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Samstag, 24. Dezember 1921.

uld aer Zeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Fulda.

48. Zahrg

Nr. 296

Ar AMHSMWWN ter Manila.

DieRöte

lasiungen die

Vie 8rage der Beamtenbesoldung.

radikalen angereg-e Drstimmimgen wurden rn der letz-

der ersten Hälfte des Januar stattfinden.

nächsten Jahres, also dem lege der Landtagsauflösung, w Smit.

merzt. Nach der neuen ZZerfassuny, wird der Landtag auch in Zukunft 60 Mitglieder zählen. Die Dauer der LeKstaturperiode ist van zwei auf drei Jahre erhöht, worden. Di« nette Verfassung tritt erst am 21. Januar

Bezugspreis: Monatlich 5.09 Alk. zugestelli frei ins Haus- z AbgehoU in der Geschäftsstelle 4,60 2RL > Anzeigen: Kteinzeile nach C o ionelmaß 1 Mark; Reklamezeile (Texlbreite) nach Colone'maß 3 Mark.

Ausland.

* Der belgisch-luxemburgische Vertrag. Die luxem­burgische Kammer ratifizierte mit 27 Stimmen gegen 13 bei 7 Enthaltungen denZollunionsvertrag mit Belgien. Die Sozialistische Partei enthiest sich ge», schlossen der Abstimmung, obschon sie während ter ton« gen Debatten heftig gegen den Vertrag Stellung ge­nommen hatte, sodaß" eine sehr starke Minorität dem Vertragstext gegenüberstehl. Die Verhandlungen zum Abschluß des Derirages zwischen beiten Ländern haben über anderthalb Jahre gedauert. Gegen Ende Sep­tember 1919 hatte eilte in Luxemburg abgehaltene Volksabstimung für den wirtschaftlichen Anschluß an Frankreich entschieden. In Belgien hat dies viel böses Mut gemacht, zumal französische Propaganda in Luxemburg das Resultat stark beeinflußt hatte. In Frankreich aber war man klug genug, eine andere Po­litik einzuschlagen. Man schloß em Militärbündnis mit Belgien ab und sucht bis auf den heutigen Tag den Einfluß in Belgien durch die Förderung eines Wirt- schaftsabkommens noch weiter zu fördern. Gleichzeitig begünstigte Frankreich die Verhandlungen, die zu einem! belgisch-luxemburgischen weitgehenden Wirtschaftsver­trag führen sollten, um so auf dem Umweg über Bel­gien auch Luxemburg in die allgemeine Kette einzube- zrchen, die Frankreich um Dnrtschlanü zu schmieden sich bemüht.

* Die deutschen Hochschulen In Böhmen. Im Se­nat in Prag wurde von deutscher Seit: ein Antrag eingebracht, nach welchem die Prager deutsche Univer­sität nach Reichenberg und die Prager technisch« Hochschule nach A u s i g a. E. verlegt werden sollen.

* Die Räumung Ciliciens. Die französischen Zivil- und Militärbehörden haben Cilicien zum größten Teil geräumt. Die türkische Vermattung wurde wieder hergestellt Die noch besetzten Städte Ainiab und Mer- sina soüen bis zum 4. Januar geräumt werden.

* Der Propaganda-Reisemarschall. Marschall I o f f r e ist am 21. Dezember in Bangkok (Siam) angenommen.»

* Unruhen in Aegypten. In Alexandria mußte di« Polizei eine Ansammlung von etwa 50 Personen zer­streuen. Verletzt wurde niemand. Die Ruhe ist wie­der hergestellt. Einige Kaufläden sind geschlossen. Aus Malta wird dazu vom 23. d. M. gemeldet: Der englische kleine KreuzerGeros" und ein Hilfsschiff haben Befehl erhalten, noch Aegypten in See zu gehen. Sie werden unverzüglich abfahren. Andere Kriegs­schiffe sind angewiesen worden, sich bereit zu halten, uw nötigenfalls sofort in Sae zu gehen.

Amtlich wird gemeldet: Im Reichsfinanzmini- j ten Lesung mit Hilfe der Mehrheitssozialisten ausge- sterium fand eine weitere Aussprache mit den Füh- -----1 m *"--------- ' " ' ' " - n

rem der Spitzenorganisationen der Beamten statt.

Die Forderungen der Organisationen vom 3. Dezem- der sollen nach Lage der Verhältnisse modifiziert werden. Die Beratungen werden voraussichtlich m

tenden fiiti) im letzten Grunde Ausfluß religiöser leberzeugung". Ein Staat kann nicht bestehen ohne elbstlose, opferwillige Charaktere. Run, Goethe chrieb:Selbstlose Charaktere habe ich in meinem

Deutsches Reich.

* Der Reichsral genehmigte in feiner letzten Sitzung vor Weihnachten eine Anzahl vom Reichstag beschlos­sener Gesetze, darunter die Gesetzentwürfe über Aus- dehmmg der Dersicherungs-grenze für die Kranken­versicherung aus 40 000 <M, über das Verfahren in Versorgungssachen, über die Rechtsverhält­nisse der ehemalig elsaß-lothringischen Be­amten, über Abänderung des Gewerbegerichts- und Kaufmannsgerichtsgesetzes. Der Reichsrat erklärte sich ferner mit einer Erhöhung der Eichge- b ü h r e n einverstanden, die auf dringenden Wunsch der (tzememden erfolgen sollen. Der Reichsrat geneh­migte ferner den Entwurf ein« Postordnung, so- wie Aenderungen der Postscheckordnung, der Telegra- phenordnuug, der Anweisung für den FuNktvlegra- phendienst und die Rohrpostsendung für Berlin. An­genommen wurde endlich ein Gesetzentwurf $ut Ver­einfachung des Aufgcbotsverfahrens von Schuldver- ichretbungen. Schließlich stimmte der Reichsrat der aus der Jnttiaüive des Reichstages hervorgegangenen Dorloge betreffend die Diätenerhöhungen für die Reichstagsmitglieder zu und vertagte sich darcmf bis zum 12. Januar 1922.

( j.) Ein Protest des Herrn von 3ogoro. Wegen seiner sofortigen Verhaftung hat nach Mr- lmer Blättermelduingen Laaow durch seinen Verteidi- per, Rechtsanwalt Grünspach, beim Reichsjustizminister Einspruch erheben lassen. Jagow bittet um einen kur­zen Urlaub, damit er wenigstens seine Ang legen- halten regeln könne. Die sofortige Verhaftung habe ihn cmßerorterMch beschwert wogen des darin liegenden Mißtrauens. Gerade er habe alles getan, um das Stier, fahren zu ermöglichen, und es läge gegen ihn kein Grund vor zu der etwaigen Annahme, sich der Strafe entziehen zu wollen.

(f.) Annahme der braunschweigischen Verfassung. Der brauns<l)wvigische Landtag hat die dritte Lesung der Staatsverfassung beendet. Bei der Gefamtabstim- muing über das Derfaffungswerk wurde dieses mit gro­ßer Mehrheit, unter welchen sich viele bürgerliche Stim- men befanden, angenommen. Gewisse von den Links­

Fahne" bestätigt in längeren Aus-

_____ Meldung derFreiheit", daß eine Erklärung, die von einem großen Teil führender Kommunisten unterzeichnet ist, gegen das Ver­bleiben der Führer des Märzputsches in der Zentrale der K. P. D. protestiert. ___

Die Erklärung trägt dem Blatt zufolge 128 Unterschriften, davon 66 aus Groß-Berlin, 53 aus Rheinland-Westfalen und 9 aus Ostpreußen. Wie das Blatt weiter mitteilt, hat die Zentrale die

Die Reichsregierung

zum Reparatisnsproblem.

Das Reichskabimti beschäftigte sich am Freitag mit der Kohlenfrage. Die maßgebenden Stellen fdü» der Auffassung, daß alle AnstrenMngen gemacht wer­den müssen, um den Kohlentransport zu steigern und damit die dem Wirtschaftsleben drohende Gefahr zu be- ssüiarn.

Im Anschluß an die KabineUssitzung fand eine De- sprechung der <m der ReparÄionsfrage beteiligten Res- sorte über den gegenwärtigen Stand des Reparations- Problems statt. Drr Termin für die Beantwortung der drei von der Reparationskommission in ihrer Rote vom 17. Degember gestellten Fragen steht iroch nicht fest.

Die Auffassung Zrankreichs.

Der Pariser Korrespodeni derVoss. Ztg." berichtet über die Auffassung Frankreichs in den auf der Kon­ferenz von Cannes zu erörternden Fragen auf Grund einer an zuständiger französischer Stelle erhaltenen Jn- fomation, daß im Gegensatz zu England Frankreich eine gleichzeiti ge Lösung der drei dringendsten Pro­bleme: die deutsche Frage, die mittekmropäische Frag- und die Herstellung der wirtschaftlichen Ordnung in Deutschland als das dringendste Probsim, durch besten Lösung altem eine brauchbare Grundlage für den witt- schaftttchen WiÄerausbau in Europa geschaffen werden können wünfcht.

Für die Sanierung der deutschen Finanzen, die als Voraussetzung für die Wiederherstellung der normalen Wirtschaftslage zu gießen habe, hätten die ftanzöfischen Sachverständigen ein Programm ausgeorbeitet, das eine Erweiterung der Befugnisse des Garantieausschusses, nicht aber die Einsetzung einer ständigen Kontrolle vor- sieht.

Die ftcmzösischen Vorschläge bezeichnen zunächst eine Neuordnung der RÄchsbankoerfaskmg nach dem Dor­bilde des Statute der Bank von Frankreich oder der Dank von England als unerläßlich Sie fordern weiter die Beschaffung einer Devisengentrate zur Verhütung von Devisenspekulationen und eine DerstKrsimg der Vorschriften über die Devisenabgabe von ter Ausfuhr Untrr der Voraussetzung, daß die Sanierung der deut­schen Finanzen ereielt wird, ist Frankreich bereit, aus den Londoner Zahlungsplan zu verzichten und bei Lö­sung der Reparationsfrage auf völlig neuer Basis mit- zuwirken. Frankreich habe auch nichts einzuwenden, daß das Reparationsproblem auf der Konferenz unter HinzuziehungDeutschlands besprochen wird.

Nach dem französischen Plane sollen die m London vereinbarten Jahreszabliunigen durch eine große internationale Anleihe, die 15 oder 16 Mil- liarden Goldmark erreichen fönne, abgelost werden.

Rückkehr Rathenaus.

Wie die Blätter berichten, wird Dr. Ralhenau Samstag ab md aus London in Berlin eintreffe n

üu§ der Zentrumrpartei.

# Die .Bergische Tageszeitung", Elberfeld, da, Organ der bergischen Zenteumspartei, vollendet tn bei nächsten Tagen ihren 5 0. Jahrgang. Gegründet i« den Jahren des Heraufziehenden kirchenpolitischen Kamp­fes in Preußen-Deutschland alsWuppertals.- Volks, blätter", hat die Zeitung die Interessen der Kirche uni des katholischen Volkes in der Bergischen Diaspora steil mannhaft nach den Grundsätzen der Zent.-umspartei oer, treten. Der Verlag. Wuppertaler Druckerei A..G., hck geglaubt, das Jubiläum trotz der Schwere der Zeit, dil auf dem Zettungsgewerbe in besonderer Weise lastet nicht still vorübergehen lasten zu dürfen, sonde-m ii einer gut ausgestatteten 52seitigen Jubiläums­nummer ein Bild der damaligen Verhältnisse uni ihrer Entwicklung bis auf den heutigen Tag gegeben. Zu der Festnummer haben hervo-.-ragende Mitarbeitet aus allen Gebieten wertvolle Beiträge geliefert: zudem enthält sie eine Chronik der sämtlichen kath. Gemein, den der Dekanate Barmen. Elberfeld und Solingen Preis 3 Mauk (zuzügl. Versandkosten 1 Mark.).

Die Jugendzenttale in Düsseldorf.

Auf die Jugend setzt das deutsche Volk seine Hoffnung. Auf "katholischer Seite sind darum dres Zentralen seit Ende des Krieges mehr in den Vorder­grund gerückt: Die Caritaszentrale in Frei­burg, der die Jugendfürsorge obliegt, und die betbeit» Zentralen für Jugendpflege, die des Jungfrauen, Verbandes in Bochum und die der Jugend- und Junamännervereine in Düsseldorf.

Wer Gelegenheit hat, das »Jugendhaus" in Düffeldorf zu besichtigen, der staunt über die Ent­wicklung, die diese Zentrale in den dreizehn Jahren ihres Bestehens genommen hat. In zwei Häusern mit zusammen etwa 35 Räumen sind ungefähr 50 Personen hauptamtlich tätig. Da trifft man neben den umfangreichen kaufmännischen Abteilungen und der BerbondSverwaltung besondere Abteilungen für die verschiedensten Gebiete: Organisation und Statisnk, seelsorgliche und Sittlkchkeitsfragen, Missions­wesen, Kinoreform und Bekämpfung von Schund­literatur, Jugendliteratur und allgemeines Bildungs-- Wesen, soziale Fragen, Theaterwesen, Wohlfahrts­pflege, Leibesübungen. Eine umfangreiche aus etwa 10000 Bänden bestehende Fachbibliothek ist vor» Händen, gegen 400 Zeitschriften aus dem Gebiet der Jugendpflege, Jugendbewegung und verwandten Gebieten liegen auf. Die Zentrale selbst gibt acht verschiedene Zeitschriften heraus, die in etwg 200000 Exemplaren allmonatlich in das Verbands­gebiet hinauswandern. Vorhanden ist auch eine fadx männifche Bauberatung für Jugendheime.

Ein gegliedert sind in die Verbandszentrale der Jugend führungsverlag G. m. b. H., der eine eigene Bücherstube unterhält und ebenso arbeitet Hand in Hand mit ihr dieStella maris", Licht­spielgesellschaft m. b. H-, die durch Einrichtung von Kinos und eigenen Vorführungen sowie Ver­mittlung guter Filme der Veredlung des Lichlspiel- wesens dient. Angenehm berührt, daß die Abteilungen fast durchweg nitt Fachleuten besetzt sind, so z. B. die Abteilung für Theaterwejen mit einem ehemaligen Theoterdirektor, die soziale Abteilung mit einem Volkswirtschaftler, die Abteilung für Leibesübungen mit einem Turnlehrer, die Bauberatung mit einem Architekten.

Wenn man seinen Rundgang durch die Zentrale beendet hat, so kann man sich des Eindrucks nicht

Und das, obwohl alle großen, ttesblickenden Männer darin einig sind, daß Religion in einem Staatswesen mit Nichten zu entbehren ist! ®in Staat kann nicht bestehen ohne bürgerliche Tugen- den. Bismarck aber meinte:Bürgerliche Tu-

Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus! Don Dr. Augustinus Kilian, Bischof von Wmburg

Im Laufe des ganzen Kirchenjahres gibt es kein 'Fest- auf das jung und alt, groß und klein sich so freut, als das gnadenreiche Fest der Geburt unseres -Herrn und Erlösers Jesu Christi. Es gleicht dem Sterne, der aufglänzt in dunkelster Nacht, dem Sonnenstrahl, der nach wochenlangem Regenwetter auf das Bett des Kranken hüpft; es ist eine Oase !voll Blüten und Hoffnungen in der oben Wüste fünf eres nordischen Winters, ein Blumenteppich in­mitten der frosterstarrten Erde, ein geistiges Früh­lingsfest in einer Zeit, wo unheimliche Kälte Flüsse und Seen in den Bann starrenden Eises schlägt. ,Was aber ist der tiefste Grund unseres Jubels? [Ser Engel macht ihn den Hirten kund:Ich ver- i kündige euch eine große Freude: Heute in der Nacht list euch der Heiland geboren, welcher Christus .der Herr ist." Darum jauchzt die hl. Kirche in ihrem Festoffizium:Heute sind durch die ganze Welt hin die Himmel honigfließend geworden", und die Engel fangen:Ehre fei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens find."

Christus, hebräisch Messias, heißt aus deutsch: Heiland, Erlöser. Woher aber wissen wir, daß Jesus von Nazareth der Heiland der Welt ist? .Seine Messianität, sein Erlöseramt ist bewiesen und fsichergestellt u. a., weil an ihm, und nur an ihm alles in Erfüllung gegangen ist, was die Propheten im Alten Bunde von dem künfttgen Erlöser vor­ausgesagt haben. Ihre zum Teile ungemein ge­nauen und ins einzelne gehenden Weissagungen beziehen sich auf die Zeit der Geburt des künftigen Erlösers, auf die Umstände seines Lebens, Leidens und Todes, seiner Auferstehung, Himmelfahrt und die Sendung des hl. Geistes, aus die Stiftung und eroige Dauer seiner Kirche.

In den meisten Prophetien der alttestament- Glichen Propheten wird der Messias als Frie­densfürst bezeichnet. So ner>nt ihn ausdrück­lich Jfaias.Seines Friedens wird kein Ende sein", versichert er.Dann werden Nationen ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Spieße zu Sicheln, nicht mehr wird Volk wider Volk das Schwert erheben, und sie werden nicht Mehr den Krieg üben. Dann wohnt der Wolf bei dem Lamme und der Pardel lagert sich zu dem Böckchen." Der Psalmist deutet diese Stelle so: In seinen Tagen wird aufgehen die Fülle des Friedens."

Friede, aber wo ist heute Friede? Volk erhebt sich wider Volk, und mitten im Volke nagt der Klas­senhaß am Marke der Nation. Friedel Wo i|t Friede? Nun, die Fülle des Friedens erhellt sich dem prophetischen Auge erst für den Abschluß der Weltzeiten, wenn derneue Himmel" und die neue Erde" geschaffen fein werden. Alsdann wird auch die gesamte Schöpfung vom Fluche befreit und den Frieden des Paradieses wiedergewinnen, und die Kinder Gottes in ihrer Glorie eingehen. Aber in gewissem Sinne gelten obige Worte auch für die ganze Zeit des Christentums.

~ Die Gabe, die der Heiland der armen fündigen Menschheit mitbrachte, sollte der dreifache Friede mit Gott, dem Nächsten und dem eigenen Herzen fein. Aber diese Gabe erhalten nur die, welche guten Willens sind. Und worin zeigt sich dieser gute Wille? Darin, daß sie Gott die Ehre geben:Ehre sei Gott in der Höhe!" Daran fehlt es aber in unseren Tagen! Unsere Zeit hat eine große Aehnlichkeit mit dem Untergang des Reiches Israel: heute wie damals eine erschreckende Gott­losigkeit und ein beängstigender Mangel an leben­digem Glauben. Damals in Israel nur 7000 Männer, die ihre Kniee nicht vor Baal gebeugt hatten, und heute ist die Gottlosigkeit in stetem Wachsen begriffen. Früher haben staatlich besoldete Professoren vor einem kleinen Kreise gebildeter jun­ger Männer den Glauben an Gott kritisiert und bespöttelt, und jetzt ist ihr Unglaube ins Volk ge- drungen, und Millionen rufen jetzt: Es gibt kei­nen ®ott! Während über die gebildete Welt eine Welle religiöser Sehnsucht geht und man dort sich abwendet von dem oben Materialismus, der Herz und Verstand unbefriedigt läßt, wird man die Gei­ster, die man rief, beim Volke so rasch nicht los. lieber Häckels Bücher und Lehren urteilt Uexküll, der Mitbegründer der experimentellen Biologie: Man muß mit dieser Weltanschauung rechnen, sie wird noch Jahrzehnte das Evangelium der Waffen bleiben; denn sie »enbet sich ebenso an den ge­meinen Verstand als an den Verstand der Ge­meinen".

Heute wie damals der schändlichste Götzendienst: in Israel der fluchwürdige Kult des Baal und der Astarte, der unter wilden Orgien .rasenden Tän­zen und ausschweifenden Un-ucht erfolgte, und heute der Tanz um das goldene Kalb, tierische Sinnenlust und, unersättliche Genußsucht. Der Stell­vertreter Christi gibt die Losung aus: Zurück zu Christus! Alles erneuern in Christus! und Millio- nen von Ungläubigen erwidern:Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche!" Unb sie bemühen sich wie rasend, mit allen Mitteln die Kirche Christi zu bekämpfen, sie aus dem ganzen öffentlichen Le­ben zu verdrängen und ihren Einfluß auf das soziale Leden unb bie Schule zu beseitigen.

Die Lage wirb in den Organisationen bahin be­urteilt, baß sie ihr möglichstes getan hätten. Die Verhandlungen seien jedoch durch die Span­nung unserer auswärtigen Lage und das W e i h n a ch t s f e st beeinflußt worden, fo baß eine Vertagung sich als notwendig erwiesen habe. In den Kreisen der Verhandlungsleiter ist man der Ansicht, daß bas Ergebnis der bisherigen Ver- hanblungen irgenbwelche größeren Aktionen in der Beamtenschaft nicht zur Folge haben wird, wäh­rend man sich der Möglichkeit kleinerer loka­ler Bewegungen nicht ganz verschließt. Doch dürste der Einfluß der Gewerkschaften groß genug fein, um ernsthafte Störungen zu vermeiden.

Drohender Eisenbahnerstreik in Schlesien.

Etwa achttausend Eisenbahnbeamte und -Ar­beiter zogen am Freitag vor bie Eisenbahnbirektion und forderten einen sofortigen Vorschuß von tau­send Mark und Regelung der Ortsklasseneinteilung. Für den Fall der Ablehnung wurde mit dem so­fortigen Ausstand gedroht. Verhandlungen sind im Gange.

Lerannvorttich lür den ceoauionellen Teil: Dr. I. Kramer- n für die Anzeigen: I. Parze Iler-Fulda. s Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Semtpredjer Nr. 9. Telegr.-Adrefse: Fuldaer Zeitung.

Hus -em besetzten Gebiet.

verbot der Deutschen Seitana' im besetzten Gebiet- Die interallirerte Rheinlandkommiffion hat die .Deutsche Zeitung' auf drei Monate verboten wegen eines Artikels, der angeblich das Ansehen der Besatzungstruppen verletzte.

* Zur Erschießung der Lehrerr petzold. Zu der Er- schietzung des LehrerS Petzold bei Delkenheim wrrd noch bekannt, daß der Wachtposten, ein algerischerSchÜtze, ein Haft genommen wurde, in der er sich noch let. Die Leiche des Erschoffenen wurde auf dem Friedhof in Kastel beerdigt. Von anderer Seite wird der ,Frankf. Ztg.' noch mitgeteilt, daß Pctzold nicht, wie zuerst gemeldet, schwerhörig war, und daß seine Leiche 50 Meter vor der Kreuzung des, auch nur für Fuhrwerke verbotenen Weges gefunden wurde.

Verhaftungen in Düsseldorf. Im Brückenkopf Düsfeldorf hat die französische Militärpolizei nach Ab- Haftung von Haussuchungen eine Anzahl von Personen verhaftet, die einem angeblich bestehenden geheimen militärischen Verein angehören sollen. Cs handelt sich dabei um Personen, die zum Schutze bei etwa ausbre- chenden Unruhen Gummiknüppel zur eigenen Verteidigung sich beschafft haben.

ganzen Leben nur da gefunden, wo ich ein feft- gegrünbetes religiöses Leben fand." Ein Staat kann nicht bestehen ohne Bilbung. Nun, ber Philo­soph Wunbt äußert sich:Für bie Bildung kom­men drei Faktoren in Betracht: Kunst, Wissen­schaft unb Religion; letztere hat eine ganz beson­dere Stellung; vermöge ihres Wesens kommt ihr eine durch nichts zu ersetzende Orunbfunttion im System der Bildung zu." Der große W a s h i n g- t o n aber schrieb in seinem Testamente:Religion unb Sittlichkeit finb die unerläßlichen Stützen ber öffentlichen Wohlfahrt. Der ist kein Freund des Vaterlandes, der diese zwei mächtigen Säulen des menschlichen Glückes untergräbt Jeder wahre Politiker schätzt und liebt sie wie jeder fromme Mensch." Endlich: damals wie heute bie be­fremdliche Erscheinung ,baß die Menschen trotz der Heimsuchung Gottes sich nicht bekehrten. Damals Hungersnot im ganzen Lande, und heute nach dem entsetzlichen Kriege mit seinen Millionen Toten Hunger, Elend unb Not Unb boch berauschten sich bie Menschen bamals unb berauschen sich heute am Taumelkelch fünbiger Lust!

Da liegt ber Schluß nahe, baß Europa einen ähnlichen Untergang finden werde, wie Israel ihn gefunden hat Allein solcher Gedanke sei fern von uns, zumal am hl. Christfeste, das uns an die größte Liebestat Gottes erinnert Auf diese Liebe unb dieses Erbarmen Gottes rechnen wir. Allerdings weist bie Geschichte kein Beispiel dafür nach, baß ein Volk sich je bekehrte, welches im großen und ganzen den Glauben abgeworfen hatte. Aber es gibt boch auch heute noch Millionen gläubiger Deutsche, Katholiken wie Protestanten, die vor Baal ihre Kmee nicht beugen. Darum hof­fen wir auf bie Barmherzigkeit Gottes. Mögen bie Gläubigen nur ihre Pflicht tun: mögen sie auf- stehen vom Schlafe, um ihren religiösen Grund- fatzen nicht nur persönlich nachzuleben, sondern die- eiben auch im privaten unb im öffentlichen Leben zur Geltung bringen, mögen sie aufstehen vom Schlafe, um für ihre religiösen Ideale zu kämpfen. Wenn wir selbst mutig unsere Grundsätze bekennen und furchtlos nach denselben leben, sowie andere dafür zu gewinnen suchen, dann wird es allmählich besser werden. Dann wird unser Volk Gott in der Höhe die Ehre geben und für seinen guten Willen den Frieden Gottes erhalten, der alle Be­griffe übersteigt!

Forierung nach dem Rücktritt ber für die März­aktion verantwortlichen Mitglieber abgelehnt.

Einer weiteren Meldung zufolge wird bie Op­position in ber K. P. D. nunmehr über ben Kops ber gegenwärtigen Zentrale hinweg einen Par­teitag einberufen, auf dem bie Märzaktion unb bie Führer derselben einer Kritik unterzogen wer­den sollen.