J2 13.
Mittwoch, 13. Januar 1022.
WilÄaer
Zettüng
Druck der Fuldaer Aetienvrnckerei in Fulda
TMüWe mV noWliie AMmg.
„Ethik im wirlschaflsleben."
In der Süddeutschen Konserv. Korrespondenz «esen wir:
„Der Gegensatz zwischen norddeutscher und süddeutscher Auffassung in Ansehung der Kultur- »nd Sozialprobleme des rein Menschlichen tritt bei jeder Gelegenheit hervor. So verdient ein Vorgang Beachtung, der sich unter den leitenden Persönlichkeiten und Gruppen der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg abgespielt hat. Nach einem Bericht der „Voss. Ztg." hat Freiherr von Cramer-Clett als Vertreter des süddeutschen Industriekapitals den Vorsitz im Aufsichts» -ratniedergelegt. Derselbe hat sodann einer Münchener Zeitung gegenüber folgendes über Ethik im Wirtschaftsleben" geäußert:
Die erwähnten Meinungsverschiedenheiten Hütten einen «rctzsn Unterschied zwischen Lebensauffassung, Welt- örrschammg und moralischen Ansichten zwischen süddeutscher und norddeutscher Industrie zutage gebracht. Sie ebenso wre die vorjährige G.-V. hätten gezeigt, daß in -en norddeutschen Kreisen Gewalt und Macht «lies gelte. Es sei ober fatsch, die Großindustrie uusschlieAich vom Standpunkt des Gelderwerbs aus an» Mischen, und zu vergessen, daß sie auch eine hohe ethische, nctiowtte und allgomeinwirtschcstliche Aufgabe habe. Je größer und mächtiger Persönlichkeiten und Institutionen seien, desto tiefer sei für sie die Wicht zum Dienst an der AllaemeinkM begründet. Das Derfassen dieses Bodens nehme großen und gewaltigen Machtsaktoren die Existen^>erechti>aung. Die außerordentliche Unbeliebtheit und Verhaßtheit "der deutschen Konkurrenz, die so viel zu dem Unglück und dem Krieg beigetragen hätten, beruhten schließlich nicht nur auf dem Neid unserer Feinde, und der höheren Qualität unserer Erzeugnisse, sondern auch aus dem Geiste, der tte deutsche Industrie bei ihren Bestrebungen, ihre Erzeugnisie an den Mann zu bringen, geführt habe. Freiherr v. Cramer-Klett erblickt in diesem Geiste, in den Grundsätzen der Industrie, die das fabelhafte Anwachsen der Sozialdemokratie zur natürlichen Folge gehabt haben, und endlich in den Auffassungen, d'e zu den Vorgängen in der G.-V. der Masch'nensabrii? Augsburn-Nünnberg geführt hätten, nur slmeige einer Wurzel. Alle Großen und Mächtigen tMf diesem Gebiet müßten solchem Geiste gegenüber ein lautes Didecmt consules entgegenrusen.
Solche Worte hört man selten aus dem Munde Der „Industriekapitäne" und Imperialisten. Daß sie dennoch geäußert werden können, zeigt, daß Vermurst, Einsicht und Gerechtigkeit noch immer Aussicht haben, zur Geltung zu kommen, wenn sie nachdrücklich vertreten werden.
Die Invasion des ostdeutschen Herrengeistes nuch in West- und Süddeutschland ist leider eine Tatsache. Der „Herrengeist" ist eben ein viel zu süßes Gift, als daß es nicht überall da würde mit Bereitwilligkeit genommen würde, wo die Macht Süßerer Verhältnisse dem Innenwert moralischer Hemmungen übergeordnet wird. Die Dorusiifizie- rung des deutschen, speziell des süddeutschen Geistes ist seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts im Gange und viele Süddeutsche haben es nicht gemerkt und merken es nicht bis auf den heutigen Tag. Um so erfreulicher ist es, daß ein führender Mann, wie der Freiherr v. Cramer- Klett, diesen Geist, der den deutschen Namen tn ber Welt in Mißkredit brachte, erkannt har. Auch dieser Vorgang beweist wieder, wie notwendig es ist. daß wir in der staatlichen und sozialen Grup- urerung des deutschen Vaterlandes den großzügig- gesunden Gedanken des Föderalismus hoch- halten, damit aus der Pflege kraftvoller Eigenart der deutschen Stämme gesundes deutsches Wesen erwachsen kann."
Zchuldem-Kratie uitö Elternrate.
Die Revolution versprach den Eltern weitgehenden Einfluß auf die Schule, die ihre Kinder besuchten. Es kam die Zeit der Elternbeiräte. Diese erhielten nicht in allen Ländern des Reichs gleiche Befugnisse. . In Preußen schuf die Verordnung des Ministers Harnisch vom 5. November 1919 für alle Schub m, die elementaren und höheren, gleiches Recht. Der Eltern- kreirat kann hier keinerlei Aufsicht über die Schule aus» üben, sondern ihr nur beratend an die Seite treten. In Bayern, wo der Volksschullohrer Hoffmann Unter» richtsminister war. sprach eine Verordnung den Eltsrn- triräten an dm höheren Schulen „gutachtliche Steuerung“ zu auch über Angelegenheiten des Unterrichts und der Erziehung; dagegm erhob der Minister gegen die Elternbeiräte an Volksschulen den Finger und
Zur neuesten Entwicklung der hochkirchlichen Vereinigung.
Dom Oberstudienrat Dr. Hoffmann, München.
Die jüngsten Veranstaltungen und Dewsiimtlichun- fren der am 9. Oktober 1918 ins Leben getretenen Hoch- kirchlschAl Bereinigung in Deutschland legen erneut 8-ugnte ab von dem großen religiösen Ernst sowie $cn dem opferwilligen unb erfolgreichen Arbeiten ihrer Mitglieder. Die Dereimmmg will aufdemBoden Ser evangelischen Kirche stehen, ihr aber treue Lebenskräfte wecken; man hofft so, sie von der Massen- fbrcht ihrer Angehörigen zum Unglauben oder nach Rom hin zu befreien unt> ihr einen Einfluß auf das Volk zu sichern. In dem Bewußtsein, daß die Kirche Christi nur eine sein kann, wird die Katholizität er» strebt, aber tn; „e v a n ge li s che Katholizität", d. h. die Seele der Kirche soll evangelisch und der Leib katholisch (nicht römisch-katholisch) sein.
Zur Förderung der gesteckten Ziele will die Hoch- kikchiiche Bereinigung einen reichen liturgischen Gottesdienst zur Einführung bringen, äußerlich der katholischen M'ßfrier ähnlich, unter Benutzung eines reichen Ornats der zelebrierenden Geistlichen, von Weihrauch, Musik, Ersimg u. ä. Solche Veranstaltungen wurden zuletzt bei dem 3. Hochkirchentage am 26. Oktober 1921 in DÄin durchgeführt. Diese Feier rief bei vielen größte Befriedigung hervor, bei anderen Groll und Widerspruch, letzteres insbesondere bei den Männern bcs „Reichsboren". Fast alle religiösen Itebunym und Einrichtungen der kacholischen Kirche sollen mietet zur Geltung kommen, wie die Privatbeichte, wenn auch nur Itr fakultattver Form, doch als eine f:ste kirchliche Drb» hung, das Brevier, das Klosterleben mit oder ohne Eliibde, eine evangelische Bruderschaft nach Art der Tertiären, Heiligen- unb Marienverehrung.
Eine schwierige @adje trat in letzter Zeit an die Vereinigung heran: die Setenntnisfrage. Das Programm rom 9. Oktober 1918 läßt die Hochkirche lediglich auf dem „Grund: des Evangeliums" ruhen. »Diefa unklare Fassung" wird „je länger, je wehr als vr,erträglich" empfunden. 2er 3. Hockkirchmtag hat dem Rechnung g: tragen und legt den Mitgliedern die Entscheidung über die beiden Fassungen vor: 1. „Sie G-te Hochkirchliche S-'reirtlgurtg) steht auf dem Boden
brachte ihnen zum Bewußtsein (Verordnungen vom 28. August und 30. Oktober 1919), daß ihnen Aufsichtsbefugnisse über die inneren Schnlmrhältnisse, insbesondere über den Unterrichtsbetrieb, nicht übertragen seien, daß ihre Aufgabe in der Besorgung der Schuipslege bestehe. •
Die Lehore mit sozialistischer Gesinnung schienen bereit, gegenüber den Elternbeiräten, die sie wohl alle von ihrem Geiste b:seett erachteten, Harakiri zu vollziehen; hielten sie ja doch in Berlin Versammlungen ab mit dem Thema: „Eitern, bewacht die Lehrer eurer Kinder!", wozu die liberale „Bayerische Lehr-rztg." (1920 Nr. 3) meinte, daß durch einen ausgiebigen Kneippschen Guß jenen fieberndm Gehirnen einige lichte Augenblicke verschafft werden möchten. Vor Monaten wandte sich der geschästsführende Vorstand der „Frrien Lehrergewerkschaft Deutfchlands" in Berlin an die Vorstände des Freien Anaestelltenverbandes, des Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes, der Mehr- heitsfozialistischen Partei, der Unabhängigen Partei und der Kommunistsnpartei mit der Aufforderung, mit allen parlamentarischen und außerparlamentarischen Mitteln dahin zu wirken, daß die Rechte der Elternbeiträte er» wettert werden; insbesondere sollen sie ein Mrtbeftim- mungsrecht bei der Wahl der Schulleiter erhalten,^Anträge auf Suspension oder Entlassung von Lehrkräften stellen dürfen, die sich gegenrevolutionärer Agitation schuldig machen. Welch weitreichende Einflußsphäre auch die sozialistische Oeffentlickkeit dm Elternbeiräten bieten möchte, bekunden die radikalen Organe mit anerkennenswerter Deutlichkeit (vgl. z. V. „Neue Erziehung" 1919, 17. Heft (20. August) S. 580 f'
Doch da kommt bi: besonnene Taktik und Politik und gleicht in Berücksichtigung des Standes der geschichtlichen Entwicklung aus. Man sieht, daß es nicht nur sozialistisch, sondern auch „rückschrittlich gesinnte" Elterbeiräte gibt. Darum können auch sozialdemokratische Schulpolitiker über den praktischen Wert der Elternbeiräte geteilter Meinung s'in, weil ja „dem por» roärtebrängenfcen Willen fortschrittlicher Elternbeiräte in einigen Großstädten und Jndustriebezirken das bremsende Wirbm vieler Eltern auf dem flachen Lande und in kirchlich-reaktionär orientierten Gegenden zum mindesten ausgleichen-" gegerrüberstch? (Hohmann, Das Schulprogramm ter Sozialdemokraten, 1921. S. 35.) So ermuntert Hohmann die sonst entschieden demokratisch duckenden Lehrer, die innerlich und äußerlich gegen die Fesseln empört sind, die ib-ren solche Elternbeiräte auferlegen, anszuhalten. „Aber wir werden als praktische Politiker den Widerstand der Lehrerschaft zunächst mit in Rechnung stellen und dah:r aus jenen Grenzgebieten den Einfall beginnen, die heute schon nicht außscklteßlich als Domäne der Lehrerschaft betrachtet werden. In den Fragen ter Schulhygiene, rote etwa der Schulspeisuna, der Ferienkolonie oder ber Fürsorgeerziehung ... ist die Lehrerschaft an die Mitarbeit anderer Faktoren bereite gewöhnt." Diese Einschränkung ihrer Befugnisse verdanken die Elternbeiräte mit den vielen vielen „Rückschrtttlichen" in ihren Reihen.
Indes auch für später dürfen die Elternbeiräte auf keine weitgehende Machtbefugnis hoffen; sie haben nur Freiheit für das Innenleben jeder Schule in Ausführung der Anordnungen der sozialistischen Gemeinschaft und der Parteiparole. Denn der Sozialis-- mus nimmt auch das Recht für sich in Anspruch, in das Gewissen seiner Anhänger einzugreifen, und diese haben ihre Ueberzeugung selbst in Weltanschauungs- fragen dem Diktat gefangen zu geben.
Unter Berufung auf die Bekämpfung der „Reaktion", d. h. des vaterländischen und religiösen Geistes, wird von der sozialistischen Schulpolitik die Oessentllch- keit des Unterrichte gefordert, die Eltern sollen also jeder Zeit Zutritt in das Schulz immer haben. Aus der Absicht, in der man dieses Verlangen stellt, wird kein Hehl gewacht, so auch in dem vorhin erwähnten Schreiben der „Freien Lehrer-lAwerkschast Deutschlands" b Berlin nicht.. Diese Frage betrachten auch die Taktiker uyd Politiker der Sozialdemokraten in ihrer geschichtlichen Entwicklung als reif (Hohmann, S. 46), während sozialistische Minister zurückhaltend sind; so HÄ Haenisch die Zulassung der Eltern gestattet, falls der betreffende Lehrer damit einverstanden ist. Bestünde die Absicht der Gesinnungsschnüffelei nicht und bliebe die Sache eine rein pädagogische Frage, dann möchten wir uns hierin nicht rein ablehnend verhalten, doch auch vor jeder Uebertreibung warnen.
Die Schulpolitik der SozialdemokrÄen legt die Entscheidung über prinzipielle Fragen in die Hand der Gemeinschaft. „Die sozialistische Weltanschauung kennt
des Nicänischen Bekenntnisses", 2. „Sie steht fest auf dem Grunde der Hl. Schrift und des evangelischen Be- kenntnisses, wie es in der Augsburgifchen Konfession niederyckegt ist". Es stetlt sich als eine ganz richtige Erwägung dar, daß ein» Kirche nur bann bestehen kann, wenn sie ein gemeinsames Bekenntnis im Glauben hat. Wird nun der Weg, den der 3. Hochkirchentay emgeschlagm hat, zum Ziele führen? Sicherlich nicht. Das Nicänum ist eine systematische Fassung ber Grund lehren des Evangeliums und die Augustana will dieses auch fein. Es ist damit wohl der Anfang zu einer authentischen Erklärung beftfrrunter Tatsachen der Evangelien gemacht; doch auch diese Glaubensbekenntnisse sind an manchen Stellen verschiedener Deutung fähig und haben solche erfahren. Die notnrenbige C i n» beit im Bekenntnis sichert nur ein cmioratives, lebendiges Lehramt. Diese Tatsache ist so offensichtlich, daß sie auch von Nichtkatholiken anerfamti wird (vgl. z. B. Paulsen, Geschichte des gelehrten Unterrichtswesen vom Ausgang des Mittelalters, I, S. 213). Die Geschichte des Christentums (egt reichlichst Zeugnis dafür ab.
Die Hochkirchliche Vereinigung sucht A n s ch l u ß an andere Kirchen, insbesondere an die anglikanische unb altkatholische. Wird hier eine zuverlässige Plmike gefunden, auf der man zu Katholizität gelangen unb die Kräfte zu einem wahrhaft religiösen und kirchlichen Leben gewinnen tarnt? Der Anglikanismus hat nie Einfluß auf das Volk gefunden und zeigt deutlich Spuren der Zersetzung, und der Altkatholbzis- mus ist eine vielen unbekannte Sekte, welche ttotz aller Unterstützung, die sie vom Staate sowie anderen religiösen und weltlichen Körperschaften gefunden hat und noch findet, nicht vorwärts kommt. Ein Diskussionsredner auf dem 3. Hochkirchentag sagte von ihm: „Der alt-kacholischen Kirche hat meine erste Liebe gehört. Darum schmerzt es mich boppeli, daß in ihr, nicht anders als im Protestantismus, so viele Leere und Kälte und Ueberprotestantismus ist" („Die Hochkirchs" 1921, Nr. 11, S. 338.)
Wie ober ist die Beziehung zur römisch-katholischen Kirche? Ihr wird fortschreitend bei jeder Gelegenheit ein immer heftigerer Kampf ungesagt. Der Leser der „Hochkirch:" müßte es längst gemerkt haben, auch wenn der Schriftleiter es auf dem 3. Hochkirchentage nicht eitrens herporgehoben hatte. Ein nicht unbeträcht- licher Teil in allen Ekörterunaen und Kundgebungen
Freiheit nur insoweit, als sie nicht ht Widerspruch gerät mit den berechtigten Interessen der Allgemeinheit (Hohmann, S. 34). Die Ettern haben für die Ausführung zu sorgen.
Aus dem Nachbargebiet.
fpd. Ilbeshausen (Kreis Laute,bach> Gegen den bisherigen Seher der hiesigen Türerschule, den 39jährigen Direktor Georg Neuendorff, der wegen Sililichkeitsverbrechens an feinen Schülern fluchtig gegangen ift, ist nunmehr ein Steckbrief erlassen worden. Wie die Staatsanwaltschaft mineilt, Teilt Neucndorff unter den Namen Dr. Nymeier, —uftrg oder Halback. __—
fpd. Schotten. Seit mehr als einer Woche wird hier allabendlich eine Störung der Stromzuführung in einem Stromkreise beobachtet. Die Störung wird von der Direktion der Ueberlandzentrale auf den Schabernack eines Unbefugten zurückgeführt. Ausgedehnte Beobachtungen und Untersuchungen blieben bisher ohne Erfolg. . .
fpd Wetzlar. Durch ein Großfeuer wurde der größte Teil der Wafchanftaft Mignon zerstört. Zwei, kinderreiche Familien verloren hierbei ,hr gesamtes nichtversichertes Hab und Gut.
fpd. Kassel. In den Henfchelroerken gerieten aus harmloser Ursache ein Schlosser und em Lackierer aneinander. Der Lackierer schlug seinen Mg- ner mit einem Pinsel, der Schlosser traf den Lauerer fo unglücklich mit einem B ef en st i et, daß er nach wenigen Augenblicken verstarb. Beide am Streit Beteiligte sind verheiratet.
wtb. Offenbach. Der Fabrikant A. Stoffmacher wurde durch das Finanzamt in eine Geldstraft von 70000 Mark genommen, weil er sich der Uwsatz- steuerhinterziehung fchuldig gemacht hatte. Autzer» dem hat er natürlich die Steuer nachzuzahlen.
fpd Frankfurt a. 7N. Der Fußballklub „Union" im Borort Niederrad hatte beim Polizmpräsidium um die Erlaubnis zur Abhaltung eines Verernsm a s ten» Halles nachgefucht, zugleich aber auch schon den Ball in Zeitungen angekündigt unb einen D-rirteb von Eintrittskarten vorgenommM. Das Polixrprasidimn hat darauf hin dem Verein den Maskenball, da dieser als öftmtliche Lustbarkeit angesehen wird, verboten. — Die mit dorn MitteldeutsäM Arbeitgeberverband gepilo- venen V'.rhcmdluingen über eine Lohnerhöhung führten zu keinem Ergebnis. Die Beratungen mußten abgebrochen werden. Die kaufmännischem Angeste.tten- organifationen haben nunmehr das Tarif amt zur Ent- scheidiMg angerufen.
fpd. Limburg. Die Polizei hob in der Nacht zum Sonntag eine Spielhölle aus, an der sich zahlreiche mit Glücksgütern gerade nicht gesegnete Einwohner mitbeteiligten.
fpd. Aschaffenburg. Die hiesigen Metzger haben den P reis für das Pfund Ochsens leis ch von 18 auf 16 Mark herunter gesetzt, ein Entschluß, der durch den Aufftieg der Häutepreise bedingt wurde. _
fpd. Koblenz. Nach mehr als halbjähriger Ruhe mürbe die Moseldampfschiffahrt wieder eröffnet, auch für Lastschiffahrt. Die letzte Dampferfahrt wurde am 26. Juni 1921 auf der Mosel ausgeführt.
vermischtes.
fc». Destrasang oon Eierschleberu. Der EiergroMnd- ler Wirtz aus Dl. Ingbert wurde dabei abgefaßt, als et mehrere Kisten Eier nach Lothringen verschieben wollte Das Sondergericht oenurtcilte den Mann dafür zu -0 000 Mark Geldstrafe und vier Monaten Gefängnis und er- kannte außerdem auf Einziehung ber Eier.
* Ei» Kapitalverbrechen an einem Bahnwärter wurde zwischen Steinfurt und Grömbach (Baden) Beruht Ein an dem Bahmvärterhaus vorübergehender Mann bemerkte, daß ein Schuppen in Flammen stand. Ex ging in das Haus hinein und fand den 65 Jahre alten Bahnwärter Wanner erschossen in der Stube. Der Sohn des Bahnwärters war durch Kugeln erheblich verletzt, während die alte Frau Wanner tmvertttzt war. Die Tat soll sich folgendermaßen ^getragen haben: Durch das Fenster wurden mehrere Schüsse in das Zimmer abgegeben. Eine der Kugeln tötete den alten Wanner. Der Tat verdächtig sind zwei junge Männer, von denen der eine etwa 17 Jahre alt ist.
der Bereinigung b^chäftigt sich damit, die „klare Abgrenzung gegen das spezifisch Römische" zu ziehen, im ganzen also doch vorzugsweise negatroe Arbeit zu leisten. So schlägt auch die dem genannten Hochkirchentage vorgelegte Werbeschrift des 1. Vorsitz-nd:n solche scharfen Töne gegen Rom an, daß in der Besprechung ein Redner die Bemerkung machte: „Die Frontstellung gegen Rom ist zu scharf und erinnert an den Evangelischen Bund" („Die Hochkirch e“1921, S. 343).
Woher kommt dieses? Der Ton mag mitbestimmt sein durch die bcftäm&tgcn Anklagen unb Anschuldigungen, auf dem Stege nach Rom zu fein, die gegen die Bereinigung erhoben wwde«. Es ist nun psychologisch sehr begreiflich, daß man bei dieser Sachlage die Distanz zum römischen Katholizismus möglichst deutlich setzt. Doch würde man den Männern der Hochkirche Unrecht tun, wenn man annehmen wollte, daß die AnhtirLnmgen vom Protestantismus aus auch nur ein Hauptgrund ihres Verhaltens waren. Es sind andere Ursachen maß- gebend.
ein: solche liegt zunächst in der auch in Kreifan der Hochkirchlichen Vereinigung selbst beklagten Unwissen» hell in katholischen Dingen. Man kennt die kath. Kirche zu wenig. Und da ist es gerade verhängnisvoll, daß man Belehrung über sie bei Gegnern und solchen, die sich von ihr getrennt haben, sucht; namentlich bat Professor Heiler in Marburg, ein ehemaliger Katholik, ein fast kanonisches Ansehen: Heiler hat gesprochen, und damit ist die Sache entschieden. Aus wivklich katholischen Quellen wäre Aufklärung über katholischen Geist und kacholisches Wesen zu holen. Es bekundet ein richtiges Urteil, wenn auf dem 3. Hoch- kirchnniag von einer Seite gesagt wurde: „Wenn Sie das Wesen des Katholizismus erfassen wollen, kaufen Sie sich einm römisch-kathol. Katechismus, schon der wird Ihnen zeigen können, wieviel die römisch- katholische Kirch: an inneren Werten besitzt." (A. a. O. S. 338).
Ein weiterer Grund, weshalb man „von einer Annäherung an die römifch-katholische Kirche nichts erwartet", liegt sodann darin, daß diese keine Kompromisse eingeht, sondern ein glatte 3 a oder Nein fordert. Wer vernünftig und ruhig denkt, kann an dem entschiedenen Festhalten der Kirche an ihvm Lehrsätzen sicherlich keinen Anstoß nehmen: die Wahrheit ist nur eine; für die Ueberzeugrmg, im Besitze dieser Wahrheit zu fein, hat die katholische Kirche verlässige
Zeitschriften.
katholische Missions-Propaganda. Inhaltsangabe der Zani'ar-llammer. Das Jahr 1922 ein Mlsftonsiadr — Aus oen Missionen: Das Heidentum des Miffro- närS. - Schneefall in Afrika. - Großmut eines armen Pförtners. — Der Regenmacher ber den Batongas. — Jugendecke: Der Jefusknabe und bte Negerkinder. — Der junge Prediger. — Abbildungen: Der Palast der Propaganda Fide in Rom. — P. ©etoel, P. Spendet, B uder Markiewrc, und Bruder Jedrzezcyk aus der Gesellschaft Jesu. — ®er SlefuSInobe unö bte Negerkinder. Monatsbiatt zur Weckung und Verbret» tung de? Misiionsgedankens. Redigiert von Grastn LedüchomSka. Verlag der St. Petrus Claver-sodaittat Jährlicher Bezugspreis 1,20 Mark. Man kann ntchi weniger als 5 Stück mit der Post beziehen zu 6 Mk., unb ist dieser Betrag ttn voraus zu entrichten. Lutgei» nummer 20 Pfennig. Bestelladresie: St. Petrus Clavev- Sodaiität, Köln, Maria Abiatzpiatz 10a.
Markte.
fpd. Franksari a. 7ll„ 16. Ian. Der heutige Vieh- markt rotes ein SLifirieb oon 428 Ochsen, 53 Bullen. 1342 Färsen und Kühm, 490 Kälbern, 495 Schafen und 1572 Sckpvemen auf. Der Markt vertief bet regem Stan- xeschäst lebhaft und wurde geräumt. Es wurden für einen Zentner Lebeudzervicht: Ochsen: vollfleischige aus- oewachsene 1200—1300 M, junge 1000—1150 M, maM genährte junge und alte 850—1000 -41; Sutten: vollster» schige ausgewachsene 1050—1200 <M, vollslerschige längere m-1025 M., mäßig genährte 750—850 gatien unb Kühe: ausgemlisteie 1000—1200 M, nmffi entondeüe Tiere 800—1000 M, mäßig tfcnäbrtc 650—750\ M, genng genährte 300-600 M.-, Kalber: fetrflte Mastka ber 1200 bis 1350 M, mittlere Mast» und beste Saurckalber 1100 bis 1200 M, geringere 1000—1075 M; Ähafe: Mast- lümmer und Masthammel 750—850 -41, genngere Most- Hammel und Schafe 650-750 -4t, mägdg genährte Ham- mel und Schake 500-600 -4t; Schweme: voMefchM unter 80 Kg. 1450—1600 M, von 80—100 Kg. 1650 bi? 1800 JH. von 100-120 Kg. 1700-185 -4t. über 120 Kg. 1700—1800 X Die Sch ro ein e p rers e haben te« dem letzten Markt eine Steigerung um nm© 100 JJtori den Zentner erfahren.
mc. Frankfurt a. M. 16. Ian. Bei dem heutigen Fruchtmarkt waren Futtermittel sehr gefragt, wah. ren bei Getreide eine abwartende Haltung eingenommen wurde. Es notierten: Früherbsen 800, Mk., Spcifeerbfen 900—1000 Mk., Haserflocken 850—900 M^ Grun-Kern 950-1000 Mk., Treber 550 Mk., Melasse^mtzel 185 bis 190 Mk, Zuckerschnitzel 225, Tr°ckeuschnitzel 200 Rapskuchen 265—270, Kokoskuchen 300, Reis 11H—12 Mark, weiße Bohnen 100 bis 105, Brasilbohnen 450 bis 600 Wachtelbohnen 650 Mk. Die amtlichen Prerse lauteten: Weizen 775, Roggen 620, Qerfte; 740^^afer 590-600, Laplata Mals 680, Mixed Mais 600—M.0, Süddeutsches Weizenmehl 1015—1128, Norddeutsche, Weizenmehl 950—1000, Roggenmehl 740—790,, Klee 390—400, Erbsen 650—900, Heu 320—3oO, Stroh 100 big HO, Biertreber 550—600 Mk. Tendenz stetig, bet Futtermittel fest._______________ __
Amtliche Anzeigen.
Die Ortspolizeibehörden des Kreises mache, ich_ auf dcn Erlaß des Kriegsministeriums vom 4. Oktober 1911, betreffend Einkommens-Erklärungen der (Empfängerinnen von Mlwenbeihilfen und kriegswikwengeld sowie der Empfänger von Pensionsbeihilfen und Alterszulagen (abgedruckt im Amtsblatt von 1911 Nr. 46 Seite 404 pof. 922) zur sorgfältigen Beachtung aufmerksam.
Die von den betreffenden Witwen vorzulegende for- mularmäßige Erklärung über ihr Jahreseinkommen ist nach Erteilung der Bescheinigung unter der Jahres- Quittung zurückzugeben, weil sie an die Kreiskasse abge- licfert werden mutz.
Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß viel- fach, namentlich bei den Empfängerinnen von Witwen» beihilfen (§ 17 Gesetz 1901 und § 27 Gesetz 1907) dadurch Ueberhebungen stattfanden, daß der Ziffer 3 des oben erwähnten Kriegsministerial-Erlaffes nicht Du nötige Beachtung zuteil wurde.
Ich mache deshalb auf diese Dorschrift hiermit no» besonders aufmerksam.
Fulda, den 10. Januar 1922.
Der Landrat. 3. D.: Polster.
^•uüoxmiLäx-^ja^e,
die beste Kinderseife
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Gründ; aus Wssmschast und ©tauben. Wie sollte sie nun durch Kompromisse an dieser Wahrheit rütteln lassen? Gerade durch ihm Unnachgiebigkeit aus dem Gebiete des Dogmas hat sie die Wahrheiten durch bte Jahrhunderte der Geschichte erhalten, und kann sie so den Mensch«! anbieten.
Eine S-Uußfrage: Wie stellm wir Kachoklken un, zu ber Vereinigung? Wir begrüßen inmitten einer religionslosen Zell bas Bestreben ernster Manner, auch außerhalb der Mauern unseres Bereiches religiöses unb kirchliches Leben zu wecken. Wir sind aber weit davon entfernt, eine aufdringliche Propaganda M beireidm. daß bte Anwendung des Petrnswartes (1 Pttr. S, 8 fl) von dem umgehenden Löwen, d. h. dem Satan, der sucht, wen er verschlinge (Werbeschrift S. 23), aus Rom einen Sinn hätte. Sollten auch em facrtfittum intellectus und tim Vergewaltigung des Gewissens („Die Hochkirche" 1921, Nr. 11, S. 334) der Kirch« angeboten werben, so müßte sie diese Opfer zuriickwtisen; nur wer von der Wahrhell der kachotrschen Religion überMgt ist und dessen G:wisf«n ihm rin Lebnn nach derselben gebietet, ist ihr willkommen- So würden wir es begrüßen, wenn die Hochkirchlich: Vereinigung daz> beitrüge, daß alle eins feien. Doch wir überlassen biefte dem Ratschlüsse Gottes und der Wirkung seiner Gnade.
— Wer war der erste Deutsche in Amerika? Nach einer interessanten Nachforschung des früheren deuischen Generalkonsuls Dr. Hermann Schumacher in Neuyork ifpäter in Peru), soll der erste Deutsche, welcher den Boden der neuen Welt betrat, ein gewisser Ambrosius Dar finger aus Augsburg gewesen fein. Derselbe batte sich in dem bekannten „Augsburger Kalenderstreit", welcher im Jahre 1584 die 'altschwäbische Hauptstadt beunruhigte, bereits einen Namen gemacht und wurde kurz darauf von der Welserschen Handelsfirma als Agent mit der Führung etr:r Expedition nach den spanischen Kolonien in Südamerika betraut. König Philipp II. von Spanien hatte diese Expedi'ion mit umfassenden Privilegien ausgesrailei. So wenig Erfolg die erste Expediiion hatte, mit um so größerem Erfolg war die zweite gekrönt, die nach heftigen Kämpfen mit den Indianern durch Anlegung von Kolonien dem deutschen Handel Aussicht auf reichen Gewinn eröffnete toi-