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Fuldaer Leitung
Truck der Fnldaer Aetteudrnckerel in Fulda'
J2 296.
Samstag, 24. Dezember 192L
Die Iagd nach dem Glücke
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15. Kapitel.
Das Geheimnis der Truhe.
Mit fieberhafter Ungeduld erwartete Emilie Hohenfels am anderen Tage die Ankunft ihres Vaters, um ihm von dem seltsamen Fund in der Burg-.-uine 'Mitteilung zu machen. Ihre Detter in die Sache einzu- weihen, erschien ihr nicht ratsam, bevor der Vater alles erfahren hatte, denn ber Seelenzustand der unglücklichen äußerte sich seit einigen Tagen bei jedem Zu. spruch, ja selbst bei der gleichgültigsten Mitteilung in einer so reizbaren Nervosität, daß der vor dem Dato: konsultierte alte Sanitätsrat dringend empfohlen hatte, oie ausgesprochen Gemütskranke vor jeden Erregung zu bswahren. Auch erfreuliche Mitteilungen wären ge- mgnet, wieder den wahnsinnigsten Schmerz -bei der weil der leidenschaftlich gesiebte da- hlngeschredene Sohn nicht mehr an etwa kommendem Gluck tellnehmen konnte.
So war die junge Dame schon in aller Frühe zu der Surgrinnc fj!naufgegatlgcn unj, saß nun schon seit Stunden über d»r alten Hausbibel, um immer wieder eDsnr ^m Freiho.-ru von Hochfels beschrie. ^nen 3u ief°n oder sich in das Anschauen der schwebenden Glücksgöttin «uf dem Bilde zu verttefen.
Außenwelt voll,ta^>ig entrückt beachtete sie nicht, daß Daniel, das alte Faktotum des Haches, sich drau.' 'w E^ten mit dem Gießen d^ Blumenbeete be- chafügte und mehrmals durch bos halbgeöffnete Fen- r er ein- Mitteilung zu
Echt al- er sich vernehmlich räusperte, blickte d»e Hinge Dame auf und sah den alten Mann mit dem freundlichen Gesichte ftagend an.
Staniel erklärte nun der jungen Ho-rin- Der Herr *2“T "7er stunde zurückg'kommen und schemt sehr aufgeregt zu fern", berichtete der Alte „Durch das Stiegenhaus ist er gegangen, ohne mich zu sehen und hat in einem fort mit sich selbst gesprochen, dabei einen roten Kopf gehabt, als hätte ihn eher ge.' ärgert. Du lieber Gott — er wird doch nicht krank werden! Wie er oben war, hat er sich an dem Ge- landen festgehatten, grab als hätt' er Angst, er fiele er um. Sehen Sie doch einmal nach ihm, Fräulein.'
Emilie hörte bte letzten Worte nicht mehr, benn schon wgh.-end der Rede des allen Mannes war sie hasttg au^estanden- hatte das neben chr stehende eitern-
Begriffsverwirrung.
Bon einer sehr geschützten Persönlichkeit wird uns geschrieben:
Zum Begriff des Deutschen gehörte ehehem, daß man aufsSeinmehrsahalsaufdenSchein, oufs Innere mehr Äs aufs Aeußere, auf das Stomren ,;r als auf die Manieren, auf die Tüchtigkeit mehr u.ü> auf den Geldbeutel. Wir waren ehedem ein armes Volk, wir haben hartes Brot gegessen und Speck dazu und unfern Durst mit Dünnbier gelöscht. Wir haben die abgelegten Kleider der Ettern dm Kindern paffend gemacht, und der Stolz unserer Frauen war, daß sie möglichst lange den Wintermantel und das Kopftuch trugen.
In der harten, kargen Lebensweise aber hakte sich eim gewaltige Summe von Wollen in uns auf gespeichert, eine seelische Spannkraft, die bloß darauf wartete, ein Ziel $u finden und organisiert zu werden, um Großes, Riesenhaftes zu schaffen. Diese Aufgaben und Ziele fanden sich nach der Reichs grün- düng in der wirtschaftlichen Entwicklung Da war der Stolz unserer Väter die schaffende Tättgkeit, die zähe, vor keinem Widerstande zu- rückschreckende Arbeit. Wir Aslteren wurden nach der Lebensweisheit erzogen, keine großen Ansprüche an das Leben zu machen, um so größere Ansprüche aber sollten wir an unser Streben und Arbeiten machen.
Kurz nach der Jahrhundertwende habe ich in einer städtischen Gesellschaft das Wort fallen Hörem „Den GeMemon erkennt man an seinen Schuhen.' Man meinte den gesellschaftsfähigen, hochanständigen Mann. „Ach so," habe ich gedacht, „das muß dann wohl ein anderes Wesen sein, so ein Gentle- man. Also scheint man dm Menschen nickst mehr zu taxieren nach dem, was er ist und kann, sondern nach dem, was er an hat, nach Geld, den Bügelfalten in jedem Hosenbein." Und als bald nachher ein schlichter junger Wann bei der Heirat sich für Jahre in Schulden setzte, um eine seine Ausstattung zu haben, da habe ich xirdacht: „Fangen denn bei uns auch die Begriffe von Wert und Unwert an zu schwinden? Ist denn unser deutsches Volk auch schon auf dem Wege, den Reichen für den Bessern, den eleganten für den Vornehmen, den Genieher für den Welmenschrn anzusehen? Haben wir vergessen, daß einer unserer ganz Großen, Schiller, em blutarmer Teufel gewesen und geblieben ist. daß Goethe einfache «Ärohsessel in feinem Arbeitszimmer hatte. Laß Bisstnairck ein armer, einfach erzogener Landjunker und Moltke ein Ent- bchrer gewesen fft? Haben wir verlernt, daß der Genießer desto werüoser ist, se größer seine Bedürfnisse finö, daß nur das persönlich und brav Erworbene eigentlich die Seele erfreuen kann?"
Da kam der Krieg. Ein Jahr lang war er uns der Gewissenserwecker. Es schien, als wollten wir die in den „guten Jahren" uns angewöhnten leichtferti- gen Emporkömmimgsmameven wieder abgewöhnm. Aber bald entwickelte sichderGeistderKriegsge- w i n n l e r von oben nach unten. Er konnte sich als Geist der Revolutionsgewinnler und seit- dom Äs Geist der Teurungsgewinnler behaupten, der Geist leichten Gewinnes um des Genusses willen. Und den sehen wir heute fast in allen Erwerbsständen sich als Lebmsrichtung bei Ungezählten behaupten und in Genuß, Vergnügungen und Auftreten breit» Wachen, trotz der Not unseres Wirtschafte- unb Staatslebens, trotzdem Hunderttausende bittere Not leiden. Und doch sagen uns alle Fühver in Staat und Wirtschaft, daß wir bettelarm, dazu noch fronende Schuldner des Auslandes sind; daß uns nur die Arbeit, die reichlichere, bessere und ertragreichere Arbeit als einziges Rettungsmittel übrigbleibt, daß wir diese Arbeit wie unseren Verdienst nicht auf Luxus- und Genußgüter verwenden dürfen, sondern auf fruchtbare Arbeit, daß wir überdies sparen müssen, um wieder zu Geld und zu mäßigem Wohlstände zu kommen. Wir stehm heute, wenn wir nach unserem „nationalen Wohlstände" fragen, ärmer da, selbst an den einfachsten Lebens- und Bcdarfsmit- teln, wie unsere Vorfchven vor dem wirtschaftlichen Aufschwünge. Und wie glauben wir auffteigen zu können ohne das Rezept jener Vorfahren, das wir oben angaben? Ja mir traten noch manchen Aufwand, der nur in die Zeit unseres Reichtums paffen mochte, der heule aber täuschender, widerspruchsvolku Schein ist.
Unser Trost ist, daß „eine anständi ge M in- d e r h e i t geblieben fft und daß eine im Stern gesunde Nation so etwas überdauern kann," wie Friedrich Theo
dor Vischer vor fünfzig Jahren, den Wsturz Deulsch- Lmds oorausahnend, schrieb. Aber dann muh sich auch feine Voraussetzung verwirklichen, bah nämlich „diese anständige Minderheit sich aufrafkn und die letzte Faser sittlicher Kraft daransetzen wird/ Dann erst „wird es wieder bester und recht werden".
Dre steuerliche Belastung in Deutschland und bei der Entente.
Angesichts der Unmöglichkeit für Deutschland, die im ersten Vierteljahr 1922 fälligen Reparationszahlungen aufzubringen, hat die Entente es für nvlwen- dig befttnden, in verstärktem Maße auf die Bereitstellung von Mitteln für diese Zahlungen zu drängen. Ganz besonders wurde darauf hingewiesen, daß zur Leistung der ReparationszahliungiM dis Steuern in Deutschland noch weiter erhöht werden müßten. In diesem Zusammenhänge fft es nun interessant einmal die Steuerbelastung in Deutschllmd und den Ländern der Entente miteinander zu vergleichen.
Das Rcichsfinanzamt hat als Material bei der Ein- brmgurrg der neuen StErgesetzmtwürfe im Reichstag eine Anzahl von Zusammenstellungen hierüber vorgelegt. Aus diesen geht u. a. hervor, daß das Einkommen in Deutschland überall weit höher belastet ist alsittFrankreich. So betrögt z. B. für einen unverheirateten, über 30 Jahre alten Lohn- oder Gehaltsempfänger die ©teuerMaftung bei einem Einkommen von jährlich
20 000 Mark bzw. Fr. in Deutschland 8,5 Prozent, aber in Frankreich 5,55 Prozent.
Für einen Lohn- oder Gehaltsempfänger mit zwei unterhaltungsbedürftigen Kindern stellt sich die Dela- ftmrg bei einem Eirrkommen von
30 000 Mark oder Fr. in Deutschland auf 10,40 Prozent, aber in Frankreich auf nur 4,91 Prozent.
Der Unterschied ift also für Familienväter trotz der französischen Junggesellensieuer noch größer als für Unverheiratete.
Aehnlich sind die Verhältnisse bei dem Einkommen aus Handel und Gewerbe:
Ein unverheirateter Steuerpflichtiger mit 30 000 Fr. oder Mark Einkommen zahll in F r a n k r e i ch 9,7 Prz. Emkommenstieuer, in Deutschland 11,6 Prozent Einkommensteuer.
Auch die Kapitalsrentner sind in Deutschland weit höher mtt Steuern belastet als in Frankreich. Ein Kapiialsrentner mit zwei minderjährigen imterhattunge- bebürftigen Kindern und einem jährlichen Einkommen von 30 000 Fr. bzw. Mark zahll in Frankreich 10,79 Prozent Steuern, in Deutschland dagegen 18,40 Prozent Steuern.
Diese Unterschiede werden immer nur hervorgerufen durch die Germgsügigkett der französischen Emkommen- fteiter. Wähmnd bte Kapitalertragssteuer in beiden Fällen gleich hoch ist, nämlich 3000 Mark bzw. Fr., muß der deutsche Rentner an Einkommensteuer 2520 Mark zahlen, der ftanzösische Rentner an Einkom- mensteuier aber ganze 238 Fr.
Eine vergleichende BeirmhümgderVerbrauchs- steuern in den verschiedenen Ländern ergibt al'er- bings sehr mannigfaltige Unterschiede in der Besteuerung. So hat z. B. Deutschland, im Gegensatz zu Frankreich und England, eine Kohlen st euer eingeführt, die für 1922 pro Kopf der Bevölkerung 169,16 Mark jährlich betragen wird. Die Belastung des Tabakoerbrauchs beträgt in Deutschland 1921 pro Kopf 64,88 Mark jährlich; in Frankreich dagegen infolge des Tabakmonopols 24,13 Frs. und in England 1 Pfund 6 Schilling 7 penfe. Anders allerdings liegen die Vschättmff,; bei der steuerlichen Belastung des Wein, und Branntweinverbrauchs, sowie bei der Zuckersteuer. Die steuerliche Belastung für bisse Verbrauchsgegenstände war bisher in den Ländern der (Entente wesentlich höher als bet uns.
Angesichts der Verteilung der gesamten steuer- lichm Lasten aber charakterisiert es sich als eine schiefe Darstellung, wenn ein Mitglied der Entente, wie Frcmkmich, erklärt, daß es zur Herstellung des Gleichgewichts in feinem Staatshaushalte der deutschen Reparationszahlungen bedürfe. Frankreich verfügt offenbar noch über sehr ergiebige unausgeschöpfte Steuer- quellen, dis es zur Defeitigung des Fehlbetrages in feinem Staatshaushalt heranziehen könnte. Bevor also Frankreich eine Erhöhung der Steuern in Deutschland fordert, sollte es erst einmal die steuerliche Belastung Kästchen ergriffen unb war zur Tür hinaus nach ber zu bem Garten hinabführenden Treppe geeilt. Was hatte Daniel gesagt? Der Papa war in großer Aus- regurzg? Halte ihn roteber ein schwerer Verlust im Geschäft bettoffen? Du lieber Himmel — nahm benn bas Unglück gar kein Enbe?
Den Garten unb ben Hof durcheilend, trat sie burch bte Tür des Seitenbaus und war gerade im Begriff, die nach dem Kontor führende Treppe emporgufteigen' als sie oben die mächtige Gestalt eines Mannes gewahrte, der eben an einen in be; Tür bes Kontors stehenben Kommis bes Hauses eine Frage richtete unb von diesem ben Bescheid erhielt: „Verzeihen Sie, ich werbe Herrn Hohenfüs fragen, ob er im Augenblick $u sprechen ist. Also Hochfeld ist Ihr werter Name?"
Ein jäher Schreck durchzuckte bte junge Dame. Das war Karls Vater, ber gekommen war, bte Ehre feines Sohnes zurückzufordem, was gleichbebeutenb bamit war, baß ihr Vater bte Schande, welche ihr verstorbe. ner Sruber über ben Namen Hohenfels gebracht, an- ertennen sollte. Würde bas berechtigte Verlangen bes SKannes dort oben nicht bte Katastrophe herbeiführen, an bte zu benten es ihr graute?
Kaum wissend, was sie tat, eilte Emilie die Treppe hinauf unb legte mit einer bittenden Gebärde ihre Hand auf ben Arm Konrad Hochfelds, ber auf bas höchste überrascht, sich nach ihr ummenbete. Es war ein eigentümlich milber Blick, der ihr aus ben Augen bes gewaltigen Mannes begegnete, ein Blick ber ihr bte frohe Hoffnung gab, baß bte Bitte, welche sie, einer raschen Eingebung folgend, an ben Besucher richten wollte, nicht ungehört verhalle.
„Schonen Sie meinen Vater!" stammelte sie angst- voll slehenb — „schonen Sie ihn um Karls und um meinetwillen!"
In maßloser Ueberraschung ftanb Jtonrab Hochfelb einen Augenblick unb schaute auf bie liebliche Mäd. chengestall, als zweifle er, recht gehört zu haben. Dann ging es wie ein Blitz bes Verständnisses durch seine Züge unb bie schon geöffnete Tür wieder zuziehenb, sagte er langsam: „Jetzt geht mir ein Licht auf! Des- halb wollte Karl ben verstorbenen Bruder schonen! Der Junge ist verliebt unb rote es scheint nicht hoffnungslos! Da zerbreche ich mir bte ganze Zeit her ben Kopf bar- über, worum ber Karl mit aller Gewalt nicht haben will, baß bie böse Geschichte bei bem Herrn Nachbar auf bas Tapet gebracht wirb unb an bas Nächstliegenbe bente ich nicht! Ober sollte ich tm Irrtum sein, liebes Kind sollten Sie —"
des Einkommens bei sich auf dieselbe Höhe bringen wie in Deutschland. Frankreich besitzt in dem Ausbau seiner Einkommensteuer gegen den sich das französische Rentnervolk von jeher mtt allen Kräften gesträubt hat, unzweifelhaft ein Mittri, um feine Finanzen in hohem Maße zu verbessern.
Und noch ein weiteres Mittel besitzt Frankreich, um seine Staatsfinonzen ins Gleichgewicht zu bringen; das ist die Abrüstung, die Verminderung feines 830 000 Mann betragenden stehenden Heeres, das Frankreich unterhält, obschon es angesichts der völligen militärischen Wehrlosigkeit Deuffchlands von keiner Seite irgendwie bedroht wird.
vermischtes.
* Neues Wasserzeichen für Briefmarten. Ein neues Wasserzeichen im Papier verwendet jetzt die Reichsdruckerei für dte Herstellung der Briefmarken. Es ist ein sogenanntes W a s fe l mu st er, eine Nachbildung des Waffeleffms, und ähnsll einem Drahtgiiter, dessen viereckige Deffnungen auf den Ecken stehen.
* Bluttat eines japanischen Matrosen. Em japanischer Seemann stach in Hamburg bei einem Streit um ein Mädchen einem Matrosen fein Dolchmesser in den HÄs, so daß dieser tödlich getroffen zu Boden sank. Der Sapavrer wurde von Hinderten von Menschen verfolgt. 2lls man ihn orngeholt hatte, stach er wie ein Wahnsimiis-er um sich, und verwundete dabei einen anderen Seemann schwer an Kops unb Brust. Schließlich mürbe er zu Boden geschlagen und konnte verhaftet werden.
* Absturz eines französischen Militärflugzeuges. Bei Sauterburg im Asaß ist eiin trott Mwmheim- Ludrvigshafen kommendes Flugzeug cckgvftürzt. Der Führer würbe lebensgefährlich verletzt. Es handelt sich um ein französisches Militärflugzeug, bas Schmuggler wäre n im Werte von mehreren hunderttausend Franken bei sich führte.
* Die es in Petersburg jetzt aussieht. Der Führer ber dänischen HandelÄtelegation in Petersburg schreibt, daß die Verhältnisse ht Petersburg jetzt ungefähr so sind, wie im Jahre 1917. D« Verkehr ist infolge des Rückganges der Beoöltemngszahl auf 700 000 und der schlechten Geschäftslage geringer. Doch ist, nachdem die Bolschewisten den Handel fragzgeben haben, eine Anzahl Geschäfte eröffnet worden, in denen alles zu haben fft, allerdings zu enormen Preise«. Für Ausländer gestattet sich jedoch der Aufenthalt infolge der schl>:chiM russischen Valuta verhältnismäßig billig. Die Häuser sind reckst oernarUässigt, eine Anzahl schlecht gebauter Häuser fft zusammengestürzt. Die nieten Arbeitslosen bedeuten eine Gefahr für die Ruhe ter Stadt.
Märkte.
•« Sttlba, 24. Dez. Auf ben heutigen Schweine- markt fehlten bie Läufer; er war nur mit 77 Ferkeln beschickt, für bie bei flauem Handel 200, 300 und 400 Mark bezahlt wurden.
Gotterdienftordnllng.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, 25. Dez. (Hochheiliges WeihnachiS. fest.) Dom. (Kollekte f. d. Konvikt u. d. Lateinschulen.) 4 Christmette. Kollekte. Danach AuSt. d. Kom. am Hochaltar u. Sakramentsaltar u. zwar bankweise, damit kein Gedränge entsteht. M. sind bis l/i8. Die hl. Kommunion wird jede halbe Stunde auSgetetlt. 8 Pfarramt m. AuSf., Pr. u. Segen, VilO Bischöfl. Hochamt m. Chorgesang, >/,12 M. u. Pr., V,2 Weihnachts-A., 3 Bischöfl. Vesper, danach Beichtgelegenheit bis 7. — Sladtpfarr» kirch». 4 Christmetle, anschließend Hirtenm. tu Spend, d. Kom., 5*/« M., 6*/« M. u. Generalkom. d. Mütter- vereinS, 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), 91/« Hochamt m. Pr., 11 M. tu Pr. (2. Schulgd.). Von Vi6—*/,9 wird jede halbe Stunde bie hl. Kommunion ausgeteiil. 21/« Weih- nachts-A., SV* A. u. Pr. f. b. Mütterverein. Von 4 an Gelegenheit zur hl. Beichte. —Pfarrkirche zum hl. Geiste. 6 Christmetle m. Kom., 7 Hirtenm, 8 Pr. u. Amt m. Rom., 4 Beichte, SA. — Nonnenkirche. 6 erstes u. zweites Amt (im ersten Amt AuSt.derhl. Kom.), 9 Hochamt. —Severikirche. Chrifimette 5, anschließend 2 hi. Messen. — Michaels, kirche. Morgens 4 Christmette, danach Austeilung der hl. Kommunion und Hirtenmeffe. — Herz Jesu-Heinr. 5 U. Christmette m. Auss. tu Pr.; danach Hirtenmeffe. 811. Hochamt m.Auss., nachm.2 Festandacht.—Frauenberg. Beginn d. fei er l. Malaiin um V,3 morgens, 4 feiert. Christmetle, 7 Hirtenm., i. d. 8 M. Pr., 9 Pr. u. feiert. Levilenamt m. Auss., nachm. 2 Festpr. u. A. m. Segen. Generalabsolution f. d. Terziaren.
' Mit glntübersttömtem Antlltz und gesenkten Wim. pent stand das Mädchen bei ben Worten bes Besuchers, jetzt unterbrach sie ihn unb flüsterte verschämt: „Soll ich es Ihnen, dem Vater Karls verhehlen? 3a. wir lieben uns, feit langem schon unb geben trotz bes Wi- berftanbes meiner Eltern bie Hoffnung nicht auf, glück- lich zu werben. Ich weiß, warum Sie meinen Vater heule aufsuchen, Herr Hochfelb — ein Zufall hat es mir verraten! Bitte, schonen Sie ihn! Vielleicht hängt von dem Ausgang Ihrer Unterredung mit dem Va. ter ab —"
Mit einer abwehrenden Handbewegung unterbrach sie Konrad Hochfelb. „Siebes Stab, eine Bedingung, rote Sie bieselbe vielleicht im Sinne haben, stelle ich nicht — bas geht mir gegen ben Strich! Nehmen Sie's nicht übel, wenn ich offen heraussage, was ich bente! Ich fordere nur mein Recht! Mich aufznbrängen, bas ist meine Sache nicht und roirb hoffentlich auch nicht Karls Sache fein! Gibt es einen Weg, auf bem bie böse Sache ohne öffentliches Auffehen ausgeglichen werden kann, bann bin ich ber letzte, ber sich weigert, ihn zn gehen! Das verspreche ich Ihnen, weil mir Ihre Offenheit gerade so gut gefallt, wie Sie selbst!"
Damit wandle sich ber Spreche.- nach ber sich eben roteber öffnenden Tür unb trat auf bie einlabenden Worte bes zurückgekehrten jungen Mannes: „Herr Hohenfels läßt bitten!" mit festem Schritt über bie Schwelle, indem er nochmals freundlich bem jungen Mädchen zunickte. —
Herr Albrecht Hohenfels mar allerdings von seiner Reise nach dem benachbarten Oschausen, rote der alle Daniel erzählt hatte, in höchster Auflegung zurückge. kommen unb zwar aus triftigen Grünben. Die Firma Wellheim u. Co. in Osthausen, eine alte treue Kund- schäft bes Hauses Albrecht Hohenfels, bie eine größere Summe schüttete, hatte auf ben vor einigen Tagen ihr bkeserhalb gefanbten Tralten-Avis in ziemlich gereiftem Tone erroibert, daß bte fraglichen Posten sämtlich georbnet seien, wovon sich ber Gläubiger überzeugen möge. Doll böser Ahnungen unb in ber Absicht, bie langjährigen treuen Kunden zu besänftigen, falls ferner, fette wirklich ein Irrtum vorlag, war Herr Hohenfels hinübergefahren und hatte zu feinem Schaden vernommen, baß Max bie Beträge hinter seinem Rücken bet Wellheim u. Co. einkassiort hatte. Zweifellos waren sie von bem Leichtsinnigen am Spieltisch und in lieber» licher Gesellschaft oergeubel worben. Das war ein Schlag, ber eine fast betäubende Wirkung auf ben otoebta _oou «ve- «eüeo «etiUW ^edräLttsr aut-
Montag, 26. Dezember. (Fest b. hl. Stephanus.) Dom. Vi6, 6, Vi7 tu 7 M., um 6 Generalkom. ik christl. Müttervereins, 8 Pfarramt u. Pr., VdO Käthe-! bralamt u. Pr., Vil2 M. u. Pr., nachmittags */i2 sakra« mentale Andacht, 4 Abendandacht. — Stadtpfarrkirch» ’/*6 u. *A7 M., 8 M. m. Pr. (1. Schulgd.), V.10 Hochamt m. Pr., 11 M. m. Pr. (2. Schulgd.), Vi3 WeihnachiS- A. Von V«6 an bis */i9 wird jede halbe Stunde die hl. Kommunion ausgeteilt. — Pfarrkirche zum hl. Geist. i/i7 Generalkom. der Sodalitat, 7 Frühm. fällt aus? 8 Pr. u. Amt m. Kom., 5 A. —Sodalität. lPatronatSflst.! Morgens V,7 Generalkommunion mit Erneuerung bei Weihe an die allerseligste Jungfrau (vollkommener Ablaß für alle Gläubigen, welche nach würdigem Empfang bei hl, Sakramente bie Kongregationskirche besuchen und baselbst nach der Meinung des hl. VaterS beten). — s Severikirche. V,7 M. — Nonnenkirche. V,9 Hochamt. —' Herz-Jesu-Heim. 8 Pr. iu Amt, nachmittags 2 Segen» Andacht. Mittwoch abends 8 Segens-Andacht. —' Frauenberg. 5, 6, 6V« u. 7 M., 8 Rosenkranzm.,' 9 Levitenamt, nachmitt. 2 Pr., A. u. Umgang für dis Antonius-Bruderschaft. Dienstag (Fest des hl. Evange. listen Johannes): 6V* Levitenamt. Mittwoch (Fest bet unschuldigen Kinder): 6V* Levitenamt. Samstag: Nachmitt. */,5 feierliche Vesper, Dankandacht unb Te Deum. >
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, 25. Dezember. (1. Weihnachtsfeiertag.) Fulda. Vormitt. 6 u. 9‘/i Sup. Ruhl, nachm. 2 Pfarrer Weber. — Bad Salzschlirf. Vorm. 9'/, Pfarrer Reich. - Großenlüder. Borm. 9V* Pfarrer Weber. — Bieberstein. Nachm. 3Vi Pfarrer Reich.
Montag, 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag.) Fulda. Vormitt. 9l/i Pfarrer Weber, abends 6 Sup. Ruhl.
Lvangel. landeskirchl. Gemeinschaft, Zulda, vutilarftr. 17.
Sonntag, 25. Dezember. (1. Weihnachtsfeiertag. Nachm. */i4 Kinderbescherung, abends 8 Evangelisation. — (2. Weihnachtsfeiertag.) Keine Evangelisation., — Dienstag keine Bibelstunde. — Freitag abends 8 Bibel, und Gebetstunde.
Amtliche Anzeigen.
Bekanntmachung.
Unter Bezugnahme auf meine DÄtanckmachimg vom 8. b. Mts. (dbgebrurft in Nr. 283 ber Fuldaer Zeitung) weise ich darauf hin, daß bröe Wahl der verlraueurmänner ffir Me Angestelllenversicherung
a) für bie Arbeitgeber am Mikro och, den 25. Januar
1922, von 9—10% Uhr vormittags, !
d) für bte Angestelllon am gleichen Tage von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags
im Sitzungszlmmsr des ßanbroteamies (Stadischkoß Nord- flügel) zu Futta für ben Wahlkreis, umfassend den Kveis Futta mtt Ausnahme der Stadt Fulda, statifindet.
Es sind zu wählen 6 Vertrauensmänner und 12 Ersatzmänner.
Die Vertrauens- und Ersatzmänner werden je zur Hälfte aus ben versicherten Angestellten, die nicht Arbeitgeber sind unb aus ben Arbeitgebern ber versicherten Angestellten gewählt.
Die Vertrauens- mkd Ersatzmänner aus den Arbeitgebern roevden von den Arbeitgebern ber versicherten Angestellten, bte übrigen von den versicherten Angestellten gewählt.
Die Wahttedmgungen sind ausführlich ta ta eingangs erwähnten Bekanntmachung veröffentlicht.
gulba, den 23. Dezember 1921.
Der Ccnbraf (Wahlleiter). 3. SB. Polstor.
Bekanntmachung.
Das unterzeichnete Mieteinigunqsamt Fnlda-Limds (für ben Bezttk bes Landkreises Fulda) verlegt
vom 1. Januar 1932 ab
feine bisherigen Diensträume in die Räume deS Laud- ratsamteS im Stadtschloß hieffelbst, innerer Schloßho^ 1. Stock.
Die Sitzungen werden fortan im Zimmer Dir 6 daselbst stattfinden. Zum Schriftführer ist der Kreisverwaltungs- fefretär Leister bestellt, welcher Anträge des Publikums Mittwoch und Samstag in ben Vormitiagsstunben von 8 bis 12 Uhr entgegennimmt.
Fulba, ben 22. Dezember 1921.
DaS Mieteinigungsamt Fulda-Land.
Pade, Amtsgerichtsrat.
Dr. Bahr’s
Zahnpioker99^o.
vom Zahnarzt verordnet, daher I
„das rechte fflahnpllegemitteVS
Drogerie G. K. Steyer.
übte. Mtt ber von Wellheim u. Co. zu erhallenden Summe hatte er gehofft, der dringendsten Verpflichtungen ledig zu werden, Verpflichtungen, die ihm durch heimlich gemachte Schulden des Sohnes erwachsen waren — jetzt war er an bem Punkte angelangt, baß er den immer mehr brängenben Gläubigern offen feine Zahlungsunfähigkeit eingestehen muhte. Seine fämt. tichen onberen Hilfsquellen waren erschöpft; bie Außen- ftänbe zum weitaus größten Teile beretts eingezogen, bas Weinlager durch Verkäufe ä laut prix auf bas äußerste -reduziert — wenn nicht ein Wunder geschah, bann mußte bie alte, hochangesehene Firma Albrecht Hohenfels ben Konkurs anmelden unb er, ber Inhabers unb bie Seinen wären gezwungen, die Stätte zu verlassen, wo sein Gesckflecht sett länger als einem halben Jahrhundert gehaust hatte. Würde seine gemütskranke Frau ben jähen Wechsel ber Verhältnisse ertragen? Emilie? Wie mürbe sich Emilie in biefeiben finden? Emilie? Der Gedanke an seine Tochter übte unmill-s kürlich einen lindernden Einfluß auf seine verzweifelte: Stimmung aus — Emilie würbe sich mit ihrem starken Geist zweifellos in bas Unabänderliche schicken unb an- tatt, wie voraussichtlich ihre Mutter, in roilbe Klagen über bas Geschick unb in Schmähungen über alle Well auszubrechen, ihn, ben Vater, mit Trostesroorten auf- zurichten suchen. Ihr war er es schuttig. sein inneres, immer stürmischer drängendes Sehnen nach Ruhe, end. gültiger Ruhe mannhaft zu bekämpfen, sich nicht feige aus dem Leben zu stehlen, sondern immer wieder sich emporzurichten unb allem, was kommen mochte, dre Stirn zu bieten.
In seine trüben Gedanken versunken, achtete ber unglückliche Mann nicht auf bas bescheibene Klopsen, bas schon mehrmals von ber Tür her durch die Sülle bes Raumes gebrungen war. Erst als bte Tür leise aufgellinkt wurde, wendete sich Herr Hohenfels er. chreckt um unb fragte in unwilligem Ton ben jungen Mann, besten Kopf in ber Türspalte erschien: „Haben Sie mich benn nicht verstauben, Herr Meißner, daß ich ungeftört bleiben will? Was wünschen Sie?"
„Entschulbigen Sie, Her-r Hohenfels, aber ber Herr draußen hat ertlärt, daß er Sie unter allen Umständen ta einer dringenden Angelegenheit sprechen müßte!"
„Wer ist ber Herr? Hat er Ihnen seine Karte gegeben?"
„Ster Schlossermejster Hochfett von brühen. Ti» wären bestimmt für ihn zu sprechen, meinte er."
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