<en Eingeborenen in Natal herrscht wachsende Erregung. Premierminister Smuts erklärte in einer Rede, daß sich Südafrika in einer sehr ernsten Lage befinde.
* Verschärfung des Arbciterkonfliktes in Dänemark. Die Lage im Arbeitskonflikt in Dänemark hat sich verichälst. Die Arbeitgeber haben eine Ver- mitilungeakiion abgeleünt und beschloßen, noch weiteren Arbeilerkalegorien zu kündigen.
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Heimat.
Fulda. 11. März 1922.
Lin Vonisatiurbuch.
Sn Fulda, das die Grabstätte des großen Apostels der ü^utfchm, des hl. Bonifatius birgt, ist das Interesse für literarische Behandlung der Fragen, die mit dem hl. Bonifatius zusammonhängen, immer sehr rege und auf weitere Kreise ausgedehnt gem.fen. Es wird also hier auch interessieren, daß in der letzten Zeit in dem Berlage von Herder in Freiburg ein neues Werk erschienen ist: Der heilige Bonifatius, Apostel der Deutschen, von Johann Joseph Laux, C. S. 8k>. mit 11 Bildern, (gebunden 63 Mark ausschl. der Zuschläge).
Pater Bihlmeyer nennt das neue Bonifatiusbuch eine „wissenschaftlich sehr gediegene, psychologisch fein nachempfundene, stilistisch gut durchgeführte Arbeit! Der Verfasser hat eine eigene Gabe, sich in frühmittelalterliches Kirchen- und Klosterleben zu versenken. Er schildert und erzählt so schlicht und ruhig und dabei so ehrfurchtsvoll und warm, daß es einen wie ein Hauch aus alten, leider längst entschwundenen Zeiten anmutet. Sm Wirrwarr unserer fried- und gottlosen Gegenwart tun solche Bücher doppelt wohl. An Bonifatiusbiogra- phien und -Monographien haben wir zwar keinen Mangel. Trotzdem möchte ich die Lauxsche Arbeit besonders empfehlen, weil sie wie kcmm eine andere Wissenschaftlichkeit und Wärme vereinigt, sachlich abgerundet und seelisch vollklingend ist."
Wir möchten uns diesem Urteile anschließm. Pater Laux hat tatsächlich in seltener Weise Wisfenschastlich- keit mit lebendiger und parkender Darstellung zu verbinde gewußt. Gerade nach einer solchen Darstellung sehnen sich viele ,die von innerem Snteresse für die Borzeit erfaßt find, ohne aber dem trockenen Ton der zünftigen Historiker ganz folgen zu können.
Das neue Bonifatiusbuch, dem wir weite Verbreitung wünschen, ist vor allem auch durch die beigegebe- nen Bilder, darunter die prächtige Wiedergabe einer Radierung von Ehr. B. Rode aus dem Sahre 1781 und photographische Aufnahmen aus der Bonifatius- gruft, ausgezeichnet. (i)
* Personennachrichten. Zum Nachfolger des Vrofesiors Stephan auf den Lehrstuhl für sysle- matiswe Theologie in Marburg ist dem a. o. Professor daielbft Dr. theol. et phil. Friedrich Heiler ausersehen. H. war früher Katholik.
= Reifeprüfung am Institut St. Mariae. Unter dem Vorsitz des Geh. Regierungs- und Obsrschul- rats Dr. Gersten berg fand am 8. März die Reifeprüfung und am 10. März die Lehramtsprüfung statt. Sämtliche Schülerinnen bestanden die Prüfung, und zwar die Reifeprüfung: 1. Arnd, Annemarie, Fulda; 2. Dehler, Sosephine, Petersberg b. Fulda; 3. Kölsch, Gertrud, Laurenziberg b. Bingen; 4. Meyer, Maria, Marienberg b. Bensheim a. d. Bergstraße; 5. Müller, Martha, Fulda; 6. von Negri, Melanie, Zweibrüggen bei Aachen; 7. Remmert, Katharina, Fulda; 8. Schröter, Martha, Göttingen; 9. Stöber, Gertrud, Frankenberg; 10. Traud, Eva, Hungen b. Gießen; 11. Wanke, Hildegard, Berlin; 12. Wohlgemuth, Wal- ■ burga, Fulda. Die Lehramtsprüfung: y 1. Frl. Arnold, Fulda; 2. Frl. Dücker, Fulda; 3. Frl. Emmelhainz, Fulda; 4. Frl. Frank, Fulda; ‘ 5. Frl. Franz, Pirna i. Sachsen; 6. Frl. Fuhrmann, Bingen; 7. Frl. Grosch, Fulda; 8. Frl. Herzig, e Fulda; 9. Frl. Kreis, Fulda; 10. Frl. Langhammer, I Wiesbaden; 11. Frl. Moos, Wiesbaden; 12. Frl. • Rathmann, Hünfeld; 13. Frl. Schmitt, Fulda;
14. Frl. Vieweg, Bingen; 15. Frl. Wiegand, Fulda. Sechs Prüflinge der ersten und acht der zweiten wurden von der mündlichen Prüfung befreit. — Zu der Meldung über die Reifeprüfung am Gymnasium sei noch bemerkt, daß der Oberprimaner Otto Jacob-Salmünster gleichfalls von der mündlichen Prüfung befreit war.
a. Beamkenbund. Man schreibt uns: Der Vorstand des Ortskartells Fulda trat gestern zu einer Sitzung zusammen, in der er zunächst Stellung nahm zu den Einkommensverhältnisfen der Beamtenschaft gegenüber der von Tag zu Tag unerträglicher sich gestaltenden Steigerung der Lebensmittelpreise. Es wurde beschlossen, in einer sofortigen Eingabe an den Bundesvorstand in Berlin anzuregen, daß unbeschadet einer allgemeinen Anpassung der Dienstbezüge aller Beamtengruppen an die herrschende Teuerung bei der bevorstehenden Befoldungsregelung der Schwerpunkt auf Erhöhung der dem Existenzminimum entferntesten Gehaltssätze gelegt werde, daß ferner die Spannungen zwischen den Bezügen benachbarter Gruppen verringert und auf die Versorgung der Kinder gebührend Rücksicht genommen werde. Des weiteren wurde die Höhe des Vereinsbeitrages festgesetzt und bestimmt, daß zur Deckung entstandener Unkosten von den Mitgliedern jener Orte, die seit Herbst v. 3. in eine höhere Ortsklasse eingereiht worden sind, ein angemessener Sonderbeitrag zu erheben fei. Schließlich wurde in Aussicht genommen, am 19. d. M. eine allgemeine Versammlung abzuhalten.
— Aus der Zentrumspartei. Die Idee, die dem Zentrum nahestebenden Beamten und Beamtinnen einschließlich der Lehrerschaft zur Wahiung sozialpolitischer wie auch wirtschaftlicher Interessen zuiammenzuschließen, ist sicherem Vernehmen nach aus guten Boden gefallen, sodaß zu der morgen (Sonntag) nachmittag um 5 Uhr in der Harmonie stattfindenden Versammlung ein guter Besuch zu erwarten ist.
)-( Katholischer Frauenbund. Die monatliche Mitgliederversammlung des kath Frauenbundes am Mittwoch, 8. Mär; war sehr put besucht. Der religiöse Vortrag des Herrn Kaplan Lins fano allgemeinen Beifall. Es wird schon darauf hingewiesen, daß die diesjährige Gener a lversa mm- l u ng am Sonntag, 26. März statlfindet. Bei dieser Gelegenheit to;rö Prof. Dr. Weber- Kassel über „Das Weltliche und Geistliche in Spanien" sprechen, ein Thema, das gewiß weite Kreise intereifieren wird.
[] Steuererklärungen abgeben! Wie das Finanzamt in einer Anzeige miueilt, sind die Steuererklärungen für 1921 bis zum 15. März einzu- xeichen. We die Frist ve> säumt, gewärtigt eine Strafe in Höhe von 10 pCt. des zu zahlenden Steuerbelrages. Da bis jetzt erst wenige Steuerpflichtige ihre Erklärung abgegeben haben, sei auf das Nahen ter gesetzlen Frist hiermit hingewiesen.
— Achtung Einkommensteuer-Erklärung! (§ 13.) Don sehr geschätzter Seite wird uns geschrieben: Vom Gesamtbeträge der Einkünfte sind i n A b z u g zu bringen: Beiträge an irländische SBeretnigungen, die ausschließlich wissenschaftliche, kirchliche, m'ldtätige oder gemeinnützige Zwecke verfolgen, soweit ier Gesamtbetrag dieser Beiträge zehn vom Hundert nicht übersteigt. Es find somft steuerfrei Betträge an Armenvereine (Vinzenz- und Elisabethenverein), milde Stiftungen, Bibliotheken, Bomfatiusverein, Missionsverein, Görresgesellschaft, Caritasstift, Raphaelsverein, Erziehungsanstalten, Volkslesehallo, Sugendpslege, Kirchenbauten, Diasporaschulen, Kinderhort, Säuglingsheim, Geschichtsverein, Bühnenvolksbund ufro. Es ist Chl'sienpfiicht, nach Maßgabe der EinkommenverhÄt- n ffe Almosen zu geben und so ist es erfreulich, daß die Steuergesetzgebung dieser Pflicht in fördernder Weise Rechnung getragen hat. Für alle größeren Einkommen wurde in christlichen, speziell katholischm Kreisen, stets die Leistung „des Zehnten" als Mindestgrenze an* ges hen. Unter den heutigen Verhältnissen, die so große Verschiebungen in den Einkommen gebracht haben, ist die Pflicht der Besitzenden um so größer, der unter den Zeitverhältnissen schwer Leidenden nicht zu vergessen. Am besten geschieht dies durch Zuwendungen an die Vorstände der Armenoereine, die Schilideckskasse, an die Bezirksvorsteher, ufro., welche diskretester Weise auch cm bestimmte Personen Beträge weiter vermitteln. Es empfiehlt sich dieser Weg besonders wegen der damit erreichten Steuerfreiheit. Empfangsbescheinigungen werden ja gerne gegeben.
— Fürsorge für die Sozialrentner. Am 7. Dezbr. 1921 ist vom Reichstag ein Gesetz beschlossen worden, das die Rot der Rentenempfänger aus der Snvaliden- und Altersversicherung und Angestelltenversicherung mildern soll. Snvaliden- und Altersrentner, die keine 3000 Mark, Witwen oder Witwenrentner, die keine 2100 Mark, Waifenrentcnempfänger, die keine 1200 Mark Jahreseinkommen haben, sollen bis zu diesen Sätzen unterstützt werden. Bei Rmtenempfängem, die noch imstande sind zu arbeiten und aus dieser Arbeit weniger als 2000 Mark Verdienst haben, bleibt dieser Verdienst bei Berechnung des Sahressirckommens unberücksichtigt. Ferner bleibt unberücksichtigt bis zu 6000 Mark Einkommen aus der Militärversorgung, aus öffentlichen ober privaten Unterstützungseinrichtungen und aus Zinsen von Sparguthaben. Der Antrag ist bei der zuständigen Gemeindeverwaltung, für die Rentenempfänger in der Stadt Fulda beim städt. Wohlfahrtsamt, Zimmer Nr. 6 des Rathaufts im Stadtschloß, alsbald zu stellen. Wer erst nach dem 1. April den Antrag stellt, verliert für Mindestens drei Monate die Nachzahlung. Es liegt also im Snteresse eines jeden Rentenempfängers aus der Sn- validen- und Angestelltenversicherung, daß er seinen Antrag bis zum Ende dieses Monats stellt, fowest dies nicht schon geschehen ist.
:-: Ein zeitgemäßer Führer. Viele Abiturienten stehen jetzt wieder vor der Wahl einer Hochschule. Gründe wirtschaftlicher Art, die größere oder geringere Höhe der Kosten für das Studium und vor allem den Lebensunterhalt in den einzelnen Hochschulstädten, die Möglichkeit, Nebenerwerb zu erhallen und ähnliche Umstände sind heule mehr denn je ausschlaggebend für die Wahl. Um allen angehenden Sludenien über diese Fragen Auskunft zu geben, ist der Hochschulführer entstanden. Der Hochschulführer enthält die Besucherzahl der einzelnen Hochschulen, Fakultäten und ihre Frequenz, Wohnungsveimiltlung, Wohnungspreise, Verpflegung, Vermittlungsstelle für Nebenerwerb, Studien und Berufsberatungsstellen, Gebühren und Honorare, Prüfungen und Semesterbeginn. Der Hochschulführer ist zu beziehen gegen Einsendung von 5 Mk. an das Wohnungsamt der deutschen Stu- dentenschaft Münster i. W., Universität, Post- scheckkomo Hannover Nr. 55 205. Letzte (51.) Ausgabe vom Februar 1922.
■£± Besitzwechsel. Das dem Schreinermeister Franz Anion Witze! gehörige Wohnhaus Buttlar- slraße Nr. 5 ist durch Kauf an einen Landwirt aus Der Nähe Fuldas übergegangen. Der Kaufpreis wird auf 75 000 Mark angegeben.
— Ungültigkeit von Freimarken. Die Uebor- druckfreimarken zu 1,60 M, 3 JA., 5 JA. und 10 JA dürfen nicht mehr zum Freimachen von Postsen- dungsn benutzt werden, nachdem sie außer Kurs gefetzt worden sind und Die Frist zum Umtausch an dm Post- schaktern Ende Februar abgelaufen ist.
W Gegen die deutschen Schncrpspakcte. Die Postoerwaltung der Bereinigten Staaten von Amerika beklagt sich öarüb.r, daß in den aus Deutschland kommenden Paketen häufig berauschende Eettänke enthalten sind, deren Einfuhrverboten ist. Da derartig: Flüssigkifften in den Vereinigten Staa- ten von Amerika beschlagnahmt und vernichtet werden, wird vor ihrer Versendung dringend gewarnt.
— Die Verzeichnisse der Postscheckkunden bei den Postscheckämtern im Deutschen Reich worden in nächster Zett nach dem Stande vom 1 .Januar 1922 erscheinen. Bestellungen nehmen alle PostanstcMn entgegen, die auch über die Preise Auskunft erteilen. Postscheckkunden erhalten die Druckwerk,: auf Wunsch von ihrem Postscheckamt unter Abbuchung des Preises, auch können sie sich den regelmäßigen Bezug durch einmalige Bestellung bei ihrem Postscheckamt sichern.
(a) Lchülermonatskarten der Eisenbahn werden ab 1. April nicht nur an Schüler und Studenten, sondern auch auf besonderen Antrag auf vorgeschriebe- mm Muster auch an Personen unter 18 Sahren ausgegeben, die auf Grund eines schriftlichen, den gesetzlichen Vorschriften enlspnechenden Lehrvertrages ein Hand- werf erlernten. Die Antragsformulare werden für Schüler und Handwerkslehrlingc, entsprechend ihrer verschiedenen Bestimmungen verschieden sein. Sie müssen also auch bei den Fahrkartenausgaben als für Handwerkslehrlinge bestimmt an den Fahrkartenschaltern gefordert werden.
r*Z liebel angebrachtes Vertrauen. Der 53jäh- rige Geschäftsführer Joseph Stein aus Köln hat u. a. schon 15 Jahre Zuchthaus auf seiner Liste. Von verschiedenen Staatsanwaltschaften wird er gesucht. So von Würzburg aus, wo er im April vor. Jahres Glaubensgenossen, drei Israelit Familien, Zucker versprochen, Geld dafür angenommen, aber bis heute noch die Lieferung unterlassen hat. Dieser Mann lernte nun im November des vergangenen Jahres auf dem hiesigen Bahnhofe ein Fräulein aus Fulda kennen, das im Laufe der Unterhaltung erklärte, ihrs österreichischen Wertpapiere verkaufen zu wollen. Der Stein überredete das Fräulein, mit ihm nach Köln zu fahren, um die Papiere dort an der Börse zu höheren Preisen umzusetzen. Diese Reise wurde von beiden gemacht. Sn Köln entschwand St. mit den zwölf Wertpapieren, die er inzwischen durch Vorspiegelungen an sich zu bringen gewußt hatte, aus einem Cafe heraus den Augen der Begleiterin. Statt die Papiere bei der Börse umäusetzen, depo- .
ttierie er sie bet einer Bank in Köln und ließ jra; 2000 M Vorschuß darauf geben. Anfang Dezember vorigen Sabres entdeckte man St. zufällig wieder auf dem hiesigen Bahnhof und ließ ihn sofort verhaften. Die Dame hat inzwischen 3500 M und ein nicht verkauftes Wertpapier von der Kölner Bank zurückerhalten. Ihr Schaden durch den Betrug beträgt immerhin 1500 JA.. Wegen diesen Betrügereien in strafschärfendem Rückfalle wurde St. von der Sttafkammer in Fulda zu zwei Jahren Zuchthaus und 150 Mark Geldstrafe verurteilt.
— Volkshochschule. Die Vorlesungen des Herrn Studienassesso s Louth über Turnen werden Montag, den 13. d. M. um 7 llbr wieder ausgenommen.
— Konsum-Verein Fulda. Wir machen auf die am Sonntag, vormittags 10>4 Uhr, in der Harmonie stattfindende Generalversammlung aufmerksam.
— Ozeansegelbootmodcll. Die Ausstellung des interessanten Modells im Stadtsaal ist nur noch heute und morgen von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends zugänglich. Es werden von einem der Fahrtteilnehmer, einem alten Seemann, fortlaufend Erläuterungen gegeben, die sehr lehrreich und fesselnd sind. Wir wünschen dem Unternehmen, das deutsche Kraft und deutschen Wagemttt der Welt draußen zeigen soll, allen Erfolg und der Ausstellung einen recht guten Besuch, vor allem auch fettens der Sugend.
--- Sratorien- und llonzertverein „Läcilia-Museum". Wie aus dem Anzeigenteil bereits bekannt geworden, ist den Musikfreunden Fuldas morgen, Sonntag abend, im Bürgervereinssaal Gelegenheit gegeben, das bekannte Leipziger Gewandhaus-Quartett zu hören. Die Leistungen der 4 Künstler stehen derartig hoch, daß jedes weitere Wort überflüssig fein dürfte. Ein Quartett, von dieser Vereinigung vorgetragen, ist in jeder Beziehung ein derarttger Kunstgenuß, daß es kein Musikfreund beräumen sollte, sich diesen zu gönnen. Im Uebrigen sei, das Programm betreffend, auf die Inserate hingewiesen.
Die Kachbarkreise im Grtsklassenverzeichnis.
Sn Ergänzung unserer Mitteilungen über den Kreis Fulda feien noch folgende Höherstufungen aus dm Nach- barkreifen verzeichnet:
Kreis fjünf eld: Burghaun von E nach D, Eiterfeld von E nach D, Mannsbach von E nach D, Neukirchen von C nach D.
Kreis Gersfeld: Gersfeld, Stadt von D nach C.
Kreis Schlüchtern: Schlüchtern Stadt von D nach C, Niederzell von C nach D, Wahlert von E nach D, Romsthal von E nach D, Eckardroth von E nach D, Kerbersdorf von E nach D, Marborn von E nach D, Vollmerz von E nach D.
Kreis Fritzlar: Zimmersrvde von E nach D, Jesberg von E nach D.
Kreis Frankenberg: Frankenberg von D nach C, Frankenau von E nach D, Rosenthal von E nach D, Gemünden-Wohra von E nach D, Bohl von E nach D.
Kreis Ziegenhain: Treysa Stadt von D nach C, Oberaula von E nach D, Frielendorf von E nach D.
Kreis Kirchhain: Rauschenberg von E nach D.
Kreis Marburg: Marburg, Obf. G. von D nach C, Wetter von E nach D, Sarnau von E nach D, Niederweimar von E nach D, Niederwalgern von E nach D, Fronhaufen von E nach D, Lohra von E nach D.
)( Hilders (Rhön). Anfangs April wird eine G e- fellenprüung des Schreiner- und Wagner- h a n d w er k s für den Snnungsbezirk Hilders im Sn- nungslokal stattfinden Meldungen haben spätestens bis zum 15. März d. I. beim Vorsitzenden des Prüfungs- crusfchuffes, Herrn Obermeister Dionys Reinhart, zu erfolgen. Es fei besonders darauf aumerkfam gemacht, daß sämtliche vorgeschriebenen Prüfungspapiere der Anmeldung beizufügen find.
§ Hettenhausen (Kr. Gersfeld). Der mehrfach wegen SclLeichhandels vorbestrafte Landwirt W. Sch. von hier erhieft wegen Schleichhandels mit Butter und Mehl im Jahre 1920, das nach Berlin und Frankfurt a. M. wanderte, von der Strafkammer in Fulda 1500 Mark Geldstrafe, die in vterbeljährlichm Raten von je 250 Mk. $u begaben ist.
() Gersfeld. Hier ereignete sich am Mittwoch nachmittag ein Automobilunfall. Das Auto des Großhändlers Goldmeier aus Lichtenfels fuhr in rascher Fahrt die steile Straße am Bodengraben im Dörren Höfer Wald hinab. Die Karosserie des Autos streifte dabei einen mit Stammholz beladenen Wagen und wurde vollständig herabgeriffen. Die Insassen des Autos, darunter einige hiesige Einwohner, flogen in weitem Bogen heraus. Der Besitzer des Autos erlitt eine Rippenquetschung, während die übrigen mit dem Schrecken und Hautabschürfungen davonkamen. Das Auto samt dem Chauffeur wurde durch einen Kastanienbaum vor Absturz über die Böschung hinab geschützt. Da die Maschinerie intakt blieb, konnte das Fahrzeug die Fahrt zur Reparatur nach Eisenach ausführen.
---- Mackenzell (Kreis Hünfeld). Der Stabtafäften I. Nol l-Frankfurt a. M. Wurde zum Stadtsekretär ernannt.
(fpd) Berfa (Werra). Der 76jährige Auszügler Lindner geriet mit seinem Sohn und dessen Familie wegen Erbstreitigkeiten in Streit und gab im Verlauf desselben auf den Sohn, dessen Frau und Tochter 5 Revolver- fchüsse ab. Der Sohn wurde schwer, die Schwiegertochter leicht verwundet. Der Täter unternahm darauf einen Selbstmordversuch, konnte aber rechtzeitig daran gchindert werden.
fpd. Frankfurt a. M. Der bekannte Herausgeber der satirischen Wochenschrift „Die Fackel", Jean Baptist Mülle r-Herfurth. ist am Donnerstag im Alter von 62 Jahren verstorben. Ein seltsames Geschick fügte es, daß am gleichen Tage auch feine Mutter, die Witwe des einst in Frankfurt sehr geschätzten Journalisten Friedrich August Müller- Renz, im hohen Alte« von 83 Jahren verschied.
fpd. Frankfurt a. M. Der Universitätsrichter Dr. Hertz ist infolge seiner Berufung an den Reichsfinanzhof in München aus dem Universitäts- verband ausgeschieden. Die Privatdozenten Dr. Baer und Propping, beide medizinischer Fakultät, wurden zu nichtbeamteten außerordentl. Professoren ernannt. Dr. Martin Sommerfeld-Frankfurt a. M. hat sich als Privatoozent für neuere deutsche Literaturgeschichte und deuische Sprachkunde an der philosophischen Fakultät habilitiert.
fpd. Frankfurt a. M. Seit einigen Tagen treibt in den Kaffees und auf der Straßenbahn ein verwegener Taschendieb fein Unwesen. Einer Dame wurde ein Brillaniring im Werte von 50000 Mark gestohlen; wenige Tage später einer andern Dame eine goldene Damenarmbanduhr. Auf der Straßenbahn wurden verschiedenen Herren die goldenen Uhren samt Kette in geschicktester Weise aus den Taschen bugsiert. In allen Diebstahlsfällen handelt es sich um einen etwa 30— 35 Jahre alten Ausländer, der gebrochen deut'ch, aber fließend französisch und ungarisch spricht. Der Dieb konnte trotz schärfster Aufmerksamkeit nicht ergriffen werden.
mc. Frankfurt a. M. Die Transportarbeiter werden in den nächsten Tagen in den Streik treten, da ihre Forderungen abgelehnt wurden.
fpd. Oberursel. Unter der Führung eines ^jährigen Burschen verübte eine achtköpfige Diebesbande im Alter von 12—16 Jahren in
AntlMWrlr! SrlMM Mg.
Am Sonntag, den 12. d. Al., nachmittags 5 Uhr in der Harmonie
BÄfflhntg M Beamten m Beamtinnen von Stadt und L a n d, die sich zur Z en trum » Partei bekennen.
Referent: Herr Lehrer Peter Schmitt „Stellungnahme zur Befoldungsregelung", Besondere Einladung ergeht nicht.
Der Leamtenausschuß.
den letzten Monaten in Oberursel zahlreiche schwere Einbrüche. Das Homburger Schöffengericht berat« teilte jetzt den Führer zu einem Jahr Gefängnis, dessen Genossen mit Gefängnisstrafen von einem Mvnat bis acht Monaten, jedoch mit Bewährungsfrist. Ein Einwohner, der sich bei den Diebstählen der Hehlerei schuldig gemacht hatte, erhielt 5000 Mark Geldstrafe.
_ spd. Aschaffenburg, Am Montag bis in die späten Abendstunden wütete im Spessart und dessen Vorbergen ein Sturm, der die Fernsprech- und Telegraphenleitungen größtenteils zerstörte. Der Fernsprechverkehr zwischen Aschaffenburg, Hanau, Alzenau und Kahl ist gänzlich unterbrochen. Durch das Unwetter wurden wie schon eine Woche zuvor bei einem Sturm viele Baume entwurzelt.
Vermischter.
* Wer anderen eine Grube gräbt . . . Ein Fak übelster Denunziation eines Deutschen bei den Franzose, stand vor dem französischen Gericht in Mainz an. Dei Johann Dieter aus Wallhausen war von seinen eigenen Bruder wegen Besitzes von Kriegswaffe, und Munition angezeigt worden. Die Waffen bestander aus einem russischen und einem deutschen Seitengewehr und 25 Jnfanteriepatronen. Die Verhandlung ergab daß die Waffen und Patronen nicht Eigentum Bei Denunzierten waren, sondern von dessen eigenem Bru der im Hause des Angeklagten versteckt worden waren damit er durch eine längere Freiheitsstrafe aus den Hause käme. Das Gericht vertagte die Sache zur wei teren Untersuchung und eventueller Klageerhebung ge gen den Denunzianten.
* Verhaftung der Rastatter Kirchendiebe. Til beiden Rastatter Kirchendiebe sind in Köln ermitt teil und verhaftet worden. Die Fassungen der ge« raubten Edelsteinen hatten sie in Heidelberg veräußert. Bei dem Versuch, die Edelsteine selbst abzusetzen, wurden sie festgenommen.
* Selbstmord von Grupens Gefängniswärter. Aus H i r s ch be r g wird gemeldet: Der Gesängnis- inspektor Schentke, der dem Doppelmörder Grupen im Gefängnis allerlei Gefälligkeiten erwiesen hat und im dringendsten Verdacht stand, die Flucht Grupens begünstigt zu haben, hat sich, nachdem gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet worden ist, erschossen.
* Räuber-Anwesen in Berlin. Kurz nachemandei wurden in der Gegend von Zehlendorf und Dahlem vor zwei mit Revolvern bewaffneten jungen Männern drei Raubüberfälle verübt. Dem Frchrherrn Grillhofen aus Zehlendorf wurden Brieftasche und Fahrrad geraubt. Dem Kaufmann Mengerinkshcmsen aus Zehlendorf wurden alle Wertsachen adgenormnen. Mtt der Beute von 30 000 Mark verschwanden die Ränder im Dunkel. Sn Dahlem versuchten die Räuber dem A-rzl Dr. Fechner den Trauring vom Finger zu ziehen. Er fitzte sich jedoch kräftig zur Wehr, woran) die Räuber flöhen.
Teuerung, Menzett und München
Sn der „Augsburger Postzeitung" lesen wir folgende Zuschrift aus München:
Nach einem achttvöchigen Karneval, in dem sich üoS tanz- und verynügungÄMige München ausgetobt hat, setzte am Samstag der Ausschank verschiedener Starkbiero ein. Man braucht kein Phllister zu sein von strengen Sitten und von strenger Verurteilung des Alkohols, man braucht kein moderner Jeremias zu sein mit Klageliedern über die schlimmen Zeiten, nm sich mit Ekel über die Lebc- nnd Genußsucht mancher Kreise Münchens anläßlich des Storkbier-Ausschankes zu entrüsten. Niemand wird etwas entgegen haben, wenn nach getaner Arbeit derjenige, bers hat, sich ein Glas Starkbier gönnt, dabei lästig und fidel in Ehnsn ist und dann sich ruhig nach Harffe begibt. Aber direkt anekelnd und widerlich ist das Gebaren verschiedener Leute, die da glauben, beim Genuß des Starkbieres ihr Vergnügen darin finden zu müssen, sich noch rauschiger zu stellen als sie an sich sind, statt zu fingen zu brüllen, statt zu reden zu schreien und auf der Straße statt zu gehen alle Passanten, zu belästigen. Aber abgesehen von solchen Individuen wirst ein sehr schiefes Licht auf gewisse Kreffe das Drängen Md Hasten, zum Starkbier zu kommen. Wahrlich, der Preis für das Bier ist teuer genug. Der Liter kostet nur — 7 JL Am Samstag waren die Pschorr- bräu-Bierhallen und der Löwenbrärckeller geradezu überflutet von Gambrirmsjüngern, die da lechzten nach dem! köstlichen Naß. Waren die Pschorrbräu-Bierhallen (Ani- maior-Ausschonk) den ganzen Tag über fleißig besucht, so bekam man im Löwembräukeller (Bennobier) in den Abendstunden überhaupt keinen Platz mehr. Am Sonntag war es noch ärger. An diesem Tage stieg der Besuch nach 6 Uhr abends in den Pschorrbrän-Bierhallen so sehr, daß niemand mehr eingelassen wurde und sich die Anstehenden aus der Straße stauten. Aehnlich war es im Löwenbrüu- keller. Einen äußerst abstoßenden Eindruck mochte am Samstag ein Vater mit seinen beiden Töchtern, von denen die jüngere vollständig betrunken war. Das Mädchen rief immer aus: „Vatti hist mir nen Rausch anghängtl" Ein Sittenbild der widrigsten Art!
Hande! und Wirtschaft.
— Börsen Nachrichten. Am Berliner Devisen martt unterlag am Freitag die Tendenz mehrfacher Schwankungen. Der Dollar setzte mit 251 ein uni schwächte sich dann infolge der starken Markbesserung in Newyork im Verlaufe des Vormittagsfreiverkehrs bis auf 247 ab. An der Vorbörse trat ein Umschwung ein. Deckungskäufe der Spekulation, die vorher Blankoabgw ben gemacht hatte, hoben das Kursniveau wieder, so daß der Dollar während der amttichen Fesfftellung einen Kurs von 254 erreichte. — An der Effektenbörse hoi eine neue Belebung eingesetzt. Obwohl sich das Geschäft in dem kleinen Kreise der berufsmäßigen Spekn lation abspielte und vom Privatpublikum nur roenif Kauforders vorlagen, vermochte sich der Kursstand au der ganzen Linie bis auf wenige Papiere ziemlich beträchtlich zu heben. Der Grund dieser freundlicherer Stimmung liegt einerseits darin, daß durch die Annahme des Steuerkompromisses der Zustand der Ungewißheit beendigt ist, ferner aber schöpft die Börse Anregungen aus Nachrichten, nach denen der Warenabsatz wie der Verlauf der Leipziger Messe zeigt, trotz der Preissteigerungen allgemein sehr rege ist.
= Die größte Messe bet Wett. Die Leipziger Messe hat eine Zahl von Besuchern zu verzeichnen, wie sie bisher noch niemals auf einer Messe des Jn- und Auslandes verzeichnet worden ist. Unter den Besuchern waren Angehörige aller Staaten der Welt. Besonders stark vertreten war Oesterreich mit über 2500, die Tschechoslowakei mit 3000, Holland mit 1500 Besucher». Sogar Bulgarien hatte rund 700 Mesjebejucher