I
t
48. Zahrg.
Mittwoch, 30. November $921
I
!
V
)
t
il
und
Aus -em besetzten Gebiet,
das
i-
).
L
0.
n
n
R
>s
11
t.
L L
S c- n
s e re
r< rn
Werke wurde den Vertretern ein großer Teil der jetzt wieder lebhaft in Friedensfabrikation begriffenen Werkstätten gezeigt und besonders auch ihr Augenmerk auf die Teile der Werke gerichtet, die durch die letzten Maßnahmen der Interalliierten Kommission schon jetzt zum Stillstand oder zur Zerstörung verurteilt sind.
Das Interesse der ausländischen Besucher zeigte sich in zahlreichen sachverständigen Fragen, die an die Führer gerichtet wurden, ganz besonders fiel allen die große Anzahl der in Zerstörung begriffenen Gebäude auf und die Tausende von Maschinen, die zur Zerstörung oder Entfernung aus den Wer- ken bestimmt sind, während andererseits für die Betriebe gerade anscheinend ältere, unmoderne und wenig rationelle Maschinen gelosten werden sollten."
Aus allem Gesehenen konnten die ausländischen Vertreter nur den Eindruck gewinnen, daß die U m- stellung der ehemaligen Heereswerk- st ä t t e n auf Fabrikationen und Friedenserzeugnissen harmlosester Art vollständig durch- geführt und eine Wiederaufnahme der Fabrikation von Kriegserzeugnissen ohne jahrelange Vorbereitung gänzlich unmöglich wäre.
E s u. ie c-
Unter Führung von leitenden Persönlichkeiten tefr Mitgliedern des Betriebsrates der Deutschen
Die entlarvten Putschverbrecher.
Die Auseinandersetzungen zwischen den Mehrheitssozialisten, den Unabhängigen und den Kommunisten nehmen allmählich groteske Formen cm und sind für den Nichtbe- telligten oußewräntlich ergötzlich, zumal man wieder rinmol Gelegenheit hat, über die Reichhaltigkeit des komwumstischen Repertoir zu {Immen.
Die „Rote Fahne" wütet fortgesetzt über die Der- öffentlichung des „Vorwärts" und beweist damit, wie empfindlich die Kommunisten mit diesen Deröffent- lichunMM getroffen sind. Die Zentrale der kommunistischen Partei veröffentlicht am Dienstag in der „Roten Fahne" eine lange Erklärung, in der u. a. erklärt wird.
des Märzpukfches nicht in den Mihm der kommunistischen Partei, sondern in den Reihen der sozialdemokratischen Partei sitzen, um die werdende Einheitsfront des Proletariats zu stören. Wir habm natürlich keinen Anlaß, uns in diese Aus- Linand:rsetzung sachlich einzulassm. Das wollen wir den feindlichen Brüdern überlasten.
Recht ergötzlich sind auch Auseinandersetzungen, die zwischen der unabhängigen „Freiheit" und der „Roten Fahne" geführt werden. Wir geben nachstehend nur eine Blutenlese ans der „Roten Fahne" wieder, die u. a. gegen die „Freiheit" folgendes fchmibt:
Die „Freiheit" fordert eine Intervention der Gewerkschaften und der soialdcmokratischen Parteien. Wir spucken auf eine Intervention der Schurken, die selbst den weißen Schrecken der Bourgeoisie entfesselt haben, die selbst sürr die Bourgeoisie das Amt des Henkers ausüben. . . Schmach und Schande über den Arbeiter, der jetzt noch nicht weiß, wo sein Platz ist.
Die Slreikgefahr in Berlin.
Zwischen den Vertretern des Berliner Magistrals ix den Verbänden der Werkangestellten ist eine
5ic ausländischen Gewerkschaften in den deutschen werken.
zvm Eisenbabnamtmann ernannt worden.
• Wegen Wucher verurteilt. Das Aachener Wuchergericht verurteilte einen Kleinhändler wegen des Der-, taufs von Eiern an Belgier zu vier Monaten Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe. Mehrere andere Personen wurden wegen ähnlicher Vergehen zu Gefängnis und Geldstrafen verurteilt. In Herlen sind Eier mit 23 Mark das Stück verkauft worden.
• Zum Hnnriff der Saarregierung ans die saarländischen Volksschulen. Die vor einigen Tagen gebrachte Nachricht, das nach einer Verfügung der Saarregierungskommission vom 1. April 1922 ab der obligatorische französische Sprachunterricht in den Volksschulen der Saargebietes eingeführt werde, wird von der .Saarbrücker Landeszeitung' angezweifelt. Bis jetzt, so schreibt das Zentrumsblatt, konnten wir keine Bestätigung dafür erhalten, daß eine derartige Verfügung ergangen sei. Eine obligatorische Einführung deS französischen Unterrichts in den saarländischen Volksschulen würde zweifellos von der erdrückenden Mehrheit der Eltern nicht gebilligt werden und stände auch im schroffsten Gegensatz zu den klaren Bestimmungen deS Saarstatuts des Versailler Vertrages.
• ICO deutsche fremden leglsnSre für Marokko. Die ,Repudlik' berichtet, daß vorige Woche über 100 Deutsche, aus den Rheinlanden kommend, in Metz eingetroffen sind, nachdem sie sich zur Fremdenlegion hatten an- werben lasten. Die Leute wurden von einem Zivildolmetscher auf einem Fort der Festung ab geliefert und werden in wenigen Tagen eingekleidet und nach Marokko transportiert.
Bezugspreis: Monatlich 5.00 Bit zugejlelll frei ins Haus- z Abgeholl in der Geschäftsstelle 4,60 Mk. > Anzeigen: Kleinzeile nach E o > on e lmaß 1 ruark; Reklamezelle (Itpbtttiel nach Colone maß 3 2itor.
Verantwortlich für den cedauionellenTeil: Dr. 3- Kramer, = für die Anzeigen: ° ----“ —$t,,!hn
Rotationsdruck u. Verlag der -----------
brrnlprecher Nr. 9. Telegr.-Adresie: Fu >daer Zeitung.
gelöst worden ist. Außer den Lesern £er „Roten Fahne" (und wahrscheinlich auch diese nicht einmal alle), wird d:r Zentrale diese Behauptung niemand glauben. Ferner bringt die „Rote Fahne" eine Erklärung des durch die Verösferriiichung des „Vorwärts" am meisten bloßgestellten kommunistischen Führers Eberlein, die besagt, daß er, Eberlein, sich einem öffentlichen Gerichtsverfahren nicht entziehen werde, obwohl er eirrm „bürgerlichen Klassen Gericht" dir Fähigkeit abspricht, über „revolutionäre Klastenkämpser" Richter zu sein. Er werde aber vor Gericht t»:-n Nachweis erbringen, daß die wirklichen Provokateure
Maßnahmen gegen Wucher und Teuerung.
« it ■n ie n
Die Beschlüsse des Reichskabinetts.
Das Reichskabinett beendete am Dienstag unter Teilnahme der preußischen Minister feine Beratungen über die durch die Teuerung geschaffene Lage.
In Ergänzung und Verschärfung der bereits bestehenden gesetzlichen Vorschriften zur Bekämpfung des Wuchers wird dm gesetzgebenden Körperschaften unverzüglich eine Vorlage unterbreitet werden, welche die Veröffentlichung sämtlicher Verurteilungen wegen Schleichhandels und Preistreiberei durch die Presse vor- jchreibt.
Bei Verurteilung wegen fchwwer Fälle (Gefängnis über 3 Man.) ist außerdem Veröffentlichung durch A n- schlag vorgesehen. Ferner beschloß das Kabinett, die bestehenden Preisprüfungs st eklen durch Kommissionen zu ergänzen, wie sie sich in manchen Städten bereits gebildet haben. Diesen Kommissionen sollen neben Vertretern der Verbraucher auch Vertreter der Gewerkschaften angehören. Die Preisprüfungsstellen werden alsdann Anweisungen zu entschiedenem Vorgehen gegen den Wucher erhallen.
Zur Besserung der Milchversorgung werden in dem Haushalt des Reichsmimsteriums für Ernährung und Landwirtschaft für 1920 auf 1921 400 Millionen Mark bereitgestellt werden und zwar für solche Gemeinden, in denen die Milchversorgung besonders notleidet, das heißt, der Milchbedarf nur bis zu einem bestimmten noch festzusetzenden Bruchteil gedeckt ist. Von den 400 Millionen Mark sollen je ein Drittel die in Betracht kommenden Länder und Gemeinden aufbringen. Soweit die Gemeinden hierzu nicht in der Lage sind, soll das Reich auch die von dm Gemeinden nicht aufzubrjngenden Mittel übernehmen.
Den Gemeinden soll in der Verwendung der Mittel innerhalb der gesetzlichen Bestimmung freie Hand gelassen werden, doch sind die Gemeinen darauf hinzuweisen, daß sich als Weg zur Besserung der Milchver- fargung, soweit sie unter ungmügender Anlieferung leidet, insbesondere der Ankauf von Futter, vor allem von ausländischem Kraftfutter und die verbilligte Abgabe solchen Futters an die Kuhhalter empfiehlt, welche die Gemeindm beliefern und bei denen, wie zum Beispiel bei den gemeindlichen Abmelkewirtschaften, eine Sicherheit dafür geschaffen werden kann, daß die Mehrerzeu- gung von Milch auch den Gemeinden zugute kommt.
preußischer Landtag.
Minister Severing und Minister hirksiefer.
Auch zu Beginn der Dienstagsitzung wiederholt Mbg. Menzel den konmnmWschen Antrag, die Amnestie- frage <Mf die Tagesordnung zu setzen. Der Antrag schei- tedte an dem Widerspruch eines Zenkrunrscckgeortmeten.
Die zweite Lesung zum Haushalt des Innern wirb fortgesetzt. Abg. Dr. Berndt (Dem.) betont die Notwendigkeit einer gründlichen Derwalbmgsresorm. Gegen die NWbestätigrmg von Gemvinvebeomten müsse den Gemeinden und den Nkchtbestätigten ein Dernstmgsrecht ein« geräumt werden.
Minister Severing: In der Berwaltung habe ich gar nichts bagegen einzuwerrden, wenn deutsch-national, selbst monarchistisch gefilmte Beamte ihre Amtspflicht treu aus» üben. Ich hätte gang gern die Kommunisten zur Berwal- tung hcmngiehen mögen, uni sie zum Staatsgedan. ken zu erziehen. Der Staat hat allerdings eine große Duldsamkeit bewiesen. Sem Selbsterhaltungstrieb muß aber dazu führen, daß monarchistische Beamte nicht begünstigt werden, sondern solche, die treu auf dem Boden der Verfassung stehen. Bei der Schutzpolizei habe ich das Vertrauen, daß sie immer mehr zu einem verläßlichen Instrument -der versaffungsmäUgcn Regierung wird. Gegen jeden Disziplinbruch werde ich unnachsichtlich ein sch reiten, ob er von doutschnaticmalcn Obcrbeainten oder von sozialistischen Unterbeomten ausgeübt wird. Warm tatsächlich noch von höheren reaktionären Beamten ein Spitzelbien st und geheime Personalakten eingerichtet sind, dann weide ich diesem Unfug mit aller Energie entgegentreten und die verfassungstreuen Beamten gegen Bettemnöung schützen. Der Minister geht dann auf das Verbot der „Täglichen Rundschau" em und meint ich werde es weiter als meine Pflicht betrachten, einer Verhetzung der Oeffeniilichkeit entgegenzutreten. In Beantwortung öer Fragen einzelner Redner erklärte der Minister weiter, die Einrichtung einer Zentral stelle zur Bekämpfung der unsittlichen Literatur empfehle sich nicht. Hinter den letzten Schaufensterplünderun- gen standen politischeDrahtzieher. (Hört! hört!) Der Mirv.ster fegte eine Reihe von Ausrufen vor, in denen .zum Bürgerkrieg auig ei ordert wird. Von den Kommunisten wird die Verlesung mit lärmenden Kundgebungen begleitet. Dar Minister erklärt, daß er allen Putschversuchen mit größter Energie entgegentreten werde.
Adg. v. Eynen (D Dp.) wendet sich "gegen das Verbot der „Tägliche« Rundschau", das durchaus nicht stichhaltig sei. Abg. Dr. v. Dryandcr (Dnfl.) bekämpft die Verbote der Tan- neiibergfeier Abg. Rabotdl (USP.) verlangt die Beseitigung des Staatskommissariats für öffentliche Ordnung. Abg. Franz Krüger (S.) rechrserügt den Eintritt der SoLioLdsaw-
ü
Kurland.
* Tic irische Frage. Lloyd George Chambrrlain und Lord Birkenhead hallen mit den Sinnserner. Delegierten eine Konferenz auf der eine Reihe völlig neuer Vorschläge erörtert wurde. Diese Vor chläge werden Ulster nur vorgelegt werden, wenn die Sinnfeiner ihnen zuvor zugestimmt haben. Hiermit sind die Verhandlungen in ein neues Sta- drum getreten
Die Kreöitafction.
Sünnes berichtet im Reichsverband der Jndusttir.
8n der gestrigen Sitzung des Präsidiums des Reichsverbandes der deutschen Industrie erstattete Hugo Stinnes eingehend Bericht über feine Londoner Besprechungen.
Es schloß sich daran eine eingehende Aussprache über die Kreditaktion der Industrie im Zusammenhang mit der Frage einer ausländischen Anleihe. Dem „B. Lokalang>.'iger" zufolge kam man schließlich dahin überein, den geschäftsführenden Vorsitzenden des Verbandes, Geheimrat Bücher, zum Reichskanzler zu enifenbea, um ihm mitzuteilen, daß der Reichsverband mil dem Vorschläge Dr. Wirths einvierstan- den fei, einen aus Mitgliedern der Industrie und der Finanz gewählte Kommission von sechs Herren mit den englisch-amerikanischen Wirtschaftskreisen über die Kre- ditstage in Verbindung tvrten zu lasten.
Die Kommission selbst soll von Dr. Wirth bestimmt werden.
Besprechungen Rathenans in London.
Wie der Londoner Korrespondent der Voffischen Zeitung erfährt, haben zwischen Dr. Rathenan und dem Direktor der Bank von England, Sir Robert Kindersleh, zwei Konferenzen stattgefunden. Weitere Konferenzen mit den ersten englischen Finanzfach, männern und dem Schatzminister Sir Robert Home ?En fich uumiltclbar anschließen. Der Kvrrespon- e§ kür möglich, daß Rathenan auch mit -»oyo George zusammentreffen wird.
I. Parzeller»Fulda. i Fuldaer Actiendruckerei in Fulda.
Die Mitarbeit der deutsch. DölLspartei.
In den „Deutschen Stimmen" nimmt der Abg. Dr. Stresemann, der Führer verdeutschen Volks« Partei, erneut Stellung zu der Frage Volksgemeinschaft ober Opposition.
In Wort und Schrift ist Stresemann bisher vielleicht der eifrigste Verfechter der praktischen Mit« arbeit der deutschen Volkspartei gewesen; oberes ist ihm bisher nicht gelungen, die starken Strömungen innerhalb seiner eigenen Fraktion und Partei gegen die Mitarbeit in'positivem Sinne zu beeinflussen und umzubiegen. Noch neulich hat er sich in einer größeren Rede wiederum für Len Gedanken der Volksgemeinschaft eingesetzt.
Jetzt packt er in den „Deutschen Stimmen* das Problem noch einmal fest und unerschrocken an. Er sagt u. a., daß mit der Größe der Partei auch ihre Verantwortung gestiegen sei, mit der Verantwortung aber auch der Kampf der Gedanken um die richtige Führung der Politik in entscheidender Stunde. Was man längst weiß, das spricht er offen und rückhaltlos aus, daß es töricht wäre zu leugnen, daß verschiedene Aufsaflungen in der Partei miteinander ringen.
„Die Wege der protzen Koalition", so heißt es wörtlich, „scheiden uns taktisch von der deutschnationalen VolkSpartei. Die Kampfesweise ihrer rechtsradikalen Vertreter scheidet uns von ihr sachlich. Auf der anderen Seite vermag auch die Sozialdemokratie weder in ihrer Presse noch durch ihre Redner daS Zusammenwirken mit der deutschen VolkSpartei politisch und persönlich reibungslos zu gestatten. Der Gedanke der großen Koalition ist eine schwere Belastungsprobe für die Partei. Verstand und Gemüt liegen dabei im Kampf und es ist manchmal schwer, die verstandesmäßigen Argumente den Massen der Parteifreunde zum Bewußtsein zu bringen. Neben diesen taktischen Erwägungen besteht aber auch für eine Anzähl unserer Freunde der Gedanke fort, daß überhaupt die Gesundung der Verhältnisse auf diesem Wege nicht erreicht werden könne, und daß es besser ist, in der Opposition hemmungslos den nationalen und autoritativen Gedanken zu vertreten."
Stresemann verlangt, daß sich die Partei mit diesen Gebankengängen auseinandersetze. Wer glaube, daß der Kurs der Parteileitung nicht richtig gewesen sei, möge das offen sagen. Aber wenn einmal die Führung gewählt sei, dann müsse sie das Recht haben, den Weg zu bestimmen, den die Partei gehe.
• vegttadigung Im Frühjahr 1919 hatte Kriegsgericht der damaligen 10. französischen Armee den Oberbahnvorsteher Flemming in Mainz toegenlieber» laffung eines Ausweises an einen Unbefugten, dem er auf dringendes Bitten zum Verlassen des besetzten Gebietes helfen wollte, zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren verurteilt. Den Bemühungen der hessischen Negierung ist e5 gelungen, Flemmings Begnadigung herbeizufuhren. Er hat daS Gefängnis in Mainz vor mehreren Tagen verlassen. Herr Flemming ist kürzlich
Deutsches Reich.
(f) Die Eulpolilisiening der Reichseisenbahnen soll, wie wir bereits vor mehreren Tagen mitt eilten, ein besonderes EisenbahnfinanFgesetz lösen. Die Richtigkeit unserer damaligen Meldung wird jetzt vom „Bert, TageA." bestätigt. Nach diesem Entwurf soll, wie wir seinerzeit bereits mitteilten, die Verwaltung in Erfüllung des Art. 92 der Reichsverfaffuug vom allgemeinen Staatshaushalt freigestellt werden. Nach dem Tageblatt wind wetter beabsichtigt die Angliederung eines Generalrates an das Direktorium. In diesem Gcmralrat sollen sowohl die Reichsregüerung, der Reichstag, die Eisenbahnbeomtenschaft wie die Wirt, schäft vertreten sein. Dieses Gwmium würde also ein Eisenbahnparlament bilden.
* Die Fuiterknappheit und Eruährnng des Viehbestandes hat der Zentrumsabg. Jacobi-Raffauf im preußischen Landtage zum Gegenstand einer kleinen Anfrage gemacht. Darauf hat ihm die Regierungfolgende Antwort zugehen lasten: Die Staatsregierung ist mit allen verfügbaren Mitteln fortgesetzt bemüht, die durch die große Dürre und Trockenheit entstandene Futtermittelknappheit zu lindern, um den Viehhaltern die Ernährung des notwendigsten Viehbestandes zu ermöglichen. Die durch Ausschüttung der Reichsreserve an Kleie und sonstigen Futtermitteln Preußen zugewiesenen Futter- mitlelbeftänbe wurden restlos verteilt und in erster Linie denjenigen Provinzen zugeführt, die unter der Dürre am meisten gelitten haben. In erster Linie wurden die Rheinprovinz, der Reg.» Bez. Wiesbaden und Ostpreußen bedacht. Im Einvernehmen mit der Pr. Hauptlandwirtschaftskammer werden als Notstandsmaßnahmen gegen die Folgen der Dürre an geraten: a) möglichste Ersparnis des diesjährigen besonders hochwertigen Strohes und dafür Verwendung von Torf und Waldstreu, b) Vervollkommnung und Weiterverbrettnng der sogenannten Strohauf» schließungsverfahrens, e) möglichst umfangreiche Durchführung bet Einsäuerung von Futter. Mit dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft sind Verhandlungen eingeleitet mit dem Ziel, diejenige Riete, die aus der Getreideumlage ansällt, in erster Linie denjenigen Kommunalver- bänden zuzuführen, die unter der Düre besonders gelitten haben.
* Erweiterung der Reglkruugskoalition inBayern? Die »Bayerische Bolksparteikorrespondenz' teilt mit, daß eine unverbindliche Besprechung wegen Erweiterung der R egierungskoa lition durch Hereinnahme der Mittelpartei (b. h. Deutsche VolkSpartei unb Deutschnationale) stattgefunden hat, und zwar zwischen dem Führer der Fraktion der Bayerischen Vollspartei int Landtag, Held, und dem der Mittelpartei, Dr. Hilpert. Der Ministerpräsident und die Koalitionsparteien seien davon unterrichtet worden, doch seien weitere Verhandlungen noch nicht ausgenommen worden. Die Hereinnahme der Mittelpartei wird begründet mit der Notwendigkeit, den Justizministerposten wieder zu besetzen und mit der Tatsache, daß ja niemand die Mittelpartei aus der Koalition vervrängt habe, und daß ihr Austritt seinerzeit von niemand anders verstanden worden sei denn als ein zeitlich be- schrä ü ktc r.
Nr. 275.
__V,
traten in die große Koalition. Die Einigung mit den Unabhängigen würde in dem Augenblick möglich sein, wo die Unabhängigen auf die Demonstrationspolitik und auf das Nachläufen hinter den Kommunisten verzichten würden. Dann schließt die Debatte über das Ministerium des Innern. Die Abstimmungen wenden aus den 6. Dezember äuge- setzt. _ , ,
Es folgt int 2. Lesung des Etats des Wohlfahrtsministeriums.
Der Ausschuß erhöhte düe Summen für Pflege der schulentlassenen Jugend von 6 aus 10 Millionen, ebenso die Beihilfen für Kleinkinderheime von 3000 auf 100000 Mark. Für Tuberkulosenbekampsung sollen statt lb-Mck- lionen 5 Millionen eingesetzt werden. Ebenso sollen die Kosten für Iugendwohlfahrt und soziale Ausbildungszweckt erhöht werden.
Minister hlrtsiefer betonte, er wende j-ch bemühen, tm Sinne seines Vorgängers zielbewusste und planmäßige VorbeuWugsarbeit zu leisten. Die Beamten feines Mim» stermms werden sich in warmherziger Weiss für !die Menschheit praktisch betätigen. Rur so könne die Wohl- fahrtspslege ihre große Aufgabe erfüllen. Das Reichs- siigendwohlfahrtsgesetz stehe vor dem Abschluß. Der Redner geht bann auf einzelne Anträge zur Fürsorge ein und betont, daß die prügel ft r bfe in der P,raxrs so ziemlich beseitigt fei, dass aber bie Drohung mit der körperliche Züchtigung manchen Elementen gegenüber nicht entbehrt werben könne. Auf dem Gebiet der Arm en- pflege ist eine Erhöhung der Dotationen erforderlich. Auch für bie Kleinrentner muß etwas geschehen. Im Interesse der verschämten Armen soll eine Revision des Anmenpflegegesetzcs erfolgen._ Desgleichen foltert die Stimmen für die Kriegsbeschädigten und bte Hinterbliebenen im Einklang mit den neuen reichsgesetzlichen Bestimmungen erhöht werden. Eine sofortige Aufhebung der Zwangswirtschaft im Wohnungswesen halte ich nicht für angängig. Auch btrt ich bereit, für Neubauten besondere Leistungen zu gewähren. Besondere Aufmerksamkeit werde ich der Bekämpfung unserer Volkskrankheit, der Tuberkulose zurrenden. Der Kampf gegen die Trunksucht erfordert weiter Aufmerksamkeit, ebenso gegen Grippe und Influenza. Redner verweist dann auf die bevorstehende Regelung des Hebammenwesens, dankt den Kreisärzten für ihre aufopfernd« Tätigkeit und sichert ihren Wünschen Berück- fichtigung zu.
Das Haus vertagt die WeiterberÄung aus Mittwoch.
Einigung erzielt worden. Der Schiedsspruch vom 23. November 1921 wurde mit erheblichen weiteren Zugeständnissen für die Arbeitnehmer angenommen. Die Vertreter der Werkangestellten haben sich bereit erklärt, noch in der Nacht Schritte zu unternehmen, um die Stromversorgung Berlins unverzüglich wieder in Gang z» setzen, die bereits unterbrochen worden war.
Die Spannung zwischen England und Zrankreich.
England gegeu die militärischen Sanktionm am Rhein. reaenbe im Leitartikel die aufsehener-
B o t schaftertönfeEngland eine Note an bie her mi täii£ (^8et.id,tet ^Qt' um öie Aufhebung
Ä »fÄgyÄ'i- 2-"
Fuldaer Zeitung
Amklicher Anzeiger für den kreis und die Skadt Fulda. ______
die Veröffentlichung des „Vorwärts", die als eine Pro- gromhetze bezeichnet wird, lediglich zu dem Zweck un- terrrowmen fei, um die sich bildende proletarische Einheitsfront zu zersprengen. Die Einbildungskraft der komMUnistischen Häuptlinge übersteigt wirklich alle Begriffe. Die proletarische (Einheitsfront war schon vor b:r Veröffentlichung des „Vorwärts" ein Phantom trab zwar nicht ohne Schuld der Kommunisten.
, Ferner wird feftgc stellt, daß, entgegen dem durch die gr„, , -------- I Veröffentlichung des „Vorwärts" erbrachten Beweis,
h»r ^PmLrfirhnfk8eit9eniIi^ ihrer auf . der Thüringer Märzputfch durch eiiK planmäßige Pro-
etoo 40 Vertreter der Arbeitgeber und Arbettneh- merorganlsationen -aus den Vereiniotrn Staaten von Nordamerika, Kanada, Brasilien Italien, England, Frankreich, Schweden und ü-r Schweiz, die der internationalen Arbeitskonferev' in Genf bsigewohnt hatten, auf ihrer Rundreise durch die Werke der ehemaligen deutschen Rüstunas- industrie auch die Deutscher Werke A. G. in S v an- d a u und Haselhorst.