Fuldaer Zeimng
Amtlicher Anzeiger für Öen kreis und die Lladk Fulda.
Nr. 40.
Leranrroorttich für Den ceoauioneüen Teil' Dr. I. Kramer, z für Die Anzeigen: 3. PorzeUer-FviSa. S Roratlonsdruck u. Verlag der Fuldaer Artienüruckerei in Fulda- Sermpi edier Nr. f). Telear.-Ühreife: Fuldaer Heilung.
Samstag, 18. Zedruar 1922.
Berua» preis: Manamch 8.0J Alt. zugeiielli frei ins -au».
- Abgehoil in der Geschäitsst.lle 7,53 M. z Mnitigtii: Kieinzeile nach t o one, I Mk.: auswärts 1.50Mk. Reklame,ei'e iT»tiorei,el nach Cotone mast 4 Mark.
49. Zahrg.
Sie Mörder Erzbergers« ZidM.
Die vereitelte Festnahme,
Heber den Aufenthalt der Mörder Erzbergers in Fngarn meldet der Budapester Korrespondent des »Bert.
folgende Einzecheiten:
Der Münchener Kaufmann Heinrich Schulz mrd Wt frühere Oberleutnant Heinrich T i l l e s s e n sind bereits im Oktober aus München in Budapest ein» • getroffen. Sie verkehrten dort in den pmwkvoüen Der- tinstotalen der beiden irregulären Organisationen des Vereins des „erwachenden Ungarns", dessen militari. Ktr Leiter der bekannte Bandenführer Oberleutnant Hejas ist und de, Landeswehroereins „Nove", der Mer Führung des Stadlhauptmanns Eornbös stehl, vm Dezember 1921 wurden Schulz und Tillessen durch einen Zusall erkannt. Die deutsche Gesandt, fd) a f t wandte sich sofort an die Budapester Polizei. Etwa vierzehn Tag« lang geschah m der Sache nichts, obwohl die deutsche Gesandtschaft wiederholt um Erledi. fiUnfl bat MittlerwÄte hatte die deutsche S t a a ts» a n w o l t s ch a f t. die verständigt worden war, zwei dsrrsche Detektive nach Budapest gesandt.
Die Nachforschungen der beiden Detektive wurden *m der ungarischen Polizei stark verzögert. Den bei- den Detektiven gelang es, nach Aufncchme der Nachforschungen die Identität der Mörder Erzbergers fest- zustellen. Sie stellten fest, dost beide mittels Chiffre- droefen eine lebhafte Korrespondenz führ» len. Es gelang auch, chre Wohnungen zu ermitteln und die Ausenchaltslokale ftstzustellen, in denen sie sich amü- fierten. Anscheinend verfügten sie über große Geldmittel. Eie kauften Kleider im Hotel Astorio, dem besten Hotel von Budapest. Nach dem Besuch einer gewissen Persönlichkeit verließen sie das Hotel mit ihrem ganzen umfangreichen Gepäck. Die deutschen Detektive verfolg, ten ihre Spur. Als sie versuchten, sich nach eitler bestimmten Stadt in Westungarn zu begeben, wurden sie von den ungarischen Behörden mit der Begründung daran verhindert, di« Deutschen hätten sich seiner Zeit geweigert, den Kommunisten Cseryak auszuliefern, der der Teilnahme an der Ermordung Tiszas beschuldigt worden war. Erst nach längeren Bemühungen würbe das Verbot aufgehoben.
inzwischen waren kostbare Tage vergangen und die Deutschen dürften in dem in Frage kommenden Orte zu spät angelangt sein. Sie mußten unverrich- te t e r Sache wieder abreesen.
Sos ÜIISlOnD WM AtttkMNMtW.
Zur Abstimmung im Deutschen Reichstag erklärt das „E ch o d e P a r! s", da der Reichstag 469 Mit- «lieber zahle, könne man sagen, daß das Ministerium m Wirklichkeit fortgesetzt nur durch eine Mindkihett unterstützt werde. Das „Echo de Paris" glaubt, daß eine Umgestaltung nur durch einen äußeren Druck der Alliierten erreicht werden köime.
Der Berliner Korrespondmt des „PetstPars - kennzeichnet die politische Lage, so wie man sie auf der Pressetribüne des Reichstages gestern typisch beurteilt habe, mit den Worten: „Es wird wetter ne- wurstelt!"
„Oeuvre" sagt, die Wahrheit sei, daß Dr. Wirth im Reichstag niemals eine solide Unterstützung gefun- den habe, da dir Rivalität der Parteien die Bildung «ner Regierungsmehrheit verhindert habe.
. ° p u I a i r e' sagt, das Vertrauensvotum,
ras der Reichskanzler erhalten habe, bereite dem Kri- fknzustand kein Ende. Die groß? Schlacht habe begonnen, beim dosSleuerkompromiß könne als nicht mehr bestehend angesehen werden. Das ganze Finanz- progranim sei also aufs neue in Frage gestellt.
Grotzkaufmann Selftermann.
> Son Wilhelm Herbert, München.
Er beutete mit der Hand In die Kutsche und sprang M einen vorüberrotlenden Wagen der Straßenbahn.
Gretchen, blickte ihm dankbar nach. Johann nannte ten* ^rmchkenführer Straße und Hausnummer. Dann fuhren sie lang[Qm weg.
2>ei ganze Vorfall hatte sich so rasch abgespielt, daß k kaum lemandem ausgefallen war. Al, die wenigen Neugierigen, die den dreien im Friedhof gefolgt, cue otm Tore traten, bemerkten sie niemanden mehr. Ein ?eu ' draußen standen, erzählten ihnen, was E E Die Kruppe unterhielt sich ein paar , . ' ni! ierftrcuien sie sich. S!ich:s deutete mehr wo, iVtornt^T0 6m' bQ9 ^icr vor sich gegangen h,rl-,°^oi)l verschlingt Stunde um Stunde W «n»
ÄUer Wagen sprachen nicht mit- Mander. Sie blutten sich
nur hier und da in schwerer
, sulchten nach der Ohnmächtigen hin die sich nicht regtt uno da, Gesicht gegen die Wand gekehn hatte.
Als man ar> ba» Hou- ln der Dagelsangstratze kam. scheuchte r>n > 11 et Lchwarm heimgekehrtei Friedhofs» besuche* wie eine Spatzenherd» auseinandet. Man war noch >m Gespräch über da» Erlebt, gewesen J-tzi fesselte die m bieiei Gegend ungewohnte Krastdroschle die Blrcke.
ISie sie hielt, trat ein großer starker Mann mit bunklem Ddllbari au» dem Torbogen und öffnete den Wagenichlag.
Johann und Gretchen erkannten ihn wieder Er war Mit Hilfe der Htraßenbahn dem Miet fuhrwerk zuvor» gekommen, da» wegen der Stanken feine Geschwindigkeit gemäßigt haile.
Die Half, der Umstehenden streckten sich und «uchtei» fk£> nach zu verlängern, al» bemerkbar wurde, um wa» sich handelte.
Johann und Gretchen stiegen au». Selstermann» Hochtee citiobnte den Lutscher- Der alte Diener ließ
Die Reparatkonssrage.
DK britische Regierung hat mit gewissen Dor- behalten ihre Zustimmung zu dem Vorschlag bet fron- zösischen Regierung ausgesprochen, daß bk Frage der deutschen Reparationsverpslichlungen für bas Jahr 1922 von der Reparationskommission gelüst werbe.
Eine Noks Ltzrr dir „veulschea Uferte*.
General Rollet hat als Vorsitzender der Interalliierten Militärkommission eine Note in Sachen der „De-Echrn Werke" an das deutsche Auswärtige A m t gerichtet. Darin werben den von deutscher Seite eroberten Forderungen gegenüber zwar einige Zugeständnisse gemacht, im Ganzen sedech hält die Note Nollets an dem prinzipiellen Verbot einer Anzahl von Produktionszweigen fest, deren Aufrechterhaltung nach wiederholt geäußerter Ueberzeugung der Leitung der Deutschen Werke für deren ForibHarch u n e r l ä ß- Uch ist. Einr Klarlegung einzelner Punkt« wirb sich aber erst in Verhängungen zwischen der Leitung der Deutschen Werke unb der Interalliierten Kontrollkommission erzielen lassen. .,, ,,. ^,j^... ,
Z!!sMMMlI>k!?IlMZl!lN!lMMMkr
Der ,Deuischen Allgemeinen Zta.' zufolge ist der ReichStag-au-fchuß für AuSwärlige Angelegenheilen von stinem Vorsitzenden Etresemann für Dienstag, den 21. Februar einberufen worden.
MÄWiMN Md SifeiMneMr.
Sine Versammlung der Rcichsgewerkschafk.
Am Donnerstag ist der erweiterte Vorstand bet Reichsgewerksel-aft deutscher Eifenbahnbeamtcn und -anwärter in Berlin zusammengetreten, um zu der Frage der Disziplinierungen Siel- kung zu nehmen. Der Reichsoerkehrsminister hatte Mar den Mitgliedern des erweiterten Vorstandes im Reiche zu einer Reife nach Berlin keinen Urlaub erteilt; die in Frage kommenden Vertreter sind jedoch sämtlich erschienen. In dieser Sitzung wurden laut „Lokalanz." zunächst die Vertreter der aus den einZelnon Direktionsbezirken nach Berlin gekommenen Ortsvorstände gehört und ein zahlenmäßiges Material über di« angeblichen Maßregelungen zusammengestellt. Die Verhandlungen wurden auf Freitag vertagt.
Eins Klarstellung der Regierung.
Don zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß nur solche Beamten aus Anlaß des letzten Streiks entlassen werden dürfen, dis Urheber des Streiks waren, Sabotage oder gewaltsame Eingriffe verübt oder andere Beamte gewaltsam an der Cr- fülluna ihrer Dienstpflicht verhindert haben. Gegen unkündbare Beamte ist ein förmliches Disziplinarverfahren einzuleiten, während bei kündbaren Beamten die. sofortige Entlassung eintritt. Stellt sich di« Entlassung als ungerechtfertigt heraus, so ist die Entlassung zurückzunehmen.' Gegen die sogenannten „Mitläufer" dürfen keinerlei disziplinarischen Maßnahmen eingeleitet werden. Die Streiktage werden in keinem Fall« bezahlt. Die eingeleiteten Verfahren werden mit möglichster Beschleunigung durchgeführt.
Was der .Vorwärts' sagt.
Unter dem Siichwort: „Wie die ReichSzewerk- schaft i re Mitglieder erziehi", teilt der »Vorwärts' int*, daß die jüngste Nummer der .Rrichsaewet k chaft'
es wortlos geschehen, daß sich der Unbekannte in den . Wagen neigte und Lore heraushob, die noch nicht zur Besinnung gekommen war.
Er trug sie rasch und sicher an dem schnell angesam- mellen Menschenhaufen vorüber hinter Johann her den fiousflur entlang und die Treppe empor. Der Alte cor ihm vermochte kaum so schnell zu steigen, daß er dem leichten Schritt bei nacheilenden Manner den Weg freigab.
Sin einer Biegung, wo das Helle Licht durch ein Treppenfenster einsiel, hielt der Fremde ein paar Ge- künden. Core öffnete die Augen, betrachtete ihn ver- stänbni-los mit einem verschwimmenden Blick und schloß sie wieder.
Der Unbekannte hatte fr "ne Bürde im Wohnzimmer auf das Sofa gelegt und ging der Tür zu.
„Herzlichsten Dank!" sagte Gretchen und streckte ihm die Hand hin.
„Dürfen tote nicht wissen, wer Sie sind?" fragte Johann.
Da lachte der Fremde kur, auf. „Einer, der dem Lied des armen Vöglein- da oft zu gehört hat unb sich daran gefreut! Sorgen Sie nut, daß ei bald wieder singen kann!"
Johann führte den Mann hinaa» und kam mit der gutherzigen Nachbarin zurück, die an ihrer Wohnungstür die traurige Heimlunft Lore» mit gefehen hatte und ihre Hilfe anbot.
Die beiden Frauen brachten ba» Mädchen in ihr Schlafzimmer unb bort zu Veit.
„Ich hrle einen Arzt", jagte Johann, als man ihn eintreten lieg.
„Ueberlajjeii Sie da« mir", meinte Gretchen „Ich telephoniere an f>ofrat Stocker!"
Da» mar Selstcrmann» Hausarzt AI« er hörte, rrcrum e» sich handelte, versprach er, foton zu kommen, eine Viertelstunde später fuhr denn auch ichon sein Wagen oct.
„Jetzt |d)i8ft sie ganz ruhig!" erklärte er nach kurzer Prüfung „Dar aihrUette, rooe sie machen kann. Host fentlid) wacht sie die ganz* Nacht nirtr aut. Lasser Str er hier dunkel unb vermeiden Sie jede» Geräusch! Ich weist ihr keine deslerr Medizin. Lunge, gesund» SR*
an auffälliger Stelle folgende feierliche Mahnung bringe: „Kollegen! Bestellt alle Zeitungen ab, die Euch durch ihre feindliche Haltung während unserer Streckbewegung geärgert haben!" Der .Vorwärti' macht dazu folgende Bemerkung: „Da während be8 Streifenut zweiZeitungen dieEisenbahnbeamten nicht „geärgert* haben — der fchwerinbustctelle .Tag', Ableger de- ,Lokal-Anzeiger-', und die ,Note Fahne' — so werden wir erleben, daß diese beiden sicher bedeutenden D annenblätter in Zukunft die politische Bildungsarbeit für die Reichzgeweik« schaftler zu leisten haben. Da- wird ein schöner Salat werden."
Deutscher Reichstag.
Da- Rnchkmietengesetz in zweiter Lesung.
Nach den Tagen der Spannung, der leidenschaftlichen Erregung der Gemüter unb der bi- zu btamatifd em Höhepunkt ansteigenden Abstimmung über da- Vertrauenvotum am Mittwoch ist nunmehr in den weiten Hallen de» Wallotbaue- wieder friedliche Nutze etngc- kehrt. Und gleichsam als Zeichen der beendeten Schlacht klingt durch da- Haus die Kri eben »schal me i.
Denn am Donnerstag steht all erster Punkt auf bet Tagesordnung der deutsch-schweizerische Schiedsgerichts- und DergieichSverttaa, ein Ve-trag des Frieden» und de» internationalen Neckt». Die Freunde de» Vöikerbuncs haben an diesem >iaae da» Wort, denen nut hier unb da ein Nechfeparieiler Widerpart leistet. Der tinttvurf wird von Autzenministet Dr. Nethens« selbst begründet. Gr nennt ihn ein „rutcl Ohmen für die deutsche Zukunft, ein Vertrag des au»- gleichenden Rechte», der geeignet sei, alle Streiti.,ketten abfout und restlo» zu vermeiden.* Dem Minister sekundiert der -Friedensfreund SdfiWhtg. In dessen Gedankengängen bewegen sich gieichfall» die Aulführun en de» Sozialisten vraLN-ckranken. Äuch Herr ikchi von der Deutschen Volkspartei will Streitigkeiten durch V.-t- träge möglichst beseitigen, flaubt aber nicht daran, daß diese» Ziel erreicht werden kann. Der Unabhängige vkeitfcheidt unb — man höre, staune — der fioinmumit Göhlich stimmen dem AegierungSentwurf zu. Für da- Zentrum drückt Prof, kchreidtr bis Ansicht dahin au», bafj man auch unter feinen Freunden dem Ge. danken, Streitigkeiten zwischen den Völkern durch Schiedsgerichte zu entscheiden, sympathisch gegenüber- stehe. Ader auch die Schwierigkeiten der Praxi» werden vom Redner hervorgehoben. Da» Gesetz wird in allen drei Lesungen verabschiedet.
Bei her Weiterberatung des Reichsmietenge- setze», die sich anschließt, kommt es tut.-berbo'.t zu Abstimmungen. Angenommen werben die Anträge Müller- Franken (Sr$.), Marx (Str.), Lüunter (Sem.) und Gebe- bour (Ui'.abh.), wonach für bie Schaffung von Mitteln für große I n sta n d se tz u n g, ar- beiten von den Mietern ein weiterer Zuschlag von einem Hvndertfatz der örunbntieie zu zahlen ist. den die oberste Baubehörde kestzusetzen hat. Dieser Zuschlag ist von dem Vermieter auf ein für sein Hau, ober für feinen Hausbesitz besonders einzurichteudes „Hauskonio" elnzuzahlen unb lediglich für große Instandsetzung^ arbeiten an den Gebäuden des Vermieters zu rerwen- den. Angenommen roirb dann auch der § 8 in der Form, daß die G-melnbebehörden berechtigt sind, bie Arbeiten selbst vorzunehmen, trenn der Vermieter trotz einer mehrmaligen Aufforderung eine große notwendige Jnstandfetzungsarbeit innerhalb einer gewissen Frist nicht ausführen lägt Ein Antrag Külz (Dem.) auf Streichung der Mietervertretung roirb Im Hammelsprung mit 151 gegen 121 Stimmen abgelehnt. Die Mieteroertretung bleibt also bestehen. Im § 22 wird die Geldstrafe, bie Vermietern für ben Fall von falschen Angaben auferlegt roirb, von 10003 auf 100 000 Mk. erhöht. Das Gesetz roirb am t. Juli 1922 in Kraft treten. Die Roichrregierung bestimmt mit Zu- stimmuug des Reichorate» den Zeitpunkt seiner Außerkraftsetzung. Damit ist bie zweite Cefung de» Reichsmietengesetzes erledigt.
Außerhalb der Tagesordnung behauptet Abg. Dlkk- mann (llnabfr), baß die vom Reichsoerkehrsminister Grüner angetünbigte Lerfügung der Nachprüfung der Disziplinierungen nach nicht ergangen sei. (Hört! Hört! Nnks.)
kuren heilen sich so oft überraschend schnell selbst wieder aus. Ich habe keine Anhaltspunkte, ,bafj e» etwas Schlimmeres wäre als ein Rervenschok^ Das ist kein Wunder nach dem. was sie zweifelfrs in ben letzten logen burchgemacht hot. Morgen früh sehe ich wieder nach."
„Gehen Sie fetzt heim", riet er Gretchen draußen im Wohnzimmer. „Sie können hier gar nichts helfen unb werden selber Ruhe brauchen Zudem roirb man Sie zu Hause erwarten. Tapfer genug, baß Sie so ausge» hallen haben Ich habe einiges über den Fall gehört unb kann mir denken, baß Sie nicht ganz ahne Schwie- tigkeiten hier heranrkommen."
Er brückte ihr mit Wörme dir Hand und ging.
Es war einer der Aerzte. bie keinen Kranken sehen, ohne als erstes unb wichtigstes neben der körperlichen auch ein* Coelen-Diagnose auszunehmen
„Mir ist bas Nachtwachen keine Beschwerde", tagte er. „Ich schlafe nie viel. Und brauchte unbedingt eine Frau, — dann hab' »ch ja die Nachbarin."
Ale Gretchen heimkam. wurde sie schan non ihrem Vater unwirsch erwartet „Sa geht da« natürlich nicht Man kann nicht zugleich prrsai'che Radiererin (ein und idealen unb poetischen Freundschaftspflichten nachhän. gen. Der Posten verlangt Sesthaitigkeitl"
„Ich war kurze Zett noch bei Core Sie hat am dem Friedhof einen schweren Neroenichos erlitten unb mußte berou6tl05 heimgebracht werden '
CEs lag wie ein geheimer brutaler Wunsch t» Leister, mann» Augen.
„Sie ist jung unb wirb sich voraussichtlich bi» Krankheit wegschlofen", sagte sie beshalb ralch unb (ah ihrer. Vater an. .So meint Hofrat Stockerl"
„Wie kommt Denn brr bazu?"
„Ich habe ihn gerufen.'
„Ci, ei! Du treibst er clfo fo weiter» Statt die Serbmbung zu lösen, verwickelst Du Dich und Dcme Familie immer mehr in bi» Sache." t .
„Der Arzt ist allen gemeinsam."
Selfiermann erwiderte nicht», sondern ging nun Dk. Weih entgegen bet zu ihm in ba- Privatronio, trat,
Dn lütt zum Latze nzimw«u ftar.b tfitx
Staairsekreiär Schieler stellt fest, daß die Verfügung bereit» gestern abend ben Direktoren i|L
(Lebbaftes Hört! Hört! rechts.)
Freitag: Anfragen, Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues.
preußischer Landtag.
Der kontmualsl Scholem beschimpft die Seisklicher».
Die Toge-oidmmg ter Sitzung am Donnerstag bot nicht» außerk-etoohnUchc» Eine Rech- von Heineren Lorlaaen standen zur Erlodipung. In dritter Lesung wurde der Eo!chentromf über die V e r e i n i g u n g P y r. rnont» mit Preußen ohne Debatte ansenoimnen. Die Erlegung des Antrag» auf Entziehung der Tage- gelber bei Ausfchiutz aus der Vollsitzung erinnerte lebhaft an frühere Vorgänge, bei denen parlamentariidy* Unge- zoaenheiten der Kommunisten ein« große Rolle spielten. Diese blieben heute bei breler Ee'egenheit ausfallend ruhig, wohl einaebent de» Satzes: Sasse! alle Hoffnung fahren. Nur Dr.'Meyer erhob seine Stimme zu einem schwachen Prolest. „ , w
Gtrons lEchasier ging es bei der Dorottrng des Eeses^. entrourfes über die Verstaatlichung der Polizei- oerroaitung im rheinisch-westfälischen Industriegebiete zu. Je nach ihrer Partti-Ein. stcllung sprachen sich die ech.zelnen Redner geren oder für die Vorlage aus. Zur roeit-rea Erlodig-nna wurde der Entwurf dem Hauptausschusz überwiesen. Bei der Le- Handlung in zweiter und dritter Lesung de» Eesrtzentwur» se- toer die Neuwahl der Lezirlsausschüsse in Breslau und Liepnitz kam e« zu einer kleinen Ausünnndersetzun, zwischen dem Sozialisten Scholich und drm Deittschna io« nalen Dr. n. Dryander Dar Antrag wurde dem Ge- meindeaukschuh überwiesen.
Noch Erledigung einiger kleiner Vorlaeen kam bann in dritter Lesung die Geh altrau s-besserung der kathol. Pfarrer zur Sprack)«. Die Nallaoe der katholischen Geistlichen ist so selbstrerständlich, dasi nur die Kommunisten und ein Teil der ii nab* hängigen dagegen orponier'en. Die schemfr-se De- merTung eines Kommmrisien. les berüchtiolen 2(bg. Schölern. vewntahte den Abg. Eronowski im Namm der Zen. trnmsfraftion degeaen Protest zu c;beben. Mit Recht bezeichnet er bie Bemerhmg als eine schamlos» Verleumdung, rcoiür ihm vom Vizepräsidenten nach parfamenktrliAem vronch eine Rüge zuteil wurde. Di» Sorfage wurde anrenommen.
Genen eine Aenderung der Anordnung übrr die De- schästivung wridtickrer A-.rges'ell'er in G-cft- und Schenk- wirischoiten sprach sich die Zentrumsabgeordnete Fra» Dr. Lauer der-halb aus, weil die Anordnung rem 10 August setzt schon wieder umgeändert mir Tw. Durch de Abänderung dälfe vor allem d'e Bekämpfnng der Animierkneipen nicht lahm gelegt oder obgeschwöckst werden. In der roelrrrrn Debatte brachten die Tertcfrn ihre Buchten mit mehr oder minderer Deuttichlest zua» Ausdruck. Freitag: Weiterberalung.
Drntsches Reich.
* 8 dentendr Erhöhung der AnS'atzen ba Reichsbahn. Tie AuSgaü.n der Reichsbahn haben sich in letzter Zeil bedeutend erhöht. Tie Bewillv sinnt von TeiieiungSzufchlägon an die Arbeiter nn| B. amten rrfoibeit die Summe von rund 3 Misttav den Ma>k. Durch bie ßleicbjcitifle ©teiflcrmij de« Makeriaipreife erhöht sich diese Ausgabe auf 6 Misttarden. Weitere llcberteuerim Szuichiiffe an die Beamten stehen bevor. Zum Ausgleich w:rden die Güter- und Exvretztarife erhöht und zwar a'm 1. März um 20 Prozen*. Es ist eine Verringerung des Personal- nm über 60 000 Köpf» vorgesehen. Wettere Erfparnifse io'leit an Malertal, hat ptsächlich Kohlen uns Schmieröl, gemacht werden.
* TaS Gesetz gegen die Kap taiflncht. Ter Reichtrat bat der Verlängeinng de-Geiehrs gegen die Kapitalflucht bis zum 31.Mäiz 1923 jttfr tinnnt und bejch offen, da ft tüufrig 20000 Mark an iatk 3000 Mark an Zahlungsmitteln in- Auslaitd mitgenommen weiden dürfen.
* Lein Slrelkrechk der Pollzeweamken. Der
Berliner Polizeipräsident Richter stellte in einer
Die beiden jungen Menschen grüßten sich von weite» durch höfliche Verbeugung.
Der Kaufmann sah das unb lächelte ein wenig boshaft.
„3d) muß kommen", sagte Dr Weist, „um mir fü» einige Tage Urlaub von Ihnen zu erbitten."
»2hr seid mir ja zwei nette Hilfskräfte", meinte Sek« steniraun sarkastisch. „Sie brauchen Urlaub unb Gretchen nimmt ihn sich gleich frlbfi unb verbringt ihr» Büre stunden als Samariterin."
„Wer ist franP* fragte de* Anwalt
Gretchen trat unter die Tür „Lore wurde bei bet Beerdigung ihre» Pater» ohnmidttip unb ich habe ge« tc:i, was meine Pflicht war unb habe sie mir Johann in ihre Wohnung gebracht." ,
^2ch habe", sagte Dr Deist dann, um da, peinlich, Tzrftummen zu beenden, „von dem Schrnurgerichtsoor» sitzenden eine Psiichroertrtti„ung ührrircgrn erhalten. Die Perhandlunz ist 'ch.n in acht 3r.jet> und ich darf kein« Minute versäumen, um mich varzubereiien G» ist ein« seh* intrrefiün1« Sarfji ro. nigei juristisch, al» menschlich (Tin Rrriint hol der. andere« erschlogenl"
„Saubere sireund» ba»'. wart Selsterrnonn ein.
„ÜUerhingg eine ganz eigenartige Freundschaft. Zwe' Menlck-en. hu ihr Leder lang aneinander ge- hangen batten, immer und überall brtlanunrn waren — der em» immer arbeitend, de* anher« immer diesen birst ausbeuiend Gr hm ihn irolHrunmen cusgeiaugt, Sem« firaft feinen Verdieusi. feine Ersparnisse, (ein» stamilienbezrehrngev ade» Hai e- lüi sich in An- Iprudi genommen, weil ei ht> Schiouere und Leben». geti>a:ifc:er« wa«. wahrend der andere, eir körperlich ,h;u tert* übtrlegenei und feile« Tmrsche. immer von lang, lamem schwerem Denke,' gein-sen ist. Jetzt aber Ist es au! eminOi über eine* fiirmigtrir zu e» ier sürchtertichen CnOov^ai de, so mek Jr.hr» hmdurch auf da» (Srübste vet!e>l» ktrchtegefichi» be» körperlich Stärkerer* g* kom> n LAl, et ha! da» einzige, wo» er an Vorzug den tr^rn« pen-rüne- H-ta^ eben diese körperliche Urber|.;vr.->-.. w.^. <r.« sich m feiner unbe^cljenen Westr gut zu ixrr.na;'»».
O»SJeftuefl feiflQ