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Fuldaer Zeitung

Druck der Fuldaer Actteudruckerei in Fuld»

Äus -em Nachbaegebret.

Karnevals und karne-

nach Hause

Gesicht, a1e einem auch fragt, was

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das 3Vi fach» 4/. 5V,

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I Schoners, der versank. Von den zehn Leuten der Be­mannung fehlt jede Spur. Der Dampfer »Niels Grove" aus Landskrona ist fünf Seemeilen von Rubjerg-Knude entfernt im Skagerrak gesunken. Von der an 19 Mann besteheirden Besatzung sind 15 umgekommen. Sechs Mann versuchten sich auf einem Floß an Land zu retten. Zwei von ihnen ertranken, di« vier anderen trieben an der Jammerbucht und cm der Vigföbucht vor­bei nach Süden, wo es ihnen endlich gelang, bei Lyngby an Land zu kommen. Auch in Schweden hat der Sturm schwere Schäden angerichtet. In Helsingborg wurden die neuen Hafenanlagen teilweise zerstört. In Norrbotten hat man seit Menschengedenken nicht einen solchen S ch n r e st u r m erlebt. Bei Malmberget liegt 3 Meter tiefer Schnee. Der Schnellzug au Navik ist bei einer norwegischen Station stecken geblie­ben. Auch Ostpreußen wird seit mehreren Tagen durch ein schweres Sturmwetter heimgcsucht, das schließlich in ein heftig,^ Wintergewitter ausartete. Aus Memel wird schwerstes Sturmwetter mtt starken Hagelschauern gemeldet. Es wurde Windstärke 10 registriert.

* Der letzte Dresdner Weltkonzern, der Iockeikon- zern, ist von der Dresdner Kriminalpolizei oufgeho. b en, die Inhaber sind verhaftet worden. Sie hatten einen Einbruch fingiert, bei dem angeblich eine Kassette [ mit 90 000 Mark und eine Scheibmaschine gestohlen sein sollten. In Wahrheit hatten sie diesen Einbruch | nur vorgetäuscht, um die Nooemberdividende nicht aus­zahlen zu muffen.

* Moro und Selbstmord. In einem Leipziger Hotel hat der Ingenieur Horn aus Bremen seine beliebte, die Sekretärin Krüger aus Schneidemühl, durch einen Revolverschuß in den Kopf verletzt und sich da^n febft getötet.

* Die Suche nach deutschen Bodenschätzen ist, seitdem der Verlust eines Teiles von Oberschlesien drohte, bei uns mit regem Eifer wieder ausgenommen worden, doch ist nack Anschauung der Sachverstandiaen an Koh­len und Eisen keine bedeutende Menge zu erwarten. Mit unbedingter Sicherheit ist diese Frage aber wohl kaum schon zu bejahen, weder im Rheinland und Westfalen, noch in Mllteldeuschland sind die Eren- zen für Kohlen endgültig festgestellt worden. Auch dle Mutter Erde hat ihre Launen, und der Zufall offenbart mitunter Schätze, die nicht für möglich gehalten mut. den. Vor allem erscheint das Landgebiet zwischen Thüringen und Harz einer genauen Untersuchung noch recht würdig. Im Saalegebiet hat man neue Braun­kohlenlager zu bebauen begonnen.

* Ium Tode verurteilt. Das Volksgericht in Passau verurteilte dm Fleischer Chopper, der im Mai dm ver­heirateten Gravitarbeiter Drahobel aus Hauzenberg er­mordete, beraubte und im Acker vergrub, und dann nach Oesterreich geflüchtet war, von dort aber ausgeliefert wurde, zum Tode.

* Opfer der Berge. Auch in den Alpmländern habm die Herbststürme ihre Opfer gefordert. Plötzlich eintretende Schneestürme schnitten im Salzburg ischen mehreren Touristen den Rückweg ab. Auf dem Hohen Göll erfror der Glase,- Georg Neuhauser, im Kaiser, gebirge der Waaner Fritz Pontasch. Vermißt werden seit dem Wettersturz der Buchbinder Rudolf Lang aus Berchtesgaden, der Gefährte des Neuhofer im Hohen Göll, und die Beamten Karl Schwarz und Karl Winter aus Wien.

* Indische Gefängnisrevolke. Nach Mitteilungen aus Simla hat im Gefängnis von La h o r e ein Fluchtversuch von Gefangenm stattgefunden. Eine große Anzahl von Gefangenen erreichte die letzte Pforte, an der sich aber eine Militärwache befand, die sofort Feuer gab. Drei Gefangene wurden getötet und 31 verwundet. Es sicht fest, daß keiner entkommm ist.

getrieben. Für erstere wurden 70120170 Mk., tot letztere 300400-500 Mk., bezahlt. Der Handel toai lebhaft.

Auch der Karl geht herum und macht ein wenn er Tinte getrunken hätt'I Schenkt keinen klaren Wein ein, wenn man ihn er habe!"

I »Du hast wirklich für alles einen Trost, Du gutes Mütterchen!" lachte der Meister auf.Ich glaub', wenn I sich eines von unseren Kindern die Augm auswernt, I bann sogst Du, es habe jedenfalls Zwiebeln gerieben. I Was Du von Karls anstrengendem Posten sagst, das I >st Larifari. Er ist doch schon seit zwei Jahre» Kas­sierer und war bis vor fünf Wochen die lustigste Haut von dsr Welt! Nein, Mutter, der Karl gefällt mir nicht

I der ist ein Kopfhänger erster Güte geworden! Heber was er nur firmiert? Hat er sich am Ende in eines der vornehmen Mädels vergafft, die int Hause seines Direktors verkehren und zerbricht sich dm Kopf darüber, wie er landen könnte? Das wäre denn doch verrückt!"

Das Deffnen der Haustür und das Geräusch nahen- i der Schritte draußen auf dem Flur ließm dm in Eifer Geratenen verstummen. Mit einem kurzenGuten Abend!" trat Karl Hochfeld ein, nahm an dem großen runden Tische Platz, über welchen eine Hängelampe ihr Licht ergoß und vertiefte sich in das Lesen einer Zeitung. 3n dem Wesen des jungen Mannes lag aller­dings, wie fein Vater vorhin bemerkt hatte, etwas Ge­drücktes, Melancholisches, das mit feinem früheren leb­haften Auftreten in krassem Widerspruch stand. Schein­bar müde und gelangweilt, sah er in das Zeitungs­blatt, und dennoch hätte ein scharfer Beobachter dm Schluß ziehen können, daß diese Ruhe eine erzwun- I gene war. Das unruhige Flackern des Blickes, das gerötete Anllitz und ein eigentümliches Zucken um die | Mundwinkel ließen fast vermuten, daß der junge Mann sich in einer gewaltigen inneren Erregung befinde, die die er oadurch vor den Augen der ©einigen zu verber­gen suche, daß er sein Gesicht stets im Schattm des ! Lampenschirmes hiell.

Sein Vater, der roch immer in der Stube auf- und * abging, betrachtete ihn einige Augenblicke mit leisem ; Kopfschütteln, dann trat er an einen an der Wand j stehenden altmodischen Schreibsekretär, schloß denselben auf und entnahm ihm ein längliches Papier. 1

75 und mehr

§3.

__Vermischtes.

* Die Herbststürme auf der Nordsee setzen nicht aas. 3m Zeitraum von 10 Stunden wurde die Niederelbe bis nach Hamburg herauf von zwei schweren Sturmfluten heinMsucht. Einige Tage später erreicht wieder eine schwere Flut den Hamburger Hafen. Besondersn Altona waren die Uferstraßen weithin überschwemmt. Die Stürme der letzten Tage haben auch in Dänemark großen Schaden angerichdtt. Aus allen Provinzen treffen Meldungen über Sturmfluten ein. Der bekannte Kurort Marienlyst hat besonders schwere Schaden erlitten, viele Villen wurden vom Sturme vermchbet oder beschädigt, und viele Häuser drohen einzustürzen. An der Küste sind die Wellen­brecher und Landungsstege vernichtet worden. Es sind auch zahlreiche Schiffbrüche von der Küste gemel- oet, darunter befindet sich auch der eines dreimastigen

(fpd) Fronkfvrl a. IN. Wie wir hören, wird auch für den Stadtbezirk Groß Frankfurt ein generelles Verbot des

Noch dem 1. Oktober 1921 gezahlte Beiträge sind vor der Abfindung abzuziehen.

§4.

Diese Vorschriften treten mit Wirkung vom 1. Oktobe? 1921 ab in Kraft.

Berlin, den 12. Oktober 1921.

Der Reichsarbeitsminister gez. Dr 23:u u s

Wird veröffentlicht.

Fulda, den 3. Noo. 1921.

Veriicherungsamt. I. B: Polster.

Er ist eben abgespannt, wenn er ich ch__ch

kommt!" meinte Frau Christine. Sein Posten ist doch amh sehr anstrengend und aufregend

JE 255.

Samstag, 5. November 192L

Märkte.

Kulda, den 5. November. Auf dem heutigen chw ei ne markt waren 67 Ferkel und 4 Läufer auf.

oakistischer Aufführungen während der kommenden Karnevalszeit erlassen.

fpd. Aschaffenburg. In der Station Laufach entgleisten von einem Güterzug mehrere Wagen, wobei zwei Möbeltransportwagen u m f i e I e n. Der Inhalt der Wagen wurde schwer beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Die Strecke war nahezu sechs Stunden gesperrt.

fpd. Bab Bauheim. Der angebliche Kaufmann und Kellner Robert Maier hat in einem hiesigen Hotel Schmucksachen von erheblichem Werte unterschlagen und ist damit flüchtig ge­gangen.

fpd. Würzburg. Ein gräßlicherSelb st Mord­versuch machte die in der Dreikronenstraße wohn­hafte 44 jährige Wäscherin Zitzmann. Sie übergoß sich mit Petroleum und zündete sich an, wodurch sie lebensgefährliche Verletzungen davontrug Von Sanitätsleuten wurde die Schwerverletzte ins Lnit- poldkrankenhaus überführt.

Da hat mir der Baron Greiffenstein gestern vor seiner Abreise nochmals einen Scheck von 3000 Mark als Abschlagszahlung geschickt, Karl! Du hast wohl ®e. I legenheit, das Gold bei dem Bankhause Firnhaber u. I Cie. zu erheben?"

IGewiß, Vater!" anroortete der Sohn und nahm das Papier in Empfang. Einen Blick darauf werfend, stutzte

I er und sagte rasch:Das ist doch merkwürdig!"

Wieso, merkwürdig?" fragte der Vater.Baron I Greiffenstein zahlt doch immer in Schecks!"

Nur deshalb merkwürdig, weil der Scheck schon vor I einem Vierteljahr ausgestellt ist!" meinte der Sohn. Nun, das bleibt sich ja gleich mit der Unterschrift | ist er so gut wie bares Geld!"

Du kannst vielleicht morgen vormittag das Geld I bei Firnhaber u. Cie. erheben und mir mittags mit» bringen, wegen der Lohnzahlung!"

Ist gar nicht notwendig, daß ich den Scheck präsen­tiere! Hätte auch morgen vormittag wegen des Kas­senabschluffes dazu keine Z-eitl Firnhaber u. Cie. stehen mit uns in Rechnung da lasse ich den Scheck ganz einfach durch unsere Kasse laufen und belaste die Firma damit! erklärte Karl.Das ist ja eben das Angenehme bei dem Scheckverkehr, daß man das Geld nidu zu trans

| portieren hat! Die 3000 Mk. bringe ich Dir morgen mittag!"

'So so!" meinte der Alte.Na, ich kenne mich da nicht aus Du verstehst das besser." Frau Hochfeld hatte wahrend des Gesprächs aufmerksam den Sohn beobachtet, der mit einer eigentümlichen Hast gespro­chen hatte, als strebe er, die Unterhaltung so rasch wie möglich zu beenden. Jetzt, als er ohne auf die Bemerkung des Vaters noch etwas zu erwidern, wie­der in fein starres Schweigen versank, erhob sich die Mutter langsam, trat neben Karl und sagte eindring­lich bittend:Karl, was hast Du denn nur in den letzten Wochen? Du machst mir und dem Vater ja die schwersten Sorgen! Wo ist Deine Lustigkeit hingekom­men? Willst Du Dich denn nicht einmal aussprechen? Sind wir auch einfache alte Leute vielleicht wissen wir doch einen Rat oder können Dich wenigstens tröffen!"

Aber Mütterchen, was soll mir denn fein?" er» ffiiöerte der junge Mann gezwungen auflachend.Setze Dir doch keine Gedanken in den Kopf! Nimm an, daß

gewähren.

bei einem Alter bis unter 30 Jahren

Amtliche Anzeigen.

Bekanntmachung über die Berechnung der Abfindung an Empfänger eine Zusatzrente aus der Invalidenversicherung.

Vom 12. Oktober 1921.

Veröffentlicht in der am 21. Oktober ausgegebenen Rr. Ift des R. G. Bl. 1308.

Ans Grund des Artikels HD des Gesetzes über bit anbermeite Festsetzung der Leistungen und Beiträge in bei Invalidenversicherung vom 23 Juli 1921(31 G. Bl. S. 984] wird folgendes bestimmt:

§ 1.

Für die Berechnung des Kapstalwerts der Zusotzrend wird das am letzten Geburtstag vor dem 1. Oktober 1921 erreichte Lebensalter des Empfängers zu Grunde gelegt

§ 2.

Als Abfindung ist das aus der nachstehenden Aufstel­lung ersichtliche Vielfache des Jahresbetrags der Stente y

das fortwährende abscheuliche Wetter mir die (Stirn, tnung verdirbt! Meine 3enentour in den Schwarz, wald wird gründlich zu Wasser darüber kann ich doch nicht lustig fein!"

Nein, nein, Karl, das ist es nicht!" drängte die Mutter.Du hast etwas anderes! Gerade wie Hedwig weichst Du jeder Frage geschickt aus. Warum kommst Du heute abend so ftüh nach Hause? Warum bist Du so aufgeregt?*

Du bist ja die reinfte Gedankenleserin, Mütterchen!" erwiderte der Sohn, indem er sich vergeblich bemühte, den früheren scherzhaften Ton «mzuschlagen.Nun, wenn Du denn doch gesehen hast, daß mir etwas auf der Seele brennt" fuhr er bann, sich erhebend und aufgeregt hin. und hergehend fortbann sollst Du es wissen! Einmal müßt Ihr es ja doch erfahren. Ich komme soeben von Wilhelm Friedwaldl" '

Von Wilhelm Friedwald? Er ist wieder Mer!" fragten beide Ellern wie aus einem Munde. Und der Vater setzte hinzu:3a, warum kommt er denn nicht mit Dir hierher?"

Weil er erschreckt nicht, liebe Ellern feine Verlobung mit Hedwig gelöst hat!" erwiderte der junge Mann ernst. ,

fjerr des Himmels!" schrie die Mutter auf.Des. wegen ist das Mädchen so ttefsinnigl Aber warum benn, Karl warum denn? Er kann doch gegen un­sere Hedwig"

seine Verlobung mit Hedwig ge- 11 marf alle Hochfeld dazwischen, ^aft Du ntajt so gesagt, Karl? Deswegen härmt sich bas arme Ding schon feit Wochen ab? 3a, ist denn der Mensch des Teufels? Hat er benn gar kein Gewissen? Da soll ooä) ein Donnerwetter aber nein," unterbrach tr f1),der Wilhelm ist ein Ehrenmann durch und durch da muß was anderes dahinter stecken da muß" Hedwig selbst hat ihr Wort von ihm zurückgefor» den!" unterbrach Karl den aufgeregten Vater.

Während die Mutter entsetzt die Hände zusammen- chlug, sah der Alte feinen Sohn einen Moment Der» tänbmslos an, um dann herauszufahren:Hedwig elbst? 3a, ist denn das Mädel sttzergeschnappt? Sie hat ihm den Laufpaß gegeben? Daraus werd' ich nicht klug! Das muht Du mir schon etwas genauer erafi- 8ierenl" - (Forts, f.)

Kus Gberheffen und den hessischenAemieril.

Marburg. Zu dem am nächsten Montag unter dem Vorsitze des Landgerichtsdirektors Kren- zien beginnenden Schwurgericht liegen acht Fälle vor. Die hiesige landwirtschaftliche W i n- t e r s ch u l e zählt diesmal 82 Schüler. Eine An­zahl Anmeldungen mußte zurückgewiesen werden.

* Ziegenhain. Die Landwirtschaftliche Winterschule wurde mit 50 Schülern eröffnet. Der Vorsitzende des Ortskomitees, Landrat von Steinrück, hielt an die Eltern und Schüler eine Ansprache.

Gegen die Lehrerirmen- und Beamtinnenehe.

Liu sehr berechtigter Protest.

In einer gemeinsamen Kundgebung an die christlichen Frauen und Mütter er­heben sechs konfessionelle Frauenorganisationen Einspruch gegen die Lehrerinnen- und Beamtinnen­ehe. Es sind das der Verein katholischer deutscher Lehrerinnen, der Verein katholischer deutscher Phi­lologinnen, der Verband deutscher evangelischer Leh­rerinnen, der katholische Verband der Staats- und Kommunalbeamtinnen Deutschlands, der Verband kacholischer Sozialbeamtinnen Deutschlands und Ka­tholischer Frauenbund. Wir geben die von hohem sittlichen Ernst getragene Kundgebung im Wortlaut wieder:

Christliche Frauen und Mütter! Mit tie­fem Schmerze haben wir es erleben müssen, daß die wirt» schafüiche Not unserer Zeit so manche Frau in das Er­werbsleben himauszwang und ihr die Erfüllung ihrer Frauen- und Mutterpflichten erschwerte. So eifrig auch soziale Hilfstätigkeit bestrebt ist, die Schädigungen des Familienlebens zu mildern, ein vollwertiger Ersatz für die Mutter läßt sich nicht finden.

Heute steht eine neue große Gefahr für die deutsche Familie auf. Viele Tausende weibliche Erwerbstätige, die bisher verpflichtet waren, mit der Heirat ihren Er­werbsberuf aufzugeben, sollen die Freiheit erhalten, ihre außerhäusliche Tätigkeit auch rn'öer Ehe fortzusetzen.

Und das ist Arbeit nicht im freien Arbeitsvertrag, der täglich gelöst werden kann, sondern in einer festen An­stellung auf Lebenszeit, die bmdende Pflichten auf erlegt, deren Maß vertraglich genau festgesetzt ist. Wir stchen vor der Lehrerinnen- und Beamtinnenehe.

Starke Kräfte in der liberalen und sozialistischen Frauenbewegung find an der Arbeit, in den einzelnen deutschen Ländern die Regierungen zu veranlaffen, die Richllinien für die Behandlung verheirateter Beamtinnen, die das Reich im September 1920 herausgab, gesetzlich sestzulegen. Da darf die christliche Frauenwelt, welcher di« Aufgabe der Mutter in der Familie noch ein voll­wertiger Beruf ist, mcht stumm beifeite stehen, sie muß es laut und eindringlich erklären:

Wir lasten der christlichen und deutschen Familie die Mutter nicht fortnehmen, uns ist der Mutterberuf der edelste und höchste Beruf: die Sorge für das leibliche und seelische Wohler­gehen der Kinder ist und bleibt in erster Linie die Aufgabe der Mutter. Nur die zwingende Pflicht, den Unterhall der Familie mit zu erwerben, gibt der Frau das Recht, sich durch außerhäusliche Erwerbs­arbeit ihrer Familie zu entziehen.

Und womit wird die Forderung der Leh­rerinnen- und Beamtinnenehe begründet?

1. Es sollen nach der Reichsoerfassung keine Aus­nahmebestimmungen für weibliche Beamte mehr bestehen bleiben. Diese erblickt man in der Verpflichtung, bei der Heirat aus dem Amte auszuscheiden.

2. Die persönliche Freiheit, die Selbstbestimmung der Frau soll gewahrt werden; der Beamtin sollen seelische Konflikte durch den Verzicht auf liehgewordene Arbeit erspart bleiben, wenn ihre Neigung sie zugleich zu ihrem natürlichen Berufe hinzieht.

3. Bevölkerungspolitische Gründe fordern heute die Behebung aller Hemmungen für die Eheschlie­ßung gesunder und tüchtiger Frauen.

4. Die Ehen mit Beamtinnen sichern ausreichende Mittel für Bie Führung eines angemessenen Haus­halts.

Unsere Gegen gründe.

1. Ist die in den Richtlinien geforderte Versetzung der Beamtin an den Wohnott ihres Mannes, ist der Urlaub für die Beamtin vor und nach der Niederkunft, ist die Einrichtung von Stillstunden während der Dienstzeit keine Ausnahmebestimmung?

2. Ist aber die doppelte Gebundenheit an häusliche unb Berusspflichten nicht auch eine Unfreiheit? Wird nicht gerade sie zu seelischen Konflikten führen, und zwar »u solchen, unter denen nicht nur das Einzelwesen leidet, welche vielmehr die völkische Gemeinschaft schwer zu schä­digen imstande sind?

. 3- Hier sei einerseits auf den großen Frauenüberschuß m allen Schichten der Bevölkerung hingewiesen anderer. I faits auf di« schwere Belastung und Schädigung'der Mut- I ter unter ihrem Doppelberuf. Es ist ferner statistisch nach- gewlesen, daß in Ländern, in welchen die Lehrerinnenehe I erlaubt ist, diese Ehen keine oder wenige Kinder aufweisen. I

4. 3n einer Zeit, -da Arbejts- und Stellenlosigkeit I schwere wirtschaftliche Probleme darstellen, sollte aus I vol kswirtschaftlichen Rücksichten v«hindert I werben, daß einzelne mit doppeltem Einkommen auf I Kosten anderer bevorzugt werden.

Weite Kreise der Beamtinnen» unt> Lehrerinnenschaft I fordern daher eine Abfindungssumme für die bei der Der- I heirattmg aus dem Amte scheidende Beamtin und Lehrerin I als ® n t g e 11 £ür aufgegebene Ruhegehalts- I ?,n ftp r Ü ch e. Dadurch würde ein gerechter Ausgleich ge- I ichsf'en, dtt Verzicht auf das berufliche Einkommen der I tfrau erleichtert und die Familie von vornherein auf eine I

solche Haushaltsführung eingestellt, die keine Erfchütte- wtgen zu befürchten braucht. Eine solche liegt nahe, wenn die Frau beim Anwachsen der Familie sich doch gezwungen sieht, aus dem Amte auszuscheiden unb die auf zwei Ge- hätter begründete Haushaltsführung auf eines eingestellt werden muß in einer Zeit steigender Bedürfnisse.

Insbesondere fordert die Lehrerinnenehe den Widerspruch heraus: denn die Unterrichts- und Erziehungs­arbeit in der Schule verlangt von der Lehrerin das Ein­setzen ihrer ganzen seelischen und körperlichen Kraft, ihres ungeteilten Interesses, ihre volle Hingabe. Oeftere Unter­brechung der Lehrtätigkeit, seeiffche Belastung mit anderen Pflichten hemmen die volle Hingabe an das Schulamt in hohem Maße. Zu beklagen wäre außerdem auch die Be­einträchtigung der sozialen Arbeit, welche die unverheirate­ten Lehrerinnen heute im Dienste ihres Volkes leisten.

Christliche Frauen und Mütter, die Ihr die Mühe und Verantwortung Eures Berufes am besten kennt, äußert mit uns einmütig Euren Willen gegen die Bindung so vieler Frauen und Mütter an andere Pflich­ten! Wendet Euch an die Volksvertreter in den Parla­menten, erhebet Einspruch in Wort und Schrift, in der reffe und in Verhandlungen! Tretet überall dafür ein, daß der christlichen, der deutschen Familie, soweit als nur eben möglich, die Mutter erhalten bleibt!

Soviel uns bekannt ist, haben die in Betracht kommenden städtischen Körperschaften in Fulda in voller Anerkennung der hier von den konfessio­nellen Frauenorganisationen angeführten Gegen- gründen gegen die Lehrerinnenehe sich grundsätzlich auf den Standpunkt gestellt, verheiratete Lehrerin­nen nicht zu beschäftigen. Zumal die Zahl der unbeschäftigten männlichen Lehramtsbewerber und der unverheirateten stellenlosen Lehrerinnen sehr groß ist.

handel und wirtschaft.

Tie Mark-Katastrophe.

Die katastrophale Entwertung der Mark nimmt immer groteskere Formen an. Mit Riesenschritten geht die Mark dem Abgruno entgegen. In New-Fork erhält man für 1 Mark noch nicht einen halbe n Gent, und auf der Berliner Börse zeigt sich der Rückschlag. Am Freitag wurde der Dollar an der Berliner Börse zeitweilig bis zu 243 Mk. gehandelt, offiziell schließlich mit 230 Mark notiert. Alle fremden Devisen wurden don dieser Häufle mitgerissen, nicht nur die hohen Valuten, die fast märchenhafte Zahlen erltetterten der Gulden bewegte sich nm 8000, das Pfund um 900 M. herum nein, auch die minderwertigen Währungen der Oststaaten. Die tfchechische Krone erreichte das 2V-fache der Mark, die rumänische Valuta überschritt die deutsche, und die polnische Maik, vor einem Viertel­jahr kaum 2 Pfg. wert, wurde gar mit 10 Pfg. und mehr gehandelt und hat damit die österreichische Krone überflügelt.

Goiterdienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag,6. November. Dom. (Diözesan^LaritaS» Kollekte.) V.6, 6, */,7 u. 7 M., um V*7 gestiftete M. f. d- gefall. Mitglied, d. Männer-ApostolatS m. Ansprache u- Generalkom. d. Männer, 8 Pfarramt m. AuSs., Pr. u- Segen, VilO Kathedralamt, V«12 M. u. Pr., */»2 faframent A., 4 Pr. u. A., 7 A. i. d. Marienk. Montag: 7V« Seelenamt f.d.Verst. d. Dompfarrei, abends 5 Rosenkranz m. Segen. Stadtpfarrkirche. 5V* Korn., 5*/» M. u. Korn., 6*/« M. «Männerapostolatt, 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), SV, feier!. Hochamtu. Pr., 11M. u. Pr. (2. Schulgd ),2V, Segens-A. Pfarrkirche zum hl. Geist. 7 Frühm., 8 Pr. u. Amt m. Stoim, 5 A. Sodalität. V,10. Severikirche. Sonntags n. werktags V,7 M. Herz-Jefu-Heim. 8 Hochamt m. Pr., nachm. 2 A. (Mittwoch abends 8 8t.) Frauenberg. (Kirchweihfest.) 5, 6, 6V, u. 7 M., 8 Rosenkranz«, m. Pr., 9 Levitenamt m. Pr., nachm. 2 feiert. Besper tn. jakrament. Segen. MichaelSkirche. Nachm. 2 Andacht.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 6. November. Reformationsfest. Fulda. Vormittags 9'/- Pfarrer Weber (Kollekte), 11 Kinder» kwttesdienft, nachm. 2 Sup. Ruhl. Bad Salzschlirf. Vormitt 9'/» Sup. Ruhl. Bieberstein. Vormitt. 9 Pfarrer Reich (Kollekte).

Mittwoch, 9. November. Fulda. Abends 8 Bibel- stunde (Gemeindehaus).

Lvanzel. lande,kirchl. Gemeinschaft, Zulda, vuttlarftr. 17.

Sonntag, 6. Nov. Abends 8 Evangelisation. Dienstag abends 8 Bibelstunde (Pfarrer Weber). Mittwoch abends 8 Gesangstunde. Donnerstag abends 8V« Iungfrauen-B.-St. Freitag abends 8 Bibel- und Gebetstunde.

Feinfcbmedm

und Kaffeekenner willen es: Lohnen. Kaffee, Korn, Seifte oder malz muffen mit Pfeiffer & Dillers Kaffee.Cffenz gekocht fein. Kein anderer Zusatz ist so rein u. fo ausgezeichnet im Sefchmadt haben Sie noch nicht selbst versucht? 3u haben in den einfältig. SeschZsten

Großes Silberpaket Mk. 3.00. Original-Dofe mk.3.6d

Die Iagd nach dem Glücke.

201 Erzählung von Fritz Ritzel.

,nu* in dem Familienzimmer drunten, wo t; er Hochfeld und feine Frau zusammensaßen, um m»,, mie Zeit entweder mit einer ge»

' "C ^re oder mit Domino- und Schachspiel zu mrf^ei6en' "Ete heute nicht die richtige Gemütlichkeit uKommen Kopfschüttelnd, mit besorgter Miene, hatte 6 ber fid) fluchtartig entfernenden Tochter «ar dann mehrere Male in der Stube ""gegangen und endlich vor seiner Frau stehen sm zur °ffen6ar ^geblich ein gleichgültiges De»

M 3U trasen suchte.

e:-'h lass E's nicht ausreden mit dem

doh früher unh °°t! ®as unsere Hedwig nicht mehr

D- -- auch »Ich! Wn fi 7° hat einen geheimen Kummer, den

fn« hrtnn? hn6rttQ^en will. Unser Herrgott bewahr' _ aber ge mehrt g*®"06 eine Krankheit in ihr steck: ich nach dem Dokto fch^en will^?v"?^'S/N' wenn ihr nichts!" will, und behauptet, es fehle

Aber Konrad, mach' ?>;- . ... m

D°r einem ernsten Schritt. Stellet*» f b°, Ol!$ p ^ Wilhelm ,etzt schon %%

E £ ZZiSSL* * i Wollte Gott, es mär nichts anderes' Mit- iffs abt-r immer, als wenn gerade zwilcken -i.- J Wilhelm etwas nicht in Ordnung wär'! Warum" s noch nicht ein einziges Mal geschrieben?" at er schäft?-"'^ tCinC 3dt ba$U baben' Dringende Ge­setz mir doch mit dringenden Geschäften' So vi^l Zeit läßt sich doch abringen, um ein Lebenszeichen Don "ch Zu geben! Tröste Dich doch nicht mit etwas Mutte.- was Du selbst nicht glaubst! Ich weiß ganz genau, daß Dir's grab so ums Herz ist, wie mir! Man meint Wirklich, seit dem Tag, an dem ber Wilhelm zum letzten I Mal hier gewesen ist, wär' alles hier im Hause verhext!