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Freitag- 16. Dezember 192L
Fuldaer Leitung
Druck der Fuldaer Actieudruckerei i# Fuld«
aus Rußland, legte bald danach die Matura ab und besuchte nun die deutsche Universiläl. Fftcher spricht sieben fremde Sprachen.
* Die nördlichste Luftverkehrslinie besteht seit einiger Zeit in Lappland, wo etwa 100 km nöib» lich Suvcva große Wcsierregulierungsbaulen borge- nommen werden. Das Flugzeug bringt im regelmäßigen Verkehr Pel>onal, Post, Frachten rc an bif Arbeitsstelle.
Neue Bücher.
Vie Reform de» häuslichen Dienstverhältnisse» von 8. von Salscha, herausgegeben vom Verufsssr^ixmde der katholischen weiblichen Hausangestellten Deutschlands (Der- km). Preis 7,50 -K. Au beziehen von der Verbands- zentrale, Vertin C. 2, Vriiderstr. 2. Ein« Fülle von Site ratirr ist aus dem Büchermarkt Wer das Problem der .Dienstbotenfrage"' in den letzten Jahrzehnten angewachsen. Don den verschiedensten Standpunkten aus ist diese Matowe erfaßt und behandelt worben. Es dürste aber kaum eine Abhandlung geben, die den tatsächlichen Mißständen mit solcher Gründlichkeit nachgeht und mit soviel Gerechtigkeit und Objektivität für beide in Frage kommenden Parteien die vorhaiÄenon Grundübel ausdeckt. Dos ganze Problem wird hier am Maßstab des christlichen Sittengesetzes gemessen, um dann an Hand bas christlichen Grundsätze auf di« Wege hmzuweisen, die zur Gesundung führen. Hoch aktuell und besonders interef- ftmt an dieser begrüßenswerten Neuerscheinung ist, daß sie acht, wie die meisten anderen Werke dieser Art, ebrseMg den Standpunkt der Hausfrau oder der Hausangestellten erörtert, sondern bemüht ist, das gesamte häus- kiche Dienstverhältnis zu erfassen in feinen bedeutsamen Zusammenhängen, mit der gesamten Volkswirtschaft und menschlichen Gesellschaft, daß ferner zu den neuesten ge- setzstchen Forderungen und dem bereits vorliegenden Re- gierungsentm-urf zum Hausgehilfengesetz mit klar formulierten Forderungen Stellung genommen wird. Ein glücklicher Wiederwi-sdau Deutschlands hat die Gesundung de» Familienlebens und somit des häuslichen Disnstverhält- msses zur unbedingten Voraussetzung. Darum ist lebhaft zu wünschen, daß der Inhalt obiger Broschüre zum Allgemeingut weiter Kreise wird.
Vie Entschädigun ransprllche deutscher SeichranaehSriger wegen virdrängunzs-, llnriandr- und tialouialichäden re, en das Reich nach neuester gesetzlicher Reaeluna von Rechtsanwalt Dr. Werneburg. Preis 6 Mark. Verlag Alfred Kientopf, Berlin N. 4, Kesselstraße 19. Das Merkchen behandelt in systematischer, überstchtlicher und gemeinverständlicher Weise die Entschädi mngsansprüche, die Reichsangehörigen gegen das Reich wegen Ber- drängunas-, Auslands» und Kriegsschäden in den abgetretenen Reichs- und früheren deutschen Schutzgebieten gegen daS Reich zustehen, anschließend wird ferner kurz das -.ntschädl un sveriahren selbst dargestellt. Die Gliederung des Stoffes ist bei den einzelnen Kriegs- schaden in der Weise erfolgt, daß die Art der Schäden, die einen Entschädig un sonspruch begründen, dann di« Höhe der Entschädigung und schließlich der Ausschluß von Entschädi ungsansprüchen erörtert werden.^ Zu schneller Orientierung geschädi ter Reichsan,lehmige» dürfte die Broschüre von Weir sein, namentlich ich Hinblick auf die ziemlich komplizierte Regelung bei betreffenden neuen Reichsgesetze.
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vollkommenstes Hautpflegemittel
(Fortsetzung folgt.)
# Gegen rauhe aufgesprungene Haui^
CREME MOUSON
Amtliche Anzeige«.
An die Herren Bürgermeister und Guksvorsteher des Kreises.
„Und dieser andere, Herr Baron? Hat man keine Ahnung wer es gewesen ist? fragte Konrad Hochfeld in atemloser Spannung.
bei dem Bankhause präsentiert wurde — vielmehr hat ein anderer de» Betrag dafür erhoben."
e!n Verzeichnis der Arbeitgeber, welche angestelltenoer- ücherungspflichtige Personen beschästigen, einzureichen. Aus dem Verzeichnis müssen Name, Vorname, Beruf (Fiima)^ Wohnort (Ort der Niederlaflunr) und Wohnort des Arbeitgebers, sowie bie Zahl der versicherungspstichtigen Personen her Vorgehen.
Bei der Angestellten-Bei stcherung sind u. a. versichert: Prlvailehrer, Gehilien in Apotheken, Handlungsge» h Isen, Werkmeister, Beiriebsbeamte. Büroangestellle usw. solern ihr IahresarbeUsoerdienst Mark 30 000.— nicht übersteigt.
Fulda, den 14. Dezember 1921.
Der Landrat. I. D.: P o l st e r.
malz mehr als bas Doppelt« für die Ernährung erforderlich. In Oesterreich hotten sich inzwischen bie Der- HLtmsse scharf zugespitzt: im Oktober vorigen Jahres waren bie Kosten für di« Nahrungsmittel in Wien auf bas 63fache, gegen Schluß des vergangenen Jahres auf bas SOfache gestiegen.
Sn ber zweiten Hälfte des vorigen Jahres machte sich, von Oesterreich abgesehen, überall ein Umschwung bemerkbar. Absatzstockungen, Arbeitslosigkeit, Preisstürze waren zu verzeichnen. Fast alle Länder wurden von etner heftigen Wirtschastsrrdse ergriffen. Uebera« ermäßigten sich ine Aufwendungen für den notwendigen EmShrungs- bödarf. Auch in Deutschland gingen bi« dafür erforderlichen Kosten etwas zurück. Hier konnte allerdings die Besserung nicht lange anhalten. Ein neuer Umschwung machte sich, infolge starker Abschwächung des Geldwertes, im Juni d. I. bemerkbar. Im August warm bie Ernährungskosten in Deutschland gegenüber der Friedenszeit auf das 14 f a ch« gestiegen. In ben ehemals feindlichen Staaten trat dagegen die Teuerung stark zurück, in Amerika und Kamst» sind die Ausgaben für Nahrungsmittel feit- dem nur um ungefShr bie Hälfte der Friedenspreise gestiegen. Sn England fft eine Verteuerung bet Ernährung auf das 2^/4 fache, in Frankreich aus bas 3fache, in Dellen auf das 4sache und in Italien auf bas 4V»fache eingetreten. In ben meisten übrigm Ländern erreicht der Grad der Verteuerung der Ernährungskostm nirgends das Sfache, in Holland nicht einmal bas Doppelte. In Oesterreich allerdings ging die Steigerung ber Ernährungskosten schon zu Beginn dieses Jahres über bas lOOfoche hinaus. Im Zusammenhang mft dar Kursbewegung der österreichi- schon Kron« haben sich auf dem Wiener Waremnavkt nahe- zu alle BedarfsorM! in einem bisher unerreichten Maße verteuert.
Allein fest Januar d. I. hat sich der Aufwand fiir eine normal« Ernährung in Wien um das 3'/-fache erhöht. Beglichen mit dieser enormen Traemmg, bie bie LebenshaNsimg der Masse ber österreichischen Bevö'kerung auf ein Elendonioeau herunterdrückt, stellen sich bie starken Preissteigerrmgen für Lebmsmittel m Deutschland, fo empfindlich sie jeden einzelnen treffen, als relativ mäßig bar. Haden wir doch gegenüber der Vorkriegszeit bis heut« „nut'“ mit einnrn Emporschnellen der Preise für ben ErnShEgsbebarf auf durchschnMich das Zm an zigfache zu rechnen.____________
ttni-r Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom, Dezember ds Is betreffend Bertrauensmänner-Wahi für bie Angestelltenvetsicherung ersuche ich, mir innerhalbSTagen
„Der Kasiierer der Bank kann sich nicht mehr erinnern, wer es gewesen ist und die Eintragung in das Kaflenbuch hat der junge Firnhaber vorgenvmmen der aber leider nicht anwesend war. Dieser Herr hier __"
Herr von Greiffenstein deutete auf Friedwald, „könnte vielleicht erschöpfende Auskunft geben, wie aus einigen Aeußerungen von ihm hervorgeht, doch er zieht es vor- sich auszuschweigen!"
Schuft, ber meinen Karl aus dem Haufe getrieben hat, ber an unserem ganzen Unglück schuld ist? Den Namen, Wilhelm — den Namen, daß ich dem Kerl he'mzahlen kann, was er mir angetan hat. Den Nomen, W.lhstm, daß mein Karl wieder rein vor aller Welt dasteht!“
In furchtbarer Aufregung hatte der Meist r die Fragen hervorg-stoßen und dabei b;e Schultern Friedwa'dz mit beiden Fäusten umklammert, als wolle er mit Gewalt die Antwort erzwangen. Das ruhige Kopfschütteln und die abwehrende Gebärde Friedmans waren nicht aeeignet. feine Erregung zu dämpf-» W>» ver»
Ans dem Uachbargedsii.
[] Efckweae. Die Stadtberordnetenver- f am m 1 u n g nahm die vo>gelegte P lak a t ste«e r und die Ordnung zur Erhebung einer Filial- gewerbesteuer an. Fi-ruer stimmte sie dem Beitritt der Stadt zu der neu gegründeten Bange- sellschaft zu. Die Stadt wist fick durch Hergabe eines Baugeländes im Werte von 8000 Mark beteiligen.
A HofqeiSmar. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, daS hiesige P-ogymnasium in ein Reformgymnasium mit Realschule umzuwandeln, in welchem Knaben und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden sollen. Der Abbau der Mädchenmittelichule wurde keschloffen. Dieser Beschluß zeigt, wohin die Reise im Erziehungswe en geben soll, wenn nicht solche Persönlichkeiten in den städtischen Kmperschas- <en sitzen, die gegen die neuheidnische Gleichmacherei der Geschlechter Front zu machen gewillt sind.
fpd. Limburg a. d. L. Im hiesigen Unter- 'uchungsge'ängnis befinden sich zwei Personen wegen räuberischer Erpressung. Ihren Nomen konnten bisher eintoanbftei nicht fesig- stellt werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind sie aus einer Strafanstalt entwichen.
fein Gesicht. Es lag ein so erschütterndes Klagen, ein so schmerzliches, bie tiefste Reue verratendes Beben in feinen Worten, daß die Zuhörer sich ergriffen ansahen. Verriet ihnen doch dieses ungestüme Hervorbrechen in- nerster Empfindungen, wie schwer der Vater die Treu- nung von dem Sohne ertragen hatte und wie tief ep jetzt fein unglückseliges Irren beklagte.
„Aber, lieber Meister, so danken Sie doch unserem Herrgott, daß er Ihnen noch zur rechten Zett bie Augen geöffnet hat!" nahm endlich Baron Greiffen- stein nach einer langen Pause das Wart. „Es wird alles gut! Nur abwarten und Tee trintenl Werde Ihren Herrn Sohn 'mal gehörig ins Gebet nehmen und Ehrenwort: ich deichsle die ganze Geschichte zurecht, daß er sagt: Schwamm drüber, was zwischen mir und meinem Alten liegt! Wie hat unsere alte Hoheit immer gesagt, wenn irgend so ein Querkopf die gekränkte Le. berwurst spielte? „Laßt ihn nur in seinem eignen Fett braten, dann wird er schon wieder genießbar!" Bißchen hochgeschraubtes Ehrgefühl bei Ihrem Sohn Karl — könnte anderen Söhnen eine gute Portion davon abgeben — anderen Söhnen, gegen die der Vater immer auf dem richtigen Standpuntt stehen muß!"
Die Fistelsttmme des alten Herrn, bie während sei. ner Rede einige Male fast übergeklappt war, nahm zu. letzt eine elegische Färbung an und tröstend suchte der Sprecher die Hand Meister Hochfelds 3u fassen.
Dieser hatte vielleicht den Sinn der Rede gar nicht erfaßt, denn wie ein Träumender stand er da; nur als ber Name feines Sohnes genannt wurde, zuckte er zu- fommen und die Hand des alten Herrn ergreifend, hastete er flehend hervor:
-Herr Baron haben meinen Sohn gesehen — haben ihn gesprochen? Warum kommt er nicht — warum schreibt er nicht? Zum Theater ist er gegangen, wie ich in ber Zcftung gelesen habe! Hat er bei dem Elternhaus und alles vergessen? Verlangt er, daß ich leichtsinnigen Theatervolk Vater, Mutter, Schwester, ihm kniefällig abbitte? Wenn er doch weiß, daß —"
»Aber Liebster, Bester — er weih es eben nicht, daß die Schose jetzt zum Klappen kommt und daß Sie auf einmal anders über ihn denken!" unterbrach ihn der Baron.
»Ah, ich verstehe jetzt!" meinte dieser lächelnd. "~us diesem Grunde hotte es dieser Herr so eilig mit- zukommen. Deshalb die mehr als liebenswürdige Begrüßung seitens der jungen Dame vorhin! Na gratuliere herzlichst! Beneide Sie Glückspilz! Haben Geschmack — in der Tat auserlesenen Geschmack!"
Dann aber wieder ernst werdend, fuhr er fort: „Es oerbalt f^ aHes genau fo, wie ich vermutete lieber Meisterl Ihr Herr Fricdwald hatte schon auf' eigene Faust heute vormittag Recherchen angestellt. Die beiden Schecks haben sich gefunden und hat sich herausge-
Wilhelm Sie — Sie kennen den Dieb __ den
ten ein dauernder Anreiz bleibt, dem deutschen Dorbilde nachzueifern. Da sich nunmehr eine Gelegenheit zu bieten scheust, diese lästige Mahnung sozialen Fortschrit- tes zu beseitigen, so wäre es keineswegs verwunderlich, wenn beispielsweise französische ober amerikanische Kapitalisten diese Gelegenheit, unserer sozialem Ordnung schaden zu können, gründlich ausnützen würden.
Fragt man sich nun, welchen deutschen Unternehmungen Ucbeistemdung in erster Linie droht, so ist auf die gefährdete Lage aller jener Firmen und Fabri- ken Ai verweisen, die dem ehedem feindlichen Auslande als gefährlichste Konkurrenten erscheinen, also alle die- jcimym, die direkt für den Export und Außenhandel arbeiten. Man würdigt bei uns nicht genügend den Urr stand, wie schlecht die finanzielle Lage vieler dieser Unternehmen ist, da die Schäden, die der Krieg hier verursacht hat, noch immer fo gut wie gar nicht verwunden sind Die dauernde Verzögerung einer end» gültigen gesetzlichen Regelung der Auslandsschäden steM nicht nur den Wiederaufbau, fondern die bloße Fortführung der früheren TÄigLrst in Frage. Es wäre wünschenswert, wenn Parlament und Regierung ich um diese Fragen kümmeren und ihre aüzuein» eilige Auffassung änderten: denn sonst geht der deut- chen Wirtschaft rin wichtig:» Unternehmen nach dem anderen, nach denen ausländische Hände sich bereite gierig strecken, verloren. Der Export findet keinen Aus. gang mehr, die Produktion geht zurück und die lieber» fremdung des Außenhandels wie der Industrie geht weiter. Dies muß verhindert werden.
Vornehmstes Mittel hierzu ist die Sanierung der gesährdetsten Unteruchnmngen durch großzügige Entschädigung der KriegsschäüM. Unsere Schiffahrt ist durch die Entschädigung, di: das R:-ich zahlte,, gerettet worden; soll unser Außenhandel großenteils in die Hände ausländischer Kapitalisten Men. weil bei der Entschädigung für Krreysoerftrste einseitig sakalische Rücksichten enischeiden? Es handelt sich doch hier keineswegs bloß um b'ji verhindernden Verkauf deutscher Vermögenswerke, sondern um die Aufsaugung deutscher Arbeit, um die Verschachevurig der deutschen Arbriber- schast selbst. Dies bedeutet eine Gcfcchrdung ihrer Existenz und ein Antasten an ihre schwer erworbenen Lebensrechte.
Gmitie Hohenfels kam langsam nähergeschrttten u-.d neigte, als st« gerade den Platz unterhalb der Laube «reicht hatte, grüßend bas Haupt. Etwas verlegen er- rturt ® ker Meister den Gruß und sah der schlanken verwundert nach. Das erste Mal in feinem Familie 65 dsch ein Mitglied der nachbarlichen
ÖOn t6m genommen hatte und zwar i« Diele bie 'bn ungemein sympathisch berührte,
stapfen Erscheinung schien nicht in die Fuß-
ein Svur n^? ^en 3« wollen und hatte wohl wie sie » beren ^oifynut geerbt. Merkwürdig, ro e b m Qtten Familienbilde glich!
daß die Anwesenbsi?"!. in ,2?^ Karten und meldete, I daß der Scheck, den ich Ihnen als Abschlans- erforderlich sei Nock meifters 'n ber Werkstätte äahlung gegeben habe, nicht von Ihrem Herrn Sohn
’ • .. einen Blick in den Nachbargar- " *“* ----- - -
malz zwischen den C@ebüfZeS Mädchen» noch-
d-'m Ml -d Ä7, S** £
er sich immer wieder auf dem <scb ’« 9 ei ertappte Nche Mädchengestalt im Nachbarg^t-^ furchtsvollen, fast demütigen Gruß Unh' bei einer nochmaligen zufälligen Sefliam.n^ Vtä) not, daß ex gegen ein freundnachbarlichez Verbätt i-^^il denen da drüben durchaus nichts -inzuwenden ^habe
Es wurde fast Mittag und Baron Greiffenftein war noch nich- gekomm-n. Da endlich hörte man in de- Schloßgasie einen Wagen vorfahren und gleick daraus rief Hedwig mit ihrer Hellen Sttmme'nack b<m "atsr. Zu seinem freudigen Erstaunen sah diese» be-m Eintritt in die Stube, daß Wi'helm Friedwald sich in Wegleitung des Barons befand. Ganz erklärlich __
^i'belm Friedwald war ja bei Firnhaber u. Eo an- Erstellt und hatte jedenfalls Herrn von Greiffenftein 'e von diesem verlangte Auskunft gegeben. Trotz feister Ungeduld, Nähere? über das Ergebnis der Nach- bvichungen zu erfahren, konnte sich Konrad Hoch'eld »cht ertthalten dem jungen Mann herzlich die Han-> i
tzoM Soloen UMMkÄMiMr.
Von Dr. H. b. Eckardt.
Wir veröffentlichen diese Zuschrift eines Kenners der Verhältnisse, um auf bie UeverfremdungSgefahr und ihre Folgen aufmerksam zu machen Die Technik unseres Börsenverkehrs gestattet keine SoiiiroJu des Verkaufs deutscher Börsen- uno Jndustrie- paplere, Aktten usw. giiemani) weiß, wer ter letzte Käufer ist und in wessen Hund die Besitzrechte auf unsere Industrie letzien Endes gelangen.
Den Augen der Oeffemlichbttt verborgen, vollzieht sich daher feit drei Jahren ein Prozeß, ter nicht anders als eine Aussaugung derinnerenLe- benskraft unserer nationalen Wirt, schäft betrachtet werden tarnt Unversehens kann es fcr.mt gefchchen, daß Induftrieumemchmen, Handels, firmen, Bergwerke und wirischchtlich wichtige Anlagen in fremde Hände geraten, Ausländer in den General- Defranunlungen der Aktiengesellschaften die Majorität erlangen und sich für ein Fünftel des Friedenspreises oder noch weniger die wichtigsten deutsche Produktionsmittel ancignen, wobei sie dann nicht nur die Herren des Betriebes, sondern auch Mer Anlaym und stillen Reserven geworden sind.
Was dies in wttijchaMcher Hinsicht bedeutet, ist ohne weiteres klar: ein Bestandteil des großen Pro- duktionsprozesics ist dem deutschen Volksoermögen verloren; unsere Rohstoffquellen werden zu Gunsten einer fremden Volkswirtschaft ausgebcutet; unsere Technik, unsere Erfindungen und Patente, wichtigste Betriebs» gcheimnisie liegen offen vor den Augen der Fremden da; große Gewinnteu>: der Unternichmuugen g.hen außer Latrdes usw Dies trifft j.idoch nur im gunftigften Falle zu, wenn die freiriien ein weiteres Bfftehen des mifgctäuften Beiriede in der bishsrigen Form und mit gleicher Rentabilllar wollen. Ohme Zw.-ifel wird oft durch berartige Auffaugungsprozeffe das bestimmte ZiÄ verfolgt: die deutsche Konkurrenz auf dem Wellmmkte zu beseitigen. Es werden Betriebs- Umstellungen vorgenommen, weniger konkurrenzfähige Waren erz-ugt, Abnahme der Rohstoffe von fremden Ilmernel)mutigen verlang!-, schließlich der Sitz der Betriebsleitungen ins Ausland »erlegt werden, um das Reich um die Steuer zu bringen usw. Veräußerungen, Verschleuderungen der Anlagen und dergleichen mchr liegen . bei einer Ueberfvemdung unserer Industrie wenso im Bereiche des DLöglichen, wie Stillegung der Fabriken und bewußte Ausrottung bestimmter Indu- stt;x;w:ige, z. V. der chomischen Industrie.
Damit berühren die Folgen der lleberfreminntgsge- chhr bereits in tveitestAehendem Maße das soziale Gebiet; denn mit den Bettieben geraten tausende von deutschen Arbeitern, Angestellten und Technikern in ctrefte Abhängigkcit vom cm-lütLischen Kapital und fremden Ilnternehmern. Es liegt auf der HmÄ, daß volksstemde Unternehmer durch teinnlei Schranket, twn ausbeuterischen Methoden zurückgehatten werden können; der Friedensverttag verbietet jede gesetzliche Ausnahmebestimmung gegen Ausländer. Wer z. B. die Geschäftsmechodon amerikanffcher Trustmagnaten kennt, von ihrer Arbetterbchandlung gehört hat, und weiß, wir- rechtlos bie Arbeiterschaft brübcai dem technisch verfeinerten Ausbeutungsverfahren der Unternehmer gegenübersteht, wird sich ein Bild der Lage machen können, in der sich die Arbeiterschaft überfremdeter Betriebe Äsbald befinden dürste. Bll uns bestimmt der politische Einftuß weitgÄMd die soziale und ökonomi- che Lage der Arbetterschaft; in der Beziehung zwischen Unternehmer und Arbeiter sprechen politische Macht- faktonm oftmals eine entscheidende Sprache. Aus. ländischen Unlemdjmern gegenüber würde dieser Fak- ™T- den die Arbeiterschaft in unserem Staate darst tit otcht in Betracht framen. So wäre beispielsweise ie^ ber Umgriff des Staates zugunsten ter Arbllirr bei uu ssperrungen ober dergleichen infolge des prüdes der Entente mm Anfang an zur Wirkunqstofia- k-llt verurteilt. Die soziale Stellung der deutschen Ar- be-ierfchaft, ihre wirtschaMche und politffch: Kraft wird Ärrch die Ueberfremdung aufs schwerste gefährdet, die Koalltmns- wie Organisationsfteihe-st bedroht und der sich anbahnende Ausgleich der Sntcreffen von Arbeit
}U l-^Mnsben der Arbeit erschwer Der deuffeye Arbeiter sinkt bannt auf bas Niveau des Kuli
Man vergesse nicht, was damit zerstört wirb; das £€111^6 fletdj hat die ausgedehnteste Ar- belt.erfchutzgesetzgebung der Welt Md steht m Bezug aus das soziale Recht der Arbesierschaft unbeftrettbar an hervorragendster Stelle. Den andern
-st es seit langem höckfft unangenchm, daß wir Deuffchen durch unsere Sozialpolitik ein Ällfmll ae- geben haben, bas ber Arbetterschaft der anderen Staa=
vermischter.
* Eine neue Talsperre wird für Thüringen geplant. Zwischen Berlvetem ber Stadt Leutenberg, ben Snbuftrieilen des Lormitzlalss und Wasferbaubech- nikern finden gegenwärtig Derhandlungen statt wegen I Errichtung ein:3 Staubeckens im Lorm itztal zur I Versorgung der dortigen Industrien mit Strom Man I hofft,_ mit der Ausführung des Projektes bald beginnen I zu können. Dos Projeü ber Okertalsperre ist seiner I Verwirklichung einen bedeutenden Schritt nähergekom- men, mdem das Reich zu Goslar ein Talsperrenamt eingerichiet Hot, das bie weitere Durchführung für I die Jnbustriekrastautagen übernehmen wird.
* Die Berstrigelung der Bibliothek Wilhelm Bodes I n Berlin erbrachte rund drei Millionen Mark I Es beteiligten sich zahlreiche Ausländer und erstanden wertvolle Werke.
* Ein ge-ehrter Schustergeselle. An ber Prager I Universität Wurde der frühere Cchustergeselle Adolf ,s:scher zum Tr. phtl. promoviert. Er studierte eifrt n feiner sibirischen Gefangenschaft, flüchtete 1918 zweifell griff er mit den Händen nach dem Kopfe und I fuhr fort:
»So ist der Herr Baron im Irrtum, Wilhelm, wenn er glaubt, daß Ihne» der Dieb bekannt fei? Und Sie I haben auch keine Ahnung, wer es gewesen fein könnte? I Ist der Kerl am Ende über alle Serge und nicht zu I erwifchen? So reden Sie doch — reißen Sie mich I doch ans der Ungewißhett!"
I „Beruhigen Sie sich, Herr Hochfeld!" erwiderte I Friedwald zögernd. „Wenn der Herr Baron glaubt, der Dieb sei mir bekannt fo hat er mich mißoerstan-' den, als ich ihm das Resultat meiner Nachforschungen mitteilte. Ich verfolge allerdings eine Spur, kann aber, bevor ich greifbare Beweise für meinen Verdacht ljabe, unmöglich die betreffende Persönlichkeit bezich- ttgen, um so weniger, als ich dann durchaus nicht im Sinne Karls handeln würde!"
„Was schwatzen Sie da für verrücktes Zeug? Nicht ' im Sinne Karls — ja warum denn nicht? Ihm muß doch vor allem daran gelegen fein, daß volle Klarheit in die verdammte Geschichte gebracht wird."
„Ich muß es Karl selbst Lberlafsen, Ihnen zu erklären, warum er den Betreffenden oder vielmehr dessen Angehörige geschont wiffen will! Jedenfalls fühle ich mich nicht dazu berufen, gegen de» Willen Karls Ihnen den Namen zu nennen, auch wenn ich die vollgültigsten Beweise besitze."
„Das ist mir zu rund!" rief Konrad Hochfeld ärgerlich „Fangen Sie auch an, ben Geheimniskrämer zu spielen? Nun gut — demnach also weiß Karl, um was es sich handelt? Warum kommt er nicht?' Warum schreibt er nutzt, wie sich alles verhält? Trägt er feinem alten Vater den Irrtum, in dem ich mich befand fc unerbittlich nach, daß ich nicht mehr für ihn auf ber Welt bin? O Gott, ich bin ja hart gegen ibn ge. wesen — zu hart! Jetzt, wo mir die Augen aufgehen, sehe ich's ja ein. Hatte der Teufel selbst aber auch nicht alles jufammengelefen, um mich blind zu machen? Seine Sucht nach Reichtum — diese wilde Saab nach bem Glücke — fein Verkehr in bem Spielerneste, bann bas fehlende Geld — sein beharrliches Verweigern jeder Erklärung — alles kam zusammen und sprach dafür, daß er sich vergessen habe — und jetzt —" Stöhnend verbMtx ber riefiae Mann mit Leihen Handel
Vie Teuerung im In- und Aurian- feit Kriegs egmn.
Dem vakuttschwachen, unter wirtschaftlichen ErschMe- rangen und unter der forttxm.vimfrffli Teuerung leidenden Deutschland wirb es nur ein mäßiger Trost sein, zu hören, daß die Steigerung bet Kosts» für bie Lebenshaltung seit ber Dorkrtegsge't auch im Auslände sich in starkem Maße bemrrllbar macht. Eine imtereffante UebRsicht über den Stonb der Teuerung ftn 8t.iis(®ib geben die Berechnungen, die im letzten Heft der Zeilfchrist „Wirtschaft und Statistik" angestellt wenden. Schon während des Krieges sind nach den erwähnten stÄ stischen Ju- sammenstellungen in allen Ländern vor allem di« Er- nährungskostom stank geftietw. In den meisten Staaten war bä Abschluß des Krieges mehr als das Doppelte gegenüber 6er VonkniegsM für den Ernährungs- bedlmf <Mif$uwenben. In Frankreich betrag der Teue- rangsgraö im IM 1919 das 2'/-fache, in der Schweiz bas 2%fa<f>e, m Italien und Norwegen das 2%- fache, m Schweden mchr als das 3fache; lediglich in Dänemark, Holland, Amerika und Kanada waren damals die Kaftan für bie Ernährung nur um 75 vom Hundert gestiegen. Dagegen hatte sich schon in ben Kriegsfahren b«e besonders schwierige Lage Oesterreichs bemerk- bar gemacht. Beim Abschluß des Wafflmsttllstandes war m Wien schon eine Skttoierung der Lebenshaltung auf bos 16swhe gegenüber der Friedenszest festzustellen.
Sott Abschluß des Krieges werden die Verhältnisse m fast allen Säubern durch bie stark« Inflation und bie Motze des Krieges tingetoetmen anormalen ökonomischen Zustande stark beemslußi. Die Teuerung steigt überall, besonders stark im den Läudemn, m denen der Wert des heimischem Geldes fthr geschwächt ist und revolutionäre Ereignisse bee Wirffchofl stören. In Deutschland wMon,, ebenso wie in Fimtland, zu Beginn des Jahres 1920 dr« Ernahrmrgsköften «ruf mehr aks das 8>/,fache der MSdensgM gestiegen; in Wien war zur gleichen Zeit fast 4Smas soviel als m dsn DoEckegsjahren für die Ernährung «Ufzuwond«,. Demgegenüber waren ^damals
Ausgaben für Nohranosmittes von den während des Eg« neutralen urtb feind'.ichen Ländern nur in Schwe-
Wa^äen und Belgien gegenüber der Friedensrat auf metjr als das 3f«che geftiegen; in allen anderen Staaten vra^Ben sich die Ernäknmngskosten zwschm dem 2- und fachen. In ben daraus folgenden Monaten machte sich o»e internationale Teuerungswelle überall stärker bemerk-
In Deutschland und Finnland stiegen die Aus- wr-nknmgen für d e Ernährung ftn Sommer des vergamoe- ^,a§r!5 M bas 11 14 fach c, in Frankreich, Italien uw Belgien^auf mehr als das 4fache, in England imd Schweden auf fast das 3fache der ftiedensmäßigen Kosten, ll-nch m den Vereinigten Stowten von Amerika war da- 3U drücken und feiner innigen Freude über die Wieder- verfohnu-ig mit Hedwig Ausdruck zu geben. Und den verständnislosen Eindruck in dem Gesicht des Herrn von Gretffenstem gewahrend, erklärte er diesem die Sach- tage und stellte Friedwald als feinen künftigen Schwiegersohn dem alten Herrn vor.
Die 3agd nach dem Glücke
Erzählung von Frttz Ritzel 501