M 290.
GamStag, 17. Tezcmbet 1921.
- Mlvaer Leitung
Druck der ,fttfbaer Actteudrnckerei in Fuldch
Trittes Blatt.
Kus -em Nachbaroebiet.
mc Frankfurk a. 217. Der niedere Wasserstand des Maines veranlaßt augenblicklich zahlreiche Männer und hauplsächlich die Jugend, in dem fe st gefrorenen Schlamm herumzuwühlen, um allerhand oer. lorene Gegenstände ans Tageslicht zu fördern. Di« Beute ist mitunter nicht gering, allerdings ist die Arbeit auch sehr mühselig. So sanden Jungens gestern ein Portemonnaie mit Silbergeld, weiter einst Dolch und mehrere Taschenmesser. In den meisten Fällen ist dieses modern« Glücksritte-rtmn keineswegs so ergiebig und mancher muß ohne Beute nach Hause zie. hen Es köirntr aber doch einmal sein, und deshalb versucht man es immer wieder von neuem.
(fpd) Frankfurt a. 217. In den G schäftsräumen der Firma Edelmut und Stern, Reineckstraß« 21, explodierte Donnerstag abend ein« Kiste mit Feuerwerkskörpern. Hierbei wurde der Ausläufer Heinrich Zorbach lebensgefährlich verbtzt. Der durch den Luftdruck angerichtete Sachschaden ist sehr erheblich.
A Meiningen. Der Ruhm der fy tben non Lichtenburg hat eine klein« Anzahl kommunistischer Strasge- gefanaeneir in dem benachbarten Zuchthaus Unter, moßf« ld nicht ruhen lasfen. Sie verweigern seit Dienstag die Nahrungsaufnahme, ohne zu wissen warum, vermutlich nur, um von sich reden .zu machm, denn irgend welche berechigte Beschwerde liegt nicht vor. Si« versuchen a la Lichtcnburg durch den Hungerstreik die Eittsendung einer parlamentarischen Kommission zu erzwingen.
< Vermischter.
• Der saryrmeiffermorb von Heidelberg wird demnächst seine gerichtlich« Sühne finden. Die Schwur, flrrichtsoerhandlung in Heidelberg gegen Leonhard Siefert, der des Doppelmordss an dsm Oberbürgermeister Busse aus Herford in Westfalen und an dem Bürgermeister a. D. Werner beschuldigt ist, wurde aus den 16. Januar festgesetzt. Für die Verhandlung sind vier Tage in Aussicht genommen. Obgleich kaum ein Zweifel brstrht, daß Siefert der Mörder ist, leug. n«t er immer noch hartnäckig.
Märkte.
— Hnlba, 17. Dez. Äuf dem beuthen Srfitvei ne • markt waren 5 Läuter nna 6"> Ferkel auf-«(neben
erstere wurden SCO Mark, für letztere 450, 300, 200 Mart bezahlt. '
griff d«r alte Herr nach feinem Hut und sich zu gehen an, als beabsichtige er so'ort seine Detekt vtStigkeit zu beg nnen, als Wilhelm Fr'edwald ,hm mit einer abwehrenden Gebärde entgegentrat.
Sarcn- itf| wiederhole, daß wir Karl keinen schlechteren Dienst leisten können, als wenn wir den vermutlichen Täter Der aller Welt bloßstellen. Karls .Lebenselkick hängt davon ab. Fragen Sie nicht warum. Karl mag fernem Datsr alles schriftlich eriL"ren. Unb Ihnen, Herr Hochfeld fann ich das, was der Herr Baron vorhin bemerkte, voll und ganz bestätigen — Karl ist nicht der Mensch, dex feinem Dater einen Irrtum nochträgt. Aber bevor die ÜMt von fti.er Unschuld überzeugt ist, kommt er n'cht — da, hat er auch mir in ein-m Schreiben, dos ich heute morgen erhielt auf das bündigste versichert."
Ein Kläpfen an der Tür unterbrach das Orforödj Auf das „Herein" des Hausherrn trat ein Mann in das Zimmer, der, als er den Baron Greisfenstein gewahrte, feiner in bet Hand getragenen Lede--lasche ein Schreiben entnahm imd dasselbe dem alten Herrn mit den Worten übcrre’rfjb:
„Don Herren Firnhaber u. (Tc "
Während er sich mit f-’rym Gruß wieder entfernte, öffnete Herr von Greisfenstein den Brief und hielt ihn' nachdem er gelesen, triumphierend in di« Höh«.
„Da haben wir ja schon, was wir nrff-n wollen — hören Sie zu." Und das B'oll vor sich hiuhattend, las er laut: „Schr geehrter Herr Baron! Im Anschluß an Ihre gefällige mündliche Anfrage beeilen wir uns. Ihnen ergebenft milzuteilen, daß der Borzeiger des be= treffenden Schecks inzwi ch n non uns ermittelt wurde Es war der vor wenigen Tagen verstorbene Sohn des Herrn Albrecht Hohenfels — Max Hohenfels der feine S1 llung bei der „Deutschen Jndnstetebank" offen, bar dazu benutzt hat sich das erwähnt- Tapfer lowie noch zwei weitere Schecks vc>" kleineren *5 träten, die gleichfalls bej uns zahlbar waren, widerrechtlich anzueignen. Hochochwnd Firnhober u. Co."
Einen Augenblick stand Konrad Hockffeld, der in atemloser Spannung dem Lese« $’r «bürt halte sprach los, dann entfuhr es ihm hastig: „Max Hohenfels, her
des-Lehreroerrin über die persäirkilh: Stellung zum Religionsunterricht. Don 1430 Abstimmenden wollen zwar 1308 Religionsunterricht erteilen aber nur 3 Prorent hiervon wollen ihn bekenntnismaß'g geben, 88 Prozent wollen ihn im Geiste ihres Bekennt- mfjes erteilen ainiter Ablehnung von kirchlicher Beaufsichtigung und Deeinflus- jung. 8 Prozent sind grundsätzlich Anhänger einer Stätte, die keinen Religionsunterricht ertnlt, 41'/- Prz. sind bereit, in der Schule Moral- oder lebenskundlichen Unterricht zu erteilen.
In den nächsten Tagen (17.—19. d. M.) soll nach den Beschlüssen des Aeltcstcmats des Reichstages dir 1. Lesung des vom deutschen Lehrerverein so sehr de- kämpften Reichsschulgesetzentwurfes statt, finden Im Auftrage des geschäftsführenden Ausschußes des Dculfdxn Lehrerv v-ins veröffenllichie 3. Tews eine Schrift: „2*<r Reichsfchulgefctzcntwurf — feint Gefahren für Volk, Staat und Schule". Die gemeinsame Grundschule, die Tews fordert, ist eine weltliche Schule mit angehSnytmn Religionsunterricht, den man jederzeit absetzen kann, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Die religiöse Erziehung im Geiste eines Bekennt, nisses lehnt T. ab. Dos ist für ihn nur folgerichtig. Denn ein bclemitmsmäßig-r Religionsunterricht be» einflußt den ganzen Unterricht. Deshalb fort mit ihm. Kurz gesagt, die Religion muß aus der Schule heraus, damit die Weltanschauung des chriskntmnfeindlichen Materialismus, wie ihn besonders der Sozialismus vertritt, freie Bahn erhält.
Hoffentlich kommt es bei den Beratungen nicht zu einer Notlösung, für welche die „Allg. deutsche Lehrer- zeitung" vom 1. Juli 1921 eintritt, wenn sie die Einrichtung von Schulen ohne lehrplanmäßigen Religions- unterricht für dir vom Religionsunterricht befreiten Kinder gestattet.wissen will und hinzufügt: „Alles übrige übrlasse man getrost der Zukunft". Diese Notlösung würde nur eine einseitige Benachteiligung der christlichen Schule darst'llen und nur Rücksicht auf den Willen religionsseinLlicher Kreise nehmen.
Gleßinw zm RelWNWlerrW.
Aus Lehrerkreisen wird uns geschrieben:
Während die Stellungnahme der katholischen Lchrer- schast zur Frage des Religionsunterrichts unverrückbar vahin feststcht, daß die Religion als selbstän» d i g e s Fach neben den anderen Lehrfächern zu stehen hab« und daß ein Ersatz hierfür in welcher Form er auch angeboten wird, abgulehnen sei, ist man sich auf der Gegenseite hierüber noch nicht klar ober man jucht dem Religionsunterricht entweder eine Aschen- orödelstcllung zuzubilligen, bzw. einen anderen „Ersatz" hierfür zu bieten.
Offiziell sagt zwar der Siebzehieer-Ausschuh des deutschen Lehrervereins (30. und 31. Oktober 1921 in Stuttgart), daß diu Mitglieder des deutschen Lehververeins in religiösen und weltanschau- licher Beziehung durch feincrki Satzungsbrstimmungen gebunden seien. In Wirklichkeit wird aber in den Zweigverbänden eine Schulpolitik getri.ben, welche dieser Erklärung ins Gesicht schlägt, so wurde z. B. auf der Marburger Tagung des hessischen Lchrerveroins unbedingt von jedem seiner Mitglieder, also auch von den katholischen, verlangt, nur für die Eimultanschule e'nzutreten und die Bekenntnisschule abzu- lehnen. Das wird übrigens auch vercinsamtlich in demselben Ausschuß ausgesprockMi, wenn da gesagt wird, „die Volksschulen sind wie alle anderen öffentlichen Schulen grundsätzlich für Kinder aller Dekennt- nisse und Weltanschauungen gemeinfam. Die gesetzliche Regelung des Religions- und Weltanschauungs- Unterrichts darf den einheitlichen Aufbau des Schulwesens nicht beeinträchtigen."
In dief'-i Forderung steckt der Pferdefuß, da man die wenig gegliederten konfessionellen Schulen für den einheitlichen Aufbau des Schulwesens hinderlich an« iieht und sagt, „ein geordneter Schulbetrieb" (dieses amose Schlagwort!) sei in ihnen nicht möglich. Wetter oll die Beteiligung der Lehrer am Religionsunterricht der freien Willensentscheidung der Lehrer überlassen werden. Die Freiheit der Lehrpersonen in allen Ehren, das katholische Volk darf aber erwarten, daß bett Lehrern und Erziehern seiner Kinder diesen die Religion Herzenssache ist und sie den Kindern auch durch Wort und Beispiel in religiöser Beziehung do rangeben. Wer das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren tarnt, für den ist eigentlich überhaupt kein Platz mehr in einer katholischen Schule, dessen ganzer Umerricht von der christkatholischen Wellanschauung durchdrungen sein fall.
>>m Gegensatz zu den Forderungen der liberalen Lehrerschaft, welche eine Beaufsichtigung de» Religionsunterrichts durch die Religionsgemeinschaft ablehnt, gesteht die katholische Lehrerschaft der Kirche eine Aufsichtsbefugnis hierüber zu und sie muß auch an dem festhalten, was Professor Lauscher vor wenigen Tagen bei Beratung des Kultusetats im Preußischen Abgeordneten- Haufe aussprach, nämlich, daß dem Bischof das Recht zustehen muffe, solchen Lehrern, denen sie die Erteilung des Religionsunterrichts nicht glaubt anvertrauen zu können, den Lehrauftrag hierzu zu entziehen bzw. ihn nicht zu erteilen. Gottlob werden solche Maßnahmen bei uns EinzclMe sein, da die katholische Lehrerschaft in ihrer üb-rwältigenden Mehrheit mit Liebe und Treue den Religionsunterricht erteilt und dieses wichtigen Er- zrehungsmittels sich nicht begeb.’n will.
Ein von dieser Anschauung völlig anders geartetes Bild ergab eine Rundfrage im Magdeburger Lehrerverein. Dort beteiligten sich von 600 Lehr'rn 518 an einer Urabstimmuno über die Religions- frage. Für die Bekenntnisschule stimmten 138, davon lehnen 124 jede kirchliche Sonder aufsicht über den Re- ligionsunterrichl ab. 347 haben für die Gemeinschasts. schule fL'ftimmt und zwar wollen 309 evangelischen 2 fyWffl und 57 bekenntnisfreien Unterricht erteilen. Für Ablehnung jeder Sonder aufsicht der Bekenntnisse bzw. Weltanschauungsgemeinden in der Gemeinschafts, schule rrklärtm sich 338 Mitglieder. Eine fast g«. schlossene Einmütigkeit herrscht in der Ablehnung jeglicher Sonderaufsicht über den 37«ff. gionsunterricht. Der Eoanaelifch- Pressedienst teilt zu dieser Abstr-rmuna mit, daß ein Ausschuß aus J1 Magdeburger Lehrer- und Lchrerinnen-Or- gamsationen eine Umfrage in der Lehrerschaft sämtlicher Schulen veranstaltet hat, die ein wesentlich anderes Ergebnis zeig'.'. Don 1543 Lehrkräften haben 975 alfo 63 Pro-ent, sich für die christliche (evangl. und kathol.) Schule erklärt.
Ein wesentlich ungünstigeres Bild ergab eine U r. absttrnmung im Braunschweiger Lau-
Die Jagd nach dem Glücke.
Erzählung von Fritz Ritzel.
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„Woher soll er es denn auch wissen? Dor ein paar ninben haben Sie noch ein Gtsichl gemacht, als wollten Sie mich verschlingen, als ich ein Wort übre Ihren ” f°Ucn ließ — und fetzt meinen Sie er müßte von rciLmmen? Da können Sie lange warten — der hat Ehre im Leibe!"
bekümmerten Blick sah Konrad Hochfeld t^> ^Tn^nb? an u.nb cfs er in dessen abg-roenbe- , .. Tj, r*rcfi3 wie einen Dorwurf zu erkennet glaubte, sch ug eine flammende Röte über feine S im Unb ™ 8kk-arnt:m Tone entfuhr es ihm hastig:
Sß.nn wem Herr Gebt mich u.nb die Meinen ent. mrnfm n-r 'e«ref,m!e/5 toeint entbehren will — bann muff n w r cs eben tragen! Er muß ja wissen, was er zu tun hat. So ein gefeierter Bühnenheld kann auch o hm.shackene Lertte wte wir r3 sind, nicht ais nächst vngoharige gebrauchen! W> r,,b bi' letzten die Ihm auf ftmer Jagd nach dem Glück im Wege stehen!"
Uber ßicufter — letzt taffen eie mal das Auto nicht durchgehen, io, st gibt s eine Pe-ne!" be ötiat- Herr
Srciffenrteim »Wer sagt Ihnen denn daß er nuhts mehr von Ihnen miss n will? Der markt darauf mieber mit Ihnen einig zu worden, roie b?r Kadett auf d'e Epaulettcn! Aber bevor fein Name nicht wieder ganz rein dast.chi, erscheint »r hier n.tfjt auf de- Bild fläche, — bas hat er mir hoch und teuer geschworen - io sehr es ihn auch hierher zieht' tlnt, linre^t kann ich hm darin nicht g- ben Wäre auch mune Bache nicht von federn schief angrlkhrn zu merben für eine Hallunkerei, die ein anderer ge chasft hat, Haupt- fache also ist baß mir ben Kerl herauskriegen und wenn b"ie- Herr da — der Baron beu'ete auf F^b- wölb — „sich weiter in sein rnatz stät sches Schweigen hüllt, bann werbe ich »inmal auf eigene Fa st den Sherlock Hoimes spielen und — was roetten Sie? — kh bringe Licht in die Sache bringe ben Kerl zur Breckel Eine Spur habe ich fchanl"
MleiiiiWkii Des MMti.
Drikellabgabe .
Montag den 19. d. M. worden Drlkellzellel zum De- zug von Einzelzeuvrer Briketts ausgegeben.
Di« Zettel, welche sich noch m den Händen der Be- völkerung befinden, müffett an diesem Tage auf dem Kohlenamt obgestempelt werden, da sie sonst ferne Güt- turfeit haben. Der Brennstossausweis ist mitzubringen. Der Kolstenhändler, bei denen die Briketts abgeholt und besahst werden, wird auf dem Kohlenamt angegeben.
Stabt Lahlemnnl.
Amtliche Anzeige«.
Gebührenordnung
für die Reinigung der Schornsteine Im kreis Fulda.
Die steigenden Ausgaben der Dezirksschomftemfegrr- moiftcr, insbesondere durch notwendig« Erhöhung der Gesellenlöhne. machen eme wehere Steigerung der Gebühren unerläßlich. Sn Abänderung meiner Gebührentaxe vom 29. Mörz 1921 Nr. I 1955 werden deshalb auf Grund der § 77 RGO. nachstehende Gebühren festgesetzt:
1. Für Reinigen eines befteiobaren Schornsteins: für das 1. Stockwerk «M. 2,70, für jedes weitere Stockwerk M 0,70, für befteigbare Schornsteine, die das Normalmaß von 50 mal 50 an Lichtweite überschreiten, außerdem für jedes Stockwerk M 0,45 mehr.
2. Für Reinigen eines unbefteigbaren Schornsteines mit Kugel und Besen:
für das 1. Stockwerk «M. 1,80,
für jeder weitere Stockwerk M 0,45, für unbestellbare Scho-rnstein«, Me rät Licht maß von 27 Zttn. überschreiten, außerdem füg jedes Stockwerk 20 Psg. mehr.
3. Für Reinigen eines nach dem Erlaß des Minifters für Hendel und Gewerbe vom 27. April 1907 (Reg.» Amtobl. Bell. Str. 9) dem Kehrzwang unterworfenen, zu gewerblichen Zwecken dienenden — oder Zentnalheizungs- Schornsteine die doppelten Sätze von Bunkt 1 und 2. Die Gebühren für das Reinigen eines noch diesem Erlaß dem Kchrzwang mich! unterworfenen Faibvikstornftemes bleiben besonderer Vereinbarung überlassen.
4. Für Ausbrennen und das daran anschließend« Reinigen eines unbofteigbaren Schornsteines:
gr das e rfte Stockwerk in der Stadt Fulda M 3,—, r das erste Stockwerk auf dem Lande M 4,50, für jedes weitere Stockwerk in d. Stadt Fulda M 0,90, für jedes weitere Stockwerk auf dem Lande M 1,35. Die Gebühren für Ausbrenmen von besteigbaren — oder Räucheeschornsteinen bleiben der freien Vereinbarung be» BeMsschornfteinfepers mit dem Hauseigentümer überlassen. Das zmn Ausbrennen der Schornstein« erforderliche Drennmater'at hat der Hauseigentümer zu stellen, andernfalls den Bezirkfchornstemfeger für Lieferung desselben zu «ntischädisen.
5. Für R einige-n eines Schonnfteinauffatze«, dessen Reinigimg besondere Anforderungen an den Schornstein, feget stellt, einen Mindestsatz von M 2,25.
6. Die m den vorftehenden Punkten angeführten Der- gützmgen beziehen sich nur auf bi«, ben baupolizeilichen Bestimmungen entsprecherch angelegten Schornsteine.
7. In Häusern, die mehr als 500 Meter von den geschlossenen Ortschaften entfernt liegen, ist außer der Kchr- lvhntaxe rät Streckengeld von M 1,35 für jede Reinigung der Schornsteive zu entrichten.
8. Die Anzahl der Stockwerke eines Schornsteines be- rechnen sich von dem Geschoß be.zw. Kellergeschoß an. in dem der Schornsteinfeger den Ruß aus dem Schornstein zu entfernen hat. Dab« soll im Dachgeschoß (Boden) Balkenlage — beim Fehlen der Balkenlage das der Bal- konlage gleichzuachtevde sog. Bmvdgebätk unbeschadet der gegebenenfalls nach Ziffer S zu erhebenden besonderen Gebühr für ein Stockwerk gerechnet werden.
Boi Kuchenschovnstemen, in welche die Feuerung vermittels eines Rauchsange» einmünbet, unterliegt auch dieser Rauchfang der Reinigung durch den Schornsteinfeger und ist für diese Reinigung die Gebühr für ein weiteres Stockwerk eines besteiebaren Schornsteines zu entrichten.
9. Lassen sich die Stockwerke eines Schornsteines nicht kesfftellen, so gelten je 3 Meter Schornstemhöhe als ein Stockwerk.
10. Vereinbarungen über Pauschalbeträge oder Akkorde im Rahmen der vorstehenden Gebührenordnung sind zulässig.
11. Muß die Reinigung von Schornsteinen zu außer- eewöhnlicher Zeit ober <nif besondere Anordnung oder Bestellung erfolgen, oder ist die bevorstehende, heft im« nnmosaemäß angemeldet« Reinigung verhindert bezw. un- möglich oemacht worben, so ist im Orte des Wohnsitzes des Dezirksfchornste-nfegers zu oorftehmber Tore ein Zu- schlag von M 4,50 bis M 9,—, nach außerhalb feines Wohnortes ehr Zuschlag je nach Zestouswond zu entrichten.
12. Dieser Gebührentarif tritt mit dem 1. Dcvmber 1921 m Kraft.
Fulda, den 13. Dezember 1921. Der Canbraf.
Vorstehende Gebührenordnung bringe ich zur ösfent- sichen Kenntnis.
Ich ersuche die Herren Vürqermelfker und Gulsvsr- stcher tim sofortige ortsübliche Bekanntmachung.
Fulda, den 13. Dezember 1921.
Der Canbrif: Frhr. v. (Bagern.
Sehn von dem bQ drüben ist es g"rorfc.n. Und er ist tot? Run dann sprechen wir jetzt ein deutsches Wörtchen zusammen, Herr Albrecht Hohenfels!"
14. Kapitel.
Die Sichel des Mondes.
Der Wonnemond war vergangen. Rofcnbekri'.nzt war der 2uni eingezogen und hatte mit feinen duftigen Gaben das FamiNengrab geschmückt, in welchem vor nunmehr fast vier Wachen der fo früh dem Leben ent. rfjene Sohn der Familie Hohenfels de-gefetzt worden war. Men hätte glauben können,, daß feit ftnem Herr- llch.n Maientoge schon Jahrzehnte dahingegangen seien, wenn man bie Veränderung armohrte, die ,n der kurzen Zeit mit ff-ati Franz'ska Hohenfels vor sich gegangen war. b"e täglich stundenlang auf dem neben bem Ornbc befindlichen Bänkchen faß und teilnahmslos für aüfs mit einem fast irren Ausdruck in dem leichen. blassen, rege'rnäßigen G.sicht, in das Blum ng'wirr vor sich hinftarrte. Da war nichts mehr von der selbstbewußten Haltung an de- ehedem so graziösm, etwas zur Fülle neigenden Frau zu entdecken — eine gebeugte Matrone, deren Haar in der kurzen Zeitspanne fast weih geworden war. die feit bem Hingang ihres vergötterten Sichlings keinen Lebenswert mehr anerkannte kauerte sie fchmerzoerloren an bem Grabe und erregte unwillkürlich bas Mitleid bet mit (rfjeuem Blick Vorübergehenden, vielte chr der nämlichen Leute, die noch vor wcnu-vn Wochen die im Landauer vorüber, fahren^ hochelegante Dame mit bem hochmütigen Aus- druck in bem fchönen Gesicht beneidet halten. Erst wenn der Fr-edhofsouffeher mit bim Schluss Ibunb raf. femb sich näherte, zum Zeichen, daß bte Stätte bes Frieden, für bte Lebenden gef'chlvffen werden foilte, dann raffte sich bie gebeugte Fraueng, ftolt empor warf rtnen h-rzzerreihenben Bück auf bie Grabstätte und ichüch noch bem Attsnange des Friebbofe», wo der Wagen mst den zwei Apfelfch mm ein ihrer wartete. Zu Haufe angenommen, begab sie sich sodann fast fluchtartig. um j be Begegnung mit den Ihrigen zu vermelden, in ihre Gemächer und rerroeilte dort eingeschloffen für den Rest brs Tages, govz tu ihrsu Schmerz
Von Samstag bis Montag
Fremdenlegionär Kirsch
I Selbsterlebte Abenteuer in 2 Teilen (8 gr. Akten) von Max Kirsch.
I. Teil
Wie er in nie Legion kam.
II. Teil.
In der Legion.
In der Hauptrolle:
■ Der ehemalige Fremdenleg.onär Max Kirsch.
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vergraben, weder für Trost zugänglich noch für Vorstellungen, sich zu sasftn unb bas Unabänderliche mit Ergebung zu ertragen. Kurz nach dem Todesfall hatte Emilie es versucht, die Mutter auszurichten und ihrem an Trübsinn grenzenden Sckmerz zu entreißen, war aber dabei auf ein so abweisendes Verhalten gestoßen, daß sie seufzend jeden weiteren Versuch aufgab, in der stillen Hoffnung, daß bie allmächtige Zeit allmählich lindernd auf die förmlich beängstigend« Gemütsverfas. fung der Mutter einwirke. Aber Wochen vergingen ohne daß die geringste Aenderung in dem Wesen Frau Fran, ziskas ringctrelen wäre, so daß es fortdauernd wi« ein unheimlicher Dann über bem Leben der heimgeftichten Familie lag — wie ein surchlerrveckendes Etwas, als stände dem Hause noch Schitmn^res bevor — ais hätte ein übel wollendes Geschick in 'dein Wüten gegen die von ihm Auserj'henen sich noch nicht genug getan.
Und in der Tat mutzte man ann hmen, daß der- trüge Befürchtungen auch in ver Seele des Herrn» Albrecht Hohenfels Piatz gegriffen hätten wenn man die ängstliche Hoff beobachtete, bie sich in dem ganzen Wesen bi's sonst Io ruhigen, vornehmen Mannes aus- prägte. Als erwarte er einen, von irgend einer unbekannten Se le herkommendeü vernichtenden Schlag, fo zuckte er häufig zusammen, wenn er der Tochter gegenüber schweigend am Famstiennsche faß unb allen Bemühungen Emiliens, ben 93ater in ein unbefangenes Gespräch zu verwickeln, ein ftiur/cs Schweigen ent» gegensetzte ober Antworten gab, bie erkennen ließen, bah er ben Sinn der Fragen gar nicht begriffen hatte. Dabei gönnte er sich keine Stunde Erholung, sondern war mit einem säst fanatischen Eifer den ganzen Tag über unb häufig big in die ipäte Ratch hinein auf dem Äontor beschäftigt, fo baß Emilie, da die Mutter wäh. renb beg ganzen Tage, unsichtbar blieb, ganz alle!» auf sich selbst angewiesen war und meiftme, um sich her unheimlichen Gebe beg Varberhatises zu entziehen- ouf bem Burgzimmer verweilte, wo sie sich in das Lesen der dem Raritätenschrank entnommenen alten Schriften, insbesondere der alten Hausbibel vertiefte. ,>
Fortsetzung folgt.)