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Jfo 52?

Samstag, 4. März 1922.

- Mldaer Eieitung

CEkmerrt* wichtigst«

steht der bar r»A-

M SM Mnumtti 8er AmtttiW.

Don Joseph Ersing, M. d. R.

3m Folgendem ronÄ totr Bechättnisse berichtet, bie weiteren Kreisen bislang un- bokanmt gewesen sein dürften, die aber zum Leirstäridnis mancher Erschennmgen der letz­ten Zeit viel beitragen werden.

ieie Bewegung ist ihrer Führer wert. Die Richtigkeit dieses Satzes Hst der letzte Streik der Reichsge- Dtr(f djo f t deutscher E i s e n b a h n b e a m t e n, besser gesagt, der Streik der Lokomotivführer, wieder tm= w<1( bsmesen. Der Streik ist entstanden und in sich zu- ^Mmengebro<!)en, weil an der Spitze der Bewegung Per­sönlichkeiten stehen, die alles andere als Führer, vielmehr politische Wirrköpfe, geworkschaftiiche Dilettanten urtJ an persöniichom Ehrgeiz hoffnungslos ertomkte Per­sönlichkeiten sind.

(In der OeffrnÄichkett ist viel zu wenig bekannt, daß die Eisenbichnbeomtcirschaft. auch die der Reichsgework» schäft, gar nicht so zusammengesetzt ist, wie die Führer der Reichsgewerkschaft es darstellen. Die letzten Nochen Haden di« Gefahr in nächste Nähe gebracht, daß her Zersetzungsprozeß innerhalb der Deamdenbe- wegung sehr viel schneller vor sich gehen wird, als man im allgemeinen onnechm. Dieser Zersetzunasprozeß siegt letz, ten Endes begnürtdet in dem Neutralitätspedanken, unter desien Decke sich bisher in aller Ruhe, jetzt offen Mtoee tretend die Kämpfe der radikalen und radikalsten poli- tischen Clemente um die Macht abspielen. Geht man die Reihe der Führer durch, dir die neutral sein wollende Reichspewerkschaft seit dar Revolution gebrach» hat, dann wird man sofort die Destätieung für diese Behauptung haben. Die Reihe der Vorsitzenden begann mit Herm Obersokretär Lange, der noch kurz vor Ausbruch der Revolution als konservativer Parteigänger sich gebärdete, nach der Revolution Demokrat u»ti> noch einer weiteren Spanne Zett Sozialdemokrat wurde. Bei dsr Neuwahl des Dorftaiches 1920 siel er durch. Er öot' nicht radikal genug. Der Assistent Schuldt, zurzeit de- mokroti'cher Reichstogsabgeo^eter, wurde fein Nachfol- gcr. Schuldt liebte radokaPe Ausdrucksweise. Dieses und fein Spielen mit dem Streikfeuer radikalisierte die Reichs- pewertfchast in beschtermigtem Tempo. Vor eineinhalb Jahren etwa setzte dann der entscheidende Kampf um di« Radikalisierung des Vorstandes im politischen Sinne ein, der von der Lokoinotivfühnor-Gewerkschaft mch deren po­litisch y-T SPD. und USPD, zählenden Führer mtt Kon- fequeniz und Energie mrchreführt wurde. 3m ersten An­hieb o-tevlag der Kr.uistdat der Lokomotivführer, Obersekre­tär Menne au>> Erfurt, der bereits im Dezember 1920 zum Vorsitzender des Streikaktionsausschusies gewählt wurde, dem es' <uer nicht gelang, damals den Streik durch,Zusehen., trotz einer Mehrheit in der Urabstimmung. Zu erwähnen kst, daß Menne vor der Revolution Zen- trumsmaNn war, nach der Revolution der Mann der direkten Aktion xxrvAe, die Abschnürung der Notionaloer- fammlung in Weimar aus das eifrigste betrieben hat. von verworrenen Sowsetideen erfüllt ist und politisch sich auf die Linie der USPD, eingestellt hat.

Dieser Herr Menne wurde bei der letzten Neuwahl unter dem Druck der Raüiko'en als Vorsitzender dsr Reichs- peroerffrfi-aft durchaesetzt. Mit ihm gelangt« der Führer der Assistertenpruppe Thurau als einer der radikalsten USVD.-Politiker imd andere links polttisch orientierte Per­sonen in n Vorstand der Reichsgewerkschast hinein. Die Raüikalisic. , ier Leitung war damit sowett fortgeschrit­ten. daß dtvr d i r e k I e Aktion, der Generalstreik der Eisenbahner, er? ounean werden konnte, trotzdem im Vor­stand kröne ? reidrittel-Mehrhett für den Streik vorhanden

kelften Führer der Reicherewerkschaft von jehsr war. Dos Trimnvirat der direkten Aktion wird vervollständigt durch den Lokomotivführer Thieme, der wenirer feiner gei­stigen Fähigkeiten als feiner radikalen Gesinnung wegen m f iiheen.de Stellung xelamgt ist. Es ist bekannt, daß der R"ichsaeworkschast in anscheinend führenDer Stellung auch eine Reihe von Bert-et em der bürgerlichen Part-non «rge- hören. z. B. der derttschnaiionale Abgeordnete Schmidt- Stettin, der einer der eifrigsten Agttationsredner der Reichsarwerkschast ist. und der volksparteiliche Abgeordnete Seibert. Bis auf den Demokraten Schuldt. der sich inizwisilzen anscheinend gewandelt Hot, hat feiner der Ver­treter der bütr^rnkichen Parteien in der Reichsgewerfichast drn Mwt gehsbt, offen gegen die radikalen Elemente zu Felde zu ziehen. Das EigerLüm- liche ist. daß die Reichspewerkschaft nicht in bezug auf die bo» allen Aermttenormnlsationvn erhobenen berech- tigten Beschwerden der Beamten, die durch die wirtschoWch« Rot und zahllos« UngeschicklichkM seitens der Derwaliuingsorgane herrorgehobm wurden, sondern gerade bei ihrer direkten Aktion, die im wesentlichen rein politisch: Zwecke hott«, Snkkurs bei der Reichsposteewerk- fchaft und ihrer Führer schielt. Auch h'er in der Reichs- postg-nverkschoft ist eine ähnliche politische Radi- kalisierung vor sich gegangen. Der Vorsitzende 2aurs. ehed-rn Zentrmmsmarn, ist heute SoziatDemo- *** Der einflußreichste Mann in denselben ist fierr ~en3. dar oi'ch heut« noch sagt, daß er Zentrumsmann *e.'- Auf sein Belro'ben wurde den streikenden Lokomotiv- M«rn pro Tag 50 Unterstützung znpesogt. Dabei M ee Zusammensetzung der Leibung ähnlich wie bei der -oechseewerkschast der Eisenbahnbeomten. Der deutsch­nationale Oberpostsskretär Vogel leistet« sich das Stück- ;^n'6-men Aufvuf zur Sammlung von Strsikgeldem zu sErzchhnen, ein Vorgang, der natürlich allerlei politische -^H?>UrNgen nach sich zieht. Don der Deutschen Dolks- paetei sitzt ter Oberpostlekretär Morath als Reichstags- 2er- von der Zentrumspartei sitzen der Obsrpost- T~'Tr «och und Vostfekretär A l l e k o t t e als Reichs- ^^^^ere in dieser Organisation. Aber auch hier völlige Machtlosigkeit der Dürgeilichen MgNmber dm Radikalen.

Radikalisierung m den Führerkreisen der k^.^.lkschsft, der Lokomotivführer insbesoudsne, fort- zeigt u. o. eine Stelle aus dem Orsgm des LL k Eisenbahnerverbandes. wo es, nachdem

vus dem Organe der Reichsgewerffchaft heißt:Sie ist auf das Niveau der Roten deren vornehmster Schützling sie S'ebt 065 55tteil5 ®or."

emoaräi'-^" kprnz zu schweigen von den Presie- neutrchen Streik di« Organe dieser sogen,

«sti-f er.aynr en an, so wird das Urteil voll be- sL- neuesten Nummer des Voraus, dem Or- tDx^"'or llcettt man in der mi erhörtest en ^^^ewerkichaftlichen Spitzsoverbände, Mitglieder innerhalb bes Vor- ® die gegen den Streik wa-

r^n' .tm" . nur gegon die Spitzsnrechünl)«

Eewsrrfchasten", sondern außer den bu-rger!!ckPN Steren werb,» gleich noch die Mehr- heitssoz.al sten und Unobhängigen mit- verprügel - und mit u>mm werden (g«^rfw^fa-Tn.

war. Die Macht war an Me linksmhikolen Lbergepamgen, die sich auf die betnebstechnisch Gr-vvpe, die Lofomolivführor. stützen konnte.

3n eurer Verbindung mit den Genannten Lokomotivführer Scharfschwerdt, ter einer

kratie und dos Stinneskapitatl ht einen Topf geworfen. Di« Reichsgewerlschcft stellt sich als eine dem Allgemeinen D«rischen Gervcrkschaftsbund an Stoßkraft weit über­legene Spitzenorg-Misatisn hin. Es ist ganz interessant, daß nebenher auch der Nationaloerbcmd deutscher Berufs- verbände (gelbe Gewerkschaften) versucht, aus diesem Ra­dikalismus für sich zu profitieren. Aber es scheint, als ob die Rechtsradikalen weniger Glück haben als die Lmks- vadikalen.

Auf alle Fälle, der Zersetzungsprozeß inner­halb der Deamtenbewegung hat begonnen. Die Parteien der Mitt«, besonders das Zentrum, darf die­ser Entwickluktg nicht gleichgültig gogsnübeistchen. Cs geht um mehr, als wie um Gehaltstagen. Diese sind den radikal-m Parteien von links und rechts Nebensache. Der Weg, der gegangen werden muh, ist völlig klar. 3n der Privatarbeiter- und Angestelltenschaft hoben sich im staatspolitischen Sinne die großen Richtungen des sozialdemokratischen Gewerlschastsburdes und des Deut­schen Geworkschastsbundes (christliche Gewerkschaften) ge­geneinander ab. Gleich wi« die sozialdemokratischen Ge- werkschasten das Rückgrat der sozialistischen politischen Be­wegung sind und bleiben werden, ist der Deutsche Geroerk- schofisbimd das Rückgrat der bürgerlichen Parteien, unSe- fchadet des Rechtes des einzelnen Mitgliedes, unter den den sozialistischen stlasi«'kmnps völlig Mahnenden Parteien dorsenigen Partei Gefolgschaft zu leisten, die seiner staats­politischen und Fuffr-TcHen Anschauung am nächsten kommt. In die Deomlcmsaule des Deutschen Geworkschostsbundes, den Gesamtverband deutscher Beamten- umi> Staat sange­stellten-Gewerkschaften, Berlin-Wilmersdorf. Kaiserallee 25, gehören die staatspolitisch bürgerlich denkenden Beamten hinein. ____________- ______________

aus dem Nachbargebiet.

---- Dippatj. Mit Wirkung vom 1. April d. 3. scheidet die Gemeind« Wolferts kraft eines Erlasses des Hochro. Herrn Bischofs von Fulda, der von der Regierung bestätigt worden ist, cms der Pfarrei Dipperz cms uni) wird zur Pfarrei K lei n f a f f e n umgepfarrt.

---- hünftkd. Der hier neuyMündeten Sied- lungsgefelllfchaft wirrten Bauplätze in der Pfarrwiele zum Dau von Einfamilienhäusern zur DerfÜWng gestellt. Die Sorarbeiten haben bereits begonnen. Die Siedler pichen schon tatkräftig ans Werk, tnbam sie auf dem städt. Stembruch im Hachtel mit dem Brechen der nötigen Bruch-steine begonnen haben. Einige Fuhrwerk-chesitzer haben zugefa^, ein- zelne Fuhren Sterne umsonst zu fahren und im löch­rigen einen mäßigen Fuhrlohn zu beanspruchen.

)( Hersfeld. In der Iutespirmerei von Augiust Gottlieb A.-G. in HersfÄd ist am Donnerstag ein Streik ausgebrochen. Nach einer Erklärung der Firma ist die Ursache d-rrin zu scheu, daß ein Ar­beit e r, brT Betriebsratsmstglied war, entlassen wurde, weil er feinen vorgesetzten Meister tätlich bedroht hatte.

0 Schluetern. Der vom Schwuraericht Hanau im März v. I. wegen Ermordung und Beraubung de» Mechanikers Ludwig Schwarz aus Rüsselsheim zum Tode verurteilte Agtnt Wolf aus Soden, KreiS Schlüchtern, hatte, nachdem dos Ncichsaericht die eingelegte Revlsion verworfen hatte, das Wiederauf­nahmeverfahren betreiben lasten. Vom Landgericht Hanau war das Wiederaufnahmeverfahren nach er­folgter Beweisaufnahme aba e lehnt worden. Auf die vom Verteidiger des Wolf, Rechtsanwalt Dr. Koref gegen diese Entscheidung eingelegte Beschwerde hat jetzt das Oberlandesgerichr Kastel den Beschluß des Landgerichts Kassel aufgehoben, um dem Verurteilten Gelegenheit zu geben, sich zu dem Er­gebnis der Beweisaufnahme äußern zu tonnen.

F) Hana». Mit der Frage des Stadtthea­ters wird sich demnächst die Stodtvelordnetenver- sammlung zu befasten haben. Magistrat und Theater» kommt sion sind bvt Ansicht, daß mit Rücksicht ans die unsichere schwankende Wirtschaftslage der Ab­schluß eines Pachtvertrages auf drei Jahre untun­lich und die Verlängerung des jetzigen Provisoriums auf 1 Jahr angebracht ist. In der Zwischenzeit soll die Fi-age einer eventuelle» Theatergemeinschaft mit Nachbarfrädten geprüft werden. Für das nächste Jahr wiro vom Maglsträt und der Theoteikommls- sion eine feste Barsubvention von 100000 Mark von dem Theaterdirektor neben den vertragsmäßig zu gewährenden Sachleistungen vorgeschlagen. Mit der Führung des weiteren euijährigen Provisoriums soll der jetzige Theaterdirekior Poet ich betraut werden.

A Mellrichstadt. Sm hiesigen Elektrizitätswerk cer- unglückte der v-erheiratete Monteur Andreas Langen-- brunner so schwer, daß er alsbald seinen Brrletzun- gen erlag.

spd. Mainz. Der 39 jährige Buchhalter Alfred Hansen hat ferne hiesige Firma, bei der er erst ü Tage an gestellt war, durch Diebstahl eines Schecks um 92 609 Mark und durch Unierschlagnng um 2540 Mark geschädigt. Han en ist nach Eöln abgereist. Auf seine Festnahme jetzt« die Firma eine Belohnnna von 10 000 Mark aus.

vom Eichsfeld. Der Äretetog vsn Heilige n- stadt beschloß, die Berfiorgrmg des Kreises mit Siek- trizit at durchzuführen und dafür vorläufig 10 Mil­lionen Mark oufzmoenden. Die ElektrizitätsversorAmg soll von derE d e r t a lf p «r r e" aus erfolgen.

Vermischtes.

* Aach einem Vierteljahr schon baufällig. Zkurz cor Weihnachten hattm 2 Familien in Weinbach (Hes­sen) chre n-uerbrmten Häuser bezogen, mästen diese crh T schon jetzt wieder wegen Einsturzgefahr räumen. Die für den unteren Stock verwendeten Steine haben sich als untauglich erwiesen und yrfallen infolge der Nachwirkungen bis winterlichen Frostes und der dar­auf einsetzenden Feuchtigkeit. Die Häuser mußten auf Anordnung des Krerrbcruamtes geräumt werden. Sm Frühjahr soll das schadhafte Mauerwerk ues ersten Stockes durch andere Steine ersetzt werden.

Während die iS Item beim Karneval waren. . . In der Nacht auf Mittwoch entstand in Koblenz in einer Wohnung durch Kinder, die mit Zünd­hölzern spielten, em Brand, dem ein Knabe von 7 und ein Mädchen von 4 Jahren zum Opfer fielen. Die Eltern weitten währenddessen auf einer kcn nevalifti r> en Festlichkeit.

I Heidelberg wird Dor etwa zwei Yahren wurde in Heidelberg «ne Th er mal -N a^diu m- ; So Ölquelle entdeckt und gefaßt Dte Versuche mtt l dem Master dieser Quelle sind nunmehr zu einer ge­wissen Abschluß gelangt und haben günstige Heiler o^l- : bei' rheumatischen und katarrhalischen, ferner bei skro­fulösen Erkrankungen ergeben. Die Analyse der Quelle hat dar Vorhandensein namhafter^ Mengen geilten fixen Rodiumsalzes ergeben, wie sie in anderen raümm- haltigen Quellen in ähnlicher Höhe nicht vorhanden |rnb. Die alte Universitätsstadt am Neckar wird in kurzem tun Badebetrieb in größerem Umfange, in diesem som- mer zunächst mit provisorischen Einrichtungen aufneh- tren. Die Ausgestaltung zu einem Heilbad größeren Stils stt in Barbereidung.

* Die Gards kommt nach perlecherg. Potsdam ist nicht mehr Garnisonstadt. Die Garde zieht aus. Wenigstens die Formationen, die von den 'che- maligen Gardetruppen übria geblieben sind: 2 Eska- drons, die sog. Traditions-Eskadrons. Beide, die der Eardakürafsirre und die der 2. Gardeulanen (Reiter­regiment 4) werden nach Perleberg verfitzt.

* (Ein neuer Erfolg der drc^lofen EmpfanWlechnik. Dar Gssellfchaft für drahtlos Telegraphie ist cs jetzt gelungen, mit räumlich sehr kleinen, transportablen Empfangseinrichtungen die Funksprüche seldft solcher Stationen aufzunehmen, die mehr als 19000 Ki­lometer entfernt sind. Demnach kann man heute an jedem Punkte dar Erde alle einigermaßen stärkeren Funkstationen abhören. Oberingerrieur Dr. Esau war nach Buenos Aires entsandt worden, um den ge­eignetsten Platz zur Errichtung der Empfangsanlage für die in Dau befindliche Großstation derselben Ge­sellschaft zu ermitteln. Diese argentinische trans- atlantische Station ist bekanntlich als Gegen- station für Nauen zum Verkehr mit Südamerika best'inmt. Der geeignete Ort für diese Empfangsanlage m Buenos Aires ist jetzt gefunden, sodaß ein allerdings emfküiger Verkehr von Nauen nach Argentinien mög­lich ist. Bei dieser Gelegenheit gelang es auch zum erstsmnal, die Zeichen einer nicht übermäßig starken japanischen Station (Antipodenstation zu Bu­enos Aires!) über 19 000 Kilometer, das heißt den halben Erdumfang, über zwei orrfchiedene Kurse mstzunehmen. Der erste Kurs führt über den Stillen Ozean, fast ausschließlich über Wasser, der zw ite nur über dm Atlantischen Ozean, dann aber fast ausschließlich über die Kontinente Afrika und Asien.

* Selbstmord Grupens. Der wegen des Kleppels- borfer Doppslmordes zweimal zum Tode verurteilte Eruiren rerübte in feiner Zelle Selbstmord. Sm H'rfchberger ® fänpnis trfctrbe er von dem revidierenden Beamten an feinem Hosenträger hängend in der Zelle tot crifgesimden. Grupen war seit seiner Flucht in der vergangenen Woche in Einzelhaft. Grupen hat schrift­lich? Aufzeichnungen nicht hinterlassen und auch zu nie» manden Aeußrrungen getan, die auf sein Vorhaben schließm ließen.

* Glänzender (Etfo'g deutscher Ingenieure. Sn dem internet ionaLen Wettbewerb für die Hafenerwei­terung von Trelleborg (Schwieden) wurde der Erste Preis der Siemens-Dauumon u. deren Mitarbei­tern, den Professoren Franzius und Blum von der Tochnüfchen Hochschule Harmover zuerkannt.

* Das in Amerika das Eifern« Kreuz kostet. Sn einem amerikanischen Matte für Sammlerintevchsen bie- tei eine geschäftstüchtig« Firma in Ohio allerlei doutsche und österreichischeKriegserinneruncien" zu folgenden Preisen an: Ein deutsches Flugzeugführcrockzeichen 2,10 Dollar, ein deutsches Verwundetenabzeichen 50 Cents, eine österreichische Berwundetenmedaille 1,25 Dollar, ein österreichisches Mgimentscckzeichen 12'/, Cents, ein deutscher Uniformknopf 10 Cents und schließlich ein deutsches Eisernes Kreuz 1,65 Dollar, in deutscher WA), rung ta. 330 Pap-mmark. Zu dem Preise wird das Eiserne Kreuze in Amerika imKleinhandel" verkauft, für wieviel mag es da trm deutschenStifter", der es einst trag, feil gewesen fein?

Markte.

fpb. .Frankfurt a. M., 2. März. Aufgetrieben waren zum Diehmarkt 7 Rinder, 7 Färsen und Kühr, 354 Kälber, 454 Schafe, 578 Schweine. Kälber und Schafe wurden bei anfangs ruhigem, später aber leb­hafterem Geschäft ausoerfauft. Bezahlt wurde für einen Zentner Lebendgewicht: Käfber: feinste Mastkälber 1500 bis 1700 Mk mittlere Mast- und beste Saugkälber 13001500 Mk., geringere Mast- und gute Saugkälber 11001300 Mk. Schafe: Mast'ämmer und Mastham- mel 12001300 Mk., geringere Masthammel und Schafe 10001150 Mk., mässig genährte fiammel und Schafe 600900 Mf. Schweine: 80100 Kg. Lebendgewicht 18002100 Mk., vollflelschiqe unter 80 Kg. Lebendge­wicht 16001800 Mk., voMeifchiqe von 120150 Kg. Lebendgewicht 19002200 Mk., unreine Sauen und ge- schnittene Eber Lebendgewicht 17001900 Mk.

fpb. zroniiurt a. M., 2. März. Dem heutigen Pferdemarkt waren etwa 100 Tiere zugetrieben. Besondere Nachfrage bestand für Fohlen, die gute Preise erzielten. ES wurden bezahlt für schwerste Pferde 3560 000 Mark, für Arbeitspferde nordd. Schlaues 3040 000 Mark, für ältere Gebrauchspferde 1218 000 Mark und für kleine Tiere fRussenpferde). Für Schlachtpferde wurden vor allem bei guter junger Ware hohe Preise bezahlt. DaS Geschäft war von vornherein sehr lebhaft. Infolgedessen war der Markt nach kurzer Zeit geräumt.

Eingesandt.

Offene Anfrage en die Abteilung für Domänen und Iorfteu in Kassel in Bezug auf die Höhe des Besoldungsholzes der Forstbeamken.

An» dem Kresse FAda. 3n dankenswerter und für den Fernstehenden befriedig«aber Weise hat die Abteilung der Regierung für Domänen und Forsten die offene Anfrag« über Sledelungsland im Streife Gelnhausen öffentlich in der FEaer Zeitung beantwortet. Ob die beteilig! en Ort« und deren Bewohner dieser unferer Ansicht beiftimenen oder belftnmnen tömxn, wissen wir fteilich nicht: uns dünkt, daß feit Deröffentlichimg der Richtlinien für di« Abgabe von Sioatsland mfHärenö unb damit berul)ig«nd wirken kann ur£> muss. Dieser Endziel verfolgen ja auch wohl immer dieEingescndts" oberAnfragen" in der anstän- bitten Press«. Wenn in den Erroidermigen dabei inanch- mal der Donvuif der h«tzerifck)en Absicht lest« oder essen

iiuuvir

,'inlb!«r 2. eHtjj'. ntlem ist ffnld»

erscheint, so ist diese Unterstellung ost wohl pcmz unb» rechiigt. Er gibt Leute, die aus Liebe zum Dollsrool ohne jedes Prioatinteresse sich zum Sprecher der ßeuti, bie keinen Zeitungsartikel schreiben wollen ober könne«, bergeben und oft mit Mühe und dann nicht einmal pan, den Stern der allgemeinen Klagen herausschälen können, so dass sie den glattesten Weg zur breitesten Aufklärung, bie Zeitung, wählen, selbst auf die Gefahr hin, eine Be- richtig»ng oder den Dorwmf der Hetze sich gefallen lassen zu müssen. Nicht fetten aber ist auch mit 2 Artikeln von beiden Seiten dem tm Volke wühlenbsn Zünhstoff Bi« Explosionskrast genommen und damit das gross« Gut be» Friedens befördert.

Don diefen Gedanken gekettet richten wir nun eine bk Allgemeinheit fejt mehreren Jahren stark mtettfiterenbe Frage an bie prerchische Regierung in Kassel, Abteilung für Domänen und Forsten, über die Meng« des D e s o l- dungsholzes für bie Forst beamten und zwar zunächst tm Kreise Fukda. Cs leiten uns hierbei bie vor etron 2 Jahren in her Fuld. Zig. erschienenenEingesandts" und die Grroiterungen eines H. Oberförsters, die mir frei- sich nicht im Wortlaute vor uns haben und deshalb rare mitIrrtum vorbeha.'ten" aus dem Gedächtnis zitieren.

Die erfte Anfrage fach«: 3n dieser Zett der Drerncholz- not könnten wohl die Förster sich auch einschränken und auf einen Tell ihres BesoDungsholzes. das bis $u 50 und mehr Me'er betrage, zu Gunsten der Devölkevung, die nur mit 2 oder 3 Meter pro Familie bedacht werben konnten, gegen GckldcntSchädigung verzichten.

Di« erfte Erwiderung macht« den Eindruck, daß der Verfasser der Anfrage von seinen Gewährsmännern arg getäuscht woiden sei, beim es rourbe fast trkrrpbierenb mit genauer Zahlenangabe bekannt gegeben, daß ein Förster im Streife Fulda nur bas Gedächtnis tat sich hoffentlich nicht 12 Meter Brennholz bekäme. Roch einiger Zeit kam dann ober bie zweite Anfrage, wie­viel Dremcholz denn ein Ober förster im Streife Fulda bekäme, ob da nicht dir Zahl 50 und mehr berausfäme. Eine glatte, zahlenmäßige Avoabe erfolgte in diesem Falle aber nicht, sondern mir die Mitteilung, daß bei der neuen GrhÄtsregUiievung auch diese Angelegenheit neu gcorönet würde und dazu em Seitenhirb auf den E'mfender, der seinen Namen nennen möge. Nachdem nun die Gehalts» regulierung für die Fonstbeamten wohl beendet Ist. möge «nimal die Regierung tn Kassel die auf obige Frage noch ausstehende Atavort veröffentlichen und damit zur auf» klarenden Deruhigung der Bevölkerung im Streife Fulda beitragen. Am einf«l)stcn wäre cs, trenn in der F. Ztg. onaeeeben würde, roas ein Forftgichilfe, Förster o. 3t., Förster m. R., Reviersörster, und die SS. Oberförster von Fulda, Giesel. Großon'üder, Neuhof, Niederkalbach nach den neuesten Destimmungen an Brennholz zu beziehen be-l rochtigt sind.

Del unserer vollftändigen Unkenntnis mtt diesen De- stimmu-neen könnte vielleicht auch, roeun der Satz die für Nichisorstleute durchlchnfttlich in Ansch'ag gebrachte Holz» menge bedeutend überfchreitet, otwegefren werden, auf welche Weife in einem Forfthaule 40, 50 und mehr Meter Brennholz eivenktich in Asche verwandelt werden, ob nicht ferner eine fofvrtwe Einschränkung zu Gimften frierender S'adtlerr!« ftafifiiAen könnte. Für den Nichtelngoroeibten würde, wenn mit dem höh em Rang auch eine grössere Menge Iohmsbrenrholz in Betracht kommt, auch die Frage noch Berechtigung haben, was ein Forftrat, Oberforfdiät ufro. an 3ahresbrennstosf bekommt.

Wir ersuchen um erfchöpftnde Antwort an die Allge­meinheit und bitten dringend, den Donwurs einer betze- rifchen Absicht nicht zu erheben, da hiervor keine Spur bei uns . zu finden Ist. Einige für Diele.

Israelitischer Gottesdienst.

SamStag, 4. März. Dorabendgoftesdtenst 5 451 morgens 8, nachmitt. 4, SabbathauSganv 6,55 Uhr. WochennvtteSdtenst: Morgens 6,30, nachm. 5,45a abends 6.55 Uhr.

Amtliche Anzeigen.

Cs ist bekannt, daß von der pofnldien Regletunz entgroen den Bestimmungen bes Fiiebensvertrages (2lttl 91, Absatz 8) 1) ben Optanten bei ihrer Auswanderung aus Polen sogenannteSteuersicherhei-en" aboerlangt rootben sind und noch heute vorenthalten roeriun Um einen Ueberblick über deren Höhe zu gewinnen, sind An­gaben der aus Polen nach Deutschland ausgeroanberten und noch ausroanbernben Optan-en darüber «rwiinfcht, welche Beträge sie als Steueisickerhetten in ' ölen haben surütf» lassen müssen. DI« Erhebung dient lediglich vorbereitende» Mafnalrnen und eröffnet den Eefchödigien keinen Anspruch auf Entschädigung, daraus sind sie bei der Vernehmung ausbtück ich hlnzuweisen.

Es sind soigende Angaben erforderlich:

1. Des Hmlerteqers a) Name, b) jetziger Wohnorf, c) stützet er Wohnort.

2. Hinterlegter Betrag mit Angabe, ob in deutscher ober in polnischer Mark.

3. Betzörde welche bie Hinterlegung ongeorbnet hat.

4. Stelle, bei der hinterlegt worben Ist.

5. Falls Sicherunqshypotheken eingetragen worden sind: a) Höhe des Betrages, b) Bezeichnung des betast ten Grundstückes, c) Name des Eigentümers (deutscher ober polnischer Staatsangehöriger?).

Di« Ortrpolizeibetzörben werben ersucht, die Geschädlgen zu veranlassen, entiprechende Mitteilungen durch Sie an mich gelangen zu lassen.

Zufan-menftellungen, die obige Angaben enthalten müsse», sind mir mit tunlichster Beschleunigung vorzulegen. An­gaben von tuntig aus Polen zuwandernden Optanten sind lausend nachzureichen.

Fulda, den 25. Februar 1922.

Der Canbrat I. V.: Schuster

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