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JB 4 » Freriag, 6. Januar 1922.

Auldaer Zeitung

Statt bet falbere Actiendrnckerei in Falb,

Da ^eft der Erscheinung öesherrn.

Zum 6. Januar.

Ein Fest ehrwürdigen Alüns! 3m Morgenland Die im Abendland wurde es stets am 6. Januar ge- ftitrt; ft in liturgischcr NameEpiphanie" ist der grie- ichlschen wie der lateinischen Kirchensprache gemeinsam. Der in deutschen Kalendern gebräuchlich: TitelFest |>cr hl. drei Könige" stammt aus dem Mittelalter. Die Abneigung -..yen die Hciligenoerehrung überhaupt scheint bei den Protestanten reformierter Richtung an diesem Zili.l Anstoß genommen und zur Streichung aus dem protestantischen Festkalender Veranlassung gegeben zu haben, während die Lutheraner im allgemeinen das lEpixhanicsest als Fest des Herrn beibehietten. Diesen Kharakier hat das Fest auch heute noch in der kalho- jischen Kirche, wie die Antiphon zum Benedictus ver- kündet:Heute wurde die Kirche ihrem himmlischen LVräutigam verbunden, da im Jordan Christus iHv: Schuld abwusch, mit Geschenken die Weisen zum könig- tichen Hochzeitsseste eilen und die Gäste sich freuen am Wein, aus Wasser verwandelt." Die Antiphon zum Magnisicat der 2. Vesper stellt die wunderbare Füh­rung der Weisen durch den Stern an erster Stelle, das Kanaanwunder an zweiter, die Taufe Jesu im Jordan an dritter Stelle der drei den heutigen Tag HuszeichnLnder Wunder.

Hiernach erschnnt das Epiphaniefest gewissermaßen al« ein Kollektiosest zu Erinnerung an mehrere Er­eignisse aus dem Leben unseres Herrn, bei welchen feine Gottheit inErscheinung" trat. Beglaubigt vom himmlischen Baler durch die wunderbare Himmels­erscheinung des Sternes für die Vertreter der Heiben- welt, durch das erste Wunder in Kana für die Apostel Uilö ersten Gläubigen, durch die Stimme vom Himmel hrr bei der Taufe im Jordan für die ganz: Menschheit: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich mein Wohlgefallen hab:; ihn sollt ihr hören," und durch den sichtbar herab kommenden hl. Geist eingeführt in fein Lehramt, erscheint der Herr vor der grämten Menschheit wie das auf gehende Gestrrn am Morgen- Himmel, verscheuchend die geistigen Flnstcrnisje. füh­rend für die Menschheit, wie sein Himmelskünder, der Etern, die Weisen nach Bethlehem führte. So ließe sich als einheitlicher Festgedanke ausstellen die Beglau­bigung Jesu von Nazareth als Messias und Soh'.i Got­tes und damll.als Lehrer der gesamten Menschheit.

Je nachdem nun das etne oder andere Ereignis für die Gläubigen mehr in den Vordergrund tritt, scheint oer Festgedanke ein anderer. Im Morgenland: sdcht das Andenken an die Taufe Jesu im Vordergrtmde; das Fest oder vielmehr seine Vigil ist der allgemeine Tauf­tag der Katechumenen, wie in der abendländifchen Kirche der Karsamstag und di>: Pfingstoigrl. Es findet dort seit den ältesten Zellen die feierliche Messewoihe statt bei Fackelschein, der das durch die Seele eingegosjene Lickst der Gnade bedeuten soll. Deshalb führt unjer Fest im Morgenlach) auch die Nebenbuzeichnung:Fest der Lichter."

Im Wendlarche drängte fich das Gedenken der Weifen mit ihren sinnbildlichen Opfergaben, die aus üesum als Gottmenschen und Erlöser der Menschheit Hinweisen, in den Vordergrund der Betrachtung. Die Weisen erscheinen als Beamter der Menschheü; der rmiversale, weltumspannende Charakter dos Christen- tnns tritt dabei bestimmend in die Betrachtungsweise der römischen Kirche. Sie ist ja von Natur aus die katholische (allgemeine), die Weltkirche. Das Ge­fühl dm Dankbarkeit für die Berufung zum wahren Glauben mußte in der heidnischen Weltstadt Rom einer- feite die Berufung der heidnischen Weisen zur Krippe des Herrn als den liebsten Festgedamken an Epiphanie erscheinen lassen, andererseits zum Apostolat der Tat an- fpornen und den Mssionsgedanken auch bei den Laien jur Reiste bringen.

So veranstaltet die Propaganda in Rom am heutigen Tage ihr Sp r achen se st; in allen bekannten Sprachen der Well wird das Lob des Menschheitserlö- fers gefeiert., Der Derbrüdernngsgedanb: der gesam­ten Menschheit als der einer Gottessamilie findet da­bei wahrnehmbaren Ausdruck. Auf den Kanzeln der katholischen Kirche spricht man heute fast überall von der Verpflichtung des Christen, der Millionen Brüder im Heidentum zu gedenken und durch Gebet und Al­mosen ihnen das Licht des Glaubens leuchten zu lassen. So hat das Epiphaniefest in den letzten Jahren fast den Charakter eines Miffionsfestes angenom­men. Die Früchte find allerwärls unverkennbar. Leider hat der Weltkrieg dm Solidarllätsgedanken der DeutscheZesniLenmWonare nach Japan

Am 4. Januar 1922 hat, wie wir schon kurz meldeten, der Dampfer in Rotterdam 5 Iesuiten- missionare an Bord genommen. Das Ziel der Fahrt bildet die neue Friedensmission in Japan, die der niederdeutschen Ordensprooinz der Jesuiten, über­tragen wurde. Es ist nicht das erste Mal, daß die Löhne des hl. Ignatius den Boden des fernen Jn- felreiches betreten. Der hl. Franz Daver lan­dete dort als erster Missionar, um auch die streb­samen Japaner dem Heiland zuzufiihren. Tavers Ordensbrüder setzten seine Wirksamkeit erfolgreich fort, bis eine unmenschliche, langdauernde Christen­verfolgung in der blühenden Christengemeinde wütete und vor allem alle Priester auszurotten strebte. Tausende an Christen gaben heroische Be­weise ihrer Glaubenstreue. Unter diesen Märty­rern zählen die Jesuiten 80 ihrer Mitglieder. Seit 1650 waren die braven Christen aller Priester be­raubt. Erst 1863 konnten die Missionare wieder ins Land. Wie staunten sie, nach so langer Ab­sperrung noch Tausende treuer Katholiken anzu­treffen i

Letzt sollen die Ordensbrüder des hl. Franz Dover auf der Hauptinsel Nippon ein Gebiet der Riesendiözese Osaka übernehmen. Die Priester des Pariser Missionsseminars können die gewaltige Bekehrungsarbeit nicht mehr allein leisten. Mehr als hundert Millionen Heiden stehen erst vierein­halb Tausend Katholiken gegenüber. Zudem nimmt der Nachwuchs der französischen Missionare sehr ab. So kann man eine Teilung des riesigen Ar­beitsfeldes sehr verstehen. Die Hauptstadt des neuen Gebietes bildet Hirofchim. Unter den 160 000 Einwohnern verschwinden die wenigen 100 Chri­sten. Auch in der anderen größeren Stadt, Ja- Mazutschi, besteht vorläufig nur diekleine Herde" von 90 Seelen. Dornenvolle und langwierige 2lr» "eit wartet also der Glaubenskünder.

, Doch lassen sich die fünf Vorboten dadurch nicht E'mschülhtern. Sie haben schon in Indien ihren Opfermut bewährt, wo die Jesuiten feit 60 Jahren Ane segensreiche Missionstätigkeit entfalteten. Der ^ochwürdiglte Herr Erzbischof Heinrich Döring

I der Führer der fünf Glaubensboten lei- ^ie seit 1907 mit avostolifchem Eifer die Diözese , njutA^n er über W fiatje vorbildlich.al-

christlichen Völker für das Missionswesen zugunsten des Nationalismus zertrümmert.

Das drille Ereignis, dessen Erinnerung nach den Worten der Kirche den heutigen Tag ziert, das erste Wunder des Herrn bei der Hochzeü zu Sana wird Don den Gläubigen bei der Gedankenfülle des Haupt- geh.'inmisses kaum beachtet. Deshalb kommt die l irche auf dasselbe am 2. Sonntag nach Erscheinung nochmals zurück. ' Der Erlöser ist auch für das Familienleben ber Christen bas Licht geworden, das den Sinn des Lebens beleuchtet, das vorleuchtet auf den dunklen Pfaden des Menschenlebens. Wie in der heidnischen Zoll das Familienleben ohne Christus zerfiel, so ge­schieht es wir alle sind ja Zeugen auch in der nachchristlichen Zeit bei all jenen, die nicht Christi ®d)ot sich Leuchte sein lassen in ihrem Familienteben.

ans -em Kachdar gebiet.

(fpb) Alsfeld. Sm nahen Eifa beschäftigte sich ein IZjähriger Schüler miteinemLuftgewehrund drückte dabÄ auf ein zweijähriges Kind ab. Die Kugel drang dem Kleinen in das Auge und führte den So­fortigen Tod herbei.

fpb. Frankfurt a. Al. Bei einem Wohnungs­einbruch wurden zahlreiche ckprozentige Pfand­briefe der Frankfurter Hypotheken- bank gestohlen. Die Wertpapiere laufen auf den Namen Seita Stern.

(fpb) Frankfurt a. Nl. Wie wir hören, haben die OrtsverwaltungenFrankfurtundDarm- stadt des Deutschen Eisenbahnerver­bandes gemeinsam telegraphisch in Berlin bie For­derung erhoben, daß die Ueberteuerungszuschüsse, wie sie im besetzten Gebiet gezahlt werden, neben der all­gemeinen Lohnregulierung auch für Frankfurt, Darm­stadt und die dazu gehörigen Grenzgebiete bewilligt werden.

(fpb) Lohr a. HL Ein etwa 70jähriger Heimat- und Namenloser, der nach nur zweitägige Krankheit im hiesigen Spital verstorben war, wurde auf dem Friedhof beerdigt. Er wußte nicht, roarat und wo er geboren und wie er heiße.

Vermischtes.

* Dom Sturm umgewrht. Durch den heftigen Sturm wurde in Btelefeld ein 33 Meter langer und 8 Meter bretier Neubau, der bis zum Abdecken fertig war, buchstäblich u m g >e w e h t. Selbst die starken Eisenträger, die schon in dem Mauerwerk verankert waren, konnten das Unglück nicht verhindern.

* Talsperre im Ahrial. Im Ahrtal steht der Bau einer Talsperre mit einem Kostenaufwand von mehr als 320 Millionen Mark bevor. Die Sperre soll besonders gegen Hochwassergefahren schützen und rund 53 Millionen Kubikmeter Was­ser fassen.

* Große lleberschwemmungen in Döhmen. Nahe der Stadt Lae m berg bei Deutsch-Gabel in Böhmen riß der Damm des großen Deichs. Die riesigen Wcff- sermasien ergossen sich in den Pcllzen-Fluß, aus dessen ufern das rasende- Element trat und die angrenzende Gegend bis Leipa und Neustadtel unter Wasser setzte. Kilometerweit sind Ackerboden und sonstige Kulturen von der Ueberschwemmung heimgesucht. Der Schaden ist sehr bedeutend. Der Dammbruch ist auf Hochwasser zurüctzusühren.

* Orskrrrcichische Vcrlulascherze. Ein Wiener Mcm- tagsblatt tischt seinen Lesern einige Valutascherze aus, die im Hinblick auf dte große Kursverschlechterung Krone und ber Mark besonders zeitgemäß sind. In einer AiHeige sucht das Blatt mehrere Teilhaber zum Ankauf eines Eies. Die Zuschriften für das riskante Projekt werden unter b:r ChiffreFrisch gelegt, ist halb gewonnen" cn die Expedition erbeten. Schweizer Einkäufern gibt das Blatt den Rat, in demSchieber­zug" Wien-Zürich einige Dutzend Flaschen Gum- poldskirchener zu trinken und die geteerten Flaschen in ihren Handkoffern mitzmiehmen. In Zürich bekommen sie dann für jede leere Flasche 50 Centimes oder rund 700 Kronen. Da die Flasche (BumpcDskirchmer in Österreich aber nur 500 Kronen kostet, so haben die glücklichen Reisenden nicht nur den Wein umsonst getrunken, sondern auch obendrein, an jeder Flasche 100 Kronen verdient. Sichtlich kein schlechtes Valutakunststückl Schließlichberichtet" das Blatt das folgende Scherzchen, das der Wirklichkeit nicht allzuviel ooraneilt: Bei Sacher (einem bekannten

Friedensmissionär tätig gewesen war. Der Welt­krieg forderte bekanntlich von den deutschen Patres das bittere Opfer, auf das vielversprechende Ar­beitsfeld zu verzichten und Erzbischof Döring S. J. sah sich genötigt, die Leitung seines Sprengels ab­zutreten. Nun zieht der betagte hochverdiente Kirchenfürst mit jugendlicher Begeisterung an der Spitze feiner Ordensbrüder in das andere Mis- sionsland Franz Zauers. Laienbrüder, die in der Heidenmiffion Bombay-Puna so wertvolle Dienste geleistet haben, werden wohl bald nachfolgen.

Die mutigen Missionäre können überzeugt fein, daß wir unsere deutschen Landsleute durch Gebet und Gaben auf dem dornigen Arbeitsfelde tatkräf­tig unterstützen roeröen.

Ein Harker Dinker war der von 1740 zu 1741, dessen Strenge sprichwörtlich geworden ist. Ganz Europa hatte darunter zu leiden, und der Schaden, den die Kälte verursachte, war ungeheuer. Eine schlesische Chronik erzählt, daß es unmöglich war, die Zimmer zu erheizen, denn die Bauart der Oefen erwies sich als ungenügend; während der Ofen glühte, bedeckten sich die Fensterscheiben mit dicken Eiskrusten, die wochenlang nicht abtauten. Wer dem schneidenden Winde nur tausend Schritte entgegenging, war an allen Gliedern erstarrt, und auf der Haut bildeten sich Blasen, die nur durch anhaltendes Rerbea mit Schnee zu befestigen waren. Wasser vom dritten Stockwerke herabgegossen, langte als klingender Eiszapfen unten an, und die Totengräber mußten erst große Feuer anzünden, ehe sie die mehrere Ellen tief gefrorene Erde zu bearbeiten vermochten. Alle Flüsse und Teiche, wenn sie nicht sehr tief waren, bildeten bis auf den Grund eine einzige große Eismasse, und fast überall wurde der Fischbestaud vernichtet. Schafe und Rinder erfroren in den Ställm, das Wild lag massenhaft tot in den Wäldern, und die Dogelwelt ging fast ganz zugrunde. In Schweden erlagen über 3000 Menschen der Kälte und in Ungarn star­ben gegen 80 000 Rinder. Erst im April trat mil­deres Detter ein, aber es dauerte noch lange, ehe der Boden so erweicht war, daß die Feldarbeiten begonnen werden konnten. kos

Sponfiime. Tuich die Zeitlupenaufnahmen ber Svortlelllkitms Ui. für he» . ei»

Wiener Kaffeehaus) sitzt ein Amerikaner. Er hat ein Glas Grog getrunken und mit einem Dollar bezahlt. Der Ober gibt ihm 2000 Kronen heraus. Dor dem Fortgehen bestellt der Amerikaner noch einen Mokka Als er 500 Kronen dafür bezahlen will, legt ihm der Ober seinerseits 500 Kronen auf den Tisch. Wie fragt der Amerikaner ich habe doch noch den Mokka zu zahlen und Sie geben mir noch einmal 500 Kronen! Schon richtig, erwidert der Ober, der Dollar ist inzwischen wieder um 1000 gestiegen.

Neue Bücher.

DiePolitische Geschichte des Lichsfeldes" von I. Wolf. Neu herausgegcben von Prof. Tr. Löffler. Verlag A. Mecke, Duderstadt. Nicht nur alle Eichsfel­der (Ober- wie Untereichsfelder) sondern auch alle Ge- schichtsfreunde werden es mit Freuden begrüßen, daß sich pir. Löffler der großen Mühe unterzogen hat, die 1792 zuerst vom Jesuiten Prof. Wolf, Lehrer am Je- suiten-Colleg in Heiligenstadt und später Kanonikus in Nörten, herausgegebene Geschichte des Eichsfeldes, die nur noch in ganz wenigen Gemplaren vorhanden ist und damals die erste Geschichte dieses, unter dem Erz- bischöf von Mainz stehenden Landesteils war, unter Forüaflung von Nebensächlichem und unter Hinzufügung von Wichtigem, insbesondere der Ortskunde der eichs- feldischen Dörfer, neu herausgegeben. Es ist Pflicht eines guten Eichsfelders, durch Kauf zur Verbreitung des Buches beizutragen und dahin zu wirken, daß es Ge- meingut des eichsfeldischen Volkes wird. 3n Volks- und Landesbibliotheken darf es ebenfalls nicht fehlen.

Freckmann.

Die Singvögel der Heimat. Don O. Kleinschmidt. 3 Auflage Ein Bilderatlas mit 120 Seiten und 86 farbigen Tcneln. Preis in Halbleinen geb. 50 Mark. Ver ag von Quelle & Meyer in Leipzia. 192 L End. lid; liegt dies gelten köstliche Buch in erweiterter, viel­fach verbefferter neuer Äufla e vor. Als es kurz vor dem Hrie.e erschien, wurde es als Ereignis benrüßt, bewundert und so stark gekauft, daß zwei Auflagen rasch hintereinander vergriffen waren. In der Tat, seit den Zeiten Job. Friede. NanmannS besitzen wir kein deutsches Vogelbuch, desien Verfasser anerkannt sachkundiger Darsteller und meisterhafter Illustrator in einer Person wäre, wie daS bet dem Kleinschmldt'schen Buch der Fall ist. Wer es nur fluchtig durchblättert und nur oberflächlich seine Abbildungen besteht, der wird sich keine Vorstellung machen können, mit wieviel Hingabe zur Sache es bearbeitet worden ist, wieviel ,;ieitz in seinen Seiten verbargen steckt. Wer es aber als einen Begleiter auf Wanoerungen ernstlich benützt und an seiner Hand dem Leben und Singen der ge- fieberten Welt des Gartens, des Vorlandes, der Straße nachgeht, der wird gewahr werden, daß nur unermüdlicher, treuer Eifer dieses Siweivogeibuch schaffen konnte. Man mutz einen Vogel ost oft be­trachten und immer wieder auf ihn achten, bis man ihn so lebendig und echt darst-llen kann, wie das Kleinschmidt in Wort und Bild gelungen ist Jeder Zug auf den Tafeln verrät, mit welcher Siebe der Zeichner und Kolorist beim Werke war, wie er die Haltung des Kopfes, des Körpers eines jeden Vo eis bis in die einzelnste Bewegung hinein studierte. Daß Text und Illustrationen von ein und demselben Autor stammen, gibt der im besten Sinne volkstümlichen Schrift einen besonderen Reiz. Kleinschmidts Singvogel- buch gebührt ein Ehrenplatz in der neueren natur, kundigen Literatur. Es gehört zu jenen Werken, die fich über den Kreis der an der Zoologie rein-wisien. schaftlich Interessierten hinaus an die erfreulicherweise stetig wachsende Zahl derer wenden, die al8Nicht- Naturwissenschaftler» den ernsten Wunsch haben, dem Leben in Wald und steld näher zu kommen, es ver­stehen und deuten zu können.

Gottesdierrftordnnng.

Katholischer Gottesdienst.

Freitag, 6. Jan. (Fest d. Erscheinung d. Herrn, Hl. 3 König.) Dom. Kollekte f.d. afrikanischen Missionen V.6, 6, Vi7 u. 7 M., 8 Pfarramt m. Pr u. Segen, VilO Kathedralamt u Pr , >/,12 M. u. Pr., Vi2 A., 4 Abendandacht. Stadtpfarrkirche. */«6 u./.7 M., 8 M. u. Pr. (1. Schutgd.), Vs 10 Hochamt u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Sckmlgd.). Von V-6V-9 wird alle halbe Stunde die hl. Kommunion ausgeteili. V,3 SegenS-A. Beicht Gelegenheit ist jeden Mittwoch, Freitag u. SamStag morgens von V,79; Samstag nachmittags v. 3-7 u. ViSV«9; Sonntag morgens v. \'s6 an. Pfarrkirche zum hl. Geist. 7 Frühm., 8 Pr. u. Amt m. Kam, 10 feierliches Hochamt für die kath.Männer- gesellschaftkckl4,dA.Severikirche. V,7M.Frauenberg. Herz-Jesu-Freitag. (Äblatztag f. d. Terzraren) Äu?s. d. nllerhl. v. 5 morgens bis zum Schluß d. NachmrttagS-

;u ideales Hilfsmitiel beim Training gejchaffe-« Jede Stufe der Bewegung entwickelt sich dem Zu­schauer langsam und deutlich aus der vorhergehen­den und zeigt so manchmal besser als auf dem Lportplatz, worauf es bei den einzelnen Übungen besonders ankommt. Aehnlich arbeitet das von Professor Marcy erfundene Verfahren des Pholo- qraphierens. Schon 1914 ist es ihm gelungen, mit Hilfe eines besonderen Apparates eine Person während einer Bewegung in verschiedenen Stel­lungen aus einer Platte aufzunehmen. koS

Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Bau­holz. Baumaterial aus Holz, das über oder un.er Tage, beim Waggon» oder beim Brückenbau Ver­wendung findet, sollte, nachdem es genügend ausge- trocknet ist, mit erwärmtem Kreosotöl behandelt werden, wodurch sich seine Widerstandsfähigkeit be­deutend erhöht. Die Imprägnierung des Holzes mit Kreosotöl kann durch Eintauchen, Abbürsten oder Emspritzen erfolgen. mos.

Adler in den Alpen werden immer seltener beobachtet. Jedermann bedauert dies langsame Aussterben der edlen Tiere, und doch schämen sich manche Tagesblätter nicht, mit hochtönenden Wor­ten von derseltenen Jagdbeute" oder demaußer­ordentlichen Jagdglück" zu schreiben, wenn wieder ein Adler geschossen wurde! Der Steinadler, das Urbild der stolzen Kraft, war noch vor 8090 Jahren Brutvogel in Mittel- und Süddeutschland, bis dann ein wildes Morden anhub, das dem Jä­ger Leo Dorn aus Hindelang, der über 100 Adler tötete (1), den zweifelhaften NamenAdlerkönig" einbrachte. Nicht die Kühnheit und der sichere Schuß dieses Mannes ist anzubezweifeln, aber das Recht, im kleinen Bereich feiner schönen Allgäuer Gebirgsheimat so zerstörend unter der Tierwell zu hausen. Wohl können Adler dem Wildstand, den Schafherden und dem Federvieh Schaden tun, ober nicht in solchem Maße, daß dieser Dernichtungs- kampf gerechtfertigt wäre. Wer jemals einem Adlerpaar zufchauen konnte, wie diese wirklichen Könige der Lüfte ohne einen einzigen Flügelschlag eine Viertelstunde und länger über ihm ihre Kreise zogen, ja sich immer höher und höher emporschraub- ten, oder wer einen Adler aus blauer Höhe mit pfeifendem Rauschen auf feine Deute niederstechen ish, wie der Dosej &£ Sänne in das, getanen»

A. z. Anbet. d. hl. Herzens Jesu. 5, 6, 6V» u. 7 M., 8 M. m. Pr. 9 Levitenamt m. Pr., nachm. 2 Pr., A. u. 11mg. f. d. AntoniuS-Bkuderschaft. @eneralab|olutie» f. d. Terziaren.

Israelitischer Gottesdienst.

SamStag, 7. Januar. VorabeudgotteSdienst 4,30, morgens 8,30, nachm. 3,30, Sabbathausgang 5,25 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens7,10, nachmittags4 abends 5,25 Uhr.

Fahrplan für Bahnhof tyulba.

(Nach der jetzigen BerkehrSeinschränkuug^

Abfahrt von Fnkva.

Richtung nach Bebra: D1213 (nach Berlin), D 12=0 (nach Leipzig), 4<oz 624 (nur Werkt.), 702 (bis Hünfeld nur Sonntags sowie am 14./4., 17./4 u. 25./S.), 828. D 10 -5, 1120, 0 238 (nach Berlin), 338, 505 (nur Werkt, bis Hersfeld), 657, 1030 (h. Hünfeld), 01158.

Richtung nach Frankfurt: 256 (bis Geln­hausen nur an Werkt, nach Sonn- und Feiertg., ab Gelnhausen tägl.), 402, 0434, 0455, D511^ 653 (bis Hanau nur Werkt., ab Hanau täglich), 850 (ab Fulda nur Werst.), 1044 (nur Sonn« tags sowie 14.4., 17./4. u. 25./S.), 247, 33s (Werst, zw. Fulda u. Frankfurt Hbf., Sonntags sowie 14. 4., 17./4. u. 25.'5. zw. Hanau und Frankfurt Hbf.), 0452, 505 (Werktags, n. ElmX 63t, (Sonntags sowie 14. 4., 17./4. u. 25./5.) 720, 0954.

Richtung nach Tann: 723, 112, 515 (nm Werktags, bis Hilders), 7-1 (bis Hilders).

Richtung nach Gersfeld: 700,128,510,73s

Richtung nach Gfesten: 452, 858, 123 (bij Lauterbach), 455, 746 (bis Alsfeld.)

Ankunft in Fuiva.

Richtung von Bebra: D 426 (. Leipzig) 0 447 u. 0503 (von Berlin), 623 (D. Hünfelds 843, 1146, 237, 0 449 (v. Berlin), 713, 930 (v. HüNl seid), 0 916 (v. Berlin), 1138.

Richtung von Frankfurt: 01205, D 1241 618 (Werkt., v. Elm), 819, 944, DIO02, 02H 301, 543 (nur Sonn- u. Feiertage u. am Werv tag vor Sonn- und Feiertagen sowie 14./4. 17./4. und 25./S., fällt aus 13./4. und 24./S.) 650 (nur Werkt.), 838 (bis auf weiteres nur aar Werkt, v. Sonn- u. Feiert.), 1022, 01150.

Richtung von Tann: 631 (n. Werst.), II14, 248 (nur Werkt.), 651, 901.

Richtung von Gersfeld: 635 (n. Werkt.), 1115 (nur Sonnt.), 102 (nur Werkt.), 632, 88

Richtung von Gissten: 620 (Werkt, v. Als­feld), 822 (von Lauterbach), 1133, 330, 928 (Q Lauterbach, nur Werkt.) 1100. .! 1 _ ... ...............

Amtliche Anzeigen»

Die Ortspolizeibehörden des Kreises mache ich auf ich in Nr. 49 des Amtsblattes der Regierung in Kasie( Seile 343 veröffentlichte Polizei-Verordnung über bi bauliche Anlage, die innere Einrichtung und den Bei trieb von Theatern, öffentlichen Versammlungsräume/ und Zirkusanlagen aufmerksam.

Fulda, den 29 Dezember 1921.

Der Laudral. 3. D.: Polster.

Bei dem jetzigen Stande der Valuta ist es den Ar» Shörigen von minderjährigen Fremdenlegionären deut 1er Staatsangehörigkeit, deren Entlassung aus de» Fremdenlegion von der Französischen Regierung voi der Rückzahlung der Werbeprämie abhängig gemach wird, in vielen Fällen nicht möglich, die Werbeprämic aus eigenen Mitteln aufzubringen. Um zu verhindern daß die Entlassung der Legionäre an dieser finanzieller Schwierigkeit scheitert, sollen in geeigneten Fällen Bei Hilfen ober Darlehen zur Rückzahlung des Werbegeldei. voraussichllich vom Deutschen Roten Kreuz gewähr werden.

Anträge können beim Landratsamt gestellt werdet» Formulare dafür sind hier erhältlich.

Fulda, den 2. Januar 1922.

Der Landrat: Frhr. v. Eagern.

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Tier gekrallt mit gesträubtem Gefieder und Hel­lem Triumpfgefchrei feinen Siegesruf wider die hallenden Wände gellte, der wird allezeit für die möglichste Schonung der edlen Tiere eintreten. Es ist erfreulich, daß diese Erkenntnis auch bei den Einheimischen wach wird. Aus verschiedenen Ge­birgsteilen werden horstende Adler gemeldet. So weiß ein Forstmann aus Vorarlberg drei Adler­paare, die in den rhäti scheu Alpen südlich der Jll nisten. In dem Naturschutzgebiet, das der Verein Naturschutzpark (Stuttgart) erworben hat, wurde ebenfalls ein Adlerpaar beobachtet, von dem man allerdings nicht mit Sicherheit weiß, ob es im Schutzgebiet horstet. Die Adler überfliegen ja weite Gebiete bei ihren Raubzügen. Es ist aber zu er­hoffen, daß in den waldeinsamen Hochtälern dort bald weitere Raubvogelpaare Schutz suchen. Uralte Zirbelwälder, wilde Felskarnrne und versteckte Hoch- kare finden sich in Fülle für den königlichen Vogel. Aber auch der Wanderer wird ergriffen die ehr­würdige Stille dort achten und erstaunen beim An­blick der unzähligen, silbernen Waffersälle, der grü­nen Seen und der schneebeglänzten Firne. ko^

Die abgelehute Gehaltserhöhung. Die nord- amerikanischen Prediger werden arötztenteils nach freier Uebereinkunft mit ihrer Gemeinde besolvet In Connecticut erbot sich eire solche freiwillig, da- Gehalt ihres Pfarrers zu erhöhen. Der gute Mann lehnte jedoch diese anaebotene Zulage aus drei Gründen ab.Erstens", sagte er,mag ich diese Zulage nicht, toe t ihr mit bei euren Vermögens- Verhältnissen nicht mehr geben könnt als bisher; zweitens, weil meine Predigten nicht mehr wert sind, und drittens, weil ich mein Gehalt unter euch selbst einkajsieren muß, was bis jetzt der anstrengendste Teil meiner Rrntsvrrrichtungen gewesen ist. tßenm ich noch 100 Dollars mehr eintreiben sollte, so wäre- daS mein Tod!"

Sonst und jetzt. Da? Eiland, auf dem jetzt die Riesenstadt Neuyork steht, verkauften im Jahre 1668 die Indianer an bie Europäer für 10 Hem­den, 30 Paar Strümpfe, 10 Gewehre, 30 Kugeln, 30 Pund Pulver, 30 Beile, 30 Kessel und etne kupferne Bratpfanne, und beide Teile glaubten einen guten Handel gemacht zu haben. WaS mag derselb» Grund und Boden wohl jetzt wert sein? mos.