Fuld aer Zeitung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Lladk Fulda.
Nr. 8
Donnerstag, 12* Januar $922
49. Zahrg
Rathenaus Aufgaben
Neue Schwierigkeiten?
drei
„Und der Dieb," sagte er sarkastisch, „wird mit Dank ! und Kuhhand sich das vierte Tausend holen oder einmal reinen Tisch machen und gleich alles nehmen! Nein nein, da muh etwas geschehen, wenn er uns nicht der Schwäche zeihen, wenn er uns nicht heimlich auslachen soll, und wenn wir nicht die unbedingte Selbstachtung verlieren sollen, die wir brauchen. Sein aufrechter Mann läht sich erkanntes Unrecht gefallen, ohne sich zum Hetz- ler der Schuld zu machen. Das Mißtrauen würde Dich Tag und Nacht umschleichen — es würde allmählich in Dir zur Krankheit werden, Deine Lebensfreude untergraben und mit Dir würden wir alle die Säumnis bitter büke» "iulfen!"
Wie der Sonderberichterstatter der Haoas-Ag^ tur meldet, ist am Dienstag nachmittag in Kon- fren-zkrelsen das Gerücht verbreitet worben, der 00T^S P ° ris stattgefundene Mi nister-
. ich werde ihn wie in den bisherigen Monaten von meinen Ersparnissen ausgleichen, durch weitere Ersparnisse, wettzumachen suchen."
„Du magst recht haben!" erwiderte sie kleinlaut. „Ja, ich fühle, wie wahr Du sprichst! Aber was soll denn ge. schehen? Muß denn etwas so Fürchterliches geschehen, wie Du vorhin angedeutet hast — gibt es denn keinen Weg, der weniger, ich möchte sagen, gewalttätig ist, der die Sache weniger offenkundig macht und nicht unser Haus und alle seine Inwohner an den Pranger stellt?!" Einen Augenblick beobachtete er sie von der Seite!
„Weißt Du," fragte er bann in einem anderen, helleren Tone, „daß Dr. Weiß bei mir war und um Gretchen angehalten hak?"
die grunvsatzlich endgrltig geregelt schienen. Andererseits scheine es, daß die französische öffentliche Meinung, trotzdem sie die Teilnahme Ruß- u-P?-5 on öer Wirtschaftskonferenz zu Genua billige, es für wünschenswert halte, vor der Konferenz die Zustimmung der Sowjet-Regierung Bedingungen zu verlangen, die in der Re- ■ _1 des Obersten Rates gestellt wurden und
daß sie die Verpflichtung übernehme, sich ihne» unterzuordnen. Das scheine nicht die Ansicht de» englischen Delegierten beim Obersten Rat zu sein.
Ättimuuotuich iür öen eeöatiioneUen 2etl L B.: 21. Wcßler» - für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. u Rotakionsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda, ^erniprecher Nr. 9. Telear..Adresse: Fuldaer Zeitung.
„Ich scherzhaft?!" antwortete er. „Fällt mir aber doch nicht im entferntesten ein! Im Gegenteil, ich nehme das so ernsthaft wie Du: aber ich lasse die Kirche beim Dorfe. Ich werde die Polizei verständigen — sie wird den Staatsanwalt in Kenntnis fetzen . . .'
I Monate Rechtsanwalt — ohne Praxis — ohne . . ." I --Ohne Vermögen — willst Du sagen!" ergänzte er.
„Ich will es eigentlich nicht sagen!" entgegnete sie mit einer gewissen Energie. „Wir wollen beide wohl I das Lebensglück unseres Kindes nicht davon abhängig machen, daß ihr Mann Geld hat. Wir brauchten das ja auch gar nicht, selbst wenn wir es an sich wollten!"
„Nein! Nein!" sagte er eilig. „Sicher nicht! Wir .brauchten es nicht! Aber ich teile die Bedenken, die eben trotzdem auch in Dir aufgestiegen sind, wie ich Dir den Namen und den Plan mitgeteilt habe, den sein Träger hat. Gewiß, der junge Mann ist ein anständiger, tüchtiger Kerl. Wir haben ihn ja eben deshalb für unseren Alfred als Hauslehrer in die Familie genommen und während feiner ganzen Studien unterstützt. Dabei sind offenbar er und Gretchen sich innerlich näher getreten. Er hat mir wenigstens bemerkt, daß er sich mit der Hoffnung trägt, sie würde ihm gegenüber nicht ganz gleichgültig sein. Aber das genügt nicht, ihm die Hand unserer einzigen Tochter zuzufagen . . ."
„Sie hat mir nie eine Andeutung gemacht, und ich habe auch selbst keinerlei Beobachtung in der Erinnerung, die mir irgendwie aufgefallen wäre! Du weißt ja, wie verschlossen Gretchen ist — leider auch mir gegenüber!" meinte seine Frau mit einem leisen Seufzer.
»Nun ja!" entgegnete er. „Die Sache ist jedenfalls zu keiner Entscheidung reif. Auch zu kekiner negativen. Ich mochte den frischen, energischen jungen Menschen I nicht kurzer Hand vor die Tür setzen. Ich habe ihm das gesagt und habe ihn nur ersucht, zunächst keine weiteren Annäherungsversuche Gegenüber Gretchen zu i
I unternehmen. Ich überlaste es Dir, gelegentlich in Dei. I ner feinfühligen Weise, Dich darüber zu vergewistern, wie es in ihr aussieht. Hat wirklich eine ernst zu nehmende Neigung in ihr Wurzel geschlagen, so wollen wir sie nicht mit rauher Hand aus ihrer Seele reißen. Die
I Art, wie wir uns selbst in freier Wahl kennen und lieben gelernt haben, bürgt — so denke ich — dafür, daß,
I wir auch der heutigen Jugend das nötige Derständnt I entgegenbringen. Mag er sich inzwischen bewähren! Da- I zu wäre just Deine Sorgenfache eine gar nicht üble Ge. I legenheit!"
»Wie meinst Du das?" fragte Frau Selftermann er- I staunt.
„Nun, ich meine so!" sagte ihr Mann und spielte mit feiner Uhrkette. „Dr. Weiß verkehrt nach wie vor zwanglos in unferm Hause. Er kennt auf Grund sei. nes jahrelangen Hierherkommens alle unsere Leute —- alle unsere Verhäliniffe. Er will Kriminalist werden. Dazu hat er nach meiner Meinung auch eine gewisse? Begabung. Gut, ich ziehe ihn ins Vertrauen. Er mag,' feine Beobachtungen machen — er mag feinen Scharfsinn spielen lassen . . ." -
„Aber," wendete sie besorgt ein, „ist es denn ntd)< feiner wie unser unwürdig, ihn damit, fozusagen, zum Spion zu machen?!"
„Immer diese schwere Auffassung!" sagte er und schüttelte mißbilligend den Kopf. „Eigentlich dürfte es dich nicht wundern, wenn Gretchen, die in so vielem Dir nachgerät,, bas Leben so ernst und feierlich nimmt!"
„Dafür nimmt es Alfred um fo leichter!" seufzte siel' „Doch nicht etwa nach mir?! fuhr er auf, faßte sich ober schnell wieder und sagte ruhig: „Du weißt, daß ich ihm dazu keinen Anlaß gegeben und feinen Keim in ihn gelegt habe. Ich nehme wahrhaftig das Leben ernst genug. .
Gott, freilich greife ich aber auch nicht gleich so tief ins Tragische, wenn er ein wenig leichtsinnig geworden ist. Das sind nicht immer die schlechtesten Menschen ge. worden und die unbrauchbarsten Männer. Ja, gewiß, er hat im Studium versagt trotz des emsigen Unterrichts, mit dem ihm Dr. Weiß beigesprungen — er braucht auch etwas viel Geld; aber laß ihn doch nur austoben und vernünftig werden!
Mw-tiedun fo&O
Verhandlung mit der deutschen Delegation vor dem Obersten Rat soll nach einer Meldung des „In- transigeant" Mittwoch nachmittag 2 Uhr stattsinden.
Die in Cannes anwesenden englischen Vertreter versichern, daß die deutschen Vertreter der Konferenz lediglich Gegenvorschläge in der Reparationsfrage vorlegen sollen. Sie sollen auch ein Gegenprojekt für die wirtschaftliche Medera-ufrichtung Europas vorschlagen. Frankreich sollen die Vertreter Deutschlands neue Garantien bezüglich der ftan- zösischen Sicherheit anbieten, damit Deutschl-and in indirekter Weise an dem englisch-französischen Abkommen teilnehmen kann.
Uonferenzschlnß.
Reuter meldet, Lloyd Georges Memorandum über den englisch-französischen Vertrag werde wahrscheinlich heute Briand überreicht werden. Dies werde Briand ermöglichen, mit etwas Greifbarem nach Paris zurückzukehren. Lloyd George wird am Donnerstag von Cannes abfahren, um Ende der Woche in London einzutreffen.
Bezugspreis: Monatlich 6,00 Alk. zugestelli frei ins Haus- u Abgeholt in der Geschäftsstelle 5,50 All. i Anzeigen: Kleinzeile nach Colonel 1 Alk., auswärts 1.50 Mk. Reklamezeile (lepbreite) nach Eolonelmah 4 Mark.
„Schrecklich! Nein! Nimmermehr!" rief sie und wehrte ab. „ „Polizei — Staats anwalt — Namen, die in diesen Räumen nie anders wie aus einer uns wesensfremden Welt herübergeklungen Haden! Ich werde den
habe es schon immer sagen wollen. Aber was hilft denn das Sagen allein?! Es kann doch nicht zwischen uns zweien bleiben. Es kann nicht bei dem Reden und Jammern darüber bleiben. Man muß nachforschen — und wenn ich denke, daß auch nur einen Augenblick der Verdacht ungeklärt über dem Hause und allen feinen Inwohnern ruhen würde, ruhen auf jedem einzelnen, und daß unsere guten braven Leute davon getroffen wären und sich nicht verteidigen könnten, weil es eben nidjt aufzuklären ist — das würde mich um meinen ganzen Frieden bringen — das sind nicht taufend und nicht dreitausend und nicht zehntausend Mark wert!"
„Liebes Kind!" meinte ihr Gatte lächelnd. „Du siehst doch etwas zu schwarz! Wer unschuldig ist, wird ja von dem Verdacht nicht getroffen! Da müßte sonst schließlich auch ich mich getroffen fühlen!"
Mißbilligend sah sie zu ihm auf „Du solltest es wirklich nicht scherzhaft nehmen!" tadelte sie ihn leise.
„Nein!" rief sie erstaunt. „Woher sollte ich es wissen! Dr. Weiß? Aber wie kann er? Kaum
sm Sie wiederholte das schreckliche
®or‘ s« "al und erhob doch dabei unwillkürlich b,e daß der Schall sich
an den ®anbc"br°d’' l'° durchdrang und das Geheim- ms, das st- nun schon zwei Monate im Herzen barg, btnaustruj u"ter dw anderen Menschen und sie damit beschmutzte zur Abwehr aufforderte
-D°5 Entsetzliche!" sagte sie bann und er
griff ihn bet der Hand.
„3-h -bin überzeugt," fuhr sie im Flüstertöne fort -daß mir das Geld gestohlen worden ist - jedesmal bei Aonatsbeginn und von gestern auf heute wieder! Ich
Gegenvorschläge.
Eine Havas-Meldung aus Cannes glaubt folgende Angaben über die Absichten der deutschen Delegierten, für die im Hotel Pavillon Quartier besorgt ist, machen zu können: „Man versichert in Kreisen der englischen Delegation, daß die deutschen Vertreter in Cannes der
Havas berichtet aus Washington, die Press nehme die Andeutungen, die aus Cannes hinsichtlich der Möglichkeit einer französisch-englische,'' kommen, günstig auf, da ein derartig' Wirtschaftsabkommen die Wirtschaftspolitik der 93er
Großkaufmann Zelfterrnann.
®Dn Wilhelm Herbert, München.
„2ho! lächelte er, anscheinend freier gestimmt und fwper gelaunt als sonst. „Das hebt ja ganz armselig ~ w°s hast Du denn auf dem Gewissen? Es scheint -kitte em richtiger Tag der Geständnisse und Ge- wnntfie zu fein; denn auch ich bin in einer ähnlichen «’W zu Dir gekommen!"
»Du auch?" rief sie erschreckt.
. "Aß "ur!" lächelte er wieder. „Das meine ist gl1Tm ni<^' Haffentlich ebenso wenig, wie das zxn€?r'
fehlen tausend Mark!" stieß sie rasch Herrn«, 22 g* 0e f,e es das anklagende Wort'käsiger ,,8U bergen, anklagend gegen alle, gegen irgend en»n Unbekannten. „Tausend Mark von dem Wirt- schstsgelde, das Du mir gestern gegeben hast!"
^Ach!" sagte er beruhigend. „Ich habe gemeint, ma5 nUn Du wirst sie halt verlegt
-Ich habe sie nicht verlegt!" erwiderte sie in gräß- t sm , "Zeh "erlege überhaupt kein Geld! Tau- levl ^cark schon gleich gar nicht! Und es ist mm schon 005 -lllal genau der nämliche Vorgang!" 9t. r*ef er da und furchte die Stirn. „Aber, , premu™ yeruoergek ■sutuine, |O was Jagt man doch sofort — nicht wegen Verlust verschmerzen . .
' °ber wegen des Vorgangs an sich!
sind ja Diebe nn Haus!"
„Diebe im Haus!"...
könne. Gewisse Zeitungen behaupten sogar, daß die Beteiligung der Bereinigten Staaten an der Kon ferenz von Genua abhängig sei von der Bestätigung dieses Abkommens.
wirtschaftlichen Hilfsmittel notwendig sind, um eure 1 solche Leistung zu ermöglichen.
I Die allezeit findigen Berichterstatter der frcmzösi- I scheu Presse behaupten nun schon, Rat Henau dringe I einen ganzen Sack voll weitgehender Pläne mit. Das I ist nichts anderes wie eine Vermutung, die aus den I Fingerspitzen gesogen ist. Unsere Regierung hat hin- I sichtlich der Aufgaben der Delegation das strengste ^Still- I schweigen beobachtet, und Herr Rathenau ist nach feinem I bisherigen Verhalten, gewiß nicht der ausgeknöpfte I Mann, der sich von den Kvrrrsjwndenten aushorchcn läßt. Wir dürfen überhaupt froh sein, daß gerade Rathenau die Führung der Abordnung übernommen hat, obschon ihm ein verfehlter Beschluß der Wehr-
I Helt der demokratischen Pa.tei die Beibehaltung des I Ministeramles vorläufig unmöglich gemacht hat. Wir I sagen das nicht aus persönlicher Vorliebe, sondern auf I Grund der Tatsache, daß sich Rathenau ein besonderes
Maß von Vertrauen erworben hat, und zwar sowohl I bei den Staatsmännern, als auch bei den Geschäfts- und
Geldmännern des Auslandes. Irr dieser Hinsicht steht I er neben dem Reichskanzler Dr. Wirth, dessen Persönlichkeit ja auch zu einem bedeutMden Aktivposten
I m der Weltgeltung Deutschlands geworden ist. Daher I richten sich die Angriffe der rechtsradikalen Presse, die der gegenwärtigen Regierung keinerlei Erfolg gönnen möchten, mit steigender Erbitterung gegen diese beiden
I Männer. Die besonnenen Bürger werden daraus die richtige Folgerung zichen, daß gerade diese Persönlich- kcüen jetzt am rechien Platze sind, um für Deutschland so viel zu erreichen, als sich bei den vielen Schwierigkeiten und Hemmnissen überhaupt erreichen läßt.
Zu viel wird es gewiß nicht werden; doch di>e Hofs- imng halten wir noch fest, daß wenigstens so viel her- auskvmme, um Deittschlanü die nötige Lebenslust zu
I raffen.
Auf die Unmasse der umherschwirrenden Gerüchte eu-gugehen, lohnt sich nicht. Am wenigsten jetzt, wo der Schluß der Konferenz in Cannes schon am Freitag, meim nicht schon am Donnerstag, zu erwarten ist. w-ann werden mir ja sehen, worauf wir uns vorläufig einzurichten haben, und was von der Ausführungs- Konsnenz zu Gemia zu erwarten sein wird.
Es sei nur noch kurz bemerkt, daß die Aussicht auf «NA, französisch ° englischen Schutzoer- trag, von dem jcht die Pariser Poesie so viel spricht, ®5 "«ht S» beruhigen braucht. Wem, die beiden Minister sich nichts meuter „garantieren", als was sie zusammen erobert und in den bisherigen Verträgen gemeinsam ausbedungen haben, fo ist das nichts neues oder erschreckliches für uns.
Unser Sinnen und Trachten geht ja nicht ans einen j Rachekrieg, sondern auf Kredithilfe und gesicherte edensorbeit. Diese beiden Ziele werden auch nach der. Konferenz von Cannes noch nicht erreicht stift, aber mir benfm doch, daß ein Weg dahin offen ge- halten ward. Em Zugang zum Frieden, um ein Wort von Papst Leo zu gebrauchen.
Vre deutsche Delegation
zu Mittwoch eingeladen.
Dem Obersten Rot wurden Montag die verschie- I D»n den Kommissionen gqafjtai Beschlüsse vor- ßefegt. Er beschloß die Absendung eines Telegramms I an die deutsche Botschaft in Paris, in dem die deulsche Delegation ersucht wird, sich noch Dienstag nach Can- | nes zu begeben, um Mittwoch dort amvesend zu sein. I Mr die deutsche Abordnung in Cannes sind bereits Zimmer im Hotel Pavillon reserviert. — Die erste !
glaubt man, sie würden einen Plan bezüglich des «rirtschafUichei! WieSercmfbaues Europas überbringen Schließlich werden sie Vorschlägen, Frankreich neue Garantien für feine Sicherheit zu Men, so daß sie inbirefl an dem französisch-englischen llebereinkommen feilnehmen können."
Im Gegensatz dazu steht eine Berliner Meldung des „Petit Parisien", dessen Gewährsmann beamtet die Delegation habe den Auftrag, sich daraus zu beschränken, dem Obersten Rat die Auskünfte zu liefern, die von ihm verlangt werden. Die Delegation H* nicht bst Aufgabe, sich in Verhandlungen einzulassen. Es scheine allerdings, daß Rathenau persönlich genügend Loümachten erhalten habe, um gegebe- renfaHs, an Verhandlungen tellzunehmen u. daß chm außerdem ein gewisser Spielraum zur Initiative von dem Berliner Kabinett belaffen wurde. Was die Bringungen für ein Tellmoratorium angeht, so sei nach dem Gewährsmann des Blattes zu erwarten, daß die d.>ut scheu Delegierten erklären mürben, es sti unmöglich, Zoll-, Eisenbahn- Posttarist und die Kohlen- VW zu erhöhen und gleichzeilig den Preis der Lebenshaltung in die Höhe zu treiben. Schon aus die- stm Grunde und wegen der Notwendigkeit, in Papfer- mark die deutschen Unternehmer für die künftigen Nattwallieferungen zu bezahlen, fei ehre Unterbrechung in der Ausgabe neuer Banknoten unmöglich.
Der frühere Direktor des Nationalen Kohlenbüros, Ader, und drr Direktor der Kohlengrube Aron wurden von Loucheur nach Cannes berufen, um während der Verhandlungen Wer die Kohlenpreise als Sachverständig« zu dienen.
wie steht's denn?
Verhälmismäßig gut, fo kann man sagen, wenn das erste Wörtchen kräftig betont wird.
Die Berliner Börse hat freilich am Dienstag den Dollarkurs, der am Vortage auf 168 gesunken war ÄLauf V4 A"aufgetrstben. Aber die Schwankes sit mchr groß und gehört zu den gewöhnlichen Wellen dewegunWn tm Börsenverkehr. Als Zeichen der Ent- , stuschung ist sie nicht zu betrachten. I
™CRÖ könnte ja auch höchstens die Nachricht wir- j «en, daß m Cannes die Tributsumme für 1922 iifaL^nrSS 2KiIItOnSL®0&marf Mnäß dem eng- 7^« ^schlage, sondern aus 720 Millionen „fsst-
^^^^-ESsversuch war bei >er hrltchket. der Belgier und Franzosen zu er-
^en- letzte Wort ist aber auch in dststr Geld- "nA gesprochen worden: denn man hat d-e L-^^^^Eerten ersucht, sofort -wn Paris nach Cannes weiter zu reifen.
unsere Vertreter schon am Mittwoch in Caunk- ß2.t^ 9nrf a{s ein Ginst-ges Zeichen zu ^ten. Allem Anschnn nach sollen sie nicht etwa fertiges Diktat zu hören bekommen, wie es die ^aryofen wunjchten, sondern auch selbst noch Gehör t?ir& s'üi dami wohl Herausstellen, ob v^tfchlmü! überhaupt 720 Millionen Goldmark für aufbrmgen fattn, oder welche finanziellen und
Heber die Verhandlungen in Cannes bezüglich I rmigten Staaten gegenüber Europa beeinflussen .eines englisch-französischen Abkommens meldet der 1 """" Sonderberichterstatter der „Daily Mail", England und Frankreich seien übereingekommen, Versicherungen betreffend gegenseitigen Schutzes zu See und zu Lande für den Fall eines Angriffs auf beide Länder auszutauschen. Lloyd George wolle jedoch nicht, daß sich der Plan gegen eine bestimmte Macht richte und wolle dem Rheinlands dieselbe neutrale Stellung verleihen, wie sie in Washington der Stille Ozean erhalten habe.
Um dies zu erreichen, wünsche Lloyd George —--r>—
Deutschland und alle an der Ausrechterhal- I m derselben Weist wie die franzö-
tung des Friedens in Europa interessierten Mächte I LI™*-™ ; a iOnrin ®.an”e5 öre Regelung der Re- ei n zu sch l i eß e n. — Bono mi habe dem ^İnsfrage, so, wie sie entworfen wurde, auf- Wunsche Italiens nach Einschluß in dieses Ab- U " ^merke, daß wenn diese Nachricht kommen Ausdruck gegeben. Auch Belgien er- I der Oberste Rat vielleicht zu einer
hebe keinerlei Einwendungen gegen ein internatio- I prägen schreiten müsse,
nales Abkommen dieser Art, selbst, wenn es die I
Räumung besetzter rheinischer Gebiete mnfaffe. Die I mÄ; ’I^me es, daß die französische öffentliche französische Haltung fei jedoch, Deutschland dürfe I rsie die T e i ln a hm e Ru ß- nur an das Abkommen angeschlossen werden, wenn I .a--5 an ^^.klchsi^skonferenz die deutsche Regierung sich bereit gezeigt habe, ihre I p>!.Ll9 e' ?? Lur„ wünschenswert ha Schulden zu bezahlen. I ‘ h
Der Sonderberichterstatter des „Daily Tele- I Miu+rnn graph" meldet aus Cannes, es werde möglicher- 1 j - - weist einige Zeit dauern, bevor der Garantiever- trag endgiltig zustande komme; denn Lloyd George
habe Briand auseinandergesttzt, daß er nicht nur die Ansicht der englischen öffentlichen Meinung und des britischen Parlaments in Betracht ziehen müsse, sondern auch die der Dominions, und daß der Vertrag so beschaffen sein müßte, daß sowohl England als auch die Dominions davon überzeugt sind, daß es sich um den Frieden und nicht um eine kriegerische Uebereinkunft handele. Die Ausdehnung der Garantie auf Polen würde jedoch im britischen Reiche keine Unterstützung finden. , £,;.
Die britischen Bedingungen.
Der Sonderberichferstatter des „Echo de Paris" tw Cannes meldet über di« Bedingungen bezüglich des Ab schlusses eines englisch-französischen Garantievertrages Das brttische Angebot sei von drei Fragen ab-, hängig: 1. Briand müsse sich nicht nur an die in ternationale Konferenz von Genua für gebunden er. klären, sondern er musst auch die Resolution, die Stop' George vorgeschlagen habe, annehmen. 2. Frankreick müsse eine befriMgrnde Regelung der Tanger' frage gemäß dem Frstdcnsvertrag annehmen, do heiße die Forderungen, die seit dem Waffenstillstlm»
nan,Minister sei äußerst lebhaft gewesen. Eine <L JuLkr#« x;
lange Debatte sei wegen des britischen Vorschlages
entstanden, die ReparationskomMission I «me gemeinsame Re»ze
von Paris nach Berlin zu verlegen, um I l™9 ® ' ?.rJ® ®
den Garanlieausschuß abzuschaffen. Die Franzosen G° [aiL. MranErei* tm Fall^^^ck^o^ü^ wollten letzteren in Berlin haben und den Repa- I Frankretch tm »solle ei"^^ü)kprorwztert<
rationsausschuß in Paris behalten. Die Cnglän- I
der schlugen vor, der Berliner Vorsitzende solle l rpid sichere dw ErfMung tur Art. 42, 43 un^ einer anderen als der französischen Nation ange- I 000 ^sflnües. Auch ar
hären, worauf Doumer eine ziemlich „unglückliche I dew eiWltschen Text gehe hervo^datz der Eiftwttt deut Rede" hielt, in der er durchblicken ließ, ein bri- I [7er Truppen m v^bvtenW Geküet nutzt ohme wer tischer Vorsitzender dürfte es an Festigkeit fehlen I smtntt Englaft!^ m den■ bedeute
lassen und Deutschland gegenüber unangebrachte I Erde. England fei auch frei, den Umstanden Rech Milde zeigen. Da die britischen Delegierten über I W toagen und zu erklären, ob nach seiner An diese Erklärung verstimmt waren, hätten Doumer I M der Bundmssall eintrete oder nicht, lieber tr und sein Dolmetscher versucht, diese taktlose Aeuße- I Dcwer des Vertrages fei noch nichts bestimmt.
rung als nicht gemacht zu erklären. Die At- Die Beurteilung in Amerika,
mojphare scheine aber mit Elektrizität geladen zu 1 sein.
Die Verhandlungen
über den Garantievertrag