Einzelbild herunterladen
 

JE 251.

Montag, 31. Erlobrr 1921.

Fuldaer Zeitung

Druck der Fuldaer Aetteudruckerei fa FuldF

Weissweine

handel und Wirtschaft

n

Rotweine

t/l

5

Muflkalien-Ausskellung. Die Firma Aloys Maker, Hosmusikalienhandiung, veranstaltet eine reichhaltige Aus­stellung des bekannten Musikverlags B. Schotts Söhne, Mainz, eines unterer führenden Verlagshäuser, das auf allen Gebieten besonderes zu zeigen hat. Neben der größten und billigsten Musiksammlung der Welt, der .Edition Schott- Einzel-Ausgabe", die in 9200 Nummern eine mustergültige Auswahl der besten Musikalien der klassischen und modernen Literatur zu dem heute beispiellosen Preise von ML. 1.35 pro Nummer zeigt, werden erstklassig e P achtausgaben ge­boten, so dieAusgabe der Musikfreunde", ferner Mufik- bände und Sammlungen aller Art, Unterrichtsmusik usw. und besonders auch die letzten Werke der aussichtsreichsten jungen Tondichter auf allen Gebieten.

War es die Macht der Gewohnheit, stets kindlichen Gehorsam zu üben, oder lag in der Haltung des Vaters etwas wie zwingende (Seroalt, was jedes fernere Wort des Widerspruchs auf dm Sippen der Tochter bannte ihr Widerstand war dem Anscheine nach gebrochen. Unter einem krampfhaften Aufschluchzen verbarg sie das Gesicht mit beiden Händen und verließ eilig das Zimmer.

5. Kapitel. Ein Muttersöhnchen.

Eine geraume Weile herrschte zwischen den zurück- gebliebenen Gatten peinliche Stille. Don draußen tönte das unaufhörliche Rauschen des Regens und das ein­förmig glutff enbe Geräusch der von bett Dachrinnen niederrieselnden Wasser, zuweilen unterbrochen von einem Geprassel der Tropfen, welche Sin Windstoß wider die breiten Glasfenster schlug oder von dem um heimlich klingenden Sausen, mit dem ein Motorwagen der elektrischen Bahn drunten auf dem Brc-itemarkt seines Weges eilte.

Herr Hohenfels war an das eine Fenster getreten und starrte in Gedanken versunken auf die Straße hin­ab, Man sah e» seinen tieftraurigen Menen an, daß

und Ernte lasten sich zeitlich gut in die Bewirtschaftung von Naturland einreihen. *

eins wird bleiben, die Liebel liebe sie gegen die Der- ftorbencn durch Gebet und Almosen; übe sie gegen die Lebenden; vergiß nicht, daß fie wie Du zum Gottesreich hier auf Erden gehört habm ober noch gehören und mit Dir Mitbürger der Heiligen im Himmel werden sollen! Ifc. .' kk.

I es eine schwere Aufgabe für ihn gewesm war, seiner I Tochter in so entschiedener Weise entgegenzutreten und I bange Sorge vor dem, was die Zukunft nun bringen I würde, mochte ihn beschweren.

| Die Stimme seiner Frau, wÄche sich aus ihrem I Sessel erhoben hatte, entriß ihn seinen Grübeleim.

Sollte man es für möglich halten, daß sich Emilie so weit vergessen konnte? Ein Bankkaffierer pah, I und dazu noch aus solcher Familie! Wodurch sie sich nur derartige verdrehte Anschauungen in den Kopf ge­setzt hat, die aber auch gar nicht mit den Grundsätzen der ihr gewordenen Erziehung übereinstimmen? Von einem harmonischen Zusammendenken mit mir, ihrer Mutter, ist schon längst keine Rede mehr! Fast mehti man, sie lege es geradezu darauf an, gegen alles, was bei uns Regel ist, zu opponieren!"

Emilie ist eben kein Kind mehr!" erwiderte ihr 1 (Satte. Ihren Drang nach selbständigem Denken und Handeln finde ich begreiflich daß sich berfelbe aber so weit verirrt, das hätte ich mir nicht träumen lasten. Die Frage ist nun die: Wie verhüten wir daß die so plötzlich über unser Kind gekommene Neigung sich nicht zu einer Herzenswunde auswächst?"

Schicke sie ein halbes Jahr zu Tante Veronika!" schlug Frau Hohenfels vor.Die wird ihr die ver. liebten Gedanken schon austreiben!"

»Dem alten verbissenen Frauenzimmer fn ihrem weltverlorenen Nest soll ich mein Kind ausliefern? Veronika ist meine Schwester, aber ich muß sagen: eine unausstehlichere Person wie sie muß wohl erst noch ge­boren werden! Die würde bas arme Mädchen quälen bis auf Blut! Nein, Franziska, das kann Dein Ernst nicht fein bas wäre denn doch zu hart! Nein um sie abzulenken, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als ihr so viel wie möglich Zerstreuung zu die- ten. An Einladungen fehlt es uns ja nicht! Ist es für mich auch eine Qual, fast jeden Abend aus meiner Arbeit herausgerissen zu'werden so bleibt mir doch nichts anderes übrig als"

»Ms Deinen Pflichten gegen Deine Tochter nachzu. kommen!" warf Frau Hohenfels nachdrücklich ein,und sie nicht von allem gesellschaftlichen Verkehr fernzuhal- ten, weil Du nicht aus Deiner Bequemlichkeit gerissen werden willst! Ein junges Mädchen wie Emili- gehört unter die Leute."

(Fortsetzung folgte

Hus dem Nachbargebiet.

Aus d-m fireife Gersfeld. Der Vorsitzende des OrtsbauernMreins Eckweisbach und t»s Kreis- bcmernvereins Gersfeld, Herr Richard Reinhardt- Mauerschell schreibt uns: 3m Hinblick auf das am Sonntag in den katholischen Kirchen verlesene Hirten­wort des Hochw. Herrn Bischofs übernimmt der Eck- weisbacher Ortsbauernverein die Sammelaktion. Die Vertrauensmänner in den Ortschaften des Veretns- bezirkes werden Sammellisten für Kartoffellieferung zu httabgesctzien Preisen (höchstens 50 Mt. pro Ztr.) und auch für Geldbeiträge in ihren Orten herumlragen und für die Sammlung werben. Als Vorsitzender des Kreisbauernvereins spreche ich auf diesem Wege zugleich den Wunsch aus, daß alle Ortsbmvern- vererne des Kreises Gersfeld in der bezeichneten Weise sich betätigen möchten, damit die Hilfsaktion hn Sinne unseres Hochw. Herrn Bischofs zur Tat werde.

mc Jrtmffurl a. 2R. Wahnsinn, anders kann man di« Kauwut des Publikums wirklich nicht bezeichnen, die am Samstag wiederum so stark war, daß die meisten großen Geschäfte aus der Zeil ge­schloffen werden mußtm, weil die Uebersüllung lebens­gefährlich zu werden begann. Das Publikum kaufte buchstäblich alles, ohne nach dem Preis zu fragen. So sind die Warenlager in wenigen Tagen leer geworden und die Nachbeschaffung neuer Ware mach tden Ge­schäftsleuten allerlei Schwierigkeiten.

Frankfurt a. M. An dem Fuhrmann Nix aus Enkheim wurde auf dem Wege von hier nach Enkheim ein Raubmord verübt. Abends gegen 8 Uhr traf sein Fuhrwerk in Enkheim ein und auf dem Wagen lag der Fuhrmann miteingeschlagenem Schädel. Nix ist Vater von vier Kindern.

(fpd) Grünberg (Oberh.). Ein fahrender Schirmflicker, dem Ruppertenrod eine Frau einen Schirm übergeben hatte, forderte für das Zusammen- flicken zweier SMchen, eine Arbeit, die etwa drei Mi­nuten erheischte, die dooch noch etwas ungewöhnlich hoh eGebühr von 48 Mark.

Allerheiligen Allerseelen!

EmLebendes Bild" läßt die Kirche uns schauen, «enn sie die 1. Vesper des Allerhelligenfestes beginnt mit den Worten des Sehers von Patmos:Ich sah eine große Schar, die niemanb zählen konnte, aus allen Völkern vor dem' Thr sne stehen." Sie läßt uns sehen die Chöre der Engel die den Thron Gottes umgeben und anbetenb auf ihr Angesicht nieberfallen. Sie läßt uns lauschen auf '»ie himmlische Psalmobie der Seit- gen:Du hast uns erlöst, Herr, Gott, mit Deinem Blute aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Stationen, und hust uns unserem (Sott zu einem König­reich geschaffen ' International ist die Schar der Hei. ligen, bie ben Thron Gottes umgeben, international bie Weltkirche auf Erben, beren Repräsentanten, bie 24 Nettester auf golbenen Schalen bas Rauchwerk (bie Gebete be- Heiligen, ihrer Brüder auf Erden) Christus ihrem E'iöser als Dankopfer barbringen. Da ist kein Unterschieb zwischen Grieche und Barbar, zwischen Mor- genlarl) unb Abenblanb, alter unb neuer Welt, zwischen Germane unb Romane; Semiten, Iaphetiten unb Cha. mit-m, bie Edelsten aller Nationen von Norb und Süd, nojti allen Ländern, welche bie Sonne auf ihrem Laufe tagtäglich schaut, sind versammelt am Throne Gottes. Alle Stände und Klassen, alle Geschlechter und Volks, schichten sind in ihren Besten dort oertreten. Da gibts keine Klassenunterschiede, keinen Geburtsabel; nur Seelenabel, unterschieben nach dem Grade der Gottes­und Nächstenliebe, wie er in der Zeit des Erbenwan- derns mühsam errungen wurde. Alle sind eins im Lob­preis ihres Gottes und liebevollem Genießen feiner Anschauung! Alles geeint in beseligender Gottesliebe! Kein Wunder, daß die Kirche selbst zum Magnificat der 2. Vesper des Allerheiligenfestes den Freudenempfin» düngen ihrer Gläubigen Ausdruck verleiht:O wie herrlich ist das Reich, in welchem mit Christus sich freuen alle Heiligen."

Warum führt uns die Kirche in dem Bildercyklus ihrer Feste Allerheiligen vor?

Die Kröche kennt die Bedeutung der Freude im Men. fchenleben. Was das Licht der Sonne für den Drga« nismus von Pflanze, Tier und Mensch, das ist die Freude für das menschliche Schaffen. Manche verwech­seln Freude mit Vergnügen und finden letzteres in der Ausgelassenheit; das ist Irrgang, Irreleitung eines im Grunde der Menschennatur liegenden und darum be­rechtigten Strebens. Die Kirche weiß schon aus ihrer Jahrhunderte alten praktischen Pädagogik, abgesehen von der Führung des Hl. Geistes, daß der Anblick der Schönheit Freude hervorruft. Ein Element der Schön- heil aber ist geschlossene Einheit bei aller Verschieden- heit, Einigkeit, Harmonie, Zusammenklang, Friede. Ordnungslosigkett, Zwietracht, Streit werden als Miß. Aang, als Freudenstörer empfunden. Was aber eint am stärksten die verständigen Wesen? Nicht materielle Interessen, die Objekte der Klassenkämpfe, sie sind sogar imstande die Solidarität der Klassenangehörigen unter sich zu zerstören. Nicht die Wissenschaft, denn weder die Befähigung noch die Liebe zu ihr ist allen gegeben; die wenigsten bringen materielle Opfer für sie. Nur die Liebe eint die Menschen rote die seligen Geister; der Anbttck dieser einigenden Liebe reißt an sich, mit sich, erfreut, begeistert zum Mittun, zum Gleichtun.

Die Kirche fordert auf, diese himmlische Einigkeit und Liebe im sozialen und internationa­len Leben nachzubilden. Zum Teil ist's der Kirche im sozialen Leben gelungen, die Liebe zur Herrschaft zu bringen, in den ersten christlichen Zeiten, wodie Menge der Gläubigen ein Herz und eine Seele war". Daz geschah aber nicht auf Grund eines Machtgebotes der Kirche oder des Staates, wie ber heutige Kommu­nismus wünscht, sondern auf Grund dec freiwillig ent­sagenden Liebe. Das ist gelungen in den religiösen Orden der katholischen Kirche, deren Grundlage die Freiwilligkett der Gntfagung ist. Die Siebe neben der Gerechtigkeit auch in den Interessengegensätzen der Stände zur Anerkennung zu bringen, ist das stete Be- fröeben der Kirche seit jeher gewesen. Daß sie noch nicht allgemein anerkannt wurde, ist nicht die Schuld per Kirche, sondern der Menschen, die aus Unkenntnis tiber Verblendung durch habsüchtige Gelüste die Mah. Bungen der Kröche nicht befolgen. Der Weg zum Men. schenwohl und Menschheitsroohl geht nicht über den Egoismus, die Eigenliebe, sondern über den Altruis­mus, die Nächstenliebe, oder rote sie auf das Gemein, fchaftsleben angewandt genannt wird, den christlichen Solidarismus, der auch im Völkerleben feine Daseins­berechtigung hat. Gedämmert hat einstens dieser Ge­danke einem, der sagte:Völker Europas, wahrt eure

heiligsten Güter!" Nach den Erfahrungen im Weltkrieg und besonders in der Nachkriegszeit müßte der Aufruf erweitert werden:Volker der Welt, wahrt eure heiligsten Güter, das Solidaritätsgefühl als Kinder der einen Gottesfamilie, liebet die Siebe!" Freilich, auch hier fordert die Siebe Entsagung, Aus. geben der Rachegesinnung, Besinnung aus dem Sieger- rausch, Einfühlung in die Bedürfnisse der anderen Völ- ter, weiten Blick auf das Wohl der gesamten Mensch­heit.

Ich höre das Lachen und Spotten der Pessimisten, die an der Verwirklichung der Solidarität des Men­schengeschlechtes verzweifeln, weil fie bis jetzt noch nicht das Dölkerleben beherrschte. Aber sollen wir deshalb nicht versuchen, dem Ideal so nahe als möglich zu kom­men? Die Solidarität im Völkerleben verlangt nicht würdeloses Aufgeben des eigenen Volkes; aber verständ­nisvolles Begreifen der Lebensnotwendigketten und Eigenheiten der anderen Völker, Aufgeben des Egoismus der Nattonen, des Grundsatzes: Recht ober Unrecht, es ist mein Vaterland. Mögen bie extremen Nationalisten weiter biefen Grundsatz verteidigen und den Völker- haß schüren, mögen die Pessimisten über eine Völker­versöhnung spotten, wir Katholiken haben bie heilige Pflicht, bie Völkerversöhnung z u för­dern. Wir sind aber auch in der glücklichen Sage, zur Völkerversöhnung beizutragen: wir haben die Einheit der Drganifation, die Weltkirche; wir haben die Einheit der Liebe in der Lehre der Kröche. Möge die prak­tische Nächstenliebe unter den christlichen Völkern herr­schen und diese ihrem Ideal, der heiligen Völkersamilie im Himmel, immer näher bringen!

Zu einer Nächstenliebe, Ibie da nicht fragt, wetz Stammes, weß Landes, leitet die Kirche uns am Äller- feelentage an. Wiederum anschaulich, wie immer, läßt sie in dramatischer Gestattung die Klagen der ar­men Seelen an unser Ohr klingen, der Seelen, die zwar sich redlich bemühten, in der Gnade Gottes zu wandeln und mit ihr aus dem Diessetts schieden, aber doch nicht alle menschlichen Fehler von sich hatten konntenwer wäre so vermessen, das von sich zu behaupten? Sie schildert in beweglichen Worten bie Sehnsucht der ar­men Seelen nach den himmlischen Wohnungen, dem Gottesreich in welchem die Heiligen mit Christus sich freuen.Der Sünden meiner Jugend und meiner Irr­wege gedenke nicht, o Herr! Weh mir, Herr, denn meine Gefangenschaft zieht sich hinaus. Es dürstet meine Seele nach dem lebendigen Gott; wann darf ich kommen und erscheinen vor dem Angesicht des Herrn? Wende dich zu mir, o Herr, und errette meine Seele; denn nicht bleibt im Tode, wer Deiner gedenkt!" Auf solche Kla­gen ertönt das Trostwort der Kirche:Ich hörte eine Stimme vom Himmel, die zu mir sprach: Selig die loten, bie im Herrn sterben", und die tröstende Bot­schaft aus Heilandsmund:Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen; und ben, bet zu mir kommt, werbe ich nicht hinausweisen. Ich bin die Aufersteh, ung und bas Leben; wer an mich glaubt, wirb, auch wen» er gestorben ist, leben; und keiner, der lebt unb an mich glaubt, wirb sterben in Ewigkeit". Wieberum ist die Kirche international in ihrem Gebet für die ar­men Seelen. Alles, was Menschenantlitz trug unb von der beseligenden Anschauung Gottes noch ausgeschlossen ist, wird teilhaftig ihrer Gebete. Dem Kathottken würde e§ als Gotteslästerung erscheinen, etwa die Angehört, gen irgend einer Nation auszufchließen. Sn ihrer menschlichen Armseligkeit und Sündhaftigkeit sind alle I Menschen, alle Völker gleich. Die ruhige Majestät des Todes pflegte bei allen christlich denkenden Völkern der Feindschaft ein Ende zu machen. Solidarität des Men- schengeschlechtes vor dem Tod!

vermischtes.

* Waffenfunb. Wie die ChemitzerVolksstimme" meldet, wurde in Gunnersdors bei Frankenberg in Sachsen ein umfangreiches Lager modernster Kleinfeuerwaffen von der Sipo ausgehoben. Das Waffenlager soll einer Vereinigung, die sich /»Die Brüder vom Stein" nennt, angeyören.

* Falschmünzer. In München wurden als Falschmünzer ein ehemaliger Opernsänger, ein Schau­spieler und ein Konzert-Direktor aus Landshut fest­genommen, die mit der Herstelluna grüner Fünfzig­mark-Banknoten, Ausgabe 24. 6. 1919, befaßten, wovon sie bereits für hunderttausend Mark herstellten. Von dem falschen Geld wurden 46000 Mark be- schlagnahmt.

Gotterdienstordnung.

Dienstag, 1. November. (Fest Allerheiligen Dom. Vi6,6, l/i7 u. 7 M., 8 Pfarramt m. AuSs., Pr. u Segen, VilO Bischöfl. Hochamt m. päpftl. Segen, »/»12 M. u. Pr., Vi2 sakramentale A., 3 Bischöfl. Vesper, danach Beichtgelegenheit, V.8 Pr. u. A. f. d. armen Seelen. Stadtpfarrkirche. 51/« Kommunion, 5*/« u. 6*/« M.,' 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), 9/» Hochamt u. Pr.,i UM. u. Pr. (2. Schulgd.), 2A Rosenkranzandacht, 4 Ge­legenheit zum beichten, 8 Allerseelenpredtgt u. And.4 Pfarrkirche zum hl. Geist. '/,7 (Seneralfom. d. Sodalität, 7 Frühm. fällt aus, 8 Pr. u.Segensamt, V»4 Beichte, Vi5 Brmenfeelen-Predigt, 5 Rosenkranz u. Beichte, m. Aushilfe.- Sodalität. Vi7 Generalkom. (An diesem Tage auch päpstlicher Segen mit vollkommenem Ablaß im Dom.) Severikirche. '/,7 M. Frauenberg. 5, 6, 6 V« u. 7 M., 8 Rosenkranzm. m. Pr., 8 Leviten amt m. Pr., nachm. 2 Pr., A. u. Umg. f. d. AntoniuS. Bruderschaft. Generalabsolution für die Terziaren.

Mittwoch, 2. November. (Allerseelen.) vom. 58 M. Austeil. d. Kom. jede halbe Stunde. 8 Pfarramt f. b. Verstorbenen ber Dompfarrei, VslO Bischöfl. Totenamt' 5 feiert. Schluß des Rosenkranzmonats mit Te Deum. Stadtpfarrkirche. (Toties-quoties-Ablah.) Von >/,6 an M., 8 feierliches Requiem, 9 letzte M. Die Kom. wird jede halbe Stunde gespendet. Abends */t8 Schluß d. Rosen- kranz-A. Pfarrkirche zum hi. Geist. 6 M. m. Kom., 7 feiert. Amt, 8 M., 5 Schtutzandacht. Michaelskirche. 7 Amt f. d. armen Seelen; vorher Austeil. d. hl. Kom., nachm. Vi5 Pr. u. Allerseelen-A. (Während der Aller­seelenoktav abends V«5 Allerseelen-A.) Frauenberg. Gedächtnisfeier aller abgeschiedenen Seelen. Bollkom. Ablaß, so oft man die Kirche besucht und etwas nach der Memung des hl. Vaters betet, nnb zwar in der Zeit von mittags 12 des ersten bis Mitternacht des 2. November. 8 feiert. Requiem, darauf Prozession zur Ktostergrust, nachm. Vi5 Schluß der Rosenkranzandachte» mit Te Deum.

= Neue Anbauflächen durch Moorkuttiolerung. Die Verengung des Nahrungsspielraums infolge des Friedensvertrages nötigt uns mehr denn je, unsere Bodenerträge durch Moorkultivierung zu erhöhen. Der Moorboden eignet sich besonders zur Anlage von Weiden, zur Gewinnung von Heu, Hackfrüchten und Grunfutter; bringt also vor allem Futtermittel. Deutschland besitzt 2,7 Millionen Hektar Moor. Von der 1912 vorhandenen Oedlandfläche sind jetzt 1012 Prorent kultiviert, bezw. in Angriff genommen. Die Kulturpflanzen, die auf dem in Kultur genommenen Moore wachsen sollen, brauchen viel Kunstdünger, be­sonders Thomasmehl und Kainit. Das in das Moor

Amtliche Anzeigen.

Sämtliche zur Zeit noch erwerbslose Schwerbeschä­digte des Landkreises Fulda 'werden hiermit aufge­fordert, innerhalb der nächsten 10 Tage bei der Für- sorgestelle Fulda, Landratsamt Zimmer Nr. 8 oder beim zuständigen Fürsorge-Ausschuß wegen Arbeite Vermittlung vorzusprechen.

Fulda, den 24. Oktober 1921.

Amtliche zürsorgestell«

für AriegrdeschSbigte unb Kriegshinterbliebene.

Lanbratamt Fulda. I. V.: Polster.

Die Jagd nach dem Glücke.

Erzählung von Fritz Ritzel.

16] ___________

Mäßige Dich Franziska!" fügte ihr Gatte unb er­griff bie Erregte am Arm.Laß mich mit Emilie sprechen!"

Den Kurt Firnhaber schlägt sie aus", fuhr Frau Hohenfels eifernd fort,ber, wenn er bie Hand zum genfter hinausstreckt, an jedem Finger zehn hängen hat, die ihn heiraten wollen, den schlägt sie aus unb lucht so einen nein, es ist nicht zu glauben! Unb bas ist unsere Tochter! Da braucht man nicht zu fa- gen, Gott straf mich da ist man genug gestraft!"

»Bitte, Franziska," bemerkte Herr Hohenfels ruhig, Du bewegst Dich jetzt in den nämlichen Gemeinplätzen hie Du vorhin an Emilie gerügt hast!"

"Muß emmn da nicht die Galle überlaufen wenn man vor solche Ueberraschungen gestellt wird?" er­widerte bie Empörte, indem sie ihren Arm mit einer heftigen Bewegung ber Hand des Gatten entzog.Ist es da ein SBunoer, wenn man schwatzt wie einem der Schnabel gewachsen ist?

Wie erschreckt hielt sie inne, als sie dem ruhigen, verweisenden Blick ihres Gatten begegnete Wie tief erschöpft warf sie sich wieder in ben Sessel stützte, als schmerze sie der Kopf, diesen mit der Hand und nahm eine Miene an, als wenn ihr alles, was noch kommen sollte in höchstem Grade gleichgültig fei.

Auch Herr Hohenfels war offenbar durch die über- laschende Erklärung seiner Tochter aufs höchste bestürzt Plan sah es ihm an, daß es ihm Mühe machte, feine qe- Fassen vornehme Haltung zu bewahren. Unwillkürlich faßte er mit der Hand die Lehne des nachststehenden Sessels, als bedürfe er einer Stütze, und mit einer bei ihm sonst ungewohnten Hast stieß er hervor:Ich habe Dich wohl nicht recht verstanden, Emilie? Verlobt hast Du Dich mit Herrn Karl Hochfeld, dem Sohne unseres Nachbarn, des Schlossermeisters Hochfeld? I« wann ist es denn Sitte, daß sich eine junge Dame aus vornehmem Hause ohne weiteres verlobt, ohne ihre Angehörigen zu fragen? Ein solch eigenwilliges Han- -ein kann auch ich Dir nicht zugestehen!"

Papa, Du hast mir von jeher freigestellt, dem Zuge meines Herzens zu folgen, wenn es sich um meine Ver- Jeiratung handelte'

Aufhebung aller Klassenunterschiede im Tode! Gleichheit vor dem Gesetz des Todes! so ruft bie Kirche ihren Gläubigen zu, wenn sie biefelben am Aller, feefentage ober auch schon am Allerheiligennachmittag auf ben Friedhof führt, ben Gottesacker, wo bie Leiber ber verstorbenen Mitchristen ber Auferstehung entge­genharren, wie Samenkörner in ber Winterszeit ber roärmenben Sonne des Frühlings. Gleichheit herrscht in den Gräbern; da liegt ber Fürst wie ber Untertan ber Kapitalist wie der Arbeiter, sie alle müssen gleich ^e warten, big die Posaune des Gerichtes sie zur I hineingesteckt^ Kapitalan Kunstdünger^geht dem Land- Auferstehung ruft. Dem oberflächlichen Beobachter I mann aber nie verloren, da die verschiedensten scheint ja allerdings auch auf dem Friedhöfe noch fapi- I Witterungsverhältnisse nicht vernichtend auf die ringe- talisttsche Ungleichheit zu herrschen, elendes Protzentum. I führten Mengen wirken. Die Futterernte auf dem Aber die pruntenben Denkmäler sind ja das Werk der I ^to°l6o^n ist viel sicherer als auf dem Mineralboden, Ueberlebenden. Unter dem Grabe ist's überall gleich -?,^ungsmoor ja an und für sich eine natür-

der Kommunismus des Grabes! Mahnwort der I h-a Un? 0e rei$cn Wassergehaltes

m°.u U.tew dich Ä ÄXTÄ

Mitmenschen; ob arm, ob reich, «n Tode gleich; nur I ruhen, und wirken somit als Arbeitsverteiler. Anbau

ld) allerdings aber doch nur in der will, zwingen mich dazu mein Kind Gründe, die stillschweigenden Voraussetzung, daß Sein Zukünftiger I so schwerwiegend sind, daß nichts, aber auch nichts in t7tLlm»9efeatoafth4cm 5Rc19 unb Vermögen gleich- der Wett meine Gesinnungen in dem Punkte ändern "Ehr! Unter Mannern dieser Qualität gestatte ich Dir I könnte! Ich will kein Wort mehr über die ganze Sache ~ br^ Su aber hi"absteigst, das gestatte ich I hören! Sollte Deine Uebereilung bie Folge haben daß nicht! Da muß ich ber Mama in gewisser Beziehung I der junge Mann Annäherungsversuche macht so werde G ;;»£r6In:T.aiL -Hffhffhun grenzt, u>as Du getan hast! I ich Sorge tragen, daß er aus allen Zweifeln darüber Hoffentlich ,st d«e Sache noch em Geheimnis, und Hof- herauskommt, wie hier die Chancen für ihn liegen fenifaf» besitzt dieser Herr Karl Hochfeld Takt genug, ich hoffe aber, daß mir das Peinliche und Gntroürbi- baruber zu schweigen - sonst wärest Du fompromit- I genbe einer berartigen Auseinandersetzung erspart hert für immer!" I h^ibt!" ' v

Su wirst uns, Demen Ellern, doch nicht im Ernste I Jota von bem zurücknehmen,, was er hier verfügte, s?äs So£,-s***»*-'» fohn werden könne? Wirft doch nicht glauben daß wir, I selb» hehwrwiLh^ X ch "te ^l.EhEff- Der ernste, sich »SM» *

fi Jseiner Stimme nicht etwas wie beschwörendes Fle- Herr Hohenfels war m die hefttgste Erregung ge- he, wie namenlose Angst?

raten; eme dunkle Rote hatte sich über sein vorhin so 1

bleiches Gesicht gelagert und hastig schritt er mehrere Male im Zimmer auf und ab. Sann, als bereue er seine Heftigkeit, trat er zu dem mit gesenktem Haupte regungslos dastehenden Mädchen, legte ihm die Hand auf die Schulter unb sagte in väterlichem Tone:Be­sinne Sich auf Sich selbst, Emilie! Du weiht, daß ich nur Sein Bestes will daß ich, um Sein wirkliches Glück zu begründen, im Stande wäre, mich selbst zu opfern. In diesem' Punkte aber muß ich unerbittlich sein! Vergiß den Traum sei mein starkes Mädchen!"

Wie innere Qual lag es auf den Zügen Emiliens und zwei schwere Tropfen rollten über ihre Wangen, als sie leise flehend erwiderte:Papa, ich hab ihn lieb er hat mein Wort ich kann nicht von ihm lassen!"

Hier zwingt Sich aber ein gebieterisches Muß! Man muß gar vieles im Leben lassen und vollbringen, was unmöglich scheint, Kind, besonders wenn es sich um Herzenswünsche handelt. Su kannst nicht von ihm las. fen, sagst Su? Selbst wenn ich alles das, was Du als Vorurteil bezeichnest. Deiner Neigung zuliebe aufgeben wollte ich müßte auf meinem entschiedenen Nein be­harren! Gründe, die ich Dir nicht angeben kann unb

Büro und Kellerei:

Paulustor 46

Joseph Schmitt

Weingroßhandlung

Defallverkauf:

Merktstr. 32