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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Lladt Fulda,

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! Berantwortlich töt tea reoauioneSen 3>ti- Or. I. Kramer, I - für die Linken: I. Parzeller-Fulda. - I Sotatlonsbrucl u. Verlag der Fuldaer Actten.druckerei in Fulda- | ffemipreroet Nr. 9. Telegr.-Adr-ffe: Fu ldarr Zeirunq.

DienstKZ, 3L Januar 1922,

Bezugs preis: Monatlich 6,00 Bit zugestellt frei ins Haus. - Abgrhvlt in der GejchäftssNlle 5,50 Ml. =

Anzeigen: Kleinzcile nachCow.nei IM., auswärls 1.50M. Rrtiamezeite (TeNvreitrt nach Eolondmaß 4 liiert.

49. Zahrg.

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Sie ßmtW Die uh ihre AchchM.

Das Repsrütionsprogramm.

Am Sonntag nachmittag ist in Paris die deutsch? Role mir dem verlangten Zahlungsplan der Repara- tiotofommrffron übergeben morden, die sie beftimrnMgs- gemäß an den Obersten Rat weiter zu leiden hat.

Die Note, die sehr umfangreich ist, schiDrri die durch das Steuerkompromiß im Reichstag gesicherten Maß­nahmen zur Erhöhung der EirmaHnen und jur Be- fchränkmrg der AusMcken: dar (Star für 1922 soll cm Einnahmen 103,2 Milliarden Mark erbringen gegen 86,7 Milliarden Ausgaben, sodaß für Mpavation und die fon-stigM Ausgaben für den Fricdensvertraz ein Urbk'nchuß von 16% Miliarven Papdrrmark verfügbar bleibt; eine innere Anleihe soll versucht, eine Zwangs- anleihe zur tunlichen Fimmzierrrng der RepMAtwusi-ei- taitcen für 1922 auferlegt werden; jur Sichemng der Autonomrc der Reichsdank wird rin Gchtz mrge- fSn&igt, durch das die jetzt bestehende Bchrgnis des Reichskanzlers zu Eingriffen m die geschäftliche" Leitung der Reichstem? beseitigt werden soll. Die mirtschafi- löche Statistik soll wieder ans den Stand von 1914 ge- brachr werden.Die Drnchiichrung oller dieser Maß- ncchmen bietet Gewähr dafür, daß für die EmschrärSung bei schwÄ>eniden SchuD rrnd die Stillegung der RvLenpresse dies geschrcht, was von der dAitzchen Ragisnmg bHtigenoetfe erwartet werden kann."

An diese Darlegung schließt sich nun das Repa- rati»nsprsgrasnm für 19 22. Noch einmal werden mit kurzen Worten die sSfcheidsrSen Merkmale unserer gegerrwärtigen Wirtschaftslage aurfMzähch der Mangel an Rohstoffsn, der Rückgang 6er Produkttaität, die gesunkene Ausfuhr, die mit nmb 2 MLlliMÄen Gold­mark passive ZalKnigsbilanz und dir Gefahren neuer Markkuvs-ErschüttsriMg, die jede erhebllche Zahlung ick Devisen mit sich bringt:wenn man das RepsrÄiors- siebtem unter wirtschchMchsn Gesichtspmcktrn betrach- er, muß man zu dem ErgÄmis kommen, daß es und.-, ringt erforderlich ist, Deutschland für längere Zett min» teftens aber für 1922 von allen R«»-rrationsl istcmgen in bar zu befreien." Indessen die deutsche Regierung oerWießt sich rüchl der Erkenntnis. daß sie unfcr den gegebenen Vechültniffen selbst die schwersten wirtfchast- lichen Dadonken hinter die poKKschv, RoMMdix'rilen zurückstellen mich. Ihr ist bersmitz daß in Cannes von alliierter Gatte für das teufcuLe Jahr 720 WRionrn Eoldmark Barzahlungen und bis zu 1450 MDionen GülLmcrrk Sachleistungen in Ermägumj gejogan rourden. So beschränkt sie sich aus die Ditte, df-Darzahlsn- ge« nötigenfalls unter Erhöhung der SaHtei'stuugrri aus geringere Bet rüge feftgufe^en, t-rS schkägt im übrigA rmr noch vor, daß dir provisorischen Zah­lungen aus die Termine vom 15. Januar und 15. Fsbr. lDar,Zahlungen und Sachieffürnaen) sowie die in frem­der Währung zu erstattend«» Besatzunsskostm aus die (EefamSeiftimgen des Jahres 1922 verrcchnet und daß: die in Paxiermark zu leistenden (fogrmmmtsn irreren) vestmmgskosten sowie die Zahdmgsn hn TlsarMgver- fn^ren ermäßigt werten sollen. Die Rrichsrechrrunz trttt damit, weil sie andere poLrische Möglichbnten nicht sicht, aus tert Boden ter m Lontem Avischon Lloyd George und Dricmd tatsächlich bereits getroffenen Ver- ctabarimgen mit den dann in Cannes vorAenommrnen Ederungen.

In ihrem letzten Telle verweist bit Note i)ar= attf, daß sine Regelung für das Jahr 1922 allein nvr den ersten Schritt auf dem Wege zur Lösung des Reparationsvroblems bedeutet. Die Unsicherheit, was nach 1922 geschehen soll, lähmt E. Olesurrdung Deutschlands und damit auch die Gechmterng Europas. Nur durch einen Kre­dit des In lande s und des Auslandes für Finanzoperationen großen Stils

RSmifchsr Brief.

Don einem besonderen MAarbeiter ta Rom, ter über ausgeFeichnete De-MhM-gem zu Vatikani­sche« Kreisen versilgt, erhsttten wir nochstchÄrte Schitdrrungen über die Dorgänge beim Tode des HÄ8gen Vaters, die unseren Lesern besonders des- halb willkommen sein weiden, weil sie Anspruch auf unbedingte Arwerlöff^keit erheben rönnen. Diese Zuverlässigkeit kann zahlreiche« Meldungen aus Rom, die an aiatholffchen deutschen Matter. wa8> zurzeit erscheinen, nicht oder rur mst gro­ßem Vorbehalt zugebAigj werden.

Die Größe des Papsttums Hot stch fetten m Rom so IPSeigt wie in diesen Taxen. Ganz Rom war in Aus­legung, als am Donnerstag, den 19. Immer, zum ersten- mal die Nachricht in die Oeffcntlichreit kam: der heilige Vater ist erfrortct. Me 'm seinem Leben hatte eine Kvmrk- heü ihn genötigt, das Bett zu hüten. Ja noch scherzend konnte Dercheikt XV. wenige Stunden vor seinem Tote zu Kstdinal Gasperrr sagen:Bis jetzt habe ich für die Spoitete nur zwei und eine halbe Lire ausgegeben."

Schon seit einigen Tagen fühlte der Papst sich nicht rvlch!. Trotzdem gab er die gewohnten Audienzen und mbruete wie immer. Am Dienstag, den 17. Jan., legte *r sich zu Bett, nachdem eine teichte Bronchitis festgestell! vor. Doch noch am Bette gewährte er Audienzen und wollte von einer Einstellung der Arbeiten nichts wissen. Der Zustand vechchlimmerte sich. Die Nacht von Don- terstog aus Freitag gas» zu den schlirnmsten Befurch. Magen Anlaß. Am Morgen ton 8 Uhr wurden die Nun- «en von der schweren Erkrankung des hl. Baiers telr- NAphisch unterrichtet, die rechte £t-ng* war schon ange- Men. Der hohe KrcmSe hatte die größten Diembe- »chDerden uni) schon cm Freitag winde er nur durch r^Wche Urtterskützung ter Attnrmg am Leben cch-kien. r1 Samstag morgen ließ das Bulletin der vier Aerzte kksiren Zweifel mchr, ter Tod tes Papstes war stündlich ^erwarten. Eine ungeheure Menge Dolles sammelte «Ö <$uf dem Petersplatze vor dem Eingang zum Vatikan i x< 2eder wollte hören, wir es mit dem hohen Kranken i

wird Deulfchland die Reparation leisten furniert. Und dazu ist es nötig, das Vertrauen ter Dell in Deutschlands Zahlungsfähigkeit wieder hsrzustcl- len, das houte durch das Reparationsdiktat unter­graben ist.

Der ^Temps" bespricht bereits die deutschen Vorschläge und sagt, die Alideutungen, die man erhalten habe, bewiesen, daß die deutsche Antwort reifer Ueberlegung oendiene. Das sei übrigens kein Grund, die von der teutsck-en Regierung und den Führern der Mehrheit gemachten Anstrengun­gen zu verkennen. Das Blatt weist auf dir finan­ziellen und sozialen Sck)wierigkeiten hin imö spricht die Hoffnung aus, daß sic überrannten werden könnten.

Der Vertreter Frankreichs im Reparationsaus­schuß, Dubois, inachte Poincare von seiner Ent­täuschung, seiner Verlegenheit und seiner Beun- rirhigung angesichts ter deutschen Vorschläge in ter Revaralionsfrage Mitteilung und verlangte von ihm Ratschläge, wenn nicht gar Direktiven. Der Vorsitzende " des Wiederherstellungsausschusses glaube, daß die EnifcheidungLN, die von ihm imd feinen Kollegen verlangt würden, ihre Autorität übersteigen und daß die Regierung sie selbst tref­fen müßten.___________________________

Belgien nnö Frankreich.

BekAen hchte bisher dem französischen Ln^perialis- RBis treue Gcsolzschast ge'etsteis Aus allen Kanserenzen tsti) Besprechungen stand es an Fraickmichr Seite und es hatte sogor ein Schutz- und Trutzbündmr auf Leben i«ti> Tod vut Frorckreich im Jahre 1920 geschlossen.

Es gewinnt jedoch setzt den Anschein, als ob sich das ändern wolle. So steht ter neue belgische Äiini- stervrSsrtestt Thaunir, im Ergrufatz zu Lineare, der Konferenz Dorf (3ero$a sehr wohlwvliend gegenüber. Doch auch in ai&srer Beziehung macht sich eine Aenterung

Bvlg-en ist jetzt mit England in Vorchandl'.m- g«r dn$dreten über den Schutz der belgischen Neutralität. (Fngiatti) will sich in eurem Vertrag bereit erklären, die bÄMsthe Ncutraliiät mit allen s-i- wn Muchtmittrin jn ßat»te und M See zu schützen «rrd zik verteidige.-«. Belgien dürst aber keinen Vertrag fchueßLn, ter mit diesem Akk-muren unoerdr&aT ist. Tatsächlich steht dieses SCbEonwrtm Im Widerspruch mit dem telsiisch-foartzöfischen MiliÄrbiirtetto. lind Belgien Hai in Paris schon SchrMe getan, teefeibe rückgängig ,ru machen.

Man farst tes nicht ante es als einen Mißerfolg ter französischen Militärpotttik brtzesi.hven, der für die stau- -ösischen Dkilttaristen wie ein kalles Siurzbad wirken muß. Ob Frankreich nicht bald erkennt, daß ter dkift Porncares Isolierung und damit zur Äateftrophe fiir Frackkrechi führt?

der RerchshaushaltsplM für das Kschnungsjahr;y22

ist uu.-rmehr tetn Reichstag zugecangxn. Schon am Montag sollte d« Eiatsberalung vor dem Wermm be* S-nL'Sn. Dir Einleitung dazu wird eine große Rede tes Reichsfinanzministers Hermes bilden. Der Ge- fanitetat schließt mit einem Ar.leihebedüifnis von zu­sammen 183 366 376 060 Mark.

ersten Male tritt uns in dem Haushalt für : 1922 die Reuglleterimg in die drei Hauptab - schnitte: Allgemeine ReichsverwaLung, Hauschalt der BrteiÄsr«roaftnrrgen und Haushalt zur Ausflü- rung des Frieteusvsrträges cntgeigai. Der erste Teil, die allgemr'me Reichsoerwattung, scheidet sich m einem steh«- 2llle S<Klb:näk imb die dip-omatischen Deittcler erfchrerren im Vatrürn. Samstag morgen gegen 9 Uhr besann der hl. B.Ver etwas zn Mummern, man hotte wirber einen HvfMmgrstreH!. Am Nachmittag verschlim­merte sich tic Lage, die Aiimmg geschich immer durch Oxygen, wodurch sich ter hohe Kranke persönlich besser fühlte, doch die Ki-üsts nahmen z-rschends ab. Als cm Abond Dr. Battistlni emteat, meinte Benedikt XV.: Nun, was wollen Sie denn zu dlestr Stunte? Ec lieh die Unlerfuchung geschehen and sagte:Jetzt mögen Sie aber zu Bett gehen.'

Als Nefrrltat der Un-tersachui!tz konnte der ArU nur mitteten, daß ter Hk. Baler die Nach: kaum mehr fiter- stehen werte. Der GroßpSnitenzLar, KorSinal teorgi und der päpstliche Sakoistan Zomz»m wachten auch in dieser Nacht am Sette tes Schwerfronken, wie m ter vorigen Nacht. Um 1 Uhr feierte Prälat Mloone bi« hl. Meflr in der Kapelle neben dem Krankenzimmer. DMrdiR XV., ter auf ten Altar sehen konnte, vermißte dort die Sic tue der hl. Agnes, teren Fest gerate ge­stiert warte und die e-r sehr verehrte. Deshalb sogie er: Heute ist doch das Fest ter hl. Agnes, warum ter man ihre ©keine nicht auf ten Mar gestellt?" SBiurenb ter Hk. Messt empfing ter Schwerlnamke die Hk. Kommunion. Die feierk'che Wegzehrang hatte er schon am vochn- gehenten Tage im Beisein ter Km len kardinale empfangen. Nach ter hl. Messt, Sonntag morgen kurz nach 2 Uhr, empfing ter hl. Baier die letzte Ortung. In aller Nutze, ohne jede Aufregung, ließ ter Schwerkranke die !). Hand­lung vollziehen und antwortete aus die ltturgischen Gebete. Er war stets bei vollem Bewußtsein. Als B-kchof Jam- piiti y«e tzk. HantH.M vollendet harte, drückte ter Kranke ihm die Hand und sprach:Ich danke Ihnen sür die Spendung diests hl. 'Sakramentes." Ob Benedikt vor­aus wußte, daß er am Morgen um 6 Uhr sterben würde? Als der Eizvkfchof von Bologna Nasa« Rocca m ter Noch: ans Sterbebett trat, untechrel! sich ter Kranke mR ihm, sprach über die Derh<M»isst ter Diözese Bologna end sagte dann, ter Errdcfchos möge sich zur Nrche legen, es sei noch Zeit bis halb sechs Uhr. Ebenfalls lreß er in ter gleichen Nacht Eminenz Kardinal Meo sogen, morgens um halb sechs Uhr möge er neben dem Rtan-finteitc -sie-

ordecktlich.'n Haushalt A imö einem außerordmLichen Haushalt B. Aus dem außerordentlichen Haushalt B Wird dst Rcichspost- und Teirgropheiwerwallung und die VerwÄtung der deutschen Reichsbahn arrsAeschivden und zu einem eigenen Haushalt, dem der Bekrebsoerural- tunMn zusammengefaßt. Ebenfalls aus dem außer- ordenttichm HaushÄt B ausgrichieten werden die An- fortertmgen zur Ausführung des Friedensverrraxes. Diese werten auf einen brüten Teil, den Haushalt zur AusführMg bas Friedensverttages üterschrieben.

Die Gesamtabschlußsumme sttzt sich aus folgerten EinZelposüionsn zusammen. Der Wißersoderrrliche HauLhali B enthält nach dem 2lusfcheiden der zwei oben von uns genannten Teile einen Ausgabdften von 4 945 117 614 Mark. Davon sind durch außerordnrtlichr Einahmen Mdeckt: 1 849 656 380 Mark. Es ergibt sich allo fomü beim auherorterttlichen Hausholi B für die aiiaAnein« Rsichsoerroatümg ein ungsdeckter und <nrf 2lnirihe zu Übernehmeliter AusgabebLorf von 3 095 461 234 Mark. Der Haushalt der Dstriedsvei- roaltlsrgen schließt mit rinem GesmntanlrihLedarf von: 9 239 218 750 Mark ab. Davon erfortert die Reichs- poj't- und Tslegraphenoerwali'tmg einen Gssamtzuschuß des Reichs von: 2 456 459 750 Mark, während die 23er. tränirtg ter deutschen Reiä-sbahn einen Zuschuß vom 6 782 759 000 Mark verlangt.

Für den dritten Teil des Haushalis, die AusführunJ des Friädensvertrages. ergibt sich ein Zuschuß und Arr- leihebeterf von: 171 031 696 078 Mark. Dieser letzte Teil du Etotsterechnung enthält einen ordentlichen Hmrehalt und einen außer orten kl ichen Haushalt. Die Ätsgaben im erftgenarmten brfregerr 147 686168 000 Mark. Davon sind aus ordentlichen Ein- nahmen des mit llrberfch'.ch abfchlstßendsn ordcttt- llchen Haushalts ter allgemeinen Rendsverwallung ge­deckt: 16 500 000 000 Man?. Es bleibt allo em Zu- fchoßbed-rs von 131 187 168 000 Mark. Die ©romc ter Aus-cken im «cherordeckliichen Haushalt dieses Teiles beträgt 39 844 528 070 Mark.

Düse drei Posten: der außcrovdentllche Ha»shalt D der allgemeinen Reichsterweituntz, der Haushal! der Betriobsverwoklungen mrd der Haushalt der Ausfüh­rung tes Friedens Vertrages ergibt m Zufammemech- mmg ten pefomfon Anleihrtedarf tes Reiches non: 183 366 376 060 Mark. Beim ordentlichen Haushalt A ter allgeme'nen Rrichsvcr-oaSung ergibt sich ein Birräi- mmgsüberschuß, den wir bereits bcnn dritten Teil (Ausführung »e Frisdrnsvektraxes) «nvähnt haben.

Die Einnahmen aus dem ordentlichen Hau-Halt ter allgcmeiiren RrrcktsverwasÄrng betragen 103 208 855 677 Mark, die Ausgaben: 86 708855 677 Mark, bleibt ein UeberfchuH von: 16 500 000 000 Mark. Dieser Heber, sthuß hat im drsttcck Teil der Ausführung des Frisdens- oerttogrs Berücksichtigung gefunden.

Deutscher Nsichstag.

Nochmals der B?agenmcnget ter Eisenbahn.

Jim toamstag war das Haus, wie immer nach so­genannter:großen Tagen", saft leer. Knapp zwei Dutzend Abgeordnete führen die Besprechcmg der In­terpellation über den Wagenmanael der Eisenbahn un­ter allgemeiner Umrufmerkfamkeit zu Endei Bier ter ongemeldeten Redner sind überhaupt gar nicht da. Die Abgg. tzleper-Westfoken (11. S.) und Schumann (S»z.) meinen, es sei nicht gar so schlimm bei der Eisenbahn, wie die Rechte es dnrstekte, der preußische Miütario- mus und das Verhalten von Industrie und Londwirl- fchaft trage die Hauptschuld an den Mängeln, die sich zeigen. -

In der weitere!! Debatte erkkärt NeichLverkehrsmini- ster Sroev-m, daß bei dem Dresdener Streik der Präsi­dent der dortigen Ersendabndirektion eigenmäck-rig viel milder gehantelt habe, at= er der Minister ange­ordnet habe.

Roch einem Schlußwort des Abz. Schröter-Liegnig (Dntl.), der sorgfältigere Beachtung her Landwirtschaft fordert, ist die Interpellation erledigt.

brirren, er, der Papst werte dieser Messe fnieenö bei« woljnen. Um halb sechs Uhr ßwach Kardinal Glorgi mit tetn hohen Kranken imd stayie, ob er nicht ernste Ge­bete mit ihm beten solle. Sehr roilBammen mer dies tetn hl. Baker «siö liotz ter großen At-mbsschwevden antwortest er mit ten llnttlshcu-en, <jls der lliostnkrcrn, gebetet tourte. Allmählich trat der Tzteskompf em. Di: Sterdeaebrte wurden zweimal gebetet und der Sterbente oiftroorteie m abgebrochcneti Worten, da der Husten ihm tes Mstbeten sehr erschwerte. Gegen stchs Uhr morgens entschlief ter Hk. Set er sanft, nachdem er noch ten ganzen Erdkreis gesegnet hatte.

Die Todesnachricht mutte giechh durch Exir-ablS!!er bekemtt und eine Niestmncrrge jemmeüe sich auf tem Petersplatz und in ter Peterststche an. Die Zeitungen aller SchotÄenmgen, mit wenig Ausnahmen, widmeten dem verstorbenen FrirSenspapsst herrliche Worts. Alle Scgierungs- und öffentlichen Gebäude flsggien Halbmast, auf ter. Meisterten und selbst auf dem königlichen Schlöffe flaggte dst Trauerfahne. Me Theater blichen xgschlsfsen. Diese Antoilmchme der Negievung wurde überaus cnerfennenh besprochen. Zudem hatte die Nr- fitcrung schon am Samstag durch den Mimsterpräsid-nttm Bonomi sich offiziell im BÄskan über tes Bennten tes Papstes unterrichtet.

Wie Benedikt XV. bestimmt hatte, wurde dis Leiche nicht eirchalfamstrt. W4 den roten Ponttflkaikstidern und goldener Mira bekleidet, wurde die Leiche zum Thron- faal in feierlicher Prozeffwn gebracht, cn der tue Sun an« rarMn&'e, vstls Prälaten und dl« diplomatischen Vertreter ter Staaten teilmchmen. Auf einem mit rotem Damast belegten Pc: rote bett wurde die Leiche ausxe bahrt, Nobrt- SarMen hielten Wache und vstr Kerzen standen cn den beiden Stilen. Friedlich lag ter große Toie dort und tausende von Andächtigen kamen, um an der Bahre des dLhstigefchstdLnsn Baders zu beten. Es war ein feiet, kicher Anblick, dir ruhige Majestät des Todes, noch ver­größert durch den Gegensatz der roten Ponllsikalkleidung, und die «rmdächtige Menge, ter man es ansah, daß sie einen großen Toten wirklich betrauerte.

2RMittag, den 23. Januar, sand die soierfiche Heber« führunq der Leiche nach Sankt Peter statt. Schon am

Abg. Allekoike (Ztr.) erstattet sodann den Bericht des Deamlenausschusses über hie Grundsätze der Scam» tentauf baljn. Der Bericht wird angenommen. Ferner wird ein Antrag des Abg. Obersahrsn <Dntl.) angenommen, wonach in den höheren Lehranstal­ten die Sprache der Nachbarländer gepflegt, der Pflege der spanischen Sprache besondere Aufmerksamkeit ge, widmet werden soll.

Dann vertagt man sich auf Montag.

preußischer Landtag.

Die SkeilmMahn-.e zum Grundsteucr-Lesetz.

Bei der Einbringung des Staatshaushalts am letz­ten Mittwock batte der Finanziainister erwähnt, daß zur Deckung des Defizits von ungefähr 1 Milliarde Mk der von der Regierung schon vor längerer Zeit singe- bra»tr Gesetzentwurf einer Grund ;t euer baldigst erledigt werden muffe. Gleich nach Schluß der an die Einbringung des Etats sich anschließenden gro­ßen politischen Aussprache hat der preußische Landtag sich am Freitag abend mit diesem Gesetzentwurf be- faßt und die Verhandlungen darüber am Samstag Morgen fortgesetzt.

Die Redner äußerten sich darüber je nach ihrer pcltb» schon Einstellung. Die einen hielten ihn für unbedingt notwendig, die andern verdammten ihn in Grund und Boden, wieder andere erhoben Bedenken, ob dis Steuer möglich und ob sie nötig sei Den letzteren Standpunkt vertrat ter Zentrumso.bg. Grebe. Er spricht die Ser- mufung aas, daß vom Reiche höhere Beträge üder- roiefen mürben, Sie vielleicht das Defizit decken könnten. Sonst aber steht er dem Gesetzentwurf wohlwollend gegenüber. Das Zentrum sei bereit im Ausschuß an der Bearbeitung des Entwurfes mitzuarbeiten. Der Redner fordert aber bafür einen Spezialaus- schuß dom 28 SRitg Hebern, worin dos Hau- ihm zi-.fttnunt. Eines konnte man bei den Rednern elfer Parteien feststellen: ten Gemeinden müsse aus die- ser ober einer ähnlichen Steuer etwas zugute kommen, damit amh sie ihrs Finanzen in Ordnung bringen rön­nen. Der Sozialdemokrat wollte den Gemeinden eint Parallelsteuer zngebilligi wissen. Der Deutschnatioaak« fortertc diese ®rnnbfteMer ganz für bis Gemeinden, während ter Zentrnmsabgr ordnete darauf hinwies, daß der Staat nicht ganz auf dis Grundsteuer verzichten könne.

Der ganze Entwurf wurde dann dem vom Zemrrun geforderten "rSgliedrigcn Ausschuß überwiesen.

Um dem Hauptausschuß die nötige Zeit und Gele­genheit zu bieten, den neu emgebrachten Etat durchzu­beraten, wurde die nächste Sitzung des Land­tages bis zum 7. Februar hinausgefcho- b e n. In dieser Sitzung soll bann vor allem die Er. Schließung neuer Steuerqueten für die Gemeinden jur Beratung gelangen.

Die SisenLühnerbewegAng.

Das Gerücht, daß die ReichSgewe r kschäft deutscher Eisen bahndeamter und 2lnWär­ter bereits in ter Rächt gym Ttontag den Streik aufrufen würde, wird von der Gewerkschaft selbst als unrichtig bezeichnn. Bielmehr hat die Reichs» gewerkschaft zum f o m menden M i lt w o ch ihren erweiterten Vorstand erneut nach Berlin berufen, um dann über den Streik endgültig Beschluß zu fassen. Tie übrigen Eistnbahner-GroZorganifationen hielten am Sonntag unverbindliche Vorbesprechungen al>

Erne Mahnursts.

Der Präsident der Berliner Eisen-, bahndirektion hcü im Hmblick M.si den bevor- slehenden Eisrnüahnerstrrik em:n Aufruf erlassen, in dem er auf die heftizen Erfchüttermrgen und die s ch w c- ren Folgen hmweift. die ein Streik ixr Eisenbah­ner gerade jetzt für die Altgemeinheit und das Baterlaud im Innern und nach Außcn im Gefolge hoben, würde und an die Effsnbahtkbeamten die dringende Ausfvvderune; richdet, sich ihres Treue- verhältnisses zum Staate und ihrer Verant- uwrttnrg dewllsit zu sein und daher jede Betellioimg am Streike obzulchnew

siechen Morgen roar die Peterskirche burd) Militär um­geben und so abgesperrt werten, doh man ter zu erroar« tenten Rstscirmeiige von Manschen Herr werten !onnte. Um 10 Uhr begann die feierUche Prozeffwn von den Popligemächern aas. Durch die Sala ducale führte ter Zug, dann die prächtige Scala regst des Beruüü hin- urtter direkt m den Petersdom. Wie anders war doch diestr Einzug tes 'm. Vaters in seine Wettkathebrake als vor einem Halden Jahr, da er im Trimnphzug zwisckM ter f'.ibeknten A.'euge eiuzog zur Heiligspiechung des hl. E-aörirl, ter hl. Margarete Alscogue und Isannr bÄrr. Es erfch-Msn. keine SHbertrontpetcn, wir sonst br'sm Einzug des Papftkönigs, alles wen ernst uni si-'.-Mststmn, nur ter Gesang tes Thores hallte in ten wei­ten Heilen wieder. Bsn der Tcmfesifo (dem Hmrptltttar) aus zog die Pn^effion von ter Seite tes Quevfchiffes tu dl« große Seitenfcpelle, wo dos Allerheiligste achbriootzrt wird. Die Katdrnäle, dis dipionratischen Dertrelrr, das Kapitel von St. Petcr und ter Söngrrchot nahmen Platz in der geräumigen .Kapelle. Die Leichs wurde von beet Buffolcritten in roisr Tracht auf dem berertsbihenten 6omctft]'c;tenen Pvmtetekie metergrtegt, so daß man von der Basikica aus ten Taten, ter in der Kapelle gleich hinter dem verschloffenen Gitter eufbetvahrt ist, leicht sehen kann. Tier Ro-belgvrdisten halten Tag und Nacht WÄ,--. Beängststenv toirfte cs. als man die ungeheu­ren Mcrffen von Menschen sich, die auf dem Pelrrsplatze standen, um zur Leichs zugelaffsn zu werden. Jicnirnlsche Soldrten haben voe ter Peterskfochr urtb in beten In. ne-n dis Suiwrbe, dis Mcnfcherrmaffen io zu bemaiitern daß keiur SKnmg eintritt. Tausente ziehen stünditch ci der Leiche vorbei, um dem Dctter ter Ehristenhsit mir letztenmal zu sehen und ein Gebet für ihn zu verrichten Trotz des Regens am Dienstag tmb Mittwoch war te-ck der Andrairg nach 6. Peter ein «ngcheuv-r.

Dre Beisetzung scmd in her vnterkirche von Gant Peter statt, neben dem Sarge Pius X. So hacke er Senebfft XV. susdrirckl-ch gewürrschS. (Hebet die Bei- fetzrmg, die am Dvnrrersiag erfolgte, haben wir unser» Lesern schon berichtet. Die Red >