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JE 41.

Sonntag. 19. Fedrnm 1923.

Fuldaer Heilung

Druck her Fuldaer Aetleubrnckerei in Fulda

nsetzung recht schnell

halb dem ver-

nal hat jetzt etwas Anderes er

I. 4 M. 26 T.

M. 20 T. 12.

I. 5 M. 23 T.

L. 19 T. 13.

I. 3 M. 22 T.

11. Arbeiter Magnus Koch, 63 I Landwirt Witwer Bernhard Drexler.

13. Bürogehilfe Ernst Josef Baier, Handelsmann Anhow Goldschmidt.

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. Darf mm überhaupt von „Dangen" reden? Wenn wir nicht ängstlich geworden sind, so beruhigt uns we­sentlich die feste Zuversicht, daß der oberste Lenker aller Dinge seine Kirche irr dies«, kritischen Tagen nicht ver­lassen werde. Vom natürlichen Gesichtspunkte aus liest sich freilich eirx gewisse Gefahr erkennen, dir Frei­maurer und die sonstigen geschworenen Kirchenfeinde in Italien brachten gerade bei dem Tode des Papstes eine Ministerkrisis in Gang, und da dos VerhAtnis zwischen Staat und Kirche in Rom noch immer unge­regelt ist, lagen störende Zwischenfälle im Bereich der Möglichkeit. Sie sind ausgeblieben; der kulturkämp- ___ ....

irische Vorstotz ist vostktändig gescheitert. Das Kon- * Stimmst

Auf den ersten Wick sieht die Einsperrung der wahlberechtigten Kardinale röte eine sehr scharfe Maß­regel aus. Für die hochbetagten oder leidenden Kar- dinale ist es ja auch ein empfindliches Opfer, wenn sie ihre Häuslichkeit verlaffen und auf unbestimmte Zeit in die provisorisch eingerichteten Zimmer des Va­tikans sich in Kost wnö Logis bsgJben müssen. Aber sie bringen das Opfer, weil sie die Zweckmäßigkeit erkennen. Sie nehmen mich die volle Absperrung von der Außenwelt gern auf sich, weil dadurch die ge­botene Konzentration des ganzen Sinnens und Trach­tens auf die Wahlaufgabe gesichert wird. Die Ge­wissensfreiheit der Wähler kann nicht besser geschützt werden, als durch die abschließenden Stauern des Konklaves, in dem nur für die notwendigsten Dreh­türen unter der sorgsamsten Bewachung etwas Raum ge taffen ist.

auf dm besten Mann sich zu einigen weiß. Drei oder vier Tage sind eine Kleinigkeit im Vergleich mit frühev-n Dauer-Konklaves.

In das Konklave kann nichts eindringen, aber es soll auch nichts hiiwLisgchen. Nun will jedoch das Volk gern wissen, ob die Abstimmungen erfolglos ge­blieben sind oder ob ine Zweidrittelmehrheit erreicht ist. Da hat nun die Erbweisheit ein Hilfsmittel ge­schaffen. das etwas naiv ausfieht und doch sehr praktisch ist. Die StinnMttel werden nach jedem Wahlgang so­fort verbrannt, offenbar in der Absicht, um später Schnüffeleien wegen der Haltung dieses oder jenes Kardinals unmöglich zu machen. Der Rauch der ver- brermcnden Zettel muß nach außen abgeleitet werden. Da ist man nun auf den schlauen Gedanken gekommen, tarn obzicheitden Rauch eine bedeutungsvolle Färbung zu geben. Ist der Wahlgang fruchtlos geblieben, dann mischt man etwas feuchtes H u unter die Zettel, so daß der Rauch dunkel wird. Hat sich aber die Zweidrittel- piehrheit ergeben, so worden bloß die 50 oder 60 Zettel verbrannt und geben nur ein lichtes Rauchwölkchen Durch diesen einfachen optischen Telegraphen erfährt das harrende Volk ganz schnell und zuverlässig, ob es bis zum nächsten Halbtag nach Haufe gehen oder auf die frohe Verkündigung warten kann.

Die Erfahrungsweisheit zeigt sich auch darin, daß für die Papstwahl die Zweidrittelmehrheil Stimmen erforderlich ist. Das gibt eine viel besser. Gewähr für die Würdigkeit und für W. Leistungsfähig feit des Gewählten, als wenn nur dir knappe Halste auf feine Person sich geeinigt hätte. Allerdings kann das Erfordernis der Zweidrittelmehrheit die Dauer d:s Konklaves vwlängrrn. Aber diese Geduldsprobe fällt

Rampolla. Es war der letzte V rf . Einmischung. Papst Pius X. macht meintlicheik Recht der Exklusive ein C

Kaiser und n Kardinal

werden So

* WiirttembergischeS Porzellangeld. Tie Siadi Stuttgart hat in Verbindung mit Ludwigsburg künstlerisches Porzellangeld herausgegeben. Die erste Serie, 5000 Stück mit 5-Mark-Wert, zeigt daS alte Schloß in Stuttgart, ist in (Elfenbein gehalten und mit goldenem Rand umgeben.

* Ein Raubüberfall. Zwei städtische Beamte in

11 T. 16. Auszüger Wltlvcr Sebastian Preis au- Schmalnau, 73 I. 26 T.

Sn dm großen Zügen wie in den fiemen Einzel­heiten ist das Konklave gang vortrefflich eingerichtet. Schade, daß steh das Verfahren nicht nachahmen läßt bei weltlichen Versammlungen, die eine wichtige Wahl ober folgrnschwere Entscheidungen zu treffen haben, lieber die Konferenz in Genua wollen wir licher nicht reden. Aber wie wäre es mit dem Deutschen Reichs- t a g, der sich in dm letzten Tagen sehr zerfahren und unschlüssig zeigte? Wenn die 400 Volksvertreter im Reichstag-yebäude erngemauert würden, bis ft- die ■m weltlichen | große Koalition, ein umfassendes Programm und eine

1 । feste Regierung geschaffen hat!,.», so würde Deutsch-

Kein Kordi- land recht boD von dem Alpdruck befreit fein. In

als fernen . diesem Berliner Konklave würde es fv-ilich zunächst

1 sehr stürmisch zugehen; aber aus der

Neue Bücher.

.Vie wirtschastkkurve mit 3nüertablen der Krank- futter äeitang.* Verlag der Frankrurter Socieiäts druckerei G. m. b. H., Frankfurt a. M. Preis 15 Mk einschließlich Sortimentszuschlag. Das erste Heft dieser neuen VierteljahrSschrift bietet ein außerordentlich reiche« und wertvolles Material zur Beu-teilung der wirtschaftlichen Gntwicklunp in Deutschland unter Heran, ziehuna internationaler Vergleiche. Die auS der Broschüre .Die Indexzahlen bet Frankfurter Zeitung-' von Ernst Kahn bekannten tvirtschaftrsiaiistischcn Arbeiten werden in dieser neuen periodischen Schrift fortgeführt und ausgedehnt. Praktiker und Theoretiker der Wirts -oft, Arbeitnehmer, Ribeitgeber, Politiker und Studierende finden in dem vorliegenden Heft für sie wichtige Uebersicht n über Warenpreise im Großhandel und Kleinhandel, über Börsenkurse und Batutabewegung, ArbeitSmarkt u. a. Spezielle Untersuchungen beschäftigen sich mit dem Problem der Rentabilität und mit der Vergleichunr der Lage der Staatsfinanzen und der Noten­banken. Die Untersuchungen über die Löhne sind ausgedehnt worden auf einzelne Gruppen von geistigen Arbeitern und von Beamten. Das reiche Zahlenmaterial wird durch eine Reche von Schaubildern (Ein- und Mehrfarbendrucks wirksam dargestellt. Im Anhang werden Tabellen über die Valutabewegung vo» 1914 bis 1921 für jeden einzelnen Tag gegeben, die ein praktisches Bedürfnis erfüllen. Die Schrift ist ge­eignet, klare Erkenntnisse über die Lage unserer Wirt- schäft zu verbreiten und verdient deshalb größte Be­achtung im In. und Auslände.

Ausm Ms 6ea WM öes SkMesM« ä-

Sterbefälle vom 9.—17. Februar 1922.

10. Februar. Witwer Karl Gutperlet, 87 I. 6 M 14 T. 10. Ehefrau Maria Agnes Hausch, geb. Hurlacher, 80 I. 6 M. 20 T. 10. HanS Hermann Krieg, 1 I- 8 M. 29 T. 10. Anna Therese Link, 2 M. 10 T 11. Ehefrau Barbara Therese Hartmann, geb. Hyronimu»

verowsrus Üblich: „Der König ist tot, es lebe der Sfontg! Bei der erblichen Thronfolge kam, sich das s an die Todesbotschaft knüpfen; denn in

demselben Augenblick, wo der bisherige Herrscher die 21u.gen ftfjlreBt, ift der Erbprinz Monarch geuxrrben. l)er papsUuhe Thron wird nicht durch Erbgang besetzt, sondern durch Wahi, und die Wahlhandlung erfordert Zeit, so Laß cm Interregnum, eine Spanne der Ber- st:,*'trrI^nc,,r: rc- e" ,mu6- 2e länger, desto drückender.

Dieses Mal, wie überhaupt bei den letzten Papstwahlen, war die -öcit des Hangens und Banqens nur sehr kurz. Gott sei Dank! , y

5n dem ftnmgften Kloster ist für die Klausur nicht so peinlich oorgesorgt, wie beim Konklave, und das ist gut so, damit nicht bloß jede Einmischung von außen ausgeschlossen bleibt, sondern auch nicht einmal der Verdacht einer solchen Einmischung kommen kann. Bis zur Papstwa!hl von 1903 bestand freilich für einzelne weltliche Mächte noch cm; Möglichkeit mittel, barer Einmischung. Einige Staatsoberhäupter nah­men das sog. Rech« der Exklusive in Anspruch, d. h. sie glaubten, einen Kardinal beauftragen zu können, daß er gegen einen bestimmten Kardinal di sprach erhebe, wenn derselbe Aussicht habe, gewählt hot damals der österreichisch-ungarif König Einspruch erheben lassen aeoe

dozenten für orientalische Philologie, Dr. G. Die Stempel sind von Dr. G. aus den Büchern entfernt worden, nur di« Geheimstempel hat er übersehen. Ge­gen eine Kaution von 25 000 Mark wurde der Privat­dozent auf freiem Fuß belassen.

* Ausschreitungen polnischer Banden. Sn Klein- Markowitz bei Ratibor drangen polnische Banden in das Gasthaus ein, feffelfen die Bewohner und raub­ten eine große Menge Wertgegenstände. Auch in Kö- nigshüite wurde gestern abend der Kaufmann Bern­hard in feinem Geschäft überfallen und der Gefchäfts- tosse beraubt.

* Eisdere« in der Ostsee. Die Lage in der Ost­see ist, so wird aus Stockholm berichtet, kritisch, «veil viele Eisberge die Schiffahrt im Kattegat und im Sund fast ganz unterbinden. Der Hasen von Göte­borg ist völlig aboeichnitten.

* Der Pariser Aschinger, der Restaurateur Alexan­der Duval, ist an den Folgen einer Dlinddarmopera- tion gestorben. Duval war der Gründer der nach ihm benannten Speisehäuser, die sich in allen Teilen von Paris befinden.

* Versuche mit drahtloser Dildtelegraphie. Von Rom aus fanden die ersten Ferndei suche mit draht­loser Bildtelegrabie des Berliner 'Professors Korn nach Panzerschiff „Andrea Doria" bet Spezia statt. Die Versuche gelangen vollkommen. Eine Ferntelegraphie gleicher Art nach Massaua wird jetzt vernicht werden.

* 100 000 Mark für eine Hundebeerdigung. Sn Amerika fand in Hoboken ein: Hundebterdigung statt, wie' sie manchem Menschen nicht zuteil wird. Zum Dank für 16jährige treue Dienste veranstaltet,: ein Zahnarzt für seinen Foxterrier „Rex" ein großartiges D-gräbnis. Die Leiche ruht,: in einem mit Samt ffU5prJfd)(eigenen Sarg, der 500 Dollars, also etwa 100 000 Mark kostete, und dieser „schönen Leiche" folg­ten drei dichtbesetzte Kraftwagen mit Trauernden, die „R.'x" bis zum Hundefriedhof das Geleit gaben. — Es gibt also auch in Amerika Narren!

MtMMmWni Her MmMi.

Don Dr. Reinhold Heinen (Köln).

Unsere Gegner haben es der Zentrumspartei häufig zum Vorwurf gemacht, daß sie kein festes Programm habe. Sie übersahen dabei ganz, daß in der Jahrzehnte alten Tradition der Zentrumspartei ein ganzes Pro- aramm liegt und daß es nur der Herausarbeitung der Grundlinien dieser Arbeit der Partei für unser Volk bedurfte, um ein Programm zu formulieren. Als nach dem Zusammenbruch die Zentrumspartei vor die Ausgabe des Wiederaufbaues gestellt war, ging man daran, die Grundsätze der Partei aus ihrer Tradition

Die Zukunstsaufgaben der christlichen Gewerkschaften.

In der letzten Vorstands- und «usschußsitzung des Gesamwerbandes der christlichen Gewerkschaften hat man sich eingehend mit den Aufgaben der christlichen Gewerkschaften für die Gegenwari und Zukunft be­schäftigt. Die zusammenfassende Meinung der oeranr- wörtlichen Vertreter der chrisüichen Gewerkschaften wurde niedergelegt in einem Aufrufe, der in den näch­sten Tagen den Mitgliedern unterbreitet wird.

Aus diesem Aufrufe seien die einzelnen Kernpunkte herausgestellt . Eingangs desselben wird darauf hinge- miesen, daß die christliche Gewerkschaftsbewegung sich aus kleinsten Anfängen heraus entwickelt hat. Der Zeitabschnitt zwischen dem ersten Kongreß der christll- chen Gewerkschaften in Mainz 1899 und dem Kriegs- ousbruch war steter Kamps um die Durchsetzung der Ideen. Schwere Kämpfe um die Existenz und um die Stellung der christlichen Gewerkschaften im öffentlichen Leben wurden geführt. Gleichgültigkeit der großen Massen und Verständnislosigkeit staatlicher Organe und sonstiger Stellen gegenüber sozialen Notwendigkeiten waren hierzu die Hauptveranlassung. Erst der Krieg, der Zusammenbruch und die Revolution haben eine an­dere Lage geschaffen. In der christlichen Gewerkschaft sind heute etwa 1 150 000 Mitglieder erfaßt. Daneben bilden diese Massen im Deutschen Gewerkschaftsbund mit mehr als 2 Mill. Mitgliedern den Hauptstützpunkt.

Mit den neuen Zeiten kommen auch neue Auf- gaben. Die christliche Gewerkschaftsbewegung wächst Über die bisherigen engen Aufgabengebiete hinaus. Sie wird ein starker Träger des Staates, der Wirtschaft und der Kultur des deutschen Volkes. Die in der Ar­beiterschaft ruhenden geistigen und wirtschaftlichen Kräfte sind zu diesen Zwecken zur vollen Entfaltung zu bringen. Hier setzt das Aufgabengebiet ein. Die ge­samten geistigen und wirtschaftlichen Kräfte sollen in vollem Umfange eingesetzt werden zur positiven Gestal­tung der Dinge. Als erstes Aufgabengebiet wird gekenn­zeichnet die einheitliche geistige Einstellung der Gesamt­mitgliedschaft. Erweiterte Schulungsarbeit ist zu lei­sten. Lehrgänge gewerkschaftlicher Art, eine Gewerk- schaftsschule sind einzurichten. Es wird hingewiesen auf den Ausbau des Presse- und Literaturwesens der Bewe­gung. Mehr als 26 Organe der einzelnen Fachoerbände erscheinen jetzt schon. Sie aus eine einheitliche Linie in der Führung zu bringen, wird als notwendig erachtet. Die Tageszeiwng „Der Deutsche" soll zu einem führen­den Organ für die Frage des Wiederaufbaues und der Neugestaltung der Arbeiterbewegung betrachtet werden. Diese Tageszeitung erscheint ab 1. April im eigenen Verlag.

Als wichtigste Aufgabe bezeichnet der Aufruf ober die Stärkung der Wirtschaftskräfte der deut­schen Arbeitnehmer. Hierzu sollen dienen die Deutsche Volksbank, die alle verfügbaren finanziellen Mittel der chrisllichen Gewerkschaften, Genossenschaften und die Spargelder der Mitglieder zusammenfaßt, dem Einfluß der Arbeiter und dem Wirtschaftsleben nutzbar macht. Zwischen Gewerkschaften, Genossenschaften und Dolksbank soll ein einheitliches Zusammenwirken die Wirtschaftskräfte der Arbeiterschaft zur Geltung brin­gen. Eine Verbindung zwischen Genosienschaften und Gewerkschaften einerseits und landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften anderseits soll den Weg von Verbrauchern zu Erzeugern kürzen.

Diese die gesamte Arbeiterschaft berührenden Fragen der Lösung entgegenzuführen, ist Ausgabe des Gesamt- verbandes der christlichen Gewerkschaftern Hierzu sind erforderlich mehr Kräfte und von allen Dingen finan­ziell e M i t t e I. Zu diesem Zwecke wird von jedem christlichen Gewerkschaftler eine Sonderleistung ver- langt ___

Das neue Zentrumsprogramm enthält im Gegensatz zu den Programmen anderer Parteien keinen besonde- ren Abschnitt, der unserer Gemeindepolitik ge­widmet ist Darin liegt keineswegs das Zugeständnis, daß Politik im Gemeindeleben nichts zu suchen habe oder daß die Zentrumspartei auf die Auswirkung und Anwendung ihrer Grundsätze auch in der Gemeinde verzichtet, sondern liegt die Betonung, daß die Zen­trumspartei die Wemeindepalitik als einen organisch mit der Reichs- und Staatspolitik zusammenhängenden, wesentlichen und wichtigen Teil ihres Arbeitsgebietes betrachtet. Unsere kommunalpolitischen Grundsätze, die ja ihrem Wesen nach nichts anderes sind und fein sol­len als die Uebcrtragung und Anwendung der für Reich und Staat maßgebenden Grundsätze auf das Gemeinde­leben, find in das umfassende allgemeine Programm unserer Partei hineingearbeitet worden und bilden einen unlöslichen Bestandteil des gesamten allgemeinen Par­teiprogramms.

Die kommunalpolitische Bereinigung der deutschen Zentrumspartei hatte, während die Dorarbeiten für das große Programm unserer Partei eben im Gange waren, am 11. Februar 1919 vorläufige Leitsätze, die in Rr. 9 des 11. Jahrganges (Zweites Halbjahr) der Kommunal­politischen Blätter und auch im ersten Heft der Kom- munalyolitifchen Schriften abgedruckt sind. Cs entbehrt nicht des Reizes, diele Leitsätze mit den entsprechenden Punkten des neuen Programms der Zentrumspartei zu vergleichen. Eine Gegenüberstellung der Beftimmun- gen des neuen Programms der Zentrumsartei mit den entsprechenden Leitsätzen der kommunalvolitischen Ver­einigung hat die selbstverständliche Bestätigung erge­ben, daß die wenige Monate nach dem Umsturz in einer Zeit der Gärung und des Uebcraanaes beschlosse­nen Leitsätze der Kommunalpolitischen Vereinigung voll­kommen zwanglos sich in das neue allgemeine Pro­gramm der Zentrumspartei einfügen. Die Leitsätze er­fahren durch das neue Parteiprogramm eine tiefere grundsätzliche Fundierung, 'in Einzelheiten auch eine bessere Formulierung, hier und da auch eine Ergänzung — aber nirgendwo ergibt sich die Notwendigkeit, an dem sachlichen Inhalt der Leitsätze irgend etwas zu an» dem.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnis wird auch der Ausschuß feine Arbeiten aufnehmen können, desien Bil- bung auf der Essener Hauptversammlung der Kommu- nalpolitiichen Bereinigung von 1920 zur endgültigen Ausarbeitung unseres Kommunalprogramms beschlossen worden ist. Die Essener Hauptversammlung hat sich dafür ausgesprochen, daß nach Ferligstellung des allge­meinen Parteiprogramms auch ein Kommunal­programm ausgearbeitet werden soll, wofür die Grundsätze in den Leitsätzen für die Kommunalpolitik der Zentrumspartei bereits vorliegen. Der geschäfts­führende Vorstand der Kommunalpolitischen ‘Bereini­gung ist damals beauftragt worden, unter Zuziehung geeigneter Mitarbeiter aus Stadt- und Landgemein­den, aus den verschiedenen Landesteilen sowie aus den einzelnen Ständen den Entwurf eines Kommunalpro- gramms auszuarbeiten, der der Hauptversammlung zur endgültigen Genehmigung vorzulegen ist.

Um für die Beratungen des Ausschusses, der in Kürze feine Arbeit aufnehmen wird, eine möglichst umfassende Grundlage zu schaffen, bitten wir alle Parteifreunde, Abänderungs- und Ergänzungsvorschläge baldigst an bas Generalsekretariat der Kommunalpoli­tischen Vereinigung in Köln (Ursulagartenstraße 1) ein« zufenden.

14 Hallenmeister Witwer Zohauo Severin Rauck, 80 I. 3 M. 22 T. 15. Else Zell, 9 M.

nicht ins Gewicht gegenüber dem Vortsäe der hochge- spannten Mehret. Boi den letzten Papstwahicn Hai sich auch immer gezeigt, daß das Kollegium der Kaödi- nÄe m seiner vorzüglich:,! ZusaMm.'nsetzung recht schm"

I klcioe konnte auch diesmal wieder ungeftort zusarnrnen- Unpolttlsche Zettlause. I treten und ungestört die Wahlhandlung zum erfreulichen Von Fritz Nienkemper. I ®ri^G führen.

iq92 2a, das Konklave, die abgeschlossene Wahlversamm-

Verim, 14. Februar 19-.2. (img der Kardinale, ist ein« musterhafte Einrichtung, Schah», daß die erste Hälfte des Februar so Ü b e r- I die Bewunderung verdient. Man spricht ost von der lastet war! Die Streiks und die politischen Wirren I „Erbweisheit des Vatikans". Cs gibt in der Tat eine hatten lieber aus sich warten lassen sollen. Wir hatten I solche Erbweisheit; sie fft das Ergebnis der Ersahrun- in den letzten Wochen so gern unser Denken und I gen, die in Tausenden von Jahren gemacht und in Fühlen ausschließlich nach Rom gerichtet, — auf die I kluger Weise ausgowertet worden sind. So hat sich Bahre des verewigten Papstes und auf die Wahi des I aus den vielfachen und stellenweise sehr bitteren Ersah- neuen Oberhauptes der Weltkirche. I rungen bei der Papstwahl die sitzt geltende Wahlmd-

Die Ereignisse in Rom waren von so ungeheurer I nung entwickelt, die den dentoar besten Schutz gegen Bedeutung, daß jede Ablenkung durch andere Vorgänge I unbefugte Einmischungen und auch gegen bedenkliche als lästige Störung empfunden wurde. Rom zeigte | Uebercitungen bietet.

sich wieder einmal als Hauptstadt der Welt im vollsten Sinne des Wortes, und der Vatikan war der Brenn­punkt tm Hohlspiegel der Zeitgeschichte. Schreck, Trauer, «Spannung und Erlösung erschütterte in rascher Folge die Gemüter der Menschen. Nicht bloß der Katholiken, sondern aller zivilisierten Adamskinder, PW™- daß tm Vatikan der größte Wohltäter der Menschheit gestorben war und ein neuer Fürst des ^rteüens und der Liebe aus der Phönixasche sich er­heben müsse. 61

, Thronwechsel in Frankreich war stüher der

Köln, die 300 000 Mark Löhnungsgelder transpor­tierten, wurden von Räubern überfallen und mit einem schweren Gegenstand auf den Kopf geschlagen. Es ent­spann sich e i n K am p f, wobei den Beamten das Geld entrissen wurde. Erne Tasche mit 100 000 M. tonnte den Räubern wieder entrißen werden, während es ihnen gifang, mit der anderen Tasche, in d:r sich 200 000 M befanden, in einem Automobil zu entkommen. Der Vorfall spielte sich mitten inder Stadtad.

------- . - . , * Ein Drivakdozenl als Büchermacder. Büchsr- und ihrer Weltanschauung herauszuschälen. Nach sarg- I tziebstShle, die bis auf das vorige ÄrhrhunSert zurück- XÄTÄ u"serer b°st°n Kopfe -st b,e- bei « e i pzi ger U n ive r sität ouf-

fonnte die Richtlinien der deutschen ZenNumspane? gÄeckt wllrden Es gelang durch die Bemühungeneines und dem daraus in den „Ausgaben praktischer Politik" Unwersilatsprosessors, euren Dich, der dre Jnstituts- abgdeiteten praktischen Forderungen seine Zustimmung I buchereien bereits feit 1899 systematisch plünderte, geben. I dingfest zu machen. Cs handelt sich um den Privat­

handel und Wirtschaft.

= Dollar 206. Die Devisenkurse zogen am Berliner Markt und Freitag bei lebhaftem Geschäft weiter an, vor allem auf Bedarfskäche der Importeure hin, denen gegen, über das Angebot im freien Markt klein ist. Dollar 206%, London 900, Holland 7750.

Märkte. ‘

= Fulda, 18. Febr. Auf dem heutigen Schweine, markt waren 4 Läufer und 85 Ferkel aufgetrieben Für elftere würben bezahlt 1400—1500—1600 M., für letztere 400—500—600 Mk.

Sottesdienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, 19. Februar. Dom. ^Kollekte für di» AlterShilfe ) */»6, 6, */«7 u. 7 M., 8 Pfarramt m. Umg. Pr. u. Seien, VilO Uhr Kathedralamt u. Pr., ‘/.12 M u. Pr., */i2 A.» 2 Ehr. f. d. Jungfr., 4 Sakraments. Brudersckmft m. Pr. u. Segen, 7 A. i. b. Mar.enkapelle Menlap 5 Rosenkranz mit Legen. — Stadtpfarrkirche »A6 u. */<7 M., 8 erster Schulgd. m. Pr., ‘MO, Hochamt m. Pr., 11 zweiter Schulgb. m. Pr. Von Vi6 an wird jede halbe Stunde die hl. Kommunion ausgeteilt. V»S Ehr. f. d. Jungfr., ‘/,3 Bruderschaft v. hochw Gut Nächsten Sonntag rst atm. hl. Kommunion des Jüngl.. Vereins. — Pfarrkirche zum heil. Geist. >/«7 Kom. 7 Frühm., 8 Pr. u. Amt m. Kom., */s5 Ehr., 5 A. — Sodnlität. 0,7 Generalkommunion. — Soverikirche Sonntag® und werktags 0,7 M. — Herz-Jesu-Heim. 8 Hochamt in. Pr, nachm. 2 1’1. (Mittwoch abends 821.) — Frauenberg 5,6, 6‘, u. 7 M., 8 M. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 Pr. u. A. f. d. Terziaren.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 19. Februar. Fulda. Vormittags 90, Sup. Ruhl, vormittags 11 Ki idergottesdienst, nach­mittags 2 Pfarrer Weber. — Grshcnlüder. Bormitt, 90, Pfarrer ^cber. — Bad Salzschlirf. Varm. 9’/, Pfarrer Reich.

Mittwoch. 22. Februar. Fulda. Abends 8 Sibel- stunde (Gemeindehaus).

Svangel. landerkirchl. Gemeinschaft, §u!da. vuttlarstr. 17.

Sonntag, 19.Februar. Abends 8Evangelisation.— Dienstag abends 8 Bibelstunde (Pfarrer Weber). — Donnerstag abends 8 Iungsrauen-Bibelftunde. — Freitag abends 8 Bibel- und Gebetstunde.

vollkommenstes Hautpflegemittel

Gegen rauhe aufgesprungene Haut

Besser als bittere Siansäeln u Zitronen e _ SH fi dabei billiger.

■ Bitte rmandel. Zitrone* usw.

Herzliche Bitte.

Das Sk. Zofefsheim (Heimat für heimatlose Kinder! in Berlin, in welchem sich gegen 300 arme Kinder be­enden, bittet die lieben Leser recht herzlich um eine gütige spende zur Linderung der großen Not des Helmes! — Senn die freundliche Spende auch nur für ein Brot aus- eichend märe, fo ist bas Helm sehr dankbar und der Hebe .Sait wird's lohnen! Collie es ein größerer Beitrag fein n haben Sie etwas Großes für arme und hungernd« Umber getan! Postscheckkonto: Berlin N. W. 7, Nr. 8077.

St. Zofefsheim. Berlin N. 58, Pappelallee 61.

Wir hoffen Ihrer Ansicht zu fein, wenn wir bei dem teurer Sorto den Lnwfana der fr undiichen Spenden unter 10 Mar! tut aus Wunsch dankend bestätmen. Für jede, auch die kleinst, ■labe, können Sie unseres herzlichsten Dankes und Gebetes Vev Äert fein-

tot würde doch die Tugend der Vrrträglichkeit hervor» gehen. Wahrscheinlich würde schon nach wenigen Ta- j«t das lichte Ranchwöllchen dem harrenden Volk ver- künden: „Wir haben eine Mehrheit und eine Regio .ung."

Richten wir nach diöse>m berlinischrn Seittnspruni Den Blick wieder auf die Papstwahl, so wäre noch en iieines Wort zu sagen üb:r einen nachträglichen Brr uch der Friedensstömng, der glücklicherweise ersolgloi jfblkben ist. Gallische Heißsporne wollten die Weh tauben machen, der neue Papst Pius XI. habe als .'tarrtiits Ratti in Oberschdesim für die Polen und gegeo ae Deuischen Partei ergriffen. Das war — höflich gssogt — eine iendongiöse Unwahrheit und hatte sihr kurze Beine. Alsbald wurde nochgewiefen, daß Kardi­nal Ratti als Bevollmächtigter des FrvÄetWpapftes Benedikt XV. sich durchaus in dessen Sinne unpar­teiisch und beruhigend betätigt hat, deshalb sogar vo» den polnischen Nationalisten schr fchars angeseindet wor­den ist, überhaupt für Deutschland stets volles Ver­ständnis und warme Teilnahme bekundet hat, selber deutsch spricht und den deutschen Kardinalen mit be­sondrer Herzlichkeit nahrgetreten ist. Wer dsis: Ver­dächtigung ausbrachte, gehört zu siner Kraft, die Böses will und Gutes schafft. Denn nun ist es erst recht klar imii sicher geworden, daß Pius XI. der richtige Nach­folger ist für Papst Benedikt, den Frtedensapostcl unä Wohltäter der Armen.

Also blicken wir auf das große Ereignis von Rom mit heißem Dan! und froher Hossmmg zurück.

*

Nun hebt das feuchte Ange von der Bahre!

9iun danket (Sott: Nicht Waisen sind wir mehr!

9hm schauet froh zu Petri Hochaltäre, Dort st?ht ein Priester wieder hoch und hehr. Gott hat gekürzt der Prüfung bange Tage, Nun darf verstummen Sions Witwenklage, Der dunkle Schleier weicht dem Festgewand. Frohlockend jauchzt der Erdkreis ihm entgegen, Und jubelnd beugt er sich dem ersten Segen Von Pius gnadenvoller Vaterhand.

Von Millionen Zungen hallts: Willkmnmrn Der Kirche neuer Hort und Schutz und Ruhm! Dir öffnen sich die Herzen aller Frommen: Komm, nimm Besitz von Deinem Eigentum! Wir schwören Treu im Leben und im Sterben Dir, urcfers Friedenspapstes würd'gem Erben, Dir echtem Sproß aus dem Apostelgrab.

Elias mußt' von feinem Dolto ziehen;

Zn Dir, o Elisäuc-, laß uns fliehen. Dir hinterließ er Mantel. Ring und Stab.