FuldaerZeitung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sladt Fulda.
Rr. 298.
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Mittwoch, 28. Dezember $92).
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48. Zahrg.
Deutschlands Notreit
nähme von Nordamerika anden Verhandlung
was kann aus Cannes kommen?
Softie der Baum der alten Gewaltpolitik nicht auf den ersten Hieb fallen, so wird er weiter bearbeitet werden müssen. Hoffentlich geht uns bis dahin der Atem nicht aus. Es dämmert doch wenigstens, jo gar in französischen Köpfen.
Drohender Eisenbahnerstreif.
Die vor Weihnachten begonnenen Besprechungen
„Darüber lassen Sie sich keine grauen Haare wach- I sen — das lasten Sie meine Sorge sein! Ich und mein künftiger Schwiegersohn haben schon mit dem Baron Greiffenstein darüber gesprochen — der ist doch, wte Sie wohl miste», Haupt-Aktionär der Bank und Vorsitzender des Aufsichtsrats, der braucht nur zu pfeifen unb alles tanzt, wie er will! Und wenn ich zu ihm sage: Herr Baron, tun Sie mir den Gefallen und ver- anlasten Sie, daß es fo und so gemacht wird — dann können Sie eins gegen hundert wetten, daß es geschieht! I Aber, Herr Hohenfels — die Papiere da — ich weiß | wahrhaftig nicht, ob ich die Ihnen so ohne weiteres ab- ! nehmen kann! Es könnte doch sein —"
! „Sie müssen sie nehmen, Herr Nachbar, unter allen Umständen — sie sind Ihr Eigentum. Wenn ich sie auch heute ober morgen zu Geld machen würde — geholfen wäre mir nicht und lieber als daß ich sie dem Wucher, gesindel Wer laste, dem mein Sohn leider in die Hände gefallen ist und das jetzt von allen Seiten über mich herfällt, lieber verbrenne ich sie! Nehmen Sie!"
Damit drängte der Sprechende dem in Zweifel stehenden Meister das Paket auf, der es noch einigem Widerstreben entgegenuahm und bemerkte: „Verhält es sich so dann in Gottes Namen! Aber verkaufen werde ich die Papiere vorläufig nicht, bis mein Karl wieder zurückgekommen ist. Bon dem liegt ja auch noch ein Paket von den nämlichen Papieren brüben. Unb Gott verhüte, daß es bei Ihnen wirklich fo weit kommt, wie Sie befürchten! Doch jetzt Gott befohlen! Noch heute spreche ich mit Baron Greiffenstein, der gegen Mittag bei mir vorfahren will, um zu hären, was ich bei Ihnen ausgerichtet habe."
Unb nachmals dem Nachbarn die Hand reichend, vernetz er das Zimmer.
(Fortsetzung fsts-'
Papiere — „in ganz kurzer Zeit wahrscheinllch Makulatur ist. Mer noch eins, Herr Nachbar — um wie» der auf den Punkt von vorhin zurückMkommen — Sie meinen, daß die Industriebank sich zu einer öffentlichen Erklärung herbeiläßt, wie Sie oder vielmehr Herr Friedwalb dieselbe im Sinne haben?"
antwortet ihm auf unserer Seite ein gesteigerter Mssions eifer. Bezeichnend dafür ist, was wir aus Italien wissen: während die italienischen Diözesen noch vor zwei Jahren für die Missionen bloß 200 000 Lire gaben, trägt heute Mailand allein 233 000. Bergamo sogar 290000 (gegen 10 000 von früher) bei. Durch Spanien geht zurzeit eine Welle der Missionsbegeisterung wie vor einigen Jahren durch Deutschland, und bei uns selbst ist die alte Begeisterung noch lebensfrisch. Es steht uns auch wieder mehr als die Hälfte des Weltmifsionsfeldes offen: China, Japan, die Philippinen, Südafrika, Südamerika, Kaiser Wilhelms- 1 Land und Neupommern bleiben uns erhalten. Seit
titdjt das Erlöschen seines Reichstagsmandcüs zur Folge. Die Beibehaltung oder Niederleguing, des Mandates hängt von der Berftändigung mit semM WähLern, der Zentrumspardei der Reic^lMiptstadh ab. Es besteht der Wunsch, daß Dr. Pfeiffer das Reichstags. mmKat we iter aus übt.
Ihnen für Ihre gute Meinung unb Sie sollen sich nichr in mir getäuscht haben. Leiber bin ich nicht imstande. Sie so zu beliebigen, wie ich möchte und wie ich es als meine Ehrensache ansehe. Ich bin nichts weniger als reich — schon seit geraumer Zeit habe ich mit den schwersten wirffchaftlichen Sorgen zu kämpfen. Ich sage Ihnen das ganz offen, da ich weiß, daß Sie, trotz- j dem ich Sie nun erst feit einer Viertelstunde kenne, ein
Mann sind, der Kopf und Herz auf dem rechten Flecke hati Ja — also was ich fagen wollte — fortwährende Geschäftsverluste, unglückselige Spekulationen, die Der- schwendungen meines leichtsinnigen Sohnes, haben mich in eine Lage gebracht, die dem vollständigen Ruin verzweifelt ähnlich sieht. In barer Summe vermag ich Ihnen mit dem besten Willen nicht bas Geld, das Sie an die Jnbuftriebank gezahlt haben, zurückzuerftatten, aber Ihr Verlust soll unter allen Umständen gedeckt werden, bevor es mit dem Hause Albrecht Hohenfels zum Zusammenbruche kommt. Hier nehmen Sie —" Herr Hohenfels war, während er sprach, zu dem in der Ecke des Kontors stehenden Kastenschrank getreten, hatte denselben geöffnet und ein Bündel Papiere herousge- nommen— „dies sind Aktien der Silberbaugesellfchaft im Nennwerte von 80 000 Mk., ans die von mir 60 Pro» zent eingezahlt wurden. Der heutige Kurs ist infolge der geringen Ausbeute auf 25 gesunken — wenn Sie also die Papiere morgen verkaufen, dann wird Ihr Schaben ausgeglichen sein."
„Aber Herr Hohenfels," wendete Konrad Hochfeld ein. der bei Nennung der großen Summe den Sprecher ganz verblüfft angesehen hatte, „Sie wollen die Pa- i piere, für die Sie fo viel Geld bezahlt haben, für 10,000 Mark aus der Hand geben? Die Aktien können wieder steigen —"
„Gewiß! Sie können steigen, wenn die Buben Papierdrachen braus machen!" unterbrach ihn ber andere mit bitterem Auflachen. „Nehmen Sie, lieber Herr Nachbar, und folgen Sie meinem Rate. Verkaufen Sie die Papiere so schnell wie möglich — morgen schon! Die Geschichte mit den Silbergruben ist — glauben Si-> m-r es — fo aussichtslos, daß das —" er deutete auf die
MKM lll WWMtkWWkii.
So ist eine Zuschrift cm die „granff. Ztg." (Nr. 960 vom 27. Dezember) überschrieben, in der mstgeteM wird, daß die Reichsmonopoiverwalttmg arrfcheinend rächt auf eine Verringerung des SchnapsMrbrcmchs hin- arbeite,, sondern, um den Staatssäckel zu Men» die Or- Mn isatuxWN der Reichs- un£> Staatsbeamten dem Vertriebe ihrer Erzeugnisse dienstbar zu nmchon suche. So fei im August in äan Düsseldorfer Postämtern durch amtlichen Aushang Nie bevorstehsrÄe Ausgabe von Trinkbrvnntwein bei der Oberpostdirektion in einer Menge bis zu je 3 Liter zur Verwendung im eigenen Aruchalt der Postbeamteiffchaft anyMMgt worden. Ein Erlaß des ReichÄschatzminffters vom 23. Juli 1921, öer die GenchmiAmg zum Bnmntweirwerkauif an Mit- Wieder durch die WirifchastsorMmst t icmen der Beam- ion, erteilt, wurde von der Eisenbahnstation Gumbinnen der Beamtenschaft mit folgender Bemerkung bekarmt- gegkben: „Der Branntwein ist von sehr guter Bo- schafsenhert und kostet u/fro." Der Einsender weist mit Necht auf die außerordeniliche Gefahr hin^ die in einer solchen OrMmisiernng dies Schnapsvertriebs liegt. Sie müffen zu denselben trosölchen Zuständen sichren, dte in Rußlorrd vor dem Kriege infolge der nämlichen kurz- fichtMn Steuerpolitik herrschten. Er erwartet von der deutschen Presse, daß sie sich ihrer Pflicht bewußt wird und Sie vermchvarMhon Kreise unseres DolLs zur Ab- wehr auftAft.
Wir rärot uns, daß vor Jahnen ein Finanzbe- amter m fetenber Stellung erklärte, daß der Staat gern auf xede Enmühme ans Alkoholsteuern verzichte, wenn er damit das Aufhoren des AlkoholÄends erkaufen «• Das war jedenfalls menschlicher und vernünftiger gedacht. '
Die Jagb nach dem Glücke.
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Der Schlostermeister entgegnete: „Ja nun — ber Wilhelm — ber Friedwalb meint eben, wenn von ber Industriebank aus in den öffentlichen Blättern erklärt würbe, baß die bamals in ber Kaste fehlende Summe sich gefunden hätte, baß durch mehrere fehlerhafte Bu- chungen ein Irrtum entstanden fei und daß deshalb von einer Unterschlagung keine Rede fein könne. Auf biefe Art käme die ganze Geschichte in fchönsie Ordnung, meint der Wilhelm."
„Wird sich aber die Jnbuftriebank zu einer solchen Erklärung herbeilaffen?" fragte Herr Hohenfels zweifelnd.
„Warum denn nicht?" fragte der Schlostermeister. „Sie hatte ja keinen Schoben! Bare 10,500 Mark habe
ja dem Herrn Direktor auf den Tisch gelegt. Das ift übrigens - offen gestanden _ auch noch ein Punkt, über den wir fpre^n wüsten, Herr Nachbar! Sie haben mir vorhin S^melcheleien in bas Gesicht hinein gesagt, Herr Nachbar ich darf die jetzt erwidern, darf Ihnen sagen, daß Sie nach meiner Ueberzeugung nicht der Wann sind, der sich dagegen sperrt, für einen Verlust aus- | zukommen, den Ihr verstorbener Sohn verfchuldet Hai. i Für Sie ist die Summe eine Kleinigkeit — für mich ift sie ein Vermögen. Das soll nicht heißen: entweder i 7~ »der — halten Sie mich schadlos, ober ich schreie es i in alle Welt hinaus, baß Ihr Sohn berjeniae ift wel-
— — für so hundsgemein halten Sie "mich'wohl mcht, daß ich allein deswegen zu Ihnen gekommen bin unb Ihnen die Pistole auf bie Brust setze — nein! Ich fage mir: der Mann, ber mir so offen und ehrlich entgegenkommt, wie Sie es getan haben — ber gar keine Winkelzüge macht, — ber weiß in diesem Falle ganz genau, was er zu tun hat! Sie nehmen mir's nicht übel, daß ich frei von ber Leber Hinwegrede, wie es meine Art ist."
. Nachbar," antwortete Herr Hohenfels und er- rgiff wieder de» Hand des Schlostermeisters, „ich danke
gen, unb offenbar will er den Präsidenten Harbins, obwohl berfelbe bie Einmischung m ine europäischen Händel abgelehnt hat, doch als Schutzpatron für die französischen Interessen heranziehen. Dadurch wird bie wirtschaftliche Ausgabe wieder erschwert, indem bie gesamte „hohe Politik" mit Einschluß ber Pacific- unb ber U-Boot-Fragen in die Ver- handlungen hineingezogen werden. Bei solcher Erweiterung des Problems bleibt es freilich fraglich, ob man in Cannes bereits über einen Rettungsplan für das kranke Europa schlüssig werden wird. Diese Unsicherheit müssen wir in das neue Jahr hinübernehmen unb uns vorläufig damit trösten, daß -wenigstens bie höhere Auffassung in Schwung gebracht ist unb ein durchgreifender Plan auf die Tagesordnung gebracht ist, wo bisher nur grobe Diktate Platz hatten.
ÄU5 dem besetzten Gebiet.
- * SM'Mcher Karneval in «öln. Eine dom Regierungspräsidenten unter Zustimmung des Bezirks- mtsschupeS für den RegierungKe-trk Köln erlassene Pollzewerorbnung verbietet alle öffentlichen karne- val-rstrschen Veranstaltungen.
vte Abgrenzung -er Saarqebietr. Am 21. Dezbr. ftnb m der Scylichsttzung de r Grenzkommiffio» für das Saargebiet dre Schl u tz n r k n n ö e n über die Äbaren- S»ng des Saargebiets unterzeichnet worden.
• Oberstein (Nahe). Hier wurden zwei Schm nag. ler verhaftet, die verbotene Waren nach dem Saargeb re.t ausführen wollten. Sie hatten während ber «ayrt einen Apparat hn Abort eines Eisenbahnwagens kunstgerecht eingebaut unb ihre Schmugglerware gleich migeftrichen, fo daß es nicht auffiel, und nur durch »errat bie Sache heraus kam. Einer der Schmuggler benutzte vor feiner Abführung vom Bahnhof bis zum Gefängnis bie Gelegenheit, noch 6200 Mark bares Gelb auf bte Seite zu schaffen, bie ein Wachtmeister später oussindig machen unb bem Amtsgericht abliefern konnte.
Lin kirchlicher ZahrerriMlick.
Gegenwartsgeschichte zu schreiben, ist nicht leicht. Ww werden ja selbst mitgesührt vom Strom der Ereignisse. Es fehlt uns oft der Ueberblick. Mr keimen auch noch nicht das Ergebnis der sich ab-' wickelnden Prozesse, das es erst ermöglichen wird, in der Masse der Geschehnisse das Nebensächliche vom Bestimmenden, bas Zufällige vom Wesentlichen zu scheiden. Gilt bas von allem geschichtlichen Leben, bann besonders von dem der k a t h o- l i s ch e n Kirche. Im Gegensatz zu den übrigen geschichtlichen Gebilden ist sie ja vom Augenblick, von augenblicklichem Erfolg unb Mißerfolg, in ihrem Bestehen garnicht, in ihrem Wirken nur bedingt abghängig. Darum ist es sicher verfrüht, die neuesten Vorgänge im kirchlichen Leben schon jetzt dem großen Bau ber Kirchengeschichte einverleiben zu wollen. Immerhin scheinen sich aber gerade heute bie wichtigeren dieser Vorgänge so klar um bestimmte Ideen unb Bewegungen zu gruppieren, daß es sich doch verlohnen dürfte, sie im Lichte dieser Ideen unb im Wirkungskreis dieser Bewegungen ins Auge zu fassen.
Was zunächst die kirchenpolitischen Ereignisse angeht, so stehen sie im Zeichen der Kon- kordate, ter Verträge zwischen den Regierungen und Rom zur Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse in den Staaten der Nachkriegszeit. Bayern dürfte wohl baß) abschließen; dann ist ein Reichs- konkordat geplant. Groß-Serbien, Rumänien und Griechenland verhandeln int selben Sinne mit Rom, andere Staaten werden wohl folgen. Es ist für die klare Regelung der kirchllch-staallichen Verhältnisse jedenfalls verheißungsvoll, daß sich die Zahl der beim Vatikan beglaubigten Gesandtschaften seit 1914 mehr als verdoppelt hat. Unter denen, bie nach jahrhundertelanger Trennung die Verbindung mit Rom neu aufgenommen haben, ist auch Ho l l a n b. In Italien ist man sich im Parlament unb in ber Presse klar barüber, daß das Garantiegesetz von 1871 keine genügende unb ordentliche Regelung ber kirchenpolitischen Verhältnisse darstellt. "Selbst Frankreich hat wieder Beziehungen zum Vatikan angeknüpft. Gewiß betonen die leitenden Männer in Paris immer unb immer wieder, sie verfolgten mit ihrer Botschaft beim Vatikan bloß politische Zwecke, die kirchlichen Verhältnisse Frankreichs blieben davon unberührt; es mag auch fein, daß unter den jetzigen Staatslenkern an eine Aufhebung des Trennungsgesetzes von 1905 nicht zu denken ist. Wahr bleibt doch, daß nicht zuletzt die Rücksicht auf starke Strömungen im katholischen Volk Frankreichs, die eine Verbindung mit Rom nun einmal verlangen, sie zur Absendung eines Botschafters m den Vatikan und zur Annahme eines päpstlichen Nuntius veranlaßt haben. Rom hat wieder einmal länger warten können als fein Gegner!
Die Parallele zwischen 1921 und 1821, betet Konkordatsjahr nach der napoleonischen Zeit, liegt aus ber Hand. Aber auch ber Unterschied zwischen heute unb damals. Damalsdie Kirche — menschlich gesprochen — einem Schiff vergleichbar, bas sich eben noch unter schwersten Opfern aus dem Sturm gerettet hatte, eine Macht, der Außenstehende den baldigen Untergang prophezeiten, eine mindere Größe, mit der man im Ernstfall nicht sonderlich rechnen zu müssen glaubte. Heute der Dau ber Kirche in sich und im Bewußtsein ber Gläubigen fester gefügt denn je, vom Sturm des Weltkriegs kaum berührt, eine Macht, bie man berücksichtigt, auf deren Hilfe beim Wiederaufbau man rechnet und die der Welt ihre Kräfte leihen will. So hat Benedikt XV. die augenblickliche kirchenpolitische Lage im Geheimen Konsistorium vom 21. November gezeichnet: ber Hl. Stuhl sei gern bereit, mit den Mächten in Konkordatsver- handlungen zu treten. Er werde aber nie Be- ttmmungen unterschreiben, welche der Freiheit oder l>er Ehre des apostolischen Stuhls zuwiderüesen. Die Freiheit des Hl. Stuhles unb ein harmonisches Verhältnis zwischen ber weltlichen und geistlichen Macht seien gerade heute zum Wiederaufbau von größtem Belange!
Wollen wir das Verhältnis ber katholischen Kirche zum religiös gesinnten Teil der übrigen Menschheit bestimmen, so dürste die Formel wohl lauten: Bewegung nach Rom hin. Wir denken nicht so sehr an Massenbewegung. Diese müßte ja auch schon sehr in die Breite gehen, sollte sie den Abgang der innerlich erstorbenen Katholiken decken. Wir wollen bloß sagen, daß unter den überhaupt noch religiös Berührten da und dort, mehr unb mehr, sich der Blick Rom zuwendet. Greffen wir einige kennzeichnende Tatsachen aus dem letzten Jahre heraus: in Japan gründen die Elektrizitätsarbeiter der Hauptstadt Tokio an ber Hochschule eine Gesellschaft zum Studium der katholischen Religion. Am 1. kaiserlichen Obergymnasium dort wird ein Verein zum Studium der Religion gegründet. Zum Eröffnungsvortrag wird ein Katholik, Pater Hofftmrnn S. J, gerufen. Fügen wir es gleich bei: soweit der Ruf an unsere Kirche aus den Missionsländern kommt.
teumspaveti, das er bis zum Februar 1920 führte. Von 1907 ab ist Dr. Pfeiffer Reichstegsabgeordrketer und als solcher seit geraumer Zeit euch Mitglied des Aus- fchusses für auswärtig; Angelegenheiten. Wichrend Les Krieges hat er sich durch mehrere Reisen in die W- Michc n Krteysgebiete mit den Oesterwich und der VÄ- ürn betreffenden Fragen vertraut gemacht.
In aus gedehnter literarischer Tätigkeit hat Dr. Pfeiffer zahtrchche Aussätze politischen und kultur-historischen Inhalts geschrieben, u. a. hat er die Literarische Warte und die Deutsche Litevarischb Gesellschaft miteegrünM
_ Das sst bie große Frage, die so vielen Leuten Kopfzerbrechen macht. Bei dem allgemeinen Rätsel- EEn kommt nichts sicheres heraus; denn aller Wahrscheinlichkeit nach können nicht einmal die Hauptmacher Lloyd George und Briand heute schon lagen, was das Ergebnis fein wird. Jeder von diesen weiß schon, was er durchsetzen möchte, aber er weiß noch nicht, was er durchsetzen kann.
Herr Briand hat freilich in seinem Parlament eine längere Rede gehalten. Doch besteht deren Kunstfertigkeit gerate darin, daß sie in klangvollen Redensarten bie Leute beruhigt, ohne ihnen etwas Bestimmtes unb Bindendes zu sagen. Briand will möglichst freie Hand behalten für bie Verhandlun- gen in Cannes, und darin hat er von seinem Stand- punkt gewiß recht. Er will es aber auch mit den > Nationalisten nicht vorzeitig verderben, und darum .muß er den Heißspornen etwas Beschwichtigendes bieten. Er versichert also, baß Frankreich durch- aus nicht auf feine „Rechte" unb seine „Garantien" verzichten werde, doch läßt er die Frage offen, m welchen Formen Frankreich sein Geld und ferne Sicherheiten erhalten werde. Er sagt, es könne keine Rebe davon fein, den Vertrag von Versailles „von Grund aus" abzuäntern, doch bleibt eine gewisse Aenderung nicht ausgeschlossen. Ja, Herr
H fid) bann fogar auf ben ro e 1t ro t r t« I mit den Eisenbahnern wurden gestern im Reichs- IE ch Gtandpunkt und führt^sehr treffend I Verkehrsministerium fortgesetzt. Die Beratungen nrULa en Landern lastet, hatten ein negatives Ergebnis, sollen jedoch heute könne nur durch große Anstrengungen inter- fortaefem teerten, nationaler Solidarität beseitigt werten, j ««. ». m -„r
Das Problem ter Wechselkurse und die beklagens- I r Wie der .Vorwärts aus Düsse dorf meldet, werten wirtschaftlichen Verhältnisse in ter Welt
Briand behauptet, er freue sich, daß man jetzt I , . r
emter Ansatz zur Besseruna ' Die d e u t A e 4p” I Eisenbahnarbeiter bereite in den Ausstand getreten. & S d-- Äbt MÄ't'S DI- »*U=n sich b„h« »°ch „«If«.. selben Wunsch, daß zur Heilung des kranken Europa | ------------- —
eine gründliche Kur nach einem wohldurc^ach- I — . .,
ten Plane in Gang gesetzt werte. Von dem bis- I 9k.
NotVon^teute “?eine «Sre^ot^on^rS ^ct$ten m Wien ist jetzt durch aÄto führt, möchten wir nun endlich loskommen, ehe wir | «TeTf f c?
gteXfes^TniÄ-eiii^ § “ SÄ’ÄÄÄ
die für Cannes auf ter Tagesordnung stehen. I ' -nCT Le-
-2SL7LSL? WS-ZM-T sL-MZM SäÄgss hmasD0li£r8fn 1903 wurde er Sefretär d^Wbliochek in
ÄS Strh6 Kh Ä Bamberg und 1912 Bidliothedar an ber StaatsdMo- roirtfAafSpn Ä M in München. In dieser Stellung blieb er bis MN
ce'Ä.pi w't diesen engherzigen KriegsenLe, trat dann cms dem Staatsdienst aus unb
ganahfem rechnen. Er betont besonders die Teil- begründete das Generaffekretariat der DoZchen Zew !