zur Sleuregthmg der Gren- gen von B e r grv erksfeldorn erklärte Ha^dels- minifter Sie ring, Soff der vom Ausschuß an gefügte Ab­satz 2 verfassungswidrig sei. Es wurde eine neue Fas­sung vvrgeschlagen, um diese Bedenken zu zeistreuen mtb deswegen ging die ganze ißorface noch einmal an den Ausschuß für Handei und Gewerbe zurück.

Der GesetzeMwurs, der die Mittel zur Förde­rung des Wohnungsbaues um 15 Millionen erHShte, wurde ohne Debatte angenommen.

Dann setzt man die zweite Bera - ung des Haushalts der Bomänenoerroaltung fort. In einer groß angeieg:en Rede leitete der Sentrumsabgc- ordnete Dr. Stemmtet wieder die Berhandkunoen über die­sen Gegenstand ein. 3m Namen der Partei sch' er sich der Forderung des Staatsrates an, daß das Ministerium in Kürze eine erschöpfende Denkschrift über den Besitzstand an Domänen und Dorwerken herausgebe, um auf diesem Wege den Domänenhaushalt beurteilen zu können. Er drückt« auch sein Erstaunen darüber aus, daß Domänen früher und setzt unter eigentümlichen Umstän­den verpachtet worden sind. Er forderte, daß die Derpachrung allenthalben öffentlich geschehen müsse. Do der DomänenverwallAng eine Reihe von Kurorten unterstehen, forderte der Redner, daß die preußischen Bä­der in vermehrtem Maße den Sozialversichertrn und den SRinberbemitte'ten mst Einschluß des Mittelstandes dienst- harr gemacht werden. Seiner Forderung, daß die höheren Einnahmen nicht auf Kosten der Einrichtungen dieser Bä­der gemacht werden, muß man erst recht beistimmen, denn man weiß, daß manch« dieser Bäder sich in einem ge­radezu unwürdigen Zustande befinden. Dann flam Redner auf einen kulturpolitischen Gegenstand mit religiösem Ein­schlag zu sprechen. Es handelte sich irm bi« Wein­dom ä ns Eberbach, einem ehemaligen Zisterzieitter- Köfter. Die Zisterzienser und ein großer Teil der 3e= oöl-fewtfl im Rhe'mgau hatten den Wunsch geäußert, die halbverfallen« Kirche und den Kreuzgang wieder seinem ursprünglichen Zwecke zuzuführen. Der Minister habe im

Wenn ich fortgeh', wird"s damit net besser in Altenhammer", sagte sie sich.Schlechter aber wird's werd'n, wenn dem Christian gar niemand mehr die Wahrheit zu sag'n traut."

Rach dem Essen, als Christian in den Hof ging, um in die Stallungen zu sehen, ging sie ihm nach. Er tat, als sähe er sie nicht. Aber als er die Türe zur Fut­terkammer öffnen wollte, legte sie ihrs Hand auf seinen Arm.

Ich geh' net fort, Christian: ob's Dir recht is ober net, ich bleib! Ich hab's der Mutter selig fest ver- sproch'n, und was ma an Tofn verspricht, bas muß ma halt'n. Du müßtest mich denn mit Gewalt von da certreibn Lohn aber nehm' ich kein mehr- an von Dir, denn baß ich auf Altenhammer bin, des is net Deinetweg'n und net zur Arbeit und net ums Geld, s is der Tofn weg'n und weil . . . vielleicht . . * Sie zögerte, bann stieß sie hastig hervor:Die Stock müffn ihr'n gut'n Name b'halt'n, Bo brüber will ich wachn, so viel in meiner Kraft steht!"

Rasch und trotzig und stoßweise tarnen bis Worte aus bem Munde der Alten, und ehe Christi_ etwas erwidern konnte, war sie davongegangen.

5. ,

Die Ernte war in vollem Gang, und es wimmelte in Altenhammer von fleißigen Händen. Weil die eigenen Dienstboten nicht ausreichten, tarnen alljährlich arme Leute von Reichmannsdorf, die um Tazelohn die Ernte einbringen halfen. Das währte von der Heuernte an, bis der letzte Kartoffelsack vom Felde daheim im Keller war und der Hopfen zum Trocknen auf den Böden ausgebreitet lag.

Wenn die Safe frühmorgens vor der Arbeit den Leuten das Frühstück gab, wußte sie alle Neuigkeiten der ganzen Umgegend. Nicht selten tarn es auch vor, daß ein Arbeiter von Reichmannsdorf eine Einladung vom Rosenwirt an den Herrn Stock auszurichten hatte, und damit an die Safe geriet, weil der Herr oft tagelang auf dem Felde wenig zu sehen war. Diese Einladun­gen blieben bann immer unbestellt.

Der Rosenwirt aber schimpft« seine Frau aus, daß sie bi« schwarze Kathrin immer nut auf bas Feld schickte

Ausschuß ssdoch ertlärt, Eberkxicki sei die Krone des staat­lichen Weinbares, die Anlagen dort seien vorbildlich mA anderswo nicht herstellbar. Er wolle den Mönchen ein Kloster in Schlesien LLerweisen. Der Redner wies bte Einwände des Ministrs zurück, indem er ihm die Forde- nma dar KrmstfachsasiäMgen «ttgegenhMi daß das Kloster, um es zu erhalten, in seinem. Knrrstwerte. seinem setzi-ren Zwecke enrtogen werben müsse, daß der Einzug der'Mönche ben Weinbau nicht geföhnten werde, daß aber bas Verhalten des Ministers für die Katholiken ein Schlag ms Gesicht sei.

Dann begannen die Abstimmungen über den gesamten landwirtschaftlichen Haushalt, der im großen und ganzen angenommen wurde und man vertagte sich auf Freitag.

Noienw^'hse?.

Die Jragc dec Schutzpolizei.

Der Reichsministsr des Auswärti­gen hat am 5. April an General Rollet ein Schreiben in der Polizeifrags übermit­telt, in dem es u. a. heißt: Schon vor Eingang sei­ner Note vom 23. März habe die deutsche Regie- nmg sich veranlaßt gesehen, die Frage der Ord- imngspolizei den alliierten Hauptmächten zu unter­breiten und dabei ersucht, die schweren inneren Ge­fahren zu berücksichtigen, die für Deutschland aus einer Schwächung der Schutzpolizei entstehen müß­ten. Inzwischen habe die Kontrollkommission die Rückkehr zur Organst'atton der Polizei von 1913 verlangt. Die deutsche Regierung hofft nach wie vor, daß sich die Alliierten bereitsinden werden, eine Verständigung in der Frage der Ortspolizei zu suchen. Die deutsche Regierung geht davon aus, daß die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung und damit auch die für das Wirtschaftsleben unentbehrliche polizei­liche Grundlage garantie-rt werden müßte. Unter dieser Doraussetzttng erkenne die deutsche Regierung für sämtliche deutschen Lander den Zustand von 1913 o!s Grundlage für die Or­ganisation der Polizei an.

Die Antwort auf die Ueparakionsnole.

Wie dieDeutsche Allg. Ztg." mitteilt, hat dos Reichskabinett den Wortlaut der Antwort auf die Note der Reparationsnote festgelegt. Der Vor­sitzende des Auswärtigen Ausschusses des Reichs­tages, Dr. Strefemann, hat den Ausschuß auf Frei­tag vormittag einberufen, um ihm Gelegenheit zu geben, zu der Antwortnote Stellung zu nehmen.

Infolge der verzögerten Fertigstellung der Rote hat Reichskanzler Dr. Wirth, der die Reise nach Genua Donnerstag abend antreten wollte, die A b- fahrt in letzter Stunde verschoben. Er wird Freitag in der Sitzung des Sluswärtigen Ausschusses bei der Beratung der deutschen Ant­wortnote das Wort ergreifen.

Krif.g m der Beamten- organiiation.

Der von der Reichsgewerkschaft der Eisenbahn­beamten mit 134 gegen 54 wieder zum Vorsitzen­den gewählte Menne hielt anschließend an seine Wahl eine Rede, in der er der Regierung und dem deutschen Beamtenbund schärf st enKampf a n s a g t e. Er erklärte, daß, solange er das Steuer der Reichsgewerkschaft in Händen habe, nicht ein einziger Gemaßregelter auf der Strecke bleiben werde. Die Reichsge- wcrkfchaft würde durch Kampf das erreichen, was ihr auf dem Verhandlungswege verweigert werden sollte. Er werde dafür sorgen, daß auch der Deut­sche Deamtenbund seine bisherige Neutralität auf­gebe und sich auf den Kampf einstelle. Tue der

unb ihm baburch seine besten Gäste vertrieb; denn wenn der Stock von Altenhammer fehlte, blieb die Wirts­stube leer und das Bier blieb ungetrunfen im Fatz. Lenz aber sah vorn Feld aus oft feinen Herrn mit der Flinte im Arm am Waldsaum, wo des Rosenwirts Ge­treidefelder lagen, auf Reh unb Raubzeug jagen.

Wenn bie Base brummte, daß der Herr jagte, stach daß er seinen Arbeitern nachsah, begütigte Stine sie.Ein Vergnügen muß der Mensch haben. Es ist das doch immer besser, als er bliebe im Wirtshaus sitzen."

Die Base konnte mit ihren strengen Ansichten nicht begreifen, daß die Arbeit nicht auch ein Vergnügen sein sollte; aber sie war zufrieden, wenn Stine zufrie­den war unb dachte: Ist nur mal erst der Stamm« Halter da, wird er auch das viele Herumlaufen im Walde lassen, so gut wie er bas Saufen beim Rosen« wirt satt bekam.

Daß es im Winter auch wieder anders komme« kannte, wenn des Rosenwirts Bier nicht mehr so Ian; oom Faß lief und die schwarze Kathrin wieder statt auf dem Felde arbeiten, die Gäste in der W rtsstud« bediente, daran dachten die beiden Frauen nicht.

Als Christian wieder einmal vom Feld aus mit bet Flinte im nahen Walb verschwand, ließ der Schuster- stosst von Reichmannsdorf seine Hacke aus der Hand fallen unb sah mit zusammengekniffenen Augen feinem Brotherrn nach.

Der Krug geht so lange znm Brunnen, bis er bricht", sagte er unb pfiff zwischen den Zahnen.

Bist ihm halt neidisch, Steffi, meinte der Hopser- seppl und ließ ebenfalls seine Hacke fallen. Umftänb- lich nahm er eine frische Prise.

Er stieg über die Ackerfurchen zum Lenz hinüber unb hielt ihm aroßmütig sein Schmalzlerglas hin, fo daß der Lenz auch seine Hacke fallen lassen mußte.

Nun tarn auch der Stössel herüber zu den beiden, weil er ebenfalls eine Prise haben wollte. Er zog sein rotes Schnupftuch hinter dem Brustlatz hervor unb wischte sich bamit über bie Stirne. Dann deutete er mit bem Finger über die Schulter, nach der Richtung, wo Christian verschwunden war.

(Forttetzuno folgt.)