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Fuld aer Zeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sfabf Fulda.

Nr. 269.

Mittwoch, 23. November 1921

Bezugspreis: Monatlich 5.03 Btt. zugestellt fr.i ins Haus- - Abgeholt In der Kejchästsst-lle 4,60 Hit. S Anzeigen: Kleinzeile nachColone «maß 1 Mark; Reklamezeit» (lertbteite) nach Colone maß 3 Mark.

Lerantwortlich für den reoauionellen Teil: 2r. I. Kramer, a für die Anzeigen: I. Parze!Ier-Fulda. - Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Aclicndruckerei in Fulda, itemtpredjer Nr. 9. Telegr.-Adrefse: Fuldaer Zeitung

48. Zahrg.

Kredit«« «d MWztmer Koilserkiz

M ü l l e r - F u l d a in derGermania", worin eine Abgabe von 20 bis 25 Prozent des Wertes der Exportware in ausländischer Valuta gefordert werde. Aber man vergegenwärtige sich, so sagte er, bei diesem Vorschläge, daß die Mehrzahl der zum Export gelangten deutschen Waren 90 Pro­zent aus dem Auslände eingeführier Rohstoffe ent­halten. Eine solche Regelung sei doch also ganz unmöglich. Diese Abgabe würden für unfern Ex­port direkt ruinös wirken. Ebensowenig sei es möglich, den Verkauf nur in ausländischen Devisen zuzulassen.

Der Reichskanzler ergriff abermals das Wort. Er warnt davor, wie es in der Rechts­presse vielfach geschehe, eine Katastrophe von heute auf morgen anzukündigen und die Frage der Reparation auf die Spitze zu treiben. In allen PrivatgesprSchen mit Mitgliedern der Reparationskommission sei die Ansicht von der Prosperität der deutschen Wirtschaft und der deut­schen Industrie zutage getreten. Ein Mitglied der Reparationskommission habe erklärt, es müsse e l n Leichtes sein fürdiedeutscheJndustrie, durch ihrGuthabenimAuslandeden frag­lichen Betrag von 5 bis 600 Mill "^sn Mark sofort zu entrichten. Der Kanzler habe demgegenüber auf die Schwierigkeiten hingewiesen, diese Gut­haben f e st z u st e l l e n, die Finanzämter seien hierzu nicht in der Lage. Die Kreditaktion habe, wie die Welt die wirtschaftliche Lage Deutschlands nun einmal ansehe, eine ungeheure politische Be­deutung. Rur ein deutlich sichtbares Opfer könne seiner Auffassung nach auch zur Beruhigung der innerpolitischen Lage beitragen. Was die Steu­erberatung beträfe, so würde man um die Erhöhung gewisser indirekter Steuern nicht her­umkommen. Die vcm Abg. Hugo erwähnten Steuervorschläge Müller-Fulda in derGer­mania" seien sehr ernst zu nehmen. Sie seien von einem Mann ausgegangen, dem das in­dustrielle Leben sehr vertraut ist.

I meinem Dater erklärt, daß ich nicht eher wieder seine I Schwelle betreten werde, bis er zur Einsicht gekommen ist, bis ex bereut, was er mir mit feinem Mißtrauen angetan hat!"

IAber um Himmelswillen, Karl! So weit ist es I gekommen? Und was gedenkst Du zu tun? Nach dem, I was oorgekommen ist, wird cs sehr schwer fein, eine passende Stellung für Dich zu finden I Darüber wollen wir uns gar keine Illusionen machenl"

Was ich zu tun gedenke? Wäre ich frei, dann würde es öcr Inhalt meines Tuns und Denkens fein, den, der mich ins Unglück gebracht hat, zu überführen' Ich habe einen Verdacht aber ich schaudere, wenn dieser Verdacht sich bewahrheiten sollte würde mir dann doch eine Hoffnung zerstört, die doch ich | will nicht daran denken! Was ich zu tun gedenke, hast Du gefragt? Mein Weg ist mir vorgezeichnet ich gehe zur Bühnet"

Zur Bühne?" Friedwald betrachtete den ruhelos im Zimmer Aus» und Abgehenden mit einem Blicke, als zweifle er, recht gehört zu haben.Aber Karl, wie kommst Du denn aus diese seltsame Idee?"

Bleibt mir denn etwas anderes übrig? Du hast ja eben selbst gesagt, daß ich mir betreffs einer anderen Stellung keine Illusionen machen soll! Da greife ich eben zu dem, was sich bietet! Glaubst Du. daß e5 mir leicht wird, den Beruf, in den ich mit Leib und Seele hineingewachsen bin, zu entsagen? Ich hätte Karriere gemacht, hätte mich emporgeschwungen! Die Kraft da. zu fühle ich in mir und alles hätte ich daran gesetzt, mein Ziel zu erreichen."

Dos Ziel, reich zu werden?" warf Wilhelm Fried, walü mahnend ein.Kort, denke an den Spruch, der in Eurer Hausbibe, steht! Diese Jagd nach dem Glücke." i

Rich, des Reichtums selbst wegen strebte ich auf. wärts," unterbrach ihn Karl,sondern eines Glückes wegen, dos mir nur dann zuteil wirb, wenn ich rn'ch über die Mittelmäßigkeit erhebe! Alles vorbei! Ein ganz neues Leben liegt vor mir vielleicht gelingt es mir in ihm, auf die Höhe zu kommen! Genug ich gehe zur Bühne!"

So, ist cs wirklich Dein Ernst, Karl, überlege Dir wohl den Schritt! Die Bretter, die die Welt bedeuten, -

Das gewerkschaftliche Sanierungs- Programm.

Der Reichskanzler empfing am Dienstag Ver­treter des Allgemeinen GewerkschaflSverbandes und des Freien Angestelltenverbandes zwecks Entgegen­nahme der Forderungen der Gewerkschaften zur Behebung der Finanznot des Reiches.

Die Stellungnahme der Reichsregierung wird in einer zweiten Sitzung bekannt gegeben werden.

Die Plünderungen in Berlin.

Am Dienstag kam es nur vereinzelt zu Plünderungen. Mehrere Demonstrationszüge der Erwerbslosen in Berlin, Neukölln und Weißensee wurden zerstreut. In Weißen see wurden mehrere Bäckereien völlig ausaeraubt, ebenso eine Schlächterei.

Die gestrigen fünf von den Kommunisten einbe­rufenen Veranstaltungen in Berlin, die sich mit den Berliner PlünderungSrevolten beschäftigten, verliefen ruhig. In den Versammlungen wurden die kleinen Teilaktionen der Arbeiterschaft verurteilt. Nur eine große Staatsumwälzung könne zum Ziele führen.

Amnestie für Jugendliche.

Nach derFreiheit" erklärte der Reichsjustiz- Minister Radbruch Vertretern der sozialistischen Jugendorganisationen, daß sämtliche gegen die politischen Gefangenen rrgaikgenen Urteile noch ein­mal überprüft würden. Dabei werde besonders Rücksicht genommen auf die jugendlichen Befangenen, die bestimmt alle amnestiert würden.

sind schwankender Boden! Du hast eine prachtvolle Te» norftimme gut und ich weiß, daß Du förmlich in den Himmel gehoben wirst, wenn Du Dich hören läßt! Aber bedenke wohl, Karl der Beifall, der Dir feit« her geworden ist, galt immer nur der Kunst des Dilet- tanken! Sobald Du diese Kunst zum Berufe wählst, dann wird seitens der Welt ein ganz anderer Maßstab an dieselbe gelegt! Hier singst Du vor Liebhaberkrei­sen, vor Leuten, denen Du mehr oder weniger persön- lich bekannt bist hier singst Du für nichts weiteres [ als für den Beifall der Zuhörer. Gehe erst einmal in die Welt, fordere klingenden Lohn für Deine Kunst dann wirft Du erfahren, rote unbarmherzig die Sonde der Kritik an Deine Leistungen gelegt wird und wenn es Dir nicht gelingt, eine wirkliche Größe zu werden, dann wirst Du, soweit ich Dich kenne, der unglücklichste Mensch auf Gottes Erdboden seins" s

Aber warum soll Ich denn feine wirkliche Größe werden?" fragte Kort mit einem Anflug von Kränkung im Ton.Du scheinst jo wenig Vertrauen zu meinen stimmlichen Fähigkeiten zu haben! Wenn Herr Hof- kopellmeister Wiedhold mir doch |n sichere Aussicht stellt,, daß Ich als Dühnensönger emporkomme. dann kann es doch gat keine Bedenken mehr für mich ge­ben."

.Eine Eigenschaft der großen Künstler hast Du be. reits angenommen, Karl Du bist empfindlich! Glaube mir doch, daß lch nur aus warmer, inniger Teilnahme an Dir und Deinem Schicksal Dich soor Überschwenglichen Erwartungen warne! Der Weg zur Größe ist gerade für den Gänger ein dornenvoller! Er Ist aus eine Naturgabe feine Stimme angewiesen, kann dieselbe nur bis zu einem geroiffen Grade Per- DcUfommnen. Versag, ihm diese Naturgabe, ist sie nicht kräftig, nich, widerstandsfähig genug was nutzt ihm da aller Fleiß, olles Streben nach oben? Ich will 2Tir nicht mit Unkenrufen die Lust vergällen aber Du hast fa selbst gesagt, daß Du in Deinen seitherigen Be. ruf mit Leib und Seele hineingewachsen bist! Deswe­gen sage ich Dir noch einmal: überlege den Schritt! Laß einige Zeit hingehen vielleicht klärt sich die Sache mit dem Defizit auf!"

(Fortsetzung folgt?

Preußischer Landtag.

Abhilsemaßnahmen gegen die kommunistischen Ruhestörer.

In der Dienstagsitzung ging man angesichts de? störenden Verhaltens der Kommunisten in den letz­ten Tagen mit beschleunigtem Eifer an die Neuge­staltung der Geschäftsordnung heran.

Der einschneidende Paragraph ist § 59. Er ent* hält die neuen und verschärften OrdnungSbestimmunpen, Er lautet:1, Wenn ein Abgeordneter die Ordnung verletzt, ruft ihn der Präsident mit Nennung des Namenszur Ordnung". 2. Verletzt ein Abgeordneter in grober Weise die Ordnung, so ist der Präsident be­rechtigt, ihn von der weiteren Teilnahme an der Sitzung ! auS^uschließen, Der Abgeordnete hat auf Aufforderung deS Präsidenten den Sitzungssaal zu verlaffen. 3. Leistet der Abgeordnete der Aufforderung deS Präsidenten, den Saal zu verlassen, keine Folge, so wird die Sitzuni unterbrochen, oder aufgehoben. In diesem Falle zieht sich der Abgeordnete ohne weiteres den Ausschluß für die folgenden acht Sitzungen deS Land? iageä zu. Der Präsident stellt dies bei Wiedereröff, nung der Sitzung oder bei Beginn der nächsten Sitzung fest. 4. In besonders schweren Fällen kann der Aeltestem rat den Abgeordneten durch einen mit/« Mehrheit ge. faßten Beschluß von der Teilnahme an höchstens 15 Sihungktagen des Landtages ausschlietzen. Die Ent­scheidung deS Aeltestenrats ist in der nächsten Sitzung zu verkünden. 5. Ein Abgeordneter darf während der Dauer der Ausschließung auch an Ausschutzsitzungen nicht teilriehmen. Für die Zeit der Ausschließung, ruht, was die Hauptsache ist, der Bezug der Diäten.

Diese Bestimmungen haben es den Kommunisten an­getan; denn hierin wittern sie die Handhabe, ihren Gassenjungenstreichen zu begegnen. Sie rennen darum mit vereinter Kraft gegen die neue Geschäfts, orbnung an. Ihre Anträge lauten dahin, daß alle Bestimmungen abgeschafft werden, die den Präsidenten Machtmittel zur Aufrechterhaltung der Ordnung in die Hand geben. Zunächst stellen sie den Antrag, die Be­ratung der.Geschäftsordnung von der Tagesordnung abzusetzen; der wird abgelehnt. Nun greifen sie zu einem anderen Mittel. Sie treiben Obftruftion. Man hat beschlossen, die Redezeit zu den einzelnen Pa- ragraphen auf eine Viertelstunde fcstzusetzen. Die Korn- muniften machen sich diesen Beschluß zu nutze. Zu jedem Paragraphen redet einer seine Viertelstunde her- unter man bedenke, daß der Entwurf 9 4 Para­graphen zählt! So wird von kommunistischer Seite nicht nur die Gesetzesarbeit gelähmt, sondern bas Par. larnent und seine Einrichtungen verspottet. Es Ist wahr» haftzg an der Zeit, baß diesen Herren klargemacht wird, daß man nicht gewillt Ist. Ihre Kindereien auch noch weiterhin zu dulden, lieber den Ton aibt folgendes Aufschluß: Der Kommunist Pieck- der wiederholt eine Viertelstunde brüllte, daß er sedesmal heiser war und ihm der Schweiß von der Stirne lief, sagte u. a. offen und rund heraus, daß er sich mit der Rechten Ite ber draußen im Bürgerkrieg auseinander, fetzen möchte, als hier im Haufe, und dann fährt er fort: Aber Ihr feib fa zu feige, Euch geht ja ber Hin- fern mit Grundeis. Dieser, dem Soldolen-Ohr in etwas gröberer Form vertraute Ausdruck ber Kriegszeit. Ist in einem Parlament sicherlich das erstemal erklungen und hat großes Aufsehen hervorgerufen.

Aber diese Obstruktion aenüat den Ruhestörern des Parlaments noch nicht. Sie sinnen auf ein neues Mittel, um die Verhandlungen zu stören. In Witten- berg sind die politischen Gefangenen nach dem Beispiel von Lichtenburg in den Hungerstreik eingetreten. Mitten in der Beratung der Geschäftsordnung stellt deshalb der Kommunist Schnlz-Neukölln den Antrag, den Wittenberger Hungerstreik zu besprechen und den Iustizminister zum Erscheinen aufzufordern. Kurz ist die Debatte, die hierüber anhebt. Unter Lärmen und Zwischenrufen wird schließlich beschlossen, diese ganze Angelegenheit ebenfalls einer parlamentarischep Kommission zu überweisen.

Nach diesem Zwischenspiel kann man in der Se-, ratung der Geschäftsordnung fortfahren, die bis zum Schluß der Sitzung gehindert wurde und am Mittwoch fortgesetzt werben soll.

schon Wirtschaft. Auf dieses Vertrauen hin würben i ihre flüssigen Mittet zu einer Beteiligung an der deut» I scheu Krediwperation zu haben fein, und es wäre uns sowie der ganzen internationalen Geschäftswelt ge» I holsiM.

Es geht aber nur, wenn unsere Industriellen und Banken schnell eine solide Grundlage durch ihre eigenen Aufwendungen schaffen. Ein solcher greifbarer Beweis der deutschen Lebenskraft und der deutschen Friedensliebe würde auch heilsam zurückwirren aus die I Verhandlungen in Washington.

Der Reichskanzler macht einen energischen Versuch, die Kredithilfe trotz aller inneren und äußeren Schwie­rigkeiten in Gang zu halten. Möge es ihm gelingen! Das ist eine wichtigere und dringlichere Angelegenheit, als der vielbefchriene Hungerstreik nebst Zubehör.

Der Reichskanzler zum Dorschlage Müller-Mda.

I Die inneren Schwierigkeiten, denen sich das I Reich bei Beginn dieses Winters gegenüber sieht, und die für alle erkennbar angedeutet werden durch die Kommunistenkrawalle im Reichs- und Landtag, werden erhöht und vermehrt durch die

I Schwere der Situation nach außen hin. Die wirt­schaftliche und finanzielle Lage des Reiches, dis charakterisiert wird durch den erschreckenden Tief­stand unserer Mark, steht in durchaus umgekehrtem Verhälltnis zu der Höhe der für den Januar und

I Februar abzutraaenden Reparationslasten.

I Wie diese aufzubringen sind und ob es über» I Haupt möglich sein wird, durch eine Anleihe im Ausland den Januar- und Februar-Verpflichtungen nachzukommen, das ist im Augenblick das Haupt­problem, dessen Lösung alle beteiligten Kreise ent»

I gegenstreben. Der Kanzler hat diese für die Zu­kunft Deutschlands geradezu einschneidenden Fra­gen, wie schon erwähnt, am Dienstag ausführlich

I im Steuerausschuß des Reichstages behandelt.

Der Besuch der Reparationskommission in Ber- I lin, die nicht gekommen war, um etwa das Pro- I bient der Reparation oder gar die ökonomischen Grundlagen für den in London aufgestellten Zah­lungsplan mit den in Frage kommenden Instanzen I der Reichsregierung zu erörtern oder mit ihnen über die Zahlungsmodalitäten zu verhandeln, hat I klar und deutlich gezeigt, daß, wenn Deutschland I sich vor dem Zugriff der Entente schützen will, die I Zahlungen für Januar und Februar aufgebracht und geleistet werden müssen. Denn die Repara­tionskommission hat lediglich die Sicherheit für diese Ableistungen feststellen wollen. Deutschland I sieht sich vor der unerbittlichen Notwendigkeit, seine I nächsten Maßnahmen darauf einzustellen. Nie» I mand wird an dem Ernst der Lage zweifeln wol- I len, der sich für uns daraus ergibt..

Daß felbst die großen Steuern nicht in der Lage sind, diese finanziellen Forderungen aufzubringen I und zu decken, liegt auf der Hand; ja sie werden kaum imstande sein, dem nötigen Bedarf des I Reiches selbst abzuhelfen. Damit sind wir für die Reparation allein angewiesen, auf dem Wege eines großen Kredits die Erfüllungsmöglichkeit der näch- sten Raten zu schaffen. Um diese Aktion und die I Maßnahmen zu ihrer Verwirklichung dreht sich das I augenblickliche Bemühen der Reichsregierung und

so möchte man hoffen auch der Industrie.

I der Debatte .die sich an die Ausführungen I des Reichskanzlers anschloß, erwähnte Dr. Hugo I I von der Deutschen Volkspartei den Artikel von

I £°re" bcnn eigentlich die beiden Schecks ausgestellt,

Dan von nun, es ist ja kein Geheimnis oon Baron Greiffenstein, der bekanntlich für längere Zeit ins Ausland verreist Ist!"

So, fu!" meinte Frledroalb bedächtig und etwas I verständnisvolles Lächeln zuckte über fein ernstes Ge- fW-Nun, wenn es Dir zur Beruhigung bient, bann I wiederhole ich Dir daß ich an Dich glaube Karl! Einer I medertrachüigen Handlung halte Ich Dich nicht für fähig! Alsa Hand her und Kopf hcch! Einmal muß I tommen' °n dem die Welt einsieht, daß t ~tr -lvrecht getan hat! Bis dahin habe nur guten I Mut! Auch Dein braver Vater' wird"

TOcin Vater!" unterbrach ihn der andere in schmerz- I lichcm Toneich habe keinen Vater mehr!" jWas sagst Du?" fragte Friedwald erschreckt.

«Er glaubt mir nicht so wenig wie die anderen. I llm den Namen, den ich trage merk Dir wohl um den Namen Hschfeld vor Schande zu bewahren hat er sich bereit erNärt, den ganzen Fehlbetrag zu decken! Mich aber hat er verstoßen" und in ein wildes Gelächter ausbrechenb, fuhr der Sprechende fort oerstoßen ganz wie man es in den Romanen lieft! Ha, tja! Eine hochdramatifche Szene ist's ge» wesen' Kannst Du Dir da Dorfteilen, wie es mir m Mute ist?"

Seine Stimme brach bei den letzten Worten Sn erschütterndem Schluchzen und das Gesicht mit beiden ! ?n verhüllend, gab er sich ganz der Gewalt feines C . erjes hin.

Aber Karl, fo ermanne Dich doch!" beruhigte der I Freund, indem er den Arm um des Fassungslosen Schul. I ter legte.Es wird ja alles nicht fo heiß gegessen wiz es gekocht wird! Dein Vater wird zur Einsicht I kommen und nach ber ersten Erregung die Sache milder beurteilen!"

Milder beurteilen?" Karl Hochfeld richtete sich mit einer unwilligen Gebärde empor. Glaubst Du, ich wolle als ein Geduldeter unter den Augen meines Vaters herumgehen als einer, dem er nach feiner Ansicht ein» Gnade erweist, wenn er ihm den Aufenthalt un­ter seinem Dache gestattet? Nein, Wilhelm! Ich habe 1

Die Jagd nach dem Glücke.

Erzählung von Fritz Ritzel.

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-5d) Dante für alles, Wilhelm ich danke! Wie die Sache liegt, willst Du wissen? Ich kann Dir auch Nichts weiter wie die Tatsache mitteilen, daß sich in 6er Kasse ein Defizit von annähernd 10 000 Mark her» SScftetlt hat. Den Betrag soll ich unterschlagen ha» roenn ,,u?b zwar in mehreren Schecks auf verschiedene nttjaufe,. Die Schecks werden von mir an ber übermMSf,ejQ^Lunö $ann einer befonberen Scheckkasse fei «in,:61? unö belastet, die sie bei ben bezogenen San» mir b?e4lGfÄc»5 nun nicht onbers möglich, afc daß Sb^roieÄ*9, 015 sie der Scheckkasse noch nicht äe"roeife befn° entU3enbct worden sind. Unglückli- ?uf bie Sirmonb5i?nVbrUn1^ von 3000 Mk Einacma biefL £v>Qber e°- unb an bem Tage nach Schöck von bem ®-?eIt£5 habe ich alkrbings auf einen

Vrnfwh "Glichen Aussteller 3000 Mk. bei ber 5

afeidien Tove ausoef^ru Sufatügerweife abetr vorn N, b°h°r e°k^ der «estohiene Scheck - wich fiel fallen mußte!" 61 ^werste Verdacht auf w- *4

den hastigen Redestrom feines BeJXs b

Das kann ich eben nicht weil

bindet ein Ehrenwort, bas j* cin,SnJ7PrennlDr geben habe, auf den ich mich 3ur gcj . nnt 8e kann! Auch Dir kann ich keine weiter, äuftor6 ben - auch Dir nicht! 3d, sehe fQ seM^U b e Sache verzweifelt unglaublich klingt, aber lieber «r« daß ich mein Wort breche, lieber ertrage i* o!!' _ ich muß es auch ertragen, wenn Dein Glaube an Unschulb ins Wanken gerät!" an me,ne

Damit stützte er ben Kopf in bie Hanb und starrte schweigcnb vor sich hin.

Ohne auf die letzten. In ängstlich fragendem Ton hervorgestoßcnen Worte näher, einzug hen, fragte Fried- wald in feiner unverwüstlichen Gelassenheit:Von wem

. $r. M 06er Mit Mm

Der Reichskanzler Hot im Steuerausschuß des Reichstages über den Stand der Kredithiffe sich ausge­sprochen: nicht hoffnungslos, aber noch weniger hoff­nungsselig. Sehr beachtenswert war sein Hinweis auf bm Zusammenhang unserer Kreditbestrebungen mit den Ergebnissen der Konferenz von Washing­ton. Er führte aus, wenn dort keine Abrüstung be- schlossen werde, so müßten die verfügbaren Gelder wie­der in den Abgrund der Rüstungen fließen und Deussch- land würde das Nachsehen haben.

Nun ist in Washington nach den bisherigen Nach­richten die Lage so, daß eine erhebliche Einschränkung der Rüstungen zu Lande nicht zu erwarten ist, aber doch die Möglichkeit einer Einschränkung der Schiffs­bauten noch besteht.

Der Militarismus zu Lande wird von Frank­reich aufrecht erhallen. Herr Briand hat in seiner langen, pathetischen Rede, die gestern veröffentlicht wurde, ausgeführt, was er in seiner Eröffnungsan­sprache schon kürzer gesagt Halle: Frankreich will (na­türlich) gern obrüsten, aber es kann nicht, weil es von Deutschland immer noch so schrecklich bedroht wird. Es rst wahrlich ein technischer Triumph der französischen Redekunst, wenn Briand leb- haften Beifall feiern konnte bei seinem Versuch des ^Beweises", daß unsere arme, vrrstummelie, entwaff­nete Nationmorgen" den Rachefeldzug gegen das waffenstarrende Frankreich unternehmen könnte. Alle Gegenbeweise prallen ab an derFeststellung" Briands, daß die 7 Millionen deutsche Soldaten, die aus dem Kriege heimgekehrt feien, noch lebten und bereit ständen. Es ist nicht wahr, daß sie alle noch leben und kampf­fähig sind, es ist noch weniger wahr, daß sie allzumal oder auch nur in der Mehrzahl für einen neuen toll» kühnen Krieg zu haben sind. Aber das wird nicht be­uchtet; so lange wir unsere gesunden Männer nicht tot- schlagen, fühlt Frankreich feineSicherheit", und es freut sich über diese angebliche Unsicherheit, weil es damit den großen Heeresbestandrechtfertigen" kann, der es zur Vormacht auf dem europäischen Festlande macht.

Es Hilst uns auch nicht weiter, wenn die an sich sehr berechtigte Frage aufgeworfen wird, ob denn die Staatsmänner in Washington bei näherer Prüfung nt^tmerfen werden, daß Briand nur blendende Redens- «ten, aber keine wirklichen Beweise für die deutsche Gefahr aufgetischt habe. Diese Erkenntnis dämmert gewiß schon bei mehreren; aber man will keinen Ge­brauch davon machen, weil niemand es verderben mochte mit dem allseitig umworbenen Frankreich. Wir pusten also mit der Tatsache rechnen, daß die Frage der Abrüstung zu Lande in dem Ausschuß begraben

Wird nun der Fortbestand des franzöfsschen Land- Heeres die deutschen Kreditbestrebungen vereiteln? Das kann man nicht ohne weiteres sagen. Die üblichen Landheere fordern weniger Kapital, wie die kostfoieii- gen Schiffsbauten. Wenn die Konferenz zu einer Ein- schrankung des Wettrüstens der Seemächte kommen wllle, so bleibt immer noch die Möglichkeit, daß für Deutschland etwas ausländisches Geld zu haben wäre

Die Voraussetzung ist freilich, wie der Reichskanzler ln diplomatischer Vorsicht, aber doch recht verständlich ondeulew, daß der Reichsverband unserer! Industriellen nunmehr Ernst macht mit seinem Kreditangebot, die unmöglichen Bedingungen fallen läßt, zu einem erheblichen und langfristigen Kredit sich Entschließt, so daß die Kapitalisten des Auslandes wie» der Vertrauen gewinnen aus den Fortbestand der deut-