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JK 76.

SamSUs), L AprU 19».

Fnldaer Zeitung

Druck der Snlbaet RrtiruLr« Serri Im Fald»

Sie Wahi des Reichspräsidenten.

Auf die Anfrage des deutfchnatiomLen Abg.wrd- veten Hergt hat Reichskanzler Dr. Wirth im Reichstag kürzlich geantwortet, daß die Wahl des Reichspräsiden­ten nach Erledigung der oberschicsischen Frag« erfolgen solle. Wenn also die Grenzen des Reichs ihm durch den Vertrag von Versailles zunächst bedingte Absteckung gefunden haben und keine landfremde Dcrroälluug mehr die Bewohner beim Deutschen Reich bleibenden Gebie­tes itjrE' politische Betätigung hindert, dann M das deutsche Volk seinen Willen krmdiun, wen es für würdig und geetgiKt erachtet, an der Spitze der deutschen Re- publik zu sichen. Stur die Bevölkerung des Saargebie­tes wird sich an ter Wahl nicht beteiligen können, denn sie ist leider noch auf mehr als ein Jahrzehnt von der Mitarbeit am deutschen Datevlande ausgeschlossen.

Reichspräsident Ebert ist bekanntlich im Frühjahr 1919 von der Nationalversammlung m Weimar auf Gruich der provisorischen Verfassung, diu von ihr da­mals zunächst angenommen wurde, gewählt worden. 2m Gegensatz zu dieser Notversassuntz bestimmt die Reichsverfassung, die ein halbes Jahr spater als lRagna Charta des neuen Deutschlands Dsicheskvast erhielt, dich der Reichspräsident nicht vom PmLamente, sondem vom ganzen deutschen Volk« zu wählen ist. Zum Vergleich mit anderen Ländern fei dareuf hin- gewiesen, Latz in Frankreich der Präsident der R.'publik von Senat und Kammer in gemeinschaftlicher Sitzung gewählt wird, während in den Vereinigten Staaten von Nordamerika zunächst die Wahl von Wahlmimnern (Elektoren) durch das Voll erfolgt, dir dann den Prä- sidcnten wühlen.

Zum Reichspräsidenten wählbar ist jeder Deutsche, der das 3 5. Lebensjahr vollendet hat. Die Wie­derwahl wird in der Verfassung als zulässig erklärt. Das Amt des Reichspräsidenten dauert sieben Jcchre. Cs sicht ihm indessen jederzeit frei, von feinem Posten zurückzutreten; andererseits kann er aber auch vor Ablauf der Frist auf Antrag des Reichstages durch Volksabstimmumng abgsfttzt werden. Für diesen Be­schluß des Reichstages ist allerdings ZweidvittÄmehr- heit erforderlich! durch ihn ist der Reichspräsident an der ferneren Ausübung des Amtes verhindert. Wird aber die Absetzung durch die Volksabstimmung abgelchnt, so gilt er als neugewählt, die Ablehnung indessen, dir deutlich zum Ausdruck bringen würde, daß die Mehrheit des Volkes mit feiner parlamentarischem Ver­tretung nicht übereinfiimmt, hat die Auflösung des Reichstages zur Folge.

Wie geht die Wahl des Reichspräsiden­ten vor sich? Wer gilt als gewählt? Die Auf- stMntg der Kandidaten geschieht naturgemäß in erster Linie durch die politischen Parteien, wenn sie auch nicht ausschließlich durch sie zu erfolgen hat oder auch wohl nicht erfolgen wird. Bei der Parteizsrsplittrrung tes deutschen Volkes, die ja in den bekannten Parteien noch keinoswsgs ganz zum Ausdruck kommt, ist schwer­lich oMmehmen, daß sie sich etwa zu zwei großen AUfarnmensciftießen. Daher erscheint es sehr ZMifolhaft, ob gleich der erste Wahlgang den Präsidenten hervor- bringen wird. Denn darin gLt nur als gewähkt, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt hat. Bringt aber der erste Wahlgang Beinern Kandidaten die absolute Mehrheit, so wird nach dem Gesetz übe-: die Wahl der Reichspräsidenten di« Wohl wiederhol Es findet jedoch keine Stichwahl statt, fondcrn ans diesem zweften Wahlgang geht als ge- wählt hervor, für den die relativ meiften Stimmen abgegeben worden find.

Aus alledem ist leicht zu schließen, daß die Wahl des Reichspräsidenten eine gewaltige Kraftprobe werden wird. . „

katholische Mett.

• Der frühere Grdenraenera! der ttarthäuser, Dom Michel B a g l i n, ist im Atter von 8« Jahren gestorben. Er war Prior des berühmten Klosters Grande Char, treuse, als die Mönche 1903 durch CombeS daraus vertrieben wurden. Er kehrte nie mehr nach Frank­reich zurück und starb jetzt zu Farneta in Italien im Exil.

kk Die katholische presse in Indien. Einen erfreu, lichen Fortschritt macht die Gründung katholischer Zei­tungen in Indien. Während vor 2 Jahren nur eine einzige, und zwar in englischer Sprache, in der Haupt­stadt Delha'erschien, gibt eS deren jetzt schon im ganzen 9. Von ihnen erscheinen vier in englischer, die übrigen in einheimischer Sprache. Eine der letzteren wirb redi. giert von den Karmelitern auf Malabar.

81» FliMÄliks aus Bem WM Miet.

Mitgeteilt von der „Lcmteimmnschaft Rhemkrmd" in Fulda.

kDer Redaktion der m Berkin erscheinenden Wochen- sthrist ,Chemischer Beobachter" wach« der Bries einer Schemlänterin zur Verfügung gestellt, der geeignet ist, «in BiD zu geben von den täglichen Lasten, die den chemi­schen Fvaum durch die Besatzung auferlegt sind. 'Weser Brief ist in folgenden Stellen der weiter«! Veröffentlichung wert:

.Du fragst mich, ob unser Leben, dessen Schwer« Du bei Deinem letzten Besuch kennen gelernt host, sich in» Öfchen etwas leichter gestaltet hat. Leid« ist ix» nicht '5 Du kannst Dir per nicht vorstellen, wie z-rmÄbeick» ^tägliche Druck, den wir nun schon drei Jahre aus- müssen, aus die DMer wirkt. ,

eate^ Rotten, Du bei uns warst, ja einen unverhei- jßeJ?.. ^"Zösifchrn Offizier im Quartier. Es war kein ds" arroganten Menschen im Haufe zu hoben,

fort» k.reifKt Miene herumkles, als hätte er «Lein DeNtsch- mit ^ch erlebte noch einen schrecklichen Austritt

nur in y”'5 em65 Tages entdeckt«, daß er mir nicht mÄsrn und Bettbezüge, sondern mich in

G^nnt große Locher

2ch bvt ihn, den Teppich mrt einem RriBI!’’*es Mannes -immer verwuschrn zu kön- E- an, ob ich nicht wstse, daß «s den

Zimmern kein Gegenstand ent- ** er Spruch auf unsere besten SSÄJ“8!" ich mich unterstände, ihm einen schlechtemren Teppich m fein Zimmer zu legen, so würde er miif) rwr -as Kr-egsgericht bringen. Dn ich wußte, daß strlche Falle twgetommeit find, muhte ich ihm

stigen. Danach legte er sich keinen Zwang mehr mrf imb folterte eures T^rs em zweites Sten für fein Schlaf­zimmer, da feine Frennten gi-s P«is käme. Unser« Dor­stellungen bei den vorgesetzten Stellen wurden mit Achsel» »vrfen beonttvortst, mÄ wir tatsächlich dies«, „Be- such" ausnehmen. Bier Doch» hotten wir bes schamlose Treiben, Champagnergeicge mit Wameroben des yrantzo- fen und deren Freundinnen usw. zu ertrag«, bis endlich unsere Dc>rstellimg«i mit Rücksicht auf unsere heranwach, ferchen Kircher Erfolg hatten mck> wir die ungebetenen <We los würben. War wir fcottee Nt stütz mchgeatzuer.

Bus dem Nachbarßebret.

(*) Schlüchtern. Zum 1. April wird die Fahr­post Schlüchtern-Elm-Hutten aufgehoben. Boin gleichen Zeitpunkt ab wird das Dorf Gundheim nebst Abbouten von dem Beuellbezirk der Postagen- fur in Hui ten abgezweigt und dem der Poslageniur in Vollmerz zuqeteilt.

— Wölf tKr. Hünfeld). Ein in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar hier verübter Kirchenein- bruch wurde in hiesiger Gegend viel bekrochen. Man war allgemein der Meinung, daß nur genaue Kenner der Wölfer Kirche und ihrer Umgebung als Täter in Frage kommcn könnten. Nunmehr ist auch von der Polizeiveiwaltung einer westfälischen Indu­striestadt die Nachricht hier einsetroffen,dasi der Berg­mann M., der vor mebreren Jahren als Fürsorge, z ö gl i n g hier unlergebrachi war, die Tat emgestanden und auch Namen und Wohnort seines Kumpanen angegeben hat. Ob die eniwendeten Kelche sich noch vorfinden, muß die weitere Nachforschung ergeben. Bei der gegenwärtigen Teuerung wäre das sehr zu wünschen.

** Alsfeld. Der Feier des 700jährigen Stadtjubiläums soll folgendes Programm zu- grundegelegt werden: SamSwa, 24. Ium, nachmit­tags Eröffnung der Ge werbeaus stellu n g; obendS 8 Uhr im Deutschen Kaiser Akademische Feier anläßlich des Jubiläums deS GeschichkS- und Altertumsvereins. Sonntag, 25. Juni, vormittags Festgottesdienste. Mittags 1 Uhr Festzug, Festakt am RathauS, Feier auf dem LiudenplaH, abends Illumination des Marktplatzes. Der Festzug soll mit historischen Gruppen ausgestattet werden.

Kur Geisa und Umgebung.

-sh Kaltennordheim. Der B e z i r Hs a u s s ch u ß des 4. Verwaltungsbezirks hielt am 21. d. M. eine Sitzung ab, aus deren Verhandlungen nur fol­gende Punkte hervorheben: Tas Ortsstatut der Gemeinde Dermbach über Erhebung einer Wan­derlagesteuer wird der ministeriellen Bestätigung empfohlen. A>ef das Gesuch der Gemeinde Derm­bach um Gewährung einer staatlichen Beihilfe zu den Kasten für die Instandsetzung der Lehrcr- wohnäuser wird beschlossen, beim Kultusministerium zu befürworten, daß die Hälfte der entstandenen Kosten auf d'e Staatskasse übernommen wird. Bei dem Gesuch der gleichen Gemeinde um Gewährung einer stattlichen Beihilfe zu den Armenlasten wird die Uebernahme von einem Drittel der Kosten befiirwortet.

)( Dermbach. Am 26. März wurde von der S ch mied einnuug des 4. Berw.-Bezirks Derm­bach beschlossen, vom 1. April ab in sämtlichen Be­trieben des Bezirks die Arbeit einzustellen. Die Betriebe werden unter Kontrolle gestellt, um ein jedes Arbeiten, gleich welcher Art, zu verhindert!. Die Arbeit ruht solange, bis die Kohlen-Vertei- lungsstelle des Bezirks die Schmieden mit Kohlen versorgt hat. Es find von den Schmieden alle Mittel mrteriwmiwen worden, Kohle« zu erlang,«, aber alles um§onst.

Äus Mederheffen.

= Fritzlar. Auch hier fand eine öffentliche Schkußprüfung der Landwirtschaftlich en Schule statt, die einen ausgezeichneten Eindruck machte. Die Gesamtzahl der Schüler betrug 75. Davon entstammen 44 au« dem Kreise Fritzlar, 16 a«S dem Kreise Homberg, 8 aus dem Kreise Messungen, 2 aus dem Kreise Wolfhazan, 1 aus dem Kreise Ziegenhain, 1 aus dem Kreise Warburg, 3 auS Waldeck. Der Schulbesuch war rege. Die Schüler, die die Sckule verlassen, gehen teils zurück in ihre väterliche Wirtschaft, teils nehmen sie Siellrn an als Verwalter in anderen landwirtschaftlichen Be­trieben. Das Lehrerkollegium setzte sich zusammen aus folgenden Herren: 1. Kohorst, Direktor der Anstakt, 2. Walleck, Landwirtfcbaftslehrer, 3. Furps, Kreistierarzt, 4. Haitz, Haupliehrer a. D-, 5. Rom­mel, Rentmeister.

-----——--- vermischter.

* Verwogener Angriff rmeS Mäuseterffards. Der überaus seltene Fall, daß ein Mäusebussard einen Menschen angreifr, trug sich in Echzell zu. Aus beirächt- licher Höhe sneg ein Bussard auf zwei 12jährige Ächuljunzr«, die e« «wem Bach entlang-inzen, ®et ßeuihtt»f nahm »och «enrgstens die H-u^rtmahlzeiten im Kssino ein, rmd fern Bursche schp.es in der Solerne. Dor diesem wild aussehenden Marvlkauer hatten wir große Angst. Es ist ja leDer mir zu viel an UeSeiMen

Freeuen twfc Kinder durch die Farbigen eorgefommtn. Bestraft wirb ein solcher Stert mir in den }rftenften Fällen, wenn es dom Opfer geftrnnen ist, ihn genau zu Dentisi- yeew, tflti) rote soll man den Töter aus einem Batsstlcm Schwarzer hcESflntetz, die für unser Gefühl alle Aeich aussehen?

See Ossyker zog dtfo aus, eine UnteroffqiervstmnN« em. Zunächst muhten wir ein drittes Zinsner obgeben, unser Äiritecft^sfeemmer. Mr «ufere Kin-d-r mutzten wir meines M«mes Zimm« «inrichte«: 8k Möbel um* Bücher meines Ttemres wrnten ins Etz?immer gepfercht, da wir doch nur noch unser eigenes SchdrsziniWu: besitzen, mein armer Msnn hat keinen ruhigen Bkeh mchr, an dem er ungeftSrt a^eiten tarnt. Die guten ftMzöstschsn Kinterr, Gaston und Aimee, kreischen den ganzen Tag trrrch die Räume und strecken, als Lngchörlge der Grande Nation, mffern Kindern, wo sie fönewit, die Zunge her- «ms. Ihr Beter ist ein verhSteüsnEtzig ortentncher Mann, «über die Mutter! Sie benutzt unsere Küche, 6. h. Heck, Geschirr, Töpfe, HerrLtLcher rtfw. Nie hörte ich gex-aUbi, daß zrvisck^o den Reiirlichheitsbegnsien einer dsuischen und einer ftanzSsischen Hausfrau ehx soSchr Kluft herrschen farm. Ich gütere jeden »tmnätaj, «Derrn Msdome, nach­dem sie um XII Uh» ouf^-sdmten fft und sich angezogen, d. h. in der Hsvlptfachs geprLert hat, in ter Küche er- schewt. Meine Kochtöpfe wertem zunächst «n den Winkel des Hertes geschoben, bis zu dem die Heizung nicht reicht, itrA ich kann sehen, wie ich unser Mi-tagrsirn zustande brmge. Mit meiner Wäsche geht Madame um, dstz sich mir des Herz zi^ammenzieht, da man bei den jchrge« Preisen ten während des Kr-sges schon eingeschrmckten Bvrrat nicht ergünzen kann, ütataw hat wenig Wäsche; ich ertappt« sie neeck-ch, <cks sie sich ihr« Leibwäsche «1 unserer Gemisiespiilschüsiel wusch. Nachdem unser lang, jähriges Dienstmädchen uns twieffe* hatte, weil sie «egst vor dem breim»* Burschen de, Leutnants hoste, ha! wir tw «ach t*6 neue NöLtchm lMmd-igt. weil sie die Schrrrchwirifch-ft ter Fmnyösin und die Behandlung fei­lens der Madame und deren Kinder nicht mehr ertragen kann. Mr müssen aushalten, aber «rllmählich lernen wtt «chtch» haß «1 ÄMwer Dschud, ds ihM aeütx

herab, und krallte sich in dem Gesicht des Karl Holler test. Geistesgegenwärtig riß der Junge den Bogel herunter, und es gelang ihm, ihn lebend nach Haiise zu klingen. Der Junge kam glücklicherweise nur mit einiani Krahwunden davon.

* Mdersinnigkeikeu. Man wirds nicht glau­ben wollen, aber es stimmt: Wenn man mit einem D-Zug vom Saargebiet ins u,n^eJ.l®.te Gebiet fährt und noch im Saarland sich tm Speisewagen eine Tasse Kaffee leisten will, muß man 25 Mark dafür bezahlen. Ist man aus dem Saargebiet hinaus, dann kostet dieselbe -balle Kaffee bei dem gleichen Kellner diesmal — 5 Mar f. Der Fahrgast wird sich erkundigen wre das kommt und erhält die Antwort: „Ja, es stimmt!" Innerhalb des Saargebietes kostet die Taffe Kaffee bei der Frankenwährung 25 Mark, im besetzten Gebiet dieselbe Tasse, noch einmal aus demselben Topf gefüllt auf Grund der Markwah­rung, nur 5 Mark. — Sind bas nicht Widersinnig- feiten, die ein bezeichnendes Licht auf die durch ^ie Doppelwährung im Saargebiet geschaffenen Zu­stände werfen. .

* AestMuommenr Räuber. Ein 20jcchrioer Klms- mawtsishrlnlg Schatte und ein 27jchriger Cifendrehcr Schneider wurden ds RSuber, die am 24. März in ter MeinFUisäbrik Sörn>w>itz-Mr ißsn etwa 350 000 Mark erbeuteten, festsenommen. Das gestohlene G.<d wm'de bis auf einige tausend Mark tntebergefuwxn umd ter geschädigten Firma zu gestellt.

* Begnadigte Schwerverbrecher. Zehn Personen, die bei tem Zeiher Lcmdfrietensbruch zu langjichri- gen ZuchthEskafsn verurteilt worden sind, wurden, nach einer Nachricht aus Halle, begnadigt und aus der Strafhast entlassen.

* Großes Schadenfeuer auf einem Schloß. Im Schleswig errtftomb auf dem Schloß des Grasen Rantzau zu Breitenburg rät großes Schateeffsu«. Die WirtschaftsgebäudL murte-n vernichtet, dir Viehbestände sind gerettet.

* Frühling-Asyl in einem Ahlbecker tzosti. Eines der größten Hotels des Svebads Ahlbeck, ter Ahlbecker Hof, ist von ter Negierung beschlagnahmt worden. Das Hotel nror vor zwei Jahren von einem Dänen in KoperchWM angekmrft worten, ter die Möbel nach Dänemark ausführte, das j)otei aber leer stehen ließ. Nach der jetzt verfügten Beschlagnahme durch die Re- crifrung sollen in dsm Hodrl Wohnungen für Flüchtlinge eingerichtet werden.

* Gin ReZiertrngsrsi wegen Kettenhandels ver- urleilk. Vier Tage lang währte ein Prozeß in Berlin, in dem sich der sozialdemokra­tische Landtagsabgeordnete, Regierungsrat im Landwkrtschaftsministerium, Dr. Bendiner, wegen Kriegswuchers und Kettenhandels zu verantworten hatte. Dr. Brndiner war seit Anfang 1916 Leiter der literarischen Abteilung, bei der Z. E. E. Er hat trotzdem mir dem Leiter des Kriegsvcrbandes der Flugzeugindustrie große Privatgeschäfte in Del, Benzin, Spiritus, Streichriemen, Hülsenfrüchte, Weißkäse usw. gemacht und dabei sich der Preis­treiberei und anderer Delikte schuldig gemacht. Dr. Bendiner wurde wegen Preiswuchers, Kettenhan­dels, Handels ohne Erlaubnis rind Anregung zu unlauteren Machenschaften zu 6 Monaten Gefäng­nis und 35 000 M Geldstrafe verurteilt. Der von ihm erzielte lieber gewinn von 4236 M wurde als dem Staat verfallen erklärt, k

* Lin verarmter ErzherzeH. Me die engiffche Zeitung „Daily Mail" berichtet, tft der frühem Erz­herzog Lropvl-d ron Osftarreich, der feit dem Kriege sich in der Schweiz hat naiurdifitren taffen und gegenwärtig in Rvgensdorf im Kanton Zürich wchnt, gmetigt, Ärmenunterstützung zu beziehen.

* Gründung eines DicneuznKtm«'<-uiriS. In Wien wurde das vom österreichischen Reicksverern für Bienenzucht errichtete Bienenzuchtw.useuin er­öffnet. In sechs Räumen sind hunderte bienen- wi' tschaftliche Objekte aufgesiellt, die die Entwicklung der Bienenwirtschaft bis zum heutigen raüonellen Betrieb veranschanlichen. Dat> umsongreiche Mu­seum enthält ferner Lehrmittel, Modelle, Bilder Tabellen.

* 300000 Pfund Sterling Braudschadcn. In Colwyn in Nord Wales (England) hat ein Großfruer de« pröchtizsn Pavillon an der Mole, welcher^2 500 Menschen zu fassen veM-ochte, inoerhalb einer Stunde vernichtet. Ter Schaden beläuft sich auf über 300 000 Pfund Sterling.

’ * Rirsr-iörönds i« pekersburg. Ao einem Tage brachen in der früheren ZarerH«rptst«bt Prtersburg mehrere rtesige Brände aus. Dir VelgHchr Elektrisch.'

RL-m,« feines H»vse- teschrsMiechmt zsetten folltm, sich ters Sel-en nahm, und fine Harrssmu in Mainz, der cs ähnlich ging, wie mir, im Irrenhaus ertet.

Wie uns geht es allen, die ®inquariiei'ung haben. Vielleicht emmerst Du Dich <st das alte FräuLem L.. die ihren Leie-nsenNertM durch Aufi«Hme von Pensilmsgäftmi in ihre Dierrnnmerwohnung bestritt. Ihr hat man drei Zmnnsr, die Küche und SJtefaröe für ftanFöMe Ein­quartierung weyaenommen, und bezahlt dafür eine ganz geringe Miete. ’ Für ehren LebrnsrmterhM hat die alte Dame so gut wie nichts mehr. Eine Frsmidin wollte sie in ihr durch Asnbr-Äheizung erwärmtes Haus «rufmehmen, in tem ein Zimmer -unbenutzt ist. Es ist aber von der sinp-hSfchkM »en»cfcun!g requiriert, und »bmohl es schon seit vielen Wachen nicht bewohnt wird, ist es ihr verboten, Ke erme cTbc Dame auftunehmen.

Die bequem wohnen im Gegensatz zu uns die Fran­zosen! So mußte den Delegierten ter interalliierten Nhein- iMdkommisiio« ein ntmics Hs-us boreitgestelli und mit kostbaren Möbeln und Teppichen, den touersten Gardinen, Silber und Porzellan eingerichtot weiten. Dieser kinderlos verheiratete M»rm beansprucht vier WohmäUme, Winter­garten, vier Schlafzimmer, drei DienftbotenzimMer tsiti) reichliches Nebenaelaß. Während wir früher unter der Besatzung zum größten Teile unverheiratete Offiziere und Unteroffiziere hatten, werten jetzt immer mehr verheiratete Leute Geschickt. Dcteenh erieich°«-t man in den Ländern ter Besatzungsmächte die Wohnuntzsbestheftung und er- schmert unsere Soge immer mehr. In Oberkafftl ist ine DesotzuNgsbehörte, wie ich neulich hörte, besonters ent- geesnlonMnd gegen ihre Offizrersfamriien. Dort muhte niimitch bi« Stobt vor etwa sieben Wochen p-Stzlich auf ihre Kosten M bis 50 Kwterwagen bereitftefien.*

Jatetzj erörtert die Driefstellenn btt großen Michen Gefahren, die dadurch emsrehen, daß sowohl in grvs-en Äs auch in ganz kleinern und ländlirhsn Stödten von den sranzöfischm Drsc-tz'.^ssbchöcten für chr« weißen und schwarzen Zrupfen „geveisse Heuser" eingerichtet wölbe«, während dafür Dohffah-.'tsetnrickstu^en, Kmteiheü« usw. infolge ter Besch-epeahwe ihrer Räume emxehen. „Wir tyfcen“, so 'chtießt Me Dniefslellerm diese Erörterungen, „früher gar nicht gewußt, was ein „fÄch-es Haus" ist. Und jetzt erfahren von dessen Dasein schon n-nsere Ämter, die wir so von allem HStzfiK« bevxchtn «We».'

Kraststation rmÄ em Teil des Nikolai-Bahntzofes sink, niedergebranut, die ehemalige Rrichsbanf und der Neu« Hafen haben beträchtlichen Brandschaden davon­getragen. Am folge raten Tage entstand ein Brand aus ter elekrischen Kraftstation „Helios". Die Lowjet- Presse führt in Micher Wesir diese Brandkalastrophen auf Brandstiftungen sozial revolutionärer unfi> anderer antisowjetist'.fcher Krebse zurück.

* Ein deuischer Dampfer in Lissabon verunglück!. Der auf der Ausreise befindliche deutsche Postdampfer der Woermcmn-Linie „W a n g o n i" kollidierte beim Zlnlegen am Kai in Lissabon mit einem portugiesischen Schoner nutz der Kaimauer. Das Schiff wurde da­durch beschädigt. Die „Wangoni" wird in Dock gesetzt und der Schaden ausgebessert, worauf sie die Reise fortsetzen wird. An Bord ist ctsies wohl.

Neue Bücher.

Lieduduch fitr luqendoueine 201. bis z25. Tau- send. M -2-ladbacn 1922, BoiSvercins-Verlan G. m. b. x, Tatsächlicher Ladenpreis 3 75 Mk. Die 20000t Exemplai« dieses Liederbuches, die bis jetzt ihren Weg in unsere Jugendvereme gefunden haben, dürften ein Beweis dafür fein, daß dics billige, praktifche und h"nd'icke Büchlein ein Bedürfnis unserer Vereine g«. worden ist. Es ist und will nichts weiter sein als eint Zusammenstellung der bekcinruesten und beliebtesten Jugend-, Volks- und Vercinslieder, deren Melodien zum weitaus größten Tert allgemein bekannt feip dürften.

Markte.

fpd. ZkMksür' a. T$L, 30. März 1922. Franksur- ter Diehmarkt. Auftrieb: 863 Kälber, 406 Schaf« und 574 Schwein«. Anßerdrm wurden 30 RinÄer ohne amtliche Notierung gehandelt. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber beste Qualität 2300 bis 2500 mtttlere Qualität 2090—2300 M, geringere QuÄität 1800—2000 «M; Schafe und Hammel: 950 bis 1600 M', Schweine unter 80 Kg. 2400—2700 «41, von 80—100 Kg. 2700—2900 «41, Fetftchweine 2700—2900 «4L; Sauen msd Eber 2600—2800 «4(. Der Kleinviehmarkt wurde bei lcbhaftm Härtel geräumt. Schweine hinter­ließen bet gedrücktem Geschäft Ueberstcmd.

Zrraeiitischer GottesdieRft.

Samstag, 1. April. Vorabendgottesdienst 6,30. morgens 8, nachmitt. 4, Sabbathausgang 7,40 Uhr. — Wochengottesdienst: Morgens 6,30, nachmitt. 6,15, abends 7,40 Uhr.

2. bis 8. AprU

1922

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Fu’da Hanau Offenbach Frankfurt

In einem Tage zur Frankfurter Messe und zurück!

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In Oriobtoidvfat uSikterpskrten

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Der Dries schließt mit ten Worten: „Du wirst aus dem, was ich Dir schrieb, rmd was ich noch durch vieles ergänzen könnte, ersehen, daß das Leben im besetzten Ge­biet schwer ist. Das, was 2hr im übrigen Deutschland unter ter allgemeinen Noi der Zett zu leiden habt, leiden wir noch außerdem, ebtr wtt wollen nicht muülos werten und auf die Zukunft hoffen. Uns ist cs schon immer eine Freute, zu wissen, daß im unbesetzten Gebiet Teilnahme für uns besieht."

__Lcoile Gesetze, Me noch heute in Geltung sind, gibt es eine ganze Menge, und man hört auch gar nicht so selten, daß jemand bestraft wird auf Grund eines Gesetzes oder einer PoliZeiverordnung, die schon zu unsirer Gwßväter Zollen ergangen ist und im die Gegenwart eigertilich gar nicht mehr hinempaßt. So ist z. B. da- Gesetz, welches das öffentliche Nauchen in Berlin verbietet, bis auf ten heutigen Tag nicht auf. gehoben! Kürzlich wurde in Paris ein Baumeister verklagt aus Grund eines Gesetzes, das sogar sckon üter 300 Jahre alt ist. allerdings auch heuü: noch Be- rechtrgtmg hat. Dm Jahre 1695 wurde in Paris durch Heinrich IV. ein Platz, ter heutige Place tes Vosges. angslegt, wobei ter Körrig beftimirte, daß alle Hauser an diesem Platz für alle Zellen einen oirchelllichen Sill aufrveisen sollten. Des Königs Wille erlangte bald Gesetzeskraft. Die Häuser an diesem Platze sind sämt­lich schon schr alt und bieten mit ihren altertinnilchen Fronten ein ganz herrliches archidrktomsches Mld. Nun ismde kürzlich so ein altes Haus nieLergerissen und in modernem Stil ein Gebaute errichtet. Die städtische Daubehörde legte Verwahrung ein, klagte und erzielte auch eine Verurteilung des Baumeisters, dahmochrnd, dem uralten Gesetz- entsprechend die Fassade umzu­bauen. Sm Interesse des Heimatschutzcs kann meui das Urteil nur begrüßen; immerhin ist es auffällig, daß der Mann nicht schon bei Sorte-ung der Pläne auf das Gesetz aufErffam gemacht wurde. mos

— Allerlei Weisheit. In Nordamerika gibt es 18 Orte mit Namen Kairo, 16 heißen Alcra^ria, 11 Memphis, 2 Theben und 1 heißt überhaupt gleich Aegypten. — Dir Oberfläche des Scknrarzen Wee- r-s liegt 25 Meter höher als der SpiegÄ des benach­barten Kaspischm Meeres. — Es ist festgestellt, daß es m Frank rM wehr LMch? Stosset sürt, als ftanzöstjche