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Jo 287.

Mittwoch, 14. Dezember 1921.

Fuldaer Leitung

Sm 4 3er vttfbiter 9Ictienbrnifcret in lsuldch

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*Sü§ TreizeiWsiS Der Rheililmiier.

Auf einer gemeinsamen, am 12. Dezember 1921 in Königswinter abgehaltenen Tagung haben fol­gende politischen Parteien des Rheinlandes: Zen­trumspartei, Sozialdemok.arische Partei, Deutsche Volkspartei, Deutschnationale Volkspartei und Deutsche Demokratische Partei einen Aufruf be- Massen, in dem es u. a. heißt:

3m Augenblick schwerster wirtschaftlicher tntb politischer Not unseres derrkschen Daterkanbes scheuen sich sonder- bünSlerische Kreise nicht, den Versuch zu machen, durch offenen Hochverrat das Rheinland vom Reich zu trennen. Diese Menschen, die, wie sie selbst wissen, nur eine Handvoll Anhänger hinter sich haben, glauben sich auf fremde Hilfe stützen zu können. Sie werden sich tön- schm. Unsere rheinischen Landsleute, erprobt in der Webe zum Daterlande, treten geschlossen diesen nichtswürdigen Bestrebungen entgegen.

Die Ereignisse der letzten Tage haben offen gezeigt. Laß die französischen Rheinlanbpolitiker chr Ziel, die Loslösung des.Rhcinlandes, mehr als se mit aller Rücksichtslosigkeit verfolgen. Wir brauchen nur die Aufmerksamkeit der gesamten gerechtdontemdm Welt zu lenken auf den in der gegebenen Rechtslage nicht -be­gründeten Eingriff in die Rechtspflege und die Urmb- hänMkeit der Gerichte, der in der Anordnung auf Haft- antlassung eines Sonderbü-M-srs zu erblicken ist. Solange das Rheinland zu Preußen uNd dem Reich gehört, hat ein sosther Eingriff m das heiligste Gebiet der bürgerlichen Freiheit des Volkes und ihren stärksten Schutz niemals stadtgefundcn.

Es ist ein Täuschnngsoersich, zu bchauotem. d-ch dieser Soriderbündler wegen feiner politischen Tätigkeit verhaftet worden sei. Er wurde festgenommen in einem seit Mo- traten gegen ihn schwebenden Strafverfahren wegen Mß- achtung einer Anordnung des zuständigen Gerichtes — un­entschuldigt es Ausbleiben als Angeklagter.

Die planmäßig betriebene Hetze gegen Preußen hat nur den Zweck, die Loslösung des Rheinliandes vom Reich vorzubereiten. Auf eine Neugliederung des Reiches auf Grmch des Artikels 18 der Reichsoerfassung kommt es den Sonderbündlern in MrkNchkeit nicht an, vstlmchr wirbt man osten für eine angeblich neutrale rhöinische Republik, die tatsächlich unter französischer Kontrolle stehen und noch dazu zum wirtschaftlichen Untergänge verurteilt sein würde. Auch wirtschaftlich ist das Rheinland auf Gedeih und Verderb mit dem großen deutschen Da- terlande unlöslich verbunden. Es ist cm Irr­wahn» zu glauben, daß eine selbständige rheinische Re­publik oder ein annektiertes Rheinland weniger an Re- parastonskosten und Stenern zu tragen haben winde als das übrige Deutschland oder daß die Last der Besatzung geringer sein würde. Die Cinführuing der Fnmkenwäh. rurtg würde, wie das Beispiel des Saarj^ndes zeigt, den Zusammenbruch unserer rheinischen Wirtschaft besiegeln.

Foiertichst erklären wir: Im Abwehrkampf gegen Hochverrat und Dummheit erneuern wir

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VekdiWW m WchMMWeil. _ ®m_Samstaa, den 17. Dezember 1921, vormittags S Uhr, ? offentllche Verdingung der itüchendedürfniffe für die L Abteilung Artillerie-Regiments Nr. 5 in Fulda für die 1- Januar bis 31. März 1922 auf dem Zahlmeister» Geichatts,immer der Abteilung statt. Die Bedingungen und r^r»”°iau t ?tlit^e unverbindliche Bedarf können vorher da- selbft etngelehen bezw. genen Bezahlung empfangen werden.

In den Llestrungsbedingungen ist die Anpassung der Preis« an die leweiligen Teuerungsverhältnifle vorgesehen, t—*”' **n® ,au auf die vertraglich festgesetzten Breife, Festsetzung auf Monaisdurchschnstlsmarkt- oder Ladenprei e. Ginmonatige Kündigungsfrist)

Die Angeboie sind auf »/. bezw. V, Jahr Lieferzeit für 1 3' T® C L bis 30 6.1922 abzuaeben.

Schriftliche und versiegelte Angebote sind daselbst vor Degmn des Termins mit der Abschrift „Angebot auf die ßteferung von Kuchenbeüursmsfeg i ;®gat- 5« öer, Isshen, abzugeben. 8

Die Verdingung erfolgt in 2 50fen-

Los 1. Kolonmiwaren usw Los II. Milch, Butter, Eier, jtäfe usw.

1 Abteilung 21tti.-Reof. tfr. 5.

unseren Beschluß vom 9. Juni d. I., daß für die Dauer der Besetzung rhoiimschen Gebietes eine Abstimmung auf Grund des Artikels 18 der Reichsverfassung nicht erfolgen kann.

SBir hakten auf ewig« Zeiten fest am Deutschen Reich

und wollen von einer Losreißung rheinischer Gebiete nichts wissen. Das ist die innerste lleberzeugung und der ent- schlossen- politische Will« der RheÄÄänder.

Die Unabhängige sozialdemokra­tische Partei hat es zwar abgelehnt, den vor­stehenden Aufruf mit zu unterzeichnen, jedoch auch ihrerseits in einer Erklärung zum Ausdruck gebracht, hast sie alle auf Loslösung der Rheinland« vom übrigen Reich abzielenden Bestrebungen nach wie vor aufs schärfste bekämpfen werde.

Vas gestörte Weltgleichgwicht.

In der Währungszerrüttung der konti­nentalen Staaten Europas fühlt die gesamte Welt dir Störung des rrirtschaftlichen Gleichgewichts dieser Pan- der. Sie Hot den iirternotttmaten Handel aus den Dahnen herausgebracht. in welchen er sich vor dem Krieg« zu bewegen pfftgte. Alle Staaten Europas traben eine passive Handelsbilanz, d. h. sie all« mit Ausnahme ooy Schwrdm und Finnland haben starke Einfuhrüberschüsse gegenüber der Waren­ausfuhr. Alle bfcfe Staaten gebrauchen mehr an Er­zeugnissen aus fremden Ländern, als sie nach diesen Ländern aussühren. So hafte Deutschland rn Juli einen Einfuhrüberschuß von 14040 Millionen Mk., Belgien in den Monaten April, Mai, Juni einen sol­chen von 478,9 Millionen Franken, Dänemark im August 5,2 Millionen Kronen Einfuhrüberschuß, Frankreich im September 4490 Millionen Fran­ken, Großbritannien im September 23,227 Millionen Pfund Sterling. Die letzen italieni­schen Ziffern stammen aus dem Mai. Danach hatte in diesem Monat Italien 741,9 Millionen Lire Ein­fuhrüberschuß. Die Niederlande hatten im Sept. 61,6 Millionen Gulden Einfuhrüberschuß. Die Schweiz hatte in den Monaten April, Mai, Juni 12 Millionen Franken Ueberschutz.

Dernmtspvschend sind auch die Zahlungs­bilanzen all dieser Staaten passiv d. h. die Zahlungen, die sie infolge der Einfuhrüberschüsse an andere Länder zu machen haben,. sind größer als die Wertsummen, die ihn«, etoa von dorther zufließen. In die Reihe der Länder mit ungünstiger Zahlungs­bilanz tritt nunmehr auch England ein, das bisher eine aktive Zahlungsbilanz gehabt hatte. Zwar war seine Handslsbllanz infolge des überwiegenden Indu­strie- und Handolsstaatscharakters von jeher passiv ge­wesen. Aber England konnte sich diese Mchrrinftchr leisten- strömten ihm doch zum Ausgleich seiner Zah- llmgen hierfür gewaltige Summen aus Guthaben im Ausland, SiniEünftat aus feiner gewaltigen Schiff­fahrt, aus seiner Rolle als WetthänÄler und Weltbon»

tret sowie anderen Quellen zu. 3n jüngster Zett sind nun die Forderungen der englischen Wirtschaft an das Ausland stark eingeschrurnpst. Infolge des Vorsprungs Amerikas m der Schiffahrt und der Wirt­schaftskrise werden die Einkünfte der englischen Schiff­fahrt in diesem Jahre voraussichtlich 70 Millionen Pfund nicht übersteigen, während 1920 aus dieser Quelle noch mehr als 340 Millionen Pfund der Volks­wirtschaft zuflossm. Die Einkünfte aus den Kapital- anlogen imd die Erträgnisse aus der Derrnittlungs- täligbeit des englischen Handels- und Bankwesens dürf­ten m diesem Jahre auch sehr wesenüich zurückgehen. So wird die Zahlungsbilanz, welche im vorigen Jahre noch mit 165 Millionen Pfund für England günstig war, in diesem Jahre nach den vorhandenen Schätzun­gen 55 Millionen Pfund passiv werden. („Manchester Guardian").

Also auch England beginnt mehr zu verbrauchen, als es einnimmt; es beginnt sein Kapital onzu - greifen. Da fast alle Staaten Europas zukaufen müssen, tritt um so gewaltiger der Ausfuhrüberschuß der Vereinigten Staaten von Nordamerika in die Er­scheinung. Wenn nun auch England infolge seines inneren Reichtums mehr als ein kontinentales Land sich eine Weile eine passive Zahlungsbilanz gestatten kann, so wird auch diese Hand in Hand nnt der hier herrschenden Arbeitslosigkeit die Briten Lehren, wo die tief st en Ursachen für die katcsstrophalen Ser- schiebungen zv suchen sind, nämlich in den Werben von Versailles und London. Die Denkschrift der britischen Industrie über di« Undurchführborkrit des Enteniereparattonsplanes ist ein beachtenswerter An­fang auf dem Wege zu der Erkenntnis, daß Deutsch­lands Schicksal in hohem Maße durch dasjenige anderer Länder bestimmt und daß eine Hilfe für Deutschland die Sorgen mit bannen läßt, die auch andere Länder überschatten. '

aus kein Nachbargebiet.

(fpd) Schotten. Ein Großfeuer vernichtete ei­nen beträchtlich«» Teil der Bremverei von Adolf Heß. Durch den Brand wurden neben großen Holzvorräten auch viele Dersandkistm und etwa 50 000 Flaschen ver­nichte.».

mc Frankfurt 0. IN. Sonderbare Verhältnisse schei­nen noch immer auf dem hiesigen Wohnungsamt zu herrschen, denn anders läßt sich die Tatsache nicht er» Hären, daß von feiten einiger Ange st eilten die Nachricht in di« Presse gegeben wurde, daß Direktor Gresser durch Direktor Meigcr abgelöst würde, was kei­neswegs der Fall ist. Die Nachricht war Wort für Wort erfunden und anscheinend nur zu dem Zwecke den Zeitungen übergeben, Direktor Gresser zu schaden.

(fpd) Frankfurt a. M. Die Erhöhung der Ange­stellten- und Arbeitertarife beansprucht rräch dm ge- irofftnen Abkommen 48% Millionen Mark. Für die Deckung foltert abermals die Betriebe in Anspruch ge­nommen werdm. Der Mindestpreis für eine Stra­

ßenbahnfahrt soll künftig 2 Mark betragen. Selbstverständlich foltert auch die Wochen- und Monats­karten entsprechend erhöht werden. Man erlebt also jetzt in Frankfurt in jodem Monat eine Erhöhung der Straßenbahnfahrpreise.

(fpd) Frankfurt a. M. Nachdem der 30jährige Schlosser Ernst Müller aus Pletterckerg Frau und drei Kinder verlassen hittte, versuchte er in Frankfurt und Umgebung sein Talent auf dem Gebiet d« Heirats­schwindels. Wohl 15—20 Bräute und Verlobte rannen jetzt weniger dem Ernst Müller, der sich bei jedem heiratslustigen Mädchen einen anderen Nam« beilegt«, nach, als ihrm dabei verlorm gegangenen Er­sparnissen, Schmucksachen und anderen Wertgegen­ständen. Das dabri erschwindelte Geld m beträchtlich« Höhe wurde von Ernst Müller in leichtfertiger Gesell­schaft verpraßt.

(fpd' Aschaffenburg. Aus dem „Iägerhof" stahl«, Einbrecher in einer der letzten Nächte Gold- untz Silberwaren tm Wett von etwa 50000 Start

Vermachter.

* von bet österreichischen Geldwirlschasl. Ein österreichischer Kaufmann telegraphiert an eine Fabrik: „Waggon Banknoten abgeganger^ schickt Ware pti Postpaket."

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Briefe an einen Landlehrer. Von Anton Heiner Zweite, Verdesserie und stark vermehrte Auflage. M Gladbach 1921, Bolksvcreins-Verlaa, G. nt. b. H. 16 Mi ... Man wird an Goethes Wort erinnert, wenn man da' Büchlein liest: AeltefteS bewahrt mit Treue, freundli» aufgefaßt das Neue. Man wird eS gern und wiederhol lesen und dabei das starke Berufs- und Pflichterhof mahnen hören, das erst den jungen Lehrer zum Er zieder und Führer des Heranwachsenden Geschlechtes befähigt und ihn zum Manne echten Volkstum- unf allgemeinen Vertrauen» macht. ^Hessische Schulblätter^

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