Dienstag, 13. Dezember 192L
Fuldaer Heilung
Trott der Fuldaer AetieirdrnSerei i« Salb»
Sie 9rmilation,tie$ MMlW Ämter.
Bei der Gründung des Deutschen Reiches 1870 wurde das bisherige preußische Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten in eine Bundesbehörde umgewandelt, die unter dem Namen „Auswärtiges Amt des Deutschen Reiches" selbständig neben dem Reichskanzleramt stand.
Bis zum Ende des Jahres 1019 zerfiel nun das Auswärtige Amt in drei Abteilungen, von denen die erste rein politische Angelegenheiten, die zweite handelspolitische Fragen und die dritte Rechtsfragen bearbeitete. Die Erkenntnis, daß sich bei der Behandlung der Beziehungen Deutschlands zu den fremden Staaten die bisher übliche Trennung zwischen politische, wirtschaftliche und rechtspolitische Angelegenheiten überlebt habe, daß diese Beziehungen vielmehr als ein einheitliches Ganzes zu betrachten und demgemäß auch einheitlich zu bearbeiten seien, führte zu der Umgestaltung des Auswärtigen Amtes, die jetzt im wesentlichen abgeschlossen ist.
An die Stelle der alten, nach der Materie getrennten Abteilungen sind neue, auf dem Regionalprinzip gebaute Gruppen gebildet worden, in denen alle ein bestimmtes fremdes Land betreffende Angelegenheiten zusammen bearbeitet werden. Auf diese Weise sind sechs Abteilungen gebildet worden, in denen sechs Ländergruppen: Osteuropa, Südosteuropa, Nordosteuropa, England, Amerika, Ostasien bearbeitet werden. Daneben stehen drei weitere Abteilungen, die sich in den Rahmen dieses Regierungsprinzips nicht einspannen lassen. Es sind dies erstens die Rechtsabteilung in der die allgemeinen Fragen des international en Rechts bearbeitet werden, zweitens eine Abteilung, in der die das Deutschtum im Auslande betreffenden Kulturfragen zusammen gefaßt sind und schließlich eine Personalabteilung.
Als besondere Abteilung ist im Auswärtigen Amt endlich die Presseabteilung der Reichsregierung angegliedert. In der Leitung wird der Reichsminister des Auswärtigen durch zwei Staatssekretäre unterstützt, von denen der eine in den wichtigsten Fragen der allgemeinen Politik, der andere in denen der Wirtschaftspolilik die einheitliche Kontrolle über die Tätigkeit der einzelnen Abteilungen ausübt
Zurzeit wird das Reichsministerium des Auswärtigen mit von dem Reichskanzler Dr. Wirth verwaltet, ihm stehen zur Seite Staatssekretär v. H a n i e l für die politischen Fragen und Staatssekretär v. S i m s o n für die wirtschaftspolitischen Fragen. Die verschiedenen Abteilungen des Auswärtigen Amtes sind augenblicklich folgendermaßen besetzt: Abteilung 1, dis Personalabteilung, Ministerialdirektor Gneist; Abteilung 2, Westeuropa, Ministerialdirektor v. Mutius: Abteilung 3, Südosteuropa, also die Nachfolgestaaten der Donaumonarchie, die Balkanstaaten usw., Ministerialdirektor o. Stockhammern; Abteilung 4, die Ostabteilung mit einem besonderen Referat für die russischen Randstaaten, Ministerialdirektor o. Malt- zahn; Abteilung 5 und 6, England und Amerika, wurden unter Ministerialdirektor Schubert zusammengelegt; Abteilung 7, Ostasien, Ministerialdirektor Knipping; Abteilung 8, die Rechtsabteilung, wird zurzeit vom Geheimrat v. Stoppte geleitet; Abteilung 9, die Abteilung für Auslandsdeutschtum, Ministerialdirektor Heilbronn.
Schließlich die Pressestelle unter Leitung von Ministerialdirektor Müller steht eigentlich der Reichskanzlei näher, da sie auch die innerpolitischen Fragen bearbeitet, als dem Auswärtigen Amt.
Die Verhandlungen in Gberfchlefien.
Zwischen dem deutschen Bevollmächtigten, Reichsminister a. D. Schiffer, Staatssekretär a. D. Lewall), dem polnischen Delegierten Minister Olszowski und Ministerialdirektor Dr. Branzinsky hat eine Besprechung stattgefunden. In dießer wurde der allgemeine Plan für die Arbeiten der Kommissionen erörtert.
Auf beiden Seiten tritt der Wunsch zutage, bei emgeh nder Gründlichkeit die Behandlungen soweit wie möglich zu beschleunigen. Es wurde weiterhin die Vereinbarung getroffen, daß bei den Eröffnungs- sitzunigen der Unterkonmussion der an Lebensjahren ältere Bevollmächtigte den Vorsitz führen soll,». Von
Zur Liturgie des Adventes.
Wahrhaft und tief empfundene Verehrung des Sohnes Gottes führt von selbst und in zwingender Gsdan- kenfolge zur Verehrung Mariens. Dies bedachten und bedenken mit liebenden Herzen die Katholiken aller Zellen, die dem Gedankengang ihrer Kirche im Advent folgen.' Wie könnte man auch im Herzen bedenken, d. h. doch wohl mit liebevollem Eingehen auf die be. gleitenden Umstände betrachten die Geburt des Kindleins von Bethlehem, ohne feiner Mutter auch einige Aufmerksamkeit zu schenken? Bildeten schon für Kunst- lernaturen aller Zeiten Mutter und Kind das einheit- liche Motiv zur Darstellung reinster Liebe und opferfreudiger Hingabe, so haben unsere chrisüichen Künsüer in „Maria mit dem Kinde Leb'" einen unerschöpflichen Dorn künstlerischer Anregungen gefunden, das katholische Volk aber eine Quelle hinreißender Beweggründe zur innigeren Liebe Christi.
Ist es pchchelvgische Erfahrung und Berechnung oder zartes, unbewußtes Selbstempfinden oder vielleicht bes. ser die für uns Katholiken feststehende Führung des Hl. Geistes, wenn die Kirche von Rom am 1. Adventssonntage ihre K nder in die Stationskirche Santa Maria Maggiore führt und vor der dort verehrten Krippe des Herrn im Geists uns zurückversetzt in jene Zeiten, wo ssne Krippe den Ruf der Brthlehemiten vernahm: I „D komm' und zögrc nicht, du Retter d ines Volkes"? Wo jene Krippe so zu sagen wartete bis sie das Hei! der Welt, die Hoffnung Israels tragen durfte? Dem Charakter der Adoentszeit ensprechend führt uns die Kirche in die Jahrtausends vor Christus zurück zeigt uns aber nicht bloß das Dunkel jener Zeiten (das bildet bloß den Hintergrund) sondern auch di- auffe. ch- tenden Hoffnungsstrahlen tommcnber Erlösung; anfangs nur schwach, doch immer heller werdend bis zum aufgehenden Morgenstern und der Morgenröte unseres Heiles. Der legte, jede EnttSuichung ausschließende Wegpunkt in der Verwirklichung der göttlichen Verheißungen ist das Hous der Jungfrau von ; Nazareth, deren Jawort dem göttlichen Hülsplan. die ° Menschhell durch den menschgewordcncn Gottessohn zu «lösen, zur Vollendung brachte. Die Hofsnungslünder des Alten Testamentes, die Propheten, werden in den täglichen Schriftlesungen des Advents durch Ifaias vertreten. der von der wunderbaren Jungfrau kündet, die
der zweiten Sitzung ab wird dann auf Grund der Genfer Bestimmungen der Vorsitz zwischm den Dele- gierten wechseln, nachdem er mit dem deutschen Herrn begonnen hat.
In den ersten Iamwrtagen wird sich, wie Nachrichten aus Genf besagen, der Vorsitzende der deutsch-polnischen Konferenz, Calonder, nach Oberschlesien be- geben; feine Reise soll früher stallfindm, wenn dies ge- wünscht wird. Sein Aufenthaü wird auf solange Zett bemessen fein, als es die Verhandlungen notwendig Wochen. Äm übrigen steht eine Verordnung von feiten der interalliierten Regierungskommission für Oberschbe- sien bevor, die sich mit dem Ersatz fürdiepolni- schen Aufruhrschäden befaßt. Schadenmsatz- forderungen aus dem letzten Polenputsch im Mai und Juwi d. I. sollen bis zum 1. Januar 1922 schriftlich bei den neu errichteten Kreisausschüssen angemeldet werden. Die Schäden müssen in der Zeit vom 2. Mai bis 3. Juni entstanden fein. In jedem Streife soll ein solcher Ausschuß zm Feststellung der durch die Auf- stcmdsbewegung verursachten Schäden fungieren. Außerdem wird in Oppeln em Zentralausschuß für das ganze Gebiet Oberschlesiens eingesetzt. Nicht entschä- digungsberechtigt sind am Ausstand aktiv beteiligte Personen. Bei Abweisung der Ersatzforderungen durch den Kreisausschuß steht den Geschädigten du Beschwerdeweg beim Zentralausschuß in Oppeln innerhalb 10 Tagen offen.
Die Zriedenrarbeit der Santtäkkolonnen vom Roten Rreuz.
Am 27. November fand in Kassel eine Besprechung über Fragen der Friedensarbeit der Sanitäts- kolonnen vom Roten Kreuz statt. Dabei wurde gefordert. daß jede Kolonne folgende Aufgaben zu leisten habe:
Erste Hilfeleistung bei Unglücksfäl. len und Fällen plötzlicher Erkrankung (Geisteskrankheit, Tobsucht. Vergiftung). Als Boraus- fetzung für ein ersprießliches Arbeiten wurde hier gefordert eine Vermehrung der Unfallmeldestellen unter Mitwirkung der Behörden (insbesondere Poft Landratsämter ufw.); vor allem auf dem Lande muffen an jederzeit erreichbaren Stellen mit Fernfprechanfchluß. z. B. Bürgermeisterämtern, Landjägern. Apotheken usw. solche Stellen eingerichtet werden.
Ausübung des Krankentransport, d i e n st e s, wofür in jeder Gemeinde mindest-ns eine Räderbahre vorhanden fein muß Das eigene Interesse der Gemeinde an deren Beschaffung wurde hervorge. hoben.
Hilfeleistung bei Not st än den und Seuchen. Die Ausbildung von Hilfsdesinfektoren zur Mit- Wirkung bei den laufenden Desinfektionen sowie für die Heranziehung bei in größerem Umfang auftretenden Seuchen und Epidemien erscheint geboten.
Als fakultative Aufgabe wurde vor allem Äne unt°rstützende Mitwirkung der Sanitätskolonnen bei der Aufklärung auf sozial hygienischem Gebiete — z. B. durch Veranstaltuna von Vorträgen über Bekämp' fung der Volkskrankheiten (Tuberkulose. Geschlechtskrankheiten, Alkoholismus usw) möglichst unter Be. Nutzung von Lichtbildern und Filmen — genannt.
Zur Hebung der Kolonnen-Leiltimaen wurde eine gute, sachgemäße Ausbildung der Mitglieder und Füh. rer durch dis Kolonnenärzts und in besonderen Aus. bildunqskursen. sowie die Vervollständigung der Aus- rüstung der Kolonnen mit Verbandmaterial Kranken- tragen. Bekleidung ufw. als notwendig gefordert.
Zur Sicherung der Durchführung der Kolonnentättg- keit ist anaestchts der großen Bedeutung de- Kolonnen für das Dolkswohl eine stärkere stnanzielle Mitwirkung aller am Kolonnenwesen Interessierten. der städtischen Behörden, Landgemeinden. Fabrikbetriebe, Krankenanstalten sowie der Privatleille aus den besttzenden Volksschichten dringend erwünscht.
Eine stärkere D-rtretvng der Kolonnen in den Wohlfahrtsämtern und Gelundheitsausschüssen wurde als er- strebenswert bezeichnet.
Der in politischer und religiöser Beziehung neutrale Charakter des Raten Kreuzes wurde besonders betont. Es wurde darauf hingewiesen, daß alle Volks, schichten an der Rote-Kreuzarbeit beteiligt werden müßten.
Kus dem Nachbaraeblet.
(fpd) Frankfurl a. 2U. Während der letzten Wochen sind eingehende Erwägungen über die bauliche Erweiterung der Frankfurter Messe gepflogen worden. Um dem wachsenden Bedürfnis nach Ausstellungsraum ynünen zu können und in einem möglichst nahen Zeitpunkt die Schulen nicht mehr zu Messezrrncken heranziehen zu muffen, wird das Meßanit bei den städtischen Körperschaften die Bereitstellung eines Baukredits von 40—50 Millionen Mark bean-
empfangen und einen Sohn gebären soll, dessen Name Gottmituns sein werde, von dem Reise aus dem Wurzelstock Jesses, unter dessen Weltherrschaft eine Zeit des Friedens anbrechen wird. Von diesem Reis' singt das „alt katholisch trierisch Christliedlein:" „Es ist ein Reis (neuere Leseart: Ros') entsprungen — Aus einer Wurzel zart. — Als uns die Alten sungen — Aus Jesse kam die Art. — Und hat ein Blümlein bracht — Mit, ten im kalten Winter — Wohl zu der halben Nacht. — Das Reislein, das ich meine, — Davon I'aias sagt, — Ist Maria, die Reine' — Die uns das Blümlein bracht. — Aus Gottes ewigem Rat — Hat sie ein Kindlein geboren — und blieb eine reine Magd."
Reichllch geschieht in den Kirchengebeten des Advents Crwähnung der Verkündigung der Geburt Iefu durch den Erzengel Gabriel, der Maria die Botschaft vom Himmel bringt; in manchen Gegenden wollte man das Fest Maria Verkündigung lieber im Advent feiern, weil sein Inhalt besser >n den Vorbereitunqscharakter des Advents paffe als in die Fastenzeit. Ein Rest dieses Gebrauches findet sich noch in dem F.sts Mariä Erwartung der Geburt am 18. Dezember. Für das geistliche Volkslied ergab sich in der Engelsbotschaft an Maria ein dankbares Thema zur volkstümlichen manch mal dramatischen Darstellung des Anteils Mariens an dem Erlösungswerre. Cs seien hier genannt das „schön und gar andächtig gcistl'ch Lied von unser lieben Frauen im Advent" Ave Maria, gratis pleno, — So grüßet der Ingel die Jungfrau Maria, — In ihrem Gebet, darin sie saß;" ferner die alten Adventslieder „Täublein weiß", „Waldoözlein", „Der geistlich Jäger" und Taulers „Es kumt ein Schiff". Ebenso innig und in die nächste Adventserwartung uns versetzend sind die Lieder, die Maria und Joseph begleiten nach Bethlehem und uns mitempfinden lassen d-e traurige Tatsache, daß der Erlöser m fein Eigentum fam und die Sei. nigen nahmen ihn nicht auf. oder die Marrins G sin- nuna schildernd und ausmaiend d"m Advent feiernden Christen zeigen wollen, wie er die Ankunft Christ, in seiner Seele erwarten soll So'che liebliche Dlütcn brachte besonders die Marienverehrung des Morgenlandes hervor, wie z. B: „0 lieblichster Knabe, wie soll ich Dich pflegen?? 2B:e soll ick nehmen in meine Hände Dich, der Du mit Deinem Winke alles hältst? Wie soll ich Dich in Windeln hüllen, der Du die ganze Erde in Wolken hüllst? — fo rief aus die helliae Her.
tragen. Dieser wird die Messe- und Ausstellungsge- ellschcst in die Lage versetzen, die dringend notwendig gewordenen Neubauten planmäßig, auszuführen. In diesem Zusammenhang mag erwähnt sein, daß die während der letzten Jahre errichteten Meßhäuser und Hallen zusammm mit der Festhalle heute einen Wert darstellen, der sich auf wett über 150 Millionen Mark betiuft
mc Frankfurt a. M. Die Frankfurter Inhaber ha- be» ihren Einspruch gegen die Konzessionserteilung für den Zirkus Sarasani auf einen Druck der Artistenloge hin vorbehaltlos zurückgezogen. Der Polizeipräsident hat nun dem Zirkus die Konzession zum Weiterspielen in der Festhalle erteill.
[] Wiesbaden. Hier fand unter zahlreicher Be- teiligung der benachbarten Geschlchts- und Altertums- Vereine die Feier des 100jährigen Bestehens des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung statt. Der Minister für Wissenschaft und Volksbildung überwies dem Verein in Anerkennung seiner Verdienste 10000 Mk. Pfarrer Dr. Schloss er-Wiesbaden gab in seiner Festrede einen Ueberblick über Geschichte und Tätigkeit des Vereins und zeichnete auch dessen Zukunftsaufgaben vor. Eine große Anzahl von Ehren- Mitgliedern wurden ernannt, unter ihnen auch der HoLw. Herr Biichof Dr. Kilian von Limburg als hervorragender Kenner und Förderer unserer Heimat- geschichte. __________
Neue Bücher.
vie Weihnachtskrippe. Bon P. Daniel Gruber, O. Fr. M. Geh 3 Mark. Verlag H. Potthoff.Bochum. Von ungleich höherem erzieherischen Werte alS der Chriftbaum ist die Weihnachtskrippe. Ihr gebührt die Krone vor dem Christbaum. Welch reiche Trost, und SegenSquclle kann die Weihnachtskrippe sein für jung und ali l Sie bildet den wirkungsvollsten Mittelpunkt der Weihnachtsfeier. Sie ist aber auch ein echt katholisches Erbstück aus der Vorzeit. Die Bedeutung der Weihnachtskrippe „im Dienste der christlichen Erziehung, der Caritas und der Glaubensver- breitung" legt der Verfasser obigen WerkchenS in drei Aufsätzen dar. Seine schönen Ausführungen dürften sehr zum Verständnis der Bedeutung der Weihnachtskrippe beitragen, aber auch eine wirkungsvolle Anregung bieten, daß man sich in den katoolischen Familien auf die Aufstellung eines WeihnachtkrippchenS besinnt. Das Merkchen sei bestens empfohlen, vornehmlich allen Er. ziehern und Erzieherinnen.
pcter Dörfler: „Peter Farne, ein Abenteurer wider Willen", gewöhnt. AuSg. Pappbond 12 M., holzjr. AuSg. Salbt. 18 Mk. Verlag HaaS & Grabherr in Augsburg. Peter Farne ist kein Name, den ein Dichter einer ge- fundenen Gestalt gegeben hat; Peter Farne ist eine geschichtliche Persönlichkeit. Seine Reisen und Abenteuer wu'den nicht nach dem Vorbild des Robinson Crusoe von einem phantasiereichen Kopf ersonnen. Aber wie daS Leben überhaupt erfindungsreicher als der findigste Kopf, fo sind die Erlebnisse Peter FarneS romanhafter als irgend ein Roman, phantastischer als die Abenteuer deS auf eine menschenferne Jnset verschlagenen Knaben und zugleich ergreifender, weil wir einem unserer Brüder, einem Menschen von Fleisch und Blut und nicht der Ausgeburt einer wilden Phantasie unsere Teilnahme und unser inniges Mitgefühl schenken. Peter Farne hat vielleicht als erster Europäer ganz Afrika von Algerien bis St. Paul de Loanda an der Südwestküste zu Fuß durchquert und dort Gefahr auf Gefahr bestanden. Dörflers Buch vermehrt unsere Abenteuer- Literatur um eine gehaltvolle, in unserer verzagten Zeit besonders wertvolle Gabe. Das Buch wird jung und alt lesen; es ist überaus spannend, stofflich fesselnd und fo frisch und anschaulich erzählt tote die besten Dörfler-Bücher.__________
Auszug aus Den Willem des SkMesaurks Ma.
Sterbefälle vom 25. Nov. bis 9 Dez. 1921.
25. Nov. Ehefrau Maria Eva Jost, geb. Erb, 61 I. 25. Privatmann Joseph Angell, 75 I. 2 M. 20 T. 25. Elisabeth Sern, 1 M. 26. Sattlermeister Johann Richard Atzert, 69 I. 5 M. 8 T. 26 Ehefrau Anna Eitet, geborene Hank aus Hünfeld, 42 I. 8 M. 16 T. 26. Schreiners-Wltwe Maria Ewald, geb. Diegelmann, 62 I. 1 M. 4 T. 27. Ehefrau Adelheid Helmer, geb. tohmann, 39 I. 2 M. 6 T. 28. Schuhmacher Wilhelm riebet aus StutzhauS, 59 I. 7 M. 24 T. 30. Photo, graph Johann Friedrich Wilhelm Bechtold, 57 I. 24 T. 1. Dez. Landwirt Eugen Josef Heres aus Petersberg, 32 I. 8 M. 21 T. 2. Witwer, Privatmann Albert RoskowSki, 71 I. 7 M. 14 T. 3. Gustav Möller, 5 M. 4 T. 4. Kaufmann Adam Feuerstein, 71 I 4 M. 21 T. 5. Ehefrau Sabine Birkenbach, geb Mihm, 57 ,1. 5 M. 6 T. 8. Fabrikarbeilers-Wltwe Regina Trapp, geb. Becker, 73 I. 1 M. 1 T.
rin. Du Sonne, mein Sohn, wie soll ich Dich in Windeln bergen? Wie soll ich Dich halten, der Du alles zusammenhöltst? Wie werde ich Dich ohne Scheu anblicken können, den nicht anzufchauen wagen, die viele Augen haben (die himmlischen Wesen)? So sprach Christum tragen!, die keinen Gemahl erkannte."
Kein Wunder, daß die christtiche Kunst des Mittel- alters die Ankunft Christt in der Herrlichkeit des Weltenrichters sich nicht anders denken konnte als begleitet von denen, welche seiner Ankunft im Fleische die Wege bereitet hatten, Maria und Johannes.
Nachdem fo nach den Lehren des Evangeliums die Mitwirkung Mariens beim Erlösungswerke in ihrer ganzen Bedeutung st, das Bewußtsein des katholischen Volkes übergegangen war, wurde auch ihr eigener Ein- tritt in das Leben als ein Lichtpunkt in der Vorbereitung auf den Erlöser gefeiert Ja, unter allen Feste« der Adventrzeit wird das Fest der U"b?fl"ckten Emp. fängnis Mariens am feierlichsten begangen. Hinter den dunklen Wolken der Jahrtausends des Alten Testamentes geht die Morgenröte des Neuen auf; Maria die Makellose, die den Sieg über die Sünde, den der Men- schensehn erringen wird, bereits an sich trägt, in der Makellosigkeit ihrer Seele durch Christi Verdienste. Schönste Adventshoffnnng, daß diese Gottesgabe auch der ganzen sündigen Menschheit gegeben werden kann; wirksamste Mahnung, ' die Schönheit der makellosen Seele zu erfassen und zu erstreben und die Gr.adenan- kunft des Herrn in unserer Seele vorzuberciten!
— Die Sprache der Pelze. Wie fo manche? andere noch bat auch das ver schieden? Pelzwerk für 8 nie, die tiefer zu blicken versieben, seine besondere Bedeutung, seine „Sprache". Ehedem war das Hermelin ein Abzeichen königlicher Wurde. Nur Fürsten be anen das Recht, einen Hermelinmantel zu tragen. -Heine ist das anders. Tie Kleiderwd- nungen der outen alten Zeit sind längst außer Geliuna ge etztt Wenn aber Hermelin jetzt äußerst beliebt ist, so geschieht dies nicht feiner königlichen Erinnerungen wegen, fände:n wegen der reinen weißen Farbe und der fo wunderbaren Weichheit dieses Pelzwerkes. So weiß wie Heimelin ist in der gesamten Natur nur noch frischgesallener Schnee. Deshalb ist Hermelin ganz besonders das Pelzwerk junger Mädchen. Zsr Aobelpelz liegt »ach Ansicht
Amtliche Anzeige«.
Im nachstehenden bringe icy den vom Landesausschuf vorbehaltlich der Zustimmung des Kommunallandtags beschlossenen und von den zuständigen Herren Ministern genehmigten Nachtrag zur Diehieuchen-Entschädigungssatzimg vom 6. Mai 1912, betreffend Gewährung von Beihilfen bet infektiöser Anämie der Einhufer zur öffentlichen Kenntnis
Nachttag zur Viehseuchen-EukschSdigungsfahuag für den Bezirksverband des Regieiungsbezttks Kassel vom
6. Mai 1912.
I. Hinter § 5 wird folgende Bestimmung eingeschaltet: Gewährung von Beihilfen bet infektiöser Anämie.
§ 5 a. „An Besitzer von Einhufern, die an übertragbare! Blutarmut (Anämie) gefallen oder wegen festgestelller oder vermutlicher Erttankung an dieser Seuche mit Genehmigung des Landeshauptmanns getötet worden sind, dürfen Beihilfe« bis zur Höhe von */s des gemeinen Wertes der Tiere, d« von einem ober mehreren vom Landeshauptmann zu be» stellenden Sachverständigen zu fchätzen ist, gewährt werden".
II. 3m § 6 Abf. 1 ist nach den Worten: „Zur Bestrellung der Entschädigung" einzusügen: „sowie der im § 5 » genannten Beihilfen."
111. Vorstehende Satzungsänderung tritt sofort in Straft
Der umstehende, von dem Landesausfchuß des Be» zittsverbandes des Regierungsbezirks Kassel vorbehaltlich der Zustimmung des Kommunallandtages beschlossene Nachtrag zur Viehfeuchenentschädigungssatzung vom 6. Mai 1912 wird hierdurch gemäß §§ 12, 23 des Ausführunzsgesetzes zum Viehfeuchengefetze vom 25. Juli 1911 (Gefetzjamml. S. 149) genehmigt. (L A. III i. 15060 M. f. L, 1L D, 3551 M. d. I.)
Berlin, am 31. Oktober 1921.
Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
I. A. Hellich.
(Siegel) Der Minister des Zauern.
I. A. Abegg.
Wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Kassel, am 14. November 1921.
Der Landeshauptmann, gez. v. Gehren
Wird veröffentlicht.
Fulda, den 6. Dezember 1921.
Der Canbrat. 3. D.: Schuster.
Der Herr Regierungspräsident zu Kassel hat verfügt, daß von den nur vorübergehend sich aufhaltenden Reisende» bei der Eintragung in das von den Gast- und Herberg» wirten gemäß § 7 der Polizeiverordnung vom 26 Juli 190' (21. Bl. S. 216) zu haltende Fremdenbuch bezw. An- uni Abmeldeformular die Angabe des Keilgionsbefenntniffu nicht zu fordern ist.
Im Gebrauch befindliche Fremdenbücher und Formulare mit einer Spalte für das Religionsbekenntnis können ohne Ausfüllung der Spalte einstweilen weiterbenutzt werden. Bei Neuanschaffung der Bucher haben solche ohne ein« Spalte für das Religionsbekenntnis zur Anwendung zu kommen.
Ich ersuche die Ortspolizeibehörden, die Gast- und Schankwirte entsprechend zu betreiben.
Fulda, den 6 Dezember 1921.
Der Laudrai. I. D.: Schuster
Diejenigen Gemeindevorstände des Kreises, welche mit der Anmeldung von Betriebsstoff (Benzol, Ben-.olfpiritns ober andere Ersatzstoffe) für landwirtschaftliche Betriebe für den Monat Februar 1922 gemäß meiner Rundoerfügung vom 5. Februar 1920 — I. No. 11 1335 — noch im Rückstände sind, werden an Einsendung der Anmeldung mit Frist bift spätestens zum 1. Januar k Is. erinnert. Spätere Anmeldungen können keine Berücksichtigung mehr finden.
Die beteiligten Landwirte wollen ihre Anmeldung M der Ortsbehörde sofort bewirken.
Fulda, den 3 Dezember 1921.
Der Canbrat 3. 93.: Schuster.
Die Herren Wraerme'ifter und Gutsvorsteher des Krej. fes, die noch mtt der Einrahlnug der Halste der kreis- fieuern für 1921 an d-e Kreiskomnnnw'fasse hier, Butter» markt 2, im Rückstände find, werden hierdurch mit acht, tägiger Frist erinnert.
Fulda, dem 8. Dezember 1921.
Der Vorsitzende des Sreisausschnffes: Fchr. v. (Sägern
Die Herren Bürgermeister und Suksvorfkeher des Streifes werden unter Hinweis auf ben § 8 des Reglement; zur Ausführung des Reichsimpfgefetzes v. 8. April 1875 (Amtsbl. für 1875, S. 118) aufgeforbert, spätestens bis zu» 31. Januar 1922 ein Verzeichnis der Sinder einzureichen die in ihrer Gemeinde (Gutsbszirk) ulchk geboren, aber in diese mtt ihren Ettern oder fonftoie uugeimpst verzogen sind.
Sind solche Kinder nicht vorhanden, fo ist Fehlanzeige zu erstatten. Reden den vollständigen Namen der Kinder sind a-rch ihre Geburtstage und die Namen der Wem anzugeben.
Fulda, dm 7. Dezember 1921.
Der Laudrak: Fchr. v. (Sagern.
der Kenner etwas Gleitendes und Veränderliches; er paßt daher am besten zu einem Charakter, der Wert auf Luxus legt, während Astrachan mehr den leidenschaftlichen, düsteren und eiferjüdjttgen Naturen zukommt. Biber bedeutet Geradsinnigkeit, Chinchilla Bescheidenheit, Maulwurf Zaghastigkett und Unge- selligkeit, Skunks Bosheit, Fuchs natürlich Schlau» heit und List, Silberfuchs besonders noch Anmaßung Wie man zu dieser Psychologie des Pelzwerkes gekommen ist, läßt sich leicht erraten: iRan hielt sich an den Charakter der betreffenden Tiere. Ob sich unsere Damen nach dieser Psychologie richtens ist freilich eine andere Frage. Heutzutage muß sich dle Menschheit weit mehr nach den Verhältnissen deS Geldbeutels richten. mos
— Ansskerben der Bisamratten? Nacktem noch im vergangenen Jahr auf das weitere ftetige Vordringen der fo ungemein schädlichen Bisamratte nach Deutschland aufmerksam gemacht wurde, wird jetzt aus Böhmen gemeldet, daß dort ein großes Bifamrattensterben eingesetzt habe. Es fei eine noch unbekannte Krankheit unter den schädlichen Nagern ausgebrochen, fo daß der Bezirk Iechnitz jetzt rallenfrei fei. Wenn diese Meldung wirklich zutrifft, und es sich nicht nur um ein vorübergehendes Massensterben handelt, so wäre damit zum erstenmal dem Schaden Einhalt getan, der von der vor etro« 15 Jahren geglückten unglücklichen Einbürgerung der Bisamratte durch die tierfrsundliche Fürstin Coloredo-Mansselü ausging. Solange aber das von Böhmen gemeldete Massensterben der Bi« famratte bei uns sich nicht fühlbar macht, ist die Befolgung der in Deutschland erlassenen PoÜzei- verordnungen, die das Halten, Hegen und Aussetzen von Bisamratten bei Strafe verbieten, immer noch dringend geboten und jeder Verdacht auf das Borhandenfein der Bisamratten unverzüglich der nächsten Polizei- und Ortsbehörde mitzuteilen. Hs.
— Allerlei Weisheit. Eine Zwickauer Urkund« beweist, daß schon im Jahre 1348 die dortigen Schmiede Steinkohlen verwendeten. — In China begecmet man fast niemals und nirgends dem Laster der Trunksucht. — Ist bei den Mohammedanern ein Gast zu Tisch, so erfordert es der Ton, daß der Gast als Erster mit dem Essen beginnt und als Letzter damit aufhört«