Druck der Fuldaer Aetteudruckerri in Fuldq
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gepflegt werden.
Rechte sind sie
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! Ärbritefeld immer noch r:nMiltin; denn an Selle der 1 MzgchNW AKWs sind riinftifl alle Mrjtol. Vikariate
3. Bei Ausführung der im Friedensvertrag von Versailles übernommenen Verpflichtungen ist die deutfchs Lciftungsfähigkeit die unverrückbare Grenze. Für alle Bestimmungen, die Deutschland wirtschaftlich erdrosseln oder politisch einem fremden Willen unterwerfen, ist unverzüglich Abänderung zu fordern.
4. Die baldige Befreiung der besetzten Gebiete ist mit allen' rechtmäßigen Mitteln zu erstre. ben. Bis dahin ist nachdrücklichst zu verlangen, daß die Besatzung verringert und ihre Kosten vermindert wer- den. Art und Form der Besatzung müssen den Anfor- derungen europäischer Kultur entsprechen. In den besetzten Gebieten ist den deutschen Gesetzen Geltung zu verschaffen. Die Rechte der deutschen Behörden und der Bevölkerung sind gegenüber allen Uebergriffen der Besatzungsmächte entschieden zu wahren. Jede HNfe und Erleichterung ist den besetzten Gebieten zu gewah- ren, insbesondere sind den Gemeinden und den Bewohnern die Besatzungskosten und die entstandenen Schäden im schnellsten Verfahren — lebensvollste Verbindung Ostpreu
An vierter Stelle möchten wir die Ditte formulieren, daß alle Varieigenosien, die sich bisher auf die Abgabe des Wahlzettels der Zentrumspartei b-schränkt haben, ihren Wohlgefallen an dem schönen Patteitay nneN faßbaren Ausdruck geben, indem sie sich a l s e i n g e. schriebene Mitglieder in die örtlich? Organi- sation einreihen lassen. Der kleine Beitrag kann doch nicht schrecken. Meistens ist es Lauheit und Nachlässig- keil, wenn man sich mit der Stellung des gelegentlichen Mitläufers begnügt. Der organisierte Mitarbeiter hat einen viel höt^ren Wert und cckso auch viel mehr Teilhaberschaft an ben Erfolgen der Partei.
Die S ck a tz g r u b e ist eröffnet. Zu ihrer Aus- beutung und Ausmünzung können alle Gutgesinnten Mitwirken. Auf zur Tat!
500 Jahre Propaganda. 1622—1922.
Einem Aufsatz von Ant. Huonder S. J. in den .Katholischen Missionen" entnehmen wir sot.endeS:
Die durch Gregor XV. vollzogene Gründung der Propaganda ist der große Markstein der neuzeitlichen Missionsgeschichte.
Schwerlich findet sich, so meint der Protestant Th. Trete, unter den zahllosen Urkunden und päpstlichen Schreiben des Vatikanischen Archivs eines, dessen Wirkung bis in unsere Gegenwart so nachhaltig gewesen wäre als die Konstitution. Infcrutabili dioinae pro- vidcnliae vom 22. Juni 1622, welche die Propaganda tas Leben rief.
Um aber zu verstehen, was diese Gründung bedeutete. was sie Neues brachte, muß man wissen, wie sich das Mssionswerk vor 1622 vollzog.
Mit der Entdeckung Amerikas und des Seeweges nach dem fernen Osten ging der Kirche ein neues Mis- sionszeitatter auf.
Mit einem Schlage war das Arbeitsfeld um Meeresweiten gewachsen. Ganze Festlande mit völlig neuen Völkern, Sprachen, Kulturen tauchten aus dem Ozean und stellten die Kirche vor eine geradezu gigantisch: Angabe.
Diese Aufgabe war nach Maßgabe der Derhälmisse und unter Mitwirkung der beiden katholischen Seemächte zu lösen. Denn nur auf ihren Flotten waren die fernen Gestade zu erreichen und nur in Verbindung mit der Kolonisation konnte die Chnstimrisierung erfolgen. Aus dieser Zwangslage heraus wurde das königliche Miffionspatronat geboren, das ein wesentliches Element des ipanisch-portugiesischen Missionssystems blldet.
Kraft der ihm ^gesprochenen Machtbefugnis teilte der Papst die muentdeckte Welt unter die beiden Mächte und sprach ihnen das Besitzrecht auf die eroberten Länder, Völker und deren Schätze zu unter der einen Be- dingung, daß sie die Kirche Gottes in ihrer hohen Aufgabe. jenen Völkern den wahren Glauben zu bringen, wirksam unterstützten.
Der Papst war es der dir Missionare sandte und ihnen alle geistlichen Vollmacksten verlieh', er gründete die neuen Bischofssitze, übte das höchste Aufsichtsrecht und blieb die letzte Instanz, vor die alle (trittigen Fragen und Rechtsfälle kamen.
Alles üb ritte bch'.elt sich die Krone vor. Sie do- fierte alle kirchlichen S !len und Pfründen, sorgte für die Uederschsifung und den Unterhalt der Missionare and bvarsioruchte dafür ü» «rilsehmdste Kontrolle über
.12 ir.
ecunla«. 22. Januar 1922.
Das mit der Propaganda verbundene großartig eingerichtete und reichdotiitrte Collegium Urbanum war die erste Drldungsanstalt von Weltpriestermissionaren und ist der Anstoß und das Vorbild zur Gründmkg einer ganzen Reihe ähnlicher Missionsseminarien geworden.
Zur vollkommenen Auswirkung gelangte die Pro- paganda erst fo recht im Laufe des 19. Jahrhunderts. Der Niedergang der katholischen Seemacht,: und die allmähliche Ablösung ihres Missionspatronates gab der ProxoNmda die erwünschte Bewegungssreitzett, die ge- radezu" phänomentale Ausgeftaltung des neuzeitlichen Ordens- und Bertinsw sens stellte ihr ein ganzes Heer geschulter Kräfte und reiche GeSmittel zur Verfügung, der einzigattige Aufschwung des Derkehrswesens zu Land und Wasser ermöglichte ihr ein rasch», bis zu dsn letzten Inseln des Ozeans fühlbares Eingreifen.
Die Propaganda ist heute wirklich, wie selbst ein (tzrgner, Dr. Gustav Warnock, eingesteht, »eines der großartigsten Institute ter West".
Bewundernd schreibt der Protestant Trete: „Roma caput mundi. Rom die Hauptstadt der Welt. Daß die „ewige" Stadt diese Bedeutung haste, bestreitet niemand, daß sie di-'selbe noch heute b sitzt, folgt aus der Geschichte und gegenwärtigen Arbeit der Propaganda, dieses Instituts, welches auf Erden nicht seinesgicichm besitzt, dessen Einfluß sich netzartig über die ganze Erde erstreckt und dessen Bezeichnung: „Din rechte Hand des Papstes" znaleich auf die Machtstellung des Mannes h-nweist, der in der Tätigtest jenes Instituts das Haupstnittet seiner Machtensaltung erblickt.",
Di>: Konstitution Pius X. Sapienti consstio vom 29. Sund 1908, durch welche die Römischen Kongregationen zeitgemäß um gestaltet wurden, bedeutete auch für die Propapanda eine tief einschneidende Aenderung. 2lu : einen Schlag wurden ihrer Jurisdiktion nicht weniger als rund 150 Sprengel in Irland, Holland, Luxemburg, England, Kanada, Australien und dm Vereinigten Staaten usw. entzogen, folgerichtig auch die Leitung der für diese Länder errichteten Srminorien und Missions- kollegrm und sämtlicher Missionsanstalten von Gelübde ablegenden Genossenschaften.
Scheinbar eine Verkürzung ter bish:eigen ungeheuren Machtfülle, besagt die Neuordnung in Wrklichkeit nur eine willkommene Entlastung ter Propaganda und gibt «fr die Möglichkeit, nunmehr ihre ycm-e Kraft und Äufmerksark it ausschließlich ihrer eigentlichsten Auf. aabe. dem Werke der Glaubensverbreitung in noch nicht christlichen Läutern, zuzuwenden. Tatsächlich ist ihr
übrigen Reich ist zu erhalten.
5. Mit den Ausländsdeutschen, zumal mit den geschlossen wohnenden deutschen Minderhelten in fremden Staaten muß eine innige Geistesgemeinfchasl
" ' ‘ . In der Verteidigung ihrer nationalen
____zu unterstützen. Für Deut,d)ö ft et- reid) ist in der A n s ch l u ß f r a g e die unbedingte Freiheit der Entschließung zu verlangen, wie übet- ijoupt allen deutschen Stämmen das tatsächliche Selbstbestimmungsrecht errungen und bewahrt werden mutz..
6. Die kulturellen und wirtschaftlichen B e z i e h u n-
gen zum Ausland müssen wieder angeknüpft und planmäßig ausgestaltet werden. Die auswärtigen Der- tretungen sind mit Persönlichkeiten zu besetzen, die das politische, kulturelle und wirtschaftliche Leben des betreffenden Landes ebenso wie das der Heimat kennen und Gewähr für die Anknüpfung nutzbringender Be- ziehungen für Deutschland bieten. Besondere Aufmerk, jamkeit gebührt der wissenschaftlichen Auslandskunde.
7. Die Regelung der Kolonialfrage durch den Friedensvertrag kann nicht als endgültig angesehen werden. Deutschland hat einen unveräußerlichen Anspruch auf einen angemessenen Kolonialbesitz und auf Teilnahme an der kolonialen Kulturarbeit. Für die beut- Kn Missionare, zumal in den seitherigen deut-
n Kolonien muß allgemeine unbehinderte Arbeit im Dienste des Ehristentums gefordert werden.
8. Deutschlands Stellung zum Völkerbund und zu jeder Art -von Völkervereinigung ist abhängig zu machen von der gleichmäßigen Vorherrschaft irgend- einer Mächtegruppe. Gleiches Recht hat auch in der Abrüstungsfrage zu gelten.
g. Deutschland muß den organischen Ausbau des Völkerrechtes vertreten. Die internationale Re- gelung des Arbeitsrechts, der Arbeitszeit und des Arbeiterschutzes ist planmäßig zu betreiben. International, steuerrechitiche Abmachungen zur Bekämpfung der Kapitalverschiebung, zur gegenseitigen Rechtshilfe inSteuer- fachen und zur Verhütung der Doppelbesteuerung sind dringend geboten.
nun an die Arbeit!
Unter dem begeisternden Eindruck des großen Zentmmspattestages m Derim schreibt uns ein verehrungs- würdiger Zentrumsvetercm folgendes:
Sine wahre Echatzgrubevon politischer Weis- rit bietet ims der herrlich verlaufene Parteitag, so- Cm ht den ttefburchdachten Reden als auch besonders w dem meisterhaft ab gefaßten Programm.
Die Schatzgrube muß aber cchgebaut und ausge- Mrst werden, damit das edle Metall in Umlauf ge- U und zum Segen für das ganze Volk werden kann
Auch ter B.richterftatter über die Richtlinien hob ns schon hervor, und man kann nicht dringend genug X treuen Anhänger des Zentrums ermahnen, zur Auswertung tes Parteitages das Ihrige betju- rccen In Anlehnung an einen bekanmen Spruch darf man unserem Volke zurufen: Was dir tescherl von deinen Führern ist, e r w i r b es, um es zu besitzen!
In erster Lime wird mit Recht aus die P r e s s e fchtartmefen, die berufen fei, die Früchte des Par-ei- taces tem Verstand und dem Herzen des Volkes zu- «änolich M machen. Gewiß, die Zentrumspresse wird sich in dieser Richtung alle Mühe geben, und sie wtrd ss um so lieber tun, je mehr ihre Herausgeber und Mitarbeiter von Stolz und Zuversicht über drn Erfolg des Parteitages erfüllt sind. Sie wird ihr bestes tun twtz aller Schwierigkeiten, unter denen die Pwffe in dieser Zeit der Teuerung und der Bedrängnists zu stöhnen^hat. Dabei darf man aber nicht verpesten, daß die Presse, wenn sie ihren Dienst an der Partei wirksam fottführm soll, der Unterstützung bedarf durch die Organe der Partei.
Wir sind noch längst nicht so wert, daß in jedem Hause, wo Freunde des Zentrums oder Nachkommen von Zentrumsdeuten wohnen, auch eine Zentrums- geinmg gehalten wird. Die Presse soll nicht bloß die bereits gewonnenen Parteigenossin erbauen, sondern auch die Schwankenden stützen, die Zweifelnden be« kehren, neue Anhänger werben. Daher muß für die Verbreitung ter Zeitungen gesorgt werden und zwar nicht in dem Sinne, daß man den Verlegern oder der Redaktion eine Gnade erweisen wollte, sondern in ter klaren Erkenntnis, daß die Zukunft ter Zentrumspartei und damit die Zukunft des Vaterlandes d:e Förderung ter guten Presse notwendig macht. Die ort- lichen Organe der Partei müssen überall mit höchsten Eisir für ihre Presse werben. Sowohl Abonnenten als Inserenten, denn diese stehen in Wechselwirkung zueinander und jeder Zuwachs verspricht einen dauernden Vorteil für die Partei. (Diese Auf. fortemng wollen wir auch unsererseits besonders unterstreichen. Es gibt leider noch Männer, die sich für Zen. trumsanhänger halten, aber nichts besieres zu tun wif» fen, als auch an ihrer Presse herurnzunörgeln und aufzumucken, wenn ihre P r i o a t enterest en manchmal mit Rücksicht auf die Allgemeinheit nicht fo berück- sicht werten können, wie sie es wünschen. Eine kurz- sichtige Handlungsweise, dte nur die Absichten uitferer ©eener fördert, denen es natürlich auf ein Verächtlich- machung der Zemrurnsprefse sehr ankommen mutz. D. Red.)
Das zweite Hilfsmittel sind Versammlungen. Je meta, desto besser. Wo keine .großen" Bercmstal- hingen möglich sind, da mißachte man die kleinen nicht. Sehr oft wirken gerate die bescheidenen Zusammenkünfte in sonst übergangenen Ortschaften sehr nützlich, namentlich in der Betehnmg von Irrenden und in der Festigung ter Schwankenden. Jetzt ist eine günstige Zeit, um Zuhörer zu gewinnen, da das Interesse durch den Parteitag geweckt ist, und auch, um Redner zu gewinnen, dmn an ter Hand des vortrefflichen Programms wird es auch weniger geschulten Rednern leicht, über die schwebenden Fragen sich klar und schlag- ferteg auszusprechen.
Die dritte- Mabmm-a richtet sich nicht bloß au die Führer und Dereinsvorstänte, sondern an alle treuen Anhänger des Zentrums. Die Agitation v o n M u n d zu Mund, oder sagen wir lieber ohne das schroff« klingende Fremdwort: die betehrende und anregende Zusprach? im geselligen Verkehr ist ein vortreffliches Hilfsmittel und erfordert keim Mühsal und Kosten, fontem nur etwas Geschick in der Ausnützung von geeigneten Gelegenheiten. Ein gutes Wort zur rechten Zeit ist, wie die Bibel sagt- efn goldener Apfel aus silberner Schale.
das gesamte Kirchen- und Missionswesen in den über- freischen Ländern. Als dritte unentbehrlicher Faktor wirkten die Orden, die eigentlichen Träger ter Hei- donmisfion mit.
Das war. kurz Umrissen, das alte Missionssystern. Unter ihm spielte sich eine ter glänzendsten Mifsums- perioten der Kirchengeschichte ab, in welche unter an- terem die erste Christianiskrung von Spanifch-Portu- gtefisch-Amerika und die ganze herrlich? Misswnstattg- koft eines Franz lauer in Indien und Japan, eines Matthäus Ricci und feiner Genoffen in China hinein siel. Es wäre also ein Irrtum, zu glauben, daß erst mit der Gründung der Propaganda das katholisch: Missions wesen zur Blüte gelangt sei. Eine Propaganda wäre damals, da das ungeheuere neue Arbeitsfeld noch fo wenig bekannt war und all« erst erforscht und erprobt werten mußte, wohl verfrüht gewesen.
Mehr nom, auch nach der Gründung ter Propaganda bauerte das alte System in ben sog. Regimes Hierarchie ortenariae d. h. in tem größeren Teil tes spanifch- portugiesischen Kolonialreiches, ungestört fort, und die ganze Neublüte ter Missionen von Paraguay, Peru (Moros), Quito (Maynas), Nordmexiko (Tarahumara, Sonora usw.), Kalifornien usw. wirkte sich unter ihm aus.
Auch auf tem weitm oftasiatischen Mifsionrgebitte kamen die fegensreichen Wirkungen ter Propaganda nicht fdfort zur Gellung. Wie jeder große Syftemwechfel, so war cmck) dieser mit vielen Hemmungen und uner- quicklichen Sieb' ncrschei mengen begleitet, die eine ged'.ih- liche EnttMcksimg ter Dinge zunächst nicht aufkommrn ließm. Es bedürfe eines vollen Jahrhunderts und länger, bis die altgewohnte Ordnung sich restlos und harmonisch tem neuen System einfügte.
Trotz bxfrr Einschränkungen und kurzen geschichtlichen Feststellungen steht außer allem Zweifel, daß die Gründung der Propaganda ein Ereig- nis von wahrha ft prooidentieller Bedeutung war, teßen Segen wir erst heute, riick- hlickeD im vollen Urifan-r? erkennen. Zunächst räumte bi» Einsitzung einer großen kirchlichen Zentralbehörde mit ein" r Reihe großer Mißstände auf, an denen dos efte Misfionsfystem erkrankte.
Eine unschätzbare Srcensfrucht ter Propaganda- grünten n war brr Au»bau ter bischöflichen Hierarchie in ten Miifionslönderm
Erst durch diese allein von Rom abhängige Hierarchie wurde »itnlridi die ganze Mission fester mit dem Heiligen Stuhl verbunden und ihres i allzu nationalen Charakters er.tElciteL
zu ersetzen. Die ß e n s mit dem
und Präfekturen in Spanisch und Portugiesisch-Amerika ihr zugeordnet, so daß heute noch immer 28 Erzbistümer, 57 Diözesen, 181 Apostel. Vikariate, 69 Apostat. Präsikturen, 2 mit bischöflicher Jurisdiktion ausgcstattete sog. Abteien und 13 „Missionen" sowie 22 Mis- sionskollegien, 1 Mifsionsgenossenschaft (Weiße Väter),' bte St. Petrus-Claver-Sodalität und die wichtigsten Missionsvereine ihr unterstehen.
Diese 300 Jahre Propaganda besagen Leistungen von einem Ausmaß und einer unmittelbaren Bedeutung für das Reich Gottes auf Erden, wie sie wohl, keine der Römischen Kongregationen auch nur im entferntesten aufzuweifen vermag.
Ern stllftr aber überwWigerchsr Zeuge dieser Stiftungen ist bas große herrliche Propaganda-Archiv, das in seinen Atli (Sitzungsberichten) ten gangen rie- gen Geschäftsbetrieb ter römischen Weltzentrale, in feinen Lottere und Relazioni die mit Schmeiß und Blut geschriebene Geschichte einer 300jährigen Missionsarteit in ergreifendster Weise widerspiegelt. Daß so manche dieser vergilbten Blätter auch von schmerzlich unerquid- lichen und dunklen Dingen zu erzählen wissen, ist das unabwendbare Geschick auch der größten und edelstett Menschenwerke.*)
So groß die Vergangenheit ter Propaganda ist, größer noch wird ihre Zu k u n s t fein. Diese Zukunft wird vielerorts in Freuden ernten, was die Vergangen» heil in Tränen g:fät hat, sie wird irnb muß manches zum Abschluß führen, was bislang erst zu hoffnungsvollen Anfältgen gediehen ist, sie wird vor allem eine Reihe ter wichtigsten Missionsprobleme restlos zu lösen haben, an denen die letzten vier Lahr Hunderte sich um-, sonst ober nur mit halbem Erfolg versucht haben. (6s: sei nur an die Frage eirrs einheimischen Klerus und Episkopates erinnert.)
Es gilt in ter alten Heimatkirch? mehr noch Äs bisher die ganz« ka.hollsche Gemeinschaft hinter die Weltmission zu stellen und die großen Missimrsvewinr zeitgemäß umzugestalten usw.
So wird das nächste Säkularfest ter Propaganda das herrliche Endziel: die Einigung ter Völker irnb Ländereinem großen Goltesveich auf Erden, bereits in deutlichen Umrissen aufleuchten lassen.
•) Möchte doch der Propacianda recht bald ein Histo», riker von der Gröze eines Ludwin v. Pastor erstehen, der uns nicht eine kritiklose Lobrede, sondern ein wirkliches, klares, gerechtes GejchrUcksbild dieses so srotzen» und herrlichen kirchlichen Instituts schenkt. Leider wird; das Jubiläum uns wohl eine Festschrift, aber keine Geschichte bringen.
Auswärtige Nngelsgenheiieu.
1. Die weltpolitische Lage Deutschlands erfordert klare Linien und Stetigkeit in der Führung der auswärtigen Politik. Die innenpolitische Gesetzgebung darf die Rücksicht auf die außenpolitischen Beziehungen niemals außer acht lassen.
2. Die volle Gleichberechtigung des deutschen Volkes mit allen Völkern der Welt und tue Wiederherstellung der internationalen Rechtsgeltung im Staats- und Privatleben ist das nächste Ziel der auswärtigen Politik Deutschlands. Hieraus ergibt sich ol- wichtige Aufgabe die internationale Prüfung der Grundlage des Friedensvertrages von Versailles: Der Schuld am Kriege.
Staatsordnung nnd Verwaltung.
1. Um der deutschen Politik Planmäßigkeit und Stetiakeit zu sichern, ist die Eimgung einer starken Stoa- lition von Parteien auf ein festes Arbeitsprogramm notwendig. „ , , ... ,___A
2. Der Staatsautoritat und den Gesetzen ist durch ebenso entschlossene wie unparteiische Haltung Ol ” ’ antwortlichen Stellen Geltung zu verschaffen. Umsmrz- bewegunaen ist kraftvoll entgegenzuwirken, ohne Jtua> sicht auf "Person und Partei der Urheber. Durch den Geist und die Führung der inneren Politik muß ihnen der' Boden entzogen werden. Landfremde Aufwiegler ind unnachsichtlich zu entfernen.
3. Die Sicherheit-organe, zumal die Reichswehr, müssen fest in der Hand der verfafsungsmäßigen -Hegte» rung sein. Die Reichswehr hat sich von _alier pohti dien Propaganda fernzuhalten; ihre Angehörigen sind zu ernster Berufsauffassung und starkem Verantwortungsgefühl zu erziehen. ... o.
4. Ein tüchtiges, berufsfreudiges und in feiner Lebenshaltung gesichertes Beamtentum bildet «ne der wichtigsten Grundlagen der Staatsordnung und Staatsverwaltung. Der öffentliche Dienst ist von ungeeigne- ten Kräften freizuhalten. Das verfassungsmäßige Ver- etnigimgsredjt ist zu wahren, doch steht der Streik der Beamten mit dem Bestand des Staates, mit den Rech- ten der Volksvertretung und mit der lebenslänglichen Anstellung in Widerspruch. . . _
5. Die gesamte Verwaltung in Stabt imb ®e- meinbe muß einfach und übersichtlich geftattet tren-en. Don ben leitenden Stellen ist auf zuvorkommenden Verkehr mit den Bürgern aller Volksfchichten zu bringen.
6 Rechtspflege unb Rechtprechung sind in chrer Unabänberlichkeit unb Unparteilichkeit zu schützen. Strafrecht, Strafprozeß- unb StoHpeae^DrtnutM muh ?n unter Berücksichtigung der verfasiungsrechtklchen und wirtschaftlichen Veränderungen ausqebaut werden. In der Strafgerichtsbarkeit ist das, Laienrichtertum wett- gebenb heranzuziehen. Das Gerichtsverfahren muß vereinfacht und befchleunigt werden.
7. Grundfätztich ist nach Erweiterung der Selbstverwaltungsbefugnisse zu ben; vor allem ist ben Provinzen eine^ größere Se-b- ständiakeit in Gesetzgebung und Verwaltung zu geben.
8. In der Frage der organischen Neugliederung des Reiches sind die Bedürfnisse und Eigenarten der einzelnen Länder und Stämme mit den Lebensnotwendigkeiten des Reiches in Einklang zu bringen.
Finanzwefe« und Stenern.
1. Erster Grundsatz der Finanzwirtschast mutz die Deckung aller ordentlichen Ausgaben durch ordent- liche Einnahmen sein.
2. Aeutzerste S p ars am ke i t hat Richtschnur für die Finanzgebarung in Reich, Ländern und Gemeinden zu sein. Aus die Bedürsmsse der Lander unb Gemeinben ist bei Schaffung und Verteilung der Steuern Rücksicht zu nehmen. Die öffentlichen Betriebs- Verwaltungen sind nach kaufmännifchen Grundsätzen zu fu%en*Das Steuersystem ist In Anpassung an die jeweiligen wirtschaftlichen Lerhältnisie aufzubauen. Es mutz so gestaltet sein, datz die wirtschafllich-techmsche Entwicklung nicht gehemmt wird.
4. Angesichts des gewaltigen Steuerbedarfs ist mit besonderem Nachdruck auf eine lle/echte Verteilung der Lasten hinzuwirken. Dl« bestehenden Be- sitz, und Einkommensteuern müsien gewissenhaft durch« geführt werden. An der Bildung der Steuerausschusie sind alle Bolkskreise und Berufsstände zu beteiligen.
5. Steuerhinterziehung und Kapitalflucht sind mit den schärfster Mitteln zu bekämpfen. Die Vsranl^. gungstechnik ist weiterzubilben, die Steuermoral durch Dolksaufklärung und staatsbürgerlich« Erziehung zu heben.
6. Auf den Familienstand, besonders auf die Kinderzahl muh bei der Besteuerung alle Rücksicht --- nommen werden. Unbillige Härten sind durch entfachende Bestimmungen zu verhüten Ruhegehaltsempfänger und Kleinrentner bedürfen weitgehendster Scho-
7. Das System der indirekten Steuern ist so zu gestalten, daß die lebensnotwendigen Verbrauchs- güter geschont, Genutzmittel und Luxus in entsprechender Steigerung ersaßt werden. Soweit angängig, sind die Steuersätze nach dem Werte der Derbrauchsgüter abzustufen. Der Preissteigerung über den Steuerausschlag hinaus ist vorzubeugen.
8. Die Frage ertragsreicher Steuermonopole bedarf eingehender und gewisienhafter Prüfung.
9. Eine nach einheitlichen Gesichtspunkten geftaltete Finanzstatistik ist baldigst einzurichten. Sie muh die Finanz- und Steuerwirsichaft des Reiches, der Lander und Gemeinden umfaßen, damit ein Gefamtbild der Bolksbelastung entsteht und die Steuerpolitik auf festen Grundlagen aufbauen kann.
(Ein 5 revel am deutschen Volke.
Die Kath. Rorrefpontety färeibt uns:
Das größte Hinternis für ten Au fst teg des teut- fchcn Volkes liegt in ter inneren Uneinigkeit unb bem Abfall von den r e li g i o s- f 111 lid)en Grundsätzen. Viole Heilkünstter treten nun auf, um unsere Nation in die Kur zu nehmen, herunter rmi einem Selbstbewußtsein, das nicht sitten in Aiiinaßung übergeht, die Duutfchvölkischen.
Ihre Organe scheuen sich nicht, im Kamps« ctflen bas Subentum die religiösen yunbamente ter göttlidxn Offenbarung im Alten TeftameM« mnzu» kürzen, w.e sie auch die katholisch«: Kirche unter ter Bezeichnung Ustramontamsmus, Romanismus. -ge» uitismus u. ä. bekämpfen. Ihr völkifches Bewußtsein drängt sie auch, p o s i t i v, wie sie meinen, zu arberten. Si? wollen die Religion des Volkes gumantfimte em deutsches C h r i st e n t u m", eine deutsche Ntii» gion", einen „deutschen Glauben", „deutsches Gott um" begrünten, einen „neuen Gott schaffen" u. a. Diese Be- trebungen werden in Redewendungen und Wortbimun. «en vorgeteagen, die zum Lachen reizen müßten, wenn die Sache, an die sie sich anschlteßen, nicht gor zu ernst wäre. _ ..
Schon vor tem Kriege traten terarhge Strömungen mt die OeffeMlichkoit, im Kriege mehrten fte sich und gewannen eine größere, teilweise begeifterie Anhanger- ckM Man darf nun ja nicht glauben, daß eine Eirrig- 'eit imter disfen neuen Religronsskiftem vd^Reformatoren fei. Niw in der V:rn:iming des Wesens tes Chriftentams herrscht Uebereinstimmung sowie größtenteils auch in der Verehrung v o n D'e u er und Licht. Dabei ist die eine Partei radikal, fu fortert völlige Vefeitigung des Christ2n!«uiws als «eines ixremte förpers im deutschen Volke; pantheistische, momstijche, auch verschwommen mystische Vorstellungin treten an eine Stelle; in äußeren religiösen Hebungen mSch.e man am liebsten zu den Altären Wodans zurückkehren I diese Richtung hat Anhänger namentlich in der ,Beutsch-s religiösen" oder „teutsch-Lläubigen Gemeinschaft . Andere begnügen sich mit einem „teu-schon Christentum , wobei sie allerdings von dem wirklichen Christentum soviel obstreichen und umbilden, daß was bei diesem „Umschöpfungsprozeß" übrig bleibt, kaum mehr Christentum genannt werten kann.
Namentlich ist es die Verehrungder Sonne, überhaupt des Lichtes, wofür man weite Kreife zu gewinnen flicht, auch unter der studierenden Jugend. Wandervogelgruppen halten derartige Feiern ab, besonders gibt dö? Somi nmende hierzu Anlaß. Auch in ten literarischen Weihnachtsgeschenken soll die „deut- sche Religion" ter gehüteten Schicht des Volkes nahe- gebracht werden. ,
In einem WeihnachtskÄalog "Das deutsch» Buch , zweiter Bericht ter Vereinigung völkischer Verleger, werden ten Freunden dieser Ideen Prodm aus ver- schictenrni Schriften vorgelegt. Wir lesen hier aus einem Buche von Otto Hauser: „Für uns ist ter Kern aller Religion ter uralte Lichtglaube. Den Sonnenuntergang zu sehen, erfüllt uns mit ten tiefsten G> fühlen. Es ist ter Tob tes Gottes. Und so jedes rer- flammende Feuer, die letzte Kerze am altarischen Weih, nachtsbaum". Dann in einem Gedichts:
„Heilige Flamme, in Zeit, wo satanische Finsternis singt zu Deutschlands Spott: Heilige Flamme, noch für germanische Jugend bist du der Glaube, bist Gort!»
Ais einem Werke von Fritz Thor wird Mert: „Wenn Religion „Verhältnis" oter „Bezbchung" bedeutet, fo hak sie zu beginnen bei tem Verhältnis des Menschen zu sich selber .... Das rechte Efsrnk und Trinken gehört auch zur Religion, wenn sie umfassend und im L:bon wirksam sein soll." U s. f.
Verdrängt man die Kraft und Gefchlofseicheit, welche^ die christliche Steligton bereits in natürlicher Hinsicht in sich schließt, mit Spielereien, die vielleicht einen poetischen Reiz haben mögen, und mit Plattheiten, woher soll da ein Volk in Stunden des Ernstes unb der 91 o* die Kraft zu großm Taten i«:s Opfers unb der Selbstüberwindung herholen, um feinen Gegnern mit Erfolg die Stirne bielen zu können?
Wir muffen die DeutschvöMschen nnklagen, datz sie mit ihrem Bestreben, einen Teil unseres Volkes, namentlich unter den Gebildeten, von den übrigem Vvlsgenofftn zu trennen uns zu Formen des Hriten- tmns zurückzusühren, ter gegen das Untcrpnfen kam»