Amtlicher Anzeiger für den
kreis und die Stadt Aulda.
Nr. 297.
Berantwonltch für den redaktionellen Teil: Dr. I. Kramer, - für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. n Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Aciiendruckerei in ^uloa. Fernsprecher Nr. 9. Telegr.-Adresie: Fuldaer Zeitung.
Dienstag, 27. Dezember |92|.
Bezugspreis: Monatlich 5.00 2Rt. zugestellt frei ins Haus- :: Abgeholt in der «eschSstsstrlle 4,60 Mk. .-
Smjelgen: Kleinzeile nach L o? onelmaß 1 Mark; Reklamezeiie (Texwrrite) nach Colvne'mah 3 Mar".
43. Zahrg.
Sfl5 Problem te ZHmMWb.
Auch an den WeihnachtSfeiertagen ist Die politische Tätigkeit nicht zur Ruhe gekommen, soweit sie die außenpolitischen Schwierigkeiten betrifft. Am zweiten Feiertag fand in der Reichskanzlei eine Besprechung der an der ReparaiionS- frage beteiligten Reports über die Beantwortung der drei Rückfragen der Reparationskommission wegen deS von Deutschland ersuchten Zahlungsaufschubs der Januar- und §e« bruarraten statt. In der Sitzung, an der auch Neichsbankpräsident Haveustein teilnahm, erstattete Dr. Rathenau Bericht über seine Londoner Reise. Am nachmittag besprach daS gesamte Reichskabinett in einer Sitzung denselben Gegenstand. Rathenau berichtete hier gleichfalls über feinen Londoner Aufenthalt.
Wie die Blätter mitteilen, soll ein e schriftliche Beantwortung der Fragen der Reparationskommission vorläufig noch nicht erfolgen, sondern die Beratungen über die Angelegenheit sollen in Fühlung mit der Reparationskommis- sion fortgesetzt werden.
Oie Konferenz von Cannes.
Briand wird am 3. Januar abends Paris verlassen und sich nach Cannes begeben, wo am 10. Januar der Oberste Rat zusammeutreten soll. Der französische und der britische Premierminister werden am Tage vorher unter sich eine Besprechung haben. Man nimmt au, daß die Tagung des Obersten Rates nicht länger als vier Tage dauern wird. Lloyd George hatKch bereits, vorerst zu Erholungszwecken, nach Cannes, dem berühmten französifchen Luftkurort in der Reviera, begeben.
Neues von der Abrüstungskonferenz
Der Washingtoner Sonderberichterflutkr der „Chicago Tribime" mdM, Frankreich werde möglicher- roetfe ein Fünfmächteabkommen für den Atlantischen Ozean und die anderen europäischen Gewässer nach dem Vorbild des Viermächteabkommens über den Stillen Ozean Vorschlägen. Dies würde Frankreichs einzige Bedingung für die Annahme einer Verminderung feiner U-Boottonnage unter 90 000 Tonnen fein.
Die Verhandlungen über Gberfchlefien.
Das Völkerbundssekretariat gibt folgende Mitteilung aus: Der Vorsitzende für die deutsch-polnischen Verhandlungen über Oberschlesien, Calonder, ist von beiden Dbordnungen davon verständigt worden, daß die in Oberschlefien stattsindenden direkten Verhandlungen bereits sehr fortgeschritten seien. Vor allem nehmen die Arbeiten in den Unterausschüssen für Zoll, Kohle und BergwerkSpwdnkte, Verkehr, Eisenbahnen, Post, Wasser- und Elektrizitätsbetrieb und soziale Versicherung einen sehr befriedigenden Verlauf (?).
Die Unterausschüsse sollen Calonder das Ergebnis ihrer Arbeit vor dem 15. Januar 1922 unterbreiten, der hierauf die deutschen und die polnischen Bevollmächtigten zu einer Sitzung nach Genf berufen wird, um sich über den Gang der Verhandlungen zu unterrichten. Um an Ort und Stelle etwaige nützliche Informationen einzuziehen, beschloß Calonder sich nach Oberschlesien zu begeben. Seine Abreise ist auf den 2. Januar festgesetzt.
Die Iagd nach dem Glücke.
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Wie elektrisiert war Herr Hohenfels von feinem Sessel emporgefahren und starrte den Sprecher mit einem Wick an, in dem sich Zweifel und Schrecken aus« prägte.
„Der Schlossermeifter Hochfeld?" wiederholte er mit versagender Stimme — „der wünscht mich zu spre- chen?"
Und auf die beahende Gebärde des jungen Mannes, der die Austegung des Chefs sichtlich mit neugierigem Erstaunen beobachtete, fuhr er, sich gewaltsam beherr- fchend, in dem gewohnten, geschäftsmäßig kühlen Tone fort: „Lassen Sie den Herrn eintreten!*
Einige Augenblicke später standen sich die beiden Männer zum ersten Mal in ihrem Leben gegenüber, die, einem Stamm entsprossen, ein Menschenalter ne- beneinander gewohnt hatten, ohne sich persönlich zu ken- neu. Es war auffallend, wie die beiden hohen Gestalten sich glichen — das war bei beiden die nämliche hoch, gewölbte Stirn, die starken Augenbrauen, die etwas stark oortretende feingeformte Nase, wie auch der etter« gtfdje Zug um den bei dem Kaufherrn von einem leichten Bart umrahmten Mund — die Stimmesähn- lichkeit hatte sich viele ®entrationen hindurch bei den beiden erhalten, die jetzt durch ein so eigentümliches Geschick zum ersten Male Susammengesührt wurden.
Herr Hohenfels brach das, einen Moment nach dem Eintreten des Schlofsermetsters herrschende Schweigen und sagte mit einer Stimme, der man durch den Zwang, welchen sich der Sprecher auferlegte, ein leises Beben anmerkte: „Sie wünschen mich in einer dringenden Angelegenheit zu sprechen, Herr Hochfeld? Irre ich nicht, so betrifft dieselbe Ihren Herrn Sohn und den unglückfellgen Vorfall, der ihn von hter fortgetrieben hat?*
„Sie wissen, warum ich komme?" entgegnete der Schlossermeifter verblüfft, mn sodann m festem Tone fortzusetzen: „So ist es Ihnen also bekannt, daß mein Sichn Karl in falschem verdacht steht mch daß an« derer —*
„Schonen Sie die Gefühle eines Vaters und beben« ken Sie.wie schwer es mich trifft, mir selbst sage» zu
Der Wiederaufbau Yperns.
3n Sperrt und jener ganzen Gegend des westlichen Flarchsrns hat der Krieg befoniiers wild gewütet. Man braucht nur, um sich zu et t attern, dir Namen, Ccmrtrar, Menin, Sjügel 60, Pvperinche, KemmÄ, Zormedeks, Moorslede Routers, Sivden, Dixmuiden, Ftarnes und Rieuport zu nennen. Und man hatte gedacht, daß viele Jahre vergehen würden, ohe.das Land aus dem hier geschaffenen Chaos herauskmmnen würde.
Ader wer Bpcrn und Wcftflandern kurz nach Auf- hören der Feirchfekigkesten gesehen hat imb es jetzt tDieber sieht, der kennt sich krmm dort aus.
Die Fünnsn hcckon sich eben nicht auf bte fbufe Haut gelegt. Lnd cs ist m der tarnen, feit Kriegsende verflossenen Zeit eine äußerst rege Wieder- herstellunssorbeit geleistet worden. Vor zwei Jahren noch — erzählt em Korrespondent der „Times" — konnte man tu dieser gangen Gegend nichts sehen als Grcmattöcher und gang oder halb zerschossene StWte unb Dörfer. 3m Augeiwlick des Waffenstillstands gab es 80 000 Hektar wüstes Land. Jetzt ist höchstens ein Zwanzigstel davon noch unbebaut. Selbst das im Kriege mit Socwasier überschwemmte LauL trägt von neuem. Und im aößemetrren sieht es dort überall so aus, daß man sich heule kaum vorstellen tarnt, daß alles einmal vollständig verwüstet war. Nur die Bäume fehlen vollständig.
Ueberall auf trem Lande neue Häuser, und zwar nach modernen Grundsätzen gebaut. Sonst hol die De- völtarung — die zu zwei Dritteln wieder zurückgekehrt ist — das Zerstörte genau so aufgebaut, wie es sncher war.
So ist Dper« kn seinem alten Stil schon wieder halb fertig, und m einem Jahre wird « auchchen rote fcn August 1914. Abgcschen allevdmgs von der berühmten Tuchhalle, an der nicht neu gebaut wird, sondern wo man nur die Ruine» stützt. Dagegen ist die Prtersckirche in Dpern dis zur Höhe der Mauern gig, und in der St. Martms-Kalhedrale sind dte uten des Mitteffckstffes 3 Metier hoch gediehen. Selbst die Grande Ptace bekommt schnell ihr Wsschen ran vor dem Kriege wieder.
In Rieupork gab es vor einem Jahrs noch räirr Hohhütten. Jetzt ist etn Viertel ter Stabk wieder aufsübaut, und such die Kathcknmle aus tem 18. IvHrtznndert ist cmsyeflickt. In dem wohl am gründlichst zerstörten MxmuiÄen ist die Hälfte der Hauser wieder da.
Unmittelbar am Rande der größeren Städte hak übrigens die belgische RegvermW Gartenstädte oder 2Irbeiferftebeärngem cmgetat, in denen aber — eine radikale Neuerung in Belgien! — feine „Esteminets* (öeim Zstteipen) erlaubt werden.
Vie Sewerhrförberung in preutze«.
Ei« Jhtfljtt* «uS dem StaatShemShast.
Der Haushaltsplan der preußischen Handels- und Gewerbeverwaltnng sieht an Gesamtausgaben für 1921 über 110 Millionen Mark vor (gegen LS Millionen im Vorjahre).
Für dar gewirbliche llnterrichtltvese«, wissenschaftliche und gemeinnützige Zwecke sind 60 Ö76 074 Mk. vorgesehen (gegen t6158 211 tm Vorjahre). Die Zuschüfle zur Einrichttma und llnterhaktung von Berufsschulen (Fortbildungsschulen), HauShaltungS» schulen, HandclSschuien, höheren Handelsschulen, Handels- und Gewerbeschulen und JnnungS- fachfchulen, sowie Kosten ihrer Beaufsichtigung betragen 23 Millionen Mark; für Fachschulen und deren Lehrkräfte sind 7 Millionen Mark eingestellt.
Zuschüsse gu den Veranstaltungen der Hand- werkStammern und anderen Körperhaften z«r Hebung des Kleingewerbe» machen BOO 000 Mark au«. Zur Förderung der nicht gewerbsmäßige« Arbeitsvermittlung sowie der SB erttf»bezatuxg und Lehr-
müssen, daß mein eigener Sohn ein Dieb gewesen ist!" unterbrach ihn Herr Hohenfels. „Der liebe Sait möge Eie davor bewahren, bas innerlich durchzumachen, was ich durchgemacht habe, seitdem ich die Ueberze» gung hatte, daß mein eignes Fleisch und Biut den Semen, den ich mit Ehren trage, auf das Iiichtswürdigste befleckt hat. Sie haben selbst Kinder, Herr Hvchfeld, wtffen, wie sehr eines aBters Herz an feinen Kindern hängt — aber glauben Sie mir, es ist mir eine Beruhigung, daß der liebe Gott es so gefügt hat, wie es gekommen ist. Lleber soll mein Sohn tot fein, als vor aller Welt mit Schande beladen! Er, der Schuldige, ist nicht mehr zur 23erantro Ortung zu ziehen — lasten wir ihm feinen Frieden!"
In einem bittenden, fast beschwörenden Tone hatte Herr Hohenfels gesprochen und sich am Schluß feiner Rede, wie um seine innere Beroettng zu verbergen, nach dem seitlichen Fenster gewendet.
Meder bemächtigte sich Konrad Hochfelds etwas wie eine leichte ißerroterung. Ein derartiges Begegnen hatte er non dem als so stolz und unnahbar verschrieenen Herrn Albrecht Hohenfels nicht im entferntesten er« wartet. Bor bereitet war er darauf gewesen, daß der oonchme Herr Nachbar ihn von oben herab behandele, bie Tat feines Sohne ableugne, oder doch mindestens in Zweifel ziehe — statt besten begegnete er rücksichtsloser Offenheit, einem durch nichts beschönigten Eingestehen. In den ersten Minuten lernte er den Seelenzustand des Mannes kennen, zu dem er gekommen war, um unter allen Umständen fein Recht zu erzwingen. Ein Gefühl des Mitleids überkam ihn mit dem Gegner, der, felbst schuldlos, für den Frevel des ungeratenen, im Grabe liegenden Sohnes büßen sollte, dessen ungeschminktes Wesen ihn, den auf sein Recht Pochenden, entschieden ' sympathisch berührte und unwillkürlich klang seine ' Stimme milder, als er jetzt erwiderte: „Ich bin der letzte, der einem »erstorbenen Steine ins Grad nach» ■ wirft! Itr liebe Gott möge ihm vergeben! Aber, so i leib es mir wegen Ihnen tut, die Sache aufs Tapet : zu bringen — aef irgend eine Art muß der wirkliche Tatbestand feftgeftett werden! Es handelt sich um Nichte Kleines — der ehrliche Jtame meines Sohnes, mein
| ehrlicher Name, steht auf dem Spiele! Hier sind big ; Beweise, die ich mir verschafft habe — die Schecks, die Ihr verstorbener Sohn bei der Sttduftrtebemk entwendet
ftellenvermittlung stehen 447000 Mark zur Verfügung, g:ner zur Förderung der Hausindustrie durch Schulen, anderunterricht, Schenkung und Verleihung von Arbeitsgeräten an Hausgewerbetreibende und andere Maßnahmen 483 000 Mark und zur Förderung des kleingewerblichen Genossenschaftswesens 75 000 Mark.
Für Aufwendungen behufs Forderung deS gewerblichen UntermchtS, für gemeinnützige gewerbliche Unternehmungen, Einrichtungen und Vereine, zu gemein« nützigen Einrichtungen für Schiffahrt und Handel, zur Sortierung deS Heizerunterrichtr und zu Beihilfen an DampfkestelüberwachungLvereine für die Einstellung ton Lehr Heizern, für technische Sammlungen, Hernus- 6abe technischer Werke und Zeitschriften, technisch-wiffen. schaftiiche «nstaiten, Untersuchungen und Steifen, zur FSroernng der Industrie durch Verleihung von Maschinen und Unterstützungen, Belohnungen für da« AuSlehren Taubstummer in Handwerken, zu Ausgaben für gewerbe- polizeiliche Zwecke und. zu sonstigen allgemeinen handelrund gewerblichen Zwecken, einschlrehuch der Ausgaben bei den besonderen Mitteln, sind endlich noch 430800 Mark vorgesehen.
Hhs der katholischen Welt.
* Dem Andenken des Poker Raymund 21t. Löwenstein O. Pr. Wir erhallen folgende Zuschrift: Andre Freunde meines Vaters. Um den Stoff für: ein Lebensbild meines Vaters, des Pater Raymund M. Löwenstein O. Pr. zu sammeln, bitte ich herzlichst.' mir seine Briefe zu schicken, soweit sie feine Tätige feit in Kirche und Staat betreffen ober seine Persönlichkeit beleuchten. Selbstverständlich gebe ich auf. Wunsch jeden Brief zurück, werde mir dann nur Abschrift davon behalten. Auch für alle Mitteilung gen über Erlebnisse, Wirken, bemerkenswerte Aus- sprüche meines Vaters, kurz für alles, was irgendwie geeignet ist, fein Charakterbild zu ergänzen, werde ich von Herzen dankbar fein. Auch das Kleinste ist willkommen. Kleinheubach a. M. (Bayern), 4. Dezember 1921. Alois Fürst zu Löwenstein. j
* Der Mzedirckkor der orflikanifchen Sternroarfe. gestorben. Pater Lais, der Vizebirektor der vati-' konischen Sternwarte und Herausgeber des „Himmels, all-»", ist sm 26. Dezember in Rom gestorben.
Äm dem besetzten Gebiet.
• Vie ßmerifaser sm Ktzein. Am 27. Dezember, heute, verläßt ein größerer Teil der zweiten ameri- konischen Brigade Koblenz, um über Antwerpen nach Amerika zurückzukehren. Dom 16. Januar ab befinden sich im Bereich der amerikanischen Besatzungzone amerikanische Garnisonen nur noch in Mayen, Andernach, Ehrenbreitstein und Koblenz. Die übrigen Garnisonen werden aufgehoben.
1 Heue Erschwerungen tat §a«rdah*verketzr. Die Saarbahnverwaltung hat jetzt die Abfertigung von Fahrrädern auf Fahrradkarten verboten. Dvr allem ist die Abfertigung der Fahrräder aus dem Saargebiet cms die Grenjpunkte JägerSburg, Homburg, Zweibrücken und TürkiSmühle untersagt. Die Beförderung der Mder ist nur auf Gepäckscheine zulässig.
Deutscher Reich.
* brrlin, 27. Dez. Die Ausnahmeverord. Hung des Reichspräsidenten vom 28. Sept 1921/ die durch die Ermordung Erzbergers erlaßen worden war, ist, entsprechend dem Beschluß des ReicMageS mit sofortiger Wintang aufgehoben worden. — v. Jagow wird seine Strafe in dem Festungsgefängnis in Gallnow in Pommern brr« düHen.
* Ein preußisches Tubertalosezeseh. Der Landes- geftmdheiwrat hat feine Beratungen über dm Grckourf Änes preußischen Tuberkulosegesetzes abgeschloffen. Das Dohlfahrisnttmstertam wird mnimchr itot Gesetzt- ■ mtrf sertigstellcn und ihn möglichst bald 'Cem Staats- für Beschlußfassung voviegen.
KorlanS.
* Ctae Mmweffte für Ungarn. Dte unyMstHr Rv- gtcrung ho? eine Amnestie erlassen für alle Personen, die ftft dem Umsturz kommunistische Straftaten oerSbf haben. Ausgenommen sind nur VK im Anskond besftDLichen tarmnurrfstisthen Agitaivren, do- roirter dte 20 000 m»gyar-jSdischen KornnrörffstM, die m Wen tebett.
* 3w InsamEchrmg mit der SkmrdaiafsSr- der chincsischrn Donk fyat der GsMraMatss«krek4r im Ministerium des Auswärtigen, Dertholot Briand gebeten, ihn feiner Funktionen zu entheben. VerchÄot war noch Äs BegkÄter DrmÄrs mit in London.
* Stodentenstreik in Aegypken. Äk Kairo ist dte gsfamte stadtenende Jugend in den Streik etngeire- text. Zagftkl Pascha und dte anderen verhafteten Na- ttonÄtsten Meiben tn Suez unter mstsiörkscher Berva- chmg bte star EttHcheKÜns über ihmn fiufftigeti AufenchÄisort geteoffen ch.
hat nnb die SrNSnm§ des Dankha^er Firnhaber h. Eo.., daß wieder 2hc Sohn die Beträge erhoben hat. Einen Zweifel gibt'- nickst — es ist alles fo klar —"
„Und warum,“ unterbrach Herr Hohenfels hastig den Sprecher, indem er die ihm entgegengereichten Papiere mechanisch ergriff und betrachtete, „warum Herr Hochfeld, find Eie nicht gleich mit diesen Papieren vor dte Oesfentlichkeit getreten? Warum rufen Sie es nicht in alle Welt hinaus: Max Hohenfels ist der Dieb gewesen, wenn diese Beweisstücke wirMch unwiderleglich find, wie ich ja annehmen mutz?“
„Warum, Herr Nachbar? Das kann ich Ihnen schon verraten! Wär's mir nachgegangen, bann wäre ich vielleicht in der ersten Rage hingelaufen und hätt es fo gemacht, wie Sie sagten! Aber der Karl, mein Sohn, den doch die Sache am meisten angeht, der wollte nicht. Hat mich brieflich fast alle Tage davon abgehalten und hat mtr durch seinen Freund, den Friedwald, der je früher bei Ihnen im Geschäfte war, fo lange zusetzen kaffen, bis ich nachgegeben habe. Wär's meinem Karl feinem Kopf nachgegangen, dann wäre die ganze ®e= schichte totgeschwiegen worden — da hab ich aber auch ein Wörtchen mitzureden und bin anf eigene Faust her« übergekommen!"
„Eine solche Rücksichtnahme von Ihrem Herrn Sohn?" fragte Herr Hohenfels langsam. „Und hat er Ihnen gesagt, aus welchem Grunde er mich schonen will?"
„Gesagt, Herr Nachbar?" rief Konrad Hochfeld in schmerzlichem Tone aus. „Ich habe meinen Karl fett der unglückseligen Geschichte nicht mehr gesehen! Der Satan M mich geritten, daß ich ihm nicht geglaubt habe; verrannt war ich in die Idee, daß er und kein anderer der Dieb fein müsse, weil er immer so hoch hinaus wollte und ich — Sie wissen das nicht? — ich hab ihn aus dem Hause gewiesen, hab mich und meine Leute unglücklich gemacht und jetzt —"
Die Stimme brach ihm vor Erregung und aufstöh« nend fuhr sich der riesige Mann mH der schwieligen Hand über die Stirn, als wolle er den hinter derselben nun entfesselten Aurm fchwerMchoe ®«boa#»n beschwich- tfcjen.
Eine Pause entstand, in welcher man nur das Ticken des an der Wand hängenden Regulators vernahm, dann > jagte Herr Hohenfels in offenbarer Bewegung: „Das
Die Sedeumng -e§ IahresVechssls für dir AugefteNeirverftchermig.
Mit dem 31. Dezember 1931 läuft die durch Kriegs- Verordnungen verlängerte Frist zur Nachzahlung freiwilliger Ange st e l l tenberficherun gsb ei- träge für die Jahre 1914 bis 1920 ab. Versicherte, bereit Anwartschaft in diesen Jahren nicht aufrechterhakten ist, muffen also, um ihre Ansprüche aus der Angestelltenversich^rung nicht zu verlieren, die fehlenden freiwilligen Beiträge bis gurrt Schluffe des Jahres 1921 einzahlen. Dazu sind die bei den Postämtern erhält« Häfen roten Zahlkarten zu benutzen, auf denen Bvr- und Zuname, Geburtstag und Seburtiort sowie da« Jahr, für da« die Versicherungsbeiträge gelten sollen, anzugebcn sind. Zur Erhaltung der Anwartschaft au» der Angestelltenversicherung müssen in jedem Jahre mindesten» acht Kalendermonate mit Pflicht» oder frei- willigen Beiträgen oder mit sogenannten Erfatztatsachen sg. B. Krankheit, Militärdienst) belegt sein. Die frei- willige Weiterverftcherung ist höchstens in derjenigen cSehaltSklaffe zulässtiy die dem Durchschnrtt der letzten sech» Pflichtbeiträge entspricht ober am nächsten kommt, mithin attd) in jeder niedrigeren GehaltSklasse, als in der Steher die Beiträge entrichtet worden sind.
Ferner tarnten Angestellte bis zum 31. Dezember 1921 Pflichtbeiträge, deren Entrichtung aus einem nicht in ihrer Person liegenden Grunde unterblieben, aber zur Erhaltung der Anwartschaft notwendig ist, sämtlich oder teilweise nachentrichten oder die Stundung bei der ReichSversichermigSanstalt für Angestellte beantragen.
Für Personen, die auf Grund eines Versicherungsvertrages mit einer Leb ensver sich exungSgesell- schäft von Dertt jenen DeitragSreifinng za der reichs- trefetzlichen Arrgestelltenversichernng befreit sind, ist eine kürzlich erfolgte Mitteilung deS Direktoriums der Reichs- ssrficherungSanstalt für Angestellte von Interesse, wonach di« einmal ausgesprochene Bofremng von der eigenen BeitragSleiftnng auch dann bestehen bleibt, wenn infolge einer Gehaltserhöhung die Versicherung? » prümren der gesetzlichen Beitrag-Hälfte nicht mehr ent« sprechen. In einem solchen Falle bleibt der Angestellte also auch fernerhin von der eigenen Beitragsleistung befreit, vorausgesetzt, daß die der Befreiung zugrunde liegende JebenSverficherung noch besteht. Daß der Angestellte sich freiwillig weiterversichert, hat keinen Einfluß auf daS Weiterbestehen der Befreiung, da in der Entrichtung bmt freiwilligen Beiträgen ein Verzicht auf die Befreiung nicht liegt.
Die NeWvsrschüfie für die VesoldMg der Eemeindebesmtei?.
Die Besoldungserhöhungen in Reich und Ländern hoben bekannttich die gleichen Erhöhungen bei den Gemeinden im Gefolge. Da den Gerneinden die Mittel fehlen, bett dte SteichSfinanzverwaltung grundsätzlich den Eememde« die Bewährung zunächst von Bor. f dl iff ex zur Durchführung zugesagt. Aach einem Er
hol Ihr Herr Sohn getan?” Und plötzlich einen Schritt näher cm den Besucher' herantretend, fuhr er in den vorigen reservierten Ton zurückfallend fort: "Und Sie, Herr Hochfeld, fühlten sich als Vater berufen, für dte Ehre Ihres Herrn Sohnes einzutreten, dieselbe wieder herzu stellen? Ich kann Ihnen das voll und ganz nach, fühlen! Aber bedenken Vie auch,” — in der Stimme des Sprechenden klang es wieder wie angstvolles Beben — „daß dazu nur eines übrig bleibt. — Die Bloßstellung meines verstorbenen Sohnes? Oder kennen Sie einen anderen Weg'— eine andere Art, um den Namen Ihres Herrn Sohnes zu rehabilitieren? Herr Hochfeld — es ist das erste Mal, daß wir uns gegenüberstehen; ich kannte Sie seither nur von Ansehen — aber nun, nachdem ich mit Ihnen gesprochen habe, wenn auch ein Leben lang zwischen uns Nachbarn ein — wie soll ich sagen — gewisses gespanntes Verhältnis herrschte. Ich weiß bestimmt, daß Sie nicht der Mann find, der ®e- nugtuung barm findet, meinen Namen bloßzustellen — dazu sind Sie zu gerab und zu bieder, zu gerecht, um mich und die Meinen, dre schuldlos an dem Vergehe» meines Sohnes sind, dafür büßen zu lassen!”
Er hatte während der letzten Worte die Rechte seines Defuchers ergriffen, die dieser ihm willig überließ. Einen Augenblick sahen sich die beiden Männer offen in die Augen und es mußten wohl ihr Inneres bewegende wohlwollende Empfindungen fein, die sich in dem Blicke begegneten, denn Konrad Hochfeld fegte in feiner geraden, treuherzigen Weife: „Da haben Sie allerdings den Nagel auf den Kopf getroffen, Herr Nachbar! So etwas, wie sich darüber freuen, roenn’s bei einem andern schief geht — das gibt s bei mir nicht und wenn der ändere auch mein schlimmster Feind ist! Ich will wohrhasttg nicht, daß Ihr Name in Schimpf und Schande kommt — aber es ist eine verteufelte <3e« schichte, bei der guter Rat teuer ist! Wenn man es vielleicht so machte, wie der Wilhelm, mein künftiger Schwiegersohn verschlägt — ich meine den Friedwald — Sie kennen ihn ja —"
„Gte wissen einen Weg, Herr Hochfeld?” untorbra^ ihn der andere eifrig. „Bitte, taffen Sie mich hören, machen Sie mir Vorschläge! Was meinte Herr Fried- wald? Ich bin bereit, mich in alles zu fügen!"