Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.
Beraotwottlich für den ceöatrioneKen Teil: Dr. I. Stromer
49. Zahrg
Sonntag, S. Januar 1922»
Nr. 5
6ine Weltwirtfdjoftslionferenz
aller Mimsterpräftdenten
worden
sichren.
weiter städtischer
selbst von 5 werde» üls
sol«e den Befürwortern von Bauernparteien doch sehq zu betonten geben. Gerade der von ihnen so sehr bekämpften sogen. PcrrteipoMk ist es zu änem großett Träte zn tonten, daß die
wir tos, was di« zwei versäumt haben, nicht nach- holen und beide Bilder für ewige Zeiten vereinigt lassen? Kein schöneres, finnigeres Geschenk von uns beiden wüßte ich als dieses fiür die Hochzeit unserer Kinder Karl und Emilie!"
„Herr Nachbar, Sie denken im Ernst daran? Sie hätten nichts mehr dagegen, wenn mein Junge, mein Karl--ja, ist es denn möglich?"--
.Holen Sie Ihren Start — holen Sie ihn, wenn er noch so denkt, wie vor einem halben Jahre! Ich gehe hinüber zu meiner Emilie!" unterbrach Herr Hohen- fels den Erregten. „Sch denke, es wird den beiden recht fein!"
wurde enüüch auch ton berechtigten Wünschen der fach, Volksteite Rechmuuz getragen. Hätten wir das Zen-
«ahme tor übrigen BevoVerung. Der Völkerbund, dem laut Frietensverfrag das Gfefrid auf 15 Jahre tor freu-
Bezugspreis: Monatlich WO Hit zugestellt frei ins Haus- z Abgeholt in der Geschäftsstelle 5,50 Alk.
Anzeigen: Kleinzeile nach Coronel 12R?.; auswärts 1.50 Ulk. Stetlameseile (Textvreite) nach Coloneimatz 4 Mark-
wi« sie in letzter ZeiS vorgskvmmen fiäb, zu lchichen. Das Saargebiet sick keine französische Kolonie, sontorn deutsches Lauch mit deutscher Bevölkerung, die nach 15 Jahren über «ihre stxraksichr Zugehörigkeit erst zu bestimmen habe.
Desprechmrgen toec dir Steuers ccgrm
Wie tor ,>Dsrl. Lok-ttanz." erfährt, hatten am Freitag nachmittag Vertreter tor toutfchnatnmaten Partei, tor deutschen Bolkspartei und tor bayerkschen Volks- parei mit dem Reichchimmtzunmster eine Unterredung über die Steuerfragen. Auf die Frage von Dr. Hermes, wie sich die drei Parteien gegenüber einem Kompromiß »erhalten würden, wurde erwidert, daß die Fraktionen
Mit einem Freudenschrei warf sich Emilie an die Brust des lächelnd vor ihr stehenden Vaters. „Ich wußte es, Pap«," jubelte sie, ich wußte es, daß die beiden Bilder auch mir das Glück bringen — eine innere Stimme hat es mir gesagt!"
Und während Herr Hohenfels gerührt seine Toch- ter in die Arme sckstoß und den Frauen erzählte, welch hochherziges Anerbieten ihm soeben der Nachbar Hoch- selb gemacht hatte, öffnete sich die Tür und Karl Hoch, selb trat von feinem Vater begleitet, freudesttahlend in da- Zimmer. Mit offener Herzlichkeit trat ihm der Herr des Haches entgegen und sagte: „Ihr rasches Kommen beweist mir, daß Sie Ihre Gesinnungen nicht geändert haben, lieber Freund! Bon ganzem Herzen heiße ich Sie willkommen — machen Sie mein Kind glücklich!"
„Und ersetzen Sie uns den Sohnl" fügte Frau Hohenfels mtt tränenben Augen hinzu, indem sie Karl freundlich die Hand reichte und zu der hold errötenden Emilie führte, die in wortlosem Glück dem Geliebten an die Brust sank.
Herr Hohenfels aber nahm den gerührt im Hinter- gründe stehenden Vater Starts an der Hand und führte ihn vor das Bild „die Jagd nach dem Glücke".
„So haben Konrad und Albrecht doch noch in späten Tagen das Glück erreicht," sagte er, dabei lächelnd. Mir wollen es festhalten, fieber Nachbar, wollen als die fpäten Enkel der beiden Glücksjäger das erfüllen, was ihr Vater von ihnen gefordert hatt in Eintracht und Liebe einander zugetan fein!"
Und Konrad Hochfeld drückte herzhaft die bar gebotene Hand und sagte einfach: „Das walte Gatt!"--
Das »ar vor vier Jahren gewesen. An dem heu- tigen Juni-Sonntage wölbte sich wieder ein demant- gleicher Himmel über Liebenburg und feine herrliche Umgebung und lockte mit feinem blendenden Sonnen- glast die Erholungsbedürftigen nach den in hellem Grün schimmernden Waldern der umliegenden Berge. Gleich Ameifenschwärmen sah man sie trotz der vorgerückten Nachmittagsstunde auf den vielen Promenadewegen da- hinwallen, wenn man die Höhe des Burgfelsens er- stieg, wo in der Laube des Gärtchens ein gemütlicher Kajseetitch gedeckt war, ..........sSchiuß folgt.) ,
nicht zu sehr in «am die Partei-
Politik aber durch die Klassenpviikik ersetzt märte, türmt würden alte Rücksichten und Schranken hinfällig werben, und man mürbe dann leider zu spät cinsehep, daß' die bisherige Parteipül-M immer doch noch besser wag wie die neue Masimpositik.
Die Befürworter der Bauernpar-ci-en suchen di«
wenn diese DemühwWm des kaüMschen VolksteileS ~ "" tor Bauernparteien cmsgelegt «lüfte des Klerus", wie es imf
Lorkriegsfchmton Rußlands.
Die Führer der verschiedensten Sdegatisnen gaben ihre grundsätzliche Zustimmung gtt ton Vorschlägen Lloyd Georges, die einem Ausschuß unterbreitet wurden, tor nachmittags 3% Uhr zttsammentrat und gebildet wurde aus den Mimstcrpräsidentsn und den Mnistern für die auswärtigen Angelegenheiten. Anter-usefts wurde entschieden, daß die Finanzminister sich zu einer noch später festzuschmton Stunde orreinigen sollen, um den Bericht der Sachverständigen zu prüfen, die sich bis jetzt mü der RepartÄwns-frage beschäftigt haben.
Die HejoMon -es Ausschusses.
Der nach obigem gebildete Ausschuß hat in der Nachmittags-Sitzung am Freitag einstimmig folgende Resolution angenommen:
Die auf der Konferenz vechmrmÄien Mächte sind tor Ansicht, daß eine Wirtschaft«» unö Finanskonfe- renz Anfang März einteruifen werden müsse, zu der alle Mächte (auch Dsrttschtand) efarjutaton sind. Sie sind ferner der Ansicht, daß eine solche Konferenz einen emheitlichon Fortschtttt auf dem Weg zum wirtschaMchsn Wisderaustou Mittel- und ■. Osteuropas btföet. Sie sind auch tor Ansicht, daß die Premierminister einer jeden Nation womöglich in Person <m dieser Stan- serenz teÄnehmen sollen, damit ton Ausmpsehtungan so sthnell wie möglich die Tat folgen Seme. Die alliierten Mächte fmb tor UckdeiFeiWMg, daß dös Wiederaufnahme les internationalen Handels in ganz Europa für die Entwicklung tor HiffsuMel aller Länder nötig ist, um die Menge der m der Wirtschaft tetonton Kräfte zu vermehren und die Lchton in dm «Staaten Europas zu vermindern. Die gemeinsamen Anstrengungen der kräftigsten Staaten sind nötig, um dem europäischen Wirtschaftssystem feine Widerstandssti-aft z-urückMigston, und für die BeseW- gang alter Hindernisse, ööe den Handel hemmen. Auch ißt Bewilligung von Krediten cm die schwächsten Sanier ist erforderlich, ebenso das ZusammMarbetten oller für die Herstellung normaler PwtmMm. Die Mächte
Mich und tmtorsroo von Sauempartetltm geschicht^ 6e heißt es z. B. in dem neuen politischen Handbuchs der tomsch-östorreichischen Baatarnpartei" (S. 34), daß die christlich-soziale Partei schon aus dem Grunde do« den Bauernparteilem abgolehnt würde, «teil die christlichsoziale Partei eine „prvgrammäßig international«
Deutschland aus übe. Er stellte die «rgen Beziehungen zwischen dem Osten und Mitteleuropa dar; Lloyd George ist der Anschauung, daß die roirtschaftltche Lage Deutschlands sich verbessern würde, wenn es die Han- delstoztehungen mit Rußland wieder aufnehmcn könnte. Unter dieser BedingUWg hätte Frankreich em Intereffe an der Wiederaufnahme dieser Beziehungen, weil diese die Verbesserung der deutschen finanzieilen Leiftungs- sühigSsit mid infolgdHen die Verbesserung seiner Zah- lurrgsfähigkeft zur Folge hätte. Natürlich müßten
Rotcittonsüruck u. Ve srenisprecher Nr. 9.
(Ein beörutsamer Beschluß i« Cannes.
Am Freitag vormÄtag hat in Cannes die erste Sitzung des Obersten Rates stattgefunden. Briend sagte in seiner Eröffnungsrede, daß man zu endgültigen Beschlüssen gelangen müsse- bamit die gefaßten Beschlüsse nicht aste drei Monate abgeändert werden wüßten.
In einer großen Reto enttoickelte LloydGeorge seins Vorschläge wegen der wirtschaftlichen Wiederher- stellung von Europa, rootei er sich auf ton Bericht tor Konferenz der Industriellen und Finanziers stützte, die in tor letzten Woche in Paris stattgefunden hat. Lloyd George betonte, daß das Schicksal aller europäischen Völker miteinander vettbunton sei und es erfcheine un-
Dre Mdmg von Vauernparteleir.
Die ZenkumspartamMtekorre^^ schveidi zu diesem Thema, das auch in manchen Dellen tos Regte- rungstozisks KasiÄ ernste Beachtung verdient, sokgpntos:
In vWschtetonsn tirmtostesten hat man bei ton letzten Wahlen das Entstehen poMscher Bauernparteien beobachten können. Die MeimMgen über die Zweck- maßiMt dieser neuen Parteägebklde sind selbst in land- wirkschaftlichen Kreisen nicht geteilt. Die Befürworter tor Bauernparteien gehen §weisellos von manchen fchr irrigen Bvraussetzmigen aus, die in ihren Aus- Wirkungen sich fite die Landwirtschaft schkießl-ich als recht ncühteiftg Herausstellen können. Wenn die Bauer«- parteifer behaupten, daß alles Unglück in Deutschland von der Parteipskrtik herrühre, und daß an Stelle der politischen Parteien Stontesparteien zu treten hätten, so, ist das eine sehr gsvagte Behauptung. Politik ohne politische Parteien zu tnorfjen, ist eine Unmöglichkeft, und auch die neuen Standesparteren rofir- dcn eben nichs anderes fein, als politische Parteien in anderer Form. Wenn die bisherigen politt- schon Parteien durch neue Standesparteien ersetzt werden sollen, so bedeutet das mir eine Verschiebung und
begwerfekn sein. Diejenigen; w _____ _ ^jrterpoRtit so sehr bekämpfen
und an deren Stelle eine Klassenpctitik mrszurichten bestrebt sind, würden bald zu der Erkenntnis kommen müssen, daß sie ton Teufel durch Belzobud ausgetrieten ha-< ton. Die Beseitigung der bisherigen poLftischm Par«
lag tot Fuldaer Acttendruckerei in Fulda. Telegr.-Adrrsse: Fuldaer Zeitung.
ltetechaupt erinnert die Agittoron zugunsten der Bauernpartei vielfach an bte Agitation, die damals von feiten der Sozialdemokratie zugunsten der soziale tomokratifcton Wassenpartei betrieben wurde. Auch von der Sozialdemokratie wurde damals immer gefagi,, die Arbeiter müßten sich frei machen von dem Emsürßl tos Kterus, und die Religion habe mit bet Politik nichts zu tun. Insbesondere das Zen-j Lum, so sagte die SoziÄtem»kratie, benutze die Religiow nur, um die Arbeiter mm der Bersolgung ihrer Klassen-' ziele abzubringen. AehnKche Worte kann man heute, vielfach von ton Befürwortern tor Bauernpartei vernehmen. Wir stehen demgegenüber auf dem Stand-! pmckt, daßdieRekigionheutemehrwiejein das öffentliche Leben hineingehört nn&i daß mir eine Weüanschammyspartei tote das Zen-, teum mehr tonn je notwendig haben, um den christliche«! Gedarcken des Ausgleichs mti> der Bersirhmmg gegen«! über dem verderbliche KWeÄMWLBdanLm nachhaltig zu toftWW. -----
Der preußische Ministerpräsident Wer die psMsche Lage
In Brandenburg an tor Havel sprach der preußische Ministerpräsident Otto Braun über die politische Lage. Die Wirthfche ErMungspolitik habe ton Er- feto schabt, daß die Engländer nunmehr erkannt hotten, daß Deutschland solange nicht kreditfähig und somit mrch wirtschaftlich nicht leistungsfähig fei, als die Lasten tos letzten Ultimatums auf ihm ruhen. In oram reich fei leider tor BernichtungAvAe gegen Deutschland noch nicht gebrochen.
Insbesondere fordere das Bor geh en der fr an- zöfischen Desatzungsbchörden im Rhein- land schärften Protest heraus. Auch die Drangsasie- rungeu, tonen die S a a rbe v ö l k e r u n g franzost-
störer des Handels allgemein als eine Forderung der Menschenrechte anerkannt werde und daß dieses Verbot sie bereits setzt untereinander bindet. Ein Handelsschiff darf von einem Unterseeboot nur angegriffen werden, wenn es sich weigert, eine Untersuchung zuzugeben, und erst dann nach War- nung. Nach der Beschlagnahme darf das Handelsschiff nicht vernichtet werden, wenn nicht zuvor die Besatzung und die Passagiere in Sicherheit gebracht worden find.
würde zum Kampf a ller gegen alle süh r en, und in diesem Kampf wird naturgemäß schKeßttch der- fenige unterliegen, der sich in der Minderheit besintot. Darum hat diese Entwicklung besonders für ine Landwirtschaft, die sich mm einmal zahlenmäßig in tor Minderheit toftntot, ihre sehr großen Bedeichen und Gefahren. Bisher hatte bte Landwirtschaft in aller, pokitifchen Parteien ihre Mrtreter und Stützpunkte. Das wird m Zukunft aufhören, wenn überall eigene Baurrnparteten errichtet werten, denn dis anderen Berufsstände werden es auf die Dauer nicht himrchmen, daß bei ton Wahlen zunächst versucht wirto auf den Listen tot politischen Parteien landwirtschaft» Kche Kandidaten imterzubrikttgen und daß nachher n o ch eine besondere politische Bauernlisttt erscheint. Die Angehörigen der anderen Benrssstäntos werten verlangen, daß auf ton Parteilisten, künftigr fein Landwirt mehr geführt wird, da hierfür ja schote
sind ter Ansicht, daß die unevlahsichen Grundöedin- gangen hierfür die foügenton sind: Die NafwWN in Austausch treten und versuchen, bezüglich des Fmans- und GeEdwssens ‘Beä’rjgimgcn Mi bestömmn, die dem Handel Sicherheit yewährM: sie muffen von jeder Pro- paganda «üftchen, die die Drbmmg oder den pMtzchen Bestand benachbarter Stactten gefährdet, und all« musien dte Derpfüchtung übrrnchmen, von jedem Angriff aus andere Länder abzustehen. !
Tagungsort der neuen Usnserenz.
Die eizentliche Reparaftoussrage.
Die internationale Wirtschaftskonserens, die in obiger Resolution auf Vorschlag Lloyd Georges verlangt wird, soll in der ersten Hälfte des Monats März in Italien, wahrscheinlich in Genua abge- halten werden. Amerika wird zur Leilnahme em» geladen werden.
Am Sams.ag vormittag werden die alliierten Minister, die an den Arbeiten der intemaLionalen Sachverständigen teilgenommen haben, zusammen- treten. Ebenso wird vormittags um 11 Uhr der Ausschuß von Ministern, der mit der Prüfung der Reparationsfrage betraut ist, eine Sitzung cbbalten, um den Bericht der SmsiverMn- digen zur Kenntnis zu nehmen. Wenn die Arbeiten der letzteren genügend gefördert sind, wird der Oberste Rat am Nachmittag wieder zusammen- freien. . .
Die Repavattonskommissisn in Pans erklärt m ihrer Antwort auf die deutsche Note vom 3. Januar, daß sie das Schreiben der Kriegstastenkom» Mission zur Kenntnis nehme und diese Erklärung ohne Kommentar dahin beantworte, daß die deutsche Regierung allein berufen sei, die Zweckmäßigkeit einer Antwort ober die Unterlassung einer Antwort zu beurteilen. Das deutsche ©tun- dungsgesuch würde geprüft werden. Schließlich überläßt die Reparationskommission der deutschen Regierung die volle Beran twortlich- feit für ihre Entschließungen.
Ralhenau wieder tn Berlin.
Der frühere deutsche Minister Rathenau hat Freitag abend 7 Uhr Paris verlassen und sich nach Berlin begeben. ‘
18. Köpftet.
Vereint.
Es war den beiden recht gewesen. Sie hatten durchaus nichts dagegen gehabt, daß die nun schon seit Jahrhunderten zwischen chren Famllien bestehende Entfrenidung durch ihre Vereinigung zwn Bunde für das Leben in das einfrächtlichste Zusammenleben um- gewandelt wurde. Ueberredung dazu seitens der beiden Väter hatte es gar nicht bedurft. Als Herr Hohenfels nach feiner Unterteilung mit dem Nachbar in das Wohnzimmer gekommen war und das Bild „die Jagd nach dem Glücke" feiner Frau und Tochter entgegen hielt und als er Emilie zärtlich an sich zog und fcher- zend fragte: „Ist es nicht Jammer und Schade, wenn die beiden Bilder wieder getrennt werden?"
Da meinte Frau Hohenfels in ihrer, jetzt zur Gewohnheit gewordenen sanften Weise: „Vielleicht läßt sich Herr Hochfeld nunmehr dazu bestimmen, uns das Bild zu überlasten, Albrecht? Haft Du darüber nicht mit ihm gesprochen?"
„Allerdings habe ich das!" antwortete ihr Gatte, „doch der Mann stellt Bedingungen, die ich» ohne Dich und besonders ohne Emilie zu befragen nicht so ohne weiteres eingehen kann! Er fordert nicht weniger al» Deine Hand,-mein Kind, Deine Hand für feinen Sohn Karl und ich — was wollte ich machen — ich habe sie ihm fo halbwegs zugesagt — Du bist doch damft einverstanden?"
im neuen Volksstaate noch parirnpolitischen Gesichts- punkten voryknommen mürbe. Ist dos denn wirklich so sehr auffaifenb und verwerflich? Es ist doch ziemlich frlbswerstÄMch, doch auf die Vostsmeimmg unb ton Ausfall tor Wahlen Rücksicht genommen wird, und besonders in einem demokratischen Volksstaate mutz Rücksicht genommen roerton auf die Uetoroinstimmimgs der VoNÄnvimma mit ton Behörden und ton Derwal-i iurigsstellen. Früher, als die konservative Partei di«, Macht hatte, sand man es ganz in der Ordnung, daß, die Regierungs- und Verwaltungsstellen in erster ßmie; mit konservativen Parteigängern besetzt wurden. SeWem die Konservativen aber aus ihrer Machtstellung verdrängt wurden, ereifern sie sich fortgesetzt gegen das System;, das von ihnen selbst früher stets, geübt Mirto. Gerade die Katholiken haben von scher Anlaß zu bitterster Klage darüber gehabt, daß sie
Die Washingtoner Konferenz.
Bestimmungen über den ll-Doot-Lrieg.
Bei Beendigung der Freitag-Sitzung des Gesamtflottenausschusses wurde ein offizielles Commn- nique veröffentlicht, wonach bezüglich der Unter- feeboote einstimmig eine Entschließung angenommen wurde, in der es heißt: Die unterzeichneten Mächte wollen die von ben zivilisierten Nationen zum Schutze tos Lebens tor Nichtkämpfer zur See in Kriegszeit angenommenen Kriegsregeln wirksamer gestalten. Sie erkennen die Unmöglichkeit an, die Unterseeboote als Vernichter des Handels zu verwenden, ohne dadurch, wie es im Saufe tos Krieges 1914=18 geschah, die allgemein von ton zivilisierten Völkern zum Schutze der Neutralen und Mchttämpser angenommenen Regeln zu verletzen. Die unterzeiclmeten Mächte erklären sich einstimmig damit einverstanden, daß das VerbotderBer- wendung der Unterseeboote als Zer-
zwar keineswegs eine glückliche. Die bisherigen pofttt-; schm Patteien waren, wenn man absicht von tor So*: ziaitomokratie, keine Stantosparteten; sie betriebene keine einseitige Klassenpolitik, sondern eine ausreichende Parteipolttik. Die fogeteannte Par- teipolitik mißfallt ton DauernparteNern; sie wollen am deren Stelle die reine Standespolitik setzen« Die Standespolitik wird aber im politischen Leben ganz von sÄbst zur K l asfe npoliti k. !
Ob die Auflösung tor bisherigen polttifchen Parteien«
Die Jagb nach dem Glücke.
Erzghkung von Fritz Ritzel.
66] —------
Konrad Hochfeld schien etwas befangen. Wie fräsend sah er ton auf ihn Einsprechenden an, der immer noch feine Hand gefaßt hielt, dann erwiderte er: „Na — fo blind bin ich denn doch nicht, Herr Nachbar, wenn ich es auch nicht schon aus dem Mund des Fräuleins, Ihrer Tochter, erfahren hatte, die meiner Urgroßmutter, der Ruperta Hochfeld wie ein Ei dem andern gleicht! Der Karl ist in das Mädel verfchosten — gründlich verschossen und weil Sie ihm damals, wie mir der Friedwald erzäkch hat, die Tür gewiesen haben, da will er es in seinem unbändigen Stolz nicht auf sich ruhen lasten, für das, was er unschuldig gelitten, fo zu sagen von Ihnen abgelohnt zu werden. Sie verstehen mich doch, Herr Nachbar? —
Herr Hohenfels erwiderte nur mit einem leichten Kopfnicken, während er das von feinem Besucher mit- gebrachte GemöDe ans feiner Umhüllung nahm und dasselbe sinnend betrachtete. Dann trat er rasch zu feinem Kastensthrank, entnahm diesem das dort oer- wahrte Gegenstück des Bildes und fügte die beiden Gemälde zusammen. Die beiderseittgen breiten Holz, rahmen fügten sich durch kleine Zapfen fo ineinander, daß das Ganze nunmehr als ein Bild erschien.
„Jetzt hat die Geschichte freillch ein anderes Korn!" sagte Konrad Hochfeld, der näher getreten war und wie tor andere das Bild mit Intereffe betrachtete. „So schön hätte ich mir das Ding wahrhaftig nicht vorge- stelltl Jetzt sieht man doch, was jedes Bild bedeutet!" Und kopfnickend fuhr er fort: „Ja, wären die zwei da einig geworden, wie es ihr Vater gewollt hat, dann —'
„Konrad und Albrecht hießen die zwei Brüder — Seta&fo wie wir zwei, lieber Herr Nachbar!" unter- bfmh ihn Herr Hohenfels, indem er wieder die Hand ^nes Besuchers nahm und feine Linke auf tosten ^stutter legte. „Wollen wir, als die Nachkommen der «bai nichft aus dem Bilde eine Lehre ziehen? Wollen
iSe Bauernparteien sÄbst sorgen, und diese musten da-' her auch allein schm, wie sie fertig werden. Bei ton anderen Berufsständen würde tor Gedanke der Stan* tos- und Klassenpoüt ft etonfalls immer mehr auf- •ßontaxBii
Cs gibt Kreise stmerhaw der politischen Parteien- , m tonen das Ausscheiden tor Landwirtschaft aus ton Partei nicht einmal ungern gesehen wird. Denn dies« Kreist empfinden es als sehr hinderlich, daß von seilen ihrer Partei immer auf die Landwittschaft Rücksicht genommen werden muffe. Sie behaupten, es würde für die Agitation und das Vorwärtskommen ihrer Partek viel taffer fein, wenn man die Rücksichten ach die Landwirtschaft fallen taffen mürbe. Erne Partei, die durch landwirtschaftliiche Rücksichten zu fchr gebunden seftf mStte es immer seta schwer baten, sich bei ton breiten