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Lausbub kochend und stolz ein auf einer Satte befestigtes PüÄcrt mit der derben Inschrift trug: An iüt Sauen!

»So wog es tarn und habe Mut, deine Rechte zu ertrotzen.

Und mach nftht gleich 66e Hose voll, wenn Unter» nehmer protzen",

so ging doch der Direktor -er Bundesbahnen m8 feiner Gattin durch die Strotzen fparieren, sich auch das Schau­spiel «ly-aschon, bsi dem selbst die Telephonistinnen zum allepwÄnsn Ergötzen mitaxrtten und manches Scherzwort auslösten.

Dahinter stehl freÄich der Emst und manche Nol, wenn gleich di» SchaveyervoA mäst einen so schmerzlichen Lebensweg hot gehen müssen wie das deutsche. Ab« der Ernst und der Wille, gerobe auf zwei Deinen zu stehen, an dem es «ns so sehr noch gSbricht. wird seine gute Wirkung nicht vewchlen und zum Ausgleich der Gegensätze bEaxen. Ich bin ein Qtinb jeglicher Som* promrsße, ober ost sind Ye doch von zwei Ucbetn das kleinere

Direktor F. H. Thaiden. <

Kus dem Nachbargebiet.

Aus der Rhön. Die kleine Rhöngemeinde Kilianshof am Kreuzberg erhielt zwei neue Glocken non der Firma Gebr Klaus in HeidingS» selb. Gestiftet wurden die Glocken von nach Amerika ausgkwanderten Bürgern.

(fpd) Jrankfnrl a. HL Trotz schärfster Beauffichti» gung Hoven die Einbrüche in Frankfurter Schulen nicht auf. In der letzten Nacht statteten die Siebe der Brüder-Grimmschule einen Besuch ab urti> stahlen was nicht niet- und nagelfest war. Die in der Wtelandstraß« 2 wohnende FrauEhristine Ming Der» gast bei der Abendbrvtzubercitung die Wfd.llung der Gaszuführung und fand dadurch den Tod durch Gasvergiftung. In der Odermainonlag« wurde gestern früh ein L4jähriger Studienrefe» r e n d a r, der Sohn einer sehr angesehenen Frankfurter Familie, erhängt ausgefunden. Der junge Mann hat die Tat in einem Anfall geistiger Umnachtung be­gatten. Er litt fett dem Kriege an einem unheilbaren Leiden.

mc Arankfurl a. HL In den Tagen vor Weihnach­ten wurden sowohl die Paulskirche, als auch die Katharinenkirche für religiöse Weih­nachtsaufführungen zur Verfügung gestellt. Beide Kirchen sind eoangslffcher Konfession. In der letzteren finden die Aufsühmngen auch an Weihnachten selbst statt. Hier ist man auch dazu übergegangen, den sonntäglichen Kindergottesdknst durch Lichtbilder Pt veranschaulichen, da matt die Wirkung des Bildes für nachhaltiger hält, wie die des gesprochenen Wortes.

Wiesbaden. Die m letzter Zeit viel umstrittene Frage der Erhalümg resp. Wiederherstellung des Klosters Eberdach ist in einer Sitzung der Bezirkskammission für Denkmalspflege gelöst worden. Der Sitzung wohnten auch Brrtrcter der Berliner Re­gierung und des Landwirtscha^sministeriums bei. Dr. Lübbecke (Frankfurt) erstattete ehr eingehendes Gut­achten über die baulichen Maßnahmen, um die Ver­schandelungen am Kloster zu befettigen und seine archi­tektonischen Schönheiten wiederherzustellen. Es wurde beschloss'?!!, die Kirche in ihrer früheren baulichen Rein- Helt wieder herzurlchten, den Schlafsaal der Patres uni Lasenbrüder in konservatorische Fürsorge zu nehmen und nur di« Wiederherstellung der Kreuzgänge als vsr- läufig zu kostspielig zurückziustellen. Die Mittel feiten durch einen zu gründenden Verein zur Erhal- tung des Klosters Eberbach aufgebracht wer­den.

Ais Geifa und Umaebung.

---i Motzlar. In der hiesigen Gemeinde fand Sonn­tag. den 18. Dezember, eine gut besuchte D e r s a m m. lung de» Ortrbauernoereins statt, zu der sich auch eine Anzahl Landwirte aus den Nachbarge, mein den eingefunden hatten. Als Redner war Herr Echuchert-Fulda vom kurhessischen Bauern, verein erschienen. Nachdem der Dorsitzende. Herr Wald, die Versammlung kxgrüßt hattch fegte der Redner aus Fulda die finanzielle und wfrtschaftsi potttifche Lage Deutschlands dar und behandelte ein. gebenb die Aufgaben der deutschen L a n d wirt­schaft gegenüber diesen Problemen. Er gewährte den Anwesenden einen interessanten Einblick in die viel- fettigen und gewaltigen ©teuerprobleme. Die Anwe­senden wurden durch die feffelnbcn und überzeugenden Worte des Redners von der Notwendigkeit und der großen Bedeutung der Bauernorganisation vollständig überzeugt. Hierauf sprach der Landwirt Leo Ger­hard In kernigen Worten über die Wichtigkeit der Prefle. Herr Schuchert schloß feinen Vortrag mit dem Wunsche, daß die deutsche Landwirtschaft redlich mit-

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Luftregionen hin und wtieder f" tlten. Sie leichten Wölkchen, die hinter der Burgruine am Firmamente schwebten, waren von rosigem Schimmer überhäuft, so- daß die altersgrauen Mauern wie in Glut getaucht er. schienen Jetzt verblaßte der Schein zu Violett, das wieder in bläuliches Grau überging, bis auch die lehre Farbenschattierung schwand und das matt« Blau des Abendhimmels sich über der zu.' Ruhe breitenden Erde wölbte. Aufblitzend wurden schon einige Sterne sicht­bar und die bleiche Sichel des Mondes hob sich eben über Ne im Hintergrund sichtbaren Höhen der Berg, kette.

Die friedllche Stimmung des herrlichen Frühsom- merabenbs teilte sich nicht der Einsamen mit, die von innerer Angst gefoltert, immer noch auf der Bank un­terhalb der nachbarlichen Gartenlaube verharrte. Un. empfindlich für jeden äußeren Eindruck beachtete Emilie Hohenfels nicht, daß die das trennende Eisengttter durchflechtenden Ranken von zwei Männerhänden aus. einandergebogen wurden und daß das männlich schöne Gesicht Wilhelm Friedwalds mit einem besorgten Aus­druck auf sie herabblickte.

Der junge Mann mochte glauben, daß die unbeweg. Rd> halb auf der Dank Liegende von einem Ohnmachls- anfalle betroffen worden fei, denn rasch schwang er sich auf die trennende Mauer und rief hinüber: »Fräu­lein Hohenfels, bedürfen Sie der Hilfe?'

Erschreckt richtete sich die Kn gerufene empor und Friedwald erkennend, stammeste sie wie von einer lei. sen Hoffnung durchzuckt:Herr Friedwald Sie sind es? Sie schickt «in auter Gott! Helfen Sie. raten Sie, was ich tun soll! Wenn jemand einen Ausweg finden kann, dann sind Sie es Sie mit Ihrer klaren U-:. tcilsgabe mu Gotteswillen, helfen Siel"

Huer augenblicklichen Eingebung folgend, über deren Warum und Weshalb sie sich selbst keine Rechen' schäft geben konnte, bat Emilie Hohenfels um Fried­walds Hilfe, während sie mH siebend emporgehobenen, gefalteten Händen jenseits der Mauer stand. Es war ihr, als müsse dem Manne dort oben die geheime Kraft inneroohnen. das, was ihr unmöglich schien, möglich zu machen. War er nicht immer derjenige gewesen, der während feiner Tätigkeit im Vaterhaus« dazu berufen wurde, verwickelte Fragen zu lösen und scheinbar un- überwrndliche Gegensätze auszugleichen? Und war ihm dies mit leise» Säbiateü au überreden, feinem Be­

helfen möge an dem Wiederaufbau des bedrängte» Vaterlandes, was mit lebhaftem Beifall aufgenommer wurde, ______

vermischtes.

Krippe-Epidemie In Mannheim. Eine Grippe- Epidemie hat in d:r Stadt Mannheim und Vor­orten einen derartigen Umfang angenommen, daß bei Straßenbahnbetrieb weyen der Erkrankungen hn Fahrpnsonal eingeschränkt werden mußt» Diele Schuten wurden geschloffen. Auch in den Ge- toäftan macht sich die Gpibem in unangMehmsts Weise bemerkbar.

* Kessel xpiosion in einer Dampfziegelei. In Weinhausen bei Hannover ist in der Stöckenee Tampfziegelei ein Dampfkessel explodiert, wodurch das Kesselhaus in die Luft flog, ein angrenzender Schuppen in Trnmmtr gelegt und sehr umfang­reicher Schaden angerichtct wurde. Von drei Arbei­tern wuidenzwei schwer und einer leichtverletzt.

Ein Kataster-Unikum bildete daS int Preußisch- schlesischen Kreise Grünberg gelegene Forst hauS Bögendorf. Das Gebäude steht auf drei Ge­meindemarkungen und zwar gehört die Küche nach SeiferSdorf, die Wobnstube nach Ltebichau und die Schlaskammer nach Ober-Bögendorf.

* Gedeihe« Apfelsinen in Deutschland? In früheren Zeilen Hai man mehrfach die Kultur der Apfelsinen in Deutschland ver ucht. Be onderS in Eisaß-Lothringen ging man eifrig anS Werk. Nicht bloß um Straßburg herum, sondern auch in der Metzer Gegend, wo die Mirabellen gut gedeihen, entstanden Anlagen, auf die n an den größten Fleiß und nicht geringe Mittel verwendete. Alle Veriuche, scheiterten an der Ungunst des KiimaS und man mußte die Hoffnung, die Apfelsine als Handelsartikels also in größeren Mengen, in Deutschland zu ziehen, aufgeben.

Zeilungspreise In O sterreich. Mit Rücksicht darauf, daß die Papierprrrse für die Aeikmgen abermals be- deutend erhöht worden sind, droht etne neuerliche Stei­gerung der Preise der Zeitungen, so daß ein Exem­plar tot Wiener Tageszeitungen, das jetzt im Durch- schnrtt 25 Kronen kostet, nach Neuscchr auf minde­stens 70 Kronen zu stehen kommen wird.

Amtliche Anzeigen.

Die Erlaubniskarlen Zur Ausübung des Viehhandels sind auf Anordnung des preußischen Staatskommlffars für Volksernährung bis zum 28. Februar 1922 (ein- jchtießllch) ausgedehnt worden. Eine Herabminderung der für die Gvlaubnisf arten für das Kalenderjahr 1922 zu entrichtenden Gebühren, deren Festsetzung noch er. folgt, tritt hierdurch nicht ein. Sobald die Verordnung, die die Ausgabe der Viehhandelskarten für das Kalen- verjähr 1922 regelt, erschienen ist, werden den bisheri­gen Inhabern der Erlaubniskarten Anttagsformulare für bte Erteilung der Hau «lser!aubniskarten für das Jahr 1922 vom Herrn Regieruiigsp.äsibenten (Fleisch­stelle) zu Kaffel zugeschickt roeriiea.

Antragsteller, die Wchhandelskmten für das Kalen­derjahr 1921 nicht besessen haben, können Haupt- un> Neben-Erlaubnisscheine schon jetzt beantragen.

Fulda, den 20. Dezember 1921.

Der Landral. 3. D.: Polster.

Dem Förster Markusch ht Giesel ist bie aus» hikssweise Mitwirkung bei der Ausübung der llagd- polizÄ in den an den Staatswald der Oberförfte.-ei Giesel angrenzenden Gemarkungen des Kreises Fulda übertragen worden.

Fulda,- den 14. Dezember 1921.

Der Landral. 3. D.: Schuster.

tut

ist die beste Seife

faw's

HiEStew m. B^seserkeäi

sind Jetzt wieder In albekannterGüte überall erhältlich

schick, widerstreitenden Meinungen mit sachlicher Klar­heit zu begegnen und die bei solchen Gelegenheiten so leicht entstehenden persönlichen Differenzen zu ver­hüten, nicht fast jedes Mal gelungen, wie es der Dator so ost von ihm gerühmt hatte? Wenn es einen leiten­den Faden in dem Labyrinth ihrer Drangsal gab, bann war er es, der ihn ausfand und ergviffl Wie eine unumstößliche Gewißheit erschien es ihr: Wilhelm Friedwald kann heifenl

Dieser hatte mit einem leichten Befremden den leidenschaftlichen Erguß be: jungen Dame angehört und rief jetzt beruhigend hinüber: »Aber Fräulein Hohen­fels, was ist denn geschehen? Wollen Sie. bitte, nid)f etwa» näher treten? Es geht wohl nicht wegen des dichten Buschwerks? Sie ristierens doch? Ra, da wird sich 3hre Schneiderin freuen! Schon glücklich durch? Jetzt nur den Fels herauf da geht'» ja so bequem wie auf einer Treppe! Ditte, ».-eich,«, Sie mir die Hand! So da wären wir ja jetzt aber vor allem: den Kops hoch und gestatten Sie, das ich Ihnen hier meine Braut, Fräulein Hedwig Hochheid, vor- stellel"

Emilie Hohenfels war durch das dichte Buschwerk bis dicht an die Mauer gedrungen und hatte sich mti Hilfe Friedwalds an der an tiefer Seite etwas ment, ger stell abfallenden Felswand bis zu der Höhe der Maue-: emporgearbeitet, so daß sie die Gartenlaube des Nachbars übersehen konnte. Etwas betreten er­widerte sie die Begrüßung Hedwig Hochfelds, von deren Anwesenheit sie keine Ahnung gehabt hatte, und fragend wandte sie das Gesicht nach Friedwald, ber, ihren Gedankengang erratend, ber Vorstellung sogleich die Wort« beifügte: «Wenn Ihnen tie Anwesenheit meiner 5>:aut für das, was Sie mir ZU eröffnen ha­ben, vielleicht nicht erwünscht ist, Fräulein Hohenfels bann

»Nein, nein," unterbrach Emilie hastig den Spre. chenden, nachdem sie nochmals einen Blick auf Hedwig geworfen hatte,durchaus nicht. Her: Friedwald! 3m Gegenteil, freue ich mich in Ihrem Fräulein Braut vielleicht eine Bundesgenossin zu finden! Täuscht mich nicht aller dann ist sie dazu bereit, wenn sie meine Not erfährt sie müßte nicht die Schwester Start Hoch- felds sein!"

Sortierung folgt)

M 29Z.

Mittwoch, 21. Dezember 1921.

-> Uuldaer Leitung

was bedeutet die landwirtschaftliche Ertragssteigerung für die Bauern?

Nach einem Bericht der Snld. Ztg.« aus Marburg wurde in einer Ver­sammlung deS Marburger Landwirt­schaftlichen ttreisvereins dieser Tage von dem Landwirt Nägel aus Crum­bach bei Kaffel die Ertragssteigerung brtngenb empfohlen. Aus sachver- stänörger Fever erhalten wir zu dem gleichen Thema folg. AuLfnhrungett Mit betonterer Freude kann man beim Durchlesen der lMchwirtschasllicherl Fachpresse und landwrrffchaft- kchen Dersamn.tukMberichten feststelten, daß die Leiter der großen Organisationen in der Landwirtschaft im­mer wieder ihre Berufskameradm anffordern, aus dem Grund und Boden, dem kostbaren Rationalgat, das L:tztmögliche an Erträgnissen herauszugolen. Die Steigerung der Produktion sei die wichtigste Mitarbett vaserer Landw'.rischoft am deutschen Wiederaufbau

Um den Ertrag zu erhöhen, ist zweierlei erforderlich, nämlich der Boden muß besser bearbeitet und Kapi­tal muß in erhöhtem Maße in die Wirtschaft himin- grsteckt werden. Das bedeutet unter anderem Der- Wendung erstklassigen Saatguts und Auchtmaterials, Zufuhr genügender Nährstoff« für die Pflanzm durch fachgemäße Denoendung auch von Kunstdünger und »richt Mietzt Gebrauch von Maschinen zum Sparen von Zeit und Arbeitskraft. Erhöhter Kapitalaufwand be­deutet für den Baun Hingabe von Geld. Empfiehlt sich dos heute? Das muß unbedingt bejaht werden. Denn das Geld, das auf diese Weife angelegt wird, bringt mehr Zinsen durch reiche Ernten, als wenn man es sonst oenrnnbet oder in die Kaffe trägt. Dor allem dber sind solche Neuanschaffungen weitaus sicherere Werte als di« Papierscheine. Diese besitzen feinen Eigenwert wie früher die Gold- und ©tlberftiitfe. Ihr Wert beruht vielmehr nur auf dem Vertrauen der Bürger, für diese Staatsschuldscheit« im wirtschaftlichen Verkehr Waren und Dienstleistungen zu erlangen. Mes Vertrauen ist bald größer, bald geringer, ändert sich von Tag zu Tag. Scm-U schwankt und sinkt auch die Kaufkraft jener als Geld dienenden gehäuften Papier- a Daher würde jemand, der Sachwerte besitzt, handeln, wenn er den Lockungen hoher Prelle nächsten, sie verkaufen und in Papiergeld «nfetzen wollte.

Jene Kapitalanlagen, welche durch die intensive Wirtschaft veranlaßt werden, beleben aber auch den i n- bustriellen Inlandsmarkt. Schon seit Jah­ren haben führende Landwirte darauf hingvwtesm, doch ein gesunder gewerblicher Binnenmarkt die sicherste Grundlage einer gedeihlichen Entwicklung der Land- wirtschaft ist. Zwar umgekehrt gllt das gleiche. Na­mentlich heute hat unsere Industrie, die auf der Suche nach neuen Absatzgebieten des Weltmarktes auf man­cherlei Schwierigkeiten, insbesondere auf ausländische Einfuhrverbote und Schutzzollgesetze stößt, chren sicher­sten Markt in einer kaufkräftigen und aufnahmefähigen inländischen Landwirtschaft.

Mteßen durch Bestellung von Maschinen usw. seitens der Landwirtschaft der Industrie Aufträge zu, fo wird dakmrch die Gefahr der Arbeitslosigkeit dauer- gaft gebannt.

Alle diese Erwägungen, insbesondere die des eigenen trrrmiftelbaren Vorteils wie vor allem die Gesinnung unserer Wirtschaft, liefern den Beweis, wie dringend notwendig es ist, auch den letzten Bauer durch feine Organisation auf die wichtige Aufgabe der intensiven Wirtschaft hinzuweisen.

Die unanfechtbare Wahrheit, daß nur die Werte fchafsende Arbeft Deutschland roranbringen und seine Kreditwürdigkeit im Ausland, auf bte wir häute in befonberemi Grade angewie sen sind, heben kann, wird so oft anderen Berufsständen, wie Arbeitern und An- gestellten, gepredigt. Sie gilt aber ebenso für die Bauern. Je mehr Ausland an der Derringeruny der Einfuhrposten für Lebensmittel in unserer Handels- bilaiH und an der steigenden Deckung des Bedarfs aus unserem eigenen Boden schen wird, daß Deutschland reicher geworden fft an Sachwerten, nicht nur an wert­losem Papiergeld, um so eher dürften sch auch gesunde Handelsl.eziehrm.gen mit ihm anbahnen.

Ueberdies fft ein Anspannen und Auftvenden aller Kräfte und Mittel zur landwirffchaftlichon Ertrags- fteigerung für die Beruhigung unserer in­neren Verhältnisse von nicht zu unterschähen- bem Einfluß. In der kommunistischen Preffe kehrt im­mer wieder die falsche Behauptung wieder, die Land- Wirffchast tue nicht das ihrige, um den Bedarf an Le- bensmilteln zu decken. Deshalb sei die Sozialisierung

Die Jagd nach dem Glücke.

Erzählung von Fritz RitzeL

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-Hollah mich geht die Sache genau fo viel an, tote meinen Bungen! unterbrach wieder ber andere. »Karl trägt meinen Namen, ist mein Sohn und die Oanje West tuschest sich zu: dem Konrad Hochfeld fein ®°bn ist ein Dieb. Meinen Sie vielleicht, dazu mache ich ruhig bie Faust im Sack, anstatt jedem,'der es hören will klaren Wein einzuschenken? Und bann wie ftefjfs denn mst dem Gelbpunkt? Darüber setzt Ihr romantische^ Leutchen Euch wohl ganz einfach hinweg? lleber zehntausend Mark habe ich dem süßen Schmu- ser, dem Herrn Bankdirektvr auf den Tisch (egen müfr fen, baß mein Kari nicht vor bie Assisen kam über zehniausenb Mark, mein sauer erspartes Geld die der leichtsinnige Stritt da drüben Gott hab' ihn selig ber Himmel weiß wie verjuckt hat! Deshalb schon muß ich die Sache fo rasch roje möglich Ins Klare bringen denn mit dem Reichtum da drüben ist'- nicht fo weit : bas wissen Sie wahrscheinlich noch besser wie ichl Es wird so allerlei gemunkelt da hab' ich gar keine Lust, bas, was ich meinen Kindern mit Mühe erobert habe, so lange dort drüben zu lasten, bis es oielleicht mit ber ganzen Herrlichkeit Mathäi am letzten ist. Will nur sehen, ob sich der vornehme Herr nicht sperrt, dann aber reißen alle Stritte! Doch jetzt genug davon die Hedwig kommt bie braucht vorläufig Nichts von der Geschichte zu wiffen."

»Baron Greiffenstein ist soeben vorgefahren und wünscht Dich und Wilhelm zu sprechen!" hSrje die un« freiwillige Lauscherin jetzt eine Helle Mädchenst'mime sagen und gleich darauf wurde das Geräusch der sich aus der Laube Entfernenden vernehmbar.

Noch einen Augenblick stand Emilie Hohenfels stumm Und preßte die Hand auf das wildklopfende Herz. Was hatte sie hören müsten! Karl Hochfeld und fein Vater wußten um bie Schuld des toten Bruders und Karl suchte seinen Vater davon abzuhaltan, mit der Wahr­heit vor die Oeffentlichkeit zu treten! Dre Aste meinte, es geschehe dies aus Großmut Emilie wußte es bes­ser. Karls Liebe zu ihr bestimmte ihn, die Sache tot ju schwÄLen um ihnen, den Hohenfels, bie Schande

der Anbauflächen erforderlich. Gewiß kann man dem­gegenüber sich auf sozialistische Wortführer berufen, die fchon vor dem Krieg zugegeben, daß gerade der bauet- liche Eigenbetrieb, namentlich der mittlere und kleinere, seine volkswirtschaftliche Exfftenzberechtigung neben dem Großbetrieb habe, ja daß er in vieler Hinsicht, nament­lich m bezug auf Fleisch- und Milchproduktion, diesem voMz'ttchen ist. SMt mehr würde das vom sozialisti­schen Großbetrieb gelten. Davon wollen aber die Som« rrunfften nichts wiffen. Wächst dagvgen unsere land- wirtschaftliche eigene Produktion und werden wir so in der Lebensmiitelfrage vom Ausland, das heute staat- liche Milliarbenfummen für unseren Ncchvungsbtdarf erhält, unabhängiger, fo werden durch diesen klaren Dogenbeweis der asfonsichtlichen Tatsache ihre welt­fremde Theorien widerlegt, und den Hetzereien ist viel UnzufriÄsenhetts-stoff crrhzooen.

Aus all item ergibt sich, was auch die Führer der Landwirte betonen: Die Forderung der intensiven Wrrffchast ist keine Phrase oder ein billiges ©oMoairort, das politisch-taktischen Erwägemgen entspringt. Nein, vs birgt bte Wahrheit, nach der zu handeln ist. Dor allem bedenSe man stets: Die Erfüllung dieses Ge­bots fordert prirvÄrirffckaftlich kein Opfer, sondern der Bauer fährt dabei am bssten. L

M uerWii fein.

Aus einem Briefe.

3m Zug D«rn-Feankfurt. Wir feben in einer Zcft ber Demsifftrai-men, nicht nur wir Deaifche. Was ich öfter auf meinen Rcisen im Ausland n ch Be. enbnfimg des Steteges auf tiefem Qkftfeie gesehm hab«, rekte doch be weAcm nickft an das überaus embrucksvolle Schauspiel hsran. beffen Kruge ich ixmf) einen Aufell am Sorattag in ber fchweizechsch-n Bundeshauptstadt Bern wurde. Das erbgenössisch« Poffonal, alfo msbesonber« tie WngefteLten ber Eisenbahn, ber Post und Telegraphie in ihren verschiedenen Gattungen hatten sich zu einem Um- juge jufamnwgefunben, um öffen-trdjien Protest «mzu- fegen gegen bte beabsichtigte Heoaüsetzui^g ber Lichne >mb DerLängenmg ber achWmtigen Arbeitszeit jum Zwecke ber Stermmbsrung ber FcchlHeKäy«, wenn nfrfr bie steuer, liche Dekatstung noch brüdtenber warten soll.

Es fft nicht meine Ansicht, mich hier mit dichm Streit» fragen selbst zu besoffen, nur bie Kundgebung ats solch« teschästtet mich an biefcr Stelle. Es traten dort 15 000 bis 20 000 Menschen vereinigt zu einem Zuge durch bie Steahen ber aßen und jungen Därenstadt, rote triefe chn nach attgememer Ansicht noch nie m ihren Mauern ge- schm hat. Mchrore ©iunben lang bauerte ber Vorbei- mansch all der vielem Reformen in Reih .unb Glied. Ein iifterous impoferotes DD war es, auf bas seübft bte vie­len offen DruimenheÄigsn erstaunt, roett bie Seiten sich örtern, henmi>ergeschMrt Hoden mögen. Farbenprächtige Fahnen und ©tanbnrten «t einer Vte^ohl wurden von teils ernst und gswichtig, teils bock breiroschauemden Trä- e sottwährerob geschwenkt und ederosoviele meflt imi» terte DttHlKapellion schmetterten ihr« frischen Klänge h'mvch in bte uralten Schäften als Verkündiger einer neuen Zeit; denn fo frei bas Boff ber Schweizer ist, und so sehr es ferne Frecheft über alles lieht, fo viele Sorgen £es auch ba «Sorgen groß schwor, entstauben durch oerfreereniben WSltkateg.

Die sollen mm gebannt werben, und auch ba weiß nfe- manb fo recht rode. Ader bar schmerzende Druck, bet auf fo vielen Seelen lotstet, wird zu Arter Verkörperung, ba- irrit «r rocht mehr übersehen roerben soll und kann, ge. nährt von ber sehnenden Hoffnung auf einen Retter, bar bas frei« Soff ber Schweizer befreie von ber Sorge um bös tägliche Brot.Strrvion fM la force* las ich auf

einer gestickten Fahne. Also altes rote M uns, könnte

man wohl sagen. Wer doch nicht ganz, und ber Unter­schieb zwischen dort arib tms hier hatte für mich etwas

Erhebendes und Sympathisches. Die ba zusolnnrom ge- eKt waren ht zahlreichen nberschn ellzügcn von Basel, Kcmbsrsteg urch Aermatt, von Ne-u-Ehotet, Ragaz und Ta- rafp, von Schaffhausen, Brunnen. Göschenon, Airo'v und Letgmw, von Geyf, Rapperswil, Roritech und St. Gallen Vf eften musterhafte Drbramg, unb auf ihren Gesichtern leuchtete fra-.lbigor Emst, ber Ernfft ber Ledensbejahung tmb ber Ernst zu vernüttskigor Mitarbeit, sehr zum Unter- schieb gegen bte stumpfe unö stier« Zerschlagenheit eines starken Mtläusortums ober den j&ngtlrtben und (obem- den Fanattsinms uferloser Moulhesiten bei uns, beobachtet während zwoter Revolutivrden im Honten des chemifch- rossffäsischsn Jnbustrixgobtets, fo viel und oft, daß es in Gckstimung, Art unb Aufmuchung einfach zum Erbrechen war.

Unter uns ist keiner, ber nicht weiß, wohin er ge­hört und was ar sich und farnan Volke schuldig ist", hört« ich einen ber Schwyzer mit Stotz sagen. Und doch waren tie Teilnehmer gruniroetfd)toben ln Abstammung, Charak­ter und Sprache, Dnrische, Franyofen, Romanen und Itoliener. Alls bte Tausontie, die ba voibrizogen an ber Ciw» Gonfoberatioms Hrtvetieae schienen sich bowußt zu fein, daß Ruhe tie erste Bürgerpflicht fft. Und wenn auch am Bahnhof, nicht im Teiinehmerz-ug, dn kndrpsiger

zu ersparen, tie ein Dekanntwerden der wirklichen Sachlage für sie haben mußte, wollte er es ruhig weite, tragen, für einen Dieb zu gelten. Geächtet wollte er bleiben in den Augen ber Wett, nur damit der Name des Leichtsinnigen, der jetzt unter be. Erbe lag, nicht verunglimpft werbe. Nein da hatte fein Later recht, wenn er sich solcher selbstlosen Großmut wider­setzte. besonders ba es sich noch um bie Wiedererlangung ber erheblichen Geldsumme handelte. Aber würbe des. fen Eintreten für feines unb des Sohnes Recht das seither fremde Verhältnis zwischen den beiden Familien nicht zu einem entschieden feinseligen gestalten, zu einem Verhältnis, das für sie und Karl Hvchfeld jede Hoffnung auf künftiges Glück aussichtslos erscheinen steh? Könnt« sie Vorbeugen, daß es nicht zu diesem Benftersten kam vielleicht ihren Vater auf das Kommende vorbe- retten? Ein unheimliches Bangen befiel sie bei diesem Gedanken; ihr Vater roar in letzter Zeit in einer Ge­mütsverfassung, daß fte befürchten muhte, derselbe mache die dunkle Andeutung wahr, die er damals an dem Abende, als Karl Hochfeld Abschied genommen, gegen sie gemacht hatte: »wenn Dir das Leben Deines Vaters nur einen Pfifferling wert ist. dann schweige!" Der Vater er wäre bei seinem Stolz auf die unbe. fleckte Reinheit des Namens Hohenfels im stände, Hand an sich selbst $u legen, wenn bie Schande unausbleib­lich war. Was sollte' sie tun wie einen rettenden Weg aus diesem Wirrsal finden?

Der starke Geist ber stolzen Emilie Hohenfels brach unter der Wucht der auf ihn einstürmenden Empfin­dungen zusammen. Ein unheimliches Grauen vor den, Äommenben durchzitterte sie, raubte ihr, das Herz be. klemmend, fast den Atem, sodaß es heiß in ihr empor- quoll und ein krampfhaftes Wrinen die ungeheure Spannung ihres Inneren löste. Auf die ihrem Siand' ort gegenüber stehende Ruhebank sinkend, gab sie sich ganz der Gewalt ihres Schmerzes hin, vergeblich be. müht, bas wilde Schluchzen, welches ihr bte Seelen- angst erpreßte, zu unterdrücken.

Dis Dämmerung hatte sich allmählich niederge­senkt. Leise flüsterte der Sbcnbro nb in den Zneipm ber Bäume unb wie grüßenber Zuruf flanq zwischen bem melodischen », TU" einer im Buschwerk unier. halb des Felsens schlagenden Nachtigall basStroit, Krott" ber Schwalben, die pfeilschnell in den höheren, Poch von den letzten Sonnenstrahlen durch flimmerten

Druck der Fuldaer Aettendrnckerei in Fulda