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Nachwuchspflege im Handwerk.

Im Handwerk find erfoeMche Anzeichen zu

. . . . /'Götzen-

,die Religion des Mitteiatters ist Mord und

usw. Daß ein frvidendrrischer Diskussions- redner fiir eine Freidonkeryorsani"rkung in Frankfurt werben durste ohrii: vom Vorsitzenden gerügt zu wer­den, versteht sich ebenso von selbst wie die Tatsache, daß keiner der anwesendenkatholischen" Sozialdemo­kraten gegen solch wüste Katholikenhetze protestiert hat. So sehen also die Leute aus, die katholisch: Eltern unter Drohungen zwingen wollen, ihre Kinder solchen Erziehern ausmliefern, für die sich notorische Religions- fpötter und Gottesleugner ins Zeug legen. Wenn es einerfeüs zu bedauern ist, daß die Katholiken Groß-

Hus Gberheffen und den hessischen Aemtern.

() Marburg. Die grünen P a prerfünf zig er der Statd Marburg verlieren am 10. Dezember ihre Gültigkeit. Bei einer Treibjagd im naben Allnaiätchen, wurden 107 Hafen, 6 Rehe, 3 Fasanenhühner, 2 Haselhühner, 1 Fuchs und 12 Few>üi''ner ne'choüen.

)( Kirchhain. DasKirchh. Krtisbl." schreibt: In einem Orte unseres Kreises wurden im lausenden Jahre Vermessungsarbeiten für die Zusammenlegung ausg.sührt. Mit dem Eintritt der ungünstigen Jah­reszeit wurden die Feldarbeiten abgebrochen. Dieses schien einem bei den Feldarbeiten beschäftigt gewesenen jungen Mann nicht zu passen. Er etablierte sich als L a n d m e s s e r", nahm die bei den bisherigen Ar­beiten beschäftigt gewesenen jugendlichen Arbeiter mit sich und zog mit Meßtisch, Latten und Fluchtstäben aus­gerüstet in das Feld, um nach seiner Ansicht die Plan­vermessung vorzunehmen. Wege wurden verlegt und eingezogen und neue Grenzsteine gesetzt. Erst als die bei dem Vermessen beschäftigten Arbeiter von dem Landmesser" keine Löhnung erhielten, stellte sich her­aus, daß hier eine Köpenickiade in neuer Auf­lage ausgcführt wurde. Die hiesig,: landwirtschaft­liche Schule wurde bei einer Anwesenheit von 37

Maße zurückführen will. Bei all dem bleibt das Bild doch ein sehr trübes; es besteht kein Grund, es ab- schwächen zu wollen. Besonders unter den gebildeten Katholiken ist die Irreligiösität bei aller äußerlichen Be- üsiligung an gewissen kirchlichen Feiern eine er­schreckende. Darüber dürfen anderslautende Meinungen, die teils auf ungenügender Kenntnis der Derhälinfffe beruhen, teils tendenziös gefärbt find die Fran­zosen selbst halten die deutschen Katholiken fiir halbe Ketzer, nicht Hinwogtäuschen. Die Zustände aus dem Lande sind, von einigen.Provinzen, wie die Bre­tagne. Vendee, Pronvence abgesehen, nicht besser. Viele französisch: Geistliche, die sowohl materiell als auch der Bevölkerung gegenüber tireen bösen Stand haben und Unendliches geduldig hirrnehmen müssen, haben uns ihre Not geklagt und demgegenüber die deutschen Verhältnisse, die sie z. T. aus eigener Anschauung kann­te!:, als beneidenswert hingestellt. Und ft: sind es ge­genüber den franzäsischsn. Während des Krieges ist es kaum besser gewogen, wenn auch von überzeugt katholischer Seite die größten Anstrengungen gemacht worden sind. Die bei uns verbreiteten Nachrichten über eine besonders intensive Herz-Issu-Derehrung an der Front z. B. ist, wenn sie überhaupt auf Wahrheit be­ruht, durchaus nicht zu verallgemeinern.

Es fehlt dm französischen Katholiken an überragen­den Führern, nicht an überragenden Persönlichkeiten. Sie haben glänzend: und anerkannte Geistesgrößen, ich nenne nur den Rektor der katholischen Universität in Paris; Mgr. Bandrillart, sie haben bsb'Mtende Männer, die Henle in aller Munde sind: Marschall Fach, Generäl de Castslmm, General Mangin, Maurice Barres. Aber gerade diese letzten Namen zeigen, wes Geistes diese Männm sind: die Verkörperung des Chauvinismus. Es muß offen ausgesprochen werden, daß der blindwütige französische Chauvinismus ein? starke Stütze bei den veligicmsteeuen Katholiken findet. Die gerade in Frank­reich so außerordentlich enge Verknüpfung von Staat und Kirche m den vergangenen Jahrhunderten hat dazu bngelrayen. Noch heute kann man, trotz Tren­nung von Staat und Kirche, in den Kirchen zahlreiche Fähnchen in den Lmidesfarben sehen, und ich selbst habe mich überzeugt, daß man in der Brtiaane beim Gsttesdftnst Lieder sang, in denen es fast wörtlich hieß: ..Heilige Maria, vertreibe die Boches aus Frankreich, gib uns Elfaß-Lothringen wieder."

Ist die Intelligenz zum großen Teile lau und der Kirche innerlich entfremdet, so neigt das niedere noch religiöse Volk dank der geistigen Lebhaftigkeit und der üppigrn Phantasie, die die Romanen auszeichnet, leicht i zur religiösen Schwärmerei. Visionen aller Art, denen 1

te dem MchhÄMSdiet.

Großauheim. Man schreibt uns: Mehrheits­sozialisten, Unabhängige und Kommunisten {eierten am 10. d. M. in gemeinsamer Versammlung die Errungen­schaften der Revolution und ergingen sich scharf gegen die katho lischen Eltern, die für ihre Kinder Lehrer ihrer Weltanschauung fordern. Unchristliches Gebahren, Brotlosmachung wurden solche Bestrebungen genannt Andere Leute waren bisher der Meinung, daß die Versetzung eines Beamten im Interesse des Dienstes diesen noch lange nicht brotlos. macht. Ein gegnerischer Diskussionsredner suchte den Leuten etwas Verständnis für die Gewissensnot katholischer Gütern nahezubringen und wies gestützt auf Aussprüche führender Sozialisten aus den Unterschied zwischen katholischer und sozialistischer Weltanschauung hin, doch ohne irgend welche abfällige Kritik zu üben. Es hätte dieser Feststellung gar nicht bedurft, der Beweis wurde

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Samstag, 12. November 1921

Ein wertolles Mittel, die Lehrlinge zum Fleiß und zur gewissenhaften Arbeit anzuspornen, ist die Ausstellung von Lehrlingsarbeiten. In verschiedenen Stödten haben solche bereits stattge­funden oder sind für die nächste Zeit geplant. Erfreu­lich ist, daß die Lehrmeister großen Eifer für die Aus­stellungen beweisen. Das ist ganz natürlich, denn gute Leistungen der Lehrlinge bekunden auch gleichzeitig den Ruhm der ausbildenden Lehrmeister. Der Wett­bewerb unter den Lehrlingen um die beste Leistung bringt guie Früchte hwvor, wofern die Regeln, die von der Berufsorganisation aufgefteffi worden sind, für die Anfertigung der Lehrlingsarbeiten genau be­folgt werden. Die bisherigen Ausstellungen haben ein durchweg günstiges Ergebnis auszuweifen, so z. B. die vom Inmmgsausschuß Gelsenkirchen veranstaltete Aus­stellung. Dort fand gfeichzeiiig eine Feier statt für die Innung-Mitglieder, die Lehrlinge und deren Eltern. Auch solche Zusa.mimenkimf!e sind ungemein wertvoll für die Lshcl ingserz ichung.

Manche Innungen veranstalten eine besondere Feier für die Aufnahme der Lehrlinge in die StcNdesgemLinschast unter Beteiligung der Eltern. Hier ist Etiegenheit geboten, das Wesen ter Lehrlingserzie­hung alten Beteiligten vor Augen zu führen, und insbesondere den Lehrmeistern ans Herz zu legen, daß sie an den Lehrlingen Vaterstelle zu vertvtten haben. Sie Eltern können bei dieser Gelegenheit auch manche Anregung empfangen. Sie sollen z. B. mit dem Lehr­meister em vertrauensvolles Verhältnis unterhalten und nicht- gleich zu irgendwelchen berufsfremden Ratgebern hinlcmfen, wenn bei ihrem Sohn etwas nicht stimmt.

Im Handwerk muß sich immer mehr die Erkenntnis ausbreiten, daß die Erziehung des Nachwuchses nicht bloß einte fachlich wirtschaftliche Angelegenheit ist, son­dern daß es sich hier um sittliche Jugend­bildung überhaupt hauÄt. Wenn der Lehrmeister Vaterstelle an den jungen Menschen vertreten soll, so muß er stets auch der Brsntwortung eingedenk fein, die ein Vater feinem Sohne gegenüber zu tragen hat. Ist die Erziehung des Nachwuchses in sittlicher Be­ziehung einwandfrei, dann wird sie auch in fach tech­nischer und wirtschaftlicher Beziehung gute Früchte tragen.

Inhalt, nicht nur Oberfläche, sondern auch Tiefe ist. Einen grmetnfamen Maßstab gibt es eben nicht.

Unter diesem Gesichtspunkte ist auch das religiöse Lebm in Frankreich zu betrachten. Dem Franzosen, ganz allgemein gesprochen, ist die Religion und das kirchliche Leben nicht wie dem Deutschen eine Sache, der er sich mit seinem tiefsten Wesen ergibt, di? er mit sei­nem Verstände auszuschöpfen sucht. Kirchliches Leben ist ihm ein schöner Ausdruck für eine schöne Idee. Die geschichtliche Entwicklrmg mit ihrer engen Verknüpfung zwischen Staat und Kirche, wie sie gerade in Frankreich bestand, und der sich daraus ergebenden prunkvollsten Entfaltung der Außenseiten der Religion, haben diese Auffassung begünstigt. Heute ist di: Idee weiten Krei­sen fremd geworden, am Ausdruck bleibt man hängen. Auch dem iricht mehr religiös lebenden Franzosen gift es als gesellschaftliches Erfordernis, am kirchlichen Le­ben, wenigstens bei besonderen Anläsien, teilzunehmen. Es ist eine auffällige Erscheinung und man kann sie heute hn besetzten Gebiet dauernd beobachten daß die französischen Offiziere ostentativ am sonntäglichen Gottesdienst teilnchmen, während sich die große Mehr­zahl der Soldaten kaum darum kümmert. Daraus folgt aber noch lange nicht, daß die Offiziere religiöser seien als die Soldaten. Sie haben aber mehr gesellschaftlichen Schliff", sie habm das Bedürfnis und verstehen es, Eindruck zu machen. So mancher gebildete Franzose, dessen Irreligiösität mir bekannt war, der aber bet be­sonderen Gelegen'heiten am kirchlichen Leben tellnahm, sich kirchlich trauen, di: Kinder mit Aufwand großen Pruuk's teufen ließ, erklärte auf meine verwunderte Frage:Das gchört zur gesellschaftlichen Sitte". Zum großen gesellschaftlichen Leben c, hört es, wenn sich in der aristokratischen Kirche St. Madeleine die vornehme Pariser Well zur Christmette cinsindet, bei w:lcher Orchester und männliche und weibliche Sterne der Großen Oper ihren Glanz entfallen, wozu übrigens Eintritt erhoben wird wie man sich zu einem großen Konzert trifft; wenn sich dieselben Kreise zu den Fasten­predigten in Notre Dame drängen, weniger, weil sie bußfertigen Geistes sind, als weil es Sensation ist, die berühmten Kanzelrednw zu hören, unter, denen Frank­reichs bedeutendste Prediger gewesen sind, an erster Stelle Lacordaire, und u. a. vor einigen Jahren Mgr. Bolo. der Bruder des aus einem großen Spionaaepro- zeß bekannt gewordenen und kriegsgerichtlich erschosse­nen Bolo Pascha.

Man muß diese Vorliebe des Franzosen für Aeußer- lichteiten kenn! n und verstehen, wenn man seine Reli­giosität beurteilen und das trübe Bild, das sich einem gut religiösen Deutschen darbietet, aus feine richtigen

von den Genossen sofort in der Versammlung selbst er­bracht. Selten sind wohl solch schamlose Beschimpfun­gen bet katholischen Kirche unter dem Beifall der an­wesenden Sozialisten öffentlich ausgesprochen worden wie an diesem Abend. Nur einige Schlager seien als Probe wiedergegeben.Die Geschichte der katholischen Kirche fft eine fortgesetzte Kette von Mord und noch­mals Mord."In einer Hand den Rosenkranz, in der anderen ben Dolch." Materialismus des Pfaffentums," Schmutzkübel der katholischen Religion,' '

diener,"N- ro-'r-~ K

Die Not der Rentenempfänger.

Die zunehmende Notlage unter den ©mpfängern von Renten aus der Invalidenversicherung hat wu- dc-rhoüe Maßnahmen zur Erhöhung chrer Bezüge veran­laßt, zuletzt durch das Gesetz über eine außerordentliche Beihilfe für Empfänger von Renten aus der Jnvaliden- oerfichenmg vom 26. Dezember 1920. Das Gesetz vom 23. Juli 1921 über die anderweitige Festsetzung der L e t - ftungen und der Beiträge in der Invalidenversicherung hat lediglich für künftig zu bewilligende Renten höhere Leistungen vorgesehen, die überdies nur allmählich n>it.= sam werden.

Seitdem ist eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage dieser Rentenempfänger eingc- treten. Die zunehmende Verteuerung der unentbehrlichsten Bedürfnisse, namentlich des Brotes und der Kartoffeln, hat einen Notstand unter ihnen hervovgerusen, der so­fortiger Abhilfe bedarf. Eine weitere Inan­spruchnahme der Arbeitgeber und der jetzigen Versicherten für Leistungen an Personen, deren Dersichrungsanspruch in der Vergangenheit entstanden ist, ist als u nm ö g- lich zu bezeichnen. Die vom 1. Oktober 1921 ab gelten­den Beiträge für die Invalidenversicherung sind auf das notwendigste Maß echöht worden, um die höheren 23et» sicherunZ steift urigen des Gesetzes vom 23. Juli 1921 zu decken; daneben sind in den Verträgen Zuschläge ent­halten, die zur Beschaffung der für die Rentenechöhungen notwendigen Mittel bestimmt sind. Arbeitgeber und Ar­beitnehmer bringen durch diese Zuschläge jährlich rund eineinhalb Milliarden Mark für die vorhandenen Renten­empfänger aut. Eine neue Last und bannt eine weitere Erhöhung der Beiträge können nicht getragen werden, wenn nicht dis eigentliche Aufgabe der Versicherung, dem Versicherten aus eigener Vorsorge für den Fall der In­validität und des Alters und feinen Hinterbliebenen im Falle seines Todes eine Rente zu sichern, Schaden leiden sollen. Die Aufwendungen, die für Notstandsmaßnahmen zugunsten der in Bettacht kommenden Personenkreise er­forderlich sind, werden deshailb auf öffentliche M i i- tel zu übernehmen sein.

Die bisherigen Bezüge der Reutenemsänger belaufen sich nach den Vorschriften des Gesetzes vom 23. Juli 1921: für Invaliden- und Altersrentenempsänger aus rund 1050 ck, für Witwen- und Witwerrentenempjänger auf rund 750 M, für Waisenremtenempfänger aus rund 400 M. Die ReichsvegiMllng hat nun soeben dem Reichstag den Entwurf eines Gesetzes über Notstandsmaßnahmen für die Unterstützung der Rentenempfänger vorgelegt. Der Entwurf sieht eine Verdoppelung jener eben aufgeführten Bezüge vor, damit dürste die Rente die gleiche wirt­schaftliche Bedeutung erreicht haben, die ste vor dem Kriege hatte. Da am 1. Juli 1921 etwas über 1 Million Inva­lidenrenten, etwas über eine halbe Million Renten an Waisenstämme, etwas über eine viertel Million Alters­renten, rund Hunderttausend Witwenrenten und rund sie- benzigtMksend Starrt enrenten zu zahlen waren, ergibt sich ein Gesamtbetrag von 1984 Mill. Mark. Hiervon wird ein erheblicher Teil wegsallen, da nur notleidenden Rentenempfängern, deren Bezüge ein bestimmtes Gesamt­einkommen nicht erreichen, die Unterstützung gewährt wer­den soll.

Als Gesamteinkommen gelten dabei außer der Rente auch alle fonsttgen Einkünfte aus gewinnbringender Be­schäftigung, aus Vergnügen ober aus Geldleistungen jeg­licher Art, z. B. der Er werb slo senf iir s or ge, sowie Sachleistungen, die vertraglich oder gewohnheits­mäßig oder aus Grand der Unterhaltungspflcht nach dem Bürgerlichen Gesetzbuche bezogen werden. Namentlich die Anrechnung der Bezüge aus dem Reichsversorgungsgesetz bewirkt eine starke Minderung der Höchstbelastung. Allein bei den Kriegerwaisen, deren Zahl auf 700 000 veran­schlagt werden tarnt, würde der Wegfall der Voraus- seHungen für die Unterstützung eine Herabminderung des errechneten Höchstbetrages um 280 Millionen Mark be­wirken.

Die Unterstützungen sollen durch die Gemeinden an die in ihrem Bezirke wohnenden berechtigten Renten­empfänger gezahlt werden. Diese Notstandsmaßnahmen sollen rückwirkend vom 1. Oktober 1921 ab in Kraft treten. Die Kosten sollen auf das Reich, die Länder und die Gemeinden zu gleichen Teilen übernommen werden.

auheims nicht in dieser übrigens sehr schwach be­suchten Versammlung sich persönlich überzeugen konn­ten, wie der schöne SatzReligion ist Privatsache" in der Praxis gehaichhabt wird, so kann man es ihnen andererseits nicht verargen, wenn sie Versammlungen fernbfeiben, in denen ihre heüigsten Gefühle von ge- wisienlosen Hetzern pöbelhaft in den Schmutz gezogen werden Kein Wunder! Während die führen­den Köpfe der Sozialdemokratie unser Vaterland bei dem Versagen der kommunistischen Partei zu pofi- tiret Arbeit durch Verbreiterung der Koalition nach rechts aus dem wirffchaftlichen Sumpfe zu ziehen suchen, sorgen die Auheimer Mehrheitssozialisten in ihrer Art für den Wiederaufbau durch Kulturkampf gegen die katholischen Volksgenossen Arm in Arm mit den Kom­munisten. /

(fpd) Frankfurt a. 211, In der Lessingschule schoß sich der Techniker Hans Jung aus Berlin eine K u g e l in den Kopf. In hoffnungslosem Zustande fand er Aufnahme im Krankenhaus. In ihrer Wohnung Rebftöckerstraße 323 wurde die 17jährige Modistin L. B. tot ausg runden. Es liegt Gasvergiftung oore,

(mc) Frankfurt a. M. Die Tarifverhand. lungender Kaufleute und technischen Beamten Haden vor dem Schlichtungsausschuß begonnen- Die Angestellten fordern Gruppentarife nach Leistung, wäh- rend die Arbeitgeber an dem seitherigen Modus sestzu- halten wünschen, der sich nach ihrer Ansicht bewährt hat. Die Techniker ließen erklären, wenn es nicht zum Abschluß von 'Gruppentarifen komme, werde man den Schiedsspruch unter keinen Umständen annehmen, da der jetzige Tarif eine Ungevtthtigkeit gegen diejenigen sei, die die höhere Verantwortung zu tragen hätten.

mo. Frankfurt a. 2IL Die Pläne zum weite, reu Ausbau des Hauptpersonenbahn­hofes sind nunmehr fertiggeftetti und genehmigt wor­den. Da auch die nötigen Mittel bewilligt wurden, wird noch im ßgufe des Monats mit dem Weiterbauen am Empfangsgebäude begonnen werden. Das neue Empfangsgebäude an ben Seitenflügeln, das auch große Berwaltungsräumlichkeiten aufnehmen wird, soll nach den Plänen mit allen Errungenschaften moderner Baukunst und Technik versehen sein.

(fpd) Friedberg. Die Wanderlager, die m immer größerem Maße den ortsansässigen Handel schä­digen, sollen fetzt energisch bc kämpft werden. Die Han­delskammer Friedberg beschloß, aus der nächsten Ver­treterversammlung der hessischen Handelskammer die Angelegenheit zur Sprache zu bringen und gemeinsam mit den anderen Handelskammern und Verbänden gegen die Unfiti e der Wanderlager oor- zugchen.

--- Kassel. Im benachbarten Heiligenrode hat sich ein lljähriger Schulknabe selbst ge­tötet. Es bedarf noch der Aufklärung, was den Jungen, der etwas eigensinnig heran!art war, zu dieser umebgen Tat getrieben bat. Er wurde im Siall aufgefunden. Sofort angestellteWtederbelebungs« versuche waren leider ohne Erfolg.

obachten, wlche erkennen lassen, daß man der Erziehung das Nachwuchses steigende Beachtung und Förderung zuteil werden läßt. Die Einsicht, daß von der Lchr- lrngserzichung es abhängt, ob das Handwerk demnächst gute (Stielten und Weister haben wird oder nicht, ist gewachsen. Zeugnis hierfür fegen die mcmnig- Sn Veranstaltungen ab, bin neuerdings von den ingen zur Hebung des Nachwuchses getätigt werden.

> die kirchlich: Autorität meist skeptisch gegenübersteht, 1 sind häufig, zumal während des Krieges. Es ist triefe t leicht in Deutschland weniger bekannt geworden, daß Frankreich im Kriege wieder eine Scanne d'Arc gehabt 1 hat, die drüben einiges Aufsehen erregte. Ein junges, . einfaches Landmädchen, ich glaube aus der Bretagne, 1 fühlte in sich plötzlich die Berufung, zum Präsidenten der Republik zu geben und ihm mitzuteilen, daß sie auscrwählt sch mit einer Herz-Jesu-Fahne cm der Spitze des Heeres Frankreich den Sieg zu bringen. Die Sache machte Sensation, die Heimat der jungen Scanne d' Arc wurde zum Wallfahrtsort, bis die kirch­liche Obrigkeit einfdjritt.

Die Pflege des religiösen Lebens wefft somit manche von dem unserigen stark abweichende Züge aus. Sie berühren uns nicht immer angenehm. Man muß aber Berständrris für die Entwicklung desselben Hecken, Ver­ständnis für den nationalen Charakter, für die ge­schichtliche Entwicklung und besonders für die materielle Notlage der Kirche. Die Trennung von Staat unb Kirche traf die französischen Kacholiben deshalb so schwor, weil die Kirche bislang unter dem starken Schutze des Staates gestanden hatte und gänzlich auif die Verbindung mit ihm eingestellt war, so daß ihr nun das solide Fundament fehlte, um auch selbständig ein kräftiges Leben zu beweisen. Daneben war es be­sonders der Klerus, der durch die Tremrungsgesetze in die größte Notlage versetzt wurde. Jetzt gehört in Frankreich ein großer Heroismus dazu, das beschwer­liche Leben eines Priesters zu führen. Der Krieg riß weitere klaffend: Lücken, da die französischen Geisttichen als gewöhnliche Soldaten in die Schützengräben ge­schickt wurden _ Es zeigt sich unleugbar ein rührigier Eifer im frMzösischen Katholizismus, namentlich sei­tens bei Geistlichkeit, der in Anbetracht ihrer materieiben Lage bewundernswert ist. Mer es fehlt den französi­schen Katholiken an äußerer Gschloffenheit, sie bilden keine kompakte Masse zur Wahrung ihrer Jnieresien, besonders politisch sind sie arg zersplittert. Es fehlen die überragenden Führer; feit dem Tode des Grafen de Murr, dem man 1915 sogar ein Ministerium anbot, sich es keine Persönlichkeit verstanden, sich zu einer zielbewußten und kräftigen Führerschaft aufzuschwingen. Demagogen, wi>: Marice Barres und Leon Daudet kommen gar nicht in Frage, dcr Einfluß des fympathi- fcheren Max Sangmer schein' kein allzu weitreichender W fein. Somit liegen die Ursachen der Kalamität des kirch'ichen Ledens in Frankreich sehr tief, und eine . Besserung der Verhältnisse verlangt ganz außergewöhn- I siche und breitangelegte Maßnahmen,

Die kachel. Einheitsfront in mserm öffentlichen Leben.

Die eigntartige Bedeutung des B oIts Derein s für das öffentliche Leben der deutschen Katholiken liegt darin, daß er nach der Absicht feiltet Gründer, darunter Windt Horsts, die soziale, staatsbürgerliche und kultur­politische Eesamtorganisation über allen derartigen Em- zelorAcarisationcn sein sollte. den vWflosfenen dreißig Jahren hat er in dieser Aufgabe nicht vergeb­lich g:<nbeitet. Es fft ihm bis heute gelungen, den in der Kulturkampfszeit herrlich bewährten Gust der Ein­mütigkeit unter dm kirchlich treuen deuffchen Katho­liken zu bewahren. Parteipolitisch sind sie nicht mehr emheftlich zusammengeschiossen. Zwischen Statt und Land, zwischen Studierten und Volk, zwischen wirt- schafLich Selbständigen und Unselbständigen besticht heute auch unter den Katholiken nicht mehr das frühere freundschaftliche Vertrauen und die alle Herzlichkeit. Ihre sozialen und wirtschaftlichen Organisationen stehen unter dem Druck einer starken Spannung. I m Volks verein aber stehen Hunderttausende Katho­liken aus den verschiedenen Lagern mit ihren führen­den Kreisen noch einmütig zusammen; ja sie haben bas freudige, befreiende Gefühl, im Volksverein noch eine lebendige Gesimrungsonneinschaft über alles Tren­nende hinweg bewohn zu haben, von der aus sie immer wfeder sich über alles Grundsätzliche des soziabm und wirtschastlichm Lebens verständigen und katholische Gemeinschaftsarbeit zur Pflege und Verteidigung aller ideale» Güter feisten können. Keiner denkt daran, diese allein übriggebliebene Einheitsfront des aktiven Katholizismus zu sprengen ober auf­zulösen. Das ist als ein gewaltig großer Gewinn zu buchen.

Der Volksverein hat, um diesen Erfolg zu erreichen, nicht nötig gehabt, sich auf das rein religiöse Gebiet zu beschränken und joden Schritt in das wirtschaftliche, soziale und staatsbürgerliche Leben ängstlich zu vermei­den. Im Gegenteil, sein Hauptardritsgebiet siegt gerade auf diesen Feldern der sozialen, wirtschaftspolitischen unb staatsbürgerlichen grundlegenden Bildung und Schulung. Zwar überwefft er den Austrag der MeimtngsverschvLdenhtiten über die Einzelheiten der staatlichen und gemeindlichen, der wirtschaftlichen und sozialen Tagespolitik den Parteien, den Wirtschafts- und Berufsorganisationen. Deren Son­derausgabe ist, mit Sach- und FachLcinntnis ein: mitt­lere Linie der Verständigung zu finden und die ver­schiedenen Interessen abzuwägen auf dem Boden des gemeinsamen Hähern Dritten, der Volksgemein­schaft als Ltbensnotwendigkeit und Schicksalsvorbun- denheit.

Daß man aber diese so leicht aufregenben und spal­tenden Cinzelfragen unter den deutschen Katholiken nicht mileinanlur erörtert aus dem felbftjüdjtigen Geiste des Machtwilfens, des Klassenkampfes und Jrtteressen- kcunpfes, sondern aus dem Geiste der Glieder einer Volksfamilfe, die beieinander bfeiben und nicht rütteln lassen wölten an den aus natürlichem Volksgem-ein- fchaftssinn und aus ehrlicher Bruderliebe gewachsenen Bandei! gegensettiger Treue, Freundschaft, Hilfsbereit­schaft, des gütigen Wohlwollens, das verdankt man mit an erfter Stelle der Pftcge des echt deutschen und christ- lichm Gemeinschaftsgeistes durch den Volks­verein.

Wo er seine stille, an das Herz sprechende soziale und staatsbürgerliche Volksbildungs- und Dolkserzie- hungsarbeit in Stadt und Land leistet, in Volksver­sammlungen und Vvlksfchriftcn, in Kursen, Konferenzen und Büchern |ür die großen und kleinen Führer, da buvahrt er in dem Seelengrunde des katholischen Volkes den unerschütterlichen Willen zur Ein­heit und den starken Sinn für Volksge­meinschaft.

Da sehen wir m seinem ösferrtlichen Leben eine ähnliche Erscheinung wie auf dem Meere. Auch hier jagen oft heftige Stürme die Wogen auf der Oberfläche gegeneinander und an die User; solange aber der feste Meeresboden nicht durch Erdbeben erschüttert wird, hält er die tiefen Meereswasser m sicherer Ruhe; an ihnen beruhigen sich dann bald wieder die aufgewühlten Wellen.

3M!*. SinM» Men in zrnnlM

Von Alphons Noll, Frankfurt a. M.

Wenn ein gut religiöser Deutscher, dem Religion nicht nur G. sichte-, sondern auch Berstandessache ist, das kirchliche Leben besser gesagt, die Betätigung des katholischen Bebnmtnisses in Frankreich eingehend und kritisch beobachtet, jo wird feine Vorstellung vom katholischen Frankreich eine starke Erschütterung er­fahren. Mit Recht und mit Unrecht. Mit Unrecht denn es muß mit besonderer Betommg als oberster Grundsatz ausgesprochen werden, daß eine Beurteilung cm:s fremden Volkes niemals erfolgen darf, indem man die eigenen Verhältnffse, die eigenen Ideen und Anschauungen als Maßstab zur Brtrachtung der frem­den benutzt. Man muß das fremde Volk aus sich her- ®ts zu verstehen, die Faktoren seiner nationalen Cha- rarterbilbung, wie Rassenmischung, geographische Sage, Stima .Geschichte usw. zu erkennen suchen. Es ent­sprecht durchaus der Verschiedenheit zwischen deutschem uiw französischem Charakter, daß die Auffassung der Religion und d:s kirchlichen Lebens dort in mancher Bezrchung eine andere fft als bei uns. Der Franzose tft nach unseren Anschauungen viel mehr äußerlich als wir; dank seiner griffigen Lebhaftigkeit und feiner Nei­gung, allem unmittelbaren und plastischen Ausdruck zu verleihen, sicht er zuerst die Form, er liebt es wenige» zum tieferen Wffen der Dinge und Ideen hin-abmstei- gen. Von der rzorm verlangt er höchste Schönheit und in der furftroltrn Grstaltuna der Form ist er unerreich­ter Meister 3orm im Lebensgenüsse, Form in der Kunst, Form m oer Sprache, Form tu der Technik. Ta ran berauscht er jtch in der spontanen und crpansiven Art der romanischen Volker.Eleganz" ist ein ur- französisches Wort, das mir nicht übersetzen können, weil es in unserem Tteusichtum nicht Entsprechendes gibt. Form und Formel gelten dem Franzosen als Aus­druck höchster Vollendung, eine neue, guteFormel zu finden" ist c-kne positive Stiftung, ein Erfolg. Wenn cm neuer Ministerpräsident in der Entwicklung feines Pro­gramms für einen hundertmal ausgesprochenen Gedanken eine originelle Formel gefunden hat, tobt die Kammer vor Begeisterung, u. die Rede des Minisb:rs wird auf Beschluß in der kleinsten Gemeinde angeschlagen. Von einer guten Formel hängt di>: Vertrauensfrage ab.

Diese französische Charaktereigenschaft nmß man berücksichtigen, wenn man Frankreich beurteilen will. Allerdings fft es für uns schwer zu erkennen, wie weit dem Franzofen dfe Form nur Form und nicht auch

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Aul-aer Leitung

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