Amtlicher Anzeiger für den kreis und die ätadt Fulda.
49. Zahrg.
Dienstag, 24. Januar »922.
Nr. IS
tnoges.
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Nachdem schon am Samstag, wie sich setzt heraus- । stellt auf Gmnd eines irrtümlichen Telegramms des Schweizerischen Gesandten in Rom, das Ableben des heiligen Vaters durch das amtliche denlfche TÄegraphen- Wro gemeldet und später widerrufen worden war, sind nun zuverlässige Meldungen eingetroffen. Pcrp-st Benedikt XV. ist am Sonntag vormittag 6 Uhr 5 Clin, verschieden. Der Hochw. Herr Bischof von F u l d a ist durch die Nuntiatur in München nunmehr auch amtlich von dem Hinscheiden des Heiligen Vaters in Kenntnis gesetzt worden. Wie die ganze kacholische Welt, so steht auch die Diözese Fulda m ergriffener Trauer an der Bahre des großen Papstes. Der Hochw. Herr Bischof Dr. Joseph Damian, der im Hcnrptgvttesdienst an, Sonntag dem Heimgegangenen Oberhaupt der katholischen Kirche einen ergreifenden Nachruf widmete erlaßt wie wir hören, ein besonderes Hirtmschreiben aus Anlaß des Todes an die Diözesanen. Umfangreiche Traucr- bezeiqungm sind von ihm angeorimet worden. M:t den 'Kathollken, die um ihren heißgeliebten Papst trauern, vereinigt sich fast die gesamte zivilisierte Welt in ehrender Trauerkundgebung für Benedikt XV den Träger des Friedrnsgedankens im Zeitalter des Welt-
'•terantu>ou<1* für öen reöaaitmeUen Teil: Dr. I. Kramer- » für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. u Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda, diernlprecher Nr. 9. Telegr.-Adreffe: Fuldaer Zeitung-
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Papst Benedikt XV. wurde am 4. Sept. 1914 als I Nachfolger Pius X. gewählt. Er war damals Erz- I bischof von Bologna. Geboren war er In Pegl, 1 tn der Diözese Genua am 21. November 1854 ete Sproß der altadrttgen Familie della Chresa.. Er machte seine Studien im Kollegium Cayrania und m der kirchlichen Adelsakademie m» wurde mn 21. Dezember 1878 zum Priester gewecht. Als Zochu^ der l genannten Akademie hatte er Anspruch auf die dtplo- matische Laufbahn; er begleitete denn auch Rampolla, I her 1883 als Nuntius nach Madrid ging, in die fpmri- | sche Hauptstadt und kehrte 1887 mit Rampolla, als dieser Staatssekretär wurde, nach Rom zurück. Auch I hier blieb er der Mitarbeiter Rampollas und wurde | zuletzt, 1901, Substitut im Staatssekretariat. Er behielt I fein Amt auch unter dem neuen Staatssekoetär Kardinal | Merry del Val. Am 16. Dezember 1907 wurde er zum Erzbischof von Bologna ernannt. Er gehörte zu I den dreizehn Kard malen, die im Konsistorium des 25. | Mai 1914 ernannt wurden.
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An der Bahre des Papstes Benedikt XV. trauert | nicht bloß die kacholische Christenheit, sondern die I ganze Welt. Denn das ist der große Erfolg dieses Pontifikats, daß die Weltgeltung des heiligen Stuhles I und der katholischen Kirche in so außerordentlichem Maße sich gehoben hat. Und das in dem verhältnismäßig kurzen Zeitraum von nur sieben Jahren und unter'dm fulchtbarften Erschütterungen aller matertellen Mächte des Erdballes.
Wir klagen, daß der meisterhafte und musterhafte Verwalter des höchsten und heiligsten Amts so plötzlich abberuien worden ist; doch durch dos Trauergebet klingt auch der Dank: der Dank für den verewigten Datei, der sich in der schwersten Zeit als ein wahrer Retter der gefährdeten religiösen und idealen Intereffen bewährt hat. und der Dank für die göttliche Fürsorge, der dem Schifflein Petri gerade in dieser modernen Sintflut den besten Steuermann beschert hatte.
Cs fft der Weisheit, der Wachsamkeit und der geschickten Tatkraft des Verewigten gelungen, während dieser furchtbaren Periode der Selbstzerfleischung der Völker die beite n Gruppen ter streitenden Mensch- husi enger an den päpstlichen Stuhl und an den Katholizismus als dem Hort ter Kultureircheit zu fesseln. Das ist ein wahchaft nxmterbarer Erfolg angesichts ter Erbitterung, die in ter Welt platzgeyriffm hatte.
Es ist dem Papst fteMch nicht gelungen, den Weltkrieg zu verhüten oder testen frÄtzettiyen Abschluß auf Grund seines wohlabgewogenen Frivtensprogramms schon 1917 zu erreichen. Ater er hat doch mitgewirkt. den Friedensgedankeninter verworrenen Welt lebendig zu erhalten, die Leiten des Krieges zu mit- hem und durch die Sammlung ter Staaten um den vatikanischen Brennpunkt ter religiösen und idealen Kulturgüter die Entwicklung vorzutereiten, in denen jetzt hie Wett steht, nämlich die Entwicklung zmn wahren, dauerhaften Frieden auf Ehten gemäß ter Wsih- nachtsbotschaft.
Nur stoben Jahre; aber sie zählen doppelt „cte Kriegsiahre, und wir dürfen sie dreifach und noch höher zählen in Anerkennung der Ehren und Vorteile, die ter Kirche Gottes auf Erden errungen smd, und in Anbetracht des Segens, ter für die ganze Welt aus dem weisen und wohltätigen Wirken dieses Papstes entsprossen ist. ~ t l , k
Der Rückblick auf die letzten Jahrzehnte lehrt uns, daß die Vorsehung stets den r e ch t e n M a n n zur Regierung der Kirche berufen hat, wie chn die Zeitverhältnisse erforderten. Darum wird unsere trauer über den Berlust galintert durch die zuversichtliche Hoffnung, daß auch' der richtige Nachfolger gefunden wird ter mit Geschick und Kraft fortsetzt, wozu Benedikt XV. tn den schweren Jahren den Grund gelegt hat.
Nach dem Tode des Papstes.
Die sterbliche Hülle des Papstes wurde mit den Pontifikalgewändern bekleidet, feierlich in den Thronsaal übergeführt. Das Kardinalskollegrum hielt unter dem Vorsitz des Kardinal-Staatsfekre- tärs G a s p a r r i seine erste Versammlung ab, um über die Beisetzungsfeierlichkeiten und die Eröffnung des Konklave Bestimmungen zu treffen. Erne gewaltige Menschenmenge drängte sich auf dem St. Petersplatze und strömte in die St. Peters- kirche. Fast alle Theater und Lichtspiele tn Rom sind zum Zeichen der Trauer geschlossen.
Das Heilige Kollegium, das die Wahl vorzunehmen hat, zählt gegenwärtig 61 Kardinale, davon 31 Italiener und 30 Ausländer. Unter den letzteren befinden sich 5 Franzosen, 1 BArer, -- Deutsche, 2 Defterrei&er, 1 Ungar, 1 Tschechoslowake, 2 Polen, 1 Holländer, 6 Spanier, 1 Portugiese, 5 Amerikaner, 1 Kanadier und 1 Bra-
Die'Blätter sind der Ansicht, daß für das Pontifikat in Betracht kommen die Kardinale Ratti, Erzbischof von Mailand, Lafontaine Patriarch von I Venedig, Masst, Erzbischof von Pisa und die Ku rienkardinäle Gasparn, Bisletti rmd Dualdi.
Die apostolische Kammer trat schon am Sonn- tafl unter dem Vorsitz des Kardinal-Staatssekretars Gasparri zusammen, um Anordnungen zu treffen über die Verwaltung der Kirchenguter wahrend der Vakanz. Mons. Gasparri, dessen Funktion als Staatssekretär erloschen ist, hat ben Mrtgli^ern des diplomatischen Korps dre amtliche Nachricht I über den Tod des Heiligen Vaters übersandt und I sich gleichzeitig verabschiedet.
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D-r Reichspräsident richtete anläßlich des I e>infcheidens des Papstes an den apostolischen Nuntius I Pacelli in München nachstehendes Telegramm: „Tief erschüttert durch das Hinscheiden Seiner Heiligkeit des Astes spreche ich Eurer Exzellenz namens des Dem- schen Reiches meine aufrichtige Teilnahme aus. Das deutsche Voolk gedenkt in Dankbarkeit der großen Lir- bestätigten des Papstes während des Weltkrieges und I in hr' Svotaexeit, sowie seiner unermüdlichen Destre- Wiederaufbau der Welt, im I Sinne der Dölkerversöhnung und der christlichen Nach- stenttebe.' Ministerpräsident Graf Lerch en -
f e l d hat an den Kardinalstaatssekretar em Telegramm ' rjch-et in dem er namens der Staatsregierung der steilen Trauer über das Hinscheiden des Papstes Ars- druck' gttt. Durch den Tod des Heiligen Vaters erleide die ganze Menschheit den schwersten Verlust.
! Der schweizerische Bundesrat sagt tn fei- I reTr Beileidstelegramm an das Kardinalkollegium zum Mieden des Papstes, dieses bedeute einen um so schmerzlicheren Verlust, als mit Papst Benedikt XV. einer der größten und weisesten Freunde des Friedens 1 der Weit hingeschieden sei.
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den Abgeordneten, die sich Äensalls eihoben bab^ we^ für einige ^ugenb^
um einem geheimnisvollen Klang aus emer anderen Welt zu lau.ch.n. ~
Und vor uns, denen der Heimgegangene mehr war als der ©tnroeran uabPontrsex, wir-in dieser Stillt fein VW lebeiMg, und 'E Name, n« dem wir m ^Mnzm katholischen EhrDenheit in chffuvchwr.NerLirbe chn benenE^ H Jtür-
(Ein Vater, der das Haupt einer Weltgememoe m, um) em ^rer, > her Staaten IMre Bande des Blutes, sondern eine geistige Gemeinschaft uterdi ..
wSStr^n. 'u^mdiesem Lichte wird ihn
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STA SwSÄSSS willen MN Friedensidee, leuchtet aus den Augen des verstorbenen Papstes.
Aber zu Mer ganzen westgeschMsichen Große wuchs er empm, s «^ EonM ÄS-8»"
rechnenDenn mitten im brausendem Ausemanterprall der irdische^ ® ®
CU5 Rom. Und die Menschheit leistet«:, hungernd nach, fnröen, dem Nvr^amer.ian-im Präsidenten Gefolaschcht, nicht dem verstorbenen Papite. Und mit
Sung die Häute hn Angesichte eines Friedens., der mit wwfl^^er M J Fackelbränten der Dergewalffgung unS des Hages ine Zairer fei fä? '
°IS C3£ des ^erstorbenen Papstes, als
®ett verhallte, bedeutet heute seinen größten Steg. ‘ gn„[,'
ffnntS anderem Wegen als femn Wilsons und m-t ante Mitteln den WU
Meten suchen müssen. Und deshalb heißt ter Papst des furchtbaren Weltkrieges mit vollem Recht der Friedenspapst.
Die letzten Stunden.
Die kräftige und Willensstärke Natur tes Papstes HÄ dem Tod dessen Hercmmchen unzwerselhast war, lange WDerstand geleistet Der Samsteg brachte em weiteres Fortschreiten des Verglimmens der Lebenssmnme des '.ikipites. Gegend Abend trat der Kardinal-Staatssekretär aus tem Krankenzimmer heraus und kündiche ta J Von aal wartenden Diplomaten offiziell an, daß alle Hcm- iAmg ausgegeben sei. Bor dem Vatikan wartete den gan- zen 'Tag über eine große Menge aus die Schließung des Bronzetores, des ersten Zeichens des Ablebens.
Um 1 Uhr nachts am Sonntag wurde >m Sterbe Ummer eine Messe gelesen, worauf der Papst die Korn- Son empfing. Um 3 Uhr fingen dm Fuße und fiänbe an kalt zu werden, aberr "as aufgeregte öte- Ker bauerte an.3 Um 5 Uhr n>oUte ber ^ebernbe aufforinaen, indem er ausrief, dringende Geschäfte er- warteten ihn. Alsdann beruhigte sich der Kranke. Der Herzschlag begann auszusetzen. Um 5 Uhr 45 Alinu- ten trat die Agonie ein, worauf der Grotzponitentiar Kardinal Giorgi die Sterbegebete anstimmte. Um v Uhr 5 Minuten stellte Dr. Cherubim, der den Puls nicht losgelassen hatte, das Ableben fest. Die To- desnachricht verbreitete sich beim ersten Fruhlichi durch Rom. Vormittags erschien eine breitumranberte Trauerausgabe des „Osfervaiore Romano .
Sofort nach dem Eintritt d^-s ^.odrs Hub das Fünf- minuten-Trauergeläute der Peterskirche an unb das Bronzetor des Vatikans wurde geschlossen. Am Sterde- bett waren zwei Neffen des Papstes, Staatssekretär Gasparri, der Eroßpönitentiar Kardinal Giorgi, der Leibarzt Cherubini und der Zeremonienmeister Man- signore Zampini zugegen.
Der Pcwst bestimmte m seinem letzten Willem daß sein Leichnam mit den Pontifikalgewändern bekleidet drei Stunden lang im Thonsaal und danach zwei Tage hindurch in der Peierskirche ausgestellt werde. Rach dem Tode des Papstes übernahm Kardinal Gasparri die Leitung der Geschäfte. , r t ..
Der italienische Ministerpräsident traf, sobald er Die Nachricht vom Tode des Papstes erfahren hatte, genaue Bestimmunaen, um die vollkommene Freiheit der vorläufigen Kirchenregierung und der Beratungen des Heiligen Kollegiums zu gewährleisten.
5>er Ir-iedenspcrpst. Don H. Dransfeld, M. d. R.
Mitten im Getümmel der
Unabhängigen und Kommmchten, Eich Me^.. - e n. n ift DCr, hat die Abgeordneten aus verborgechien W.nk m he Leuten bat:
und Pontifex durch einen Nachruf zu ehren.
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